Dienstag, Juni 2, 2026
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Steht die Lebensmittelbranche vor ihrem nächsten großen Umbruch?

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Creovias: Future Food Technology für die Lebensmittelbranche Stefan FAk Creovias Bildrechte Christine Fiedler

Creovias ist eine Beteiligungs- und Beratungsholding für die Lebensmittelbranche und spricht über Future Food Technology, die Zukunft der Lebensmittelbranche und nachhaltige Innovationen

Wie entstand die Idee zu Creovias und welche persönlichen Erfahrungen haben das Unternehmen geprägt?

2010 habe ich mein Bio-Unternehmen gegründet – aus einer Reise ins Mekong-Delta und der Überzeugung, dass hochwertige Bio-Spezialreisvarianten ihren Platz im deutschen Markt finden. 15 Jahre später hat sich das bewahrheitet. Nach dem Verkauf des Unternehmens Ende 2025 stand ich vor der Frage: Was treibt mich als nächstes an? Die Antwort war nicht schwer zu finden. Die Frage, wie die Lebensmittel von morgen entstehen – und wo gerade Milliarden in die falschen Richtungen investiert werden – lässt mich nicht los. Die Holding Creovias ist die Konsequenz daraus.

Wer steckt hinter Creovias und wie ergänzen sich die unterschiedlichen Kompetenzen im Team?

Im Kern bin ich das – mit über 15 Jahren operativer Erfahrung im Food-Bereich, Vertrieb, Markenaufbau und Geschäftsentwicklung. Im Bereich Future Food Technology arbeite ich eng mit Jenny Rädecke zusammen, einer ausgewiesenen Food-Expertin mit tiefem Wissen über neue Rohstoffe und Herstellungsverfahren. Wir ergänzen uns gut: unternehmerische Praxis auf der einen Seite, wissenschaftlich-technologische Einordnung auf der anderen.

Welche Vision verfolgt Creovias für die Zukunft der Lebensmittelbranche?

Ich glaube, dass wir in den nächsten zehn Jahren eine fundamentale Verschiebung erleben werden – wie Rohstoffe produziert, verarbeitet und konsumiert werden. Die Holding Creovias will dabei kein Zuschauer sein. Wir wollen die Unternehmen und Projekte begleiten, die diesen Wandel ernsthaft und nachhaltig gestalten – mit unternehmerischer Erfahrung, klarem Blick und ohne Hype.

Warum braucht es aus Ihrer Sicht neue Ansätze im Bereich Future Food und nachhaltige Ernährung?

Weil die alten Ansätze an ihre Grenzen stoßen. Globale Lieferketten sind fragiler als gedacht, der Klimawandel macht etablierte Rohstoffquellen unzuverlässiger, und das Vertrauen der Konsumenten in hochverarbeitete Lebensmittel schwindet. Gleichzeitig entstehen durch Biotechnologie und KI völlig neue Möglichkeiten. Das Problem ist nicht fehlendes Wissen – es ist fehlendes Urteilsvermögen darüber, was wirklich trägt und was nur gut klingt.

Welche Zielgruppen möchten Sie mit Creovias besonders erreichen?

Unternehmen und Gründerinnen und Gründer, die in der Lebensmittel- und Agrifood-Branche etwas bewegen wollen – und dabei nicht nur eine Beratung suchen, die Folien produziert, sondern jemanden, der mitdenkt und mitgestaltet. Dazu Investoren und Medien, die Orientierung in einem Markt brauchen, der gerade von Hype und echten Innovationen gleichermaßen geprägt wird.

Wie unterstützt Creovias Startups und Unternehmen konkret bei der Entwicklung neuer Food-Innovationen?

Konkret bedeutet bei mir: Ich setze mich an den Tisch, schaue mir das Geschäftsmodell an, frage unbequeme Fragen und helfe, die richtigen Prioritäten zu setzen. In der Beratung geht es meist um Vertrieb, Marktentwicklung und strategische Positionierung. Bei Beteiligungen bringe ich darüber hinaus Netzwerk, Branchenwissen und langfristige Perspektive ein. Keine großen Projektteams, keine anonymen Analysen – sondern direkte, operative Zusammenarbeit.

Was unterscheidet Creovias von klassischen Unternehmensberatungen im Food-Bereich?

Ich habe selbst gebaut, verkauft, Fehler gemacht und daraus gelernt. Das ist ein anderes Fundament als eine Karriere in der Beratung. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn der Einkäufer eines großen Händlers Nein sagt – und was man daraus macht. Diese Erfahrung ist nicht lehrbar, aber sie ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell beim Thema nachhaltige Ernährung und Innovation?

Die größte Herausforderung ist die Glaubwürdigkeitslücke. Nachhaltige Ernährung ist im Mainstream angekommen – aber damit auch Greenwashing, überhöhte Versprechen und enttäuschte Konsumenten. Wer heute in diesem Markt arbeitet, muss mehr liefern als ein gutes Gefühl. Substanz, Transparenz und echte Wirkung werden immer wichtiger.

Wie reagieren Unternehmen auf neue Lebensmittelkonzepte und alternative Ernährungsformen?

Gespalten. Die Aufgeschlossenen sehen Chancen und investieren. Die Zögerlichen warten auf Marktsignale, die andere bereits nutzen. Und manche verschließen sich dem Wandel, bis er sie einholt. Was mich interessiert, sind die ersten – jene, die bereit sind, echte Veränderungen anzugehen, bevor es alle anderen tun.

Welche Entwicklungen und Projekte stehen bei Creovias in den kommenden Monaten im Fokus?

Die Beteiligung an spannenden Unternehmen, aber auch der Aufbau von Future Food Technology als eigenständiges Beteiligungsunternehmen stehen ganz oben. Dazu der weitere Ausbau des Podcasts Food Fak(t) als Forum für relevante Stimmen aus der Branche. Und einige Beratungs- und Beteiligungsprojekte, über die ich zu gegebener Zeit berichten werde.

Wie sehen Sie die Zukunft von pflanzenbasierten und nachhaltigen Lebensmitteln in Europa?

Pflanzenbasiert hat eine Zukunft – aber nicht so, wie es vor ein paar Jahren verkauft wurde. Der erste Hype ist vorbei, und das ist gut so. Was jetzt kommt, muss wirklich schmecken, wirklich gesünder sein und wirklich zu fairen Preisen verfügbar sein. Die Technologien dafür – Präzisionsfermentation, Zellkultivierung, neue pflanzliche Rohstoffe – entwickeln sich schnell. Wer jetzt die richtigen Weichen stellt, wird in zehn Jahren relevante Marktanteile haben.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Kenne deinen Kunden besser als er sich selbst kennt – und verkaufe ihm nicht, was du hast, sondern was er braucht. Zweitens: Baue langsamer, aber stabiler. Wachstum um jeden Preis klingt gut, bis es nicht mehr gut klingt. Drittens: Such dir Mitgründer, Berater und Investoren, mit denen du auch in schwierigen Momenten ehrlich reden kannst. Alles andere rächt sich früher oder später.

Bild: Bildrechte: Christine Fiedler

Wir bedanken uns bei Stefan Fak für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Schließt dieser Wettbewerb eine der größten Lücken für europäische Start-ups?

