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Das Legal Tech Startup nu:legal will Rechtsprozesse für deutsche KMU einfacher und schneller machen. Dafür erhält das Unternehmen jetzt 1,3 Millionen Euro frisches Kapital. Die Plattform verbindet KI Technologie mit anwaltlicher Prüfung und fokussiert sich zunächst auf Arbeitsrecht und Datenschutz.
Legal Tech Startup nu:legal erhält neue Finanzierung
Deutschlands KMU verlieren Milliarden an Bürokratie: nu:legal sichert sich 1,3 Millionen Euro für schnellere Rechtsprozesse
Gegründet von einem ehemaligen Freshfields Anwalt, entwickelt die Plattform gemeinsam mit führenden europäischen Anwält:innen und Kanzleien spezialisierte Rechtsdienstleistungen für Unternehmen.
Berlin/Potsdam, 27.05.2026 – Viele deutsche Unternehmen stehen bei Rechtsfragen vor derselben Wahl: langsame und teure Kanzleiprozesse oder generative KI, der sie bei sensiblen Themen nicht vollständig vertrauen. Gleichzeitig wächst der regulatorische Aufwand.
Deutsche KMU verbringen inzwischen durchschnittlich rund 32 Stunden pro Monat mit rechtlichen und Compliance bezogenen Aufgaben. Laut KfW kostet dieser Aufwand die deutsche Wirtschaft jedes Jahr rund 61 Milliarden Euro. Genau hier setzt das Legal Tech Startup nu:legal an.
Das Unternehmen startet heute die öffentliche Beta seiner Plattform auf nulegal.eu und gibt eine Gesamtfinanzierung in Höhe von 1,3 Millionen Euro bekannt. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde von Caesar Ventures. Zu den Investoren zählen außerdem Unternehmer:innen, KI Operatoren, weitere VC Investoren sowie Partner von Freshfields und anderen führenden europäischen Kanzleien.
„nu:legal baut keine weitere Insellösung, sondern eine integrierte Plattform für moderne juristische Dienstleistungen. Das Unternehmen verbindet die Erfahrung eines ehemaligen Freshfields Teams mit KI gestützter Technologie und anwaltlicher Prüfung und könnte damit Rechtsprozesse im Mittelstand nachhaltig verändern“, sagt Carolin Gabor, Managing Partner bei Caesar Ventures.
nu:legal entwickelt schnellere Rechtsprozesse für KMU
Zum Marktstart konzentriert sich nu:legal auf Arbeitsrecht und Datenschutz. Beide Bereiche gehören zu den größten operativen rechtlichen und regulatorischen Herausforderungen für deutsche KMU. Weitere Bereiche wie Wirtschaftsverträge sollen in den kommenden Monaten folgen.
Unternehmen sollen Prozesse wie Arbeitsverträge, Kündigungen, Datenschutzerklärungen oder Auftragsverarbeitungsverträge künftig deutlich effizienter abwickeln können. Die Technologie von nu:legal übernimmt dabei standardisierte Routineaufgaben. Gleichzeitig prüfen spezialisierte Anwält:innen die Ergebnisse zusätzlich, wenn fachliche Einschätzung und Verantwortung gefragt sind.
„Viele Unternehmen nutzen bereits KI Systeme für rechtliche Fragestellungen. Für sensible juristische Aufgaben bleiben generische Modelle jedoch oft unzuverlässig, insbesondere dann, wenn sie mit großer Selbstsicherheit falsche Antworten liefern. Für Unternehmen entsteht dadurch ein reales Risiko“, sagt Bork Morfaw, Gründer und CEO von nu:legal. „Und genau diese Lücke wollen wir schließen.“
KI und anwaltliche Prüfung bei nu:legal
Vom Freshfields Juristen zum Legal Tech Gründer
Gegründet wurde nu:legal von Bork Morfaw, einem ehemaligen Juristen bei Freshfields, einer der führenden internationalen Wirtschaftskanzleien Europas. Dort arbeitete er an Legal Tech und GenAI Projekten für internationale Großunternehmen. Gleichzeitig beobachtete er, wie Gründer, HR Teams und mittelständische Unternehmen immer wieder an denselben Problemen scheiterten: hohe Kosten, langsame Prozesse und fehlender Zugang zu pragmatischer Rechtsunterstützung.
