Warum Teams von unterschiedlichen Stärken profitieren
Jedes Team besteht aus Individuen mit verschiedenen Fähigkeiten, Denkweisen und Arbeitsstilen. Diese Unterschiede können zu Reibungen führen – oder sie können zum entscheidenden Erfolgsfaktor werden. Erfolgreiche Teams verstehen es, die „Superkräfte“ ihrer Mitglieder gezielt zu nutzen, anstatt sie als Hindernis zu betrachten.
Ein funktionierendes Team gleicht einem Puzzle: Jedes Teil ist einzigartig, aber erst gemeinsam ergibt sich ein vollständiges Bild. Wer es schafft, die Stärken der einzelnen Teammitglieder zu erkennen und sinnvoll zu kombinieren, steigert nicht nur die Effizienz, sondern auch die Zufriedenheit im Team.
Die Superkräfte im Team – Wer bringt was mit?
In vielen Teams lassen sich wiederkehrende Rollen und Stärken erkennen. Hier sind sieben essenzielle Superkräfte, die – wenn richtig genutzt – ein Team unschlagbar machen:
1. Die Visionär:in
- Entwickelt kreative Ideen und sieht Chancen, wo andere keine sehen.
- Inspiriert das Team mit innovativen Lösungsansätzen.
- Denkt zukunftsorientiert und strategisch.
2. Die Macher:in
- Setzt Ideen entschlossen und effizient in die Tat um.
- Bringt Dynamik ins Team und sorgt für Fortschritt.
- Fokussiert sich auf schnelle und pragmatische Lösungen.
3. Die Analytiker:in
- Prüft Ideen auf Machbarkeit und potenzielle Risiken.
- Liefert durchdachte und datenbasierte Entscheidungen.
- Strukturiert Prozesse und optimiert Abläufe.
4. Die Kommunikator:in
- Fördert den Austausch und sorgt für Klarheit im Team.
- Bringt Menschen zusammen und stärkt die Zusammenarbeit.
- Vermittelt zwischen unterschiedlichen Perspektiven.
5. Die Teamplayer:in
- Achtet auf eine gute Stimmung und den Zusammenhalt im Team.
- Unterstützt andere und stärkt die Teamkultur.
- Fördert eine vertrauensvolle und kooperative Atmosphäre.
6. Die Challenger:in
- Hinterfragt Prozesse kritisch und fordert das Team heraus.
- Bringt neue Perspektiven ein und fördert Innovation.
- Hilft dabei, kontinuierlich besser zu werden.
7. Die Kundenorientierte
- Setzt die Bedürfnisse der Kund:innen in den Fokus.
- Erkennt frühzeitig Trends und Anforderungen am Markt.
- Stellt sicher, dass das Team kundennahe Lösungen entwickelt.
Praxisbeispiele: Wie Teams ihre Superkräfte erfolgreich nutzen
Fall 1: Das Newsletter-Team – Vom Ideenchaos zur Umsetzung
Ein Newsletter-Team hatte immer wieder die Herausforderung, dass eine Kollegin (Visionär:in) innovative Ideen am laufenden Band hatte, diese aber nie umsetzte. Als das Team erkannte, dass es für den Erfolg eine Macher:in und eine Analytiker:in braucht, wurde eine neue Arbeitsweise vereinbart: Die Visionär:in brachte ihre Ideen ein, die Macher:in setzte sie um, und die Analytiker:in stellte sicher, dass sie realistisch waren. Das Ergebnis? Schnellere Umsetzung und mehr Erfolge.
Fall 2: Das IT-Team – Kundenzufriedenheit durch gezielte Kommunikation verbessern
Ein IT-Support-Team erhielt in der Mitarbeiterbefragung zwei Jahre in Folge negatives Feedback. Eine Analyse zeigte, dass die introvertierten Macher:innen im Support wenig kommunizierten. Das Team entschied sich, zwei extrovertierte Kommunikator:innen und Kundenorientierte stärker einzubinden. Die Folge: Ein spürbarer Anstieg der Kundenzufriedenheit.
Fall 3: Das HR-Team – Feedbackkultur durch Challenger:in stärken
Ein HR-Team war sehr harmoniebedürftig und verstand sich menschlich bestens (Teamplayer:in). Doch niemand wagte es, Kritik zu äußern, wodurch die Leistung stagnierte. Als das Team die Challenger:in-Rolle aktiv besetzte, verbesserte sich der Output erheblich – die Qualität stieg, ohne dass die Harmonie darunter litt.
Rollen bewusst vereinbaren und produktiv nutzen
Damit ein Team seine Superkräfte optimal nutzen kann, sollten die Rollen nicht nur implizit gelebt, sondern explizit vereinbart werden. Dies kann in regelmäßigen Meetings oder Workshops geschehen, in denen die Teammitglieder ihre eigenen Stärken reflektieren und gemeinsam festlegen, wer welche Rolle übernimmt. Dabei ist es wichtig, dass diese Rollen flexibel bleiben und an die aktuellen Herausforderungen angepasst werden können.
Ein entscheidendes Mindset für die produktive Nutzung der Rollen ist die Wertschätzung der Vielfalt: Statt sich über unterschiedliche Arbeitsweisen zu ärgern, sollte das Team sie als Bereicherung sehen. Offene Kommunikation und regelmäßiges Feedback helfen dabei, die Rollen lebendig zu halten und sicherzustellen, dass sich niemand in einer Schublade gefangen fühlt. So entsteht eine dynamische, anpassungsfähige Zusammenarbeit, die das volle Potenzial des Teams entfaltet.
Fazit: Individuelle Stärken erfolgreich nutzen
Die erfolgreichsten Teams wissen: Vielfalt ist eine Stärke – wenn sie bewusst eingesetzt wird. Indem Teams ihre unterschiedlichen Superkräfte erkennen, benennen und gezielt nutzen, entstehen Dynamik, Innovation und nachhaltiger Erfolg.
Frage: Welche Superkraft bringen Sie in Ihr Team ein? Und welche fehlt im Team noch, um wirklich unschlagbar zu werden?
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