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Chanté Nöhlen Gründerin von Interior Circle, Online Community zum Kauf und Verkauf von Second Hand Interior, ist am 01. Mai 2023 in die Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und das Startup Interior Circle doch kurz vor!

Ich bin Chanté Nöhlen und die Gründerin von Interior Circle. Interior Circle ist eine Online Community zum Kauf und Verkauf von Second Hand Interior. Und zwar mit verifizierten Usern, obligatorischem Käuferschutz und sozialer Mission. Uns gibt es als kostenlose App und mehr als die braucht man nicht, um endlich privat Interior zu kaufen und verkaufen. 

Wie ist die Idee zu Interior Circle entstanden?

Hier kann ich mich direkt einmal outen: ich bin selbst absolut interior-verrückt. Ich besitze viel zu viele Vasen, Kissen & Co. und bin immer für ein DIY zu haben. Besonders letzteres führt mich dann immer wieder auf die Suche nach Second-Hand-Schätzen und es hat mich einfach wahnsinnig gemacht, dass es keine Community für 2nd Hand Interior gab. Ich musste immer wieder bei Marktplätzen, die alles anbieten, nach der Nadel im Heuhaufen suchen. Und das in einer Welt, in der der Wunsch nach Nachhaltigkeit und das Interesse für Interior so rasant wachsen – das hat ich einfach verrückt gemacht. 

Die Idee hatte ich daher schon länger. Mein Mann hat sie dann in meinen Augen rundum perfekt gemacht, als er noch die Soziale Komponente eingebracht hat. Denn bis dato fiel es uns schwer, dass wir alle uns via einer solchen Community weiter mit allem Möglichen für ein schönes Zuhause eindecken würden, während woanders nichtmal ein Dach über dem Kopf existiert – geschweige denn eine Wasserversorgung. Dank des Kreislaufs, den mein Mann eingebracht hat, kann jeder mit Interior Circle das eigene Zuhause schöner machen und hilft gleichzeitig anderen, eines zu bekommen. Hiermit war die Idee und die Mission rund.

Welche Vision steckt hinter Interior Circle?

Dass wir es schaffen möchten, die Welt ein Stückchen fairer zu machen habe ich ja gerade eben bereits thematisiert. 

Hinzukommt die Vision, dass wir Interior zugänglicher machen möchten. Zugänglicher deshalb, weil es bezahlbarer wird und sich somit auch Menschen, die finanziell eventuell etwas schwächer aufgestellt sind, den Wunsch nach einem stilvollen Zuhause erfüllen können. Denn durch gesellschaftliche Bewegungen wie beispielsweise Social Media, wird die Relevanz nach einem stilvoll eingerichteten Zuhause immer größer. Das ist für mich als Interior Fan natürlich auch schön, aber es muss für die Menschen auch zugänglich und bezahlbar sein, damit es Spaß macht und nicht zum belastenden sozialen Druck wird. Indem wir eine einfache und vor allen Dingen sichere Anlaufstelle zum kaufen und verkaufen bieten, helfen wir dabei, günstige Schätze zu finden und auch die eigene Kasse durch Verkäufe wieder aufzufüllen. 

Zu guter Letzt möchten wir mit Interior Circle auch unseren Teil zum nachhaltigen Handeln und Konsum beisteuern, da wir mit unserem Kreislauf dabei helfen können, die Dinge länger im Umlauf zu lassen – ihnen Unendlichkeit zu schenken. Sperrmüll-Berge, bei denen noch fantastische alte Schätze dabei sind, machen mich bis heute immer noch sprachlos.

Wer ist die Zielgruppe von Interior Circle?

Jeder, der sich für Interior interessiert bzw. Lust hat, das Zuhause zu verschönern und/oder die eigene Kasse aufzufüllen. Wir möchten für jede:n Interior zugänglich machen – für jede:n mit ehrlichen und seriösen Absichten, dafür ja unser Verifizierungsmechanismus. Bei uns soll sich sowohl die Person wohlfühlen, die nach einem günstigen Schnäppchen sucht, als auch Design-Liebhaber:innen, die bei uns mit passenden Filtern sehr schnell Design Klassiker finden können.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich für die Sendung „Die Höhle der Löwen” zu bewerben?

Das ist eine sehr gute Frage! Ganz ehrlich: ich weiß gar nicht mehr, wie das entstanden ist. Ich hab die Show immer gerne gesehen und vermutlich lag daher die Idee einfach nahe. Es hat mich jedenfalls absolut den Schritt raus aus meiner Komfortzone gekostet, da ich es durchaus schwierig finde, mich selbst im TV zu sehen bzw. es mir vorzustellen. Bisher war dies ja noch nie der Fall.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Alleine der Bewerbungsprozess war eine Vorbereitung an sich. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwierig ist und es so viele Phasen des Prozesses gibt, die man durchläuft. 

