Donnerstag, September 10, 2026
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Höhle der Löwen: Mellow Rush pitcht alkoholfreie Mood Drinks

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Mellow Rush: Mood Drink in der Höhle der Löwen Bild Simone Lafargue, Gründerin von Mellow Rush aus Stuttgart Foto: RTL

Mellow Rush positioniert sich als Mood Drink für besondere Momente und wird am 14. September 2026 in der Höhle der Löwen in einem Battle antreten.

Wie ist die Idee zu Mellow Rush entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Die Idee zu Mellow Rush entstand aus einer ganz einfachen Frage: Warum gibt es für soziale Momente eigentlich fast nur die Wahl zwischen Alkohol, klassischen Softdrinks und Energy Drinks? Ich wollte einen Drink entwickeln, der sich erwachsen und besonders anfühlt und trotzdem alkoholfrei ist – für die Momente, in denen man gemeinsam anstößt, ausgeht oder einfach eine gute Zeit hat, ohne dass Alkohol im Mittelpunkt stehen muss. Hinter Mellow Rush stehe ich, Simone Lafargue, gemeinsam mit einem Team aus Produkt-, Brand-, E-Commerce- und Beverage-Expertinnen und -Experten. Unser Anspruch war von Anfang an: Wir wollen den Moment heben, nicht den Pegel.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

Mellow Rush bewegt sich im stark wachsenden Markt für alkoholfreie Getränke und baut darin eine neue Kategorie auf: Mood Drinks. Wir verbinden besondere Geschmackswelten mit echten Botanicals wie Safran, Melisse oder Kamille und denken unsere Produkte immer vom gewünschten Moment aus. Unser Geschäftsmodell kombiniert Direct-to-Consumer über unseren eigenen Online-Shop mit dem stationären Handel. Langfristig möchten wir eine ganze Mellow-Rush-Familie für unterschiedliche Momente schaffen – vom Socializing über Fokus bis hin zu entspannten Abendmomenten.

Welches konkrete Problem löst Mellow Rush und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Immer mehr Menschen möchten weniger oder keinen Alkohol trinken, wollen aber trotzdem nicht den ganzen Abend Wasser oder eine sehr süße Limonade in der Hand halten. Gleichzeitig passen klassische Energy Drinks für viele soziale Situationen nicht. Genau dazwischen fehlte uns ein Produkt. Mellow Rush soll eine erwachsene alkoholfreie Alternative sein, die Geschmack, besonderes Trinkgefühl und Botanicals miteinander verbindet. Nicht als Verzichtsprodukt, sondern als eigenständige Wahl, auf die man sich wirklich freut.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Als ich für „Die Höhle der Löwen“ angefragt wurde, ging alles extrem schnell. Ursprünglich wollte ich gar nicht an einem Battle teilnehmen. Dann wurde ich überzeugt, habe innerhalb von ungefähr 20 Minuten meine Sachen gepackt und bin hingefahren. Mir wurde signalisiert, dass Mellow Rush gute Chancen haben könnte – und natürlich ist die Sendung eine außergewöhnliche Möglichkeit, eine junge Marke und eine neue Kategorie innerhalb kürzester Zeit sehr vielen Menschen zu erklären. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Ich würde in einem Battle gegen ein Startup antreten, das bereits seit vier Jahren am Markt war und rund zwei Millionen Euro Umsatz gemacht hatte. Mit meiner Erfahrung aus zehn Jahren Strategieberatung bei Strategy& und Accenture Strategy hätte ich mich mit diesem Wissen wahrscheinlich nicht bewusst in genau diese Ausgangssituation geschickt. Im Nachhinein bin ich trotzdem sehr froh, dass ich es gemacht habe – weil uns diese Erfahrung als Unternehmen enorm weitergebracht hat.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe in der Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Unser absoluter Wunschlöwe war Andreas W. Herb. Gerade für Mellow Rush ist seine Erfahrung in der Getränkebranche unglaublich spannend. Er kennt nicht nur Markenaufbau und Vertrieb, sondern auch die Herausforderungen, die entstehen, wenn aus einem jungen Getränk eine wirklich skalierbare Marke werden soll. Für unsere Vision, Mellow Rush als neue alkoholfreie Getränkekategorie im Handel zu etablieren, wäre diese Kombination aus Branchenwissen, Netzwerk und unternehmerischer Erfahrung ein enormer Mehrwert.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren in der Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Vor allem Erfahrung und Zugang. Im Getränkemarkt entscheidet nicht nur ein gutes Produkt. Produktion, Einkauf, Handel, Logistik, Distribution und Markenaufbau müssen gleichzeitig funktionieren. Genau hier kann ein erfahrener Investor enorm helfen – Türen öffnen, Fehler vermeiden und gemeinsam mit uns die richtigen Entscheidungen für die nächste Skalierungsstufe treffen. Kapital ist wichtig, aber das richtige Netzwerk und Sparring können für uns mindestens genauso wertvoll sein.

Welche nächsten Schritte sind für Mellow Rush nach dem Auftritt in der Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Die wichtigste Entwicklung nach unserem Auftritt war für uns zunächst strategisch: Wir haben unsere Positionierung noch einmal grundlegend geschärft. Wir haben verstanden: Wir sind kein Botanical Drink. Wir sind ein Mood Drink. Genau daraus ist heute unsere große Vision entstanden, die Kategorie Mood Drinks in Deutschland und Europa aufzubauen. Aktuell befinden wir uns in einer Finanzierungsrunde über 1,1 Millionen Euro bei einer Pre-Money-Bewertung von zwei Millionen Euro und haben bereits sehr starke Partner an Bord. Parallel bauen wir unser Online-Geschäft und den stationären Handel aus und entwickeln weitere Mellow Moods für unterschiedliche Situationen. Und wenn wir in vier Jahren zurückblicken, hoffe ich, dass wir nicht über zwei Millionen Euro Umsatz sprechen – sondern über 20 Millionen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Eine der wertvollsten Erkenntnisse ist, dass auch Situationen, die im ersten Moment unbequem oder unerwartet sind, ein Unternehmen enorm weiterbringen können. Für uns war „Die Höhle der Löwen“ genau so ein Moment: Die Erfahrung hat uns gezwungen, noch klarer zu beantworten, wofür Mellow Rush eigentlich steht. Daraus entstand die Positionierung als Mood Drink. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass bei einem physischen Produkt ein starkes Produkt und eine gute Marke allein nicht reichen. Die Supply Chain ist mindestens genauso entscheidend. Wenn Rohstoffe fehlen, eine Produktion verschoben wird oder Verpackungen nicht rechtzeitig verfügbar sind, hilft die beste Marketingkampagne nichts. Und schließlich ist echtes Kundenfeedback oft wertvoller als wochenlange interne Diskussionen.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Nicht zu lange im stillen Kämmerlein perfektionieren. So früh wie möglich mit echten Kundinnen und Kunden testen, zuhören und bereit sein, die eigene Positionierung immer wieder zu hinterfragen. Manchmal entsteht die stärkste strategische Klarheit nicht am Schreibtisch, sondern aus einer Situation, die anders läuft als erwartet. Gerade bei physischen Produkten sollte man außerdem Supply Chain, Working Capital und Skalierbarkeit von Beginn an genauso ernst nehmen wie Marke und Vertrieb. Und: Fokus. Als Gründerin sieht man jeden Tag zehn neue Chancen. Die schwierigste Aufgabe ist häufig nicht zu entscheiden, was man macht – sondern was man bewusst noch nicht macht.

Was unterscheidet Mellow Rush im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Mellow Rush soll schon auf den ersten Blick anders aussehen als ein klassischer Soft- oder Energy Drink. Wir arbeiten mit einer sehr emotionalen, farbenfrohen Markenwelt und denken jede Sorte als eigenen Mood und Moment. Inhaltlich setzen wir auf kalorienarme, zuckerfreie Rezepturen und echte Botanicals. Entscheidend ist aber die Kombination: Wir verkaufen nicht einfach einen Geschmack, sondern starten bei der Frage: Wie soll sich dieser Moment anfühlen? Genau daraus entstehen Produkt, Geschmack und Design.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Das ist tatsächlich eines der Themen, mit denen wir uns am intensivsten beschäftigen. Wir haben auf unserem bisherigen Weg bereits erlebt, wie schnell steigende Nachfrage eine junge Supply Chain an ihre Grenzen bringen kann – und daraus sehr viel gelernt. Für die Ausstrahlung planen wir deshalb zusätzliche Produktionsmengen und Sicherheitsbestände und stimmen Produktion, Lager und Fulfillment eng aufeinander ab. Gleichzeitig bereiten wir unseren Online-Shop technisch auf deutlich höhere Zugriffszahlen vor und planen auch Kundenservice und Versandkapazitäten entsprechend. Unser Ziel ist natürlich, dass möglichst viele Menschen Mellow Rush direkt nach der Sendung ausprobieren können.

Sehen Sie Mellow Rush am 14. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild Simone Lafargue, Gründerin von Mellow Rush aus Stuttgart Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Simone Lafargue für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Höhle der Löwen: ivyclip bringt die erste schmerzfreie Haarklammer

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ivyclip: Haarklammer in der Höhle der Löwen Bild Leonie Neisinger, Gründerin von ivyclip Foto: RTL

ivyclip entwickelt eine flexible Haarklammer für mehr Tragekomfort und wird am 14. September 2026 in der Höhle der Löwen pitchen.

Wie ist die Idee zu ivyclip entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Die Idee ist letztes Jahr mitten in meinem Alltag als frischgebackene Mama entstanden. Beim Stillen und Anlehnen auf der Couch hat meine Haarklammer immer wieder unangenehm in den Hinterkopf gedrückt. Irgendwann habe ich mich gefragt: Warum akzeptieren wir eigentlich bei einem Produkt, das viele Frauen jeden Tag stundenlang tragen, dass es so unbequem ist?

Also habe ich angefangen, an einer Haarklammer zu arbeiten, die sich der Kopfform anpasst, anstatt starr dagegenzudrücken. Nach vielen Materialtests und Prototypen ist daraus schließlich ivyclip entstanden: die flexible, biegsame und bequeme Haarklammer.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

Fashion, Accessoires und Beauty. ivyclip ist als Direct-to-Consumer-Marke gestartet, inzwischen verkaufen wir aber sowohl über unseren eigenen Onlineshop als auch deutschlandweit bei dm und bei Friseursalons.

Welches konkrete Problem löst ivyclip und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Haarklammern drücken, brechen und sind unangenehm, wenn man sie länger trägt. ivyclip hingegen ist flexibel und passt sich der Kopfform an. Gleichzeitig ist das Material sehr robust. Als persönlichen Härtetest bin ich sogar einmal mit dem Auto über einen ivyclip gefahren und er ist ganz geblieben.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Wir sehen ein riesiges Potenzial, ivyclip nicht nur in Deutschland, sondern auch international groß zu machen. Daher war die entscheidende Frage: Wie können wir das Wachstum von ivyclip beschleunigen? Wir haben gesehen, dass das Produkt im eigenen Onlineshop funktioniert und inzwischen auch den Schritt in den stationären Handel geschafft. Der nächste große Hebel ist für uns die Skalierung, insbesondere im europäischen Markt. Dafür sind Kapital, Erfahrung im Aufbau großer Consumer Brands und vor allem ein starkes Handelsnetzwerk unglaublich wertvoll. Genau deshalb habe ich mich mit ivyclip bei der Höhle der Löwen beworben.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren in der Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Vor allem Erfahrung und Kontakte beim internationalen Handelsaufbau. Wir wissen inzwischen, wie wir ivyclip online vermarkten und haben mit dm den Schritt in den deutschen Massenmarkt geschafft. Jetzt ist für uns spannend zu lernen, wie man diese Position in weitere Länder überträgt.

