Velout ist eine App für Reisen, die mit intelligentem Matching Solo Reisende miteinander verbindet
Wie ist Velout entstanden, und welche persönlichen Erfahrungen mit Solo Reisen haben die Gründerinnen und Gründer zur Entwicklung der App bewegt?
Velout ist aus sehr persönlichen Erfahrungen entstanden, weil ich selbst seit über zehn Jahren alleine reise und dabei immer wieder gemerkt habe, dass Solo Reisen zwar unglaublich frei macht, aber gleichzeitig auch Momente von Einsamkeit und Unsicherheit mit sich bringen kann. Ich hatte oft Situationen, in denen ich gerne jemanden kennengelernt hätte, der ähnlich reist wie ich, aber die vorhandenen Möglichkeiten waren entweder zufällig, unsicher oder einfach nicht passend. Besonders als junge Frau und auch als queere Reisende habe ich gemerkt, dass Vertrauen eine große Rolle spielt. Aus dieser eigenen Erfahrung heraus ist der Wunsch entstanden, eine Lösung zu bauen, die Menschen wirklich verbindet und Reisen wieder mehr zu einem gemeinsamen Erlebnis macht.
Was genau macht Velout anders als klassische Reise oder Dating Apps, wenn es um das Matching von Reisenden geht?
Der größte Unterschied ist, dass wir nicht nach Zufall oder Oberflächlichkeiten matchen, sondern nach Reisepersönlichkeit und gemeinsamen Erwartungen. Viele Apps zeigen dir einfach Menschen in deiner Nähe, aber das sagt nichts darüber aus, ob ihr wirklich zusammenpasst. Bei Velout geht es darum, wie jemand reist, welches Tempo er oder sie hat, welche Interessen wichtig sind und welche Werte eine Rolle spielen, sodass Verbindungen entstehen, die natürlicher wirken und langfristig besser funktionieren. Dadurch verschiebt sich der Fokus weg vom schnellen Kontakt hin zu echten gemeinsamen Erlebnissen.
Welche Vision verfolgt Velout für die Zukunft des Solo Reisens, und welche Rolle spielt KI dabei?
Unsere Vision ist, dass niemand mehr alleine reisen muss, wenn er oder sie es nicht möchte, und dass Technologie Menschen näher zusammenbringt statt weiter voneinander entfernt. KI spielt dabei eine wichtige Rolle, weil sie hilft, kompatible Menschen zu finden und bessere Empfehlungen zu geben, aber der Fokus bleibt immer auf der menschlichen Verbindung. Wir sehen KI als Werkzeug, um Begegnungen einfacher und sicherer zu machen, nicht als Ersatz für echte Erfahrungen. Langfristig möchten wir eine Plattform schaffen, die Reisen persönlicher, bewusster und verbindender macht.
An welche Zielgruppe richtet sich Velout in erster Linie, und welche Bedürfnisse von Solo Reisenden stehen im Mittelpunkt?
Velout richtet sich vor allem an junge Erwachsene, Gen Z und Millennials, die gerne unabhängig reisen, aber nicht immer alleine unterwegs sein wollen. Viele Menschen haben Freunde mit anderen Zeitplänen oder Budgets und reisen deshalb alleine, obwohl sie gerne Gesellschaft hätten. Im Mittelpunkt stehen deshalb Bedürfnisse wie Sicherheit, Vertrauen, gemeinsame Erlebnisse und das Gefühl, sich irgendwo zugehörig zu fühlen, auch wenn man weit weg von zuhause ist. Gleichzeitig sehen wir auch, dass viele Nutzer offen für neue Kontakte sind, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen.
Wie sorgt Velout dafür, dass Begegnungen nicht nur zufällig, sondern auf Basis von Reisepersönlichkeit und gemeinsamen Werten entstehen?
Wir arbeiten mit einem Matching Ansatz, der verschiedene Faktoren berücksichtigt, wie Interessen, Reiseverhalten, Erwartungen und Persönlichkeitsmerkmale, sodass Menschen zusammengebracht werden, die wirklich ähnliche Vorstellungen haben. Dadurch entsteht weniger Zufall und mehr Passung, was wiederum dazu führt, dass Treffen angenehmer sind und sich natürlicher entwickeln können. Gleichzeitig geht es uns nicht nur um das Kennenlernen an sich, sondern um Begegnungen, die Potenzial für echte Freundschaften oder gemeinsame Erlebnisse haben. Viele Nutzer:innen wünschen sich genau das, nämlich Menschen zu treffen, mit denen sie wirklich auf einer Wellenlänge sind und sich wohlfühlen.
Sicherheit ist bei Treffen mit Fremden ein sensibles Thema. Wie begegnet Velout möglichen Vorbehalten und schafft Vertrauen innerhalb der Community?
