Donnerstag, April 18, 2024
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Eine Idee ohne Unternehmermut ist nichts wert

project bcause: Mit wenigen Klicks eigene Online-Stiftung gründen

Stellen Sie sich und das Startup project bcause doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Felix Oldenburg, Mitgründer und Co-CEO des 2021 in Berlin gegründeten Social Impact-Startups project bcause. Außerdem bin ich Vater von zwei Kindern und Vorstand der gemeinnützigen gut.org gAG, einer Holding digitaler Sozialunternehmen und Projekten wie „Unterkunft Ukraine“.

Mit project bcause möchte ich dafür sorgen, dass sich Vermögen und positiv wirkende Ideen zu neuen Bedingungen treffen. Dafür bauen wir Online-Stiftungen, die nicht nur einfacher und kostengünstiger sind, sondern auch mehr als traditionelle Stiftungen können. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Seit ich ab 2009 das Sozialunternehmer-Netzwerk Ashoka mit aufgebaut habe, sehe ich es als meine Aufgabe, Lösungen für gesellschaftliche Probleme voranzubringen. 2014 habe ich bereits FASE, eine Finanzierungsagentur für Social Entrepreneurship, gegründet. Aber die Themen Spenden und Impact Investing haben mich weiter beschäftigt.

Als Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen habe ich deshalb vier Jahre lang versucht, von dort aus die Finanzierung guter Ideen zu verbessern – und dabei einige Aha-Erlebnisse gehabt: wie umständlich es ist, eine Stiftung zu gründen, wie wenig attraktiv dieses System für Unternehmer:innen und jüngere Menschen ist, wie selten wir Ideen so finanzieren, wie sie es brauchen.

Die Idee zu project bcause kam dann aus Hunderten von Gesprächen mit Menschen, die sich stärker finanziell engagieren wollen und können. Mit ihnen haben wir im „Dialog Neues Geben“ ein Programm für die Mobilisierung privater Vermögen entwickelt. Weil ich auch Vorbilder in den USA und anderswo im Blick hatte, sah ich die Marktlücke für die Idee eines „Giving Fintech“.

Welche Vision steckt hinter project bcause?

Wir leben in einer Zeit dringender Herausforderungen. Um sie zu lösen, müssen wir mehr Geld direkt zur Finanzierung von Lösungen nutzen, anstatt es an den Finanzmärkten so anzulegen, dass die Probleme eher noch verschärft werden – oder in Stiftungsvermögen auf Ewigkeit einzusperren.

Unsere Vision: Mit den via project bcause errichteten Online-Stiftungen machen wir es einfach, sich gemeinsam und mit anderen finanziell zu engagieren – und zwar ohne Mindestsummen, sodass das Stiften irgendwann nicht mehr in einer kleinen Nische stattfindet. In Zukunft können wir alle tun, was Bill Gates tut.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Meistens ist die Startfinanzierung die erste große Hürde. Bei uns war das anders, weil wir die Idee zu bcause mit den Menschen gemeinsam entwickelt haben, die es nutzen wollen und finanzieren können. Auch ein sehr erfahrenes Gründungsteam kam schnell zusammen. Gleich nach dem Launch von project bcause begann aber die aktuelle Krise an den Börsen und Wagniskapital-Märkten. Sicher ist dadurch unser Weg etwas länger geworden, denn viele Menschen aus unserer Zielgruppe sind mit größeren finanziellen Schwankungen als in den Jahren zuvor konfrontiert.

Wer ist die Zielgruppe von project bcause?

Aktuell gibt es in Deutschland um die zwei Millionen Menschen mit Millionenvermögen und/oder höheren Einkommen. Diese möchten wir aktuell ansprechen. In Zukunft möchten wir es jeder Person ermöglichen, eine eigene Online-Stiftung bei uns zu gründen.

Wie funktioniert project bcause? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Mit wenigen Klicks gründen Interessierte auf bcause.com ihre eigene Online-Stiftung. Nutzer:innen können die eigenen Finanzierungen unter der bcause-Userschaft oder außerhalb der Plattform publik machen. Auf diese Weise entsteht eine Community. Die Öffentlichkeit erfährt über gesellschaftlich relevante und positiv entfaltende Organisationen. Zudem stellen wir neben der technischen Infrastruktur für Online-Stiftungen auch die rechtliche zur Verfügung. Bezüglich anderer Anbieter: Aktuell gibt es keine vergleichbare Plattform, die als digitale Stiftung den Einsatz von Vermögen für gute Zwecke ermöglicht.

project bcause, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Rund 12 Millionen Online-Aktiendepots gibt es aktuell in Deutschland. Genauso viele Impact-Depots sollte es unter anderem aufgrund unserer Plattform in fünf Jahren geben. Wir möchten also Stiften und Impact Investing aus der Nische holen. Viel mehr Menschen erhalten dadurch die Möglichkeit, gemeinsam Gutes zu finanzieren.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Eine Idee ohne Unternehmermut ist nichts wert.
Mach etwas, das deine Kinder in 20 Jahren noch gut finden werden.
Everyone a Changemaker!

Titelbild: Das Führungsteam von project bcause Fotograf Christian Klant

Wir bedanken uns bei Jörg Überla für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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