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Deel: The Pitch und Berlin als Sprungbrett für Start-ups

Welche Ziele verfolgt Deel mit dem Wettbewerb „The Pitch“ und warum liegt der Fokus speziell auf Start-ups in der Seed-Phase?

“The Pitch” wurde von Deels CEO Alex Bouaziz als persönlicher Beitrag zur Förderung der nächsten Generation von Gründer ins Leben gerufen. Ziel ist es, die innovativsten Entrepreneur weltweit zu finden, unabhängig von ihrer Herkunft. Dabei erhalten sie Zugang zu passenden Expert und dem Kapital, das sie für ihren nächsten Entwicklungsschritt brauchen. Der Fokus auf die Seed Phase ist bewusst gewählt. Gerade in dieser frühen Phase ist Kapital weltweit besonders ungleich verteilt. Viele starke Ideen scheitern nicht an fehlendem Potenzial, sondern daran, an welchem Ort ein Startup gegründet wird und welche Kontakte bereits vorhanden sind. Deel kann hier gezielt unterstützen. Als globale Employer-of-Record- und HR-Plattform verfügt das Unternehmen über Renommee und ein Netzwerk in mehr als 150 Ländern.

Wie bewerten Sie die Rolle von Wettbewerben wie „The Pitch“ für die Frühphasenfinanzierung von Start-ups in Europa?

“The Pitch” schließt eine strukturelle Lücke im europäischen Startup-Ökosystem. Die Frühphasenfinanzierung konzentriert sich in Europa bisher auf wenige Städte wie London, Paris, Berlin oder Stockholm. Gründer außerhalb dieser Zentren oder ohne die richtigen Kontakte sind dadurch oft im Nachteil. “The Pitch“ schafft hier eine Alternative, indem es Startups einen strukturierten und öffentlich zugänglichen Weg zu Kapital eröffnet, bei dem Leistung im Mittelpunkt steht. Die Investition von 50.000 US Dollar für jede regionale Gewinner hat dabei auch Signalwirkung und kann den Startups helfen, weitere Türen zu öffnen. Auch die Zusammensetzung der Jury spielt dabei eine wichtige Rolle. Mit General Catalyst, Speedinvest, Visionaries Club oder Plug & Play in Berlin erhalten die Gewinner Zugang zu und Glaubwürdigkeit bei institutionellen Investor.

Nach welchen Kriterien wurden die zwölf Gewinner des Berliner Finales ausgewählt?

Beim “The Pitch” Live-Event wurden die Startups, die vor der Jury gepitcht haben, nach verschiedenen Kriterien bewertet: Umsetzungsstärke, Ambition, Stringenz des Geschäftsmodells, sowie langfristiges Potenzial. Am Ende wählte die Jury die Gewinner rein leistungsbasiert aus.

Mit Blick auf das Berliner Finale zeigt sich ein klares Bild: Themen wie KI-Agenten und KI-Infrastruktur dominierten und die Jury interessierte sich offenbar vor allem für KI-Lösungen, die über Chatbots hinausgehen, wie zum Beispiel Mav9 Technologies. Im Fokus standen insgesamt Anwendungen, die komplexe Workflows eigenständig ausführen können. Auch das Thema Cybersecurity für KMUs war stark vertreten. Im Bereich Klima und Nachhaltigkeit stach Grale hervor. Das Unternehmen entwickelt eine patentierte Technologie, die pflanzliche Abfälle in eine Plastikalternative verwandelt. Mit Grant Tech war zudem ein sehr europäisches Thema vertreten. “Granter”, ein KI-Berater für EU-Fördermittel, adressiert die jährlichen EU-Fördermittel in Höhe von 285 Milliarden Euro, die bislang nicht vollständig genutzt werden.

Welche konkreten Vorteile ergeben sich für die Gewinner über das Preisgeld hinaus, insbesondere im Hinblick auf Netzwerk, Sichtbarkeit und internationale Expansion?

Jede regionale Gewinner erhält neben dem SAFE Investment von Deel Ventures in Höhe von 50.000 US-Dollar automatisch eine Einladung zum Grand Finale in Paris. Hinzu kommt der Zugang zum “Investor Breakfast”, einem exklusiven Event mit 20 bis 25 Investor, sowie zum Jury-Netzwerk. Dadurch entstehen direkte Kontakte zu GPs von General Catalyst, Speedinvest, Visionaries Club, a16z und weiteren Investoren. Außerdem profitieren die Gewinner von Presse und Medienpräsenz, unterstützt durch Deels Kommunikationsteam. Zusätzlich erhalten sie Sichtbarkeit im Deel-Ökosystem, von denen viele genau die passenden potenziellen Kund oder Partner dieser Startups sind. Für die Gewinner des Grand Finales kommt als weiterer Vorteil hinzu, dass sie Zugang zum gesamten VC Partnernetzwerk von Deel erhalten. Zudem ist eine Folgeinvestition von bis zu 1 Million US-Dollar möglich.

Wie unterscheidet sich die deutsche Start-up-Szene im internationalen Vergleich innerhalb des Wettbewerbs?

Die Berliner Finalisten-Unternehmen zeigen sehr gut, wo Deutschlands Stärken liegen. Dazu zählen eine starke Deep-Tech-Präsenz, etwa mit Grale, Validproof und Hyphen Global, anspruchsvolle Enterprise-Software wie GetClaro und Nooxit sowie Cybersecurity-Infrastruktur wie Cybee. Gleichzeitig zog das Berliner Event nicht nur deutsche Unternehmen an, sondern auch Startups aus Schweden, Irland und Portugal. Das unterstreicht Berlins Rolle als europäischen Tech-Hub. Im Vergleich zu Paris, wo der Fokus stärker auf Consumer AI und Fintech lag, und Tel Aviv mit einem stärkeren Schwerpunkt auf Defence und Deep Tech, spiegelt das Berliner Event die klassischen Stärken der DACH-Region wider: B2B, industrielle Anwendungen und Infrastrukturlösungen.

Welche Rolle spielen Partner wie J.P. Morgan, Google oder Stripe für den Erfolg und die Skalierung des Programms?

J.P. Morgan ist der Hauptsponsor und stellt sowohl die Logistik als auch die institutionelle Glaubwürdigkeit bereit. So fanden die Investorühstücke in Berlin, London, New York und Tel Aviv jeweils in den Büros von J.P. Morgan statt. Das öffnet Startups die Möglichkeit, von Private Banking-Kund und institutionellen Investor wahrgenommen zu werden. Auch Google und AWS unterstützten mit Veranstaltungsorten. Durch die Einbindung von Google entsteht für Startups zudem der Zugang zu “Google Cloud Credits”, zu den Programmen “Google for Startups” sowie zu möglichen Enterprise-Kontakten. Und auch Stripe bringt Glaubwürdigkeit im Bereich Payment-Infrastruktur sowie den Zugang zu seinem Startup-Netzwerk ein.

Wie wichtig ist die internationale Vernetzung für Start-ups in einer so frühen Phase ihrer Entwicklung?

Gründer in der Seed Phase treffen grundlegende Entscheidungen zu Märkten, Hiring und Cap Tables. Die Beziehungen, die in dieser frühen Phase entstehen, bleiben oft langfristig bestehen. Genau darauf ist auch “The Pitch” ausgelegt. Das Investor Frühstück mit 20 bis 25 Investor, das exklusiv für die Gewinner nach jedem regionalen Finale stattfindet, soll gezielt persönliche Gespräche in kleiner Runde ermöglichen, die bei klassischen Networking Events oft zu kurz kommen.