Welche nächsten Schritte sind für ivyclip nach dem Auftritt in der Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Innerhalb von weniger als einem Jahr wurde aus einem persönlichen Problem auf meiner Couch ein Produkt, das deutschlandweit im dm-Regal steht. Das zeigt uns, dass ivyclip nicht nur online funktioniert, sondern auch im stationären Massenmarkt. Genau diese Entwicklung möchten wir jetzt in Europa fortsetzen. Denn das Problem mit harten und unbequemen Haarklammern gibt es nicht nur in Deutschland.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Als Gründerin und Mama einer kleinen Tochter ist meine Zeit automatisch begrenzt. Das hat mich von Anfang an gezwungen, Prioritäten zu setzen und Experten als Partner hinzuzuziehen.

Wir arbeiten beispielsweise mit spezialisierten Partnern in den Bereichen Fulfillment, Performance Marketing und Shopify zusammen. Die Themen Produkt, Marke, Strategie und Wachstum sind aktuell in-house. Diese Struktur ermöglicht es uns, in der jetzigen Phase schnell zu wachsen, ohne für jede neue Aufgabe sofort eine große Organisation aufbauen zu müssen.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Ich frage mich täglich bei fast jeder Aufgabe: Was hat Priorität? Was bringt uns unserem eigentlichen Ziel näher? Gerade in einem jungen Unternehmen gibt es jeden Tag hundert Dinge, die man tun könnte. Entscheidend sind am Ende aber die wenigen Dinge, die wirklich einen Unterschied machen.

Was unterscheidet euer Produkt im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Der Unterschied lässt sich innerhalb weniger Sekunden verstehen: Man nimmt ivyclip in die Hand und kann die Haarklammer biegen. Wir haben eine grundlegende Eigenschaft der klassischen Haarklammer verändert: ihre Starrheit. Genau daraus entsteht der Komfort, für den ivyclip steht.

Das ist für uns ein großer Vorteil sowohl online als auch im Handel, weil man den Unterschied nicht lange erklären muss, sondern direkt sehen und fühlen kann.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Wir bereiten uns schon seit Monaten darauf vor und haben vor allem unseren Warenbestand deutlich erhöht. Gleichzeitig haben wir unseren Onlineshop und unsere Prozesse auf ein deutlich höheres Bestellaufkommen vorbereitet. Durch die deutschlandweite Listung bei dm sind wir außerdem nicht nur vom eigenen Onlineshop abhängig, sondern Kundinnen können ivyclip auch stationär kaufen.

Natürlich kann niemand exakt vorhersagen, was an so einem Fernsehabend passiert. Aber wir hoffen einfach, dass alles glatt läuft und dass sich danach viele fragen, warum sie eigentlich noch keine bequeme Haarklammer haben.

Sehen Sie ivyclip am 14. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild Leonie Neisinger, Gründerin von ivyclip Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Leonie Neisinger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Höhle der Löwen: Cupped verspricht maßgeschneiderte BHs für jede Frau

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Bild Anna Lu, Gründerin von Cupped Foto: RTL

Cupped entwickelt individuell gefertigte BHs und wird am 14. September 2026 in der Höhle der Löwen pitchen.

Wie ist die Idee zu Cupped entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Die Idee ist entstanden, als ich (Anna Lu, Gründerin von Cupped) eines Tages in der Stadt BHs kaufen wollte – und vier Stunden später immer noch keinen einzigen passenden BH gefunden hatte. Die Verkäuferinnen meinten, ich sei „zu kompliziert“ und den perfekten BH gebe es eben nicht. Das hat mich so gewurmt, dass ich kurzerhand beschlossen habe, selbst bessere BHs zu entwickeln. Als ehemalige Produktchefin einer preisgekrönten Matratzenfirma kannte ich mich schließlich mit Produktentwicklung und Ergonomie aus. Viele hunderte Anproben, durchgetüftelte Nächte und Prototypen später ist daraus dann Cupped geworden.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

Cupped produziert BHs nach Maß, und das zu radikal erschwinglichen Preisen. Dafür setzen wir auf Technologie und eigens entwickelte Algorithmen, die es uns erlauben, passgenau und modular BHs für individuelle Körper zu fertigen.

Welches konkrete Problem löst Cupped und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Der BH-Kauf ist notorisch schwierig: Rund 80 Prozent der Frauen tragen BHs, die nicht richtig passen. Das ist unbequem, kann auf Dauer zu gesundheitlichen Beschwerden führen und kostet Frauen unnötig Zeit, Geld und Nerven durch Fehlkäufe. Wir lösen dieses Problem mit individuell gefertigten BHs inklusive Passformgarantie: Sollte ein BH nach Maß im seltenen Fall nicht perfekt sitzen, fertigen wir kostenlos einen neuen, verbesserten BH an oder erstatten den Kaufpreis.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Wir wollten uns für den nächsten Wachstumsschritt einen erfahrenen Investor suchen – jemanden, der sich sehr gut mit Konsumgütern auskennt und bereits innovative Marken im Beauty- oder Fashion-Bereich erfolgreich skaliert hat.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Wer gründet, braucht ein dickes Fell. Absagen, Website-Crashes, fehlerhafte Produktchargen oder Logistikunternehmen, die unsere Ware festgehalten und uns damit erpresst haben – an manchen Tagen fühlt es sich wirklich so an, als würde alles schiefgehen, was schiefgehen kann. Die wichtigste Erkenntnis ist aber: Man kommt durch jede Krise hindurch. Man lernt aus seinen Fehlern. Man macht einen Schritt nach dem anderen. Mit der Zeit habe ich gelernt, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird. Heute bleibe ich selbst an den turbulentesten Tagen erstaunlich gelassen.

Was unterscheidet die BHs von Cupped im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Optisch unterscheiden wir uns gar nicht so sehr von anderen BHs. Den wirklich großen Unterschied merkt man beim Tragen: Das Tragegefühl unserer BHs ist meilenweit von dem eines Standard-BHs entfernt – weil jeder BH individuell auf den Körper der Kundin abgestimmt wird und dabei seidig weich und besonders für empfindliche Haut angenehm ist.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Wir haben zusätzliche Komponenten eingelagert und unsere Kapazitäten stark erweitert. Gleichzeitig haben wir große Teile unserer operativen Prozesse im Vorfeld automatisiert, damit wir unseren Kundinnen auch bei einem starken Nachfrageansturm eine reibungslose und gute Experience bieten können.

Sehen Sie Cupped am 14. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild Anna Lu, Gründerin von Cupped Foto: RTL

Wir bedanken uns bei Anna Lu für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Garantie gegen Fachkräftemangel: Craftwerk besetzt Stellen in 30 Tagen

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Craftwerk: Fachkräfte durch planbares Recruiting gewinnen Kourosh Shaiban Interviewpartner

Craftwerk unterstützt Unternehmen dabei, Fachkräfte mit einem systematischen Recruiting gezielt und planbar zu gewinnen

Können Sie Craftwerk kurz vorstellen und erzählen, wie Sie als Gründer Kourosh Shaiban das Unternehmen aufgebaut haben?

Craftwerk ist eine digitale Recruiting-Agentur, die sich darauf spezialisiert hat, Familienbetriebe im Handwerk und Handel bei der Gewinnung von Fachkräften zu unterstützen – mit einer vertraglich garantierten Besetzung innerhalb von 30 Tagen.

Wir haben Craftwerk so aufgebaut, dass unser Recruiting-Prozess auf einem klaren System basiert, das unter bestimmten Voraussetzungen zuverlässig und planbar funktioniert. Dabei ist jeder einzelne Arbeitsschritt standardisiert und systematisiert. Genau diese Struktur ermöglicht es uns, Recruiting nicht dem Zufall zu überlassen, sondern für unsere Partner planbar zu machen.

Welche Vision verfolgen Sie mit Craftwerk und wie möchten Sie die Fachkräftegewinnung für mittelständische Unternehmen verändern?

Unsere Vision ist es, das Handwerk und den Handel in Deutschland nachhaltig positiv zu beeinflussen und damit einen Beitrag dazu zu leisten, dass Deutschland aus sich heraus wachsen kann.

Langfristig möchten wir die größte Recruiting-Agentur Deutschlands werden und für gute Betriebe der verlässliche Ansprechpartner sein, wenn es um Fachkräftegewinnung geht. Unser Ziel ist, dass Unternehmer wieder Planungssicherheit bekommen und sich nicht ständig mit der Frage beschäftigen müssen, woher die nächste Fachkraft kommt. Gute Betriebe sollten nicht gezwungen sein, Aufträge abzulehnen, nur weil ihnen das Personal fehlt.

Craftwerk richtet sich vor allem an mittelständische und inhabergeführte Betriebe aus Handwerk, Industrie und Handel. Wo liegen aktuell deren größten Herausforderungen bei der Mitarbeitersuche?

Die größte Herausforderung liegt meiner Meinung nach nicht unbedingt darin, dass es keine guten Betriebe gibt oder keine Fachkräfte in der Region vorhanden sind. Vielmehr schaffen es viele gute Unternehmen nicht, von den richtigen Fachkräften auch als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.

Viele Betriebe gehen beispielsweise davon aus, dass es ausreicht, auf Social Media präsent zu sein oder eine Stellenanzeige zu veröffentlichen. Das allein reicht heute jedoch häufig nicht mehr aus. Es braucht eine systematische und fachlich wie technisch gut unterstützte Ansprache, um die richtigen Menschen tatsächlich zu erreichen.

Sie sprechen gezielt Fachkräfte an, die bereits beschäftigt sind. Wie gelingt es Ihnen, diese für einen möglichen Arbeitgeberwechsel zu gewinnen?

Ein Koch verrät sein Rezept schließlich auch nicht. (lacht)

Was ich sagen kann: Gemeinsam mit aktiven Unternehmern aus Handwerk und Handel haben wir ein System entwickelt, das genau diesen Prozess systematisch ermöglicht. Dabei geht es nicht darum, Menschen einfach davon zu überzeugen, ihren Arbeitgeber zu wechseln, sondern darum, die richtigen Fachkräfte gezielt anzusprechen und für einen passenden Betrieb zu begeistern.

Bei der Entwicklung dieses Prozesses haben uns auch unsere Gesellschafter und strategischen Partner Thimo Diener und Leonard Krall maßgeblich unterstützt.

Welche Rolle spielt die Positionierung eines Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber in Ihrem Recruiting-Prozess?

Eine ganz entscheidende. Wenn ein Arbeitgeber noch nicht verstanden hat, dass seine Positionierung als attraktiver Arbeitgeber essenziell ist, dann hat er aus meiner Sicht ein anderes Problem als lediglich fehlendes Personal.

