FREI ist eine App, die Menschen strukturiert beim Einstieg in die Selbstständigkeit unterstützt und angehende Gründer Schritt für Schritt durch den Weg zur eigenen Gründung begleitet
Wie ist die Idee zu FREI entstanden und was hat Sie persönlich dazu motiviert, eine App für den Weg in die Selbstständigkeit zu entwickeln?
Mit 15 hatte ich einen Impfschaden. Chronische Urtikaria, anaphylaktischer Schock, 50% Behinderung. Meine gesamte Sportkarriere war von einem Tag auf den anderen weg. Ich konnte meine Lehre als Vermessungstechniker nicht abschließen. Und ich hatte keine Ersparnisse, kein Netzwerk, extreme finanzielle Sorgen — und keinen klaren Weg nach vorne. Ich hab stundenlang im Internet nach einem einfachen, strukturierten Einstieg in die Selbstständigkeit gesucht. Den hab ich nicht gefunden. Also hab ich ihn gebaut.
Wer steht hinter dem Startup FREI und welche Erfahrungen aus Ihrem bisherigen Werdegang prägen heute Ihre Arbeit als Gründer?
Ich bin Luis Zauchner, 20 Jahre, aus Klagenfurt. Ich bin der Gründer und mache gerade alles alleine — Entwicklung, Marketing, Vertrieb. Davor war ich Profi-Athlet: Eishockey und ÖSV-Skikader. Beides gleichzeitig. Der Leistungssport hat mir beigebracht, dass Ergebnisse nichts mit Talent zu tun haben, sondern mit Disziplin und der Bereitschaft, länger durchzuhalten als alle anderen. Das ist heute mein stärkstes Werkzeug als Gründer. Und ehrlich gesagt — ohne meine Familie und meine Freundin wäre FREI nicht möglich gewesen. Sie haben mich in den härtesten Phasen komplett getragen. Ich hab Monate lang 16 bis 18 Stunden am Tag gearbeitet, Montag bis Sonntag. Diese Unterstützung war kein Luxus. Sie war die Grundlage.
Sie waren früher Profi-Athlet. Inwiefern haben Erfahrungen aus dem Leistungssport Ihren Blick auf Unternehmertum und Durchhaltevermögen geprägt?
Im Leistungssport lernst du, Schmerz und Fortschritt gleichzeitig zu akzeptieren. Du weißt, dass der Weg lang ist, und du machst es trotzdem. Genau das ist Unternehmertum. Der größte Unterschied: Im Sport gibt es klare Regeln. In der Selbstständigkeit schreibst du die Regeln selbst. Das macht es schwerer — und gleichzeitig freier.
Sie haben FREI bereits mit 20 Jahren gegründet. Wie erleben Sie den Weg als sehr junger Gründer und welche Reaktionen bekommen Sie aus der Startup-Szene?
Viele nehmen mich zuerst nicht ernst. Das ist okay. Ich hab gelernt, dass Glaubwürdigkeit nicht aus dem Alter kommt, sondern aus dem was man tut. Die Reaktionen aus der Startup-Szene sind mittlerweile sehr positiv — weil FREI eine echte Lücke schließt, die offensichtlich ist, wenn man einmal darauf aufmerksam gemacht wird.
Welche Vision verfolgen Sie mit FREI für junge Menschen, die über eine eigene Gründung nachdenken?
Ich will, dass kein junger Mensch im DACH-Raum mehr sagt: Ich weiß nicht wo ich anfangen soll. FREI soll der erste Schritt sein — niedrigschwellig, klar strukturiert, motivierend. Nicht ein weiterer Ratgeber. Sondern ein Begleiter der einen wirklich durch den Prozess führt.
Wie soll die App Nutzer konkret dabei unterstützen, die ersten Schritte in Richtung Selbstständigkeit zu gehen?
FREI führt Nutzer in 12 konkreten Schritten durch alles, was am Anfang wichtig ist — von der Idee über die rechtliche Struktur bis zum ersten Kunden. Ein KI-Assistent beantwortet Fragen in Echtzeit. Ein XP-System und Gamification-Elemente sorgen dafür, dass man dranbleibt. Es fühlt sich nicht wie Bürokratie an. Es fühlt sich an wie ein Game, das man gewinnen kann.
An wen richtet sich FREI genau und welche Bedürfnisse dieser Zielgruppe möchten Sie besonders ansprechen?
FREI richtet sich an 18- bis 35-Jährige im DACH-Raum, die das Gefühl haben, dass da mehr in ihnen steckt — aber noch nicht wissen wie und wo sie anfangen sollen. Die größte Hürde dieser Zielgruppe ist nicht fehlende Motivation. Es ist Überforderung. Zu viel Information, zu wenig Struktur. Genau das löst FREI.
Der Weg in die Selbstständigkeit ist für viele mit Unsicherheit verbunden. Wie versucht FREI, diese Hürden durch Struktur, Gamification und KI-Unterstützung zu senken?
Struktur nimmt die Überforderung. Gamification nimmt die Schwere. KI nimmt die Einsamkeit. Wenn man mit 20 nicht weiß ob man ein Gewerbe oder eine GmbH braucht, will man keine 40-seitige Anleitung lesen. Man will eine Antwort in einem Satz. Genau das liefert der KI-Assistent in FREI. Sofort. Persönlich. Verständlich.
Was unterscheidet FREI von klassischen Gründungsratgebern, Onlinekursen oder anderen Lernplattformen?
Ein Buch liest man, schließt es, und macht nichts. Ein Kurs kostet 500 Euro, man schaut drei Videos und gibt auf. FREI begleitet aktiv. Es gibt Fortschrittsanzeigen, Aufgaben, Belohnungen. Man sieht täglich, wie weit man schon ist. Das ist der Unterschied zwischen Wissen und echtem Fortschritt.
Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell beim Aufbau von FREI und wie gehen Sie damit um?
Die größte Herausforderung ist Reichweite mit null Marketingbudget aufzubauen. Ich arbeite deshalb intensiv an Kooperationen mit Creators und Medien im DACH-Raum, die dieselbe Zielgruppe ansprechen. Und ich vertraue darauf, dass ein Produkt das wirklich hilft, sich von selbst verbreitet — wenn man es in die richtigen Hände bringt.
FREI ist seit März 2026 im Apple App Store verfügbar. Welche nächsten Entwicklungsschritte planen Sie für die Plattform?
Android-Version, Community-Features damit Gründer sich untereinander vernetzen können, und weitere Integrationen mit Partnerplattformen. Mittelfristig soll FREI nicht nur eine App sein, sondern das erste echte Ökosystem für den Einstieg in die Selbstständigkeit im DACH-Raum.
Welche drei Ratschläge würden Sie anderen jungen Menschen geben, die mit dem Gedanken spielen, selbst ein Startup zu gründen?
Fang heute an, nicht wenn du bereit bist — du wirst nie bereit sein. Bau etwas, das du selbst gebraucht hättest. Und akzeptiere, dass der Weg schwerer ist als du denkst und gleichzeitig lohnenswerter als du dir vorstellen kannst.
Bildcredits/Fotograf: privat
Wir bedanken uns bei Luis Zauchner für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

