Gab es während des Berliner Finales besondere Momente oder Pitches, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

Grale, ein schwedisches Deep Tech Unternehmen, das aus pflanzlichen Abfällen Alternativen zu Plastik entwickelt, fiel besonders auf: 5 Millionen US Dollar ARR und 105 Prozent Wachstum pro Quartal sind für ein materialbasiertes Deep-Tech-Unternehmen außergewöhnlich stark, da solche Geschäftsmodelle meist langsamer skalieren als Software. Und Cybees Versprechen, Enterprise Security „in fünf Minuten einsatzbereit“ zu machen, stieß bei der Jury ebenfalls auf großes Interesse. Gerade für KMU ist Cybersicherheit ein wachsendes Thema. Auch Granters Positionierung rund um jährlich 285 Milliarden Euro an ungenutzten EU-Fördermitteln ist genau die Art von Marktpotenzial, die bei Pitches Aufmerksamkeit erzeugt.

Wie stellen Sie sicher, dass auch weniger sichtbare, aber innovative Start-ups eine faire Chance im Wettbewerb erhalten?

Die Bewerbung läuft zentral und global, ohne dass Gründer dafür Empfehlungen oder persönliche Kontakte brauchen. Zunächst werden die Bewerbungen anhand klarer Kriterien wie ARR, Wachstum, Erfahrung des Teams und Qualität des Pitchdecks vorausgewählt. Außerdem ist die Jury je nach Region unterschiedlich besetzt. So fließt in jedes Finale lokales Marktverständnis ein, anstatt alle Entscheidungen einem zentralen Panel zu überlassen.

Bild: Bildrechte: Boldie

Wir bedanken uns für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Manuel Neuer steigt bei happybrush als strategischer Partner ein

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Manuel Neuer steigt bei happybrush ein happybrush Manuel Neuer @happybrush

Manuel Neuer wird strategischer Partner und neues Markengesicht von happybrush. Gemeinsam mit SevenVentures will das Münchner Unternehmen seine Reichweite ausbauen und die nächste Wachstumsphase einleiten.

Manuel Neuer wird Partner von happybrush

Unterföhring, 01.06.2026. SevenVentures, der Investment-Arm der ProSiebenSat.1 Media SE, beteiligt sich mit einem Brutto-Mediavolumen in mittlerer einstelliger Millionenhöhe an happybrush. Das Münchner Unternehmen entwickelt Oral-Care-Produkte mit dem Ziel, Mundpflege hochwertig, zeitgemäß und nachhaltig zu gestalten. Mit dem Investment will happybrush die nächste Skalierungsstufe erreichen. Im Zuge dessen steigt Rekord-Nationaltorhüter Manuel Neuer als strategischer Partner in das Unternehmen ein und wird das neue Markengesicht. Begleitet wird die Zusammenarbeit von einer crossmedialen Kampagne, die auch einen TV-Spot auf den Sendern der ProSiebenSat.1-Gruppe umfasst.

SevenVentures investiert in das Wachstum von happybrush

Seit ihrer Gründung im Jahr 2016 entwickelt die happybrush GmbH Mundpflegeprodukte, die Qualität, Design und Verantwortung in sich vereinen. Das mehrfach ausgezeichnete Produktportfolio deckt dabei sämtliche Kundenbedürfnisse ab und reicht von elektrischen Zahnbürsten für Erwachsene und Kinder über Zahnpasta bis hin zu Zahnseide, Mundspülungen und Interdentalbürsten. Das Unternehmen konnte bereits 25 Millionen Produkte verkaufen und strebt nun den nächsten Schritt in Richtung Massenmarkt an.

Das Media-Investment von SevenVentures garantiert dem Startup langfristig hohe Sichtbarkeit auf den linearen und digitalen Kanälen der ProSiebenSat.1-Gruppe. Dies ermöglicht es happybrush, neue Zielgruppen zu erschließen, die Marktpräsenz auszubauen und nachhaltiges Vertrauen zu etablieren.

Manuel Neuer soll die Markenbekanntheit stärken

Mit Manuel Neuer als Testimonial steht strategisch die Schärfung des Markenprofils von happybrush im Fokus: Der Weltmeister wird nicht nur das Gesicht der anstehenden Kampagne, sondern entwickelt gemeinsam mit happybrush neue Produkt- und Markenkonzepte. Verlängert wird die Kampagne darüber hinaus am Point of Sale, online und über Social Media.

Stimmen zur Partnerschaft von Manuel Neuer und happybrush

Manuel Neuer, DFB-Nationaltorhüter: „Als Profisportler lege ich großen Wert auf Gesundheit, Qualität und konsequente Routinen im Alltag. Dabei spielt auch die Mundgesundheit eine wichtige Rolle. happybrush verbindet effektive Technologie, modernes Design und Nachhaltigkeit auf eine Weise, die mich sofort überzeugt hat – ebenso wie die zahlreichen Auszeichnungen der Produkte. Ich freue mich sehr darauf, die Weiterentwicklung der Marke und zukünftige Produkte aktiv mitzugestalten.“

Stefan Walter, Co-Founder happybrush: „Besonders wertvoll ist für uns, dass Manuel Neuer sich nicht nur als Markenbotschafter engagiert, sondern happybrush auch strategisch mitgestaltet. Und zusammen mit SevenVentures als starkem Medienpartner schaffen wir die mediale Reichweite, um das Unternehmen auf das nächste Level zu heben.“

Florian Hirschberger, CEO SevenVentures: „Durch die große Reichweite von ProSiebenSat.1 wollen wir happybrush helfen, die Markenbekanntheit des Unternehmens in einem breiten Markt weiter zu steigern. Mit Manuel Neuer hat happybrush einen außergewöhnlich starken Markenbotschafter gewonnen. Wir freuen uns sehr über diese Partnerschaft und auf unsere gemeinsame Kampagne.“

Bild Copyright: happybrush

Quelle ProSiebenSat.1 Media SE

BMW und Mistral AI treiben KI in der Crashsimulation voran

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BMW und Mistral AI entwickeln KI in der Crashsimulation weiter. Ziel sind schnellere, präzisere und effizientere Fahrzeugentwicklungen

Key Takeaways

  • KI in der Crashsimulation gewinnt für die Automobilindustrie an Bedeutung, insbesondere durch die Partnerschaft zwischen BMW Group und Mistral AI.
  • Ziel dieser Zusammenarbeit ist die Verbesserung von Qualität, Genauigkeit und Geschwindigkeit in der Fahrzeugentwicklung.
  • Die BMW Group nutzt enorme Mengen an Engineering-Daten, die eine Grundlage für das Training von spezialisierten KI-Modellen bilden.
  • Large Industry Models (LIM) integrieren branchenspezifisches Wissen und werden auf spezifische Ingenieur- und Simulationsdaten trainiert.
  • Die Partnerschaft stärken das KI- und Innovationsökosystem der BMW Group in der Crashsimulation.

