Hearthunter denkt Partnervermittlung neu und überträgt das Prinzip des Headhuntings auf die individuelle Partnersuche.
Können Sie Hearthunter kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee entstanden ist, das Prinzip des Headhuntings auf die Partnersuche zu übertragen?
Philipp Schwarzenberg: „Ich war rund zehn Jahre in einer klassischen Partnervermittlung tätig, zunächst als Angestellter und später mit der Perspektive, das Unternehmen zu übernehmen. In dieser Zeit habe ich sehr genau gesehen, was in der klassischen Partnervermittlung gut funktioniert, aber auch, wo ihre Grenzen liegen. Am Ende habe ich mich aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens dazu entschieden, einen eigenen Weg zu gehen. Für mich stellte sich damals die Frage: Unternehmensberatung oder Partnervermittlung?
Ich habe mich ganz bewusst für die Partnervermittlung entschieden, weil ich die Branche kannte und gleichzeitig überzeugt war, dass man sie neu denken kann. Durch meine langjährige Erfahrung mit Social Media und digitaler Kommunikation kam dann die Idee, nicht einfach eine weitere klassische Vermittlung aufzubauen, sondern ein anderes Modell zu entwickeln. Wenn man ohnehin auf der grünen Wiese startet, kann man auch konsequent neue Wege gehen. So entstand ein System, das auf Mandatsbasis funktioniert und sich am klassischen Headhunting orientiert: Wir suchen gezielt, diskret und individuell nach passenden Partnern. Im Grunde ist es Headhunting, nur fürs Herz. So ist Hearthunter entstanden.“
Wer steht hinter Hearthunter, und welche Erfahrungen haben Ihren Blick auf professionelle Partnervermittlung geprägt?
Philipp Schwarzenberg: „Partnervermittlung begleitet mich tatsächlich fast mein ganzes Leben. Meine Mutter hat bereits 1985 eine eigene Agentur gegründet. Dadurch bin ich sehr früh mit diesem Geschäft in Berührung gekommen. Mit vier Jahren wollte ich meiner kleinen Schwester schon ihren ersten Freund vermitteln, mit 15 habe ich meinen ersten Ferienjob in der Firma gemacht. Und bereits als Kind war ich bei Kundenterminen in Städten wie Freiburg, München oder Stuttgart dabei und habe erlebt, wie Beratungsgespräche geführt wurden. Ich kenne nicht nur die schönen Seiten dieses Geschäfts, sondern auch die Herausforderungen, die Erwartungen der Kunden und die Verantwortung, die damit verbunden ist. Diese Erfahrungen haben meinen Blick auf Partnersuche stark geprägt.
Ich sage manchmal etwas zugespitzt: Dating liegt bei mir in der DNA. Dahinter steckt aber ein ernsthafter Punkt. Hearthunter ist für mich weder ein Hobby noch ein kurzfristiges Geschäftsmodell, sondern die konsequente Fortführung dessen, womit ich praktisch aufgewachsen bin. Diese Verbindung aus jahrzehntelanger Branchenerfahrung, persönlicher Prägung und unternehmerischem Anspruch ist sicherlich etwas, das mich von vielen anderen Anbietern im Markt unterscheidet.
Professionelles Matchmaking bedeutet für mich deshalb auch deutlich mehr, als zwei Menschen miteinander bekannt zu machen. Es geht darum, Menschen wirklich zu verstehen, sehr genau zuzuhören und eine Suche mit derselben Ernsthaftigkeit zu betreiben, mit der Unternehmen nach einer Schlüsselperson suchen.“
Sie richten sich vor allem an erfolgreiche Führungskräfte und Unternehmer mit wenig Zeit. Warum funktionieren klassische Dating-Apps für diese Zielgruppe aus Ihrer Sicht häufig nicht?
Philipp Schwarzenberg: „Für viele unserer Kunden ist Zeit die knappste Ressource. Genau deshalb sind klassische Dating-Apps für vielbeschäftigte Führungskräfte und Unternehmer schlichtweg Zeitverschwendung – völlig egal, ob für den etablierten Unternehmer oder die erfolgreiche Managerin.
Auf der Männerseite scheitert das System an harter Mathematik: Nur etwa 10 bis 20 Prozent der Nutzer auf den gängigen Dating-Plattformen sind weiblich. Ein kostenpflichtiges Premium-Upgrade bringt in der Praxis kaum bessere Ergebnisse. Es kostet Geld und erhöht vielleicht die Sichtbarkeit, ändert aber nichts an der Verteilung. Man vergeudet Zeit mit Fakes, Scams oder Kontakten, bei denen monetäre Interessen im Vordergrund stehen.
Frauen wiederum erhalten häufig eine Flut an Anfragen, von denen viele unpassend, oberflächlich oder schlicht unangenehm sind. In beiden Fällen entsteht derselbe Effekt: viel Aufwand bei vergleichsweise wenig relevanten Begegnungen.