Fachkräfte müssen einen Betrieb nicht nur kennen, sondern auch verstehen, warum sie gerade dort arbeiten möchten. Genau diese Wahrnehmung spielt im Recruiting eine maßgebliche Rolle.

Von der Ansprache bis zur Vorqualifizierung begleiten Sie mehrere Schritte der Personalsuche. Was unterscheidet Ihren Ansatz von klassischen Personalvermittlungen?

Bei klassischen Ansätzen werden Fachkräfte häufig direkt kontaktiert und anschließend davon überzeugt, den Arbeitgeber zu wechseln – beispielsweise über ein höheres Gehalt. Die Wechselmotivation entsteht dann oft primär über finanzielle Anreize.

Unser Ansatz ist ein anderer: Die Fachkraft soll sich proaktiv dafür entscheiden, bei einem bestimmten Arbeitgeber arbeiten zu wollen, weil sie sich mit den Werten und der Ausrichtung des Unternehmens identifiziert.

Das ist aus meiner Sicht ein ganz anderer und vor allem nachhaltigerer Wechselgrund.

Craftwerk spricht von mehr als 1.650 realisierten Einstellungen. Welche Erfahrungen aus diesen Vermittlungen haben Ihren Ansatz besonders geprägt?

Eigentlich jede einzelne Erfahrung. Am Ende des Tages ist jeder Betrieb unterschiedlich und bringt seine eigenen Voraussetzungen und Herausforderungen mit.

Aus jeder Vermittlung nehmen wir deshalb Erkenntnisse mit und nutzen diese, um unseren Prozess weiter zu schärfen und zu verbessern. Die Vielzahl an Einstellungen hat uns vor allem gezeigt, wie wichtig ein systematischer Prozess ist, der gleichzeitig flexibel genug bleibt, um die individuellen Gegebenheiten eines Betriebs zu berücksichtigen.

Ein zentraler Bestandteil Ihres Angebots ist die vertraglich garantierte Besetzung offener Positionen. Wie funktioniert diese Garantie in der Praxis?

Das funktioniert sehr gut, weil wir bereits bei der Auswahl unserer Partner sehr streng vorgehen. Für uns gibt es dabei zwei wichtige Voraussetzungen: Zum einen muss es in der jeweiligen Region grundsätzlich Fachkräfte geben, die für die Position infrage kommen. Zum anderen muss der Betrieb so aufgestellt sein, dass wir mit ihm erfolgreich arbeiten können.

Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, geben wir unsere Garantie. Das ist für uns auch eine Frage der Seriosität. Wir möchten keine Garantie aussprechen, wenn die Rahmenbedingungen dafür nicht gegeben sind.

Der Fachkräftemangel verschärft den Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter. Wo stößt auch moderne Fachkräftegewinnung heute an ihre Grenzen?

Natürlich gibt es auch für modernes Recruiting Grenzen. Ein System kann viel leisten, aber es kann nicht zaubern. Wenn die grundlegenden Voraussetzungen auf Unternehmensseite nicht stimmen oder eine Position beispielsweise in einer Region dauerhaft nur sehr schwer zu besetzen ist, kann auch Recruiting das nicht vollständig ausgleichen.

Entscheidend ist deshalb, dass Unternehmen bereit sind, sich mit ihrer eigenen Attraktivität als Arbeitgeber auseinanderzusetzen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Fachkräfte sich auch langfristig für sie entscheiden.

Wie hat Craftwerk seine eigene Systematik entwickelt, um Recruiting für Unternehmen strukturierter und planbarer zu machen?

Unser Prozess ist ganz klar aus der Praxis heraus entstanden. Wir haben ihn gemeinsam mit Unternehmern aus Handwerk und Handel entwickelt und direkt in Betrieben erprobt.

Dabei haben uns insbesondere Leonard Krall und Thimo Diener mit ihrer Erfahrung aus der Praxis unterstützt. Gemeinsam haben wir immer wieder analysiert, welche Faktoren entscheidend dafür sind, dass unser System zuverlässig funktioniert.

Dabei haben wir festgestellt, dass Recruiting unter den zuvor genannten Voraussetzungen tatsächlich systematisch und planbar umgesetzt werden kann. Genau daraus ist unsere heutige Systematik entstanden.

Welche nächsten Entwicklungen planen Sie für Craftwerk und wo möchten Sie mit dem Unternehmen in den kommenden Jahren stehen?

Wir möchten der erste Ansprechpartner für Handwerks- und Handelsbetriebe sein, wenn es um das Thema Fachkräftegewinnung geht. Unser Ziel ist, der bekannteste Anbieter in diesem Bereich zu werden – und gleichzeitig einer mit den besten Ergebnissen für unsere Partner.

Wie weit wir dabei am Ende kommen, steht in den Sternen. Aber genau das macht Unternehmertum für mich auch aus: ein großes Ziel zu haben und sich Schritt für Schritt dorthin zu entwickeln.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründern geben, die ein Unternehmen aufbauen und nachhaltig am Markt etablieren möchten?

Erstens: Schaut, dass ihr ein System entwickelt, das nachweislich funktioniert. Ein Unternehmen muss am Ende des Tages ein echtes Problem seiner Kunden lösen.

Zweitens: Bleibt immer nah am Kunden und an der Praxis. Nur wenn man versteht, welches Problem man tatsächlich lösen muss, kann man ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufbauen.

Und drittens: Immer weitermachen. Rückschläge gehören dazu. Entscheidend ist nicht, ob etwas einmal nicht funktioniert, sondern wie man damit umgeht und daraus lernt.

Bildcredits Craftwerk

Wir bedanken uns bei Kourosh Shaiban für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

GrantFlow Advisor: Wie KI Fördermittelberater bei der Recherche entlastet

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GrantFlow: Berater nutzen KI für Förderprogramme Adrian Marjanovic Founder at GrantFlow

GrantFlow unterstützt Berater mit KI bei der Recherche nach Förderprogrammen und organisiert gleichzeitig Mandanten, Dokumente, Fristen und Bearbeitungsstände.

Können Sie GrantFlow Advisor kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für einen digitalen Arbeitsplatz für Fördermittelberater entstanden ist?

GrantFlow Advisor ist ein digitaler Arbeitsplatz für Fördermittelberater. Die Plattform unterstützt bei der Recherche nach geeigneten Förderprogrammen und organisiert gleichzeitig Mandanten, Dokumente, Notizen, Fristen und Bearbeitungsstände. Die Idee entstand aus der Beobachtung, dass Fördermittelberatung heute noch stark von manueller Recherche, unterschiedlichen Datenquellen und vielen einzelnen Werkzeugen geprägt ist. Wir wollten deshalb nicht nur eine weitere Förderdatenbank entwickeln, sondern eine zentrale Arbeitsumgebung für den gesamten Beratungsprozess.

Wer steht hinter GrantFlow, und welche Erfahrungen haben Ihnen gezeigt, wo die größten Probleme in der Fördermittelberatung liegen?

GrantFlow wurde von mir, Adrian Marjanovic, gegründet und gemeinsam mit einem spezialisierten Team technisch und fachlich weiterentwickelt. In zahlreichen Gesprächen mit Fördermittelberatern wurde deutlich, dass nicht das Fachwissen das eigentliche Problem ist. Viel Zeit geht vielmehr durch wiederkehrende Recherchen, verstreute Informationen, die Prüfung formaler Voraussetzungen und die Organisation laufender Mandate verloren. Genau an diesen Stellen möchten wir Berater entlasten.

Recherche, Förderkriterien, Dokumente und Fristen kosten Berater viel Zeit. Welche dieser Aufgaben lassen sich aus Ihrer Sicht besonders sinnvoll digitalisieren?

Besonders gut lassen sich standardisierbare Vorarbeiten digitalisieren. Dazu gehören das Filtern nach Standort, Rechtsform, Unternehmensgröße oder Förderart, die strukturierte Erfassung von Mandantendaten sowie die Verwaltung von Dokumenten und Fristen. Auch mögliche Förderprogramme können automatisiert vorausgewählt und vergleichbar dargestellt werden. Die abschließende fachliche Beurteilung eines Vorhabens bleibt jedoch Aufgabe des Beraters.

GrantFlow prüft zunächst feste Förderkriterien und setzt anschließend KI ein. Warum haben Sie sich bewusst für diese Kombination entschieden?

Nicht jede Aufgabe benötigt KI. Eindeutige Voraussetzungen wie Fördergebiet, Rechtsform, Unternehmensgröße oder die Art der Förderung lassen sich zuverlässiger über feste Regeln prüfen. Erst danach bewertet die KI die inhaltliche Übereinstimmung zwischen dem konkreten Vorhaben und den Förderprogrammen. Diese Kombination reduziert unpassende Ergebnisse und nutzt KI dort, wo sie tatsächlich einen Mehrwert bietet: beim Einordnen komplexer Inhalte und Zusammenhänge.

Mehr als 1.500 geprüfte Förderprogramme bilden die Grundlage der Plattform. Wie stellen Sie sicher, dass Berater trotz dieser Datenmenge schnell zu relevanten Ergebnissen kommen?

Die Nutzer müssen nicht selbst eine große Datenbank durchsuchen. GrantFlow grenzt die Programme zunächst anhand der konkreten Unternehmens- und Projektdaten ein. Anschließend werden die verbleibenden Programme einzeln mit dem Vorhaben abgeglichen und nach ihrer Relevanz bewertet. So entsteht keine unübersichtliche Trefferliste, sondern eine priorisierte Auswahl, die der Berater fachlich weiterprüfen kann.

Offizielle Quellen, Datenstand und offene Voraussetzungen bleiben bei jedem Ergebnis sichtbar. Warum ist diese Transparenz beim Einsatz von KI besonders wichtig?

Förderentscheidungen können erhebliche finanzielle Auswirkungen haben. Deshalb darf ein KI-Ergebnis nicht wie eine unumstößliche Antwort erscheinen. Berater müssen nachvollziehen können, auf welcher Quelle eine Empfehlung beruht, wie aktuell die Informationen sind und welche Voraussetzungen noch geprüft werden müssen. Die KI soll den Weg zu einer fundierten Entscheidung verkürzen, aber nicht die Entscheidungsgrundlage verbergen.

Sie betonen ausdrücklich, dass GrantFlow Fördermittelberater nicht ersetzen soll. Wo ziehen Sie die Grenze zwischen automatisierter Vorarbeit und menschlicher Expertise?

GrantFlow übernimmt wiederkehrende Recherche- und Organisationsaufgaben. Die Einordnung des Geschäftsmodells, die Strukturierung eines förderfähigen Vorhabens, die Kommunikation mit Förderstellen und die Verantwortung gegenüber dem Mandanten bleiben beim Berater. Fördermittelberatung besteht nicht nur darin, ein Programm zu finden. Entscheidend ist, ob ein Vorhaben richtig verstanden, sinnvoll gestaltet und überzeugend dargestellt wird. Dafür braucht es Erfahrung und menschliches Urteilsvermögen.

Förderprogramme können komplexe Voraussetzungen und Interpretationsspielräume haben. Wo stößt KI bei der Bewertung aus Ihrer Sicht an ihre Grenzen?