KI in der Crashsimulation gewinnt für die Automobilindustrie zunehmend an Bedeutung. Die BMW Group und Mistral AI bündeln ihre Kompetenzen, um mithilfe spezialisierter künstlicher Intelligenz die Qualität, Geschwindigkeit und Präzision von Entwicklungsprozessen zu steigern. Die Partnerschaft gilt als wichtiger Schritt für den Einsatz industrieller KI in der Fahrzeugentwicklung und entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

BMW und Mistral AI entwickeln die Crashsimulation weiter

Die BMW Group und Mistral AI gehen eine Partnerschaft ein, um den Einsatz von KI in der Crashsimulation weiterzuentwickeln. Ziel ist es, Qualität, Genauigkeit und Geschwindigkeit komplexer Entwicklungsaufgaben zu verbessern. KI-Technologien, die für Crashsimulation zum Einsatz kommen, besitzen enormes Potenzial. Die Zusammenarbeit ist ein erster Schritt, um anwendungsspezifische KI auf weitere Bereiche der Fahrzeugentwicklung und entlang der Wertschöpfungskette der BMW Group zu skalieren.

„Für die BMW Group ist die Nutzung industrieller Daten ein zentraler Faktor, um künstliche Intelligenz in Wertschöpfung zu übersetzen“, sagt Dr. Franz Decker, CIO und Senior Vice President der BMW Group. „Durch die Kombination unserer Engineering-Datensätze mit den Trainingsfähigkeiten von Mistral AI entwickeln wir spezialisierte KI, die komplexe Entwicklungsaufgaben unterstützt und insbesondere Crashsimulation mit KI revolutioniert.“

KI in der Crashsimulation nutzt enorme Mengen an Engineering-Daten

Der Umfang und die Komplexität der Crashsimulation bei der BMW Group unterstreichen den Bedarf an anwendungsspezifischer KI. Während KI in der Crashsimulation immer wichtiger wird, führt das Unternehmen jede Woche tausende virtuelle Crashsimulationen durch und erzeugt dabei große Mengen an Engineering-Daten. Über die Zeit ist so ein historischer Datensatz von mehr als einem Petabyte entstanden. Dieser enthält hochdetaillierte Informationen über Fahrzeugstrukturen und Materialverhalten und bildet eine einzigartige Grundlage für das Training eines industriellen KI-Modells.

„Industrielle KI gewinnt für Unternehmen zunehmend an Bedeutung und wir sind stolz, mit der BMW Group zusammenzuarbeiten“, sagt Marjorie Janiewicz, Chief Revenue Officer von Mistral AI. Diese Kooperation zeigt den Weg, wie KI speziell in der Crashsimulation zur Bewältigung komplexer technischer Herausforderungen genutzt werden kann.“

Large Industry Models skalieren KI in der Crashsimulation und Fahrzeugentwicklung

Für die Skalierung setzt die BMW Group auf sogenannte Large Industry Models (LIM). Diese KI-Systeme werden auf branchenspezifischen Engineering- und Simulationsdaten aus Fahrzeugentwicklung und Sicherheitstests trainiert. Dabei hat die KI in der Crashsimulation dank LIMs eine einzigartige Chance, von domänenspezifischem Wissen zu profitieren. Im Unterschied zu generischen KI-Systemen integrieren LIMs Domänenwissen direkt in das Modell. Dafür sind neben industriellen Daten auch tiefgehende Expertise sowie technische Umgebungen erforderlich, in denen KI-Systeme direkt aus Entwicklungsprozessen lernen können.

Die Partnerschaft unterstreicht die Bedeutung industrieller Daten für die nächste Phase datengetriebener Wertschöpfung. Außerdem birgt die Verbindung von KI und Crashsimulation neue Innovationsmöglichkeiten für die BMW Group.

Foto/Quelle: BMW AG

Oura Ring 5 ist der kleinste Smart Ring der Welt

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Oura Ring 5 startet als kleinster Smart Ring

Oura Ring 5 setzt auf kompakteres Design

Mit dem Oura Ring 5 präsentiert ŌURA den kleinsten Smart Ring der Welt. Das neue Wearable verbindet ein kompakteres Design mit neuen Funktionen für Gesundheit, Aktivität und Frauengesundheit. Außerdem setzt ŌURA stärker auf Datenschutz, präzisere Sensoren und persönliche Gesundheitsdaten.

ŌURA launcht Oura Ring 5:
Den kleinsten Smart Ring der Welt!

Berlin, 28. Mai – ŌURA, Hersteller des weltweit führenden Smart Rings, hat heute Oura Ring 5 vorgestellt – den kleinsten Smart Ring der Welt. Basierend auf mehr als zwölf Jahren Erfahrung bietet ŌURA seine bisher fortschrittlichsten Gesundheitsmessungen und Erkenntnisse in einer kleineren und komfortableren Form. Oura Ring 5 besteht aus leichtem, hypoallergenem Titan. Zudem kombiniert der Ring neue Hardware mit neuer Software. Dadurch erhalten Mitglieder tiefere und praxisnahe Einblicke in ihre Gesundheit. Gleichzeitig bringt ŌURA neue Funktionen für Frauengesundheit und Aktivität auf den Markt.

„Oura Ring 5 ist ein großer Schritt hin zu unserer Vision, jedem Körper eine Stimme zu verleihen“, sagt Tom Hale, Chief Executive Officer bei ŌURA. „Wir haben Oura Ring 5 komplett neu entwickelt. Dadurch ist er kleiner und angenehmer zu tragen. Gleichzeitig verbinden wir ihn mit unserer bisher fortschrittlichsten Software. So können noch mehr Menschen Oura täglich tragen und von personalisierten Gesundheitseinblicken profitieren.“

Seit mehr als zehn Jahren prägt ŌURA die Kategorie der Smart Rings. Das Unternehmen zeigt außerdem, dass der Finger ein besonders geeigneter Ort ist, um Gesundheitssignale zu messen. Die Arterien im Finger liefern optischen Sensoren ein deutlich stärkeres Pulssignal als das Handgelenk. Dadurch kann ŌURA biometrische Daten präziser erfassen und genauere Werte liefern als viele klassische Wearables.

Neue Sensorik für genauere Messwerte

ŌURA präsentiert Oura Ring 5 als bislang kleinsten Smart Ring des Unternehmens. Das neue Modell ist 40 Prozent kleiner als Oura Ring 4. Dafür entwickelte ŌURA die mechanische, elektrische und optische Architektur komplett neu. Auch Akku, Sensoren und Geometrie wurden überarbeitet. Dadurch entstand ein dünnerer und leichterer Ring mit einer sanften Wölbung für ein natürlicheres Tragegefühl.

„Oura Ring 5 ist der bedeutendste Sprung in der Geschichte der Smart Rings. Um ein Produkt um 40 Prozent kleiner zu machen, ohne Genauigkeit zu verlieren, mussten wir jede Annahme neu denken“, sagt Holly Shelton, Chief Product Officer bei ŌURA. „Das Ergebnis ist unser leistungsfähigstes Wearable. Gleichzeitig fügt es sich nahtlos in den Alltag ein.“

Die neue Signalarchitektur nutzt flache Sensordomes für besseren Hautkontakt. Außerdem kommen stärkere LEDs und zwölf neue Signalpfade zum Einsatz. Dadurch verbessert sich die Genauigkeit bei unterschiedlichen Fingertypen und Hauttönen.

