Samstag, November 7, 2026
Start Blog Seite 24

Höhle der Löwen: „Prinz Penis“ bricht Tabu mit Männer-Intimpflege

0
Penice: Männer Imtimpflege in der Höhle der Löwen Bild: Markus Flagner, Gründer von Penice Foto: RTL

Penice entwickelt Intimpflege für Männer und wird am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen pitchen.

Wie ist die Idee zu Penice entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat dich zur Gründung inspiriert?

Es war einmal ein Mann unter der Dusche. Dort sprießen bekanntlich die besten Ideen, und genau dort ist Penice entstanden.

Vor mir stand die Intimwaschlotion meiner damaligen Freundin. Und ich habe mich gefragt: Warum gibt es so etwas eigentlich nicht für uns Männer? Und was müsste anders sein, damit es beim Mann funktioniert und ankommt?

Zuerst war der Name da. Ein Name, der hängen bleibt. Als ich ihre Lotion selbst benutzt habe, habe ich sie kurzerhand „Penice“ getauft. Penis plus nice, denn genau darum geht es: Untenrum soll es sich einfach nice anfühlen.

Als ich mich im engsten Freundeskreis mit der Idee geoutet habe, wurde Penice sofort zum Running Gag. Aber zu einem von der guten Sorte, und er riss einfach nicht ab. Aus dem Gag wurde ein Dauerbrenner, und irgendwann habe ich gespürt: Da steckt mehr dahinter.

Wie ernst das Thema wirklich ist, hat mir später die Männerarbeit gezeigt. In Männerkreisen reden Männer offen über Dinge, über die sie sonst schweigen: Scham, Leistungsdruck, Unsicherheit im Bett. Da wurde mir klar, wie viele Männer mit solchen Themen allein sind.

Hinter Penice stehe ich, Markus Flagner, Solo-Gründer aus Würzburg und Herrscher über ein Ein-Mann-Königreich. In der Würzburger Startupszene kennt man mich inzwischen als den Penis-Mann. Bei meinem Pitch in der Höhle der Löwen wurde ich dann zum Prinz Penis gekrönt.

Ursprünglich komme ich aus der Informatik. Ich war rund zehn Jahre als Webentwickler selbstständig und danach drei Jahre Teamleiter in der Gründungsberatung der TH Aschaffenburg. Jetzt stehe ich selbst auf der anderen Seite.

Böse Nasen könnten behaupten, dass wir Nerds uns schlecht riechen können. Aber das Klischee ist passé, genauso wie das vom Mann, dem egal ist, wie er auf andere wirkt.

In welcher Branche bist du mit Penice tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Mit Penice bin ich in der Kosmetikbranche gelandet, genauer in der Intimpflege für Männer.

In das Thema habe ich mich reingefuchst: erst im Heimlabor im Treppenhaus und mit Internetrecherche nach Hausmitteln, später mit KI-Recherche und Inhaltsstoffanalysen. Ein Kosmetikexperte bin ich bis heute nicht. Deshalb gebe ich das fehlende Wissen und die Produktion in kompetente Hände.

Die Rezeptur habe ich mit einer spezialisierten Kosmetikchemikerin zur Marktreife gebracht. Produziert wird in Deutschland, bei einem Lohnhersteller in Hamburg. Die Wirkstoffkombination ist zum Patent angemeldet.

Mein Geschäftsmodell ist bewusst einfach gehalten. Nach all den Jahren in Softwareentwicklung und Beratung wollte ich ein physisches Produkt vertreiben, das die KI nicht so einfach ersetzen kann. Etwas zum Anfassen eben. Die KI darf mir dafür bei allem anderen helfen: Ich arbeite ohne Angestellte und setze auf Automatisierung statt Overhead.

Welches konkrete Problem löst Penice und welche Marktlücke hast du damit geschlossen?

Ich nehme mir eines der letzten großen Tabus vor: die Intimpflege beim Mann.

Anfang 2026 habe ich dazu rund 200 Männer und Frauen befragt. Weit über die Hälfte der Männer war sich im letzten Jahr mindestens einmal unsicher, ob sie im Schritt frisch genug sind. Und über 70 Prozent der Frauen haben erlebt, dass fehlende Frische beim Mann sie davon abgehalten hat, intim zu werden oder sich dabei zu entspannen.

Beide Seiten wissen es. Keiner sagt es. Und über 80 Prozent der Männer nutzen untenrum einfach ihr normales Duschgel.

Genau da setzt Penice an. Und zwar nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Ein Mann, der für sich sorgt, ist nicht eitel, sondern souverän. Wer sich in seiner Haut wohlfühlt, kann sich fallen lassen, sex-positiv denken und seine männliche Energie frei leben. Immer mit Respekt vor dem Menschen, mit dem er intim wird.

Ich nenne das Shared Intimacy. Die Botschaft lautet nicht „Du musst dich waschen“, sondern „Ich möchte, dass wir uns beide wohlfühlen“.

Und ja, das ist ein Männerthema. Es braucht einen Mann, der sich hinstellt und sagt: Leute, lasst uns darüber reden. Von Mann zu Mann, ohne Scham und mit einem Augenzwinkern. Wenn ich dafür der Penis-Mann sein muss, dann bin ich das eben gerne.

Und genau das ist die Marktlücke: Das Problem ist weit verbreitet, aber es gibt kaum ein Produkt, das Männern untenrum wirklich hilft und das sie sich auch zu kaufen trauen. Penice Daily Gel wurde gegen Penisgeruch entwickelt. Ohne Bullshit und ohne Scham.

Warum hast du dich für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Ehrlich gesagt war das eher Zufall als Plan.

Ich war eines Abends feiern, und gefühlt die hundertste Person sagte zu meiner Idee: „Das wäre doch was für die Höhle der Löwen!“ Um drei Uhr nachts lag ich dann etwas genervt im Bett und habe nachgeschaut, ob man sich da überhaupt bewerben kann.

Für diese Uhrzeit wollte das Formular zu viele Infos. Also habe ich nur Name, Telefonnummer und grob die Produktidee eingetragen, auf Speichern geklickt und das Ganze ad acta gelegt.

Ein paar Monate später klingelte mein Telefon. Die Produktionsfirma bat mich, die vollständige Bewerbung doch bitte abzuschicken, weil sie die Idee so cool fanden. Das habe ich als Wink vom Universum genommen.

Im Vordergrund stand für mich, ein Tabuthema dorthin zu bringen, wo es hingehört: zur besten Sendezeit ins Wohnzimmer. Wenn Millionen Menschen gemeinsam über Intimpflege für Männer schmunzeln, ist das Tabu schon halb gebrochen. Denn ein Thema, das sich versteckt, bleibt ein Tabu.

Wer war von Anfang an dein absoluter Wunschlöwe in der Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu deiner Vision?

Von Anfang an war Judith Williams meine Wunschlöwin.

Sie hat enorm viel Erfahrung im Bereich Kosmetik und weiß genau, wie man so ein Produkt auf vielen Vertriebskanälen platziert und an den Mann bringt. Wortwörtlich.

Ich glaube, sie hätte Spaß daran, den Mann als Zielgruppe für die Intimpflege zu erobern.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren in der Höhle der Löwen erhoffst du dir für Penice neben dem Kapital am meisten?

Kapital ist wichtig, aber nicht das Wichtigste.

Ich erhoffe mir vor allem die Bereitschaft und den Willen, mein Penice ganz groß zu machen.

Dazu gehören das Netzwerk und die Expertise, die mir für den nächsten Wachstumsschritt noch fehlen, allen voran Kontakte zu Drogerien und in den Handel.

Welche nächsten Schritte sind für Penice nach deinem Auftritt in der Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Ganz klar: Penice erfolgreich auf den Markt bringen und so vielen Männern wie möglich zugänglich machen.

Als Nächstes ist ein Feuchttuch in Planung, das man schnell zur Hand hat, wenn es darauf ankommt. Es hat die Größe einer Kondomverpackung und passt in jeden Geldbeutel.

Danach soll ein Geschenkset folgen, natürlich mit einem Augenzwinkern. Mit witzigen Geschenkkarten und einer versteckten Botschaft passt es zum Junggesellenabschied genauso wie unter Freunden. Denn auch Männer dürfen sich gegenseitig ein bisschen Liebe schenken. Bromance eben. Und fast die Hälfte der befragten Männer würde sich über so ein Geschenk von der Partnerin freuen, weil es zeigt, dass sie sich um ihn kümmert.

Langfristig will ich mit Penice in Drogerien, Apotheken und ins Ausland. Denn ich bin überzeugt: Männliche Intimpflege wird in den nächsten Jahren so selbstverständlich wie die Bartpflege im letzten Jahrzehnt.

Das Thema hat aber auch einen ernsten Hintergrund. In der Pflege ist Not am Mann. Viele Pflegekräfte und Ärzte haben mir erzählt, unter welchen Umständen sie in Pflegeheimen und Geriatrien arbeiten. Dort möchte ich mit Penice gerne unterstützen: älteren Männern mehr Würde schenken und dem Personal die Arbeit ein Stück angenehmer machen. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Die Rezeptur hat übrigens noch mehr Potenzial. Ob daraus irgendwann ein weiteres Produkt unter anderem Namen entsteht, entscheidet der Erfolg von Penice.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf deinem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Ich dachte, blauäugig wie ich war, ich könnte im Homeoffice etwas zusammenmischen und online verkaufen.

Pustekuchen. Kosmetik ist streng reglementiert. Jedes Wirkversprechen muss belegt sein, und die Rezeptur muss in der Anwendung sicher sein. Das dauert und kostet Geld.

Dabei habe ich gelernt: Du bist für dein Produkt allein verantwortlich, auch für die Dinge, die du aus der Hand gibst. Deshalb musst du dir das Wissen aneignen oder Tools nutzen, die dir helfen, die bestmögliche Entscheidung zu treffen.

Genauso wichtig sind die richtigen Freunde und Enabler im Netzwerk. Menschen, die nicht abwinken, wenn es ernst wird, sondern wirklich unterstützen wollen. Auch ohne Geld, wenn es mal knapp ist.

Und die wichtigste Erkenntnis: nicht aufgeben. Ich hatte so viele Momente, in denen ich kurz davor war, schlappzumachen und das Handtuch zu werfen. Aber genau in diesen Momenten entscheidet sich, ob aus einer Idee etwas wird.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Informiere dich früh über die Regeln deiner Branche. Bevor du Geld und Zeit investierst, nicht danach.

Nutze KI. Mit KI ist heute vieles auch alleine möglich. Du brauchst nur den Willen, es umzusetzen.

Steh deinen Mann und halte an deiner Vision fest, auch wenn sie anfangs belächelt wird. Teste sie trotzdem früh, zum Beispiel mit einer Umfrage. Am Ende entscheidet der Markt. Er ist die einzige ehrliche Messgröße.

Such dir Menschen, mit denen du auch über die unbequemen Dinge reden kannst, die dich inspirieren und deren Meinung du auch mal auf dich wirken lässt. Für mich sind das Startup-Netzwerke und Männerkreise. Dort habe ich gelernt, dass Stärke nicht heißt, alles allein zu tragen.

Und hab keine Angst vor Tabus, davor, anders zu sein als alle anderen, oder davor, nicht ins System zu passen. Vielleicht liegt das System falsch und du richtig. Genau in diesem Zwiespalt entstehen großartige Innovationen. Und wo alle schweigen, liegt oft die größte Marktlücke.

Was unterscheidet Penice im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Optisch setzt Penice auf etwas, das man in der Männerpflege nicht erwartet: Märchen.

Statt expliziter Bilder erzählt die Marke ihre Geschichte wie ein altes Märchenbuch, mit Scherenschnitt-Optik, Krone und den Brüdern Grimm als Vorbild. Denn in jedem Mann steckt ein kleiner Prinz, und der möchte küssbar sein.

Märchen haben einen großen Vorteil: Sie gelten als unschuldig. Einem Zauberspiegel nimmt man es nicht übel, wenn er einem verrät, dass untenrum nicht alles nach Rosen duftet. Und ganz nebenbei umgehe ich so die Shadowbans der doch recht prüden Social-Media-Welt, sobald es um Sex geht.

Inhaltlich unterscheidet sich Penice schon beim Einsatzgebiet. Die Konkurrenz geht bisher vor allem auf den Sack: Viele Produkte für Männer sind für die Hoden gemacht. Penice kümmert sich um das, was bisher zu kurz kam.

