Der de:hub Saarbrücken zeigt, wie KI, Startups und Innovation gemeinsam neue wirtschaftliche Perspektiven schaffen und technologische Entwicklungen in die Praxis bringen.
Wie positioniert sich der de:hub Saarbrücken – Digital Hub Artificial Intelligence innerhalb des deutschen Digital Hub Netzwerks? Welche Rolle spielt der Hub für die digitale Transformation des Saarlands?
Der de:hub Saarbrücken steht im bundesweiten de:hub-Netzwerk für Künstliche Intelligenz, Deep Technology und nachhaltige Innovation. Seine Stärke liegt in der engen Verbindung von exzellenter Forschung, technologischer Anwendung, Unternehmertum und industrieller Praxis. Dazu kommt die grenzüberschreitende Perspektive mit enger Anbindung an Frankreich und Luxemburg.
Besonders ist, dass de:hub und Startup Factory bei uns in einer Struktur zusammenkommen. So können Innovationen schneller aus der Forschung in Startups, Kooperationen und marktfähige Anwendungen überführt werden.
Für das Ökosystem in unserer Region und besonders für das Saarland ist der Hub damit ein wichtiger Impulsgeber für digitalen und wirtschaftlichen Wandel. Er hilft dabei, neue Technologien schneller in Wertschöpfung, Wachstum und neue Zukunftsperspektiven für den Standort zu übersetzen.
Welche Bedeutung hat Künstliche Intelligenz für die wirtschaftliche und nachhaltige Entwicklung der Region? In welchen Anwendungsfeldern sehen Sie aktuell das größte Potenzial?
Künstliche Intelligenz hat für das Saarland eine besondere Bedeutung, weil die Region sich wirtschaftlich stark transformieren muss. Es geht dabei um weit mehr als Effizienz: KI kann neue Wertschöpfung schaffen, nachhaltige Entwicklung vorantreiben und Forschung schneller in Anwendung überführen. Gerade für ein industriell geprägtes Bundesland ist das eine echte Zukunftsfrage.
Das größte Potenzial liegt aus unserer Sicht dort, wo technologische Exzellenz auf strategische Zukunftsthemen trifft: vertrauenswürdige KI, Datensouveränität, sichere Systeme und der Transfer in marktfähige Anwendungen. In Verbindung mit Feldern wie Industrie, Cybersicherheit, Health, neuen Materialien sowie Energie- und Nachhaltigkeitstechnologien entsteht daraus ein starkes Innovationsfeld mit Wirkung weit über die Region hinaus
Wie verbindet der de:hub Saarbrücken KI-Innovation mit Nachhaltigkeit? Welche konkreten Projekte oder Initiativen treiben diese Verbindung voran?
Für uns gehört KI im Bereich Green Transformation zu den zentralen Zukunftsthemen. Es geht darum, KI gezielt dort einzusetzen, wo wirtschaftlicher Wandel und nachhaltige Entwicklung zusammenkommen — etwa in Industrie, Energie, Wasserstoff und Kreislaufwirtschaft. Mit Green Transformation Innovation (GTI) haben wir dafür einen zentralen Programmschwerpunkt geschaffen. Innerhalb dieses Rahmens entwickeln wir verschiedene Formate, die KI mit nachhaltiger Innovation verbinden und Akteure aus Industrie, Forschung und Startups zusammenführen.
Welche technologischen Schwerpunkte stehen im Fokus des de:hub Saarbrücken? Warum sind diese Themen besonders relevant für Unternehmen und Startups?
Im Fokus von SouthwestX stehen vor allem KI und Deep Tech. Hier entstehen viele der technologischen Lösungen, die für wirtschaftlichen Wandel, industrielle Erneuerung und neue Wertschöpfung entscheidend sind.
Für Unternehmen liegt der Mehrwert darin, neue Technologien schneller in Anwendung und Markt zu bringen, Prozesse effizienter zu gestalten, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und neue Märkte sowie Geschäftsfelder zu erschließen. Für Startups sind diese Felder besonders attraktiv, weil dort ein sehr hohes Innovationspotenzial auf einen konkreten Bedarf im Markt trifft und daraus echte Wachstumschancen entstehen.
Wie unterstützt der Hub Startups und KMU bei der Entwicklung, Erprobung und Implementierung von KI-Lösungen?
Wir unterstützen Startups und KMU dabei, KI-Lösungen von der Idee bis in die Anwendung zu bringen. Startups begleiten wir nicht nur in der Entwicklung und Erprobung, sondern auch in der Weiterentwicklung hin zu marktfähigen und skalierbaren Modellen. KMU unterstützen wir dabei, konkrete Anwendungsfelder zu identifizieren und neue Technologien in ihre Prozesse und Geschäftsmodelle zu integrieren.
