Donnerstag, Oktober 1, 2026
StartInterviewsHandys als Fashion-Accessoire: Wie PopCharms in Die Höhle der Löwen geht

Handys als Fashion-Accessoire: Wie PopCharms in Die Höhle der Löwen geht

PopCharms bringt individuelle Charms ans Smartphone und wird am 05. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen pitchen, wo Gründerin Kerstin Raibold im Battle gegen whiffy aus Berlin antritt.

Wie ist die Idee zu PopCharms entstanden, wer steht hinter dem Unternehmen und welcher Moment hat dich zur Gründung inspiriert?

Hinter PopCharms stehe ich, Kerstin Raibold. Ich bin schon seit einigen Jahren Unternehmerin, komme ursprünglich aber aus einem ganz anderen Bereich. Nach mehreren Jahren im Dienstleistungsbusiness hatte ich große Lust, noch einmal etwas völlig Neues aufzubauen: eine echte Consumer Brand mit einem physischen Produkt, bei der ich meine Begeisterung für Mode, Trends und Unternehmertum miteinander verbinden kann.

Die eigentliche Idee entstand aus einer ganz simplen Frage: Warum sehen unsere Handys eigentlich fast alle gleich aus, obwohl wir sie jeden Tag ständig in der Hand halten? Kleidung, Schmuck und Taschen wählen wir passend zu unserer Persönlichkeit aus – beim Smartphone endet die Individualität meistens bei der Farbe der Hülle. Genau das wollte ich ändern. Für mich sollte das Handy vom Gebrauchsgegenstand zum Fashion-Accessoire werden. So ist PopCharms entstanden.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

PopCharms bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Fashion, Accessoires, Lifestyle und E-Commerce. Unser Kernprodukt sind Charms, mit denen Kundinnen und Kunden ihre Handyhüllen individuell gestalten können.

Das Spannende an unserem Geschäftsmodell ist für mich vor allem die nahezu unbegrenzte Individualisierung. Man kauft nicht einfach eine fertige Handyhülle, sondern gestaltet selbst ein Produkt, das zum eigenen Stil passt. Neue Charms, Trends und Kollektionen sorgen gleichzeitig dafür, dass das Produkt immer wieder neu interpretiert werden kann.

Langfristig denke ich PopCharms außerdem deutlich größer als nur als Handyhüllenmarke. Die Idee dahinter ist Personalisierung: Menschen sollen Alltagsgegenstände zu ihrem eigenen Statement machen können.

Welches konkrete Bedürfnis erfüllt PopCharms und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Wir lösen vielleicht kein klassisches Problem wie ein Tech-Startup – wir erfüllen vielmehr ein starkes Bedürfnis: Individualität.

Das Smartphone ist wahrscheinlich einer der persönlichsten Gegenstände unseres Alltags. Trotzdem sehen Millionen Geräte nahezu identisch aus. Gleichzeitig sehen wir gerade bei jüngeren Zielgruppen einen enormen Trend zu Individualisierung, DIY, Collectibles und sogenannten Bag Charms.

Genau diese Entwicklung übertragen wir mit PopCharms auf das Smartphone. Statt zwischen wenigen vorgefertigten Designs wählen zu müssen, kann sich jede Person genau die Kombination zusammenstellen, die zu ihr passt. Dadurch wird aus einer simplen Handyhülle ein persönliches Fashion Piece.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Für mich war die Teilnahme an „Die Höhle der Löwen“ eine sehr bewusste Entscheidung. Ich wollte mit PopCharms von Anfang an groß denken und die Marke nicht jahrelang im Verborgenen aufbauen.

Die Sendung bietet eine unglaubliche Möglichkeit, ein junges Produkt innerhalb kürzester Zeit einem Millionenpublikum vorzustellen. Gleichzeitig wollte ich aber auch wissen, wie erfahrene Unternehmer und Investoren das Konzept bewerten.