Penice Daily Gel setzt auf geruchsbindendes Zink und Pflanzenwirkstoffe aus Rhabarber und Rettich, ganz ohne Parfüm und Öl. Denn gerade untenrum wünschen sich die meisten Menschen Natürlichkeit und einfach einen neutralen Geruch. Außerdem ist es ein Leave-on-Gel: Es wird dünn auf Eichel und Leiste verteilt, zieht kurz ein und bleibt drauf. Gerade für Männer ist das praktisch.

Wichtig ist mir dabei: Penice ersetzt nicht das Beste fürs beste Stück, nämlich Wasser. Es ergänzt es. Wasser reinigt, Penice pflegt.

Auch bei der Herstellung war mir Respekt vor Ressourcen und Umwelt wichtig. Penice wird in Deutschland hergestellt und abgefüllt. Auf überflüssige Umverpackungen und lange Lieferwege verzichte ich. Die Tube wird ebenfalls in Deutschland produziert, und zwar aus Zuckerrohr statt aus Erdöl.

Wie bereitest du die Lieferkette und den Online-Shop von Penice auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Da ich aus der Informatik komme, habe ich die Website penice.men auf Standfestigkeit programmiert. Server und Code halten auch dann lange durch, wenn es zur Primetime heiß hergeht.

Ob das reicht, zeigt der Abend der Ausstrahlung. Ich bin gespannt und habe das Popcorn neben dem Server-Monitor schon bereitgestellt.

Wer nach der Sendung mehr über den kleinen Prinzen wissen will, findet dort ein interaktives Märchen mit Erzählstimme. Da wird Intimpflege plötzlich zur Gute-Nacht-Geschichte.

Sehen Sie Penice am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Markus Flagner, Gründer von Penice Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Markus Flagner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Höhle der Löwen: 19-Jährige bringen automatisierte Pflanzenwand ins TV

0
CompactGreens: Pflanzen in der Höhle der Löwen Simon Zitzmann, Niklas Gabriel, Nick Werneck, Max Lauterbach und Jonas Frank (v.li.); Gründer von CompactGreens Foto: RTL

CompactGreens bringt Pflanzen platzsparend in den Innenraum und wird am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen pitchen.

Wie ist die Idee zu CompactGreens entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Die Idee entstand während Corona. Max wollte sich frisch und gesund ernähren – die perfekte Lösung wäre der eigene Garten gewesen, allerdings hatte er keinen und suchte daher nach einer Lösung für den Innenraum. Klassische Hochbeete nehmen jedoch zu viel Platz ein und machen zu viel Dreck. So entstand die Idee von CompactGreens, um es jedem zu ermöglichen, sich frisch und gesund zu ernähren, und das direkt von den eigenen vier Wänden.

Diese Idee haben wir dann in einem Schulprojekt in der 11. Klasse weiter verfolgt und die ersten Prototypen entwickelt. Zum Ende des Jahres haben wir an dem größten Businesswettbewerb für Schüler in Deutschland (Startup Teens) teilgenommen und das bundesweite Finale gewonnen.

Über diese Zeit haben wir als Team – bestehend aus Niklas Gabriel (19), Nick Werneck (20), Jonas Frank (19), Max Lauterbach (19) und Simon Zitzmann (19) – zusammengefunden. Nach dem Gewinn von Startup Teens waren wir fest entschlossen, das Ganze auch außerhalb der Schule weiterzuführen, eine richtige Firma daraus zu machen, und hatten mit den 10.000 Euro Preisgeld auch das nötige Startkapital, um das umzusetzen.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell von CompactGreens aus?

Wir sind im Bereich AgriTech und Urban Gardening tätig und verbinden Pflanzenanbau mit moderner Smart-Home-Technologie. Unser Geschäftsmodell basiert auf dem Verkauf vertikaler Pflanzenwände für Innenräume. Die Wall wird durch eine automatische Bewässerung, LED-Pflanzenlicht und eine App zur Steuerung und Unterstützung bei der Pflege ergänzt, sodass der Kunde keinen grünen Daumen benötigt und sich das System selbst steuert.

Ein besonderer Unterschied zu vielen anderen Indoor-Gardening-Systemen ist, dass wir lebende, vorgezogene Setzlinge und keine Samen-Pads versenden. Dadurch entfällt die Keimphase bei den Kundinnen und Kunden und es kann bis zu doppelt so schnell geerntet werden. Neue Pflanzen werden nach der Ernte bequem über unsere App nachbestellt und anschließend direkt nach Hause geliefert. So ermöglichen wir auch Menschen ohne Garten oder große Vorkenntnisse einen einfachen, platzsparenden und besonders schnellen Einstieg in den Eigenanbau. Durch die regelmäßige Nachbestellung der Setzlinge über die App entsteht zudem eine langfristige Kundenbeziehung und ein wiederkehrendes Geschäftsmodell.

Welches konkrete Problem löst CompactGreens und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Das konkrete Problem, das wir lösen, ist der fehlende Platz für einen ertragreichen Eigenanbau in Wohnungen. Bisherige Indoor-Gardening-Systeme bewegen sich meist zwischen zwei Extremen: Entweder handelt es sich um kleine Kübel- oder Regalsysteme, mit denen sich einige wenige Kräuter anbauen lassen, oder um große, platzintensive und teure Hightech-Lösungen, die tatsächlich einen relevanten Teil des Eigenbedarfs abdecken können.

CompactGreens schließt die Lücke zwischen diesen beiden Angeboten. Durch unseren vertikalen Aufbau wachsen die Pflanzen nicht wie in einem Regal übereinander, sondern nebeneinander aus der Wand heraus. So können wir sehr viele Pflanzen auf besonders wenig Raum anbauen. Gleichzeitig verzichten wir durch geschützte, selbstregulierende Systeme auf teure Sensorik und unnötig komplexe Technik.

In Kombination mit der automatisierten Versorgung und unserem Abo für lebende, vorgezogene Setzlinge entsteht ein hoher und kontinuierlicher Ertrag. Damit lässt sich erstmals ein Bedarf an frischen Kräutern, Salaten und kleinen Früchten abdecken, der mit dem Ertrag eines kleinen Hochbeets oder Gartens vergleichbar ist und das platzsparend an der eigenen Wand, automatisiert und zu einem erschwinglichen Preis. Genau darin liegt unsere Marktlücke: hoher Output auf kleinstem Raum, ohne dass dafür eine große Fläche, umfangreiches Gartenwissen oder eine teure Hightech-Anlage erforderlich ist.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Wir haben uns für die Teilnahme an „Die Höhle der Löwen“ entschieden, weil ein Löwe für uns weit mehr als nur ein Kapitalgeber wäre. Neben dem für den erfolgreichen Produktlaunch benötigten Kapital bringt ein potenzieller Investor ein großes Netzwerk, wertvolle Marktkenntnisse und langjährige unternehmerische Erfahrung mit.

Gerade als sehr junge Gründer können wir besonders von einem erfahrenen Mentor profitieren, der uns in Bereichen unterstützt, in denen uns naturgemäß noch die Lebens- und Geschäftserfahrung fehlt. Die Kombination aus Kapital, Netzwerk und persönlicher Begleitung macht einen Löwen für uns zum idealen Partner für den Produktlaunch und die nächsten Wachstumsschritte von CompactGreens.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe in der Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Wir hatten nicht nur einen, sondern gleich mehrere Favoriten: Carsten Maschmeyer, Janna Ensthaler und Dagmar Wöhrl. Aufgrund ihrer langjährigen unternehmerischen Erfahrung und ihrer jeweiligen Investitionsprofile hätten alle drei sehr gut zu CompactGreens gepasst. Besonders Janna Ensthalers Investitionsschwerpunkte stimmten stark mit unserem Geschäftsmodell und unserer Ausrichtung überein. Bei Dagmar Wöhrl war zusätzlich die regionale Nähe ein wichtiger Faktor, da dies eine enge, persönliche und unkomplizierte Zusammenarbeit erleichtert hätte.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren in der Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Der größte Mehrwert wäre für uns vor allem die Möglichkeit, von ihrer Expertise und ihrer Begleitung als Mentoren zu profitieren. Aufgrund unseres jungen Alters können wir naturgemäß noch nicht auf dieselbe Lebens- und Geschäftserfahrung zurückgreifen wie langjährige Unternehmerinnen und Unternehmer. Gerade bei strategischen Entscheidungen und neuen unternehmerischen Herausforderungen wäre eine erfahrene Beratung für uns deshalb besonders wertvoll.

Welche nächsten Schritte sind für CompactGreens nach dem Auftritt in der Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Nach unserem Auftritt konzentrieren wir uns zunächst darauf, unsere Produktion zu skalieren und sämtliche Vorbestellungen bis Ende 2026 auszuliefern. Parallel dazu möchten wir eine weitere Finanzierungsrunde abschließen, um zusätzliches Kapital für den Ausbau unserer Produktionskapazitäten, unseres Teams und unserer Vertriebsstrukturen einzusammeln.

Anfang 2027 soll CompactGreens regulär auf den Markt kommen und deutschlandweit jederzeit bestellbar sowie kurzfristig lieferbar sein. Für das Jahr 2027 haben wir uns das Ziel gesetzt, rund 2.000 Systeme zu verkaufen und CompactGreens nachhaltig im deutschen Markt zu etablieren. Darüber hinaus arbeiten wir bereits an neuen Add-ons und weiteren Produkten, mit denen wir unser System künftig erweitern und unseren Kundinnen und Kunden noch mehr Möglichkeiten für den eigenen Anbau bieten möchten.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Eine unserer wichtigsten und wertvollsten Erkenntnisse ist die enorme Bedeutung eines guten Netzwerks. Man hört als Gründer immer wieder, wie wichtig es ist, frühzeitig Kontakte aufzubauen – und aus unserer Erfahrung können wir sagen: Das stimmt zu hundert Prozent.

In den vergangenen drei Jahren haben wir über unser Netzwerk wichtige Kontakte, neue Möglichkeiten und wertvolle Informationen erhalten, zu denen wir sonst vermutlich keinen Zugang gehabt hätten. Viele dieser Impulse waren für unsere Entwicklung unbezahlbar, obwohl sie uns finanziell nichts gekostet haben.

Am Anfang kann es ungewohnt sein, auf andere Menschen zuzugehen, um Unterstützung zu bitten oder Fragen zu stellen. Man lernt jedoch schnell: Fragen kostet nichts, kann aber entscheidende Türen öffnen. Ein vertrauensvolles Netzwerk ist deshalb eines der wertvollsten Werkzeuge, die man als Gründer haben kann.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

  1. Fragen kostet nichts. Im besten Fall erhält man Unterstützung und es öffnen sich völlig neue Türen. Im schlimmsten Fall bekommt man eine Absage und sieht die Person vermutlich nie wieder. Deshalb sollte man sich trauen, aktiv auf Menschen zuzugehen und nach Hilfe zu fragen.
  2. Aus unserer eigenen Erfahrung würden wir empfehlen, mit der formellen Unternehmensgründung möglichst bis zur Volljährigkeit zu warten. Eine Gründung als Minderjähriger kann schnell zu einem langwierigen juristischen und bürokratischen Prozess werden. Die Zeit davor lässt sich trotzdem hervorragend nutzen, um die Idee weiterzuentwickeln, Prototypen zu bauen und erste Kontakte zu knüpfen.
  3. Einfach anfangen. Der erste Prototyp wird niemals perfekt sein – und wahrscheinlich fragt man sich ein halbes Jahr später, was man sich bei manchen Entscheidungen gedacht hat. Genau das gehört jedoch dazu. Nur durch das Ausprobieren, Fehler und kontinuierliche Verbessern entwickelt sich aus einer Idee ein funktionierendes Produkt.

Was unterscheidet CompactGreens im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Bisherige Indoor-Gardening-Systeme bewegen sich meist zwischen zwei Extremen: Entweder handelt es sich um kleine Kübel- oder Regalsysteme, mit denen sich lediglich einige Kräuter anbauen lassen, oder um große, platzintensive und teure Hightech-Lösungen, die tatsächlich einen relevanten Teil des Eigenbedarfs abdecken können.

CompactGreens schließt die Lücke zwischen diesen beiden Angeboten. Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal ist unsere einzigartige 90-Grad-Anordnung der Pflanzen: Sie werden nicht wie bei herkömmlichen Systemen in einem Regal übereinandergestapelt, sondern wachsen nebeneinander direkt aus der Wand heraus. Dadurch können wir eine besonders große Anzahl an Pflanzen auf sehr wenig Raum unterbringen. Gleichzeitig verzichten wir durch geschützte, selbstregulierende Systeme auf teure Sensorik und unnötig komplexe Technik.

