Donnerstag, Mai 7, 2026
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Was, wenn Gebäude mehr können, als nur Energie zu verbrauchen?

stroya entwickelt eine digitale Plattform für Mieterstrom und ermöglicht es, Energie direkt im Gebäude zu erzeugen, zu nutzen und so die Energiewende für Eigentümer und Mieter einfacher und effizienter umzusetzen

Wie ist stroya entstanden und wer steckt hinter dem Unternehmen?

stroya ist aus der Praxis heraus entstanden. Die Wurzeln liegen bei der Volksbank Haselünne, die bereits 2022 mit dem Tochterunternehmen Mieterstrom Hasetal eigene Mieterstromprojekte umgesetzt und dabei wertvolle Erfahrungen gesammelt hat. Gemeinsam mit amberra, dem Corporate Venturing Studio der genossenschaftlichen FinanzGruppe, wurde dieses Modell weiterentwickelt, strukturiert und digitalisiert.
In enger Zusammenarbeit mit weiteren Partnerbanken ist daraus eine skalierbare Lösung entstanden. Heute steht stroya als eigenständiges Unternehmen für die Verbindung aus regionaler Verankerung, energiewirtschaftlicher Expertise und digitaler Plattform.

Was war der Auslöser, sich mit stroya auf Mieterstrom und lokale Energieversorgung zu konzentrieren?

Der Auslöser war ein sehr konkretes Problem: Obwohl auf vielen Gebäuden bereits Photovoltaik installiert ist, profitieren Mieterinnen und Mieter oft nicht direkt davon. Gleichzeitig bleibt ein großes Potenzial für lokale Energieversorgung ungenutzt.
Mieterstrom ist eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten, die Energiewende in die Fläche zu bringen – war bisher aber durch regulatorische und operative Hürden schwer umzusetzen. Genau hier setzt stroya an.

Welche Vision verfolgt stroya für die Energiewende im Immobilienbereich?

Unsere Vision ist es, Gebäude zu aktiven Bestandteilen der Energiewende zu machen. Immobilien sollen nicht nur Energie verbrauchen, sondern selbst zu lokalen Energiequellen werden.
Wir wollen erreichen, dass lokal erzeugter Strom dort genutzt wird, wo er entsteht – direkt im Gebäude. Das schafft mehr Unabhängigkeit, reduziert Kosten und stärkt regionale Wertschöpfung.

Wie möchtet ihr erreichen, dass mehr Gebäude zu lokalen Energiequellen werden?

Der Schlüssel liegt in der Vereinfachung. Wir machen Mieterstrom digital, wirtschaftlich und operativ umsetzbar.
Durch unsere Plattform bündeln wir Planung, Umsetzung und Betrieb und schaffen so einen klaren, standardisierten Prozess. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit regionalen Partnern zusammen, um die Umsetzung vor Ort sicherzustellen.

Welche Zielgruppen stehen bei euch im Fokus und welche konkreten Probleme löst ihr für Eigentümer und Mieter?

Im Fokus stehen Eigentümer von Mehrfamilienhäusern sowie institutionelle Bestandshalter. Für sie lösen wir vor allem die Komplexität und übernehmen die Tätigkeiten rund um die Umsetzung und Verwaltung von Mieterstromprojekten.
Für Mieterinnen und Mieter schaffen wir Zugang zu lokal erzeugtem, günstigerem Strom – ohne zusätzlichen Aufwand. Gleichzeitig leisten sie einen direkten Beitrag zur Energiewende.

Warum ist das Thema Mieterstrom bisher so komplex und wie vereinfacht stroya diesen Prozess?

Mieterstrom bringt verschiedene Welten zusammen: Energiewirtschaft, Regulierung, Abrechnung und operative Umsetzung. Diese Schnittstellen machen Projekte oft aufwendig und für einzelne Vermieter schwer skalierbar.
stroya reduziert diese Komplexität, indem wir relevante Prozesse digital abbilden und standardisieren. Von der Projektplanung über die Umsetzung bis hin zur Abrechnung bieten wir eine integrierte Lösung.

Was macht euren Ansatz im Vergleich zu klassischen Energieversorgern oder anderen Anbietern besonders?

Unser Ansatz verbindet digitale Skalierbarkeit mit regionaler Umsetzung. Wir denken Mieterstrom aus dem Gebäude und der Region heraus, zentralisieren aber dennoch wiederkehrende Prozesse und automatisieren diese.
Durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort und die Einbettung in ein starkes Netzwerk innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe können wir Lösungen nicht nur entwickeln, sondern auch nachhaltig in die Fläche bringen.

Welche Rolle spielt die digitale Plattform bei Planung, Betrieb und Abrechnung?

Unsere best of breed Plattform ist das zentrale Element unseres Modells. Sie bildet die Prozesse entlang des gesamten Lebenszyklus eines Mieterstromprojekts ab – von der ersten Planung über die operative Steuerung bis hin zur Abrechnung.
Dadurch schaffen wir Transparenz, Effizienz und Skalierbarkeit. Gleichzeitig ermöglichen wir es unseren Partnern, sich auf ihre jeweilige Fachexpertise zu fokussieren und Projekte deutlich einfacher umzusetzen.

Mit welchen regulatorischen oder operativen Herausforderungen seid ihr im Alltag konfrontiert?

Der regulatorische Rahmen für Mieterstrom ist komplex und entwickelt sich kontinuierlich weiter. Das erfordert ein tiefes Verständnis und die Fähigkeit, schnell auf Veränderungen zu reagieren.
Operativ liegt die Herausforderung vor allem in der Verzahnung verschiedenster Akteure, vom Vermieter, dem Solateur und Elektriker, über den Verteilnetzbetreiber, Messtellenbetreiber und Reststromlieferanten bis zu Mieter und Mieterin. Und dass alles entlang der gesamten Projektlebensphase, also von der Planung, über die technische Umsetzung und bis zum laufenden Betrieb. Genau hier setzen wir mit unserem integrierten Ansatz an.

Wie stellt ihr sicher, dass eure Lösungen wirtschaftlich und gleichzeitig nachhaltig sind?

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit gehen bei uns Hand in Hand. Durch standardisierte Prozesse und digitale Unterstützung senken wir die Kosten pro Projekt und erhöhen die Skalierbarkeit.
Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass lokal erzeugte erneuerbare Energie direkt vor Ort genutzt wird – was sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll ist.

Welche nächsten Schritte plant ihr für stroya. Gibt es neue Märkte oder Erweiterungen eures Angebots?

Ein zentraler Fokus liegt aktuell auf der bundesweiten Skalierung innerhalb und außerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Wir arbeiten daran, weitere Projekte umzusetzen und zusätzliche Partner zu gewinnen.
Darüber hinaus entwickeln wir unsere Plattform kontinuierlich weiter, um zusätzliche Funktionen und Anwendungsfälle abzubilden – immer mit dem Ziel, Mieterstrom noch einfacher und breiter zugänglich zu machen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Nah an der Praxis entwickeln: Die besten Lösungen entstehen aus realen Problemen – nicht aus theoretischen Annahmen.
Komplexität reduzieren: Erfolg entsteht oft dadurch, Dinge einfacher und zugänglicher zu machen.
Die richtigen Partner wählen: Skalierung gelingt nur im Zusammenspiel mit starken Partnern und Netzwerken.

Bildcredits: amberra

Wir bedanken uns bei Roman Ginzburg und Arne Reuter für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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