Teydra Lab verbindet KI und Technik, um kleineren Unternehmen einen individuell konfigurierbaren Chatbot für ihre Websites zu ermöglichen.
Können Sie Teydra Lab kurz vorstellen und erzählen, welches Problem Sie mit Ihrer KI Lösung lösen möchten?
Teydra Lab entwickelt einen konfigurierbaren AI-Chatbot-Builder für Websites. Betreiber sollen Design, Ton, Wissensquellen, Sprachverhalten und Modellwahl selbst festlegen können. Das Ziel ist, kleineren Unternehmen mehr Kontrolle und Flexibilität zu geben, statt sie vollständig von einer festen KI-Blackbox abhängig zu machen. Das Produkt befindet sich noch in aktiver Entwicklung.
Sie sind erst 14 Jahre alt. Wie wurde aus Ihrer frühen Begeisterung für Technik die Idee, ein eigenes Projekt aufzubauen?
Ich bin inzwischen 14½. Angefangen hat es mit meinem Interesse an Drohnen. Ich wollte Geld für Drohnen verdienen und dachte zunächst über eine externe Erklärplattform oder einen entsprechenden Dienst nach. Dann wurde mir klar, dass ich die Technik mit KI selbst bauen kann. Dadurch kann ich Dinge individueller gestalten und bin nicht darauf angewiesen, wie jemand anderes ein Produkt festlegt.
Vom Reparieren von Handys bis zur Beschäftigung mit Drohnen und Flugzeugen. Was haben Sie dabei über Technik und das Entwickeln eigener Lösungen gelernt?
Ich habe mit FPV-Drohnen, Drohnenteilen, 3D-Druckern, Handyreparaturen und weiteren technischen Projekten gearbeitet. Dabei habe ich gelernt, dass man nicht nur fertige Produkte verwenden, sondern die dahinterliegenden Systeme verstehen und verändern kann. Fehler und unfertige Versuche gehören dabei zum Entwickeln dazu.
Welche Vision verfolgen Sie mit Teydra Lab, und wo möchten Sie mit dem Projekt langfristig hin?
Teydra Lab soll ein nützliches und ehrliches Werkzeug für kleinere Unternehmen und Organisationen werden. Ich möchte, dass Nutzer:innen KI einsetzen können, ohne Kontrolle, Transparenz und die Grenzen des Systems aus den Augen zu verlieren.
An welche Unternehmen richtet sich Teydra Lab, und warum soll gerade für sie der Einstieg in KI Assistenten einfacher werden?
Der Ansatz richtet sich vor allem an kleinere Unternehmen und Organisationen, die eine KI für ihre Website nutzen möchten, aber nicht über große technische Teams verfügen. Sie sollen wichtige Eigenschaften selbst konfigurieren können, ohne für jede Änderung ein großes Entwicklerteam zu benötigen.
Was unterscheidet Ihren Ansatz von anderen Lösungen für KI Chatbots auf Unternehmenswebsites?
Der Schwerpunkt liegt auf Konfigurierbarkeit und Kontrolle. Teydra Lab soll nicht nur eine allgemeine Antwortmaschine sein. Betreiber sollen beeinflussen können, wie der Chatbot gestaltet ist, welches Wissen er verwendet, wie er kommuniziert und welches Modell eingesetzt wird. Ich möchte dabei bewusst keine Behauptung aufstellen, dass das Produkt bereits fertig oder jeder anderen Lösung überlegen ist.
Sie beschäftigen sich nicht nur mit Technologie, sondern hinterfragen auch den aktuellen KI Hype. Wo sehen Sie derzeit übertriebene Erwartungen an künstliche Intelligenz?
Viele Menschen erwarten, dass KI automatisch jedes Problem löst. Ich glaube, dass dabei oft unterschätzt wird, wie wichtig gute Daten, klare Ziele, menschliche Verantwortung und einfache Bedienung sind. KI kann einem einzelnen Menschen ermöglichen, Dinge zu bauen, für die früher sehr viele Mitarbeiter und viel Geld nötig gewesen wären. Das bedeutet aber nicht, dass jede KI-Antwort richtig ist oder dass ein Produkt keine Grenzen hat.
Wie gehen Sie beim Entwickeln damit um, eigene Ideen und Annahmen immer wieder kritisch zu überprüfen?
Ich versuche, nicht nur zu fragen, ob etwas technisch möglich ist, sondern auch, ob es für die Nutzer:innen wirklich einfach und nützlich ist. Eine wichtige Marketing-Erkenntnis war für mich, dass ein gutes Produkt nicht automatisch Aufmerksamkeit bekommt. Man muss die richtigen Hebel finden, zum Beispiel über passende Inhalte und Social Media, und zuerst echten Wert geben. Gleichzeitig wollen Kunden möglichst wenig Aufwand haben. Deshalb arbeite ich aktuell auch daran, Teydra einfacher zu erklären und einfacher nutzbar zu machen.
Welche besonderen Herausforderungen entstehen, wenn man bereits in so jungen Jahren ein eigenes Technologieprojekt aufbauen möchte?
Eine Herausforderung ist, dass manche Menschen einen entweder als Wunderkind darstellen oder automatisch unterschätzen. Beides hilft nicht wirklich. Man muss lernen, die eigene Arbeit verständlich zu erklären und gleichzeitig offen zu sagen, was noch nicht fertig ist.
Was haben Sie durch Teydra Lab bisher über Unternehmertum gelernt, das Sie zu Beginn nicht erwartet hätten?
Ich habe gelernt, dass Entwicklung, Produkt, Marketing und Aufmerksamkeit sehr stark zusammenhängen. Es reicht nicht, etwas technisch Interessantes zu bauen. Man muss auch verstehen, welches Problem für andere wirklich relevant ist und wie man den Nutzen möglichst einfach vermittelt.
Welche nächsten Entwicklungsschritte haben Sie für Teydra Lab geplant?
Ich arbeite weiter an der Vereinfachung des Produkts und der Nutzerführung. Außerdem entwickle ich weitere technische Ideen und ein offeneres Unterprojekt im Umfeld von Teydra Lab. Parallel beschäftige ich mich weiter mit KI, FPV-Drohnen, 3D-Druck und anderen technischen Projekten.
Welche drei Ratschläge würden Sie anderen jungen Menschen geben, die eine technische Idee haben und daraus ein eigenes Projekt entwickeln möchten?
Erstens: Fang klein an und baue etwas Echtes, statt nur über die Idee zu sprechen.
Zweitens: Hinterfrage deine eigenen Annahmen und sei bereit, deine Richtung zu ändern.
Drittens: Warte nicht darauf, dass du bereits alles weißt. Lerne Schritt für Schritt, aber sei ehrlich darüber, was du noch nicht kannst.
Fotografin: Bella Lieberberg Bildcredits: Salissa-Sarah Nehrke/sanora
Wir bedanken uns bei Stanislaus Hees für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

















