Hayaway entwickelt präventive Lösungen gegen Pollenallergie und entfernt Pollen direkt aus dem Haar, um Allergiebelastung im Zuhause deutlich zu reduzieren.
Was ist Hayaway, und wer steht hinter dem Startup?
Hayaway ist ein Berliner Health-Startup mit präventivem Ansatz im Allergiemanagement. Wir entwickeln Lösungen, die Pollen dort entfernen, wo sie sich besonders hartnäckig festsetzen: im Haar. Hinter Hayaway steht ein interdisziplinäres Team. Gegründet wurde das Unternehmen 2024 – aus eigener Betroffenheit als langjähriger Pollenallergiker und mit dem Wunsch, das eigene Zuhause wieder pollenfrei zu machen.
Wie ist die Idee zu Hayaway aus Ihrer Allergie entstanden?
Schon im Kindesalter litt ich unter einer starken Pollenallergie. Als Jugendlicher folgten eine dreijährige Hyposensibilisierung sowie eine Eigenbluttherapie. Trotz klassischer Maßnahmen – wie Pollenschutzgittern, Luftreinigern und regelmäßiger Medikamenteneinnahme – wurden meine Symptome abends und nachts zu Hause nicht besser. Besonders der Schlafmangel war extrem belastend.
Die Schlüsselfrage war: Warum hören die Beschwerden zu Hause nicht auf?
Bei meiner Recherche wurde klar, dass Pollen tagsüber im Haar haften bleiben und unbemerkt ins Wohnzimmer, aufs Sofa und bis aufs Kopfkissen gelangen. Haarewaschen hilft zwar, ist aber im Alltag keine dauerhafte Lösung: Es ist zeitaufwendig, nervig und belastet Haare sowie Kopfhaut. So entstand die Idee, Pollen gezielt und schonend aus dem Haar zu entfernen – ohne Wasser, ohne Chemie und ohne Nebenwirkungen.
Welche Vision verfolgen Sie mit Hayaway?
Wir wollen den Umgang mit Pollenallergien verändern: weg vom reinen Reagieren auf Symptome, hin zur Expositionsreduktion im Alltag. Das Zuhause soll wieder ein echter Rückzugsort sein – besonders nachts. Unsere Analogie ist einfach:
Nussallergie → Nüsse meiden.
Pollenallergie → Pollen meiden.
Warum setzen Sie auf Prävention statt auf Medikamente?
Medikamente sind wichtig, wirken aber bei jedem unterschiedlich und können Nebenwirkungen haben. Sie unterdrücken Symptome, die bereits entstanden sind. Hayaway greift früher ein: bevor Pollen eingeatmet werden oder mit Augen und Schleimhäuten in Kontakt kommen. Unser Ziel ist es, ein möglichst pollenfreies Zuhause zu schaffen, damit Symptome idealerweise gar nicht erst entstehen.
An wen richtet sich Hayaway konkret?
An ganze Haushalte – nicht nur an Allergiker:innen. Pollen werden über die Haare von allen mit nach Hause gebracht, auch von Menschen ohne Allergie, etwa Eltern, Geschwistern oder Haustieren. Besonders relevant ist das in Familien mit allergischen Kindern. Wir adressieren eine konkrete Alltagssituation: den Übergang von draußen nach drinnen, vor allem abends und vor dem Schlafengehen.
Was unterscheidet Hayaway von Luftfiltern oder Medikamenten?
Luftfilter reinigen Räume, Medikamente behandeln Symptome. Hayaway schützt den Menschen direkt. Unsere mechanische Technologie entfernt Pollen in Sekunden aus dem Haar – laborgeprüft, trocken, ohne Wasser und ohne Nebenwirkungen. So gelangen deutlich weniger Allergene in Wohn- und Schlafräume.
Welche Rolle spielt wissenschaftliche Testung?
Eine zentrale. Unser Ansatz basiert auf allergologischen Erkenntnissen zur Pollenhaftung. Wir haben zahlreiche Materialien getestet und unsere Produkte in Laborprüfungen validiert, um Wirksamkeit und Sicherheit zu belegen. Ohne wissenschaftliche Grundlage gibt es bei uns kein Produkt.
Welche Herausforderungen gab es beim Markteintritt?
So ziemlich alle, die man sich bei einem Startup vorstellen kann – und einige mehr. Anfang 2025 war ich noch allein und für alles verantwortlich. In der Produktion kam es zu Verzögerungen von mehreren Wochen. Verpackungen waren fehlerhaft, sodass rund 6.000 Einheiten erneut geöffnet und nachbearbeitet werden mussten.
Die Produkte erreichten uns schließlich Mitte Mai – die Frühblüher wie Hasel und Birke waren da bereits vorbei. Gleichzeitig gab es noch keine Bewertungen, und unsere Website wurde bei Google erst ab November 2025 richtig ausgespielt. Uns konnte schlicht niemand finden. Wir haben es trotzdem geschafft zu überleben. Und eines war danach klar: Ab jetzt kann es nur noch bergauf gehen.
Wie beeinflusst der Klimawandel Ihre Arbeit?
Die Pollensaison wird länger und intensiver – viele Menschen sind inzwischen fast ganzjährig betroffen. Prognosen zur Entwicklung von Allergien sehen düster aus: Es gibt immer mehr Betroffene, und die Allergene werden aggressiver, was die Symptome verstärkt. Das erhöht den Bedarf an Lösungen, die dauerhaft, schonend und ohne zusätzlichen Aufwand in den Alltag integrierbar sind.
Warum bewegt sich Hayaway zwischen Gesundheit und Lifestyle?
Prävention funktioniert nur, wenn sie einfach ist. Hayaway ist ein Gesundheitsprodukt, das als kurzes Alltagsritual genutzt wird – ohne Hürden, ohne medizinische Fachsprache und ohne Stress.
Wir stehen im regelmäßigen Austausch mit unseren Kund:innen und sehen klar: Unsere Produkte treffen einen Sweet Spot zwischen Beauty und Healthcare. Besonders für Frauen mit langen oder gefärbten Haaren ist tägliches Haarewaschen keine Option. Gleichzeitig kaufen viele Eltern Hayaway für ihre Kinder, um diese nicht jeden Tag mit Medikamenten behandeln zu müssen.
Was planen Sie als Nächstes?
Wir entwickeln unsere Produkte konsequent weiter und arbeiten an neuen präventiven Lösungen für den Allergiealltag. Unser Leitsatz ist klar: Keep your home pollenfree. Langfristig wollen wir Hayaway als erste Anlaufstelle rund um Pollenallergie etablieren – perspektivisch auch international.
Welche drei Ratschläge geben Sie Gründer:innen?
Klarheit bewahren – die Schwere einer Situation entsteht oft im eigenen Denken.
Team up – allein ist möglich, gemeinsam ist es schneller, leichter und macht mehr Freude.
Der eigenen Intuition folgen – die besten Entscheidungen sind nicht immer rein rational.
Bildcredits @Hayaway
Wir bedanken uns bei Maximilian Redman für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
























