Blockbrain entwickelt vertrauenswürdige KI-Lösungen für Wissensmanagement und integriert intelligente Systeme tief in das operative Kerngeschäft von Unternehmen
Welche strategische Bedeutung hat die Serie-A-Finanzierung für Blockbrain über reines Wachstumskapital hinaus?
Unsere Investoren ergänzen uns in Bereichen, die für Blockbrain besonders wichtig sind: Giesecke + Devrient ist ein Champion im Sicherheitsbereich, Alstin als neuer Lead-Investor im Bereich Sales herausragend und 13Books bringt als Londoner Investor Kontakte und Know How im außereuropäischen Bereich mit. Wir konzentrieren uns momentan zwar auf DACH, sind aber bereits bei vielen unserer Kunden global ausgerollt.
Wie hat sich eure Positionierung seit dem ersten Interview verändert, insbesondere mit Blick auf Unternehmen, die KI nicht mehr testen, sondern produktiv einsetzen wollen?
Unser Fokus ist noch stärker auf die Bedürfnisse stark regulierter Konzerne ausgerichtet. Wir sind in fast allen Fällen tief in interne Abläufe integriert und mussten dadurch zwangsläufig viele unserer ehemals guten Vorsätze hart professionalisieren. Wir haben beispielsweise inzwischen dedizierte Teams, die sich nur um Compliance, Governance oder Security kümmern. Und wir folgen natürlich auch intern diesem Code.
Die Verfünffachung des Umsatzes innerhalb eines Jahres ist ein starkes Signal. Welche Faktoren waren dafür ausschlaggebend und was habt ihr dabei über euren Markt gelernt?
Wir sind sehr glücklich über unser Team. Ich habe in meiner Karriere in keinem inspirierenderen Umfeld arbeiten dürfen. Und wir haben glücklicherweise Kunden, die bereit sind, gemeinsam das Thema „KI“ als große Herausforderung zu begreifen und nicht als Schnellschuss. Man lernt, dass der direkte Weg meistens nicht der beste ist. Es geht einfach nicht um Nutzung von Technologie, sondern um den damit erzielten Wert.
Viele Unternehmen sprechen über Wissensmanagement. Wo zieht ihr heute die klare Trennlinie zwischen Blockbrain und klassischen Wissensdatenbanken oder rein LLM-basierten Assistenzlösungen?
Blockbrain sieht sich ganz klar als Teil eines neuen Paradigma: Suchen, Extrahieren und Speichern sind die klassischen Bestandteile von Informationslösungen. Neu sind aktive Anreicherung, Kreation und Validierung von Wissen. Wir sind auf die Orchestrierung dieser fünf Schritte spezialisiert.
Ihr sprecht bewusst von vertrauenswürdigen KI-Agenten. Was bedeutet Vertrauen im Unternehmenskontext konkret und wie lässt es sich technisch absichern?
Transparenz und Kontrolle sind für Blockbrain die beiden wichtigsten Pfeiler beim Umgang mit KI und kritischen Informationen. Technologisch ist das nur durch Prozessketten zu sichern. Spätestens hier verliert unser Job ein bisschen seine Magie und man findet sich beim disziplinierten Erfüllen sehr hoher Standards wieder.
Der unabhängige Benchmark von Giesecke+Devrient hebt euch deutlich vom Wettbewerb ab. Welche architektonischen Entscheidungen haben diesen Vorsprung ermöglicht?
Wir verbinden Innovation mit Erfahrung. Unsere Architektur folgt dabei dem Prinzip „Trust but Verify“: Wir haben strikte Kontrollmechanismen tief im Tech-Stack verankert, weil wir KI als mächtiges Werkzeug verstehen, nicht als Spielerei. Technisch setzen wir zudem früher an als der Wettbewerb: Wir optimieren die Datenqualität aktiv bereits beim Import. Denn die beste KI-Architektur nützt nichts, wenn der Input nicht stimmt.
Datensouveränität ist eines eurer Kernversprechen. Wie reagieren internationale Kunden, insbesondere in Großbritannien, auf euren Ansatz mit regionalen Cloud-Umgebungen?
Das Thema territoriale oder sogar nationale Daten-Souveränität ist sehr gefragt. Nicht nur in Europa. Wir haben das Glück, im vielleicht weltweit am härtesten regulierten Markt als Firma gewachsen zu sein. Das hilft uns sehr im Kontakt mit internationalen Kunden. Eines ist dabei völlig klar – eine Firma in UK hat kein Interesse daran, Daten in Deutschland liegen zu haben. Unser Produkt ist auf diese Anforderungen aber ausgerichtet.
Knowledge Bots bilden Entscheidungslogiken und Erfahrungswissen ab. Wie verändert das aus eurer Sicht Führungsarbeit und Verantwortungsstrukturen in Unternehmen?
Mit Blockbrain sorgen wir für Transparenz, indem wir Wissen im gesamten Unternehmen verfügbar machen und so die Kommunikation massiv beschleunigen. Wir iterieren auf einer gemeinsamen Faktenbasis statt in Silos, was die Arbeitsweise grundlegend verändert. Für das Team bedeutet das echtes Empowerment: Nur wer direkten Zugang zu allen Informationen hat, kann den Kontext verstehen und autonom exzellente Entscheidungen treffen.
Ihr arbeitet mit stark regulierten Branchen zusammen. Welche Use Cases eignen sich besonders gut für einen Einstieg und wo begegnet ihr noch Zurückhaltung?
