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HelloBetter psychologische Online-Trainings bei Depressionen, Stress, Angst, Panik, Burnout und bei weiteren psychischen Beschwerden

Stellen Sie sich und das Startup HelloBetter doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Hanne Horvath und ich bin Mitgründerin sowie VP Business Development bei HelloBetter. Wir sind ein Digital Mental Health Startup. Mit unseren Online-Trainings helfen wir Menschen weltweit dabei, ihre mentale Gesundheit selbstbestimmt zu stärken.

In den mehrwöchigen Programmen lernen die Teilnehmer mehr über psychische Erkrankungen und deren Ursachen. Außerdem beschäftigen sie sich mit Symptomen, die ihren Alltag belasten. Mit praktischen Übungen testen sie Methoden, die Beschwerden lindern können. So lernen sie besser mit negativen Gedanken umzugehen und bestimmte Verhaltensweisen zu verändern.

Je nach Training erhalten die Teilnehmer zusätzlich individuelles Feedback von Psychologen.

Die Wirksamkeit unserer Online-Trainings wurde bereits in 33 wissenschaftlichen Studien geprüft. Damit verfügen wir weltweit über eine besonders starke wissenschaftliche Grundlage. Bis heute haben bereits mehr als 35.000 Menschen unsere Programme genutzt.

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Die Idee entstand aus meinem Wunsch heraus, Menschen einfacher Zugang zu wirksamer Psychotherapie zu ermöglichen. Als Psychologin beschäftigt mich dieses Thema schon lange.

Jedes Jahr leidet mindestens jeder vierte Erwachsene in Deutschland an einer psychischen Erkrankung. Trotzdem suchen nur wenige aktiv Hilfe. Viele Betroffene warten zu lange oder erhalten gar keine Unterstützung. Dadurch können Beschwerden schlimmer werden und sich langfristig festsetzen.

Gemeinsam mit Dr. Elena Heber und Prof. Dr. Ebert gründete ich deshalb 2015 das GET.ON Institut. Heute ist das Unternehmen unter dem Namen HelloBetter bekannt. Unser Ziel war von Anfang an klar: Wir wollten Menschen mit psychischen Beschwerden ein leicht zugängliches Angebot bieten und gleichzeitig Versorgungslücken schließen.

So entstand die Idee wissenschaftlich geprüfter Online-Trainings zur Behandlung und Prävention psychischer Erkrankungen.

Was war bei der Gründung von HelloBetter die größte Herausforderung?

Damals gab es das heutige Digitale-Versorgung-Gesetz noch nicht. Deshalb war lange unklar, ob digitale Gesundheitsangebote überhaupt für viele Menschen zugänglich werden können.

Zusätzlich mussten wir damals mühsam einzelne Verträge mit Krankenkassen abschließen. Außerdem betrafen diese meist nur Präventionsangebote und nicht die Behandlung selbst.

Dadurch stellten wir uns oft die Frage: Können wir wirklich allen Menschen Zugang ermöglichen, ohne dass sie selbst zahlen müssen?

Das Geschäftsmodell war damals noch nicht ausgereift. Trotzdem haben wir an unsere Idee geglaubt und weitergemacht. Heute bin ich froh darüber.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Ja, unbedingt. Wenn man zu lange auf Perfektion wartet, startet man vielleicht nie. Außerdem verpasst man wichtige Chancen.

Ich glaube, das gilt nicht nur für Unternehmensgründungen. Oft lernt man erst durch das Machen und Ausprobieren. Dadurch entstehen neue Ideen und Möglichkeiten. Nur abzuwarten ist selten der richtige Weg.

Welche Vision steckt hinter HelloBetter?

Unsere Vision ist es, psychische Gesundheitsversorgung neu zu denken. Gleichzeitig möchten wir kognitive Verhaltenstherapie weltweit einfacher zugänglich machen.

Weltweit leiden fast eine Milliarde Menschen unter psychischen Beschwerden. Trotzdem erhalten viele keine passende Hilfe. Auch in Deutschland bekommen viele Betroffene keine ausreichende Versorgung.

Mit HelloBetter setzen wir deshalb auf Hilfe zur Selbsthilfe. So können wir Barrieren abbauen und mehr Menschen erreichen. Gleichzeitig möchten wir die hohen gesellschaftlichen Kosten psychischer Erkrankungen senken.