KI stößt dort an Grenzen, wo Richtlinien unklar formuliert sind, Einzelfallentscheidungen erforderlich werden oder eine Förderstelle eigene Auslegungsspielräume besitzt. Auch strategische Fragen – beispielsweise wie ein Investitionsvorhaben strukturiert oder zeitlich geplant werden sollte – lassen sich nicht allein aus Programmdaten beantworten. GrantFlow macht solche offenen Punkte deshalb sichtbar, anstatt eine Sicherheit vorzutäuschen, die es in der Praxis nicht gibt.

GrantFlow möchte nicht nur die Recherche erleichtern, sondern den gesamten Mandatsverlauf organisieren. Welchen Vorteil bietet dieser Ansatz gegenüber einzelnen Fördermittel- oder KI-Tools?

Ein einzelnes Recherchetool liefert im besten Fall passende Programme. Danach beginnt jedoch die eigentliche Beratungsarbeit: Informationen müssen eingeholt, Dokumente verwaltet, Fristen überwacht und Entscheidungen dokumentiert werden. Wenn dafür mehrere voneinander getrennte Systeme genutzt werden, entstehen Medienbrüche und zusätzlicher Aufwand. GrantFlow verbindet Recherche und Mandatsorganisation in einer Arbeitsumgebung. Dadurch bleibt der gesamte Verlauf nachvollziehbar und das Wissen zum Mandat an einem Ort.

Welche Rückmeldungen aus Ihren bisherigen Gesprächen mit Fördermittelberatern haben die Entwicklung von GrantFlow besonders beeinflusst?

Besonders häufig wurde der Wunsch geäußert, Ergebnisse schnell nachvollziehen und gegenüber Mandanten erklären zu können. Deshalb zeigen wir nicht nur mögliche Programme, sondern auch Gründe für die Bewertung, offizielle Quellen und noch offene Voraussetzungen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Berater sehr unterschiedlich arbeiten. Daher soll GrantFlow keine starre Vorgehensweise erzwingen, sondern bestehende Prozesse strukturieren und unterstützen. Viele praktische Funktionen sind unmittelbar aus diesen Gesprächen entstanden.

Welche Vision verfolgen Sie mit GrantFlow, und welche nächsten Entwicklungsschritte sind für die Plattform geplant?

Unsere Vision ist, GrantFlow zum zentralen digitalen Arbeitsplatz für professionelle Fördermittelberatung zu entwickeln. Berater sollen weniger Zeit mit wiederkehrender Suche und Verwaltung verbringen und mehr Zeit für die strategische Begleitung ihrer Mandanten haben. Die nächsten Schritte konzentrieren sich auf die weitere Verbesserung des Matchings, die Vertiefung der Mandatsverwaltung, effizientere Teamarbeit und eine noch bessere Unterstützung bei der strukturierten Prüfung von Fördervoraussetzungen. Dabei entwickeln wir die Plattform eng am Feedback der Anwender weiter.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die KI für einen Bereich entwickeln, in dem Fachwissen und menschliche Entscheidungen entscheidend bleiben?

Erstens sollte KI nur dort eingesetzt werden, wo sie ein konkretes Problem besser löst – nicht, weil sie gerade technisch möglich ist.

Zweitens müssen Ergebnisse nachvollziehbar bleiben, insbesondere wenn Entscheidungen finanzielle oder rechtliche Folgen haben können.

Drittens sollte man Fachanwender früh in die Entwicklung einbeziehen. Die besten Produkte entstehen nicht am Schreibtisch, sondern im kontinuierlichen Austausch mit den Menschen, die später täglich damit arbeiten.

Fotocredits: © privat / GrantFlow

Wir bedanken uns bei Adrian Marjanovic für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

26 % geringere Sterblichkeit: Implicity holt 35 Millionen Euro für Herz-KI

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Implicity: Plattform für Remote Monitoring erhält 35 Mio. Euro Arnaud Rosier Copyright Implicity

Healthtech: Implicity erhält 35 Millionen Euro Wachstumskapital für KI-gestütztes Herzmonitoring

  • In Deutschland hat das Healthtech-Unternehmen Implicity bereits 26 Kunden; rund 2.000 Patienten werden hierzulande über die Plattform betreut.
  • Angeführt wird das Investment von IRIS gemeinsam mit Five Arrows.
  • Mit dem Kapital will Implicity unter anderem seine Marktposition in Europa festigen und in die Entwicklung KI-gestützter Prognose- und Diagnoseverfahren investieren.

Implicity, ein führender Anbieter von KI-gestütztem Remote Monitoring zur Überwachung der Herzaktivität, hat eine Finanzierungsrunde über 35 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde wird vom europäischen Tech-Growth-Investor IRIS angeführt. Ebenfalls beteiligt ist Five Arrows, die Alternative-Assets-Sparte von Rothschild & Co. Ein Teil des Kapitals soll unter anderem in den Bereich Forschung und Entwicklung fließen.

KI bündelt Daten für die kardiologische Versorgung

Seit dem internationalen Expertenkonsens führender kardiologischer Fachgesellschaften aus dem Jahr 2023 ist das Remote Monitoring von Patienten ein etablierter Bestandteil der kardiologischen Versorgung. Mit der zunehmenden Fernüberwachung von Herzpatienten wächst wiederum die Datenmenge, die von Ärzten und medizinischen Teams verarbeitet werden muss. Diese Daten stammen beispielsweise aus implantierten elektronischen Herzgeräten oder dem Monitoring bei Herzinsuffizienz. Die Herausforderung besteht darin, dass Ärzte zwischen unterschiedlichen Systemen wechseln und Warnmeldungen priorisieren müssen, um die Momente zu erkennen, die tatsächlich ein Eingreifen erfordern.

Implicity setzt hier mit einer herstellerunabhängigen, KI-gestützten Plattform an. Die Plattform bündelt, vereinheitlicht und analysiert Daten aus unterschiedlichen Bereichen der kardiologischen Versorgung, vom Management von Herzrhythmusstörungen bis hin zum Monitoring von Herzinsuffizienz. Das Ziel besteht darin, medizinischen Teams die klinisch relevanten Informationen aus der wachsenden Menge an Datenströmen schneller zugänglich zu machen und diesen damit mehr Zeit für andere Bereiche der Patientenversorgung zu ermöglichen.

„Ich bin nicht Arzt geworden, um Daten zu verwalten, sondern um Patienten zu behandeln“, sagt Dr. Arnaud Rosier, Elektrophysiologe, CEO und Mitgründer von Implicity. „Dank der neuen Finanzierung können wir deutlich mehr Patienten erreichen und aus der Fülle an Daten genau die Informationen herausfiltern, die für ihre Behandlung entscheidend sind. So helfen wir Ärzten, ihre Patienten bestmöglich zu versorgen. An dieser Zukunft der Kardiologie arbeite ich, seit ich als Elektrophysiologe angefangen habe.“

Klinische Evidenz: 26 Prozent niedrigere Sterblichkeitsrate

Anders als bei herkömmlichen Remote-Monitoring-Lösungen basiert die Technologie von Implicity auf CE-gekennzeichneten und von der FDA freigegebenen KI-Algorithmen sowie auf umfangreicher Evidenz aus der klinischen Praxis.

Dabei konnten bereits messbare Effekte nachgewiesen werden (1):

  • Senkung der Sterblichkeitsrate um 26 Prozent
  • Rückgang von Krankenhausaufenthalten von 4 Prozent

In Deutschland nutzen derzeit 26 medizinische Einrichtungen die Plattform für rund 2.000 Patienten. Zum Kundenstamm gehören unter anderem die CardioPraxis Mainz und Ingelheim sowie die Praxis für Kardiologie Ludwigslust/Parchim.

In Frankreich wird Implicity unter anderem in großen öffentlichen Krankenhausnetzwerken eingesetzt, darunter die Universitätskliniken CHU Tours und CHU Grenoble. Am Institut Mutualiste Montsouris in Paris unterstützte die Plattform die Ausweitung des Monitorings von 250 auf 5.000 Patienten. Die Produktivität des Monitoring-Teams stieg dabei um das Zwanzigfache. Auch in den USA ist Implicity bereits im Markt vertreten und arbeitet dort mit führenden akademischen Gesundheitssystemen sowie einer wachsenden Zahl von Partnern im Remote Monitoring zusammen.

Insgesamt wird die Plattform täglich in mehr als 250 medizinischen Einrichtungen in Deutschland, Frankreich und den USA für die Überwachung von mehr als 120.000 Patienten eingesetzt.

Kapital für weiteres Wachstum und KI-Entwicklung

Mit der Finanzierung will Implicity seine internationale Expansion weiter vorantreiben. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Ausbau der Vertriebsaktivitäten und des operativen Geschäfts in den USA, wo das Unternehmen seit 2022 mit einem Standort in Cambridge (Massachusetts) vertreten ist. Gleichzeitig ist es ein erklärtes Ziel, die eigene Marktposition in Europa weiter zu festigen.

Ein weiterer Teil der Finanzierung wird in die Weiterentwicklung der KI-Technologie fließen. Im Fokus stehen dabei Algorithmen zur Vorhersage von Herzinsuffizienz. Diese sollen medizinische Teams mit zusätzlichen prognostischen Informationen unterstützen und dazu beitragen, die Versorgung von Patienten im Remote Monitoring gezielter zu steuern.

Implicity verfolgt darüber hinaus das Ziel, eine zentrale Plattform in einem bislang fragmentierten Markt für Remote Monitoring aufzubauen. Die Technologie wird bereits in der Kardiologie eingesetzt und soll auf dieser Grundlage künftig auch auf ergänzende neue Bereiche ausgeweitet werden.

Nicolas Herschtel, Partner im Growth-Team bei IRIS, erklärt:

„Langfristiger Erfolg in der Healthtech-Branche erfordert eine seltene Kombination aus leistungsfähiger Technologie, hohen regulatorischen Standards und einem klaren klinischen Nutzen. Implicity hat sich in komplexen Gesundheitssystemen als vertrauenswürdiger Partner etabliert, da die Plattform Krankenhäuser im Alltag konkret bei administrativen und operativen Prozessen entlastet. Wir freuen uns darauf, das Team dabei zu unterstützen, seine Präsenz im US-Markt weiter auszubauen und die nächste Wachstumsphase des Unternehmens mitzugestalten.“

François-Xavier Lehman, Director bei Five Arrows, ergänzt:

„Implicity gehört zu den wenigen Unternehmen, die hohe klinische Standards und regulatorische Anforderungen mit einem konkreten Nutzen für Patienten verbinden. Die Plattform führt bislang fragmentierte Daten aus der Herzversorgung zusammen und generiert daraus Informationen, die medizinische Teams direkt für ihre Entscheidungen nutzen können. Das verbessert die Versorgung und entlastet zugleich das Krankenhauspersonal im Alltag. Genau solche Unternehmen, die wirtschaftliches Wachstum mit einem nachhaltigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung verbinden, wollen wir unterstützen.“

Bild Arnaud Rosier Copyright Implicity

Quelle ELEMENT C GmbH

† SignalHF ist ein von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) freigegebenes Medizinprodukt der Klasse II. Weitere Informationen finden Sie in der Gebrauchsanweisung.