Darüber hinaus lässt sich CompactGreens durch individualisierbare Farben an unterschiedliche Einrichtungsstile und Innenräume anpassen. Die Wall ist damit nicht nur ein funktionales Anbausystem, sondern wird zugleich zu einem individuell gestaltbaren Bestandteil des Wohnraums.

In Kombination mit der automatisierten Versorgung und unserem Abo für lebende, vorgezogene Setzlinge entsteht ein hoher und kontinuierlicher Ertrag. Damit lässt sich erstmals ein Bedarf an frischen Kräutern, Salaten und kleinen Früchten abdecken, der mit dem Ertrag eines kleinen Hochbeets oder Gartens vergleichbar ist – platzsparend an der eigenen Wand, automatisiert und zu einem erschwinglichen Preis. Genau darin liegt unsere Marktlücke: hoher Output auf kleinstem Raum, verbunden mit einem einzigartigen Pflanzenaufbau und einem Design, das sich individuell an nahezu jeden Innenraum anpassen lässt.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Für unseren Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ haben wir den gesamten Onlineshop neu aufgebaut und gemeinsam mit unserem Zahlungsdienstleister sowie unserem Webhosting-Anbieter sichergestellt, dass die technische Infrastruktur auch einem sehr hohen Besucher- und Bestellaufkommen standhält. Zusätzlich haben wir automatisierte Lasttests durchgeführt, um die Stabilität der Website unter realistischen Spitzenbelastungen zu überprüfen.

Da die Ausstrahlung vor unserem regulären Produktlaunch stattfindet, nehmen wir die eingehenden Bestellungen zunächst als Vorbestellungen auf. Dadurch haben wir den Vorteil, dass wir die erhöhte Nachfrage nicht unmittelbar bedienen müssen, sondern haben mehr Vorlaufzeit, um Produktion und Lieferkette kontrolliert zu skalieren.

In dieser Zeit können wir die Pflanzenproduktion an einen spezialisierten externen Partner übergeben und gleichzeitig die Beschaffung sowie Fertigung der einzelnen Komponenten der CompactGreens Wall frühzeitig auf die benötigten Stückzahlen abstimmen. So haben wir die Voraussetzungen für einen planbaren und zuverlässigen Ablauf, von der Vorbestellung bis zur späteren Auslieferung.

Sehen Sie CompactGreens am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Simon Zitzmann, Niklas Gabriel, Nick Werneck, Max Lauterbach und Jonas Frank (v.li.); Gründer von CompactGreens
Foto: RTL

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Höhle der Löwen: clearBee lässt Fenster per Drohne reinigen

0
clearBee: Drohne in der Höhle der Löwen Bild: Ronald Lilleg-Staudenherz (l.) und Naveen Rajan präsentieren die Fensterputz-Drohne „ClearBee“. Sie erhoffen sich ein Investment von 300.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

clearBee entwickelt eine Drohne für die automatisierte Fensterreinigung und wird am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen pitchen.

Wie ist die Idee entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Hinter clearBee stecken im Moment Ronald, Naveen, Hammad, Dipankar und Sven sowie eine ganze Schar motivierter Freelancer.

Es begann mit einer Frage meiner damaligen Lebenspartnerin: Ob ich nicht mehr Hausarbeit übernehmen könne? Rasch wurde klar, dass mir die Fähigkeit fehlte, wie Freddie Mercury in seinem Video „I Want to Break Free“ durch die Wohnung zu schwirren. Eine männliche Lösung musste her – und so hatten wir zwei Wochen später einen Saug- und einen Wischroboter für den Boden.

Doch was war mit den Fenstern? Die verfügbaren Fensterputzroboter muss man bis heute wie ein Baby von Fenster zu Fenster tragen. Was soll das für ein Smart Home sein? „Alexa, motiviere mich, meinen Roboter herumzutragen“, oder was? Das ist doch sowas von 1990, dass mir schlecht wird.

Irgendwann wurde klar: Ein Fensterputzroboter macht nur dann Sinn, wenn er fliegen kann.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

Mit unserer Marke clearBee agieren wir an der Schnittstelle von Smart Home und Drohnen-Technologie. Unser Ziel ist einfach: echte „Zero-Effort“-Lösungen für den Haushalt.

Dafür setzen wir auf ein modulares System, das Kunden genau da abholt, wo sie stehen:

Für Drohnenbesitzer: Wer bereits eine gängige Consumer-Drohne der Mini- oder Lito-Serie besitzt, verwandelt diese für geplante 299,00 € mit unserem Reinigungsadapter in einen fliegenden Fensterputzer.

Für Vollautonomie-Fans: Mit unserer automatischen Landestation – die den Roboter lädt und mit Reinigungsmittel versorgt – lässt sich das System für weitere geplante 249,00 € aufrüsten.

Für Neueinsteiger: Wer noch keine passende Drohne hat, kann ein kompatibles Modell direkt bei uns für geplante 399,00 € dazubestellen.

Der eigentliche Hebel für nachhaltiges Wachstum ist aber unser Refill-System: Weil unsere Technologie seifenfreies, osmotisches Spezialwasser benötigt, generieren wir über den Nachkauf von Reiniger und Ersatztüchern wiederkehrende, margenstarke Umsätze über den gesamten Kunden-Lebenszyklus.

Welches konkrete Problem löst clearBee und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Wir eröffnen eine völlig neue Produktkategorie: die Haushaltsdrohne.

Während die Branche aktuell von teuren, klobigen humanoiden Robotern träumt, entwickeln wir eine federleichte Lösung von unter 300 Gramm für alle Aufgaben, die schlicht nicht vom Boden aus erledigt werden können.

Der Multi-Milliarden-Dollar-Markt der Haushaltsrobotik – von Rasenmäh- bis Saugrobotern – hat den Boden bisher noch niemals verlassen.

Wir entwickeln nicht nur ein Reinigungssystem. Wir bringen der Haushaltsrobotik das Fliegen bei.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Jetzt wird sicher eine hochstrategische Antwort von mir erwartet.

Aber die Wahrheit ist: Bisher war es in meinem Leben immer so, dass ich ein Produkt entwickelt habe und irgendwann ein Freund oder am Anfang noch mein Vater meinte: „Na, dann geh doch damit zur Firma XY!“

Meistens waren diese Firmen so viel größer als ich, dass ich den Vorschlag nur zögerlich umgesetzt habe – im Nachhinein aber immer froh darüber war.

Diesmal haben mir eben gleich mehrere Freunde gesagt, dass ich zu den Löwen gehen soll. Und da sie in der Vergangenheit immer recht hatten, bin ich dem Vorschlag gefolgt.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe bei Die Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Ich habe mir dazu ein kleines Spiel einfallen lassen. Ich denke, das wird in der Sendung gezeigt, darum will ich es hier nicht verraten.

In Wahrheit bin ich völlig unvoreingenommen hinein gegangen, weil ich die Show bis kurz vor der Aufzeichnung gar nicht kannte.

Man baut sich im Vorfeld natürlich eine abstrakte Vorstellung davon auf, welcher Typ Mensch als Investor zu uns kreativem Haufen passen könnte.

Doch die Realität im Studio ist eine andere: Im gleißenden Licht der Scheinwerfer wirft sich möglicherweise dein persönlicher Schatten stärker, als du ihn je sehen wolltest.

Ob uns dies zum Verhängnis wurde oder uns gerade rechtzeitig die Augen geöffnet hat, darf ich natürlich noch nicht verraten. Aber es war definitiv ein entscheidender Plot Point in der ganzen Story.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren bei Die Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Die Löwen sind in Wirklichkeit natürlich Menschen. Interessante Menschen, würde ich sagen. Ich glaube, dass materieller Erfolg und der Mut, so stark in der Öffentlichkeit zu stehen, viel mit einer tiefen Verbundenheit zur Welt zu tun haben.

Gerade bei einem Produkt wie unserem, das seiner Zeit scheinbar so weit voraus ist, braucht es genau diese emotionale Verbindung zu den Menschen, um es überhaupt auf den Markt zu bringen.

Und das fehlt uns „Laborratten“ im Entwicklerstudio meist ein bisschen.

Welche nächsten Schritte sind für clearBee nach eurem Auftritt bei Die Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Dass wir wachsen müssen, haben die letzten Wochen überdeutlich gezeigt. Die Vorbereitung auf die Medienpräsenz hat offengelegt, wie viele Schlüsselpositionen bei uns noch unbesetzt sind.

Wir suchen aktuell also konkret nach Tech- und Marketing-Mitstreitern, die verrückt genug sind, den ganz großen Playern zuvorzukommen und mit uns eine absolute Weltneuheit auf den Markt zu bringen.

Zweitens planen wir eine Kickstarter-Kampagne. Mir ist bewusst, dass Crowdfunding im deutschsprachigen Raum nicht immer das höchste Ansehen genießt – aber für mich steht es für absolute Ehrlichkeit gegenüber den Kunden.

Auf Amazon kannst du dich hinter Sternchenbewertungen verstecken. Im Supermarktregal bleibst du anonym. Auf Kickstarter hingegen stehst du deinen Unterstützern direkt gegenüber. Da kannst dich nicht verstecken.

Für mich persönlich ist das ein gewaltiger Schritt: Auf allen Produkten, die ich bisher entwickelt habe, steht ein anderer Name. Ich habe sogar Geheimhaltungsvereinbarungen (NDAs) unterzeichnet und darf bis heute nicht einmal darüber sprechen, was ich alles entwickelt habe.

Das ist diesmal völlig anders. Jetzt steht mein und unser Name drauf.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Wertvoll ist die Mischung aus zwei Dingen: Tief mit sich selbst verbunden zu sein – und gleichzeitig die Lauscher sperrangelweit für die Welt offen zu halten.

Einen guten Plan, um große Schritte im Leben zu gehen, sehe ich folgendermaßen:

Verlerne, dich selbst zu verraten.

Lerne, Augen zu lesen.

Und dann:

Leg FEUER!!!

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Wenn du dich selbstständig machen willst, musst du das, was du vorhast, lieben – und zwar bis zum Anschlag. Aber mach dir gleichzeitig klar, dass du es phasenweise hassen wirst – und zwar abgrundtief.

Wenn deine Idee wirklich neu ist, wirst du Einsamkeit zur Lebenskunst erheben müssen. Thomas Alva Edison konnte mit seinen Nachbarn schließlich auch nicht über einen möglichen Blackout philosophieren.

Überprüfe, ob dieser innere Ruf, den du da in dir zu hören glaubst, wirklich laut genug ist, um dich durch die Hölle und wieder zurückzutragen – vielleicht sogar bis in die Höhle der Löwen.

Welches spezifische Problem löst eure Technologie oder Software für eure Firmenkunden und wie messbar ist dieser Vorteil?

Neben unserem B2C-Fokus hat unsere Landestation enormes B2B-Potenzial. Bisherige Bodenstationen für das automatisierte Laden und Steuern von handelsüblichen Drohnen sind reine Industrie-Schwergewichte – mit Preisen ab ca. 20.000 € aufwärts.

Wir schließen diese Lücke und bieten Anbietern von automatisierten Drohnenlösungen im Indoor- und überdachten Bereich eine kostengünstige, hochflexible Alternative, um ihre Drohnen sicher zu landen, zu laden und für den nächsten Einsatz vorzubereiten.

Was unterscheidet clearBee im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Optisch: Neben uns im Regal steht ein klobiges Kompressor-Gerät mit Kabeln. Daneben wir: eine Drohne, die durch deine Wohnung schwebt.

Inhaltlich: Bisherige Fensterputzroboter muss man von Fenster zu Fenster tragen, manuell ansetzen, warten und wieder abnehmen. Bei hohen Fenstern braucht man dafür erst recht wieder eine Leiter.

Zudem fahren sie mit ihren Kunststoffrädern direkt über die zu reinigende Fläche – was oft Schlieren hinterlässt. Und weil sie sich am Glas festsaugen müssen, führen sandige Verschmutzungen schnell zu Kratzern.

Und daneben der Inhalt in der clearBee-Schachtel: Ein System, das völlig selbstständig reinigt, während du bei der Arbeit bist. Ein System, das auf Zuruf abhebt: „Alexa, sage der Drohne, putze das Wohnzimmerfenster.“

„Doch ein gewisser Unterschied im Coolness-Faktor, wie ich finde“, schmunzelt Ronald.