Unser Ziel ist es, dass künftig deutlich mehr Menschen hochwertige Unterstützung für ihre mentale Gesundheit erhalten.

Wer ist die Zielgruppe von HelloBetter?

Viele Menschen möchten ihre Probleme lieber selbst lösen, statt direkt einen Arzt oder Psychotherapeuten aufzusuchen. Genau dort setzen unsere Online-Trainings an.

Wir helfen Betroffenen dabei, aktiv etwas gegen ihre Beschwerden zu tun. Außerdem profitieren Menschen, die keinen Therapieplatz finden oder noch auf einer Warteliste stehen.

Auch Hausärzte, Fachärzte und Psychiater können unsere Programme nutzen. Zusätzlich unterstützen Psychotherapeuten ihre Patienten damit während der Wartezeit auf eine Therapie. Manche Patienten benötigen außerdem keine klassische Therapie und profitieren trotzdem von wissenschaftlich geprüfter Hilfe.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Der größte Unterschied ist unsere wissenschaftliche Arbeitsweise. Wir investieren viel Zeit in Forschung und Entwicklung. Außerdem prüfen wir unsere Programme regelmäßig in Studien.

Dadurch konnten wir eine besonders starke wissenschaftliche Grundlage aufbauen. Gleichzeitig arbeiten wir mit einem wissenschaftlichen Beirat zusammen. Seine Perspektive hilft uns bei der Weiterentwicklung unserer Angebote.

Zusätzlich erhalten Teilnehmer regelmäßiges Feedback zu ihrem Fortschritt. Das motiviert viele Menschen dabei, die Trainings erfolgreich abzuschließen.

Wie hat sich Ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Die Corona-Pandemie hat den Alltag vieler Menschen stark verändert. Viele Unternehmen wechselten innerhalb kurzer Zeit ins Homeoffice. Dadurch veränderten sich auch Tagesabläufe und soziale Kontakte.

Diese Situation belastete die mentale Gesundheit vieler Menschen. Das merkten wir schnell bei HelloBetter. Bereits in den ersten Wochen der Pandemie verdoppelte sich die Zahl unserer Nutzer.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir reagierten auf die steigende Nachfrage gemeinsam mit der Allianz. Zusammen starteten wir die Initiative „Stark durch die Krise“.

Das Angebot unterstützt Menschen mit psychischen Belastungen durch Isolation, Sorgen oder fehlende soziale Kontakte. Dabei umfasst die Initiative mehrere Angebote gleichzeitig. Dazu gehören Telefonberatung, Online-Trainings, eine Community sowie Live-Q&A-Sessions mit Psychotherapeuten.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Lange Zeit war die Akzeptanz für digitale Gesundheitsangebote in Deutschland eher gering. Vielen Menschen waren die Möglichkeiten schlicht nicht bekannt.

Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung jedoch deutlich beschleunigt. Das gilt auch für das Gesundheitswesen. Immer mehr Menschen nutzen inzwischen digitale Angebote wie Videosprechstunden oder Gesundheits-Apps.

Auch Gesundheits-Apps erleben aktuell starkes Wachstum. Gleichzeitig steigt die Bereitschaft vieler Menschen, digitale Anwendungen auf Rezept zu nutzen. Das gilt nicht nur für junge Nutzer, sondern auch für ältere Generationen.

HelloBetter, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir möchten erreichen, dass jeder Mensch Zugang zu unseren Programmen bekommt. Gleichzeitig sollen sich die Versorgungsstrukturen deutlich verbessern.

Hausärzte sollen künftig weniger Medikamente verschreiben und stattdessen häufiger digitale Gesundheitsanwendungen einsetzen. Außerdem möchten wir, dass Psychotherapeuten HelloBetter stärker in ihre tägliche Arbeit integrieren.

Wichtig ist uns außerdem mehr Transparenz. Nutzer, Ärzte und Psychotherapeuten sollen klar erkennen können, welche digitalen Anwendungen wirklich wirksam sind.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Sucht euch starke Partner, die eure Idee langfristig unterstützen. Dazu gehören zum Beispiel Universitäten, Krankenkassen oder Kliniken.

Außerdem möchte ich besonders Frauen zum Gründen ermutigen. Noch immer gründen zu wenige Frauen Unternehmen. Deshalb ist es wichtig, starke Netzwerke aufzubauen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Wir bedanken uns bei Hanne Horvath für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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