Samstag, März 2, 2024
StartWorkbaseNew Work als treibende Kraft der Unternehmenskultur

New Work als treibende Kraft der Unternehmenskultur

Während bei der Gründung eines Start-ups das Erreichen der unternehmerischen Ziele im Vordergrund steht, erhält die Unternehmenskultur im Laufe der Unternehmensentwicklung einen immer höheren Stellenwert. Dabei wächst sie zu Beginn maßgeblich durch die Einstellung und den Auftritt der Gründer:innen und ist nur in den seltensten Fällen manifestiert. Umso wichtiger, dass sie aktiv gelebt, an neue Mitarbeiter:innen herangetragen und kontinuierlich weiter vorangetrieben wird. Die Covid-19 Pandemie ist in diesem Punkt jedoch zu einer kaum überwindbaren Hürde für viele Start-ups geworden. Die Manifestation einer Unternehmenskultur, welche durch den täglichen gemeinsamen Austausch geprägt wird, ist fast unmöglich geworden. Diese Herausforderung bietet jedoch die Chance, neue, hybride Arbeitsmodelle und Kommunikationswege frühzeitig für die kulturelle Entwicklung des Unternehmens zu nutzen. 

Ein unkonventioneller Vergleich, der die Unternehmenskultur in einem frühen Stadium greifbar macht, sind die auffallenden Parallelen in der Entwicklung einer Unternehmenskultur in Start-ups zu der Erziehung eines Kindes. Beide benötigen Freiheiten zur Entwicklung, doch gleichzeitig auch eine Supervision, die den Weg weist und die Rahmenbedingungen festlegt. Eine Herausforderung, welche Gründer:innen vor wegweisende Entscheidungen stellt und ihnen gleichzeitig die Chance gibt, trotz unternehmerisch fordernder Zeiten und ohne persönlichen Kontakt das Teamgefühl und die Selbständigkeit der Mitarbeiter:innen zu fördern. Das anfängliche Ziel bei der Entwicklung der Unternehmenskultur sollte deswegen sein, die Motivation und Vision der Gründer:innen an die Mitarbeiter:innen zu transportieren. Aktuell ist dies durch die gegebene Lockdown- und Homeoffice-Situation durchaus schwer, weswegen es nach der Pandemie gilt, einen Ort des Austauschs zu schaffen, der in physischer Form die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur unterstützt und fördert.

Der Ort zum Austausch

Eine Firmenkultur entwickelt sich durch belebte Kommunikation, ob verbal oder nonverbal, und durch Kontakt, weswegen es essentiell ist, Raum dafür zu schaffen. In Zeiten einer Pandemie kommen damit zusätzliche Probleme auf, da Dialoge nur in den wenigsten Fällen physisch stattfindet. Es gibt jedoch Möglichkeiten, zumindest den verbalen Austausch auch während einer Pandemie zu fördern. Beispielsweise durch digitale Lunch Dates, Verabredungen zum virtuellen gemeinsamen Spaziergang oder After Work Drink per Video-Call. Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Schnelltests lässt sich beispielsweise für spezielle Termine eine Ausnahme finden. Beispielsweise bei Personalgesprächen, die von der Möglichkeit des direkten Augenkontakts profitieren. Auch Kreativprozesse wie Brainstormings leben von physischer Interaktion, können jedoch mit Tools wie “Miro” und Co. Brainstormings mittlerweile sehr gut digital abbilden. 

Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die Arbeitsumgebung. Das offene und wohnliche Design bei Mindspace mit Gemeinschaftsflächen und Wahlmöglichkeiten was den Arbeitsplatz angeht bietet die nötige Abwechslung im Alltag, minimiert Stress, erhöht die Motivation der Mitarbeiter und fördert im besonderen Maße die Kreativität. Durch die Covid-19 Pandemie wurde zudem einmal mehr deutlich, dass der physische Kontakt auf lange Sicht nicht durch Zoom, Skype und Co. zu ersetzen sein wird. Viel mehr werden sich hybride Modelle durchsetzen, die sich dadurch auszeichnen, dass Mitarbeiter:innen wählen können von wo aus sie arbeiten möchten: dem Büro, einem Coworking Space in ihrer Nähe oder von Zuhause aus.

Besonders für Start-ups, bei denen eine starke Dynamik vorherrscht und die möglicherweise auch ein starkes Wachstum an Mitarbeiter:innen zu verzeichnen haben, ist eine räumliche Flexibilität nötig, um das größtmögliche Potenzial einer Unternehmenskultur zu nutzen, oder sie zu etablieren. Das Büro wird damit zum zentralen Element des Wissenstransfers und eine Säule der Unternehmenskultur. 

Innovationstreiber der Arbeitswelt

Start-ups sind in der Lage, sich schnell an unterschiedliche Situationen anzupassen und flexibel auf neue Rahmenbedingungen zu reagieren. Insbesondere in der jetzigen Pandemie ist dies ein enormer Vorteil. Doch bereits vor der Corona-Krise setzten Start-ups neue Impulse durch flexible Arbeitsbedingungen und Remote Work und gelten damit als treibender Innovator in diesem Bereich. Betrachtet man jedoch klassische Bürolösungen, wird schnell deutlich, dass diese nicht den agilen und schnell verändernden Eigenschaften von Start-ups gerecht werden. Das herkömmliche Büro als solches ist ein starres und aufwendiges Konstrukt, welches für agile Start-ups mehr zu einer Herausforderung werden kann als zu einer Entlastung. Gleichzeitig geht die Entscheidung für eine räumliche Lösung auch meist einem langfristigen Mietvertrag einher, der sich nicht so einfach auf das Wachstum von jungen Unternehmen anpassen lässt.

Durch Flex Offices haben Start-ups die Möglichkeit, in ihrem eigenen Tempo zu wachsen ohne an starre räumliche Bedingungen geknüpft zu sein. Während der Corona Pandemie konnten wir zudem beobachten, dass Start-ups die zusätzliche Flexibilität unserer Lösung sehr gut zu nutzen wussten. Sie etablierten hybride Arbeitsmodelle für ihre Miterarbeiter:innen, die dadurch trotz Einschränkungen und natürlich unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen das Büro während dieser Zeit als Inspirationsquelle und Alternative zum Homeoffice nutzen konnten. 

Nach dem ersten Lockdown konnten wir bis heute wieder eine steigende Anzahl an Start-ups bei uns verzeichnen. Ein Anzeichen dafür, dass es viele geschafft haben, die Situation erfolgreich zu adaptieren und ihre Agilität zu ihrem Vorteil zu nutzen. In Zukunft dürfte die gewonnene Flexibilität bei der Nutzung von Räumlichkeiten weiter steigen, denn trotz erzwungener Maßnahmen hat die Corona-Pandemie auch einen Wandel zu Remote Work und einer alternativen Büronutzung begünstigt, der in Hinblick auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen und Unternehmenskultur weiter an Bedeutung gewinnen wird. 

Autor: Oliver Lehmann

Oliver Lehmann ist General Manager bei  Mindspace, einem globalen Anbieter von flexiblen Bürolösungen. Als Experte mit langjähriger Erfahrung im Bereich Real Estate und Sales verantwortet er seit 2019 neben Strategie und Ausrichtung auch die Bereiche Sales, Personal und Business Development des israelischen Unternehmens in Deutschland.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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