Dienstag, April 16, 2024
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Baut euch ein Support-Netzwerk auf

MANTI MANTI: Kinderbrillen super leicht, extrem flexibel, fast unkaputtbar – und nachhaltig

Stellen Sie sich und das Startup MANTI MANTI doch kurz unseren Lesern vor!

Wir, Susann Hofmann (Gründerin von EDITION F) und Philippa Koenig (eine der ersten Mitarbeiter:innen und langjährige CCO beim Online-Erotikshop Amorelie), waren der Meinung, dass es höchste Zeit für eine Eyewear-Love-Brand ist und gründeten deshalb im Frühjahr 2023 “MANTI MANTI” für eine schnell wachsende und unglaublich wichtige Zielgruppe: die Kinder! MANTI MANTI verwandelt das stigmatisierte Medizinprodukt – die Kinderbrille – in ein cooles Markenprodukt, das Kinder und Eltern gleichermaßen überzeugt und auch noch nachhaltig aus dem verantwortungsvollsten Bio-Kunststoff, dem Wunderbaum, produziert wird. Der Name MANTI MANTI spiegelt ganzheitlich unsere Vision wider, denn der Mantis-Shrimp ist das Lebewesen mit der stärksten Sehkraft und einer schlagkräftigen Persönlichkeit.

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Susann: Als ich das Frauenmagazin EDITION F gründete, führte mich mein unbändiger Glaube an eine gesellschaftliche Veränderung zum Erfolg. Aus einer Idee wurde eine Bewegung mit unglaublichem Impact. Etwas, das mich bis heute antreibt. Konferenzen mit 5.000 Frauen, die eine Welle an gegenseitigem Support durch die Hallen trugen, 12.000 Mitglieder in einem eigenen Coaching-Programm, Preise und Anerkennung aus der Medienbranche und gleichzeitig öffentliche Kritik und unternehmerisch schwierige Phasen – all diese prägenden Erfahrungen haben dazu beigetragen, genau zu spüren, was ich will, welche Themen wichtig sind und wo ich meine berufliche Kraft investieren möchte. Noch einmal zu gründen, war die logische Konsequenz, um mit Erfahrung und Leidenschaft ein wichtiges Thema für Kinder zu besetzen und nach vorn zu bringen. 

Philippa: Auch mich trieb der Wille zu einer gesellschaftlichen Veränderung an, und ich steckte all mein Herzblut in den Aufbau des Online-Erotikshops Amorelie, von Tag 1 bis zum Exit. Wir wollten der Erotikbranche ein neues Gesicht geben. Raus aus der Schmuddelecke, sollte Erotik kein gesellschaftliches Tabuthema mehr sein und Spaß machen. Nun haben wir uns zusammengetan, um uns der Augengesundheit von Kindern anzunehmen.

Denn immer mehr Kinder leiden unter einer Sehschwäche, viele davon (15 Prozent) wissen es nicht. Das ist eine Lücke, die es zu schließen gilt. Denn die Folgen, wie schlechtere Noten in der Schule, Kopfschmerzen oder fehlerhafte Diagnosen, können für die Kinder schwerwiegend sein, obwohl es so einfach zu behandeln wäre. Und hier eine Welt zu kreieren, in der Kinder sich wohlfühlen und Spaß am Produkt bekommen, treibt mich an.

Was war bei der Gründung von MANTI MANTI die größte Herausforderung?

Susann: Eine nachhaltige Produktionskette aufzubauen, die wirtschaftlich Sinn macht, ist leider immer noch eine Herausforderung, die es zu überwinden gilt. Viele Industrien – auch die der Optik – sind da leider noch in den Anfängen. Wir haben glücklicherweise tolle Partner:innen gefunden, mit denen wir unsere Vision von nachhaltigen Brillen verfolgen können. Aber da geht immer mehr, auch hier sind wir am Anfang.

Philippa: Außerdem gibt es bei einer Gründung in Deutschland leider auch sehr viele bürokratische Themen, die einem das Leben schwer machen. Unser Produkt gilt als Medizinprodukt, was bedeutet, dass viele Regularien und Anforderungen erfüllt werden müssen, die viel Zeit und Geld kosten. Und auch persönlich ist eine Gründung eine Herausforderung. Auf einen Schlag hat man sehr viel Verantwortung und muss auch im Privatleben umplanen. Einen Partner oder Partnerin zu haben, der/die einen entlastet und eine gute Organisation, sodass Kind etc. versorgt sind, sind hier wichtig.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Philippa: Unbedingt! Das sollte man sogar. Wenn man immer auf Perfektion hinarbeitet, würde man mit der Idee wahrscheinlich nie an den Start gehen. Auch wir wären dann noch nicht live, denn wir haben noch viele Themen, die wir angehen wollen. Außerdem weiß man nie, was am Ende funktioniert, bevor man es nicht ausprobiert hat. Wichtig ist, am Ende auch mit dem eigenen Geschäftsmodell flexibel zu bleiben. 