Sehen Sie ClearBee am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Ronald Lilleg-Staudenherz (l.) und Naveen Rajan präsentieren die Fensterputz-Drohne „ClearBee“. Sie erhoffen sich ein Investment von 300.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Ronald Lilleg-Staudenherz und Naveen Rajan für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Höhle der Löwen: DEKADOME löst verstopfte Abflüsse beim Duschen

0
DEKADOME: Produkt in der Höhle der Löwen Anton Vrouzos, Gründer von DEKADOME Foto: RTL

DEKADOME ist ein Produkt für verstopfte Abflüsse und wird am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen pitchen.

Wie ist die Idee zu DEKADOME entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Dann sollten wir uns wohl zuerst einmal vorstellen: Wir sind Anton und Marius, die Erfinder von DEKADOME, dem kleinen Duschhelfer für verstopfte Abflüsse. Vor über acht Jahren haben wir uns über unsere gemeinsame Begeisterung fürs Gründen angefreundet. Seitdem haben wir uns regelmäßig gegenseitig mit neuen Geschäftsideen bombardiert. Manche besser, manche schlechter.

An den genauen Moment, in dem die Idee für DEKADOME entstanden ist, können wir uns beide heute gar nicht mehr so richtig erinnern. Die Geschichte dahinter fing aber tatsächlich mit etwas sehr Schönem an. Anton zog damals mit seiner Frau Vanessa zusammen. Aber wie das im Leben manchmal so ist, kommen die schönen Dinge nicht ganz ohne ihre kleinen Probleme. Zu zweit war die Dusche plötzlich deutlich schneller und regelmäßiger verstopft. Wo man alleine vorher kaum einen Gedanken daran verschwendet hatte, wurde das auf einmal zu einem lästigen Alltagsproblem und natürlich tauchte es immer genau dann auf, wenn man es am wenigsten gebrauchen konnte.

Als wir uns darüber unterhalten haben, ist uns aufgefallen, dass wir die gängigen Produkte und Lösungen alle auf irgendeine Art unpraktisch fanden. Also haben wir uns gefragt: Wie müsste die ideale Lösung eigentlich aussehen? Für uns war dabei vor allem ein Punkt wichtig: Bequemlichkeit. Wenn man unter der Dusche merkt, dass das Wasser nicht mehr richtig abläuft, sollte man das Problem direkt lösen können. Man sollte nicht erst aus der Dusche steigen und im Schrank nach einem Hilfsmittel suchen müssen. Noch weniger wollten wir mit den Händen in ein volles Abflusssieb greifen. Und wer, wie wir, zur besonders „bequemen“ Sorte gehört, schiebt so ein Problem auch gerne mal so lange vor sich her, bis es richtig schlimm geworden ist. Genau diese Gedanken waren für uns der Startschuss und der Anfang von DEKADOME.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

DEKADOME ist ein klassisches Haushaltsprodukt, das grundsätzlich in fast jedes Badezimmer passt. Unser Geschäftsmodell ist dabei eigentlich ziemlich einfach. Wir wollen DEKADOME über unseren eigenen Onlineshop, über Marktplätze und im stationären Handel verkaufen. Mit DEKADOME wollen wir zeigen, dass auch in ziemlich unspektakulären Produktkategorien noch Platz für neue Lösungen ist. Und wir wären nicht die Ersten, die zeigen, dass man selbst aus einem einfachen Alltagshelfer ein erfolgreiches Produkt und eine starke Marke machen kann.

Welches konkrete Problem löst DEKADOME und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Wie schon angesprochen, kommen die meisten Produkte rund um einen verstopften Abfluss zu spät oder zu umständlich zum Einsatz. Entweder erst, wenn kaum noch Wasser abfließt, zeitraubend nach dem Duschen oder beides zusammen.

Genau da setzen wir mit DEKADOME anders an. DEKADOME kann dauerhaft in der Dusche liegen bleiben und ist dadurch jederzeit mit einem Griff einsatzbereit. Einfach während des Duschens DEKADOME kurz auf den Abfluss setzen und mit dem Fuß pumpen. So lässt sich DEKADOME viel einfacher regelmäßig und vorbeugend einsetzen, selbst von den Bequemsten unter uns.

Die Marktlücke sehen wir deshalb weniger in einem komplett neuen Problem, sondern in einer anderen Art, mit einem sehr alten Alltagsproblem umzugehen: Prävention, statt auf die Komplettverstopfung zu warten.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Wir sind beide große Fans der VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ und verfolgen die Sendung schon seit Jahren. Also haben wir einfach unser Glück probiert und uns mit DEKADOME beworben. Etwas Schlimmeres, als vor laufender Kamera auf die Nase zu fliegen, kann ja eigentlich nicht passieren.

Im Gegenzug ist die Chance, die „Die Höhle der Löwen“ bietet, gewaltig. Kann man einen Löwen auf seine Seite ziehen, bekommt man im besten Fall nicht nur das benötigte finanzielle Investment, sondern vor allem das Know-how und Netzwerk des Löwen. Gerade Letzteres steht für uns im Vordergrund. In unserer jetzigen Phase bringt uns ein rein finanzielles „Sprungbrett“ deutlich weniger als ein langfristiger Partner, der das gleiche Potenzial in DEKADOME sieht wie wir und weiß, wie man daraus ein erfolgreiches Produkt am Markt macht.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe bei Die Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Für uns ist Ralf Dümmel definitiv unser Wunschlöwe. Nicht nur, weil wir ihn als den sympathischsten Löwen empfinden, sondern weil man auch von dem Know-how und dem riesigen Netzwerk der DS Gruppe hinter Ralf Dümmel profitieren würde. Für jeden Gründer, der davon träumt, sein Produkt im Einzelhandel zu sehen, ist ein Deal mit Ralf der Jackpot. Deshalb hoffen wir, Ralf von DEKADOME überzeugen zu können.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren in der Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Der Weg von der Idee bis ins Regal ist lang und voller Stolperfallen. Gerade wenn man zum ersten Mal ein Produkt auf den Markt bringt, gibt es unglaublich viel zu lernen. Und ohne Weiteres ist es zum Beispiel gar nicht so einfach, mit einem neuen Produkt in den stationären Handel zu kommen.

Wir hoffen deshalb vor allem, von der Erfahrung eines Löwen zu profitieren und Fehler zu vermeiden, die andere schon vor uns gemacht haben. Und natürlich wäre es schön, wenn durch das Netzwerk eines Investors auch die ein oder andere Tür für uns geöffnet werden könnte.

Welche nächsten Schritte sind für DEKADOME nach dem Auftritt in der Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Erst einmal wollen wir DEKADOME erfolgreich auf den Markt bringen. Nach der Ausstrahlung wird es das Produkt zunächst in unserer ersten Farbe und in einer Standardgröße geben. Wenn DEKADOME gut angenommen wird, wollen wir vor allem auf das Feedback unserer Kunden hören und schauen, wie wir das Sortiment sinnvoll weiterentwickeln können. Weitere Farben, Größen oder Varianten wären dabei natürlich denkbar.

Langfristig soll es aber natürlich nicht bei einem einzigen Produkt bleiben. Wir haben großen Spaß daran, uns mit alltäglichen Problemen zu beschäftigen und dafür möglichst einfache Lösungen zu entwickeln. Ideen dafür gibt es bereits genug. Jetzt muss DEKADOME aber erst einmal zeigen, was es kann.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Wenn wir zurückblicken, hätten wir uns gewünscht, uns früher zu trauen. Die deutsche Gründerlandschaft wirkt manchmal etwas abschreckend mit vielen Hürden und Aufwand. Wenn wir uns mit anderen über unsere Erlebnisse bei „Die Höhle der Löwen“ unterhalten, merkt man schnell, dass Deutschland voller Erfinder- und Gründergeist steckt.

Die Angst vor dem Scheitern schreckt jedoch auch sehr viele davor ab, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. So war es am Anfang auch bei uns.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Unser wichtigster Rat an alle Gründer und Gründungsinteressierten: Traut euch einfach! Das hat uns am meisten Zeit gekostet.

Was unterscheidet DEKADOME im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Optisch hebt sich DEKADOME deutlich von der Konkurrenz ab. Wir kennen zumindest niemanden, der sich freiwillig einen klassischen Pömpel dauerhaft in die Dusche stellen würde. Genau da setzen wir auch bei unserem Online-Auftritt und der Präsentation im Regal an.

DEKADOME soll eben nicht wie der nächste langweilige Abflussreiniger aussehen, sondern als moderner Alltagshelfer wahrgenommen werden, den man auch gerne sichtbar in der Dusche liegen lässt. Wir wollen also nicht nur funktional etwas anders machen, sondern auch zeigen, dass selbst ein Abflussreiniger nicht langweilig aussehen muss. DEKADOME soll die Konkurrenz im wahrsten Sinne des Wortes unter Druck setzen.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Natürlich hoffen wir, dass am Abend der Ausstrahlung möglichst viele Menschen DEKADOME haben wollen. Entsprechend werden wir uns intensiv auf eine mögliche hohe Nachfrage vorbereiten. Wie groß der Ansturm am Ende tatsächlich wird, kann uns vorher aber niemand sagen. Wir sind mindestens genauso gespannt wie alle anderen.

Sehen Sie DEKADOME am 21. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Anton Vrouzos, Gründer von DEKADOME Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Anton Vrouzos für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Loora sichert sich 22 Millionen US-Dollar für KI-Englischtutor

0
Loora Finanzierungsrunde: 22 Millionen Dollar für KI-Tutor Bild Loora Founder Roy Mor and Yonti Levin Credits Loora

Das israelische KI-Unternehmen Loora hat in einer Series-B-Runde 22 Millionen US-Dollar eingesammelt. Angeführt wurde die Runde von Union Tech Ventures, beteiligt waren zudem vgames sowie die Bestandsinvestoren Emerge, Hearst Ventures und QP Ventures. Mit dem frischen Kapital will Loora sein KI-gestütztes Englisch-Lernangebot international ausbauen.

22 Millionen Dollar für den nächsten Wachstumsschritt

  • Investitionssumme: 22 Millionen US-Dollar
  • Runde: Series B
  • Gesamtfinanzierung bislang: 43,25 Millionen US-Dollar
  • Lead-Investor: Union Tech Ventures
  • Weitere Investoren: vgames, Emerge, Hearst Ventures, QP Ventures
  • Gegründet: November 2020 von Roy Mor (CEO) und Yonti Levin (CTO)
  • Unternehmenssitz: Tel Aviv, Israel

Wie der KI-Englischtutor funktioniert

Loora bietet einen KI-gestützten Englisch-Tutor an, der sich auf gesprochene Sprache konzentriert. Statt textbasierter Übungen führt die Anwendung audiobasierte Konversationen mit Lernenden und gibt in Echtzeit Feedback zu Aussprache und Grammatik. Nach eigenen Angaben erreicht Loora inzwischen 15 Millionen Lernende weltweit und hat mehr als 200 Millionen Interaktionen ermöglicht.

Zentral für das Produkt ist nach Unternehmensangaben ein sogenanntes Data Flywheel: ein System, das aus Hunderten Millionen realer Lerninteraktionen ableitet, welche Gesprächsverläufe tatsächlich zu Bindung und Sprachfortschritt führen. Loora positioniert sich damit bewusst gegen generalistische Sprachmodelle, die auf Breite statt auf den iterativen Prozess des Spracherwerbs optimiert seien.

Die Kernzielgruppe sind Erwachsene zwischen 25 und 55 Jahren; 72 Prozent von ihnen lernen Englisch laut Loora primär aus beruflichen Gründen. Die Retention der Nutzer habe sich seit dem Launch mehr als verdoppelt. Auch im B2B-Bereich ist das Unternehmen aktiv: Innerhalb eines Jahres seien mehr als 100 Partnerschaften mit Unternehmen, Behörden und Universitäten entstanden.

„Wer bereits Englisch spricht, unterschätzt leicht, welche Chancen damit verbunden sind“, sagt Roy Mor, CEO von Loora. Lernende in Ländern wie Mexiko, Japan, Deutschland oder Brasilien erhielten heute für rund 10 US-Dollar im Monat einen personalisierten Unterricht, der früher bei klassischen Tutoren 50 US-Dollar pro Stunde gekostet habe.

