Samstag, Februar 4, 2023
StartGründerTalkEs gilt Feedback sinnvoll zu kanalisieren

Es gilt Feedback sinnvoll zu kanalisieren

VoiceLine ermöglicht schnelles und persönliches asynchrones Arbeiten mit Sprache

Stellen Sie sich und das Startup VoiceLine doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Nicolas Höflinger und Sebastian Maurischat. Gemeinsam haben wir Ende 2020 die Firma VoiceLine gegründet. VoiceLine ermöglicht schnelles und persönliches asynchrones Arbeiten mit Sprache. Unsere Lösung stellt damit eine wesentlich einfachere, aber mindestens so effektive Alternative zu Meetings, Video-Calls oder schriftlicher Kommunikation und Dokumentation dar. So können pro Person bis zu 7h Arbeitszeit pro Woche wiedergewonnen werden, die sonst durch den Einsatz falscher Kommunikationsmedien verloren wären.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Am Ende haben wir uns entschieden, die Lösung zu bauen, die wir selbst in unseren früheren Rollen als Projekt bzw. Teamleiter gerne gehabt hätten. Nicolas war zuvor als Management Berater bei McKinsey, Sebastian als früher Mitarbeiter bei Personio und später in zwei weiteren Startups, u.a. als CTO, tätig. Sowohl im Berateralltag als auch im dynamischen Umfeld eines Startup-Teams ist es oft wesentlich effizienter und Team-freundlicher, Aufgaben wie Feedback, Abstimmungen, Briefings, Statusupdates etc. asynchron mit einer hybriden Sprachnachricht zu lösen. In frühen Gesprächen mit unserem Netzwerk stellten wir schnell fest, dass auch Teams im Vertrieb, Product, Design, Engineering, HR und generellen Management-Teams ähnliche Probleme hatten wie wir. Also legten wir los und bauten über Weihnachten 2020 unseren ersten Prototypen, Landing Page und Pitch-Deck.

Welche Vision steckt hinter VoiceLine?

Wir wollen die Standardoption für die Interaktion am Arbeitsplatz werden. Als die einfachste und dennoch effektivste Alternative zu Meetings, Video-Calls oder schriftlicher Kommunikation. Bevor man eine E-Mail schreibt oder ein Meeting aufsetzt, schickt man eine VoiceLine. Damit wird asynchrones Arbeiten zum Standard. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir haben extrem viel Zeit und viele Iterationen in die Produktentwicklung gesteckt. Wir hatten aber das Glück, dass wir VoiceLine in enger Zusammenarbeit und mit Hilfe von großartigem Feedback unserer Nutzer aus über 300 Firmen entwickeln konnten. 

Die ersten Monate haben wir uns selbst aus unseren Ersparnissen finanziert, bis wir dann im März 2021 unseren ersten und seitdem unglaublich hilfreichen Business Angel Florian Huber überzeugen konnten. Wenig später folgte eine Pre-Seed Finanzierungsrunde mit Cavalry Ventures und weiteren, sehr starken Business Angels. Zusätzlich konnten wir Förderprogramme vom Bund und vom Land Bayern gewinnen, die uns für die Technologieentwicklung zur Verfügung stehen.

Wer ist die Zielgruppe von VoiceLine?

VoiceLine ist am Ende eine Lösung für ca. 1 Milliarde Knowledge Worker weltweit. Um dorthin zu kommen, starten wir mit Zielgruppen, die bereits heute schon eine direkte Erleichterung in ihrer täglichen Arbeit durch VoiceLine spüren. Das sind Teams im B2B Vertrieb,  Agenturen, Unternehmensberatungen und im klassischen Management. Überall dort, wo die Kalender voll und die Tage lang sind. Und wo hybride Arbeitsumgebungen an ihre Grenzen kommen und den Einsatz von asynchronen Medien vermehrt notwendig machen.

Wie funktioniert VoiceLine? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Die Basis bildet die ‚VoiceLine‘ selbst: eine kompakte, empfängerfreundliche Sprachnotiz, welche Tool, Plattform und Workflow-übergreifend eingesetzt werden kann. Eine VoiceLine verbindet damit die Geschwindigkeit, persönliche Note und Flexibilität einer Sprachnachricht mit der Transparenz und Struktur von Text. Dem Empfänger bleibt so immer die Option, zu hören oder zu lesen. Je nach Situation, z.B. während eines Meetings. Nachteile bisheriger Sprachnachrichten entfallen komplett und das Medium wird business-tauglich.

VoiceLine funktioniert als eine Art ‚Layer‘ über die unterschiedlichen Tools hinweg. Aktuell als eine Browser-Extension und mobile Apps auf iOS und Android. Einmal aufgesetzt, funktioniert VoiceLine in jedem Tool-Stack, auch wenn die einzelnen Tools sich ändern.

Damit lassen sich Feedback-Schleifen auf Dokumente in Google Docs, Office365 oder Designs in Figma genauso gut asynchron per Sprache erledigen, wie die Dokumentation eines Kundentermins direkt in CRM-Systemen wie Hubspot oder Salesforce. Ein Meeting oder das missverständliche und langsame Tippen kann damit in vielen Fällen entfallen. 

VoiceLine ist zudem DSGVO konform und der Serverstandort liegt in Deutschland.

VoiceLine, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, bis Ende 2024 eine Million aktive VoiceLine Nutzer von den Vorzügen von asynchronem Arbeiten mit Sprache überzeugt zu haben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Wenn es die persönliche und finanzielle Situation zulässt, dann im Zweifel die Gründung wagen. Ganz sicher ist man sich nie, aber man spürt, wenn man die richtige Idee hat. Auf dieses Gefühl hören und nicht beim ersten Gegenwind aufgeben. Kein Gründer zweifelt nicht ab und zu an seiner Idee. Es gibt unzählige Rückschläge, aber auch viele Lichtblicke. Es gilt Feedback sinnvoll zu kanalisieren und das Geschäftsmodell, das Produkt, die Zielgruppe etc. weiter zu schleifen. 

Wir bedanken uns bei Nicolas Höflinger und Sebastian Maurischat für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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