KlarBeats bringt Trainer, Vereine und Spieler auf einer digitalen Plattform zusammen und verbindet Mannschaftsorganisation mit gezielter Spielerentwicklung.
Ihr seid selbst Fußballtrainer und Väter von Nachwuchsfußballern. Wer steckt hinter KlarBeats und wie ist aus eurem gemeinsamen Alltag die Idee für das Startup entstanden?
Hinter KlarBeats stehen Ipatios Asmanidis, Zoran Juric und Kristijan Skrobo. Wir sind drei Freunde aus dem Münchner Raum, Fußballtrainer und Väter von Nachwuchsfußballern. Wir kennen den Vereinsalltag zwischen Beruf, Familie, Trainingsplatz und Spieltag. Dabei erleben wir, wie viel Engagement in Organisation fließt und wie anspruchsvoll es gleichzeitig ist, jeden Spieler individuell zu begleiten. Daraus entstand KlarBeats: eine Plattform, die Vereinsorganisation, Coaching und Spielerentwicklung verbindet und Vereinsverantwortliche, Trainer, Spieler und Eltern zusammenbringt.
Welches konkrete Problem im Trainings- und Mannschaftsalltag hat euch schließlich dazu gebracht, nicht nur nach einer bestehenden Lösung zu suchen, sondern selbst eine Plattform zu entwickeln?
Das Kernproblem war die Verteilung wichtiger Informationen: Termine im Kalender, Absprachen im Messenger, Anwesenheiten in Tabellen und Spielerbeobachtungen in persönlichen Notizen. Auf Vereinsebene vervielfacht sich dieser Aufwand, weil jede Mannschaft ihre eigenen Abläufe entwickelt. Uns fehlte eine gemeinsame Arbeitsgrundlage, die Organisation und sportliche Arbeit verbindet. Mit KlarBeats können Vereine ihre Mannschaften auf einer Plattform organisieren und zugleich die individuelle Entwicklung ihrer Spieler strukturiert begleiten.
Trainer arbeiten häufig parallel mit Messengern, Tabellen, Kalendern und eigenen Notizen. Welche Abläufe wollt ihr mit KlarBeats vereinfachen und wo entstehen heute aus eurer Sicht die größten Reibungsverluste?
KlarBeats bündelt Mannschaftsorganisation, Termine, Zu- und Absagen, Kommunikation und sportliche Dokumentation. Die größten Reibungsverluste entstehen beim Suchen, Nachfragen und mehrfachen Erfassen derselben Informationen. Schon eine kurzfristige Trainingsänderung kann mehrere Nachrichten und Rückfragen auslösen. Bei vielen Mannschaften summiert sich das. Eine gemeinsame Plattform erleichtert die Abstimmung und gibt den Beteiligten einen verlässlichen Ort für ihren jeweiligen Vereinsalltag.
Von der Trainingsplanung über Spieltage bis zu Entwicklungsplänen und Statistiken: Wie funktioniert KlarBeats im praktischen Einsatz und welche Funktionen stehen für euch im Mittelpunkt?
Vereine organisieren ihre Mannschaften innerhalb von KlarBeats. Trainer legen Termine an, überblicken Verfügbarkeiten und bereiten Training und Spieltage vor. Während eines Spiels können sie Spielaktionen erfassen; anschließend stehen Spielerevaluationen, individuelle Entwicklungspläne, Workouts und Reports für die weitere sportliche Arbeit zur Verfügung. Kommunikation, Kalenderintegration und die Live-Spielansicht für Eltern ergänzen diese Abläufe. Im Mittelpunkt steht der Zusammenhang zwischen dem organisierten Vereinsalltag und der gezielten Arbeit mit den Spielern. KlarBeats ist im Web sowie für iOS und Android verfügbar.
„Less admin. More coaching. Better development.“ lautet euer Motto. Wie viel Zeit und organisatorischen Aufwand kann KlarBeats Trainern tatsächlich abnehmen und wie schafft ihr dadurch mehr Raum für die sportliche Arbeit?
KlarBeats setzt bei den vielen kleinen Verwaltungsaufgaben an, die sich über eine Woche summieren: Zusagen zusammentragen, Informationen weiterleiten, Notizen suchen und Daten erneut erfassen. Durch die Bündelung dieser Aufgaben entfallen Wechsel zwischen verschiedenen Anwendungen und unnötige Abstimmungen. Die gewonnene Zeit können Trainer für Vorbereitung, Feedback und persönliche Gespräche nutzen. Eine allgemeingültige Stundenangabe nennen wir derzeit bewusst nicht. Die tatsächliche Entlastung hängt von den bisherigen Abläufen und der Nutzung im jeweiligen Verein ab.
Ein Schwerpunkt liegt auf der individuellen Spielerentwicklung. Wie unterstützt KlarBeats Trainer dabei, Fortschritte strukturiert zu dokumentieren, Entwicklungsziele festzulegen und Spieler langfristig zu begleiten?
Ein Beispiel: Ein Trainer beobachtet, dass ein Spieler bei der Ballannahme unter Druck Schwierigkeiten hat. Er kann diese Beobachtung in einer Evaluation festhalten, ein konkretes Entwicklungsziel formulieren und passende Übungen oder Workouts hinterlegen. Bei der nächsten Bewertung lässt sich nachvollziehen, was sich verändert hat. So entsteht eine kontinuierliche Begleitung mit konkreten nächsten Schritten. Für den Verein schafft diese Dokumentation eine bessere Grundlage für Entwicklungsgespräche und den Austausch zwischen Trainern und sportlich Verantwortlichen.