Ein Milliardenmarkt mit ungleichem Zugang

Der Markt, den Loora adressiert, ist groß: Laut Unternehmensangaben sind 95 Prozent der Weltbevölkerung keine englischen Muttersprachler, gleichzeitig verlangen 98,5 Prozent der Arbeitgeber in 38 entwickelten Volkswirtschaften bei Einstellungen eine formelle Prüfung der Englischkenntnisse. Klassischer Nachhilfeunterricht kostet nach Unternehmensangaben zwischen 15 und 50 US-Dollar pro Stunde – ein Preispunkt, der viele potenzielle Lernende ausschließt.

Roxanne Horesh, Managing Director bei Union Tech Ventures, begründet das Investment mit der Kombination aus Reichweite und Produktbindung: „Mehr als 1,5 Milliarden Menschen lernen Englisch, um ihre berufliche und persönliche Entwicklung voranzutreiben.“ Besonders die Fähigkeit, ein System zu bauen, das sich individuell an jeden Lernenden anpasst und Fortschritte messbar macht, hebt sie als Differenzierungsmerkmal hervor.

Verdoppelte Belegschaft und internationale Expansion geplant

Das frische Kapital soll laut Loora in drei Bereiche fließen: den Ausbau der KI-Forschungs- und Entwicklungskapazitäten, die beschleunigte Markteinführung in den USA, Europa, Asien und Südamerika sowie den weiteren Aufbau der Daten- und Forschungsinfrastruktur. Die Belegschaft soll sich innerhalb von sechs Monaten von 30 auf 60 Mitarbeitende verdoppeln, wobei der Großteil der neuen Stellen auf KI-Forschung und -Entwicklung entfällt. Loora betont, den Umsatz bislang deutlich schneller skaliert zu haben als die Mitarbeiterzahl.

FAQ

Wie viel Kapital hat Loora eingesammelt?

Loora hat in einer Series-B-Runde 22 Millionen US-Dollar eingesammelt. Die Gesamtfinanzierung des Unternehmens seit Gründung beläuft sich damit auf 43,25 Millionen US-Dollar.

Wer sind die Investoren von Loora?

Die Runde wurde von Union Tech Ventures angeführt. Beteiligt waren zudem vgames sowie die Bestandsinvestoren Emerge, Hearst Ventures und QP Ventures.

Was macht Loora?

Loora bietet einen KI-gestützten Englisch-Tutor an, der über audiobasierte Konversationen Aussprache, Grammatik und Sprachfluss trainiert und dabei in Echtzeit Feedback gibt.

Wann wurde Loora gegründet?

Loora wurde im November 2020 von Roy Mor und Yonti Levin gegründet und hat seinen Sitz in Tel Aviv, Israel.

Wofür wird das neue Kapital verwendet?

Loora will damit die KI-Forschung ausbauen, die internationale Markteinführung beschleunigen und die Dateninfrastruktur des Unternehmens erweitern.

Bild Loora Founder Roy Mor and Yonti Levin Credits Loora

Quelle Jin.eu Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell recherchiert und geprüft von der StartupValley-Redaktion.

Höhle der Löwen: Andreas W. Herb tütet seinen bisher größten Deal ein

0
Herb investiert in IRISgo®: Produkt soll international wachsen Freuen sich auf die Zusammenarbeit (von links nach rechts): IRISgo-Gründer Fabian Christmann und Manuel Laurice Borer und Löwe Andreas W. Herb. (Bild: MBG Group)

Größter Deal als „Löwe“: Andreas W. Herb investiert 500.000 Euro in IRISgo®

Der Unternehmer bestätigt den Abschluss seines bislang größten Deals bei „Die Höhle der Löwen“. Mit den beiden IRISgo®-Gründern will Herb das Unternehmen, das hochwertige Thermobecher mit patentiertem Irisverschluss produziert, zunächst in der DACH-Region und anschließend international aufbauen.

Der bislang größte Deal seiner noch jungen Karriere als Investor bei „Die Höhle der Löwen“ ist unter Dach und Fach: Andreas W. Herb investiert 500.000 Euro in IRISgo®. Nach den Gesprächen im Anschluss an die TV-Aufzeichnung haben sich Herb und die beiden Gründer, Fabian Christmann und Manuel Laurice Borer, endgültig auf eine Zusammenarbeit verständigt. Inzwischen, so Herb, sei man bereits mitten in der operativen Umsetzung.

„Ich freue mich über diesen Deal ganz besonders, weil sich mein Eindruck aus der Höhle in den Gesprächen danach nicht nur bestätigt, sondern noch verstärkt hat“, sagt Herb. „Bei IRISgo® kommen für mich drei Dinge zusammen: ein außergewöhnliches Produkt, eine starke und patentierte Idee und zwei Gründer, die echte Macher sind.“

Ein Produkt, das sofort verständlich ist

IRISgo® überzeugte Herb insbesondere durch eine Produktidee, deren Nutzen für den Verbraucher unmittelbar erkennbar sei. Hinter der auf den ersten Blick einfachen Lösung steckten jedoch viel Entwicklungsarbeit, technisches Know-how und ein entsprechender Patentschutz. Im Mittelpunkt des Sortiments steht der IRISgo® Cup Flow, ein innovativer Thermobecher aus Edelstahl, der speziell für Menschen mit einem aktiven Lebensstil entwickelt wurde. Die doppelte Isolierung hält Getränke länger auf Temperatur, während der eigens entwickelte Irisverschluss ein komfortables, einhändiges Öffnen und sicheres Verschließen ermöglicht. Mit seinem klaren Design, der hochwertigen Swiss-Made-Qualität und dem Fokus auf Nachhaltigkeit vereint der Becher Funktionalität, Alltagstauglichkeit und Ästhetik in einem Produkt.

„Das sind die Produkte, die ich liebe: Man sieht sie und fragt sich eigentlich sofort, warum es das nicht schon längst gibt“, sagt Herb. „Wenn eine Idee einfach zu verstehen und gleichzeitig technisch anspruchsvoll und geschützt ist, hat man eine sehr spannende Ausgangsposition.“

Noch entscheidender als das Produkt seien für ihn allerdings die Menschen dahinter gewesen.

„Zwei echte Macher“

Über die beiden Gründer spricht Herb mit besonderer Begeisterung. Bereits während des Pitches habe ihn neben dem Produkt vor allem deren unternehmerische Haltung überzeugt.

„Die beiden sind für mich echte Macher. Sie erzählen nicht nur, was irgendwann einmal entstehen könnte. Sie haben entwickelt, ausprobiert, verbessert und umgesetzt. Und sie kennen ihr Produkt und wissen, wo sie hinwollen. Genau mit solchen Menschen möchte ich gemeinsam Business aufbauen.“

Auch die Gespräche nach der Aufzeichnung hätten diesen Eindruck bestätigt. Die Chemie zwischen Investor und Gründern habe gestimmt, vor allem beim gemeinsamen Verständnis von Geschwindigkeit und Umsetzung.

„Ich möchte nach einem Investment nicht zweimal im Jahr eine Präsentation mit Zahlen bekommen. Mich reizt es, gemeinsam mit den Gründern am Unternehmen zu arbeiten: Vertrieb aufzubauen, die Marke zu entwickeln, Türen zu öffnen und darüber nachzudenken, wie aus einem starken Produkt ein großes Unternehmen werden kann.“

Von der DACH-Region in internationale Märkte

Genau damit haben Herb und die IRISgo®-Gründer nach eigenen Angaben bereits begonnen. Im ersten Schritt soll das Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgebaut werden. Die Ambitionen reichen allerdings weiter.

„Wir denken bei IRISgo® von Beginn an international“, sagt Herb. „Das Produkt löst kein rein deutsches Problem. Deshalb sehe ich die Chance, das Konzept auch in vielen anderen Märkten erfolgreich zu positionieren.“

Für Herb ist das Investment damit mehr als eine reine Finanzbeteiligung. Er versteht die Zusammenarbeit als gemeinsames unternehmerisches Projekt.

„Natürlich müssen wir jetzt erst einmal beweisen, was wir daraus machen können. Aber wir haben zwei starke Gründer, eine hervorragende Idee, ein geschütztes Produkt und bringen jetzt zusätzlich Erfahrung, Strukturen und Netzwerk zusammen. Das ist eine Konstellation, bei der ich richtig Lust bekomme, loszulegen.“

„Genau deshalb bin ich Löwe geworden“

Mit einem Volumen von 500.000 Euro ist IRISgo® Herbs bislang größtes Investment aus seiner Zeit bei „Die Höhle der Löwen“. Dass aus dem Deal vor der Kamera nun tatsächlich eine Zusammenarbeit geworden ist, hat für den Unternehmer deshalb eine besondere Bedeutung.

„Genau deshalb bin ich Löwe geworden. Nicht, um einfach Geld zu investieren, sondern um mit Menschen zusammenzukommen, die genauso für Unternehmertum brennen wie ich. Gemeinsam etwas aufzubauen, Tempo zu machen und aus einer guten Idee ein richtig großes Business zu entwickeln – das ist für mich der spannendste Teil.“

Bei IRISgo®, sagt Herb, habe er genau dieses Gefühl: „Der Handschlag in der Höhle war der Anfang. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit – und darauf freue ich mich riesig.“

Bildcredits: Freuen sich auf die Zusammenarbeit (von links nach rechts): IRISgo-Gründer Fabian Christmann und Manuel Laurice Borer und Löwe Andreas W. Herb. (Bild: MBG Group)

Quelle Borgmeier Media Gruppe GmbH

ETFBOOK sichert sich 13 Millionen US-Dollar für die globale Expansion seiner ETF-Datenplattform

0
ETFBOOK Team – Finanzierungsrunde für globale ETF-Datenplattform

Das Schweizer Fintech ETFBOOK (SquaredData AG) hat 13 Millionen US-Dollar eingesammelt. Die Runde wird von Expedition Growth Capital angeführt. Auch der bestehende Investor BlackFin Capital Partners beteiligt sich erneut. Mit dem Kapital will ETFBOOK seine ETF-Datenplattform von Europa aus in die Regionen Amerika (AMER) und Asien-Pazifik (APAC) ausweiten.

13 Millionen US-Dollar: Die Eckdaten der Runde

  • Betrag: 13 Millionen US-Dollar
  • Lead-Investor: Expedition Growth Capital
  • Weiterer Investor: BlackFin Capital Partners (bestehender Investor)
  • Unternehmen: ETFBOOK, Marke der SquaredData AG
  • Gegründet: 2019
  • Sitz: Uetikon am See, Kanton Zürich, Schweiz
  • Board-Neuzugang: Steve Twomey (Expedition Growth Capital, Boston)
  • Verwendung: Ausbau des Angebots von EMEA nach AMER und APAC, neue Teams in New York und Hongkong, mehr Personal in Krakau

Eine Datenschicht speziell für den ETF-Markt

ETFBOOK sieht sich als spezialisierte Daten- und Analyseschicht für den ETF-Markt. Die Plattform bündelt Informationen aus verstreuten Quellen und bringt sie in ein einheitliches Format. Zugänglich ist das Angebot über eine API, eine eigene Webanwendung und zusätzlich über eine KI-Schnittstelle mit natürlicher Sprache.

Das Produkt gliedert sich in drei Bereiche: Kunden können über APIs direkt auf die Daten zugreifen. Sie können außerdem die Analyse-Dashboards der ETFBOOK-Plattform nutzen. Und sie können verifizierte ETF-Daten mit eigenen oder fremden Datensätzen kombinieren.

Anders als viele Finanzdatenanbieter deckt ETFBOOK ausschließlich ETFs ab. Mitgründer und CTO Bartlomiej Igla erklärt den technischen Ansatz dahinter so:

„Wir haben eine intelligente Architektur entwickelt, die unsere Kernprozesse automatisiert und uns von einem linearen Wachstum der Mitarbeiterzahl unabhängig macht. So kann sich ein schlankes Team darauf konzentrieren, jedem Nutzersegment das bestmögliche Produkterlebnis zu liefern.“

Mehr als 70 Unternehmenskunden nutzen die Plattform bereits in der EMEA-Region. Dazu zählen ETF-Emittenten, Fondsverwalter, Market Maker und autorisierte Teilnehmer. Auch institutionelle Investoren wie Vermögensverwalter und Hedgefonds gehören zum Kundenkreis. Der wiederkehrende Umsatz wuchs zudem in den vergangenen Jahren jährlich um mehr als 100 Prozent.

Ein Markt, der schneller wächst als seine Infrastruktur

Der ETF-Markt wächst rasant. Aktuell verwalten ETFs weltweit rund 25 Billionen US-Dollar. Bis 2030 soll dieser Wert laut ETFBOOK auf etwa 35 Billionen US-Dollar steigen. Allein seit Jahresbeginn kamen mehr als 1.320 neue ETFs auf den Markt – über 350 davon in Europa, mehr als 970 in den USA. Das entspricht rund sieben neuen Fonds pro Handelstag. Die Dateninfrastruktur der Branche hält mit diesem Tempo jedoch nicht Schritt. Genau dort setzt ETFBOOK an.

