Key Takeaways
- HealthTech Heidi expandiert in den DACH-Raum und eröffnet ein Büro in Berlin, um die Nutzung seiner KI-gestützten Software in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu fördern.
- Die Software entlastet Ärzte von administrativen Aufgaben und verbessert die Effizienz in Praxen und Kliniken, ohne klinische Entscheidungen zu beeinflussen.
- Bereits hunderttausende Fachkräfte nutzen HealthTech Heidi, das in 110 Sprachen verfügbar ist und über 31 Millionen Arbeitsstunden eingespart hat.
- Im Gegensatz zu informellen KI-Tools integriert sich HealthTech Heidi in bestehende Systeme und bietet dauerhafte Unterstützung im medizinischen Alltag.
- Das Unternehmen legt höchsten Wert auf Datenschutz und Compliance, um den regulatorischen Anforderungen im Gesundheitswesen in DACH gerecht zu werden.
Inhaltsverzeichnis
- HealthTech Heidi startet mit Berliner Büro in den DACH-Markt
- Wie HealthTech Heidi KI für medizinische Dokumentation einsetzt
- Wo HealthTech Heidi im Praxis- und Klinikalltag eingesetzt wird
- Wodurch sich HealthTech Heidi von informellen KI-Tools unterscheidet
- Zahlen zur Nutzung und internationalen Verbreitung
- Datenschutz und technische Voraussetzungen für den Einsatz in DACH
- Stimmen aus Unternehmen und ärztlicher Praxis
Das australische HealthTech-Unternehmen Heidi expandiert in den deutschsprachigen Raum und eröffnet einen Standort in Berlin. Von dort aus soll der Einsatz der KI-gestützten Software in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgebaut werden. Der Schritt adressiert ein strukturelles Problem im Gesundheitswesen: den hohen administrativen Aufwand im medizinischen Alltag.
HealthTech Heidi startet mit Berliner Büro in den DACH-Markt
Mit dem neuen Standort richtet HealthTech Heidi seine Aktivitäten erstmals gezielt auf den deutschsprachigen Markt aus. Die operative Verantwortung für die Expansion übernimmt Dr. Hendrik Steenfadt, ausgebildeter Arzt und zuvor Investor im HealthTech-Team von Speedinvest. Berlin dient dem Unternehmen als Ausgangspunkt für den weiteren Ausbau in der Region.
Der Markteintritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Belastung durch Dokumentationspflichten in Praxen und Kliniken. Ein erheblicher Teil der ärztlichen Arbeitszeit entfällt auf administrative Aufgaben, die keinen direkten Beitrag zur Behandlung leisten. Heidi positioniert seine Software als technisches Hilfsmittel zur Entlastung dieser Prozesse.
Wie HealthTech Heidi KI für medizinische Dokumentation einsetzt
Im Zentrum des Angebots steht eine KI-gestützte Software, die medizinisches Fachpersonal bei nicht-klinischen Tätigkeiten unterstützt. Dazu zählen die strukturierte Erstellung medizinischer Dokumentation sowie die Nachbereitung von Patientengesprächen. Nach Angaben des Unternehmens greift die Software nicht in diagnostische oder therapeutische Entscheidungen ein.
HealthTech Heidi versteht seine Lösung als begleitendes Assistenzsystem. Die medizinische Verantwortung verbleibe vollständig bei den behandelnden Ärzten, während die KI Aufgaben rund um die Versorgung übernehme. Ziel sei es, Arbeitsabläufe zu entlasten, ohne die ärztliche Entscheidungsfreiheit zu berühren.
Wo HealthTech Heidi im Praxis- und Klinikalltag eingesetzt wird
Die Software richtet sich an Hausarztpraxen, Kliniken und spezialisierte Fachbereiche. Nach Unternehmensangaben nutzen bereits hunderttausende Ärzte und medizinische Fachkräfte aus mehr als 200 Fachrichtungen das System. Seit dem Marktstart im Februar 2024 habe HealthTech Heidi rund 85 Millionen Patientenkonsultationen begleitet.
Zudem gibt das Unternehmen an, durch den Einsatz der Software bislang 31 Millionen Arbeitsstunden im klinischen Alltag eingespart zu haben. Diese Angaben stammen ausschließlich vom Unternehmen selbst und lassen sich unabhängig nicht überprüfen. Die Anwendung ist in 110 Sprachen verfügbar und nach Unternehmensangaben in 190 Ländern im Einsatz.
Wodurch sich HealthTech Heidi von informellen KI-Tools unterscheidet
Viele Ärzte nutzen KI-Anwendungen bereits informell, etwa zur Strukturierung von Notizen oder zur Vorbereitung von Arztbriefen. HealthTech Heidi setzt demnach auf einen formal integrierten Ansatz. Die Software lässt sich in bestehende Krankenhausinformations- und Praxisverwaltungssysteme einbinden und ist nicht als isoliertes Zusatztool konzipiert.
Technische Grundlage ist ein medizinischer Schreibassistent, der als Basis für weitere Funktionen dient. Das Unternehmen beschreibt diesen Ansatz als dauerhafte Unterstützung im Hintergrund, nicht als punktuelle Hilfestellung.
Zahlen zur Nutzung und internationalen Verbreitung
Heidi wurde 2021 in Sydney gegründet und beschäftigt nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 330 Mitarbeiter. Die Finanzierung beläuft sich auf insgesamt 100 Millionen US-Dollar, zuletzt im Rahmen einer Series-B-Runde. Zu den Investoren zählen internationale Risikokapitalgeber.
Die internationale Verbreitung der Software nutzt das Unternehmen als Referenz für den Markteintritt in DACH. Ob sich die internationale Nutzungserfahrung auf die stark regulierten Gesundheitssysteme im deutschsprachigen Raum übertragen lässt, bleibt eine offene Frage.
Datenschutz und technische Voraussetzungen für den Einsatz in DACH
Für den Einsatz in Deutschland, Österreich und der Schweiz betont HealthTech Heidi hohe Datenschutz- und Sicherheitsstandards. Die Datenverarbeitung soll über Server in Deutschland erfolgen, ergänzt durch definierte Compliance-Strukturen. Damit reagiert das Unternehmen auf die strengen regulatorischen Anforderungen im Gesundheitswesen.
Gerade bei sensiblen Patientendaten gelten Datenschutz und IT-Integration als zentrale Voraussetzungen für den Einsatz KI-basierter Systeme. Diese Faktoren dürften maßgeblich über die Akzeptanz im klinischen Alltag entscheiden.
Stimmen aus Unternehmen und ärztlicher Praxis
CEO und Mitgründer Dr. Thomas Kelly verweist auf den steigenden Versorgungsbedarf bei gleichzeitig knapper werdender ärztlicher Zeit. Ziel sei es, die verfügbare klinische Kapazität zu erweitern, ohne die Belastung für medizinisches Personal weiter zu erhöhen.
Ein niedergelassener Arzt aus Nordrhein-Westfalen berichtet, dank der Software täglich ein bis zwei Stunden administrativer Arbeit einzusparen. Diese Zeit stehe ihm für die direkte Patientenversorgung zur Verfügung.
Mit dem Ausbau in Berlin positioniert sich HealthTech Heidi in einem wachsenden Feld digitaler Dokumentationslösungen für das Gesundheitswesen. Neben technischen Fragen der Integration bleibt offen, wie sich solche Systeme im Zusammenspiel mit bestehenden Abläufen und regulatorischen Vorgaben langfristig etablieren.
Bildcredits: HealthTech Heidi
Quelle Redgert