Sicherheit ist für uns ein zentrales Thema, weil wir wissen, dass genau das viele Menschen davon abhält, neue Leute kennenzulernen. Deshalb haben wir Velout von Anfang an mit klaren Sicherheitsmechanismen aufgebaut. Dazu gehören eine Telefonverifizierung beim Anmelden, ein eigener Verifizierungsprozess für Profile, die Möglichkeit, Nutzer:innen jederzeit zu blockieren oder zu melden, und vor allem unser Matching System. Bei uns kann man keine zufälligen Nachrichten schicken, sondern Kontakte entstehen nur, wenn beide Seiten zueinander passen. Dadurch entsteht automatisch mehr Vertrauen und Begegnungen fühlen sich sicherer und natürlicher an, weil man weiß, dass beide Seiten bewusst Interesse haben.
Welche Herausforderungen bringt es mit sich, eine KI basierte Matching Plattform im Reisesegment aufzubauen und zu skalieren?
Eine große Herausforderung ist, dass man am Anfang sowohl Technologie als auch Community gleichzeitig aufbauen muss, weil die Plattform nur funktioniert, wenn Menschen aktiv sind. Außerdem braucht es Zeit, Daten und Feedback, um Matching wirklich gut zu machen. Für uns bedeutet das, ständig zu lernen, zu testen und anzupassen, während wir gleichzeitig wachsen und unsere Vision weiterentwickeln. Gerade als kleines Team erfordert das viel Priorisierung und Geduld, weil man nicht alles gleichzeitig umsetzen kann.
Inwiefern trägt Velout dazu bei, Einsamkeit beim Reisen zu reduzieren und echte, nachhaltige Verbindungen zu fördern?
Velout hilft Menschen, schneller Kontakte zu finden, die wirklich passen, sodass aus Begegnungen oft Freundschaften entstehen statt nur kurze Bekanntschaften. Viele Nutzer:innen berichten, dass sie sich sicherer fühlen und mehr erleben, weil sie nicht mehr alles alleine machen müssen. Genau das ist für uns der Kern, nämlich Reisen als verbindende Erfahrung zu gestalten und Menschen miteinander zu verbinden. Wenn jemand am Ende einer Reise sagt, dass er neue Freunde gefunden hat, ist das für uns der größte Erfolg.
Was war bisher der prägendste Moment in der Entwicklung von Velout, und was haben Sie daraus gelernt?
Ein sehr prägender Moment war der Launch unserer App, weil wir gesehen haben, dass Menschen aus verschiedenen Ländern sie tatsächlich nutzen und miteinander in Kontakt treten. Das hat uns bestätigt, dass das Problem real ist und unsere Idee gebraucht wird. Gleichzeitig haben wir gelernt, wie wichtig Geduld und Durchhaltevermögen sind, weil ein Startup selten so schnell wächst, wie man es sich am Anfang vorstellt. Diese Erfahrung hat uns auch gezeigt, dass kleine Fortschritte oft genauso wichtig sind wie große Meilensteine.
Welche Weiterentwicklungen oder neuen Funktionen planen Sie für Velout in den kommenden Jahren?
Wir arbeiten aktuell daran, unsere Plattform weiter auszubauen, zum Beispiel mit einer Partner Map, die bald veröffentlicht wird und Orte, Unterkünfte sowie Aktivitäten weltweit sichtbar macht, sodass Nutzer noch einfacher Inspiration finden können. Gleichzeitig möchten wir mehr für unsere Community tun, durch Events, Programme und Möglichkeiten, sich auch offline zu vernetzen. Weitere Schritte sind Reiseplanungsfunktionen innerhalb der App, eigene Retreats zu organisieren und ein Ambassador Programm aufzubauen, damit Nutzer:innen aktiv Teil der Community werden können. Ziel ist es, dass Velout nicht nur eine App bleibt, sondern eine echte Community wird.
Wenn Sie anderen Gründerinnen und Gründern drei konkrete Ratschläge mitgeben könnten. Welche wären das?
Mein erster Rat wäre, wirklich ein Problem zu lösen, das man selbst versteht, weil das langfristig Motivation gibt und auch durch schwierige Phasen trägt. Der zweite wäre, auf die Beziehung zu den Co Foundern zu achten, offen für unterschiedliche Perspektiven zu bleiben und sich bewusst zu machen, dass man nicht alles besser weiß, denn genau daraus entstehen oft die besten Entscheidungen. Und der dritte wäre, auf die eigene mentale Gesundheit zu achten, weil ein Startup ein Marathon ist und Energie genauso wichtig ist wie Ideen. Pausen, Grenzen und ein realistischer Umgang mit Druck sind kein Luxus, sondern notwendig, um langfristig durchzuhalten und Freude an dem zu behalten, was man aufbaut.
Bildcredits: @Velout / privat
Wir bedanken uns bei Theodora Chatzipavlidis und Bhupendra Singh für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder






