Für die geplante US-Expansion ist die Beteiligung von Expedition Growth Capital daher strategisch wichtig. Die Wachstumskapitalgesellschaft mit Sitz in London und Boston ist auf Software- und KI-Unternehmen spezialisiert. Partner Steve Twomey zieht mit der Runde zudem in den ETFBOOK-Vorstand ein und bringt so gezielte Marktzugangserfahrung in den USA mit. Investment Director Romain Grimal von BlackFin Capital Partners ordnet das Engagement seines Hauses so ein:

„ETFs verändern die Vermögensverwaltung schneller als jedes andere Produkt, das die Branche bisher gesehen hat. Als auf Finanztechnologie spezialisierter Investor unterstützen wir die Infrastruktur, die dieses Wachstum ermöglicht.“

Die aktuelle Runde folgt auf eine Serie-A-Finanzierung über 4 Millionen Euro, die BlackFin Capital Partners im Februar 2025 angeführt hatte. Eine offizielle Bezeichnung für die neue Runde, etwa als Series B, nennt die Pressemeldung allerdings nicht.

Nächste Stationen: New York, Hongkong, Krakau

Mit dem frischen Kapital gründet ETFBOOK nun eine eigene US-Gesellschaft. Zudem eröffnet das Unternehmen ein Büro in New York, das den US-Markteintritt direkt unterstützen soll. Parallel dazu baut ETFBOOK ein Team in Hongkong auf, um die APAC-Expansion voranzutreiben. Auch der Entwicklungs- und Servicestandort in Krakau soll personell wachsen.

Inhaltlich will ETFBOOK zudem die Datenabdeckung auf weitere ETF-Märkte ausweiten. Ebenso sollen die Analysewerkzeuge der Webanwendung um zusätzliche Anwendungsfälle ergänzt werden. Mitgründer und CEO Pawel Janus fasst die strategische Richtung so zusammen:

„Diese Finanzierungsrunde ermöglicht es uns, unseren KI-nativen Ansatz von der EMEA-Region auf die Märkte in Amerika und im asiatisch-pazifischen Raum auszuweiten.“

Wie viel Kapital hat ETFBOOK eingesammelt?

ETFBOOK hat 13 Millionen US-Dollar in einer von Expedition Growth Capital angeführten Finanzierungsrunde erhalten.

Wer sind die Investoren von ETFBOOK?

Lead-Investor ist Expedition Growth Capital. Zudem beteiligte sich der bestehende Investor BlackFin Capital Partners, der bereits die vorherige Serie-A-Runde angeführt hatte.

Was macht ETFBOOK?

ETFBOOK betreibt eine spezialisierte Daten- und Analyseplattform für den globalen ETF-Markt, die fragmentierte Datenquellen vereinheitlicht und über API, Webanwendung und eine KI-Schnittstelle zugänglich macht.

Wann wurde ETFBOOK gegründet?

Das Unternehmen, rechtlich die SquaredData AG, wurde 2019 mit Sitz in Uetikon am See im Kanton Zürich gegründet.

Wofür wird das Kapital verwendet?

Das Kapital fließt in die Expansion von der bisherigen EMEA-Basis in die Regionen Amerika und Asien-Pazifik, den Aufbau von Teams in New York und Hongkong sowie den Ausbau der Datenabdeckung und Analysewerkzeuge.

Quelle YourStoryPR Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell recherchiert und geprüft von der StartupValley-Redaktion.

Exein sichert sich 270 Millionen US-Dollar für Sicherheitsarchitektur von Physical AI

0
Exein sichert 270 Mio. USD Finanzierungsrunde. Exein_ left to right, Gerardo Gagliardo, CFO & Co-Founder; Gianni Cuozzo, CEO & Founder; Giovanni Alberto Falcione, CTO & Co-Founder

Das römische Cybersecurity-Unternehmen Exein hat 270 Millionen US-Dollar eingesammelt. Der Investor Headline führt die Runde an. Die Bewertung steigt auf 1,7 Milliarden US-Dollar. Damit wird Exein zum Unicorn – und zu einem der wertvollsten Cybersecurity-Start-ups Europas. Das Geld fließt in den Ausbau der USA- und Asien-Geschäfte sowie in die Sicherheitstechnik für Physical AI.

270 Millionen US-Dollar auf einen Blick

  • Finanzierungssumme: 270 Millionen US-Dollar
  • Bewertung: 1,7 Milliarden US-Dollar (30-fache Steigerung in zwei Jahren)
  • Lead-Investor: Headline
  • Weitere neue Investoren: Sofina, Goldman Sachs, European Investment Bank Group (über die European Tech Champions Initiative), Wachstumsfonds Deutschland (beraten durch KfW Capital), T.Capital (Deutsche Telekom)
  • Bestandsinvestoren mit an Bord: Balderton, HV, Intrepid Growth Partners, 33N Ventures, Lakestar, Supernova Invest, Blue Cloud Ventures, Geodesic Capital
  • Kreditlinie: J.P. Morgan stockt die bestehende Kreditlinie auf, KfW steigt neu als Kreditgeber ein
  • Gründung: 2018 in Rom, durch Gianni Cuozzo
  • Sitz: Rom, mit deutscher Niederlassung in Karlsruhe

Wie Exein Maschinen schützt

Exein schützt Maschinen, die selbst Entscheidungen treffen und handeln – zum Beispiel Roboter, Drohnen und autonome Fahrzeuge. Die Basis dafür bildet Photon: eine Sicherheitsarchitektur, die Exein Anfang 2026 vorgestellt hat. Photon arbeitet auf Kernel-Ebene und stoppt schädlichen Code, bevor ein Angriff beginnt. Dieser Ansatz passt zu autonomen Systemen, die in Sekundenbruchteilen reagieren müssen.

Parallel baut Exein seit zwei Jahren ein eigenes KI-Modell für die Sicherheit von Physical AI. Das Modell lernt aus echten Maschinendaten – nicht aus menschengemachten Texten wie andere KI-Modelle. Diese Daten stammen von über zwei Milliarden vernetzten Geräten, auf denen Exeins Technik bereits läuft. Später soll das Modell autonome Sicherheits-Agenten steuern. Diese Agenten sollen Systeme selbstständig prüfen und schützen – ganz ohne Menschen.

„KI verlagert sich aus der Cloud in die physische Welt. Das ist der Übergang, für den Exein gegründet wurde“, sagt Gründer und CEO Gianni Cuozzo. „Angriffe erfolgen heute in Maschinengeschwindigkeit – also muss auch die Abwehr entsprechend schnell reagieren.“

Ende 2026 will Exein die neue Sicherheitsarchitektur vorstellen. Die KI-Modelle sollen im ersten Quartal 2027 folgen.

Warum jetzt so viel Geld fließt

Exein wächst gerade sehr schnell. Der wiederkehrende Jahresumsatz lag im ersten Halbjahr 2026 viermal so hoch wie im Vorjahr. Auch die Bewertung ist stark gestiegen: in zwei Jahren um das 30-Fache. Gleichzeitig nehmen die Bedrohungen zu: Exein zählt inzwischen rund 5.000 neue Angriffe pro Woche in seinem Netzwerk – fünfmal so viele wie vor einem Jahr. Der Grund dafür: KI macht Angriffe schneller und einfacher. Deshalb muss auch die Abwehr schneller werden.

Die neuen Investoren begründen ihr Engagement genau damit. Headline-Partner Clarey Zhu sieht im Schutz der physischen Welt „eine der wichtigsten Cybersecurity-Herausforderungen des kommenden Jahrzehnts“. Deutsche-Telekom-IoT-Chef Christian Schwalbe verweist auf die wachsende Zahl vernetzter Geräte, die zunehmend geschäftskritische Aufgaben übernehmen: „Eine zuverlässige Geräte- und Firmware-Sicherheit wird entscheidend sein.“

Die nächsten Schritte

Exein will sein US-Team in den nächsten zwei Jahren vergrößern. Dazu kommen mehr Kunden und Partner in den USA. Ein neues Büro soll in der San Francisco Bay Area entstehen. Rund die Hälfte des Umsatzes kommt schon heute aus Asien-Pazifik. Dort hat Exein seit der letzten Finanzierungsrunde im Dezember 2025 einen neuen Hauptsitz in Taiwan eröffnet. Außerdem prüft das Unternehmen mögliche Zukäufe, um Technik und Präsenz weiter auszubauen.

FAQ

Wie viel Kapital hat Exein eingesammelt?
Exein hat 270 Millionen US-Dollar eingesammelt, bei einer Bewertung von 1,7 Milliarden US-Dollar.

Wer sind die Investoren von Exein?
Headline führt die Runde an. Weitere neue Investoren sind Sofina, Goldman Sachs, die European Investment Bank Group, der Wachstumsfonds Deutschland (KfW Capital) und T.Capital (Deutsche Telekom). Bestandsinvestoren wie Balderton, HV und Lakestar sind wieder dabei.

Was macht Exein?
Exein baut Sicherheitstechnik für Physical AI – für Maschinen, die mit KI selbst entscheiden und handeln, etwa Roboter, Drohnen und autonome Fahrzeuge.

Wann wurde Exein gegründet?
Gianni Cuozzo hat Exein 2018 in Rom gegründet.

Wofür nutzt Exein das Geld?
Für den Ausbau der USA- und Asien-Geschäfte und für die Weiterentwicklung der Sicherheitsarchitektur, inklusive eines eigenen KI-Modells.

Bild Exein left to right, Gerardo Gagliardo, CFO & Co-Founder; Gianni Cuozzo, CEO & Founder; Giovanni Alberto Falcione, CTO & Co-Founder

Quelle PIABO Communications Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell recherchiert und geprüft von der StartupValley-Redaktion.

VoiceBooker: Wie KI-Telefonie wiederkehrende Kundenanfragen zuverlässig automatisiert

0
VoiceBooker Andre Martin

VoiceBooker entwickelt eine KI-Kommunikationsplattform, die mit KI-Agent und Voicebot Kundenanfragen automatisiert und zuverlässig in bestehende Geschäftsprozesse integriert.

Können Sie VoiceBooker kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für Ihre KI Kommunikationsplattform entstanden ist?

VoiceBooker ist eine KI-Kommunikationsplattform, die Unternehmen dabei unterstützt, ihre Telefonkommunikation zu automatisieren – und zwar so, dass sie sich für den Anrufer möglichst natürlich anfühlt.

Die Idee dafür ist tatsächlich aus einer ganz alltäglichen Situation entstanden: Ich saß im Wartezimmer beim Arzt und immer wieder klingelte das Telefon. Irgendwann habe ich mich gefragt: Warum muss eigentlich jedes dieser Gespräche zwingend von einem Menschen angenommen werden? Gerade bei wiederkehrenden Anliegen wie Terminvereinbarungen müsste das doch automatisierbar sein.

Gleichzeitig hatte ich diese berühmte Telefon-Demo von Google im Hinterkopf, bei der ein KI-Assistent 2018 einen Friseurtermin telefonisch vereinbart hat. Das hat bei mir die Neugier geweckt: Wie gut könnte man so etwas heute mit den mittlerweile verfügbaren KI-Modellen tatsächlich umsetzen – und vor allem, wie zuverlässig und natürlich funktioniert das im echten Geschäftsalltag?

Aus dieser Kombination aus einem konkreten Problem und der technischen Neugier ist schließlich die Idee für VoiceBooker entstanden.

Wer steht hinter VoiceBooker, und welche Erfahrungen bringt das Team in die Entwicklung von Voicebots und Chatbots ein?

Hinter VoiceBooker steht André Martin. Er hat im Bereich „Scalable Cloud Systems“ promoviert und bringt eine starke technische Expertise in der Entwicklung skalierbarer und zuverlässiger Cloud-Systeme mit.

Darüber hinaus verfügt er über Erfahrung in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Cloud Security. Diese Kombination ist für VoiceBooker besonders relevant, denn ein Voicebot muss nicht nur natürlich kommunizieren, sondern auch zuverlässig und sicher funktionieren – selbst wenn gleichzeitig hunderte Anrufe eingehen.