Natürlich ist es etwas völlig anderes, seine Idee im eigenen Umfeld zu präsentieren oder damit vor den Löwen zu stehen und sich kritischen Fragen zu stellen. Genau diese Herausforderung fand ich spannend. Für mich war der Auftritt deshalb nicht nur eine Chance auf Investment, sondern auch ein sehr großer persönlicher Schritt als Gründerin.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe bei Die Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Wenn ich einen Löwen nennen muss, war Ralf Dümmel für PopCharms sicherlich ein absoluter Wunschlöwe. Gerade bei einem physischen Consumer-Produkt sind Vertrieb, Handel, Produktentwicklung und Skalierung unglaublich wichtige Themen.

PopCharms ist ein Produkt, das man innerhalb weniger Sekunden versteht und das stark davon lebt, es zu sehen und auszuprobieren. Deshalb finde ich die Vorstellung spannend, die Marke nicht ausschließlich digital aufzubauen, sondern perspektivisch auch im stationären Handel sichtbar zu machen.

Gleichzeitig ging es mir nie ausschließlich darum, einen bekannten Namen als Investor zu gewinnen. Entscheidend ist für mich immer: Wer versteht die Vision der Marke und kann genau dort Mehrwert schaffen, wo ich alleine langsamer wäre?

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren bei Die Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Kapital ist natürlich hilfreich, aber für mich tatsächlich nicht der wichtigste Punkt. Viel wertvoller sind Erfahrung, Netzwerk und Geschwindigkeit.

Gerade beim Aufbau einer Consumer Brand gibt es unglaublich viele Themen gleichzeitig: Einkauf, Produktion, Logistik, Retail, Online-Marketing, Markenaufbau und Internationalisierung. Ein Investor, der diese Prozesse bereits mehrfach durchlaufen hat, kann Fehler vermeiden helfen und Türen öffnen, für die ein junges Unternehmen sonst Jahre benötigt.

Ich wünsche mir deshalb vor allem einen strategischen Sparringspartner, der meine große Vision versteht, sie aber gleichzeitig mit Erfahrung und Struktur ergänzt.

Welche nächsten Schritte sind für PopCharms nach eurem Auftritt bei Die Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Auf jeden Fall. Für mich ist „Die Höhle der Löwen“ kein Ziel, sondern eher ein Startschuss.

Der nächste große Schritt ist, PopCharms als Marke weiter auszubauen. Dazu gehören neue Charms und Kollektionen, weitere Produkte rund um Personalisierung und Fashion sowie der Ausbau unseres Online-Shops.

Gleichzeitig möchte ich PopCharms perspektivisch stärker offline erlebbar machen – über Pop-ups, Events, Kooperationen und den stationären Handel. Das Besondere an unserem Konzept ist nämlich der Moment, in dem Menschen vor einer großen Auswahl an Charms stehen und anfangen, ihre ganz persönliche Kombination zusammenzustellen.

Auch Internationalisierung ist definitiv ein Thema. Trends wie Charms, Personalisierung und Individualisierung funktionieren nicht nur in Deutschland. Meine Vision ist deshalb, aus PopCharms langfristig eine internationale Lifestyle- und Accessoire-Brand aufzubauen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse ist: Man muss nicht warten, bis alles perfekt ist.

Als Unternehmerin kann man sich sehr lange mit Konzepten, Businessplänen und Details beschäftigen. Aber die wirklich wichtigen Erkenntnisse bekommt man meistens erst, wenn ein Produkt tatsächlich am Markt ist und echte Kunden darauf reagieren.

Ich habe außerdem gelernt, wie wichtig Geschwindigkeit ist. Dinge ausprobieren, Feedback bekommen, verbessern und wieder ausprobieren. Gerade bei einer trendgetriebenen Consumer Brand ist das unglaublich relevant.

Und ich habe gelernt, meinem eigenen Gefühl stärker zu vertrauen. Nicht jede gute Idee sieht am Anfang auf einer Excel-Tabelle spektakulär aus. Manchmal sieht man einen Trend oder ein Bedürfnis, bevor dafür bereits sämtliche Daten vorhanden sind. Dann gehört Unternehmertum auch dazu, den Mut zu haben, trotzdem loszugehen.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen leiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Mein wichtigster Rat wäre: Fang an.

