REAL. verbindet Social Media und Performance Marketing, um Unternehmen mit kreativem Content und datenbasierten Strategien zu mehr Reichweite und Wachstum zu verhelfen.
Können Sie REAL. kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für das Unternehmen entstanden ist?
REAL. ist eine Social-Media-Agentur aus der Region Stuttgart. Wir betreuen Unternehmen bei organischem Content und bezahlter Werbung, damit daraus mehr Kunden und mehr Umsatz entstehen. Angefangen hat das eher zufällig. Während meines dualen Studiums habe ich meiner Mutter vorgeschlagen, Backvideos zu drehen. Sie hatte nach der Corona-Zeit erst mal nicht mehr gearbeitet und entsprechend Zeit. Wir haben zusammen losgelegt, und nach wenigen Wochen gingen die ersten Videos viral. In den besten Phasen kamen über 10.000 neue Follower pro Tag dazu. Heute steht der Kanal bei rund 3 Millionen Followern und über 2 Milliarden Aufrufen. Als die Südwestpresse darüber berichtet hat, kamen die ersten Unternehmen auf uns zu und wollten wissen, ob wir ihr Online-Marketing genauso aufbauen können. Daraus ist REAL. in seiner heutigen Form entstanden.
Wer steht hinter REAL., und welche Erfahrungen bringt das Team in Social Media und Performance Marketing ein?
Hinter REAL. steht ein Team mit eigenen Bereichen für Organic Social, Paid Social, Social Recruiting und Suchmaschinenoptimierung. Zusammen bringen wir über zehn Jahre Erfahrung in Performance Marketing und Social Media mit. Über die von uns betreuten Kanäle wurden mehr als 3 Millionen Follower aufgebaut und über 2 Milliarden Aufrufe erzielt. Wichtiger als die Jahreszahl ist uns aber etwas anderes: Jeder bei uns hat die Formate, über die wir reden, selbst produziert.
Welche Vision verfolgen Sie mit REAL., und wie möchten Sie sich langfristig im Agenturmarkt positionieren?
Wir wollen die Anlaufstelle für Unternehmen sein, die Budget in die Hand nehmen und damit ein klares Ziel verfolgen: mehr Kunden oder mehr Reichweite. Bei uns soll niemand einfach nur eine Leistung einkaufen, sondern eine ehrliche Einschätzung bekommen, was in seiner Situation überhaupt Sinn ergibt. Manchmal gehört dazu auch die Ansage, dass ein Kanal für dieses Unternehmen gerade der falsche ist. Dass real-marketing.de bei Google für „Social Media Agentur“ bundesweit auf Platz 1 steht, ist für uns eher Zwischenstand als Ziel. Langfristig wollen wir zu den führenden Agenturen in diesem Bereich gehören.
An welche Unternehmen richtet sich Ihr Angebot besonders, und welche Herausforderungen möchten diese im Social Media Marketing lösen?
Wir arbeiten mit Unternehmen, die schon eine gewisse Umsatzgröße erreicht haben und von dort aus skalieren wollen. Das geht vom Mittelstand über Dienstleister bis zu E-Commerce-Marken. Das Problem ist fast immer dasselbe: Es fehlt nicht an Ideen, sondern an einem System, das verlässlich Reichweite erzeugt und diese Reichweite in Anfragen oder Umsatz übersetzt. Viele posten regelmäßig und wissen trotzdem nicht, welcher Beitrag am Ende zu einem Kunden geführt hat.
Sie verbinden kreativen Content mit datengetriebenem Performance Marketing. Warum ist gerade diese Kombination entscheidend?
Weil beides zusammen deutlich mehr bringt als jedes für sich. Auf Instagram, TikTok und Facebook wird vor allem das ausgespielt, was inhaltlich heraussticht. Wer austauschbaren Content produziert, hat es dort schwerer, egal wie sauber die Kampagne aufgesetzt ist. Umgekehrt bleibt Kreativität ohne Daten viel Bauchgefühl. Wir schauen deshalb bei jedem Projekt zuerst in die vorhandenen Daten und leiten daraus ab, welche Formate funktionieren und welche nicht. So arbeiten wir nicht in einer Blackbox. Aus der Kombination entstehen Ergebnisse, die sich wiederholen lassen.
Was unterscheidet REAL. aus Ihrer Sicht von klassischen Social Media und Performance Marketing Agenturen?
Wir wenden alles, was wir für Kunden machen, zuerst bei uns selbst an. Mit Food with Style betreiben wir eine eigene Marke, die wir von null aufgebaut und bis zur E-Commerce-Marke entwickelt haben. Das gilt auch für die Sichtbarkeit bei Google: Für „Social Media Agentur“ stehen wir deutschlandweit auf Platz 1, dazu kommen vordere Plätze in praktisch allen großen Städten. Das ist kein Zufall, sondern genau die Arbeit, die wir auch für Kunden machen. Viele Agenturen kennen die Theorie. Wir kennen auch die Wochen, in denen ein Format nicht läuft und man nachjustieren muss.
Mit Food with Style haben Sie selbst eine große Social Media Community aufgebaut. Welche Erfahrungen daraus übertragen Sie auf Ihre Kundenprojekte?