Anfang 2025 verließ Morfaw die Kanzlei, um sich vollständig auf den Aufbau von nu:legal zu konzentrieren.
Bereits zuvor entwickelte er mit „LegalGPT“ eines der bekanntesten Legal AI Produkte Europas mit über 200.000 Nutzer:innen. Das Projekt zeigte die hohe Nachfrage nach schneller und zugänglicher Rechtsunterstützung. Gleichzeitig machte es die Grenzen von KI im Rechtsbereich sichtbar, besonders bei Haftung, Transparenz und europäischer Regulierung.
„Das Problem ist nicht mangelnder Bedarf an Rechtsberatung“, sagt Morfaw. „Das Problem ist, dass das bestehende System nie für die Geschwindigkeit moderner Unternehmen entwickelt wurde. Wir möchten dazu beitragen, dass Unternehmen weniger Zeit mit Bürokratie verbringen und sich stärker auf Aufbau, Innovation und Wachstum konzentrieren können.“
nu:legal setzt auf deutsches und europäisches Recht
Technologie für Rechtsarbeit statt generischer KI
nu:legal versteht sich bewusst weder als klassische Kanzlei noch als reines KI Tool. Die Plattform wurde speziell für den deutschen Markt entwickelt und arbeitet eng mit erfahrenen Anwält:innen und Kanzleien zusammen. Gemeinsam entwickeln sie juristische Workflows, Vorlagen und digitale Dienstleistungen.
Jeder Workflow entsteht in Zusammenarbeit mit Fachanwält:innen mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung und wird kontinuierlich anhand von Praxiserfahrungen weiterentwickelt.
„Wir glauben nicht daran, Anwälte zu ersetzen“, sagt Morfaw. „Wir glauben daran, juristische Expertise mithilfe von Technologie skalierbar zu machen. Viele juristische Standardprozesse werden bis heute weitgehend manuell bearbeitet. Das kostet Unternehmen Zeit und bindet gleichzeitig Kapazitäten in Kanzleien.“
Anders als viele internationale Wettbewerber konzentriert sich nu:legal gezielt auf deutsche und europäische Rechtssysteme. Die Plattform wurde speziell für arbeitsrechtliche und datenschutzrechtliche Geschäftsprozesse entwickelt und ist vollständig auf DSGVO sowie europäische Datenschutzanforderungen ausgelegt.
Sämtliche Daten werden innerhalb der EU verarbeitet und gespeichert. Zusätzlich setzt nu:legal technische und organisatorische Schutzmaßnahmen um, die auf anwaltliche Vertraulichkeit und deutsche Datenschutzstandards ausgelegt sind.
„Recht ist extrem lokal“, sagt Morfaw. „Man kann US Produkte nicht einfach übersetzen und erwarten, dass sie deutsche Arbeitsgerichte oder europäische Datenschutzanforderungen zuverlässig verstehen.“
Langfristiger Ausbau der nu:legal Plattform
Langfristig plant nu:legal den Ausbau zu einer Plattform, auf der Anwält:innen eigene technologiegestützte Rechtsdienstleistungen entwickeln und skalieren können. Ein entsprechendes Modell befindet sich bereits im Aufbau.
Der öffentliche Start erfolgt zunächst über ein kontrolliertes Waitlist Modell auf nulegal.eu. Die Plattform soll schrittweise geöffnet werden, um Produktqualität und Nutzererfahrung gezielt weiterzuentwickeln. Mittelfristig plant nu:legal zudem die Expansion in weitere europäische Märkte.
Bildcredits nu:legal
Quelle Laetitia Delorme
