‡ Der IM007 ILR ECG Analyzer ist ein von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) freigegebenes Medizinprodukt der Klasse II. Weitere Informationen finden Sie in der Gebrauchsanweisung.

NRW.BANK beteiligt sich an Phagestack

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Phagestack: Labor entwickelt Lösungen gegen Bakterien Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Biotech-Start-up eröffnet eigenes Labor im BioCampus Cologne

Die NRW.BANK beteiligt sich über ihr Programm NRW.SeedCon am Biotech-Start-up Phagestack aus Pulheim. Das 2023 gegründete Unternehmen entwickelt eine datenbasierte Plattform, mit der sich antimikrobielle Wirkstoffe gezielt gegen bestimmte schädliche Bakterien entwickeln lassen. Mit der Finanzierung hat Phagestack jetzt ein eigenes Labor im BioCampus Cologne eröffnet.

„Unsere Förderung zielt darauf, modernste Technologien aus dem Labor in die Praxis zu bringen“, sagt Johanna Antonie Tjaden-Schulte, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK. „Phagestack verbindet künstliche Intelligenz mit eigener Laborforschung. Mit unserer Beteiligung unterstützen wir das Unternehmen dabei, diesen Ansatz weiterzuentwickeln und so neue Lösungen im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen voranzubringen.“

„Die Aufnahme des Laborbetriebs am BioCampus Köln ist ein entscheidender Schritt vorwärts bei unserer Mission, die weltweite Antibiotikaresistenz zu bekämpfen“, sagte Ewald Fernbach, Geschäftsführer von Phagestack GmbH. „Indem wir unsere Algorithmen für künstliche Intelligenz und Datenbanken durch solide, praxisnahe Validierung im Nasslabor untermauern, können wir unseren Partnern umfassende Unterstützung bieten – von der anfänglichen Identifizierung von Wirt-Erreger-Zielstrukturen bis hin zur Bereitstellung standardisierter, hochwirksamer Bakteriophagenpräparate.“

Machine Learning und Bakteriophagen gegen Antibiotikaresistenzen

Phagestack wurde 2023 von Ewald Fernbach, Jonas Fernbach und Robert Faber gegründet. Das Start-up adressiert die zunehmende Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika. Im Fokus stehen unter anderem Bakteriophagen. Das sind Viren, die bestimmte Bakterien befallen und dadurch gezielt gegen diese eingesetzt werden können. Dabei kombiniert Phagestack Machine-Learning-basierte Verfahren und Datenbanken mit biologischen Wirkstoffen und Labordienstleistungen.

Im Unterschied zu Breitbandantibiotika sollen die Präzisionslösungen gezielt gegen bestimmte schädliche Bakterien wirken. Nützliche Bakterien und mikrobielle Ökosysteme sollen dadurch möglichst geschont und das Risiko weiterer Resistenzen verringert werden. Neben dem Gesundheitsbereich sieht das Unternehmen Einsatzmöglichkeiten in Aquakultur, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion.

Eigenes Labor erweitert Angebot

Mit dem neuen Labor im BioCampus Cologne kann Phagestack seine digitalen Datenressourcen und Machine-Learning-Verfahren mit eigenen Laborkapazitäten verbinden. Das Unternehmen kann dadurch Wirkstoffkandidaten nicht nur datenbasiert identifizieren, sondern auch im Labor untersuchen und validieren. Zudem erweitert Phagestack sein Angebot um die maßgeschneiderte Isolierung und Charakterisierung von Phagen, In-vitro-Screenings und genomische Verifizierungen. Hinzu kommen Leistungen rund um die Produktion biologischer Wirkstoffe.

Die Finanzierung über NRW.SeedCon unterstützt Phagestack beim Aufbau dieser Laborkapazitäten. Darüber hinaus erhält das Unternehmen Unterstützung aus dem Start-up-Ökosystem und durch die Gateway Factory (Gateway Exzellenz Start-up Center).

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.nrwbank/seedcon

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Quelle NRW.BANK

Schluss mit Lade-Chaos für E-Lkw: FRYTE holt 5 Millionen Euro

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FRYTE: E-Lkw und Ladeinfrastruktur europaweit vernetzen FRYTE Mobility GmbH

FRYTE Mobility schließt Seed-Finanzierungsrunde unter Führung von 4impact capital und Rethink Ventures ab – Gesamtfinanzierung steigt auf 5 Mio. Euro

FRYTE Mobility, ein in München ansässiges Tech-Startup, das eine zentrale Softwareplattform zur Vernetzung von Logistik- und Energiesystemen für den Betrieb von E-Lkw entwickelt, hat seine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 3,5 Mio. Euro abgeschlossen. Die Gesamtfinanzierung steigt damit auf 5 Mio. Euro. Das Kapital wird dazu verwendet, die Plattform von FRYTE europaweit auszubauen, um E-Lkw mit der benötigten Ladeinfrastruktur zu verbinden. FRYTE koordiniert, wann und wo E-Lkw laden, und bietet so E-Lkw-Flotten zuverlässige Lade-Slots und den Betreibern von Ladestationen (CPOs) eine planbare Auslastung. Die Finanzierungsrunde wurde gemeinsam von 4impact capital und Rethink Ventures angeführt; beteiligt waren zudem die bestehenden Investoren Revent, F-LOG, accilium ventures sowie eine Gruppe von Angel-Investoren.

Die Lücke im Betrieb von E-Lkw schließen

Der zuverlässige Betrieb von E-Lkw steht und fällt mit dem Laden zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Doch heute planen Transportmanagementsysteme Touren meist ohne Einblick in die Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur. Gleichzeitig betreiben CPOs ihre Ladepunkte, ohne im Voraus zu wissen, welche E-Lkw wann und mit welchem Energiebedarf eintreffen. Logistik und Energie planen dieselbe Fahrt – bislang jedoch getrennt voneinander.

FRYTE schließt diese Lücke. Die offene Softwareplattform verbindet Transportmanagementsysteme (TMS) mit Ladepunkt-Managementsystemen (CPMS) über etablierte Branchenstandards wie OCPI. So werden Tourenplanung, Energiebedarf und Ladeinfrastruktur in einem durchgängigen Prozess zusammengeführt. Ladevorgänge können dadurch im Voraus und standort- sowie betreiberübergreifend reserviert werden. Das Ergebnis: verlässlich reservierte Ladeslots für Flottenbetreiber und planbare Auslastung für CPOs.

An Standorten mehrerer Anbieter ist FRYTE bereits vollständig im Produktivbetrieb und hat mehr als 200 Reservierungen abgewickelt – von der Planung durch die Disposition über den Ladevorgang durch die Fahrer bis zur Bestätigung durch den CPO.

Sebastian Wolff, CTO und Mitgründer von FRYTE Mobility, sagt:

E-Lkw können nur dann flächendeckend und effizient geladen werden, wenn die Ladeinfrastruktur betreiberübergreifend vernetzt ist. Dafür braucht es offene Standards. Beim Laden haben wir diesen Schritt bereits gemacht – der nächste wichtige Meilenstein ist das Transportmanagement.

Pauline Wink, Founding Partner bei 4impact capital, kommentiert:

E-Lkw erreichen in mehreren europäischen Ländern in Kürze Kostenparität mit Diesel-Fahrzeugen (Total Cost of Ownership), und die CO₂-Vorgaben der EU beschleunigen den Wandel hin zum elektrischen Schwerlastverkehr zusätzlich. Das bedeutet: von heute Zehntausenden E-Lkw in Europa hin zu Hunderttausenden bis 2030. Was fehlt, sind nicht mehr Ladepunkte oder mehr Software, sondern eine Schicht, die Logistik-, Lade- und Energiesysteme zusammenbringt. Die meisten Anbieter bauen vertikale Insellösungen. FRYTE baut die horizontale Koordinationsschicht, und Max und Sebastian setzen sich seit dem ersten Tag voll für dieses Problem ein. Diese Kombination aus Timing und Tiefe ist selten – deshalb haben wir investiert.

Kapitaleinsatz: Ausbau der kommerziellen Präsenz

Das neue Kapital wird genutzt, um das kommerzielle Team von FRYTE auszubauen und die Integrationen mit Ladepunktbetreibern und CPMS-Backends zu vertiefen. FRYTE wird zudem die Reservierungsfunktionalität weiterentwickeln – aufbauend auf jüngsten Pilotmeilensteinen mit Partnern wie TRATON Charging Solutions mit MAN Charge & Go, FIEGE, Fraport AG, Energie Südbayern und Dettendorfer Energy.

Maximilian Zähringer, CEO und Mitgründer von FRYTE Mobility, sagt:

Unser Produkt ist bereit für die Skalierung, und das Fundament, das wir gemeinsam mit Partnern wie TRATON, Fraport und Energie Südbayern gelegt haben, beweist das. Mit dieser Runde können wir uns voll auf die kommerzielle Skalierung konzentrieren – also darauf, mehr CPOs und Logistik-Kunden in ganz Europa auf die Plattform zu bringen. Mit Rethink Ventures, 4impact capital und unseren Bestandsinvestoren haben wir die perfekte Kombination: ihre Expertise in Logistik und Energie sowie ihr Zugang zu neuen Märkten helfen uns, schneller zu wachsen und genau die Betreiber zu erreichen, die FRYTE am dringendsten brauchen.

Matthias Schanze, Founding Partner bei Rethink Ventures, ergänzt:

Bis 2035 werden E-Lkw auf europäischen Straßen 45 TWh benötigen – etwa 10 % des gesamten deutschen Stromverbrauchs von 2025. Diesen Bedarf zu decken, ist nicht nur eine Frage der Hardware; es erfordert, Energieverfügbarkeit und Logistikbetrieb aufeinander abzustimmen. FRYTE baut genau die skalierbare Infrastruktur auf, die das möglich macht – und wir freuen uns, das Team in seiner nächsten Wachstumsphase zu unterstützen.

FRYTE auf der IAA Transportation

FRYTE Mobility lädt die Presse an seinen Stand auf der IAA Transportation 2026 ein (Halle 12, Stand SA02) – am offiziellen Pressetag, dem 14. September. CEO Maximilian Zähringer ist vor Ort und steht für Interviews sowie Hintergrundgespräche zum Wachstumskurs von FRYTE, dem Markt für E-Lkw-Laden und den Auswirkungen der neuen Finanzierung auf die Produkt-Roadmap zur Verfügung.

Bildcredits FRYTE Mobility GmbH

Quelle FRYTE Mobility GmbH

Dogscan: Charité-Studie bestätigt Lungenkrebs-Früherkennung

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Dogscan: Lungenkrebs und Lungenkrebsfrüherkennung

Dogscan möchte Lungenkrebs möglichst früh erkennen und die Lungenkrebsfrüherkennung mit einem wissenschaftlich untersuchten Verfahren sinnvoll ergänzen.

Seit unserem ersten Interview 2024 ist einige Zeit vergangen. Was hat sich seitdem bei Dogscan am stärksten verändert?