Vor allem die Erfahrung, wie ein Kanal von null auf wächst und wie sich Reichweite in Umsatz übersetzen lässt. Unsere Videos machen dort in den meisten Fällen 500.000 bis eine Million Aufrufe. Aus dieser Reichweite ist eine eigene E-Commerce-Marke entstanden, wir haben den kompletten Weg also einmal selbst durchlaufen. Dazu kommt das praktische Wissen: wie ein Account gesund wächst statt sprunghaft, wie man eine Community pflegt, und woran man merkt, dass der Algorithmus ein Format nicht mehr ausspielt. Das lernst du in keinem Kurs, sondern nur, wenn du selbst über Jahre veröffentlichst.
Social Media Plattformen und Algorithmen verändern sich ständig. Wie gehen Sie mit dieser Dynamik im täglichen Geschäft um?
Wir verfolgen die offiziellen Änderungsmeldungen der Plattformen, etwa die Changelogs von Meta, und testen Neuerungen zuerst auf unseren eigenen Kanälen. Erst wenn wir wissen, wie sich eine Änderung auswirkt, setzen wir sie bei Kunden ein. Das ist der Vorteil einer eigenen Marke: Wir können ausprobieren, ohne dass ein Kundenkanal das Risiko trägt.
Reichweite allein bedeutet noch keinen wirtschaftlichen Erfolg. Wie wird aus Aufmerksamkeit auf Social Media messbares Wachstum für Unternehmen?
Indem du Content nicht nur auf Reichweite oder nur auf Information auslegst, sondern die Schnittmenge suchst. Reiner Unterhaltungs-Content erreicht viele Menschen, aber selten die richtigen. Rein informativer Content erreicht die richtigen Menschen, aber zu wenige. Wir suchen deshalb die Formate, die beides schaffen: Reichweite erzeugen und gleichzeitig bei denen Interesse wecken, die wirklich anfragen könnten. Der zweite Schritt ist die Verbindung mit bezahlter Werbung, entweder für Leads oder für Umsatz bei E-Commerce-Marken. Erst dann wird aus Aufmerksamkeit ein messbarer Beitrag zum Geschäft.
Creator und Influencer Marketing gehören ebenfalls zu Ihrem Angebot. Welche Rolle spielen authentische Kooperationen beim Aufbau einer Marke?
Menschen kaufen von Menschen. Gerade Marken, die noch kein Gesicht haben, profitieren enorm davon, mit echten Personen verbunden zu werden. Vertrauen entsteht darüber schneller als über jede Werbebotschaft. Entscheidend ist die Passung: Eine Kooperation wirkt nur, wenn der Creator die Marke auch selbst benutzen würde. Sobald das Publikum merkt, dass da jemand etwas empfiehlt, das nicht zu ihm passt, schadet die Zusammenarbeit mehr, als sie bringt.
Welche Entwicklungen werden Social Media und Performance Marketing in den kommenden Jahren besonders prägen, und wie stellt sich REAL. darauf ein?
KI wird die Produktion verändern, aber anders, als viele erwarten. Bei statischen Grafiken und in der Recherche ist der Gewinn schon heute riesig: Du kommst mit demselben Aufwand zu deutlich mehr Output. Bei KI-generierten Creatorn sehen wir dagegen ein gemischtes Bild. Bei älteren Zielgruppen haben solche Anzeigen zeitweise gut funktioniert, bei jüngeren wurden sie sehr schnell durchschaut, und die Kommentare fielen entsprechend aus. Seit die Plattformen KI-Inhalte automatisch kennzeichnen, ist das noch deutlicher geworden. Ein zweiter Punkt wird aus unserer Sicht unterschätzt: Immer mehr Leute suchen nicht mehr bei Google, sondern fragen direkt ein KI-System. Für Unternehmen heißt das, dass Sichtbarkeit künftig auch bedeutet, in diesen Antworten vorzukommen. Wir denken unsere Prozesse deshalb konsequent KI-gestützt, aber nicht mit dem Ziel, Menschen zu ersetzen. Bei uns ist es umgekehrt: Je besser die Prozesse, desto mehr Leute können wir sinnvoll einsetzen und desto größer wird der Output insgesamt.
Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die Social Media als Wachstumskanal für ihr Unternehmen nutzen möchten?
Erstens: Frag dich ehrlich, wovon du mehr hast, Zeit oder Geld. Wenn du mehr Zeit hast, fang mit organischem Content an und bau dir erst mal ein Grundrauschen auf: erste Zuschauer, eine kleine Community, vielleicht die ersten Anfragen.
Zweitens: Starte mit bezahlter Werbung erst, wenn du weißt, was bei deiner Zielgruppe ankommt. Wenn der Kanal warmgelaufen ist und erste Daten da sind, wird jeder eingesetzte Euro deutlich effizienter.
Drittens: Entscheide bewusst, ab wann du Unterstützung brauchst. Am Anfang kannst du dir vieles über frei verfügbare Inhalte selbst beibringen. Ab einer gewissen Größe wird das Thema aber komplex genug, dass sich entweder eigene Leute im Haus oder ein externer Dienstleister rechnen. Was selten funktioniert: das Ganze nebenher mitlaufen lassen und trotzdem professionelle Ergebnisse erwarten.
Bildcredits REAL. / Emre Tuncer
Wir bedanken uns bei Emre Tuncer für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

