Genau darauf ist die technische Architektur von VoiceBooker ausgelegt: Die Plattform soll auch bei vielen parallelen Gesprächen stabil und performant bleiben und Unternehmen ermöglichen, ihre Telefonkommunikation zu automatisieren, ohne dass die Qualität der Gespräche darunter leidet.

Welche Vision verfolgen Sie mit VoiceBooker, und wie möchten Sie die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden verändern?

Unsere Vision mit VoiceBooker ist, Routineanfragen und wiederkehrende Aufgaben in der Kundenkommunikation so weit wie möglich zu automatisieren. Viele dieser Gespräche sind wichtig, aber gleichzeitig sehr standardisiert – beispielsweise Terminvereinbarungen, Auskünfte oder einfache Anfragen.

Unser Ziel ist es, dadurch den Menschen den Rücken freizuhalten. Mitarbeiter sollen weniger Zeit mit wiederkehrenden Aufgaben verbringen und mehr Zeit für die wirklich kniffligen Fälle haben, bei denen Erfahrung, Empathie und menschliches Urteilsvermögen gefragt sind.

Wir sehen KI deshalb nicht als Ersatz für den Menschen, sondern als Unterstützung: Die KI übernimmt die Routine, während sich Menschen auf die Aufgaben konzentrieren können, bei denen sie einen echten Mehrwert bieten.

VoiceBooker verbindet Voicebots, Chatbots und WhatsApp Business. Warum ist ein kanalübergreifender Ansatz für Unternehmen wichtig?

Ein kanalübergreifender Ansatz ist wichtig, weil Kunden heute ganz selbstverständlich zwischen verschiedenen Kommunikationskanälen wechseln. Ein Gespräch kann beispielsweise mit einem Chatbot beginnen und anschließend telefonisch weitergeführt werden.

Dabei sollte der Kunde nicht jedes Mal wieder von vorne anfangen müssen. Die Informationen aus dem bisherigen Gespräch sollten über die verschiedenen Kanäle hinweg verfügbar sein, sodass der Kontext erhalten bleibt und der Kunde seine Geschichte nicht noch einmal erzählen muss.

Auch für Unternehmen hat ein solcher Ansatz einen großen Vorteil: Statt mehrere Systeme unterschiedlicher Anbieter jeweils einzeln an die eigenen Backend-Systeme anzubinden, kann eine zentrale Plattform wie VoiceBooker diese Kommunikation bündeln. Das reduziert die technische Komplexität und macht die Integration und Verwaltung deutlich einfacher.

An welche Unternehmen richtet sich Ihre Plattform besonders, und welche Kundenanfragen eignen sich am besten für die Automatisierung?

VoiceBooker richtet sich vor allem an mittelständische Unternehmen und größere Enterprises, bei denen täglich eine hohe Anzahl an Kundenanfragen eingeht.

Besonders gut für die Automatisierung eignen sich Anfragen, die grundsätzlich heute schon über Webportale oder Self-Service-Lösungen abgewickelt werden könnten, für die der Kunde aber beispielsweise nicht extra einloggen möchte oder bei denen die digitalen Portale zu kompliziert oder umständlich aufgebaut sind. Über einen Voicebot oder Chatbot kann dieser Zugang deutlich einfacher und natürlicher gestaltet werden.

Ein weiterer spannender Bereich sind Anfragen, bei denen die benötigte Information zwar vorhanden ist, aber tief in verschachtelten Wissensdatenbanken, Wikis oder internen Dokumentationen steckt. Für den Kunden ist es dann oft schwierig, die richtige Information selbst zu finden. Hier kann KI die Informationen gezielt suchen und direkt im Gespräch die passende Antwort liefern.

Kurz gesagt: Überall dort, wo heute bereits ein digitaler Prozess existiert, dieser für den Kunden aber noch zu aufwendig, kompliziert oder schwer zugänglich ist, sehen wir großes Potenzial für Automatisierung.

Ein KI Agent soll einen Termin nicht nur versprechen, sondern tatsächlich buchen und die Ausführung überprüfen. Wie stellen Sie diese Zuverlässigkeit sicher?

Die Zuverlässigkeit ist für uns einer der wichtigsten Punkte. Es wäre fatal, wenn ein Patient nach einem Telefonat davon ausgeht, dass sein Termin erfolgreich gebucht wurde, obwohl das in Wirklichkeit gar nicht passiert ist – beispielsweise weil das LLM eine Buchung nur „halluziniert“ oder einen falschen Tag beziehungsweise eine falsche Uhrzeit nennt. Das kann im Alltag schnell zu verpassten Terminen und viel Frust führen.

Deshalb setzen wir bei VoiceBooker auf einen hybriden Ansatz: Wir kombinieren ein LLM mit einer klassischen Node.js-Engine und arbeiten gleichzeitig mit einem Multi-Staging- und Multi-Prompt-System.

Viele andere Lösungen arbeiten im Kern mit einem einzigen System-Prompt. Je länger und komplexer ein Gespräch wird, desto größer kann dabei das Risiko werden, dass das LLM vom eigentlichen Prozess abweicht oder anfängt zu halluzinieren. Bei unserem Multi-Prompt-Ansatz können wir während des Gesprächs dynamisch weitere Systemanweisungen hinzufügen und den Agenten so immer auf den aktuellen Gesprächsschritt und die jeweilige Aufgabe fokussieren. Dadurch können wir Halluzinationen und Fehlentscheidungen sehr stark reduzieren.

Der zweite wichtige Punkt ist die Kombination mit unserer Node.js-Engine. Ein LLM ist hervorragend darin, Sprache zu verstehen und natürliche Gespräche zu führen. Wenn es aber darum geht, strukturierte Daten wie verfügbare Terminslots, Daten oder Uhrzeiten exakt zu verarbeiten, sollte man sich nicht ausschließlich auf das Sprachmodell verlassen.

Deshalb übernehmen wir kritische Berechnungen und Validierungen außerhalb des LLMs. Beispielsweise wird der Wochentag eines konkreten Datums von unserer Engine deterministisch ermittelt, anstatt ihn vom LLM berechnen zu lassen. Auch die eigentliche Terminbuchung erfolgt über die angebundenen Systeme und kann anschließend verifiziert werden.

So entsteht eine klare Trennung: Das LLM kümmert sich um Sprache und Verständnis, während unsere Engine für die korrekte und nachvollziehbare Ausführung sorgt. Denn am Ende reicht es nicht, dass ein KI-Agent überzeugend klingt – er muss das, was er dem Kunden verspricht, auch tatsächlich ausführen.

Was unterscheidet VoiceBooker von anderen Lösungen für automatisierte KI Kommunikation?

Ein wesentlicher Unterschied von VoiceBooker ist unser Multi-Stage-Ansatz. Komplexe Gesprächsabläufe werden dabei in einzelne, klar definierte Stages aufgeteilt. Dadurch können auch komplexe Calls modular aufgebaut, gesteuert und angepasst werden, anstatt einen gesamten Gesprächsverlauf über einen einzigen Prompt abzubilden.

Ein weiterer Vorteil ist unsere integrierte Node.js-Engine. Damit lassen sich Anbindungen an bestehende Backend-Systeme sehr elegant und mit vergleichsweise wenig Code realisieren. Der KI-Agent kann dadurch nicht nur Gespräche führen, sondern auch tatsächlich Aktionen in den bestehenden Systemen eines Unternehmens ausführen.

Zusätzlich nutzen wir einen MCP-Server, der dabei hilft, sowohl die einzelnen Stages als auch den benötigten Code automatisiert zu generieren. Das reduziert den Entwicklungs- und Integrationsaufwand erheblich.

Unser Ziel ist deshalb, dass die Einführung eines KI-Assistenten kein monatelanges IT-Großprojekt sein muss. Unternehmen sollen komplexe KI-Kommunikation schnell aufsetzen, an ihre bestehenden Systeme anbinden und anschließend flexibel weiterentwickeln können.

Natürliche Kommunikation und klar definierte Prozesse müssen bei Ihnen zusammenspielen. Wie gelingt dieser Spagat in der Praxis?

Dieser Spagat gelingt aus unserer Sicht vor allem durch einen iterativen Ansatz. Wir versuchen nicht, von Anfang an jeden möglichen Gesprächsverlauf vollständig vorherzusehen, sondern lernen aus den tatsächlichen Gesprächen.

Dafür analysieren wir beispielsweise die Transkripte der geführten Telefonate und schauen uns an: Welche Anliegen haben die Kunden tatsächlich? Welche Informationen werden benötigt? Und wie lassen sich diese Informationen auf die bestehenden APIs und Prozesse des Unternehmens abbilden?

Dabei wird das System kontinuierlich verbessert. Ein wichtiger Punkt ist zum Beispiel, welche Daten während eines Gesprächs tatsächlich erhoben werden müssen. In einem natürlichen Gespräch werden Informationen häufig anders ausgetauscht, als man es in einem starren Formular erwarten würde. Ein Mensch zieht beispielsweise aus dem Gesprächskontext automatisch Rückschlüsse – etwa aus der Stimme, der Anrede oder anderen Hinweisen. Ein KI-Agent muss solche Zusammenhänge ebenfalls berücksichtigen, gleichzeitig aber sicherstellen, dass am Ende alle für den Prozess notwendigen Informationen vollständig und korrekt vorliegen.

Genau diese Kombination ist entscheidend: Die Kommunikation soll sich für den Kunden natürlich anfühlen, während im Hintergrund klar definierte Prozesse und Schnittstellen dafür sorgen, dass die richtigen Informationen strukturiert verarbeitet und die entsprechenden Aktionen zuverlässig ausgeführt werden.

Durch die iterative Analyse realer Gespräche können wir beide Seiten kontinuierlich verbessern: die Natürlichkeit der Kommunikation und gleichzeitig die Prozesssicherheit.

Wo liegen aktuell die größten Herausforderungen, wenn KI von einfachen Gesprächen zu echten Geschäftsprozessen übergeht?

Eine der größten Herausforderungen liegt darin, dass bestehende Portal- und Backend-Systeme ursprünglich für visuelle Interaktionen entwickelt wurden. Ein natürlicher Gesprächsfluss funktioniert aber ganz anders als ein Webformular.

Das beginnt bereits bei der Authentifizierung. In einem Portal gibt der Kunde beispielsweise Benutzername und Passwort ein. In einem Telefonat funktioniert das natürlich nicht auf die gleiche Weise. Hier muss die Identität häufig über Informationen verifiziert werden, die nur der Kunde kennen sollte – beispielsweise Geburtsdatum, Adresse oder andere persönliche Angaben.

Auch andere Prozesse, die in einem visuellen System aus einzelnen Formularfeldern und Buttons bestehen, müssen für ein natürliches Gespräch komplett neu gedacht werden. Die Herausforderung besteht darin, diese bestehenden Prozesse so in einen Gesprächsfluss zu übersetzen, dass sie für den Kunden natürlich wirken und gleichzeitig die notwendigen Sicherheits- und Geschäftsregeln eingehalten werden.

Diese Überführung von visuellen Prozessen in sichere und natürliche Sprachprozesse erfordert deshalb viel Erfahrung und ein gutes Verständnis sowohl der bestehenden Backend-Systeme als auch der Möglichkeiten von KI. Genau an dieser Schnittstelle liegt aus unserer Sicht ein großer Teil der eigentlichen Herausforderung bei der Einführung von KI-Agenten.

Wann sollte ein KI Agent eine Anfrage selbst bearbeiten und wann bewusst an einen menschlichen Mitarbeiter übergeben?

Grundsätzlich können KI-Agenten heute alle Anfragen bearbeiten, für die eine entsprechende API oder technische Schnittstelle vorhanden ist. Denn über diese Schnittstellen können die benötigten Daten – ähnlich wie bei einem menschlichen Mitarbeiter – ausgelesen, verarbeitet und auch wieder in die entsprechenden Systeme geschrieben werden.

Entscheidend ist für uns aber nicht nur, was technisch möglich ist, sondern auch, wann ein KI-Agent erkennen sollte, dass ein Mensch die bessere Wahl ist. Ein guter KI-Telefonassistent sollte nicht endlos versuchen, eine Anfrage zu lösen, wenn er sie nicht versteht oder keine passende Lösung findet.

Wenn eine Anfrage beispielsweise auch beim zweiten Versuch nicht verstanden oder gelöst werden kann, sollte das Gespräch bewusst eskaliert und an einen menschlichen Mitarbeiter übergeben werden. So vermeiden wir, dass die Frustration des Kunden durch wiederholte Fehlversuche weiter steigt.