Eure Plattform wird bereits von ersten Fußballteams genutzt. Welche Rückmeldungen erhaltet ihr aus der Praxis und welche Erkenntnisse aus diesen ersten Einsätzen fließen direkt in die Weiterentwicklung ein?
Die ersten Einsätze und Gespräche liefern uns sehr konkrete Hinweise. Ein Trainer schilderte beispielsweise, dass er Spielbeobachtungen während der Partie notiert und anschließend manuell überträgt. Solche Abläufe zeigen, wo wir Arbeit vereinfachen können. In der Weiterentwicklung haben wir zuletzt unter anderem die Kalenderintegration ergänzt und die Live-Spielansicht für Eltern eingeführt. Ebenso wichtig ist die Einführung im Verein: Einladungen, Rollen und die ersten Nutzungsschritte müssen verständlich sein.
An wen richtet sich KlarBeats aktuell – vor allem an einzelne Trainer und Nachwuchsteams oder perspektivisch auch an Vereine, Leistungszentren und andere Organisationen im Fußball?
KlarBeats richtet sich an ganze Fußballvereine: an Vereinsverantwortliche und sportliche Leitung ebenso wie an Trainer, Spieler und Eltern. Einzelne Mannschaften bieten einen einfachen Einstieg; der Club kann die Nutzung anschließend schrittweise ausweiten. Unser Schwerpunkt liegt auf ambitionierten Amateur- und Nachwuchsvereinen, in denen viel Arbeit ehrenamtlich geleistet wird. Gerade dort müssen digitale Werkzeuge verständlich sein und sich in den Alltag einfügen. Darüber hinaus sehen wir Einsatzmöglichkeiten für Fußballschulen, Akademien und Leistungszentren.
Der Markt für digitale Lösungen im Sport wächst und es gibt bereits verschiedene Tools für Mannschaftsorganisation und Leistungsanalyse. Wodurch unterscheidet sich KlarBeats von bestehenden Angeboten?
Unser Profil liegt in der Verbindung von Vereinsorganisation und gezielter Spielerentwicklung, konsequent aus dem Alltag von Amateur- und Nachwuchsvereinen gedacht. Vereinsverantwortliche benötigen Übersicht, Trainer brauchen praktische Unterstützung, Spieler verständliches Feedback und Eltern verlässliche Informationen. KlarBeats bringt diese Perspektiven zusammen. Wir kennen die knappe Zeit und die unterschiedlichen Anforderungen aus eigener Erfahrung. Deshalb richten wir die Weiterentwicklung daran aus, wie gut die Plattform eine echte Trainingswoche und die Zusammenarbeit im gesamten Club unterstützt.
Wie sieht euer Geschäftsmodell aus und welche Rolle spielen unterschiedliche Vereinsgrößen, Mannschaften oder Trainer bei eurer Preis- und Wachstumsstrategie?
Wir setzen auf ein abgestuftes Modell mit kostenfreiem Einstieg sowie Pro- und Club-Angeboten. Die Grundidee ist einfach: Mannschaften können KlarBeats kennenlernen und bei wachsendem Bedarf zusätzliche Funktionen nutzen. Das Club-Angebot richtet sich an Vereine, die mehrere Mannschaften gemeinsam organisieren und begleiten möchten. Die konkrete Paket- und Preisgestaltung finalisieren wir derzeit. Dabei zählen Vereinsgröße, Funktionsbedarf und Budget. Unser Wachstumsansatz ist, im Alltag zu überzeugen und die Nutzung innerhalb eines Vereins schrittweise auszubauen.
Ihr habt KlarBeats erst im September 2026 offiziell gegründet. Welche Meilensteine wollt ihr in den kommenden zwölf Monaten erreichen und welche Herausforderungen sind für euch aktuell die größten?
Wir wollen KlarBeats bei weiteren Vereinen etablieren. Zentrale Meilensteine sind eine einfache Einführung, regelmäßige Nutzung durch Mannschaften und Vereinsverantwortliche sowie ein nachvollziehbarer Nutzen im Alltag. Die größte Herausforderung liegt darin, eine umfangreiche Plattform so verständlich zu gestalten, dass sie auch in ehrenamtlich geprägten Strukturen zuverlässig genutzt wird. Dafür arbeiten wir eng an den konkreten Abläufen der ersten Vereine und setzen klare Prioritäten in der Weiterentwicklung.
Wenn ihr einige Jahre vorausblickt: Welche Rolle soll KlarBeats künftig im Fußball spielen und soll die Plattform langfristig auch über den Fußball hinaus für andere Sportarten geöffnet werden?
KlarBeats soll zur gemeinsamen digitalen Arbeitsgrundlage für Fußballvereine werden. Unser Ziel ist, dass Vereine ihre Organisation im Griff haben und jedem Spieler eine strukturierte sportliche Begleitung ermöglichen können. Gute Entwicklungsarbeit soll auch dort praktikabel sein, wo Menschen sie neben Beruf und Familie leisten. Viele organisatorische Anforderungen gibt es ebenso in anderen Mannschaftssportarten. Eine spätere Öffnung ist deshalb denkbar. Jetzt konzentrieren wir uns darauf, KlarBeats im Fußball zu etablieren und gemeinsam mit Vereinen weiterzuentwickeln.
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Wir bedanken uns bei Ipatios Asmanidis, Zoran Juric und Kristijan Skrobo für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.














