Loume will mit Licht und Atemübungen den Schlaf verbessern und wird am 28. September 2026 in der Höhle der Löwen pitchen.
Wie ist die Idee für Loume entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?
Hinter Loume stehen Markus Schnauer und ich, Viktor Dik, beide aus Hamburg. Ich hatte mein erstes Unternehmen verkauft und wollte eigentlich mal in Ruhe durchatmen. Ironischerweise ist genau daraus die nächste Firma entstanden. Der Moment war ziemlich banal: Uns ist aufgefallen, dass gefühlt die halbe Republik abends im Bett liegt und aufs Handy starrt, obwohl jeder weiß, dass genau das der Grund ist, warum man nicht einschläft. Da dachten wir: Wenn die Leute schon irgendwo hinstarren, dann doch bitte auf etwas, das beim Einschlafen hilft. So kam das Licht an die Decke. Aus der Idee wurde ein Prototyp, aus dem Prototyp ein Produkt, und inzwischen steht Loume in knapp 10.000 Schlafzimmern.
In welcher Branche seid ihr mit Loume tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?
Wir sind im Bereich Sleep Tech unterwegs, irgendwo zwischen Wellness und Consumer Electronics. Loume ist ein Gerät für den Nachttisch, das einen sanften Lichtkreis an die Zimmerdecke wirft. Das Licht wird im Atemrhythmus heller und dunkler, man atmet einfach mit und der Kopf fährt runter. Dazu gibt es unsere App mit über 100 Meditationen, Einschlafgeschichten und Atemübungen. Das Besondere am Geschäftsmodell: Man kauft Loume einmal und das war es. Kein Abo, keine versteckten Kosten, keine monatliche Überraschung auf der Kreditkartenabrechnung. Verkauft wird über unseren eigenen Onlineshop, über Amazon sowie bei MediaMarkt und Saturn, in Deutschland und seit Juni auch in Österreich.
Welches konkrete Problem löst Loume und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?
Einschlafprobleme sind eine Art Volkssport, nur leider ein ziemlich unbeliebter. Jeder kennt das Gedankenkarussell: Man ist todmüde, aber der Kopf macht noch Überstunden. Bisher hatte man grob zwei Optionen: Tabletten oder Schlafapps, bei denen man weiter aufs Handy starrt. Loume schließt genau diese Lücke. Eine Einschlafhilfe ohne Tabletten, ohne Bildschirm vor der Nase und ohne dass man sich irgendwas an den Körper schnallen muss. Man legt sich hin, schaut an die Decke und atmet mit. Klingt simpel, ist es auch. Genau das ist der Punkt.
Warum habt ihr euch mit Loume für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?
Ganz ehrlich: Reichweite. Die Menschen, denen Loume helfen kann, sitzen abends vor dem Fernseher, und wo könnte man ein Einschlafprodukt besser zeigen als kurz vor der Schlafenszeit? Genauso wichtig war uns aber der Realitätscheck. Wenn fünf Menschen, die tausende Pitches gesehen haben, dein Produkt bewerten, lernst du mehr als in einem halben Jahr.
Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe in der Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?
Frank Thelen. Er kennt sich mit Tech aus wie kaum ein anderer, und sein erster großer Erfolg war ebenfalls Consumer Tech. Auch als Investor hat er bei Consumer Themen immer wieder ein ziemlich gutes Näschen bewiesen, von myTaxi bis Wunderlist. Einen Löwen mit so einer Trefferquote auf seiner Seite zu haben, wäre für uns ein verdammt gutes Omen.
Welche Form der Unterstützung durch die Investoren in der Höhle der Löwen erhofft ihr euch für Loume neben dem Kapital am meisten?
Erfahrung beim Skalieren. Loume ist unser erstes Hardware Business, und eine Frage stellen wir uns ständig: Wie kommen wir von 10.000 verkauften Geräten auf 100.000? Genau da können die Löwen helfen, weil sie diesen Weg schon oft gegangen sind und wissen, wo die Stolpersteine liegen, bevor wir drüberfallen.
Welche nächsten Schritte sind nach eurem Auftritt in der Höhle der Löwen für Loume geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?
Wir haben unglaublich viel Kundenfeedback in die Weiterentwicklung von Loume einfließen lassen, und das Produkt ist dadurch nochmal ein ganzes Stück besser geworden. Außerdem launchen wir unser zweites Produkt: die Dream Dots, unsere Schlafkopfhörer.
Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg mit Loume als besonders wertvoll erwiesen?
Man sagt nicht umsonst: „Hardware is hard.“ Wir dachten am Anfang ehrlich gesagt, wir entwickeln das Gerät und die App, und dann sind wir fertig. Aber auch wenn es nur ein einziges Produkt ist, muss man kontinuierlich daran weiterarbeiten. Unsere App hat seit dem Launch knapp 30 Updates bekommen, und auch das Gerät haben wir nochmal überarbeitet. Ein Produkt ist nie fertig, es wird nur immer besser.
Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?
Hört euren Kunden zu, nicht eurem Ego. Wenn etwas im Kern nicht funktioniert, baut es lieber einmal neu, statt es ewig zu flicken. Plant Cash und Saisonalität konservativ, das Leben hält sich selten an den Businessplan. Sucht euch einen Mitgründer, mit dem ihr auch nach dem dritten Rückschlag noch gemeinsam lachen könnt. Und ganz wichtig: Schlaft genug.
Was unterscheidet Loume im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?
Optisch ist Loume kein weiteres schwarzes Plastikgadget mit blinkender LED, sondern sieht eher aus wie ein Wohnaccessoire: heller Stoff, warmer Karamellton obendrauf, steht auf dem Nachttisch, als hätte es der Innenarchitekt ausgesucht. Inhaltlich trägt man nichts am Körper, schaut auf keinen Bildschirm und schließt kein Abo ab. Die Technologie ist zum Patent angemeldet.
Wie bereitet ihr bei Loume eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?
Wir haben unsere Lagerbestände rechtzeitig aufgestockt und die Abläufe mit unseren Logistikpartnern vorher durchgespielt, damit jede Bestellung schnell rausgeht, egal ob über unseren Shop oder Amazon. Der Shop ist auf hohe Zugriffszahlen vorbereitet und unser Kundenservice ist für den Abend und die Tage danach verstärkt. Die einzige Ironie an der Sache: Ausgerechnet in der Nacht der Ausstrahlung wird bei einem Einschlafprodukt im Team garantiert niemand schlafen.
Sehen sie Loume am 28. September 2026 in der Höhle der Löwen
Bild Gründer Viktor Dik und Markus Schnauer (v.li.), Loume Foto: RTL
Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
