Oura Ring 5 bringt neue Designs

Oura Ring 5 erscheint in den Größen 6 bis 13. Zusätzlich bietet ŌURA neue Farbvarianten an. Dazu gehören ein neu gestaltetes Gold sowie Deep Rose in Kupfer Roségold. Der Ring wurde für den Alltag entwickelt. Deshalb setzt ŌURA auf eine besonders widerstandsfähige PVD Beschichtung gegen Kratzer. Außerdem ist der Ring staub und wasserdicht bis 100 Meter.

ŌURA erweitert Funktionen für Alltag und Aktivität

Laden für ein Leben in Bewegung: Das Oura Ring 5 Charging Case

Mit dem Oura Ring 5 Charging Case bietet ŌURA eine mobile Ladelösung für den Alltag und für Reisen. Das kompakte Aluminiumgehäuse liefert bis zu einen Monat zusätzliche Akkulaufzeit. Zudem unterstützt es kabelloses Laden. Über eine Aktionstaste können Mitglieder den Ladestatus einfach prüfen und Geräte koppeln. Außerdem lassen sich Ring und Charging Case direkt in der Oura App verwalten.

ŌURA führt zusätzlich die Funktion „Locate“ ein. Damit können Mitglieder ihren Oura Ring oder das Ladecase schneller wiederfinden. Außerdem unterstützt Locate mehrere Geräte gleichzeitig.

Live Aktivitätserfassung in Echtzeit

ŌURA erweitert seine Funktionen für Sport und Bewegung. Mitglieder können nun Workouts direkt starten und wichtige Kennzahlen live auf dem Smartphone verfolgen. Dazu gehören Tempo, Distanz und Herzfrequenz. Unterstützt werden unter anderem Laufen, Radfahren und Krafttraining.

Zusätzlich lassen sich Geräte von Drittanbietern koppeln. Dadurch können Nutzer ihre Herzfrequenz in Echtzeit sehen. ŌURA verbessert außerdem die automatische Aktivitätserkennung. Besonders bei ruhigeren Aktivitäten wie Pilates soll die Genauigkeit steigen.

ŌURA erweitert Funktionen für Frauengesundheit

Updates zur Frauengesundheit

Menopause Insights

Mit „Menopause Insights“ erweitert ŌURA seine Funktionen rund um Frauengesundheit. Herzstück ist die Menopause Impact Scale. Dabei handelt es sich um einen neuen klinischen Fragebogen, den ŌURA gemeinsam mit wissenschaftlichen Teams entwickelt hat.

Der Fragebogen beschäftigt sich unter anderem mit Schlaf, Stimmung und Alltagsfunktionen. Mitglieder erhalten dadurch einen besseren Überblick darüber, wie sich die Perimenopause auf ihren Alltag auswirkt.

Persönliche Einblicke und langfristige Analyse

Nach der Auswertung erhalten Mitglieder ein persönliches Dashboard. Dort sehen sie, wie stark einzelne Symptome ihren Alltag beeinflussen. Zusätzlich können sie Entwicklungen langfristig beobachten. Veränderungen durch Stress, Lebensstil oder Behandlungen werden ebenfalls sichtbar.

Außerdem lassen sich Ergebnisse speichern und mit Ärzt teilen. Dadurch sollen Gespräche besser vorbereitet werden.

Neue Funktionen für hormonelle Verhütung

ŌURA erweitert außerdem „Cycle Insights“ für Nutzerinnen hormoneller Verhütung. Die Funktion berücksichtigt unter anderem Pille, Pflaster oder Spirale. Ziel ist es, Veränderungen der persönlichen Baseline besser sichtbar zu machen.

Dadurch erhalten Nutzerinnen neue Einblicke in die Verbindung zwischen ihrem Körpergefühl und physiologischen Daten.

Datenschutz und Datenkontrolle im Fokus

ŌURA erweitert seine Datenschutzfunktionen um eine zeitbasierte Datenlöschung. Mitglieder können damit Daten aus bestimmten Zeiträumen löschen, ohne ihre komplette Historie zu verlieren.

Außerdem betont ŌURA seinen datenschutzorientierten Ansatz. Das Unternehmen verkauft keine Mitgliedsdaten. Stattdessen investiert ŌURA in Sicherheitsarchitekturen und transparente Datenkontrolle. Mitglieder entscheiden selbst, welche Daten geteilt werden.

Oura Ring 5 soll neue Standards setzen

Mit Oura Ring 5 möchte ŌURA die Kategorie der Smart Rings weiterentwickeln. Das Unternehmen verbindet neue Hardware mit erweiterten Software Funktionen und setzt damit auf personalisierte Gesundheitsdaten, Alltagstauglichkeit und präzisere Messungen.

Dank seines weltweiten Wachstums sieht sich ŌURA gut positioniert, um noch mehr Menschen proaktive Gesundheitseinblicke zu bieten und Smart Rings als wichtige Form moderner Wearables zu etablieren.

Bild ŌURA

Quelle Schröder+Schömbs PR

Digitales Pfandsystem für Mehrwegbecher erhält Investment

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Digitales Pfandsystem für Stadien wächst butterfly & elephant Managing Director Benjamin Birker – Bildrechte: GS1 Germany

Das Startup Borro erhält Unterstützung von butterfly & elephant, der Beteiligungsgesellschaft von GS1 Germany. Gemeinsam wollen die Partner ein digitales Pfandsystem für Mehrwegbecher in Stadien und Eventlocations weiter ausbauen. Ziel ist es, Rückgabeprozesse schneller, einfacher und wirtschaftlicher zu machen.

Digitales Pfandsystem für Stadien und Eventlocations

butterfly & elephant, die Beteiligungsgesellschaft von GS1 Germany, investiert in Borro. Das Brüsseler Startup entwickelte eine patentierte digitale Pfandinfrastruktur für Mehrwegbecher in stark besuchten Umgebungen wie Stadien und Eventlocations. Damit sollen Rückgabeprozesse einfacher, wirtschaftlicher und für Besucher deutlich reibungsloser ablaufen.

Borro digitalisiert die Rückgabe von Mehrwegbechern

Digitales Pfand für Hochfrequenzumgebungen

Borros Lösung nutzt einen softwarebasierten Ansatz und kombiniert 2D-Codes mit kamerabasierter Rückgabetechnologie. Am Point of Sale registriert das System jeden Mehrwegbecher über einen unsichtbaren 2D-Code direkt beim Bezahlvorgang. Bei der Rückgabe erkennt ein intelligenter Rückgabepunkt den Becher per Kameratechnologie auch im gestapelten Zustand. Danach erfolgt die Rückerstattung automatisch innerhalb weniger Sekunden.

Für Besucher entstehen dadurch schnellere Rückgabeprozesse ohne App und ohne lange Warteschlangen. Gleichzeitig sinken für Veranstaltungsorte der Personalaufwand, die Betriebskosten und das Risiko von Betrug. Dass dieser Ansatz auch bei großem Besucheraufkommen funktioniert, zeigt der Einsatz beim belgischen Fußballverein Club Brugge. Dort verarbeitet das System pro Heimspiel mehr als 45.000 Becher. Zudem liegt die durchschnittliche Rückgabequote bei 93 Prozent.

