Freitag, Juli 19, 2024
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Mut zum Risiko

inpera: Plattform zur digitalen Zusammenarbeit in der Baubranche

Stellen Sie sich und das Startup inpera doch kurz unseren Lesern vor! Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Ich betreue nun bereits seit fast 20 Jahren Startups oder JointVenture-Projekte in den unterschiedlichsten Branchen. Von Automotive bis zu Appliances und e-commerce. Dabei stand immer im Vordergrund, durch IT und vernetzte Technologien etwas zu verbessern . Da die Baubranche bezüglich Digitalisierung noch viel Potential hat, war es nach einer kurzen Analyse ein logischer Schritt auch hier etwas zu bewegen. Und daraus ist die Vision von inpera geworden, die wir nun verfolgen.

Welche Vision steckt hinter inpera?

inpera verändert die Baubranche hin zu einem positiven Impact auf Umwelt, Menschen und Ressourcen. Durch unsere Entwicklung bringen wir Transparenz in die Prozesse der Vergabe und Beschaffung. So wird erstmalig ein gesamtheitlicher Blick möglich. Dadurch werden bei den beteiligten Unternehmen in diesen Prozessen die Schwachstellen sichtbar, können analysiert und aktiv zum Positiven verändert werden.Nur was du kennst, kannst du auch aktiv ändern! 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Ich habe ein Startup übernommen, dass bereits einen Versuch für den Markteintritt unternommen hatte. Da war vieles im Argen, vom Produkt über das Team und Skepsis bei den Gesellschaftern. Hier erstmal zu strukturieren, Ruhe in die Köpfe zu bringen und Vertrauen in die nun neue Visionaufzubauen,  war eine der größten Herausforderungen. Man muss wissen: inpera ist kein schnelles Vertical,sondern das so oft beschriebene „dicke Brett“. Um wirklich etwas für die Menschen und die Branche zu erreichen, ist es aber notwendig, größere Hürden zu nehmen und langfristig zu denken. Der Spagat zwischen kurzfristigem Erfolg, den die Investoren erwarten und der langfristigen Arbeit um große Meilensteine zu meistern, braucht Erfahrung und einen langen Atem. Gut, dass ich hier viel Erfahrung mitbringe und dadurch die Dinge globaler betrachten kann. Und diese Sichtweise bringe ich unseren Investoren näher, einem  kleinen Kreis aus Business Angels und erfahrenen VCs.

Wer ist die Zielgruppe von inpera?

Die Zielgruppe sind alle am Bau beteiligten Partner, vom Projektentwickler und Immobilieninvestor über Bauunternehmen bis zu Handel und herstellende Industrie. Wir ermöglichen allen sich über ein digitales Modell auszutauschen und zusammenzuarbeiten. Dabei sprechen wir nicht von BIM, welches übrigens als Input dienen kann, sondern von einen Modell aus Anforderungen, den Verarbeitern sowie allen benötigten Materialien. Da im Vergabe und Beschaffungsprozess alle beteiligt sind, sind diese Unternehmen auch unsere Zielgruppe. Natürlich haben wir Schwerpunkte, die wir zuerst bearbeiten. Alles auf einmal wäre definitiv unrealistisch. Unser aktueller Fokus liegt auf Handels- und Bauunternehmen, die von unserer Lösung bei  Ausschreibungen für Leistungen und Material profitieren werden.

Wie funktioniert inpera? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir bieten ein digitales Modell zur Zusammenarbeit an. Jeder der Daten durch seine Mitarbeit einpflegt, kann diese auch selbst zur Generierung von Mehrwert und Effizienz verwenden. Ein Beispiel: Gibt ein Nachunternehmer (typ. kleineres Handwerks- oder Bauunternehmen) sein Angebot digital über unsere Cloudlösung ab, kann er mit den digitalen Daten selbst weiter ausschreiben, kalkulieren oder diese zur Organisation verwenden. Wir bieten damit also immer bei jeder Interaktion einen Mehrwert für beide Partner.

Das macht unser Model so attraktiv. Die Zeit, der wie auch immer gearteten Daten-Sammel-Anwendungen ohne erkennbaren Mehrwert für den Nutzer ist vorbei. Wenn sie mit einem Smartphone nichts anfangen können (z.B. Telefonie oder Internet) würden sie ja auch niemals ihre privaten Daten eingeben und sammeln lassen. Bei B2B-Anwendungen war das lange der Fall. hier hat  meist der „große“ Anbieter profitiert und der „kleinere“ Nutzer nichts davon gehabt. Mit inpera ist damit Schluss.  Wir schaffen Mehrwert für alle Partner am  Bau, egal welche Größe und ob sie mit Leistungen oder Material zu tun haben.

inpera, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

inpera ist ein Enabler für die digitale Transformation der Baubranche. Wir arbeiten daran den gesamten Prozess der Vergabe und Beschaffung bis hin zur Verarbeitung zu digitalisieren und zu standardisieren. Ist das erreicht, haben wir mit KI und Datenanalyse Großes vor. Hier bieten sich Möglichkeiten, von denen die Branche heute nicht einmal zu träumen wagt. Oder haben sie vor zehnJahren jemals gedacht, dass ihnen eine App auf die Minute genau sagen kann, wann sie bei einer 1000km langen Autofahrt ankommen?

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Als Erstes  ist es wichtig, die Idee zu challengen. Es gilt zu prüfen,  ob es ein tragbares Businessmodell dazu geben kann. Eine Idee ist nur so gut wie der Markt, der sie annimmt. Als zweiten Schritt ermutige ich jeden Gründer auch zu mehr Mut zum Risiko. Speziell hier in Deutschland ist das „Nein“ immer schneller präsent als das „Ja“. Und steht man zu einer Idee sollte diese verfolgt werden – mit Ausdauer, Mut und Beharrlichkeit. Nichts passiert von heute auf morgen und es werden viele Ups and Downs kommen bevor es jemals wirklich losgeht.

Und zu guter Letzt geht es immer um Menschen, um Teams und Vertrauen. Die reine Sicht auf Kapital oder Gewinne wird kein nachhaltiges Unternehmen erschaffen. Hier wünsche ich mir bei den Gründern eindeutig mehr Mut zu Rückgrat und Charakter. Wenn man alle drei Dinge beachtet, sie stetig und mit Fleiß verfolgt, immer neu dazulernt auf seinem Weg, dann kommt der Erfolg als Geschenk nebenher. 

Wir bedanken uns bei Richard Liehmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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