Abgesehen davon lag die meiste Vorbereitung definitiv in dem Produkt, also der Technik. Sprich sicherzustellen, dass die Website auch bei immens hohen Zugriffszahlen standhält und unsere App so wenig Bugs wie möglich hat – Null Bugs sind im digitalen Bereich eigentlich unmöglich, das habe ich mittlerweile lernen dürfen. Jedoch möchte ich natürlich so gut es geht sicherstellen, dass unser System mit allen Funktionen gut performt. Und natürlich wollte ich auch bis zur Ausstrahlung unser System noch weiterentwickeln und so ist noch die ein oder andere coole Funktion dazu gekommen.  

Investorin Dagmar Wöhrl nimmt die Idee von „Interior Circle“, dem ersten Online-Marktplatz für Second Hand Interior, genau unter die Lupe. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung „Die Höhle der Löwen” geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Nachdem ich selbst erfahren habe, wie hart der Bewerbungsprozess war, muss ich zugeben, dass es uns schon ein wenig stolz gemacht hat, es bis dahin geschafft zu haben. Denn zwischendrin habe ich schon gedacht „Okay, das wars, in der Runde bist du bestimmt raus!“.

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch „Die Höhle der Löwen” viele Interessenten und auch Medien auf Interior Circle aufmerksam werden?

Sehr sehr wichtig. Wir sind bisher bei beeindruckenden 12.000 Menschen, die sich unsere App zugelegt haben. Das ist ein unglaublicher Meilenstein, wenn man bedenkt, dass wir hierfür kaum Marketingbudget investiert haben. Schlichtweg, weil wir das nicht hatten. Bedeutet, wir sind bis hier hin beinahe organisch gewachsen und das spricht für die Relevanz von Interior Circle. Wir haben viel freien Support von Influencer:innen und Magazinen bekommen, die einfach überzeugt von uns und unserer sozialen Mission waren und sind. 

Sie haben uns for free supportet und dafür sind wir immens dankbar. Die Bereitschaft der Mitglieder, ihre Dinge zu inserieren ist beeindruckend. Allerdings ist unsere fehlende Reichweite der Grund dafür, dass diese Sachen zu langsam verkauft werden innerhalb der Community und das ist für die motivierten Interior Fans natürlich frustrierend. Wir möchten und müssen daher dringend an Reichweite gewinnen, damit mehr Menschen Teil der Community werden, all die tollen Schätze bei uns sehen und unsere Mitglieder:innen somit schneller zum Verkaufserfolg kommen. Dabei wird uns der Auftritt bei HDL mit Sicherheit helfen.

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Auf jeden Fall Dagmar Wöhrl.

Interior Circle, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In 5 Jahren sehe ich uns als Community nicht mehr ausschließlich in Deutschland. Zum einen, weil wir dann die bereits vorhandene Nachfrage in der DACH-Region bedienen möchten, für die uns momentan noch das Budget fehlt, und zum anderen weil wir dann in den benachteiligten Ländern soziale Projekte umgesetzt haben möchten und weiterhin aktiv umsetzen werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Dranbleiben! Es gab so viele Momente auf der Reise, bei denen sich das Gefühl einschleichen wollte „diese Straßensperre kriegst du nicht umfahren!“. Mit Durchhaltevermögen, vielen Nerven, positiven Vibes und ganz viel Biss hat es aber am Ende immer alles geklappt. 

Think Big! Das kann ich ganz offen sagen, war bei mir lange Zeit eine Schwäche. Ich konnte einfach nicht groß denken. Bzw. habe mir auf Grund des falschen Mindsets genau das am Anfang verwehrt. Groß zu denken habe ich fälschlicherweise schnell in die Kategorie „Träumerin“ oder „fehlende Demut“ gepackt. Mein Mann hatte hier ein ganz anderes Mindset und er hat mich immer wieder und die Richtung gecoacht, in die es gehen muss: „Think Big, denn nur dann ist eine Annäherung daran möglich.

Wenn man klein denkt, wird man nie darüber hinauskommen.“ Genau dieses Mindset hatte ich dann glücklicherweise früh genug begriffen. Denn im Zuge von Investoren-Gesprächen hat sich gezeigt, dass genau dieses Mindset unumgänglich ist.

Verlasse deine Komfortzone. Meine Erfahrung: bei 9/10 Fällen liegt genau da der Erfolg. Und der eine Fall, bei dem es einfach eine Fehlentscheidung war, wird durch den unfassbar bewegenden und motivierenden Erfolg der anderen 9 Fällen locker wieder wett gemacht. Rückblickend sind nämlich die Dinge, die mich am meisten Überwindung gekostet haben, die großen Game Changer auf der Reise gewesen!

Bild: Chanté Nöhlen präsentiert mit „Interior Circle“ den ersten Online-Marktplatz für Second Hand-Interior. Sie erhofft sich ein Investment von 200.000 Euro für 20 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen.  Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie Interior Circle am 01. Mai 2023 in #DHDL

Wir bedanken uns bei Chanté Nöhlen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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