Genau hier setzt Hearthunter an. Unsere Kunden müssen sich nicht selbst durch hunderte Profile arbeiten. Wir analysieren vorab sehr genau, welche Lebensentwürfe und Kriterien wirklich zählen, und gehen anschließend gezielt und persönlich in die Suche. Der Unterschied liegt nicht in einer neuen App, sondern in einem völlig anderen Ansatz: weniger Masse, kompromisslose Vorauswahl und maximaler Zeitgewinn.“
Ihre Kunden lagern einen sehr persönlichen Teil ihres Lebens an einen Dienstleister aus. Was braucht es, damit dieses Vertrauen überhaupt entsteht?
Philipp Schwarzenberg: „Vertrauen entsteht durch Ehrlichkeit, Offenheit und einen guten persönlichen Draht. Wir sprechen mit unseren Kunden über sehr private Themen. Deshalb müssen sie das Gefühl haben, dass wir zuhören, ihre Wünsche verstehen und auch unangenehme Punkte klar ansprechen.
Genauso wichtig sind Diskretion und Verlässlichkeit. Wer die Partnersuche in fremde Hände gibt, muss sicher sein können, dass persönliche Informationen geschützt sind und die Suche mit der nötigen Sorgfalt geführt wird. Ohne diese Basis funktioniert professionelle Partnervermittlung nicht.“
Beim Executive Search lassen sich Qualifikationen relativ klar definieren. Nach welchen Kriterien suchen Sie dagegen nach einem Menschen, der wirklich als Lebenspartner passen könnte?
Philipp Schwarzenberg: „Natürlich spielen zunächst klassische Kriterien wie Alter, Wohnort, Bildung, äußere Erscheinung oder der persönliche und finanzielle Hintergrund eine Rolle. Entscheidend ist für mich aber, was dahinterliegt: Welche Werte vertritt ein Mensch, wie gestaltet er seinen Alltag und was braucht er langfristig in einer Partnerschaft, um glücklich zu sein?
Um das nicht dem Zufall zu überlassen, nutze ich das PERMA-Modell von Martin Seligman. Wir beleuchten Faktoren wie Werte, Beziehungsmuster, Emotionen, persönliche Stärken und den Umgang mit Erfolgen. Diese Faktoren helfen dabei, nicht nur oberflächliche Gemeinsamkeiten zu erkennen, sondern genauer einzuschätzen, ob zwei Menschen auch in ihren grundlegenden Vorstellungen und Bedürfnissen zueinander passen.“
Hearthunter sucht auf Mandat bundesweit nach passenden Partnerinnen und Partnern. Wie läuft dieses „Liebes-Scouting“ grundsätzlich ab?
Philipp Schwarzenberg: „Meine genaue Methode werde ich natürlich nicht vollständig offenlegen. Grundsätzlich beginnt jede Suche aber mit einem sehr klaren Wunschprofil. Anschließend prüfe ich zunächst meinen eigenen, bewusst klein gehaltenen und sorgfältig kuratierten Pool. Findet sich dort noch kein passender Kontakt, beginnt das eigentliche Scouting über soziale Netzwerke. Dabei arbeite ich ausschließlich inbound und schreibe potenzielle Kandidatinnen oder Kandidaten nicht ungefragt an. Eingehende Nachrichten durchlaufen einen mehrstufigen Auswahlprozess. Danach folgt ein persönliches Gespräch, in dem ich prüfe, ob neben den äußeren Rahmendaten auch die persönliche Kompatibilität stimmt. Erst wenn beide Seiten grundsätzlich passen, werden Profil und Foto gegenseitig vorgestellt. Besteht auf beiden Seiten Interesse, stelle ich den Kontakt her und organisiere auf Wunsch auch das erste Date. So bleibt der Prozess persönlich, diskret und zugleich sehr strukturiert.“
Hohe berufliche Ansprüche übertragen sich nicht zwangsläufig auf die Partnersuche. Was suchen sogenannte Top-Performer heute tatsächlich in einer Beziehung?
Philipp Schwarzenberg: „Viele Top-Performer suchen in einer Beziehung vor allem das, was im beruflichen Alltag oft zu kurz kommt: Ruhe, Verlässlichkeit und echte Nähe. Gleichzeitig wünschen sie sich einen Partner, mit dem sie sich intellektuell austauschen, gemeinsame Interessen verfolgen und sich auch persönlich weiterentwickeln können.
Entscheidend sind außerdem eine wertschätzende Kommunikation, ähnliche Werte sowie emotionale und körperliche Intimität. Es geht also weniger um Status oder Perfektion, sondern um das Gefühl, sich wirklich auf Augenhöhe zu begegnen. Auf allen Ebenen.“
Sie stellen das Bild der klassischen „Trophy Wife“ infrage. Haben sich die Erwartungen erfolgreicher Männer an eine Partnerin in den vergangenen Jahren verändert?
