Dienstag, März 24, 2026
StartFemale FoundersWarum kaufen immer mehr Menschen plötzlich ganz anders ein?

Warum kaufen immer mehr Menschen plötzlich ganz anders ein?

rebe ist eine Plattform für Secondhand Mode und verbindet Start ups mit einem digitalen Marktplatz für nachhaltigen Konsum

Was ist rebe, wer steht hinter dem Berliner Startup und wie ist die Idee entstanden?

rebe ist eine Plattform für Secondhand-Mode, die das Angebot vieler unabhängiger Secondhand- und Vintage-Online-Shops an einem Ort bündelt. Unser Ziel ist es, Secondhand so einfach und vertrauenswürdig zu machen wie den Neukauf. Entstanden ist rebe im Unikontext aus zwei Beobachtungen: Dem eigenen Frust beim Secondhand-Shopping und dem Wissen, wie viele professionelle Shops es gibt, die hart arbeiten und kaum Sichtbarkeit haben. Hinter rebe steht heute ein kleines, remote arbeitendes Team mit Fokus auf IT, Marketing und operativer Entwicklung, vereint durch die Mission, nachhaltigen Konsum für alle zugänglich zu machen.

Ihr wollt den Secondhand-Markt technisch neu ordnen. Was bedeutet das konkret im Alltag von rebe?

Im Alltag bedeutet das vor allem, ein fragmentiertes Angebot zusammenzuführen und strukturierbar zu machen. Secondhand-Mode besteht aus Unikaten ohne einheitliche Datenstandards. Wir arbeiten daran, diese Vielfalt zu ordnen und zentral auffindbar zu machen. Technisch setzen wir auf ein Asset-light-Modell: Da wir die bestehenden Produktdaten unabhängiger Shops über Schnittstellen anbinden, bündeln wir ein unendlich skalierbares Inventar. Das ist unser größter Hebel für schnelles Wachstum.

Welche Vision verfolgt rebe für den Secondhand-Markt?

Unsere Vision ist, dass rebe für Secondhand-Fashion zur ersten Anlaufstelle wird. Wenn Menschen nach Mode suchen, sollen sie zuerst bei rebe schauen und nur dann neu kaufen, wenn sie dort nicht fündig werden. Eine Welt, in der Mode Geschichten trägt und keinen Schaden hinterlässt. Gleichzeitig wollen wir einen Markt mitgestalten, in dem unabhängige Secondhand-Shops langfristig bestehen können. rebe soll ein Ort sein, an dem Vielfalt, Fairness und gemeinsames Wachstum möglich sind, nicht nur für große Player.

An wen richtet sich rebe und welche Probleme löst ihr?

rebe richtet sich primär an die Digital Natives der Gen Z und Millennials, die bewussten Konsum ohne Kompromisse suchen. Wir lösen das Problem der Auffindbarkeit und der Unsicherheit: Während man bei Privatkäufen oft raten muss, ob ein Teil passt, bieten wir durch professionelle Shops standardisierte Qualitätsdaten und präzise Maßangaben. Durch den zentralen Checkout und das 14-tägige Rückgaberecht eliminieren wir die typischen Barrieren des Gebrauchtmarktes und machen Secondhand so verlässlich wie den Kauf von Neuware.

Wie fühlt es sich an, als Bootstrap-Startup gegen große Plattformen anzutreten?

Herausfordernd, aber motivierend. Wir beweisen gerade, dass man mit einem kleinen, fokussierten Team und einer klaren Nische eine Relevanz im Markt erzielen kann. Die Resilienz, die wir durch das Bootstrapping und den Neuaufbau des Teams entwickelt haben, erlaubt es uns, heute extrem fokussiert und nutzernah zu agieren. Wir investieren unsere Ressourcen nur in das, was unsere Nutzer wirklich brauchen. Was uns motiviert, ist der Zuspruch der Shops selbst: Viele haben Lust, gemeinsam als Community Sichtbarkeit aufzubauen, statt als Einzelkämpfer gegen Giganten anzutreten.