„Wir haben gezeigt, dass digitales Pfand sogar dort funktioniert, wo viele Menschen in kurzer Zeit bedient werden müssen“, sagt Co-Founder Glenn Verhaege, der Borro gemeinsam mit Kasper Albers und Niels Willems gegründet hat. „Der nächste Schritt ist, Borro über einzelne Venues und Märkte hinaus weiterzuentwickeln. Genau deshalb ist der Schulterschluss mit butterfly & elephant für uns so wichtig. So können wir auf global etablierte Standards setzen.“

Standards stärken das digitale Pfandsystem

Standards für den nächsten Wachstumsschritt

Mit der Ausweitung auf weitere Märkte und Einsatzfelder steigen auch die Anforderungen an die Interoperabilität. Sobald digitale Pfandsysteme nicht mehr nur in einzelnen Stadien oder Eventlocations laufen, sondern in größeren vernetzten Ökosystemen, braucht es eine gemeinsame Sprache für den Datenaustausch.

Borro setzt deshalb in der nächsten Wachstumsphase auf GS1 Digital Link und Electronic Product Code Information Services, kurz EPCIS. GS1 Digital Link ermöglicht die eindeutige Identifikation über digitale Touchpoints hinweg. Gleichzeitig schafft EPCIS die Grundlage, Rückgabe und Bewegungsdaten standardisiert zwischen verschiedenen Systemen auszutauschen.

Dadurch kann Borro seine digitale Pfandinfrastruktur über einzelne Einsatzorte hinaus erweitern. Außerdem muss das Startup nicht für jeden Partner und jeden Markt eigene Datenmodelle entwickeln.

„Borro zeigt, wie sich ein vertrauter Mechanismus in eine digitale Hochfrequenzanwendung übersetzen lässt. Für uns ist das besonders relevant, weil hier ein realer Use Case auf die nächste Stufe der Standardisierung trifft. Genau solche Verbindungen brauchen wir, damit aus Innovationen belastbare Lösungen für größere Märkte entstehen“, kommentiert Benjamin Birker, Managing Director bei butterfly & elephant.

Bild butterfly & elephant Managing Director Benjamin Birker – Bildrechte: GS1 Germany

Quelle GS1 Germany GmbH

Arbeitsplatz-KI in der Finanzbranche: Studie zeigt Hürden und Chancen im Arbeitsalltag

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Studie der Universität Paderborn zeigt, warum Arbeitsplatz-KI trotz großer Potenziale im Arbeitsalltag oft ungenutzt bleibt.
Foto: Universitaet Paderborn/Besim Mazhiqi

Key Takeaways

  • Arbeitsplatz-KI verändert den Büroalltag, jedoch stehen Unternehmen vor Herausforderungen bei der Integration.
  • Studien zeigen, dass viele Potenziale von Arbeitsplatz-KI ungenutzt bleiben, weil strategische Ansätze fehlen.
  • Mitarbeitende testen oft selbstständig neue Technologien, bevor Führungskräfte sie strategisch einordnen.
  • Unternehmen sollten ihre Prozesse und Rollen überdenken, um das volle Potenzial von Arbeitsplatz-KI zu nutzen.
  • Der richtige Ansatz ist: Zuerst nutzen, dann strategisch steuern, um nachhaltige Wertschöpfung zu erreichen.

Arbeitsplatz-KI verändert zunehmend den Büroalltag in Unternehmen und der Finanzbranche. Anwendungen wie ChatGPT oder Microsoft 365 Copilot versprechen enorme Produktivitätsgewinne, doch viele Organisationen stehen weiterhin vor Herausforderungen bei der nachhaltigen Integration von KI im Arbeitsalltag. Eine aktuelle Untersuchung der Universität Paderborn zeigt nun, welche Hürden Unternehmen überwinden müssen und welche Strategien für den erfolgreichen Einsatz von Arbeitsplatz-KI entscheidend sind.

Arbeitsplatz-KI im Arbeitsalltag: Warum viele Potenziale ungenutzt bleiben

Arbeitsplatz-KI in der Finanzbranche: Analyse zeigt Hürden bei der Nutzung im Arbeitsalltag auf

Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) im Arbeitsalltag, sogenannter Arbeitsplatz-KI (AP-KI), versprechen sich viele Unternehmen enorme Produktivitätsgewinne, insbesondere in wissensintensiven Bereichen wie Beratung, Verwaltung, Risikoanalyse, Marktforschung aber auch Kundenakquise. Anwendungen wie ChatGPT oder Microsoft 365 Copilot sind zwar im Büroalltag angekommen, doch ihr Potenzial bleibt in der Praxis häufig ungenutzt. Die Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Franz Strich und Prof. Dr. Simon Thanh-Nam Trang von der Universität Paderborn haben in elf Sparkassen die erfolgreiche Implementierung von AP-KI systematisch untersucht. Die Ergebnisse der Befragung zeigen neben den erhofften Produktivitätsgewinnen auch verschiedene Entwicklungspotenziale in der Verzahnung von Technologie, Mitarbeitenden, Prozessen und Strategie. Als Antwort auf diese Lücke haben die Paderborner Wissenschaftler ein neues Einführungsmodell mit zwölf konkreten Handlungsfeldern entwickelt, das Unternehmen dabei unterstützt, AP-KI nachhaltig im Arbeitsalltag zu verankern.

Arbeitsplatz-KI verändert Rollenbilder und Prozesse in Unternehmen

Vom Ausprobieren zur täglichen Nutzung

Im Fokus der Untersuchung stand insbesondere der sogenannte „S-KIPilot“, eine eigens für die Sparkassen entwickelte AP-KI. Dabei zeigt sich ein interessantes Phänomen: Mehrwert und Innovation durch AP-KI beginnt zuerst im Arbeitsalltag der Mitarbeitenden. Sie testen, adaptieren und integrieren die Technologie zunächst eigenständig in ihre täglichen Aufgaben – häufig noch bevor eine übergreifende strategische Einordnung durch die Führungsebene erfolgt. Entgegen der bisherigen Annahmen zur Implementierung neuer Technologien sind die strategischen Leitplanken der AP-KI für viele Mitarbeitende weniger wichtig. „Arbeitsplatz-KI verändert die Art, wie Arbeit organisiert ist. Für Mitarbeitende verschiebt sich der Fokus vom reinen Systemnutzer hin zum aktiven Architekten. Dafür benötigen sie aber auch die entsprechenden Fähigkeiten, zum Beispiel um KI-Ergebnisse kritisch zu prüfen“, so Prof. Strich. Unternehmen sollten deshalb ihre Steuerungslogik, ihre Prozesse und ihre Rollenbilder grundlegend überdenken. Dazu gehöre unter anderem, Beschäftigte gezielt zu qualifizieren, klare Einsatzszenarien zu definieren und den Mitarbeitenden Räume für die systematische Integration von AP-KI zu bieten.

Andernfalls drohe ein Produktivitätsparadoxon: „Produktivitätsgewinne durch die Nutzung von Arbeitsplatz-KI werden durch erhöhte Kontrollbedarfe oder fehlende kulturelle Einbettung wieder aufgezehrt. Dabei werden Faktoren wie etwa die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz oder die spürbar wachsende digitale Spaltung innerhalb der Belegschaft besonders sichtbar“, führt Prof. Strich weiter aus.