Am besten startet man mit Prozessen, die klaren Regeln folgen und wenige Abhängigkeiten haben. Gerade in regulierten Branchen muss das Ergebnis zu 100 Prozent wiederholbar sein, da darf es keine Varianz geben. Wir empfehlen: Sucht euch die Themen mit großem Hebel, die aber logisch simpel gestrickt sind – das garantiert schnelle Erfolge. Bei den richtig komplexen Brocken funktioniert es dann nur gemeinsam: Hier arbeiten wir eng mit dem Kunden zusammen, um auch vielschichtige Prozesse sauber abzubilden.
Forward-Deployed AI-Engineers sind ein zentraler Bestandteil eurer Skalierungsstrategie. Warum ist diese Rolle für euch so entscheidend?
Wir haben gelernt, dass Technologie allein nicht reicht – der echte Wert entsteht erst bei der tiefen Integration in die Kundenabläufe. Damit wir unser Produkt skalieren und gleichzeitig den Kunden individuell helfen können, trennen wir Entwicklung und Service. Unsere Forward-Deployed AI-Engineers sind dabei das entscheidende Bindeglied: Sie sorgen vor Ort für das technische Enablement, unterstützen bei der API-Integration und spielen gleichzeitig essenzielles Feedback zurück, um unser Produkt noch besser zu machen.
Mit der Serie-A-Finanzierung investiert ihr stark in die Weiterentwicklung der Plattform. Welche Funktion wird für eure Kunden den größten unmittelbaren Mehrwert schaffen?
Wir fokussieren uns auf drei zentrale Treiber für direkten Mehrwert: Erstens übersetzen wir State-of-the-Art AI-Agents in konkreten Kundennutzen. Zweitens revolutionieren wir Workflows – weg von starrer Konzern-Automation hin zu persönlichen Tools, die Mitarbeiter dank natürlicher Sprache ohne technisches Vorwissen steuern und erstellen können. Drittens bauen wir das Knowledge Management weiter aus, um über „Knowledge Digital Twins“ Wissen im gesamten Unternehmen intelligent verfügbar und skalierbar zu machen.
Ihr arbeitet an Ersatz- und Ausweichprozessen für KI-Antworten. Welche Rolle spielt Zuverlässigkeit für die Akzeptanz von KI im operativen Kerngeschäft?
Verlässlichkeit ist die Währung für KI im Business, ohne sie fehlt einfach das Vertrauen für den operativen Einsatz. Wir sichern das technisch doppelt ab: Erstens tun wir technologisch alles, um Halluzinationen aktiv zu verhindern. Zweitens garantieren wir echte Ausfallsicherheit durch Vendor-Neutralität. Wenn ein Hyperscaler wie Microsoft ausfällt, müssen Anfragen im Hintergrund nahtlos auf einen anderen Anbieter geleitet werden. Dem Kunden ist die Infrastruktur egal, er braucht eine stabile, sichere Lösung.
Wie verändert sich der Umgang mit Wissen in Unternehmen, wenn KI-Antworten nicht nur schnell, sondern auch nachvollziehbar und überprüfbar sind?
Die Kommunikation im Team wird insgesamt schneller und relevanter. Firmen können endlich das gesamte Wissen der Company hebeln, weil alle auf derselben Faktenbasis arbeiten. Und es gibt diese lähmenden Orientierungsphasen nicht mehr, wo keiner so richtig weiß, worum es eigentlich geht.
Blockbrain positioniert sich klar als produktionsreife Enterprise-KI. Welche internen Voraussetzungen müssen Unternehmen schaffen, um diesen Schritt erfolgreich zu gehen?
Entscheidend ist der Wille, in konkreten Schritten zu denken statt nur in abstrakten Visionen. Letzteres ist zwar großartig als Kompass, aber die operative Umsetzung erfordert klar abgegrenzte Etappen, die jeweils maximalen Mehrwert liefern sollten. Unternehmen sind mit uns dann erfolgreich, wenn sie dieses Mindset leben: sequenzielle Ziele definieren und konsequent abarbeiten, anstatt einen großen Sprung zu wagen. Dadurch, dass sich KI so schnell entwickelt, sind die Sequenzen auch großartige Zäsuren, um die Gesamtstrategie im Projekt zu überprüfen.
Wenn ihr auf die kommenden zwei Jahre blickt, woran wollt ihr messen, ob Blockbrain sein Ziel erreicht hat, KI als verlässliches Werkzeug im Kerngeschäft zu etablieren?
Wir schauen auf die Qualität der Nutzung – entscheidend ist, wie tief Blockbrain in den Arbeitsalltag integriert wird und wie viel Zeit die Teams mit uns verbringen. Noch wichtiger ist allerdings der direkte Business-Impact: Wir wollen nur Lösungen bauen, die das Geschäft unserer Kunden spürbar weiterbringen. Diese qualitativen KPIs sind ganz klar unser Maßstab für die nächsten zwei Jahre und daran lassen wir uns auch messen.
Bild Blockbrain Founders Antonius Gress, Mattias Protzmann, Nam Hai Ngo Bildcredits @Blockbrain
Wir bedanken uns bei Antonius Gress für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
Premium Start-up: Blockbrain

Kontakt:
Blockbrain GmbH
Marienstraße 37
70178 Stuttgart
www.blockbrain.ai
marketing@blockbrain.ai
Ansprechpartner: Stefan Killer-Haug

























