Montag, Februar 23, 2026
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Wie viel Nachhaltigkeit verträgt echter Wachstumskurs?

Birdy & Bee entwickelt nachhaltigen Schmuck und stellt Design sowie Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt seines Geschäftsmodells und wird am 24. Februar 2026 in der PULS 4 Sendung 2 Minuten 2 Millionen pitchen

Birdy & Bee wird am 24. Februar 2026 in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen pitchen. Wer steht hinter dem Startup und wie hat sich das Gründerteam zusammengefunden?

Hinter Birdy & Bee stehen Sarah Anderl und ich, Petra Kamenar. Zwei Frauen, zwei Mütter, zwei Freundinnen.

Kennengelernt haben wir uns schon Anfang 20, dann hat uns das Leben kurz in unterschiedliche Richtungen geführt – und Anfang 30 wieder zusammengebracht. Und diesmal war sofort klar: Das bleibt.

Wir haben gemerkt, dass wir nicht nur menschlich, sondern auch beruflich unglaublich gut harmonieren, weil wir beide aus der Modebranche kommen und ein starkes Gespür für Design und Ästhetik haben. Aus dieser Verbindung ist zuerst Freundschaft entstanden – und dann ganz organisch unser gemeinsames Projekt.

Wie ist die Idee zu Birdy & Bee entstanden und was hat Sie dazu bewegt, nachhaltigen Schmuck in den Mittelpunkt Ihres Geschäftsmodells zu stellen?

Am Anfang wollten wir einfach etwas Eigenes schaffen. Etwas Kreatives.

Einen Ausgleich zum Mama-Alltag.

Dass daraus ein Schmucklabel wird, war eigentlich ein Zufall. Wir haben anfangs handgemachte Ohrringe gefertigt – ohne große Erwartungen, einfach aus Freude am Gestalten.

Dann kam plötzlich eine Nachfrage, mit der wir nie gerechnet hätten. Und damit auch die große Frage: Wie wachsen, ohne unsere Werte zu verlieren?

Uns war schnell klar, dass wir kein Teil des Fast-Fashion-Problems sein wollen. Wenn wir skalieren, dann mit Sinn. Deshalb haben wir uns bewusst für nachhaltige Materialien entschieden – nicht als Marketing-Statement, sondern aus Überzeugung.

Birdy & Bee verbindet Design mit Nachhaltigkeit. Welche Werte prägen Ihr Unternehmen im Alltag am stärksten?

Nachhaltigkeit – aber nicht als Trend, sondern als Haltung.

Und der Anspruch, so konsequent wie möglich zu handeln. Das bedeutet: lieber länger suchen, mehr hinterfragen und manchmal auch unbequemere Wege gehen, wenn sie sich langfristig richtig anfühlen.

Sie setzen auf handgefertigten Schmuck und umweltbewusste Materialien. Welche Rolle spielt die Entwicklung biobasierter Werkstoffe für Ihre Markenidentität?

Der Umstieg auf biobasierte Werkstoffe war ein Wendepunkt für uns.

Handgemachter Schmuck ist wunderschön, aber kaum skalierbar und oft schwer unter fairen Bedingungen umzusetzen. Erst durch dieses Material konnten wir aus einem Herzensprojekt ein echtes Unternehmen entwickeln.

Ohne diesen Schritt wäre Birdy & Bee wahrscheinlich bis heute ein kreatives Hobby geblieben.

An wen richtet sich Birdy & Bee konkret und wie stellen Sie sicher, dass Design, Preis und Nachhaltigkeit die Erwartungen dieser Zielgruppe erfüllen?

Unsere Hauptzielgruppe sind Frauen ab etwa 35 – Frauen, die mit ihrem Look ein Statement setzen möchten. Aber nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich.

Wir wollten eine Brücke schlagen: zwischen billigem Fast-Fashion-Schmuck und sehr teurem Echtschmuck.

