Dienstag, Februar 27, 2024
StartWorkbaseVom Start-Up zum börsennotierten Unternehmen: Ein Kurzüberblick

Vom Start-Up zum börsennotierten Unternehmen: Ein Kurzüberblick

Es ist der Traum aller Gründer: Das eigene Start-Up hat so viel Erfolg, dass irgendwann der Börsengang ansteht. Es gibt kaum einen Weg, auf dem sich so viel frisches Kapital einsammeln lässt, wie mit einem Börsengang. Steigende Aktienkurse können zudem dafür sorgen, dass sich das Aktienvermögen von Gründern automatisch erhöht. Doch die Prozedur ist kompliziert und sollte gut geplant werden. Im Folgenden wird ein Kurzüberblick über die Planung eines Börsengangs geboten.

Schritt 1: Ist das Unternehmen reif für die Börse?

Ein IPO (Initial Public Offering = Börsengang) ist ein aufwendiges und auch kostspieliges Vorhaben. Sollte das Start-Up noch nicht so weit sein, ergeben sich am Ende hauptsächlich Verluste. Aus diesem Grund steht als erstes eine Prüfung auf Börsenreife an. Dazu gehören:

  • Produktanalyse
  • Branchenanalyse
  • Wettbewerbsanalyse
  • Das genaue Börsenumfeld
  • SWOT-Analyse
  • Unternehmensbewertung

Am Ende dieser Due Diligence Prüfung steht fest, ob ein Börsengang überhaupt ein sinnvoller Schritt ist. Darüber hinaus lässt sich auf Basis der Unternehmensbewertung ein Mindestausgabepreis mit der beauftragten Investmentbank vereinbaren. 

Schritt 2: Planung und Umfirmierung

Wenn ein Unternehmen an die Börse gehen will, muss es die passende Rechtsform aufweisen. Hierzulande sind dabei nur folgende Rechtsformen gültig:

  • Aktiengesellschaft (AG)
  • Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europea, SE)
  • Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)

Hier ist zu prüfen, welche der Rechtsformen für das eigene Start-Up am ehesten infrage kommt. Darauf folgt die Umfirmierung mit allen notwendigen juristischen und organisatorischen Schritten. 

Schritt 3: Wertpapierprospekt erstellen

Der Wertpapierprospekt ist eines der wichtigsten Projekte bei einem Börsengang und wird durch §3 Abs. 1 WpPG (Wertpapierprospektgesetz) vorgeschrieben. Auf diesem Weg sollen potenzielle Anleger alle wichtigen Informationen rund um das Unternehmen und ihr mögliches Investment erhalten. Die darin enthaltenen Angaben müssen komplett und richtig sein, da ansonsten später Schadenersatzforderungen an das Start-Up, aber auch die begleitenden Banken gestellt werden könnten.

Schritt 4: Investor Relations

Der anstehende Börsengang wird entsprechend kommuniziert und damit bekannt gemacht. Dies sorgt vor allem für Interesse von größeren Investoren, die dann zu einem bestimmten Aktienkurs ein größeres Aktienpaket zeichnen. 

Schritt 5: Bookbuilding

Im Normalfall geben Start-Ups bei der Emission von Aktien eine Preisspanne, innerhalb derer Interessenten Kaufangebote abgeben können. Daraus entwickelt sich der Eröffnungskurs an der Börse. Ab diesem Zeitpunkt unterliegt das Kursgeschehen dem Zusammenspiel aus Angebot und Nachfrage.

Börsengang: Ein großer Schritt für Start-Ups

Wenn sich Gründer für einen Börsengang entscheiden, sollten sie diesen Schritt vorher gut durchdenken und planen. Das Verfahren ist aufwendig und der Erfolg keinesfalls garantiert, wie viele Negativbeispiele zeigen. Trotzdem kann das Ganze bei guter Planung zu einem echten Turbo für die Unternehmensentwicklung werden.

Titelfoto: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Autor: Frederico Nunes

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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