Am stärksten verändert hat sich, wie wir Dogscan als Unternehmen aufstellen. Aus einer außergewöhnlichen Idee ist Schritt für Schritt ein immer professionelleres System entstanden, bei dem neben der Arbeit mit unseren Hunden heute wissenschaftliche Forschung, medizinische Zusammenarbeit, standardisierte Prozesse und neue Zugangswege im Mittelpunkt stehen.

Eine der größten unternehmerischen Veränderungen war für uns der Einstieg der WISAG als strategischer Partner und Gesellschafter. Damit haben wir nicht nur Unterstützung für unsere weitere Entwicklung gewonnen, sondern auch einen neuen Weg, Menschen direkt über Unternehmen und ihren Arbeitsplatz mit dem Thema Lungenkrebsfrüherkennung zu erreichen.

Gleichzeitig ist Dogscan aus der reinen Entwicklungsphase herausgewachsen und wird heute bereits von vielen Menschen genutzt. Unser persönlicher Antrieb ist dabei derselbe geblieben: Wir möchten dazu beitragen, dass Lungenkrebs früher entdeckt wird und dadurch mehr Menschen eine bessere Behandlungsperspektive erhalten.

Damals wollten Sie Dogscan als festen Bestandteil der medizinischen Vorsorge etablieren. Wie weit sind Sie diesem Ziel inzwischen nähergekommen?

Wir sind diesem Ziel inzwischen deutlich nähergekommen. Ein wichtiger Meilenstein war die Veröffentlichung einer retrospektiven Studie zu unserem Verfahren, die gemeinsam mit Wissenschaftlern der Charité Berlin und dem Forschungsinstitut Havelhöhe durchgeführt und in einem internationalen Open-Access-Fachjournal veröffentlicht wurde.

Gleichzeitig erleben wir, dass Dogscan zunehmend auch in der medizinischen Vorsorge ankommt. Wir werden mittlerweile in Präventionspraxen und umfangreiche medizinische Check-up Programme integriert.

Dort wird Dogscan derzeit in der Regel als zusätzlicher Selbstzahler Baustein angeboten und wir sehen, dass dieses Angebot sehr gut angenommen wird.

Ein Grund dafür ist aus unserer Sicht eine weiterhin bestehende Lücke in der Lungenkrebsfrüherkennung. Seit April 2026 gibt es in Deutschland zwar erstmals die Lungenkrebsfrüherkennung mittels Niedrigdosis-CT als Kassenleistung, sie richtet sich aber an eine klar definierte Hochrisikogruppe: Personen zwischen 50 und 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre geraucht haben und auf mindestens 15 Packungsjahre kommen. Bei ehemaligen Rauchern darf die Rauchpause zudem nicht länger als zehn Jahre gewesen sein.

Damit gibt es viele Menschen mit einem subjektiven oder tatsächlichen Risikoprofil, die nicht in diese Kohorte fallen beispielsweise jüngere Menschen, Personen mit geringerer Rauchhistorie oder Menschen, die sich aufgrund familiärer oder beruflicher Belastungen intensiver mit ihrer Lungengesundheit beschäftigen. Für asymptomatische Menschen außerhalb der definierten Low Dose-CT-Kohorte sind die Möglichkeiten einer spezifischen Lungenkrebsfrüherkennung weiterhin begrenzt.

Genau hier sehen wir Dogscan als möglichen ergänzenden Baustein. Unser Verfahren soll keine bestehende medizinische Früherkennung ersetzen und stellt keine Diagnose. Es kann aber einen niedrigschwelligen zusätzlichen Hinweis liefern, der bei einem auffälligen Ergebnis eine gezielte ärztliche Abklärung anstößt. Deshalb freut es uns besonders, dass Dogscan zunehmend nicht mehr isoliert betrachtet, sondern von Ärzten und Präventionsmedizinern in umfassendere Vorsorgekonzepte eingebunden wird.

Welche Erfahrungen haben Sie seit Ihrem Auftritt in der Höhle der Löwen gemacht, und welchen Einfluss hatte die Sendung langfristig auf Dogscan?

Die Höhle der Löwen hat Dogscan einem sehr breiten Publikum bekannt gemacht. Für ein junges Unternehmen war diese Aufmerksamkeit eine enorme Chance und hat dazu geführt, dass sich viele Menschen erstmals mit unserem Ansatz und teilweise überhaupt erstmals intensiver mit dem Thema Lungenkrebsfrüherkennung beschäftigt haben.

Gleichzeitig haben wir gelernt, wie viel Erklärung ein ungewöhnliches Verfahren gerade im Gesundheitsbereich benötigt. Wie arbeiten die Hunde? Was bedeutet ein Ergebnis? Wie zuverlässig ist das Verfahren? Und vor allem: Was passiert bei einem auffälligen Ergebnis?

Die Sendung hat uns Reichweite gegeben. Langfristiges Vertrauen entsteht aber nicht im Fernsehen, sondern durch unsere tägliche Arbeit, transparente Kommunikation, wissenschaftliche Untersuchungen und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Menschen, die unseren Test nutzen. Diese Erkenntnis hat unsere Entwicklung stark geprägt.

In unserem Interview 2024 sprachen Sie über die wissenschaftliche Validierung Ihrer Methode. Wo stehen Sie bei diesem wichtigen Schritt inzwischen?

Hier haben wir einen für uns sehr wichtigen Meilenstein erreicht: Im Juni 2026 wurde im Journal of Breath Research eine retrospektive Studie zu unserem Verfahren veröffentlicht, an der Wissenschaftler des Forschungsinstituts Havelhöhe und der Charité – Universitätsmedizin Berlin beteiligt waren. Untersucht wurden Daten von 824 Personen, darunter 111 mit histologisch bestätigtem Lungenkrebs. Insgesamt flossen 11.900 Untersuchungen von Atemproben in die Auswertung ein.

Die Ergebnisse haben uns natürlich sehr gefreut: Die fünf Hunde erreichten einzeln Sensitivitäten zwischen 82 und 89 Prozent bei Spezifitäten von jeweils über 95 Prozent. Vereinfacht gesagt beschreibt die Sensitivität, wie zuverlässig tatsächlich vorhandener Lungenkrebs erkannt wird, während die Spezifität angibt, wie zuverlässig Personen ohne Lungenkrebs auch als unauffällig erkannt werden.

Besonders interessant war die gemeinsame Bewertung unseres aus fünf Hunden bestehenden CDDC®:

Wenn mindestens drei der fünf Hunde eine Probe übereinstimmend als auffällig bewerteten, lag die Sensitivität bei über 95 Prozent. Gleichzeitig wurden in dieser Auswertung bei der gemeinsamen Entscheidung keine falsch-positiven Ergebnisse beobachtet.

Für unseren Ansatz der Früherkennung ist außerdem interessant, dass auch Patienten in frühen Tumorstadien Teil der Untersuchung waren: 18 Prozent der Lungenkrebspatienten befanden sich in Stadium I oder II und 46 Prozent hatten zum Zeitpunkt der Probenabgabe noch keine onkologische Behandlung erhalten.

Bei aller Freude über diese Ergebnisse ist uns aber wichtig, sie wissenschaftlich richtig einzuordnen. Es handelt sich um eine retrospektive Auswertung unter Trainingsbedingungen und damit noch nicht um den Nachweis dieser Leistungswerte in einem realen Bevölkerungsscreening.

Deshalb verstehen wir die Veröffentlichung nicht als Abschluss unserer Forschung, sondern als wichtigen Ausgangspunkt für die nächsten Schritte. Gemeinsam mit unseren wissenschaftlichen und medizinischen Partnern arbeiten wir bereits an weiteren Studien und Untersuchungen. Dabei geht es insbesondere um prospektive und verblindete Studiendesigns, repräsentativere Risikokollektive und die Frage, wie sich die Methode unter realen klinischen Vorsorgebedingungen bewährt.

Unser Ziel ist es, die wissenschaftliche Evidenz kontinuierlich weiter auszubauen und Schritt für Schritt belastbar zu beantworten, welchen zusätzlichen Nutzen Dogscan innerhalb der medizinischen Lungenkrebsfrüherkennung bieten kann.

Welche neuen Erkenntnisse haben Sie über die Früherkennung von Lungenkrebs mithilfe von Tumorspürhunden gewonnen?

Eine der wichtigsten Erkenntnisse für uns kommt aus der tatsächlichen Anwendung von Dogscan.

Bis heute haben wir bei 51 Personen mit unserem CDDC®-Verfahren ein positives Ergebnis ausgegeben, die vorher nichts von ihrer Lungenkrebserkrankung wussten. Bei allen wurde der Verdacht anschließend medizinisch bestätigt.

Besonders beeindruckend ist für uns, in welchen Stadien die Erkrankungen entdeckt wurden: 17 der 51 Personen waren im Stadium I und weitere 11 im Stadium II. Damit wurden bereits bei der erstmaligen Testung rund 55 Prozent der bestätigten Erkrankungen in einem frühen Stadium gefunden. Weitere 9 Fälle waren im Stadium III und 14 im Stadium IV.

Dass wir bereits beim ersten Test einen so hohen Anteil früher Stadien sehen, passt aus unserer Sicht zu dem Ansatz von Dogscan: Unser Angebot richtet sich gerade an symptomfreie Menschen, die aufgrund ihres Alters, ihrer Rauchhistorie, beruflicher Belastungen oder anderer Faktoren ein erhöhtes Risiko sehen und sich frühzeitig mit ihrer Lungengesundheit beschäftigen möchten.

Besonders spannend wird für uns deshalb die regelmäßige Anwendung. Wenn Menschen heute ein unauffälliges Ergebnis erhalten und Dogscan künftig beispielsweise regelmäßig wiederholen, können Veränderungen möglicherweise noch früher auffallen. Wir sind überzeugt, dass darin großes Potenzial liegt: Lungenkrebs möglichst zu einem Zeitpunkt zu erkennen, an dem noch keine Symptome vorhanden sind und die Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen deutlich besser sind.

Genau das ist letztlich unser Ziel: nicht erst zu reagieren, wenn Lungenkrebs Beschwerden verursacht, sondern Menschen die Chance zu geben, früher einen Hinweis zu bekommen und rechtzeitig die weitere medizinische Abklärung einzuleiten.

Die Kostenübernahme durch Krankenkassen war eines Ihrer großen Ziele. Welche Fortschritte konnten Sie hier erzielen?

Eine flächendeckende Kostenübernahme durch Krankenkassen haben wir bisher noch nicht erreicht.

Die wissenschaftliche Veröffentlichung gibt uns aber eine wesentlich konkretere Grundlage für Gespräche mit Versicherern und möglichen Finanzierungspartnern.

Parallel haben wir erkannt, dass der Zugang nicht ausschließlich über Krankenkassen erfolgen muss. Deshalb gewinnt die betriebliche Gesundheitsvorsorge für uns stark an Bedeutung. Über Arbeitgeber können wir Menschen erreichen, die sich mit klassischer Vorsorge vielleicht deutlich weniger beschäftigen würden.

Dabei unterscheiden wir klar zwischen einer Finanzierung durch Unternehmen und einer Erstattung durch Krankenversicherungen. Unser langfristiges Ziel bleibt aber dasselbe: Der Zugang zu einer sinnvollen Früherkennung sollte möglichst wenig davon abhängig sein, ob jemand bereit oder finanziell in der Lage ist, diese vollständig selbst zu bezahlen.