Man wird nie den perfekten Zeitpunkt haben, nie alle Antworten kennen und wahrscheinlich auch nie das Gefühl haben, komplett vorbereitet zu sein. Viele Ideen scheitern meiner Meinung nach nicht daran, dass sie schlecht sind, sondern daran, dass sie niemals umgesetzt werden.

Gleichzeitig sollte man sehr schnell lernen, zwischen der eigenen Vision und dem eigenen Ego zu unterscheiden. An der Vision darf man festhalten – aber beim Weg dorthin sollte man extrem flexibel bleiben.

Und ich glaube sehr daran, größer zu denken. Natürlich muss man wirtschaftlich und realistisch arbeiten. Aber wenn man bereits bei der Gründung nur darüber nachdenkt, was gerade bequem erreichbar ist, begrenzt man sein Unternehmen schon sehr früh selbst.

Wie sieht eure Strategie aus, um B2B-Kunden zu gewinnen, und welche Rolle spielt der Auftritt bei Die Höhle der Löwen für eure B2B-Markenbekanntheit?

Als klassisches B2C-Unternehmen steht für uns zunächst der direkte Kontakt mit unseren Kundinnen und Kunden im Vordergrund. B2B wird für uns allerdings mit Blick auf Retail, Kooperationen und mögliche Vertriebspartner zunehmend interessant.

Der Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ schafft dafür natürlich eine ganz neue Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit. Dadurch wird PopCharms nicht nur für Endkunden sichtbarer, sondern auch für potenzielle Handelspartner und Unternehmen, mit denen wir zukünftig zusammenarbeiten können.

Was unterscheidet die Produkte von PopCharms im Online-Shop und perspektivisch im Handel optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

PopCharms verkauft kein fertiges Design – wir verkaufen die Möglichkeit, selbst Designer zu sein.

Genau das ist für mich der größte Unterschied. Kundinnen und Kunden können aus unterschiedlichen Charms auswählen und ihre Hülle selbst zusammenstellen. Dadurch kann aus denselben Ausgangsprodukten eine riesige Anzahl völlig unterschiedlicher Designs entstehen.

Auch visuell ist das ein Produkt, das extrem schnell Aufmerksamkeit erzeugt. Die Charms sind bunt, verspielt, modisch und teilweise bewusst etwas over the top. Man sieht das Produkt und möchte automatisch näher hinschauen.

Gleichzeitig ist PopCharms für mich viel mehr als nur eine Handyhülle. Wir möchten eine Welt um das Thema Individualisierung schaffen. Das Smartphone ist lediglich unser Ausgangspunkt.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Die Vorbereitung auf die Ausstrahlung war tatsächlich eine der intensivsten Phasen seit der Gründung.

Wir haben unseren Warenbestand deutlich erhöht und sehr große Mengen an Charms vorbereitet, gezählt, sortiert und für die Logistik organisiert. Gleichzeitig wurde der Online-Shop technisch und inhaltlich auf die zusätzliche Nachfrage vorbereitet und wir haben uns sehr intensiv mit Fulfillment, Verpackung und Versand beschäftigt.

Bei PopCharms kommt noch eine besondere Herausforderung hinzu: Wir haben nicht einfach drei oder vier Produkte auf Lager, sondern sehr viele unterschiedliche Charms und Kombinationsmöglichkeiten. Das macht die Warenplanung wesentlich komplexer.

Unser Anspruch ist natürlich, dass jemand, der PopCharms in der Sendung entdeckt und sich spontan verliebt, danach direkt bestellen kann und nicht wochenlang auf sein Paket warten muss.

Gleichzeitig ist mir bewusst, dass „Die Höhle der Löwen“ eine Ausnahmesituation ist. Man kann sehr viel planen – aber am Ende weiß man erst am Abend der Ausstrahlung, wie groß die tatsächliche Resonanz sein wird. Und genau diese Mischung aus Vorbereitung, Nervosität und Vorfreude macht diesen Moment wahrscheinlich so besonders.

Sehen Sie PopCharms am 05. Oktober 2026 in der Höhle der Löwen

Bildcredits RTL

Wir bedanken uns bei Kerstin Raibold für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.

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