Prof. Dr. Franz Strich, Wirt­schaftsinformatik an der Universität Paderborn

KI als Grundlage für nachhaltige Wertschöpfung

Von der Nutzung zur nachhaltigen Wertschöpfung

„Der größte Fehler ist, Arbeitsplatz-KI zuerst durchzuplanen. KI funktioniert genau andersherum: einführen, nutzen und erst danach strategisch steuern“, so Prof. Trang. Die Einführung von AP-KI folgt damit einem neuen Ablauf: Zunächst erproben Mitarbeitende die Technologie im Arbeitsalltag („Run“) und entwickeln eigene Anwendungsfälle („Build“). Erst im dritten Schritt erfolgt die strategische Steuerung („Plan“). Dieses von bisherigen Implementierungsstrategien abweichende Vorgehen bei der Einführung neuer digitaler Technologien stellt viele Unternehmen vor relevante Herausforderungen.

Während Unternehmen bewusst Raum für praktisches Ausprobieren schaffen, wird in der strategischen Phase gleichzeitig eine zentrale Aufgabe sichtbar: Organisationen müssen transparent machen, wo KI tatsächlich zur Wertschöpfung beiträgt – und wo nicht. „Nur die systematische Erfassung und Steuerung dieser Effekte ermöglicht es Unternehmen, langfristig vom Experimentieren mit KI zu einer strategischen Wertschöpfung zu gelangen“, so Prof. Trang.

Foto/Quelle: Vorschaubild Universität Paderborn, Besim Mazhiqi und Bild unten Universität Paderborn, Simon Heindl

Das Whitepaper steht allen Interessierten kostenlos zur Verfügung.

Verliert digitales Kreativchaos langsam die Kontrolle?

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emborado: Stickdateien und KI im DIY Bereich emborado Fotograf Saskia Minic Stoff im Kopf Accelerator

emborado entwickelt eine Plattform für Stickdateien und KI gestützte Dateisuche und baut die Lösung im Stoff im Kopf Accelerator weiter aus

Wie entstand die Idee zu emborado und wer steckt hinter dem Startup?

Die Idee ist aus einem Hochschulprojekt zum Thema Computer Vision entstanden. Hinter emborado stehen Max Heimsath und Linus Pöppelmann, zwei Masterabsolventen des Fachs Wirtschaftsinformatik der FH Münster, sowie Prof. Dr.-Ing. Claus Grewe als fachlicher und technischer Unterstützer.

Welches Problem im DIY und Textilbereich möchte emborado konkret lösen?

emborado löst das Problem unübersichtlicher digitaler Dateisammlungen. Gerade im Bereich Maschinenstickerei sammeln sich über die Jahre sehr viele Dateien aus unterschiedlichsten Quellen an. Auf dem eigenen Rechner sieht man nur den Dateinamen und den Speicherort. Vorschaubilder und weiterführende Informationen zum Motiv fehlen, dadurch wird die Suche nach der richtigen Datei zeitaufwendig und frustrierend. Es kommt vor, dass Nutzerinnen und Nutzer Dateien doppelt kaufen, weil sie ein bereits vorhandenes Motiv nicht wiederfinden.

Warum stoßen klassische Betriebssysteme bei großen digitalen Dateisammlungen an ihre Grenzen?

Stickdateiformate werden von Betriebssystemen wie Windows oder macOS nicht nativ unterstützt. Das bedeutet, dass Nutzerinnen und Nutzer keine Vorschau sehen und auch keine inhaltlichen Informationen direkt durchsuchen können. Bei ein paar Dutzend Dateien lässt sich das noch über Ordner lösen. Bei mehreren tausend oder sogar mehreren hunderttausend Dateien reicht eine reine Dateinamen- und Ordnerlogik aber nicht mehr aus.

Wie funktioniert die KI gestützte Analyse der Dateien bei emborado?

emborado analysiert hochgeladene Stickdateien automatisiert. Zunächst erzeugen wir aus den Dateien Vorschaubilder und lesen technische Informationen aus, zum Beispiel Stichzahl, Motivgröße oder Farbanzahl.

Anschließend nutzen wir KI-Modelle, um die Motive inhaltlich einzuordnen. Die KI erkennt, was auf einem Motiv zu sehen ist, macht diese Inhalte durchsuchbar und erstellt passende Schlagworte. Nutzerinnen und Nutzer müssen also nicht mehr wissen, wie eine Datei heißt. Sie können nach dem suchen, was sie sehen oder verwenden möchten.

Welche Vorteile bietet die semantische Suche gegenüber herkömmlichen Ordnerstrukturen?

Eine herkömmliche Ordnerstruktur setzt voraus, dass man beim Speichern schon genau weiß, wonach man später suchen wird. In der Praxis funktioniert das bei kreativen Sammlungen nur begrenzt. Ein Motiv kann gleichzeitig zu mehreren Kategorien passen, zum Beispiel „Blume“, „Frühling“, „Geschenk“, „Kinderkleidung“ oder „Geburtstag“.

Die semantische Suche ermöglicht es, Dateien über ihren Inhalt wiederzufinden. Wenn ich ein Motiv suche, muss ich nicht mehr den exakten Dateinamen oder Speicherort kennen. Es reicht eine beschreibende Sucheingabe, zum Beispiel „drei Weihnachtsgnome, die an einer Lichterkette baumeln“. emborado zeigt dann passende Motive aus der eigenen Sammlung an.

Für welche Nutzergruppen wurde emborado besonders entwickelt?

emborado richtet sich zunächst besonders an Hobbystickerinnen und Hobbysticker sowie an kleine Textilveredelungsbetriebe, die regelmäßig mit digitalen Stickdateien arbeiten.

Langfristig denken wir emborado aber breiter. Viele Probleme, die wir bei Stickdateien sehen, gibt es auch bei Schnittmustern, Plotterdateien oder anderen digitalen DIY-Dateien. Unsere Vision ist deshalb eine Verwaltungsplattform für digitale DIY-Dateien insgesamt.

Welche Herausforderungen bringt die Arbeit mit proprietären Dateiformaten mit sich?

Proprietäre Dateiformate sind oft schlecht dokumentiert, herstellerabhängig und technisch sehr unterschiedlich aufgebaut.

Für uns als Plattform bedeutet es, dass wir viele Formate einzeln verstehen, auslesen und zuverlässig verarbeiten müssen. Gleichzeitig liegt genau darin ein großer Mehrwert von emborado: Wir wollen diese technische Komplexität für die Nutzerinnen und Nutzer unsichtbar machen und ihnen eine einfache, einheitliche Oberfläche bieten.

Wie wichtig ist das Thema Zeitersparnis für eure Kundinnen und Kunden?

Zeitersparnis ist einer der zentralen Gründe, warum emborado überhaupt relevant ist. Viele unserer Nutzerinnen und Nutzer sticken nicht, weil sie Dateien sortieren möchten. Sie möchten kreativ arbeiten. Wenn die Suche nach einer Datei mehrere Minuten dauert, entsteht Frust. Für gewerbliche Nutzerinnen und Nutzer kommt hinzu, dass Suchzeit direkte Arbeitszeit ist.

Welche Rolle spielt die Teilnahme am Stoff im Kopf Accelerator für die Entwicklung von emborado?