Wie hat sich die Nachfrage nach Dogscan entwickelt, und welche Zielgruppen erreichen Sie inzwischen besonders gut?

Neben unserem Privatkundengeschäft ist insbesondere das Interesse von Unternehmen, Präventionsanbietern und medizinischen Kooperationspartnern deutlich stärker in den Mittelpunkt gerückt. Medienberichte und persönliche Empfehlungen sind weiterhin wichtige Wege, über die Menschen auf uns aufmerksam werden.

Im Privatbereich erreichen wir besonders Menschen, die sich aktiv mit ihrer Lungengesundheit auseinandersetzen – beispielsweise Raucher und ehemalige Raucher oder Menschen, in deren Familie Lungenkrebs bereits eine Rolle gespielt hat.

Im Unternehmensbereich betrachten wir darüber hinaus Beschäftigtengruppen, die beruflich beispielsweise Staub, Rauch oder Dämpfen ausgesetzt sein können. Gleichzeitig möchten wir noch besser verstehen, welche Zielgruppen ein niedrigschwelliges Angebot tatsächlich nutzen und wie wir diese Menschen sinnvoll in bestehende Vorsorgestrukturen einbinden können.

Die Skalierung Ihres Verfahrens war eine zentrale Herausforderung. Welche Lösungen haben Sie dafür gefunden?

Für uns bedeutet Skalierung nicht einfach, möglichst viele Hunde auszubilden. Entscheidend ist, dass die Qualität des gesamten Verfahrens auch bei deutlich steigenden Stückzahlen erhalten bleibt.

Genau darauf haben wir unsere Strukturen in den vergangenen Jahren ausgerichtet.

Mit unseren heutigen Kapazitäten können wir bereits bis zu 350.000 Tests pro Jahr auswerten – und von dieser Grenze sind wir aktuell noch weit entfernt. Gleichzeitig können wir durch die Ausbildung weiterer Hundeteams zusätzliche Kapazitäten aufbauen. Wir sind deshalb auch darauf vorbereitet, wenn künftig Unternehmen, Versicherungen oder andere Partner größere Testkontingente abrufen möchten.

Wie groß das Potenzial eines einfach zugänglichen und versandfähigen Verfahrens sein kann, zeigt sich für uns auch international. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos hatten wir beispielsweise die Gelegenheit, mit Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, dem Generaldirektor der WHO, über unseren Ansatz zu sprechen. Auch mit weiteren Akteuren mit Bezug zu Afrika gab es Gespräche und erste Überlegungen zu großflächigeren Pilotprojekten.

Gerade in Regionen, in denen eine flächendeckende CT-Infrastruktur nur eingeschränkt verfügbar ist, könnte ein niedrigschwelliger Test, bei dem lediglich eine Atemprobe genommen und anschließend zentral ausgewertet wird, perspektivisch sehr viele Menschen erreichen. Solche Überlegungen befinden sich noch in einem frühen Stadium, zeigen uns aber, warum Skalierbarkeit für Dogscan von Anfang an mehr bedeutet als nur Wachstum in Deutschland.

Die Grundlage dafür bleiben standardisierte Abläufe, kontinuierliche Qualitätskontrollen und das Wohlergehen unserer Hunde. Größere Stückzahlen dürfen bei uns niemals zulasten der Qualität gehen.

Welche Rückmeldungen von Nutzern, Ärzten oder medizinischen Partnern haben die Weiterentwicklung von Dogscan besonders beeinflusst?

Eine Rückmeldung hören wir von unseren Nutzern besonders häufig: Sich überhaupt mit der Frage zu beschäftigen, ob man Lungenkrebs haben könnte, macht zunächst Angst. Viele schieben das Thema deshalb lieber von sich weg. Gleichzeitig entsteht aber schnell eine andere Sichtweise: Unser Test verändert nicht, ob jemand Lungenkrebs hat oder nicht – er kann lediglich dazu beitragen, früher davon zu erfahren. Und genau dieser Zeitpunkt kann einen entscheidenden Unterschied machen.

Von unseren Nutzern hören wir außerdem immer wieder, wie wichtig die einfache Anwendung und die Möglichkeit ist, die Atemprobe unkompliziert zu Hause abzugeben. Gleichzeitig haben wir sehr schnell verstanden, dass unsere Verantwortung nicht mit der Ergebnismitteilung endet. Gerade bei einem auffälligen Ergebnis entsteht unmittelbar die Frage: Was mache ich jetzt?

Deshalb ist uns die medizinische Begleitung besonders wichtig geworden. Jedes Ergebnis wird ärztlich eingeordnet, und insbesondere bei einem auffälligen Ergebnis begleiten wir die Betroffenen bei den nächsten Schritten und der weiteren medizinischen Abklärung. Niemand soll mit einem solchen Ergebnis allein gelassen werden.

Auch unsere medizinischen Partner haben diese Entwicklung stark beeinflusst. Ihr Blick richtet sich besonders auf die Aussagekraft und Grenzen des Verfahrens sowie darauf, was nach einem auffälligen Ergebnis passiert. Heute betrachten wir Dogscan deshalb nicht mehr nur als einzelnen Test, sondern als einen gesamten Prozess – von der einfachen Probenentnahme bis zur medizinischen Einordnung und, wenn notwendig, der weiteren Abklärung.

Auch eine nationale und internationale Expansion war geplant. Wie haben sich diese Pläne entwickelt?

In Deutschland konzentrieren wir uns inzwischen stärker darauf, Dogscan über Unternehmen, Apotheken, Präventionsanbieter und medizinische Kooperationspartner zugänglich zu machen.

Dabei geht es uns weniger darum, einfach möglichst schnell viele Vertriebskanäle aufzubauen, sondern Dogscan dort zu integrieren, wo ein sinnvoller Vorsorge- und Abklärungsprozess gewährleistet werden kann.

International haben sich insbesondere rund um Luxemburg und Großbritannien Gespräche und Projektansätze entwickelt. Diese befinden sich in unterschiedlichen Vorbereitungsstadien und wir möchten keinen Markteintritt vorwegnehmen, bevor die jeweiligen Voraussetzungen tatsächlich geschaffen sind.

Gerade international haben wir gelernt, dass Interesse allein nicht ausreicht. Für jedes Land müssen regulatorische Anforderungen, medizinische Partner, Logistik und mögliche Abklärungspfade berücksichtigt werden. Deshalb verfolgen wir unsere internationale Expansion heute deutlich strukturierter als noch vor einigen Jahren.

Welche neuen Ziele und Meilensteine stehen für Dogscan als Nächstes auf der Agenda?

Unsere nächsten großen Schritte lassen sich im Wesentlichen auf drei Bereiche herunterbrechen: wissenschaftliche Validierung, medizinische Integration und Zugang.

Wissenschaftlich steht die nächste prospektive klinische Untersuchung im Mittelpunkt. Dafür müssen wir auch die notwendige Finanzierung der Forschung weiter voranbringen.

Medizinisch möchten wir den Weg von einem auffälligen Hinweis bis zur ärztlichen Abklärung noch klarer gestalten und Dogscan stärker in bestehende Vorsorgestrukturen integrieren.

Und beim Zugang arbeiten wir daran, dass Vorsorge langfristig nicht allein davon abhängt, ob jemand sie privat bezahlt. Deshalb bauen wir Kooperationen mit Unternehmen und Präventionsanbietern weiter aus und führen Gespräche mit Versicherern und weiteren Partnern.

Parallel entwickeln wir unsere Kapazitäten und internationale Vorhaben weiter. Unser Maßstab bleibt dabei, dass wissenschaftliche Erkenntnisse, Qualität und organisatorische Leistungsfähigkeit immer mit unserer Reichweite Schritt halten.

Wenn Sie auf die vergangenen Jahre zurückblicken: Welche drei Erkenntnisse würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben?

Erstens: Plant ausreichend Zeit für Nachweise und Vertrauen ein. Gerade im Gesundheitsbereich reichen eine gute Idee und erste positive Ergebnisse nicht aus. Belastbare Daten, funktionierende Strukturen und gute Partnerschaften brauchen Zeit.

Zweitens: Hört besonders genau hin, wenn Menschen kritische Fragen stellen. Kritik ist nicht immer angenehm, aber häufig zeigt sie sehr präzise, was am eigenen Produkt, an der Kommunikation oder am Geschäftsmodell noch nicht gut genug ist.

Und drittens: Haltet an eurem persönlichen Antrieb fest, aber nicht zwangsläufig an jedem ursprünglichen Plan. Unsere Motivation hat sich seit der Gründung nicht verändert: Wir möchten dazu beitragen, Lungenkrebs früher zu erkennen. Wie wir Menschen erreichen, wie wir Dogscan wissenschaftlich weiterentwickeln, welche Partner wir einbinden und wie wir unser Unternehmen organisieren, haben wir dagegen immer wieder verändert.

Ich glaube, genau diese Kombination aus Beharrlichkeit beim Ziel und Flexibilität beim Weg ist eine der wichtigsten Lektionen unserer bisherigen Reise.

Bildcredits Dogscan

Wir bedanken uns bei Florian Wienen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

FaceLedger: Wie ein Startup das Rechtedilemma bei KI-Werbung löst

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FaceLedger: KI verändert die Werbung mit Gesichtern FaceLedger Gründer Marcel Mankus

FaceLedger schafft einen Marktplatz, auf dem Menschen ihr Erscheinungsbild für KI-generierte Werbung lizenzieren und die Kontrolle über dessen Nutzung behalten.

Können Sie FaceLedger kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für einen Marktplatz zur Lizenzierung des eigenen Erscheinungsbildes entstanden ist?

FaceLedger ist ein Marktplatz, auf dem verifizierte Menschen ihr Erscheinungsbild als Foto-Datensatz für KI-generierte Werbung lizenzieren. Unternehmen bekommen den Datensatz, einen automatisch erzeugten Lizenzvertrag mit Grenzen nach Zeit, Gebiet und Kanälen und einen Lizenznachweis für jede Kampagne. 65 Prozent des Lizenzpreises gehen an die Person. Ich arbeite seit Jahren in der Werbung. Seit generative KI in der Produktion angekommen ist, entstehen Gesichter in Minuten. Was in derselben Zeit nicht entsteht, ist das Recht, sie zu verwenden. Ein generiertes Gesicht kann niemand fragen. Die Verträge mit echten Models regeln Fotos und Videos, aber keine KI-Nutzung. Stock Footage deckt die Verwendung von einem Bild oder Video ab. Aus dieser Lücke ist FaceLedger entstanden.

Wer steht hinter FaceLedger, und welche Erfahrungen bringen Sie in den Aufbau des Unternehmens ein?