Dabei setzen wir auch auf Audio Intelligence: Wir analysieren beispielsweise die Stimmung und den Gesprächsverlauf, um frühzeitig zu erkennen, wenn ein Kunde unzufrieden oder frustriert wird. In solchen Fällen kann der Agent entsprechend früher an einen Mitarbeiter übergeben.

Für uns ist deshalb ein guter KI-Agent nicht derjenige, der um jeden Preis jedes Gespräch selbst führen möchte. Ein guter Agent weiß auch, wann er besser einen Menschen hinzuholt.

Welche nächsten Entwicklungsschritte stehen bei VoiceBooker an, und welche Rolle werden zusätzliche Kommunikationskanäle dabei spielen?

Ein wichtiger Schwerpunkt unserer nächsten Entwicklungsschritte liegt zunächst darin, die Gespräche noch natürlicher zu machen. Gerade bei Voicebots spielt die Latenz eine große Rolle. Ein Mensch reagiert unmittelbar auf sein Gegenüber – genau dieses Gefühl wollen wir auch in der Kommunikation mit einem KI-Agenten erreichen.

Gleichzeitig gibt es noch einige Herausforderungen, die bei einem klassischen Chatbot gar nicht auftreten. In einem echten Telefonat gibt es beispielsweise Hintergrundgeräusche, mehrere Personen im Raum oder jemanden, der im Hintergrund spricht. Die KI muss zuverlässig erkennen können, wer tatsächlich der Anrufer ist und welche Stimmen oder Geräusche für das Gespräch irrelevant sind.

Auch Unterbrechungen und natürliche Gesprächsdynamiken sind anspruchsvoll: Menschen fallen sich ins Wort, machen kurze Pausen oder korrigieren sich. Ein guter Voice-Agent muss damit umgehen können, ohne dass der Gesprächsfluss unnatürlich wirkt.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein Unternehmen im schnell wachsenden KI Markt aufbauen möchten?

Erstens: Ein konkretes Problem lösen. Gerade im KI-Bereich ist die Versuchung groß, von der Technologie auszugehen und dann nach einem Anwendungsfall zu suchen. Ich würde es genau andersherum machen: Zuerst ein echtes Problem identifizieren, für das Kunden heute bereits Zeit oder Geld aufwenden, und dann schauen, wie KI dieses Problem besser lösen kann.

Zweitens: Schnell ausprobieren und iterativ lernen. Der KI-Markt entwickelt sich unglaublich schnell. Deshalb würde ich nicht versuchen, von Anfang an die perfekte Lösung zu bauen. Lieber früh mit echten Kunden und echten Anwendungsfällen starten, die Ergebnisse analysieren und das Produkt kontinuierlich verbessern. Gerade bei KI lernt man sehr viel erst aus der tatsächlichen Nutzung.

Drittens: Nicht alles dem LLM überlassen. KI-Modelle sind unglaublich leistungsfähig, aber sie sind nicht für jede Aufgabe das richtige Werkzeug. Für zuverlässige Geschäftsanwendungen braucht es eine Kombination aus KI und klassischer Software-Logik. Das LLM sollte dort eingesetzt werden, wo es seine Stärken hat – zum Beispiel beim Verstehen und Generieren natürlicher Sprache. Für deterministische Prozesse, Datenvalidierung oder kritische Geschäftslogik sollte man auf klassische Software setzen.

Und vielleicht noch ein übergreifender Punkt: Man sollte keine Angst davor haben, in einem so schnelllebigen Markt Entscheidungen zu treffen. Die Technologie wird sich ohnehin weiterentwickeln. Entscheidend ist, schnell zu lernen und sich entsprechend anzupassen.

Bildcredits claiverly GmbH

Wir bedanken uns bei André Martin für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: VoiceBooker

Kontakt:

claiverly GmbH
Am See 1a
01067 Dresden
Deutschland

voicebooker.de
info@voicebooker.de

Ansprechpartner: Dr. André Martin

Social Media:
Facebook

Höhle der Löwen: Glücksrad-Pitch, Pflanzenwand und Fenster-Drohne

0
Die Höhle der Löwen: Höhle der Löwen Startups 2026 Bild Die "Löwen" (v.l.) Judith Williams, Frank Thelen, Janna Ensthaler, Ralf Dümmel und Andreas w. Herb. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Zwischen Glücksrad, Pflanzwand und Fensterdrohne: Dieser Abend wird ungewöhnlich

Die Höhle der Löwen geht am 21. September 2026 mit sechs neuen Geschäftsideen in die nächste Runde. Die Höhle der Löwen 2026 bringt diesmal ungewöhnliche Produkte, junge Gründer, persönliche Geschichten und ambitionierte Technologien zusammen. Von einem automatisierten Pflanzsystem über zuckerfreies Eis bis zur Fensterputzdrohne zeigen die Höhle der Löwen Startups, wie unterschiedlich Unternehmertum aussehen kann.

Die Höhle der Löwen startet mit einem Investment per Glücksrad

Anton Vrouzos und Marius Ludwig aus Düsseldorf und Köln wollen mit DEKADOME ein alltägliches Problem lösen: verstopfte oder langsam ablaufende Duschabflüsse. Ihr kompakter und wiederverwendbarer Abflussreiniger arbeitet mit Druckstößen und soll Haare sowie Shampoo- und Seifenreste lösen – ohne chemische Reiniger.

Ungewöhnlich ist nicht nur das Produkt, sondern vor allem die Verhandlung. Ein Glücksrad entscheidet darüber, welches Investmentangebot auf dem Tisch liegt. Möglich sind zwischen 30.000 Euro für 15 Prozent und 60.000 Euro für 30 Prozent der Firmenanteile.

Umsätze können die Gründer bislang nicht vorweisen. Mit frischem Kapital wollen sie zunächst zeigen, dass tatsächlich Nachfrage besteht. Entsprechend kritisch diskutieren die Löwen, ob DEKADOME eine eigenständige Innovation oder letztlich ein klassischer Pömpel in neuer Form ist. Trotzdem weckt das Konzept das Interesse mehrerer Investoren.

Höhle der Löwen Startups zwischen Genuss und persönlicher Geschichte

Mit Poppy’s Eis bringt Alena Leeb aus Riefensberg eine Geschäftsidee mit, die aus ihrem Familienalltag entstanden ist. Das Eis besteht aus Frucht und Gemüse, verzichtet auf Industriezucker und ist glutenfrei, laktosefrei sowie vegan. Pro Stück kommen nach Angaben der Gründerin lediglich 60 Kalorien zusammen.

Die ersten Schritte hat Leeb bereits selbst finanziert. Mit 10.000 Euro eigenen Ersparnissen baute sie ihr Geschäft auf und verkaufte innerhalb von vier Monaten 10.000 Eis. Mittlerweile ist Poppy’s unter anderem in Schwimmbädern, Freizeiteinrichtungen und Familienhotels erhältlich.

Besonders persönlich wird der Pitch, als Leeb von einer drohenden Privatinsolvenz vor rund zehn Jahren erzählt. Ein Buch von Frank Thelen habe ihr damals geholfen, neue Perspektiven zu entwickeln. Nun steht sie ihm als Gründerin gegenüber. Für 40.000 Euro bietet sie 40 Prozent ihres Unternehmens an.

Die Höhle der Löwen erlebt einen ungewöhnlichen Pflege-Pitch

Deutlich provokanter tritt Markus Flagner aus Würzburg auf. Mit Penice präsentiert er ein Pflegegel, das unangenehmen Gerüchen im männlichen Intimbereich entgegenwirken soll. Statt Gerüche mit Parfüm zu überdecken, setzt das Produkt unter anderem auf Zink sowie Rhabarber- und Rettichextrakte.

Mit seiner Inszenierung als „Prinz Penis“ ist dem Gründer die Aufmerksamkeit im Studio sicher. Doch nach dem Überraschungsmoment zählen auch hier Geschäftsmodell, Marktpotenzial und Skalierbarkeit. Flagner verlangt 70.000 Euro und bietet dafür 25,1 Prozent seiner Firmenanteile.

Höhle der Löwen 2026: Fünf junge Gründer drehen den Pitch um

Für einen bemerkenswerten Moment sorgen Max Lauterbach, Simon Zitzmann, Jonas Frank, Nick Werneck und Niklas Gabriel. Die 19- und 20-Jährigen aus Erlangen präsentieren CompactGreens, eine automatisierte Pflanzenwand für den Anbau von Kräutern, Salaten, Tomaten, Chilis oder Erdbeeren in Innenräumen.

Ein Wassertank, eine selbst entwickelte Bewässerungstechnik und eine App sollen den Pflegeaufwand deutlich reduzieren. Licht und Bewässerung werden automatisch an die jeweiligen Pflanzen angepasst.

Nach zwei Jahren Entwicklungsarbeit und abgeschlossenem Beta-Test berichten die Gründer von mehr als 170 Kaufanfragen. Für 180.000 Euro wollen sie 15 Prozent ihres Unternehmens abgeben. Ihr Auftritt beeindruckt die Investoren so sehr, dass die Rollen zeitweise getauscht werden: Die Gründer dürfen auf den Sesseln der Löwen Platz nehmen, während die Investoren die Pitch-Position übernehmen. Trotz aller Begeisterung bleiben Preisgestaltung, Marge und Unternehmensbewertung entscheidende Punkte.

Höhle der Löwen Startups suchen Lösungen für den Familienalltag

Gesa Vieting aus Dortmund präsentiert mit monobag eine Handtasche mit integrierter Tragehilfe für Kinder. Gemeinsam mit Co-Gründerin Anja Dürrwang entwickelte sie das Produkt für Situationen, in denen Kinder unterwegs nicht mehr weiterlaufen möchten.

Die Tasche ist für Kinder bis maximal 20 Kilogramm ausgelegt und soll insbesondere auf Reisen, beim Einkaufen und im täglichen Familienleben zusätzliche Flexibilität bieten. Vieting präsentiert die gemeinsame Geschäftsidee allein und sucht 75.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile. Neben Kapital wünschen sich die Gründerinnen vor allem unternehmerische Erfahrung und einen starken Sparringspartner.

Die Höhle der Löwen zwischen Fensterputzen und Zukunftstechnologie

Technologisch ambitioniert wird der Abend mit clearBee. Ronald Lilleg-Staudenherz und Naveen Rajan SK aus Wien wollen die Fensterreinigung mithilfe einer Drohne automatisieren.

Das System kombiniert eine handelsübliche Drohne mit Reinigungsadapter und Ladestation. Die Drohne soll Fenster selbstständig anfliegen und regelmäßig reinigen. An der Station wird sie geladen und mit Reinigungsmittel versorgt. Statt stark verschmutzte Scheiben einmal aufwendig zu säubern, basiert das Konzept auf einer kontinuierlichen Pflege.

Rund 450.000 Euro sind nach Angaben der Gründer bereits in die Entwicklung geflossen. Nun suchen sie weitere 300.000 Euro für zehn Prozent ihres Unternehmens. Gleichzeitig macht der Pitch deutlich, dass zwischen einer ambitionierten Vision und einem vollständig marktreifen Produkt noch Entwicklungsarbeit liegen kann.

Die Höhle der Löwen am 21. September 2026 setzt auf große Gegensätze

Die neue Folge zeigt die enorme Bandbreite der Höhle der Löwen Startups. Ein einfaches Werkzeug für den Duschabfluss trifft auf autonome Drohnentechnik, eine Pflanzenwand auf Eis ohne Industriezucker und eine Handtasche auf Intimpflege.

Gerade diese Gegensätze prägen die Höhle der Löwen 2026. Entscheidend ist am Ende nicht allein, wie überraschend eine Idee klingt. Die Gründer müssen zeigen, dass Produkt, Nachfrage, Zahlen und Unternehmensbewertung zusammenpassen. Am 21. September 2026 wird sich in Die Höhle der Löwen zeigen, welche Konzepte den Sprung vom überzeugenden Pitch zum Investment schaffen.

Bild Die „Löwen“ (v.l.) Judith Williams, Frank Thelen, Janna Ensthaler, Ralf Dümmel und Andreas w. Herb.
Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Neueste Beiträge

HopHop: Railway Mobility und Autonomous Mobility

HopHop: Wie die Plattform Railway Mobility und Autonomous Mobility verbindet

0
HopHop entwickelt sich vom Premium-Chauffeurdienst zu einer multimodalen Mobilitätsplattform. Mit Railway Mobility, der HopHop Intelligence Engine und perspektivisch Autonomous Mobility sollen unterschiedliche Teile einer Reise intelligent miteinander verbunden werden.