Was macht rebe fundamental anders als klassische Secondhand-Marktplätze?

rebe ist kein Flohmarkt, sondern ein kuratiertes System für Mode und Accessoires. Wir arbeiten ausschließlich mit professionellen Secondhand- und Vintage-Shops zusammen, um Qualität und Vertrauen zu garantieren. Unser Fokus liegt auf Vielfalt über Jahrzehnte und Stile hinweg – kuratiert statt überfordernd. Was uns fundamental unterscheidet: Wir bauen rebe als Community-Projekt. Das Feedback unserer Shops und Nutzer:innen fließt direkt in die Weiterentwicklung ein, damit die Plattform genau das liefert, was der Markt wirklich braucht.

Welche Rolle spielt KI bei eurem Ansatz?

KI ist unsere „Data Engine“, um das strukturelle Chaos des Secondhand-Marktes zu bändigen. Wir nutzen KI, um uneinheitliche Informationen in eine strukturierte, durchsuchbare Datenbank zu verwandeln – ähnlich wie man es von großen E-Commerce-Playern kennt. Etwas, das manuell nicht skalierbar wäre. Ein weiterer Anwendungsfall ist die visuelle Suche über Referenzbilder, damit Nutzer:innen Unikate finden, die nur schwer zu beschreiben sind.

Wie seid ihr mit dem Henne-Ei-Problem umgegangen?

Wir arbeiten daran, indem wir zuerst eine kritische Masse an hochwertigem Inventar sichern. Da Shops bei uns nur im Erfolgsfall Provision zahlen, war die Hürde für das Onboarding gering. Nachdem das „Henne-Problem“ (Angebot) durch über 5000 kuratierte Artikel gelöst ist, liegt unser Fokus nun voll auf dem „Ei“ – der Skalierung der Reichweite und der Conversion-Optimierung.

Welche Herausforderungen haben euch am meisten gefordert?

Neben dem Product-Market Fit war vor allem die technische Umsetzung zu Beginn herausfordernd. Nach der Förderzusage hat sich das ursprüngliche Team aufgelöst, was uns zwang, rebe komplett neu aufzubauen. Das war ein Wendepunkt: Heute vereint unser Kern-Team aus IT, Marketing und Operations genau die komplementären Fähigkeiten, die für die Skalierung eines Tech-Startups notwendig sind. Diese Phase hat uns gelehrt, dass Rückschläge oft die Chance bieten, das Team fachlich und menschlich noch stärker aufzustellen und Unterstützung von außen anzunehmen.

Wohin soll sich rebe in den nächsten Jahren entwickeln?

rebe wird zur zentralen Infrastruktur für den professionellen Secondhand-Markt. Während wir kurzfristig die Conversion für unsere Partner-Shops maximieren und das Modell im deutschen Markt validieren, ist unser Ziel die grenzüberschreitende Vernetzung. Da Mode keine Grenzen kennt und Logistikwege bereits international funktionieren, denken wir rebe europäisch. Wir skalieren nicht nur ein Sortiment, sondern ein technisches System, das bewussten Konsum skalierbar und profitabel macht.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern geben?

Erstens: „Schnelligkeit über Perfektion“. Kommt so schnell wie möglich vom Konzept in die Umsetzung. Echtes Feedback vom Markt ist wertvoller als jeder theoretische Businessplan. Zweitens: Resilienz beweisen. Rückschläge sind Teil des Prozesses. Wichtig ist es, dranzubleiben, sich anzupassen und Hindernisse als Lernkurve zu begreifen. Drittens: Das richtige Team-Fundament. Baut ein Team auf, das nicht nur fachlich, sondern auch menschlich funktioniert. Seid ehrlich zu euch selbst, wo eure Lücken sind, und nehmt Hilfe von außen an, wenn sie gebraucht wird.

Bild Erika Rid @rebe

Wir bedanken uns bei Erika Rid für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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