Hinter FaceLedger stehe ich, Marcel Mankus, als Gründer und Geschäftsführer der Faceledger UG in Frankfurt am Main. Ich habe in Aachen Maschinenbau studiert, danach einige Jahre selbstständig Content für Marken produziert, anschließend Medien- und Kommunikationsmanagement in Frankfurt abgeschlossen. Seitdem arbeite ich in der Werbung an der Schnittstelle von Konzept und Technik. Das Ingenieurstudium ist mein Fundament: Ich will verstehen, wie ein System funktioniert, bevor ich es einsetze. Die Jahre in der Produktion haben mir gezeigt, wie Shootings, Rechte und Freigaben in der Praxis laufen. Beides zusammen ist FaceLedger: ein System, das die Rechte an einem Menschen so sauber abbildet, dass eine Werbeproduktion damit arbeiten kann.

KI-generierte Werbung verändert die klassische Arbeit mit Models und Bildmaterial. Welches konkrete Problem möchten Sie mit FaceLedger lösen?

Das Problem ist die Lücke zwischen dem, was KI erzeugen kann, und dem, was ein Unternehmen verwenden darf. Ein rein generiertes Gesicht gehört niemandem, jeder kann Ähnliches erzeugen. Niemand kann belegen, dass es keiner realen Person ähnelt. Vor Gericht zählt Wiedererkennbarkeit, nicht Absicht. Ein echtes Model wiederum hat einen Vertrag für ein Shooting, nicht für neue Posen, neue Szenen und neue Kanäle aus einem Datensatz. FaceLedger schließt genau diese Lücke: ein echter, verifizierter Mensch, der eingewilligt hat, ein Vertrag, der die KI-Nutzung ausdrücklich regelt, dazu ein Nachweis, den das Unternehmen vorzeigen kann. Wir sehen das nicht als Compliance-Werkzeug, sondern als neue Produktionsform für Werbung: flexibel wie gepromptet, sicher wie geshootet.

Menschen stellen einen Foto-Datensatz ihres Erscheinungsbildes zur Verfügung. Wie stellen Sie sicher, dass sie trotzdem jederzeit die Kontrolle über dessen kommerzielle Nutzung behalten?

Die Kontrolle ist in den Ablauf eingebaut, nicht nur in den Text. Jede Person legt beim Onboarding fest, für welche Branchen sie nicht zur Verfügung steht, etwa Tabak, Politik oder Bademode. Unternehmen sehen vor einer Lizenz nur die Profilbilder, die die Person selbst freigegeben hat, nie den Datensatz. Jede einzelne Anfrage muss die Person aktiv annehmen, ohne Annahme entsteht kein Vertrag und kein Zugriff. Jede Lizenz ist begrenzt nach Zeit, Gebiet und Kanälen der Kampagne. Nach Laufzeitende wird der Datensatz beim Unternehmen gelöscht. Die Einwilligung kann die Person jederzeit widerrufen, dann gibt es keine neuen Lizenzen mehr. Und jeder Profilaufruf wird protokolliert. Das Prinzip dahinter: Die Person wird gefragt, verdient mit und kann Nein sagen.

Unternehmen erhalten für jede Kampagne klar definierte Nutzungsrechte nach Zeit, Gebiet und Kanälen. Warum reicht eine klassische Model-Freigabe für KI-Anwendungen aus Ihrer Sicht nicht mehr aus?

Weil eine Model-Freigabe für einen endlichen Output geschrieben wurde: ein Shooting, ein Satz Bilder, ein Film. Mit KI ist der Output grenzenlos. Aus einem Datensatz lässt sich ein Mensch in jede Pose, jede Situation und jede Aussage setzen. Deepfakes zeigen, wohin das im schlimmsten Fall führt. Eine Freigabe für Fotos und Videos aus dem Shooting schützt die Person davor nicht. Und dem Unternehmen gibt sie keinen Beleg, dass genau diese Nutzung erlaubt war. Unsicher sind also beide Seiten.

Einfach ein Gesicht zu generieren löst das nicht. Ein erfundenes Gesicht gehört niemandem, morgen erzeugt die Konkurrenz mit einem ähnlichen Prompt fast dasselbe und weil die Modelle mit Bildern aus dem Internet trainiert sind, ähneln generierte Gesichter immer wieder realen, oft bekannten Menschen, ohne dass die Produktion es merkt. Haften muss sie trotzdem.

Deshalb ist bei uns die Lizenz das Produkt, nicht das Bild: ein Vertrag je Nutzung mit Laufzeit, Gebiet und Kanälen, Ausschlüsse, die die Person selbst festlegt, Annahme jeder einzelnen Anfrage, Löschung nach Laufzeitende und ein Lizenznachweis, den das Unternehmen vorzeigen kann.

Mit „Bring your own model“ können Marken ihre bisherigen Models auch für KI-generierte Werbung einsetzen. Für welche Unternehmen ist dieser Ansatz besonders interessant?

Für Marken, die schon mit eigenen Models arbeiten und jetzt mit KI produzieren wollen, ohne ihre Gesichter zu verlieren. Das sind vor allem gründergeführte Marken aus Mode, Beauty und Schmuck mit eigenem Onlineshop, die jede Saison neue Motive brauchen und bei denen die Kundinnen und Kunden die Models kennen. Die Models registrieren sich bei uns, wir übernehmen die Verifizierung und den Drehtag für den Datensatz. Die Marke lizenziert die KI-Nutzung sauber, statt Verträge zu dehnen, die dafür nie gedacht waren. Die Models verdienen an jeder Kampagne mit. Interessant ist es auch für Agenturen, die für ihre Kunden haften und deshalb einen Vertrag brauchen, den sie vorzeigen können.

Die Lizenzpreise beginnen bei 900 Euro netto, davon gehen 65 Prozent an die jeweilige Person. Wie sind Sie zu diesem Preismodell und der Aufteilung gekommen?

Der Preis ist öffentlich und deterministisch: Laufzeit, Gebiet und Kanäle bestimmen ihn, es gibt keine Verhandlung. Das war eine bewusste Entscheidung, weil Verhandlungen über Gesichter Zeit kosten und Misstrauen erzeugen. Die 900 Euro als Einstieg orientieren sich daran, was eine Lizenz ersetzt: einen Produktionstag plus Nutzungsrechte, aus dem sich viele Motive erzeugen lassen. Die 65 Prozent für die Person sind das Gegenteil dessen, was Stockplattformen zahlen. Der Mensch ist der Wert, nicht die Plattform, also bekommt er den größeren Teil. Mit den 35 Prozent finanzieren wir Verifizierung, Vertragserzeugung, Zahlungsabwicklung und den Nachweis.

Bei einem Geschäftsmodell rund um Gesichter, KI und Nutzungsrechte ist Vertrauen entscheidend. Was sind aktuell die größten Hürden, um Menschen und Marken von FaceLedger zu überzeugen?

Bei den Menschen ist es die Sorge, die Kontrolle über das eigene Gesicht zu verlieren. Die Antwort darauf ist nicht ein Versprechen, sondern der Ablauf: Ausschlüsse, Annahme jeder einzelnen Anfrage, Grenzen im Vertrag, Löschung, Widerruf. Wer das einmal durchgespielt hat, versteht es. Bei den Marken ist die größte Hürde die Gewohnheit. Ein Gesicht zu generieren kostet nichts und dauert Sekunden. Das Rechtsrisiko ist abstrakt, bis es konkret wird. Wir müssen also erklären, warum ein echter Mensch mit Vertrag mehr wert ist als ein beliebiges Gesicht. Die dritte Hürde ist, dass wir jung und klein sind. Wir haben noch keine großen Namen als Referenz. Das ändert sich nur mit den ersten Kampagnen, deshalb ist das gerade meine Hauptaufgabe.

Seit August ist die Plattform bereits in acht Sprachen verfügbar. Warum haben Sie sich so früh für eine internationale Ausrichtung entschieden?

Weil man schon heute in den Medien sieht, wie unterschiedlich Länder auf künstliche Intelligenz reagieren. Die einen regulieren früh, die anderen lassen laufen, beides hat Vor- und Nachteile. Die Frage nach der Identität stellt sich aber überall gleich. FaceLedger hat sich zum Ziel gesetzt, die Plattform für Identität im KI-Zeitalter zu werden, weltweit. Zum Start liegt der Fokus auf Deutschland, Lizenzen gibt es zunächst nur für Menschen mit Aufenthalt hier, andere Länder stehen auf einer Warteliste. Mit den acht Sprachen erreichen wir aber schon jetzt Menschen in über 100 Ländern in ihrer Amtssprache und machen dort auf das Thema aufmerksam.

Ein Marktplatz funktioniert erst richtig, wenn auf beiden Seiten genügend Teilnehmer vorhanden sind. Wie wollen Sie gleichzeitig attraktive Gesichter und zahlende Marken gewinnen?

Wir fangen nicht mit beiden Seiten gleichzeitig an, sondern mit einer kleinen Zahl an Unternehmen, die ein konkretes Problem haben und in den nächsten Wochen kaufen könnten. Mit denen sprechen wir, bevor wir irgendetwas pitchen: Wie produziert ihr heute, was passiert, wenn ihr ein echtes Gesicht verwenden wollt, wer prüft die Rechte, was kostet euch das. „Bring your own model“ löst dabei das Henne-Ei-Problem, weil die Marke ihre eigenen Models mitbringt und beide Seiten in einem Schritt entstehen. Parallel registrieren sich Menschen von selbst, seit die Plattform live ist, ohne Werbung. Das erste Zahnrad, das sich wirklich dreht, ist wichtiger als die große Zahl.

FaceLedger wurde erst im April 2026 gegründet. Welche Vision verfolgen Sie langfristig und welche nächsten Entwicklungsschritte stehen jetzt im Vordergrund?

Unsere Mission ist, das Erscheinen menschlicher Identität in KI-generierter Werbung vertraglich zu regeln: Wer sein Gesicht gibt, wird gefragt, verdient mit und kann Nein sagen. Wer es nutzt, hat einen Vertrag, der hält. Die Vision dahinter ist, synthetische Werbung menschlicher zu machen. Dass Identität etwas Schützenswertes ist, zeigt KI mehr denn je. Für diesen Schutz will FaceLedger weltweit stehen. Die nächsten Schritte sind sehr konkret: die ersten großen Unternehmen, die über die Plattform lizenzieren und wiederkommen, die Freischaltung weiterer Länder nach dem Start in Deutschland. Alles andere kommt danach.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein Geschäftsmodell an der Schnittstelle von KI, Persönlichkeitsrechten und Werbung aufbauen möchten?

Erstens: Baue erst das kleinste Zahnrad, das sich wirklich dreht, nicht den ganzen Markt. Ein Kunde, eine Person, ein funktionierendes System, ein Wiederkauf. Wenn das läuft, wird alles andere leichter.

Zweitens: Nimm die Rechte ernst, bevor es jemand von dir verlangt. Gerade in Deutschland. Einwilligung, Widerruf und Nachweis sind bei diesem Thema kein Anhang, sondern selbstverständlich. Wer das von Anfang an in den Ablauf baut, muss später nicht teuer nachrüsten.

Drittens: Sprich mit Menschen, nutz deine Community, egal wie klein sie dir noch vorkommt. Meine ersten Registrierungen kamen aus Gesprächen, nicht aus einer Kampagne.

Und hab vorallem dabei Spaß, sei stolz auf das, was du baust. Das trägt durch die Tage, an denen es auch mal nicht so läuft.

Fotocredits: © privat

Wir bedanken uns bei Marcel Mankus für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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