Mit Formaten wie Incubation-as-a-Service und Venture Clienting bringen wir Unternehmen, Startups und Forschung direkt in gemeinsamen Innovationsprojekten zusammen. Ergänzend bauen wir ein KI-Reallabor auf, um Lösungen künftig auch unter praxisnahen Bedingungen testen und weiterentwickeln zu können.
Welche Rolle spielen Daten, Datenqualität und verantwortungsvolle KI im Hub-Alltag? Wie werden Themen wie Ethik, Transparenz und Vertrauen adressiert?
Für uns spielt das im Alltag eine große Rolle, weil wir KI in reale Anwendungen bringen. Dabei geht es immer auch um die Qualität der Daten, die Nachvollziehbarkeit von Ergebnissen und die Frage, ob Lösungen in der Praxis verantwortungsvoll und vertrauenswürdig eingesetzt werden können. Gerade in der Zusammenarbeit mit Unternehmen, Startups und Forschung ist das eine Grundvoraussetzung.
Dass diese Themen am Standort Saarbrücken so präsent sind, zeigt auch das Forschungsumfeld: Mit dem CERTAIN-Zentrum (Trusted AI) am DFKI und mit CISPA, das intensiv zu Cybersicherheit, Datenschutz und vertrauenswürdiger KI arbeitet, gibt es hier ein starke Kompetenz in Bereichen, die für den praktischen Einsatz von KI entscheidend sind.
Wie profitieren Startups von der engen Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen wie der Universität des Saarlandes oder dem DFKI?
Startups erhalten früh Zugang zu technologischem Know-how, Talenten, Infrastruktur und starken Netzwerken – von der Universität des Saarlandes und dem DFKI bis hin zu weiteren Hochschulen, Instituten und Transferpartnern im SouthwestX-Ökosystem. Dadurch können sie ihre Lösungen schneller weiterentwickeln, wissenschaftlich fundiert validieren und besser auf den Markt ausrichten. Gleichzeitig erleichtert dieses Umfeld den Aufbau tragfähiger und wachstumsfähiger Unternehmen aus wissenschaftlichen Ideen.
Welche KI-basierten Lösungen sehen Sie als besonders wirkungsvoll für Energieeffizienz, Ressourcenschonung oder CO₂-Reduktion?
Besonders stark ist KI überall dort, wo sie helfen kann, Energie, Material und Prozesse intelligenter zu steuern – vor allem in der Produktion, im Transport, im Energiemanagement und in der Wartung. Gerade in diesen Bereichen kann KI dazu beitragen, Verbräuche zu senken, Ressourcen effizienter einzusetzen und CO₂-Emissionen zu reduzieren. Gleichzeitig wird auch die Frage wichtiger, wie KI selbst ressourcenschonender werden kann – etwa durch effizientere Modelle und weniger Rechenaufwand.
Wie messen Sie den Erfolg Ihrer Aktivitäten für Startups, Unternehmen und die nachhaltige Entwicklung des Saarlands?
Für uns lässt sich diese Frage nicht nur auf das Saarland begrenzen. Der de:hub ist zwar hier verankert, als Träger sind wir mit SouthwestX aber ebenso in Rheinland-Pfalz fest aufgestellt. Hinzu kommen Frankreich und Luxemburg. Erfolg messen wir deshalb entlang der gesamten Wirkungskette – von Gründungen, Innovationsprojekten und Investments bis hin zu Kooperationen, Marktzugang und nachhaltiger Entwicklung.
Dafür haben wir ein klares System an Erfolgskennzahlen aufgebaut. Wir erfassen quantitative KPIs wie Startups, Investments und Innovationsprojekte und arbeiten zugleich an einem KI-gestützten Managementinstrument, das Daten in Echtzeit zusammenführt und Entwicklungen transparenter macht. Gerade mit Blick auf Green Transformation ist uns wichtig, neben klassischen Wirtschaftsindikatoren auch nachhaltige Wirkung sichtbar zu machen.
Welche Ziele verfolgt der de:hub Saarbrücken – Digital Hub Artificial Intelligence in den kommenden Jahren, um die KI-Transformation weiter voranzubringen?
In den kommenden Jahren wollen wir die KI-Transformation vor allem dort voranbringen, wo sie konkret Wirkung entfaltet: in Startups, in Unternehmen und in neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen Forschung und Markt. Es geht uns darum, mehr technologiegetriebene Gründungen zu ermöglichen, Innovationsprozesse mit Unternehmen zu beschleunigen und KI noch stärker in reale Anwendungen zu überführen.
Gleichzeitig wollen wir unsere Rolle als grenzüberschreitendes Ökosystem weiter ausbauen – mit starken Verbindungen nach Rheinland-Pfalz, Frankreich und Luxemburg. KI verstehen wir dabei nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit Deep Tech, Green Transformation und nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung.
Bildcredits/Fotograf: David Huckert
Wir bedanken uns bei Jan Arnold für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


