Philipp Schwarzenberg: „Wer als Mann seine Partnerin nicht als persönlichen Gewinn sieht, hat schlicht die falsche Person an seiner Seite. Was ich jedoch massiv infrage stelle, ist das veraltete Klischee der reinen Statusergänzung: Frauen, deren einziger Beitrag darin besteht, sich zu inszenieren und die Kreditkarte des Mannes zu belasten. Wenn zwei Menschen mit diesem Modell glücklich werden – bitte. Das stelle ich nicht infrage. Aber für eine langfristige Beziehung auf Augenhöhe trägt das nicht. Die Männer, die mich engagieren, suchen eine echte Sparringspartnerin.
Wer zu mir kommt und eine 30 Jahre jüngere Frau nur als Dekoobjekt sucht, ist bei mir falsch. Erstens bin ich Matchmaker und kein Zauberer. Und zweitens passt eine so oberflächliche Suche schlichtweg nicht zu den Werten von Hearthunter.“
Eine Beziehung lebt von Emotionen und persönlicher Chemie. Wo endet deshalb selbst die beste professionelle Vorauswahl?
Philipp Schwarzenberg: „Beim Date. Ich kann Werte abgleichen, Lebensentwürfe prüfen und alle relevanten Rahmenbedingungen filtern. Das ist das Fundament. Aber die Magie, der Funke beim ersten Lachen – das lässt sich in keiner Excel-Tabelle der Welt berechnen. Genau dort endet meine professionelle Vorauswahl. Und das ist auch gut so.“
Der Erfolg Ihrer Dienstleistung hängt stark von individuellen Ergebnissen und persönlicher Betreuung ab. Wie lässt sich ein solches Geschäftsmodell überhaupt skalieren?
Philipp Schwarzenberg: „Dass hochgradig individuelle Dienstleistungen skalierbar sind, habe ich bereits in meiner vorherigen Agentur erlebt und mitgestaltet, die sich zu einem Millionenbusiness entwickelt hat. Ich kenne die Mechanik und die Zahlen dahinter also sehr genau. Die exakte Architektur meines heutigen Systems bleibt natürlich mein Betriebsgeheimnis. Das Grundprinzip ist aber klar: Es kommt auf das perfekte Zusammenspiel aus hochqualifiziertem Personal und einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur an.Technologie übernimmt die Datenanalyse, die Vorfilterung und die organisatorischen Prozesse. Der Mensch bleibt dort entscheidend, wo Empathie, Erfahrung, Intuition und persönliche Begleitung gefragt sind. Wer diese beiden Welten sinnvoll miteinander verbindet, baut eine skalierbare High-End-Manufaktur. Und genau das revolutioniert die Dating-Welt.“
Welche Vision verfolgen Sie mit Hearthunter, und wie möchten Sie die Partnervermittlung in den kommenden Jahren weiterentwickeln?
Philipp Schwarzenberg: „An allererster Stelle steht für mich Transparenz. Über Social Media dokumentiere ich meine tägliche Arbeit ganz offen. Wer heute eine klassische Agentur beauftragt, kauft oft die Katze im Sack. Bei Hearthunter soll jeder Klient vom ersten Tag an exakt verstehen, wie wir arbeiten und welchen Mehrwert wir liefern.
Mein persönlicher Antrieb ist einfach: Ich führe selbst eine unerschütterliche Partnerschaft auf Augenhöhe. Genau dieses Fundament möchte ich so vielen Menschen wie möglich zugänglich machen. Meine Frau ist selbst erfolgreiche Unternehmerin – wir teilen diese Vision und ziehen (meistens) an einem Strang. Das gibt mir eine enorme Grundstärke.
Beim Wachstum denke ich in klaren Phasen. Der Fokus liegt aktuell auf dem DACH-Raum, als Nächstes folgt der europäische Markt und langfristig die globale Aufstellung.
Ich bin erst 37 Jahre alt und habe noch viel vor. Mein Anspruch ist es, Hearthunter über die kommenden zwei Jahrzehnte zu einer festen Größe in der modernen Partnervermittlung zu entwickeln und die Branche dabei spürbar zu verändern.“
Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein Unternehmen in einem besonders persönlichen und vertrauenssensiblen Markt aufbauen möchten?
Philipp Schwarzenberg: „Erstens: Sei immer authentisch! Gerade in einem persönlichen und vertrauenssensiblen Markt merken Kunden sehr schnell, ob jemand wirklich hinter dem steht, was er sagt.
Zweitens: Respektiere dich selbst und deine Zeit! Nicht jeder Kunde passt zu jedem Unternehmen. Wer versucht, es allen recht zu machen, verliert irgendwann seine eigene Linie.
Drittens: Mach alles für deine Kunden! Wer Vertrauen erwartet, muss bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, erreichbar zu sein und konsequent die bestmögliche Leistung zu liefern. Am Ende entscheidet genau das darüber, ob aus einem guten Angebot eine starke Marke wird.“
Wir bedanken uns bei Philipp Schwarzenberg für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
















