Freitag, Januar 9, 2026
StartGründerTalkKann man Gründungen wirklich planbar machen?

Kann man Gründungen wirklich planbar machen?

Factory Berlin entwickelt sich vom klassischen Coworking Space zu einem KI gestützten Company Builder, der Start ups aktiv bei Gründung, Aufbau und Skalierung begleitet

Wie würden Sie die Factory Berlin heute jemandem erklären, der sie noch als reinen Coworking- und Community-Space kennt?

Die Factory Berlin ist heute weit mehr als ein Arbeitsort. Wir sind ein Company Builder, der aktiv Start-ups bei der Gründung unterstützt und skaliert, mit Hilfe von KI. Gründer:innen werden von administrativen, rechtlichen und operativen Aufgaben durch unser KI-Ökosystem entlastet, sodass sie ihre Ideen voll entfalten können. Die Community bleibt bestehen, ist aber jetzt gezielt darauf ausgerichtet, Gründungen schneller und nachhaltiger zum Erfolg zu führen.

Was hat Sie dazu bewogen, das bisherige Modell grundlegend zu hinterfragen und in einen Company Builder zu transformieren?

Coworking allein reicht nicht aus, um Visionen erfolgreich umzusetzen. Wir wollten die Erfolgswahrscheinlichkeit junger Unternehmen massiv erhöhen. Deshalb haben wir die Factory so weiterentwickelt, dass wir Gründer:innen aktiv beim Aufbau ihrer Unternehmen unterstützen.

Sie sprechen davon, Gründungen planbar zu machen. Was bedeutet das konkret für junge Gründer:innen?

Planbar heißt, dass Gründer:innen sich voll auf ihre Produktvision und Kunden konzentrieren können, während wir den Aufbauprozess systematisch unterstützen. Mit KI, klaren Abläufen, Tools,methodischer Begleitung, Netzwerk und direktem Support bei Marketing oder Market Entry können sie schneller Früchte tragen: vom ersten Prototyp bis zur Marktreife.

400 KI-fokussierte Digitalunternehmen pro Jahr zu bauen ist ambitioniert. Wie sichern Sie dabei Qualität und Substanz?

Wir kombinieren strenge Auswahlprozesse mit einem strukturierten Company-Building-Modell. Gründer:innen bringen ein Minimum Viable Product (MVP) und erste Finanzierung mit. Wir liefern dann operative Teams, technologische Expertise, KI-gestützte Tools und rechtliche sowie finanzielle Unterstützung. So entstehen Unternehmen, die schnell skalieren und gleichzeitig Substanz besitzen.

Welche Rolle spielt KI konkret im Company-Building-Prozess?

KI ist ein Beschleuniger und Verstärker menschlicher Kreativität. Sie automatisiert Routineaufgaben, analysiert Daten, prüft Marktchancen und unterstützt Finanzplanung. So können Prototypen schneller getestet und operative Abläufe effizient gestaltet werden. Die Time-to-Market wird spürbar verkürzt.

Viele Start-ups scheitern an operativer Komplexität. Wo setzt die Factory Berlin an?

Wir sorgen dafür, dass Gründer:innen nicht an bürokratischen Abläufen oder komplexen Prozessen scheitern. Unser Company Builder übernimmt die organisatorischen Hürden und liefert gleichzeitig Expertise, damit Entscheidungen schneller getroffen werden können. So bleiben die Gründer:innen frei, sich auf Innovation, Produktentwicklung und Marktaufbau zu konzentrieren. Genau dort, wo ihr Einfluss am größten ist.

Wie weit greifen Sie operativ ein – und wo bleibt unternehmerische Eigenverantwortung?

Wir kümmern uns um alles, was die Gründer:innen von ihrer Produktvision ablenkt, und ermöglichen ihnen so, sich voll auf ihr Unternehmen zu konzentrieren. Strategische Kontrolle und wichtige Entscheidungen bleiben vollständig bei ihnen. Unser Ansatz ist klar: unterstützen und beschleunigen, aber nicht ersetzen.

Welche Erfahrungen aus Ihrer Zeit bei BMW oder der Deutschen Bank helfen heute beim Skalieren junger Technologieunternehmen?

Die Arbeit in großen, komplexen Organisationen hat mir gezeigt, wie man Strukturen schafft, die Wachstum ermöglichen, ohne Kreativität zu bremsen. Ich kenne die Herausforderungen, Prozesse effizient zu gestalten, Teams zu koordinieren und strategische Entscheidungen schnell umzusetzen – Fähigkeiten, die wir gezielt nutzen, um Start-ups von Anfang an auf Skalierung auszurichten. So verbinden wir die Agilität junger Unternehmen mit der Erfahrung, die notwendig ist, um Ideen erfolgreich zu realisieren.

Die Factory Berlin setzt auf Cross Pollinating zwischen Technologie, Kunst und Wissenschaft. Welche Rolle spielt das für Innovation?

Wenn technologische Expertise auf künstlerische oder wissenschaftliche Perspektiven trifft, entstehen neue Denkmodelle und Geschäftsansätze. Berlin wird so zur Lebensader einer Gründerkultur, in der Tech und Kunst sich gegenseitig beflügeln.

Berlin soll zu einem der produktivsten Gründungsstandorte Europas werden. Was fehlt noch?

Berlin hat bereits großartige Voraussetzungen: Talente, kreative Energie und eine große Startup-Szene. Um das volle Potenzial auszuschöpfen, braucht es noch mehr gezielte Unterstützung für schnelle Umsetzung, verbindliche Strukturen und den Zugang zu internationalen Märkten. Wir sehen unsere Rolle darin, diese Lücken zu schließen und Berlin als europäischen Hub für Gründungen sichtbarer zu machen.

Europa gilt im globalen KI-Wettbewerb oft als zu zögerlich. Welche Verantwortung tragen Company Builder wie Sie?

Europa darf im KI-Wettbewerb nicht nur zuschauen. Wir tragen die Verantwortung, Umsetzungskraft zu zeigen. Company Builder müssen Talente vernetzen, Innovationen beschleunigen und Projekte realisieren, die international bestehen können. Unser Beitrag ist, dass Visionen nicht nur diskutiert, sondern tatsächlich umgesetzt werden, damit Europa konkurrenzfähig bleibt.

Woran werden Sie in fünf Jahren messen, ob das neue Modell erfolgreich war?

Erfolg werden wir daran messen, wie viele Start-ups wir erfolgreich von der Idee zum marktfähigen Produkt begleitet haben und welche Wirkung sie am Markt erzielen. Entscheidend ist, dass wir die Umsetzung planbar gemacht, die Gründungsprozesse beschleunigt und die Erfolgswahrscheinlichkeit junger Technologieunternehmen deutlich gesteigert haben. So wird sichtbar, dass unser Modell echte Wirkung entfaltet.

Bildcredits @ Factory Berlin

Wir bedanken uns bei Stefan Krause für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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