Zeitloses Design, hohe Qualität und ein fairer Preis – ohne Kompromisse bei der Nachhaltigkeit.

Der Schmuckmarkt ist stark umkämpft. Welche Herausforderungen begegnen Ihnen als nachhaltiges Label besonders häufig?

Die größte Herausforderung ist tatsächlich nicht nur der Schmuck selbst, sondern alles drum herum.

Zum Beispiel die Verpackung. Nachhaltige Lösungen sind oft schwer zu finden, teuer oder gar nicht in Europa verfügbar. Wir haben monatelang gesucht, getestet und verglichen, bis wir eine Lösung gefunden haben, die sowohl nachhaltig als auch wirtschaftlich sinnvoll ist.

Was unterscheidet Birdy & Bee klar von anderen Schmuckmarken im Bereich Slow Fashion?

Birdy & Bee ist derzeit weltweit das wahrscheinlich einzige Schmucklabel, das mit diesem speziellen, sogar kompostierbaren Material in diesem Bereich arbeitet.

Gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur entwickeln wir das Material laufend weiter – etwa durch organische Zusätze wie Kaffeesud, Laub oder Bioglitzer.

Für uns ist das nicht nur Schmuck, sondern ein Experiment für die Zukunft von Materialien.

Nachhaltigkeit ist für viele Unternehmen ein Schlagwort. Wie gelingt es Ihnen, diesen Anspruch glaubwürdig umzusetzen?

Durch Konsequenz und Geduld.

Wir treffen Entscheidungen nicht nach dem schnellsten, sondern nach dem nachhaltigsten Weg. Ein Beispiel: Allein für unsere Verpackung haben wir vier Monate recherchiert, bis wir einen Anbieter in Deutschland gefunden haben, der unsere Ansprüche an Nachhaltigkeit und Preis erfüllt.

Glaubwürdigkeit entsteht nicht durch Worte, sondern durch Entscheidungen im Detail.

Mit dem Auftritt bei 2 Minuten 2 Millionen suchen Sie Kapital und Reichweite. Welche nächsten Wachstumsschritte planen Sie konkret?

Aktuell verkaufen wir vor allem im DACH-Raum.

Unser Ziel ist es, international zu wachsen und Birdy & Bee als starke Marke für nachhaltigen Schmuck zu positionieren.

Gleichzeitig möchten wir unsere Materialinnovation weiterentwickeln und noch mehr Produkte daraus entstehen lassen.

Wo sehen Sie Birdy & Bee in drei bis fünf Jahren?

Wir wünschen uns, dass unser Schmuck weltweit getragen wird – im Alltag genauso wie auf besonderen Bühnen. Wir wollen uns als eines der führenden Schmucklabels im Bereich der Nachhaltigkeit etablieren.

Und noch wichtiger: wir wollen dass unser Material weitergedacht wird. Denn langfristig sollte Plastik in vielen Bereichen durch nachhaltige Alternativen ersetzt werden können. Genau daran möchten wir mitarbeiten.

Welche strategischen Entscheidungen waren bisher besonders prägend für Ihr Unternehmen?

Definitiv die Umstellung auf das Spritzgussverfahren.

Das war ein echter Gamechanger und hat uns erst ermöglicht zu wachsen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben, die ein nachhaltiges Produkt auf den Markt bringen möchten?

Nachhaltigkeit braucht auch eine solide Kalkulation – sonst ist das Projekt nicht langfristig tragfähig.

Niemand wartet auf ein neues Produkt. Vertrauen muss man sich Schritt für Schritt erarbeiten. Geduld ist entscheidend.

Ein klar strukturierter, professioneller Online-Shop ist essenziell – er ist oft der erste Eindruck der Marke.

Sehen Sie Birdy & Bee am 24. Februar 2026 in 2 Minuten 2 Millonen

Bild Sarah Anderl und Petra Kamenar Bildcredits: http://studiokamenar.com/

Wir bedanken uns bei Sarah Anderl und Petra Kamenar für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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