Welche Vision steckt hinter MANTI MANTI?

Susann: Unser großes Ziel ist es, das oft ungeliebte Medizinprodukt Kinderbrille zu einem Produkt zu verwandeln, das Kids cool finden – denn wie bei uns Erwachsenen sollte eine Brille kein Stigma, sondern ein Lifestyle-Produkt sein. Dabei gilt es, trotzdem auf Funktion, Qualität und Nachhaltigkeit für die Generation der Zukunft zu achten. Und das Ganze in eine Content-Welt zu verpacken, in der wir verschiedene Themen kindgerecht mit unseren Mantis aufarbeiten können, um Kindern einen klaren Blick auf die Welt zu verschaffen. Dies ist für uns ein entscheidender Aspekt des Brand-Aufbaus.

Philippa: Ein weiterer wichtiger Aspekt unseres Auftrages ist die Aufklärung der Eltern – denn die Augengesundheit spielt bei den U-Untersuchungen, in der Kita oder in den Medien bisher eine ganz kleine Rolle. Dabei ist das Sehen unser stärkster Sinn. Denn hier geht es um Informationen, das Erfahren der Umgebung auf visuelle Weise und um Orientierung. Fast jedes vierte Kind in Deutschland trägt eine Brille – und bis zu weitere 15 Prozent wissen noch gar nicht, dass eine Brille ihnen dabei helfen würde, die Welt mit anderen Augen zu sehen, sich länger zu konzentrieren und leichter zu lernen.

Wer ist die Zielgruppe von MANTI MANTI?

Susann: Die MANTI MANTI-Welt begegnet Kindern auf Augenhöhe und steht Eltern bei der Auswahl der richtigen Brille für ihr Kind vertrauensvoll zur Seite. Unsere Brillen sind dabei für Kinder ab 3 Jahren geeignet.

Was ist das Besondere? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Philippa: Wir wissen, dass Kinderbrillen schon mal was aushalten müssen. Deshalb sind unsere Brillen super leicht, extrem flexibel, fast unkaputtbar – und nachhaltig. Um das möglich zu machen, haben wir uns für ein besonderes Material und eine besondere Fertigungsweise entschieden. Die Brillen werden in Deutschland 3D gedruckt und bestehen aus PA11 – einem nachhaltigen Material auf 100 Prozent Rizinusbasis.

Susann: Doch nicht nur das Produkt selbst, sondern auch die Art des Aussuchens und Einkaufens sowie das Umfeld müssen sich nach den Bedürfnissen der Kinder richten. Jeder Berührungspunkt mit der Marke soll dabei Freude bereiten – von der virtuellen Anprobe auf der Website, bis zum Auspacken des finalen Produktes. Deshalb können Eltern und Kinder bei uns online ihre Anprobebox mit fünf Brillen zusammenstellen und dann zu Hause in Ruhe ausprobieren. Da Kinder ihre Augen-Daten als Brillenrezept erhalten und nicht beim Optiker bzw. bei der Optikerin, da diese anders als bei Erwachsenen nicht verordnen dürfen, kann die Bestellung mit Gläsern einfach online erfolgen.

MANTI MANTI, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Susann: Wir wollen die internationale Kinderbrillen-Brand werden, an die Eltern und Kinder positiv denken, wenn sie mit einem Rezept vom Augenarzt oder von der Augenärztin kommen.

Philippa: MANTI MANTI soll als Brand auf dem Kids Markt etabliert sein. Das bedeutet,  dass auch Kinder, die keine Brille benötigen, MANTI MANTI – unsere Markenwelt, die Mantis und Produkte – lieben. Gleichzeitig wollen wir als DIE Brand für Kinderoptik bekannt sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Susann: Wichtig ist, sich eine:n Co-Gründer:in zu suchen. Am besten euer Komplementär, jemanden, der/die euch ergänzt. So können gegenseitige Stärken und Schwächen ausgeglichen werden und man kann sich entsprechend aufteilen. 

Philippa: Baut euch außerdem ein Support-Netzwerk auf. Es hilft wahnsinnig, wenn man zu vielen Themen eine:n Ansprechpartner:in mir relevanter Erfahrung hat – egal ob im Freundeskreis oder bei den Investor:innen. Redet mit ihnen über eure Herausforderungen. Und zu guter Letzt: Habt Spaß bei der Sache! Es gibt genug Momente, die einen frustrieren oder bei denen man einen Rückschlag einstecken muss. Versucht deshalb auch kleine Erfolge zu feiern und den Spaß an der Sache nicht zu verlieren.

Bild: Philippa Koenig und SusannHoffmann Credit Katja Hentschel

Wir bedanken uns bei Philippa Koenig und SusannHoffmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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