Der Stoff im Kopf Accelerator ist für uns sehr wertvoll. Durch das Programm bekommen wir Zugang zu Feedback, Netzwerk, Sparring und Sichtbarkeit in einem Umfeld, das gut zu unserer Idee passt. Wir kommen ursprünglich aus der Softwareentwicklung. Durch das Programm konnten wir unser Verständnis für die Textil- und DIY-Branche deutlich vertiefen.

Was unterscheidet emborado aus eurer Sicht von anderen Datei oder Cloudlösungen?

Klassische Cloudlösungen speichern Dateien, verstehen sie aber nicht. emborado geht einen Schritt weiter. Unsere Plattform analysiert die Dateien, erzeugt Vorschaubilder, liest technische Informationen aus und ergänzt nutzer- und KI-generierte Metadaten. Wir bauen keine allgemeine Dateiablage, sondern eine Lösung für ein spezifisches Problem.

Wie reagiert die DIY und Textilbranche bislang auf eure Plattform?

Die bisherigen Reaktionen sind sehr ermutigend. Viele Menschen aus der Stick-, Näh- und DIY Community erkennen das Problem sofort wieder. Häufig hören wir Aussagen wie: „Genau das brauche ich“. Das zeigt uns, dass wir nicht nur ein technisches Nischenproblem lösen, sondern ein echtes Organisationsproblem adressieren. Gleichzeitig bekommen wir viel konkretes Feedback, das direkt in die Weiterentwicklung der Plattform einfließt.

Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz für die zukünftige Entwicklung von emborado?

Künstliche Intelligenz ist für emborado ein zentraler Baustein, aber kein Selbstzweck. Uns geht es nicht darum, KI als Schlagwort zu nutzen, sondern konkrete Probleme im Alltag unserer Nutzerinnen und Nutzer zu lösen.

Welche drei Tipps würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern im SaaS oder KI Bereich geben?

Erstens: Validiert das identifizierte Problem, bevor ihr zu viel baut. Sprecht mit so vielen potenziellen Nutzerinnen und Nutzern wie möglich. Das spart Zeit und liefert wertvollen Input für die Produktentwicklung.

Zweitens: Sucht früh Unterstützung und Austausch, zum Beispiel in Gründungszentren, mit anderen Gründerinnen und Gründern oder in Programmen wie dem Stoff im Kopf Accelerator. Viele Herausforderungen hatten andere bereits vor euch. Davon kann man enorm profitieren.

Drittens: Baut kein KI-Produkt um der KI willen. Es zählt am Ende nicht, wie komplex die Technologie ist, sondern ob sie ein echtes Problem besser löst als bestehende Alternativen.

Bild: Max Heimsath und Linus Pöppelmann Bildcredit/Fotograf: Saška Minić

Wir bedanken uns bei Max Heimsath für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Stehen Unternehmen vor einer neuen Welle juristischer Unsicherheit?

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nu:legal KI Datenschutz für Unternehmen Bork Morfaw

Die Idee entstand aus meinem direkten Umfeld. Viele Freunde aus Scale-ups und mittelständischen Unternehmen kamen mit rechtlichen Fragen zu mir, oft spät abends, oft mit Themen, die für sie wichtig waren, für die es aber keine wirklich gute Anlaufstelle gab. Die Wahl war meistens dieselbe: mehrere tausend Euro für eine Kanzlei zahlen oder einen generischen Chatbot fragen und hoffen, dass die Antwort stimmt. Das Problem bei generischer KI im juristischen Bereich ist aber: Wenn sie falschliegt, liegt sie oft mit voller Überzeugung falsch. Aus meiner Zeit bei Freshfields wusste ich außerdem, dass ein großer Teil juristischer Arbeit gar nicht aus komplexer Rechtsberatung besteht, sondern aus dem Sammeln, Strukturieren und Organisieren von Informationen. Genau darin ist KI heute sehr stark. Also habe ich angefangen zu experimentieren und „LegalGPT“ gebaut.

Wenn Freunde später mit Fragen auf mich zukamen, habe ich sie zunächst durch das System geschickt. Dadurch konnten sie ihre Situation strukturieren und die relevanten Informationen zusammentragen. Als ich mir den Fall dann angesehen habe, musste ich nicht mehr stundenlang nachfragen oder endlose Nachrichten hin- und herschicken. Das war der Moment, in dem klar wurde: Es braucht eine dritte Option zwischen teurer Kanzlei und unsicherer generischer KI. Genau daran arbeiten wir mit nu.

Unsere Vision ist es, juristische Expertise zugänglicher und besser skalierbar zu machen. Eine Kennzahl, die uns dabei besonders wichtig ist, ist die Zeit von der ersten Anfrage bis zur fertigen Lösung. Diese Zeit sollte möglichst kurz sein und der gesamte Prozess transparent und nachvollziehbar. Langfristig glauben wir außerdem, dass sich auch die Rolle von Anwält weiterentwickeln kann. Heute verkaufen viele primär ihre Zeit. In der Welt, an der wir arbeiten, können Jurist zusätzlich Creators werden, die ihre Erfahrung in skalierbare Dienstleistungen übersetzen und damit deutlich mehr Mandant erreichen, als es im klassischen Modell möglich wäre. Für uns ist das keine Ablösung des Berufsbildes, sondern eine Erweiterung.

Wie verändert künstliche Intelligenz aus eurer Sicht aktuell die Arbeit in Kanzleien und Rechtsabteilungen?

Wir glauben, dass es im Kern um etwas Größeres geht als nur darum, eine „AI-First-Kanzlei“ zu bauen. Für uns stehen das Wissen und die Erfahrung von Jurist im Mittelpunkt. Technologie ist das Mittel, um diese Expertise breiter verfügbar zu machen. Dabei sind Distribution und Delivery genauso wichtig wie das eigentliche KI-Modell. Das klassische Kanzleimodell bringt dabei eine strukturelle Spannung mit sich: Wenn Technologie Prozesse effizienter macht, wird die eingesparte Zeit schwieriger abrechenbar. Diese Spannung lässt sich innerhalb bestehender Strukturen nur schwer auflösen. Genau deshalb halten wir es für sinnvoll, parallel dazu neue Modelle zu entwickeln.

Die Zahlen zum rechtlichen Aufwand im deutschen Mittelstand sind bekannt. Spannender ist aber die konkrete Realität dahinter. Wir richten uns an Unternehmen mit etwa 50 bis 500 Mitarbeitenden, an HR-Teams, Operations-Verantwortliche und Gründer, die heute oft zwischen zwei wenig überzeugenden Optionen stehen: rechtliche Fragen selbst googeln und hoffen, dass es passt, oder eine Kanzlei für etwas beauftragen, das eigentlich Standard ist und entsprechend teuer wird.

Diese Unternehmen haben dieselben arbeitsrechtlichen und datenschutzrechtlichen Pflichten wie ein DAX-Konzern, aber weder ein eigenes Inhouse-Team noch das Budget für eine dauerhafte Kanzleibeziehung. Genau dort sehen wir den größten Bedarf für das, was wir bauen.

Die größte Herausforderung ist Vertrauen, und Vertrauen entsteht im juristischen Bereich aus unserer Sicht weniger durch Kommunikation als durch die Architektur eines Systems. Man kann es nicht einfach am Ende hinzufügen, es muss von Anfang an mitgedacht werden. Viele Tools behandeln Geschwindigkeit und Transparenz als Gegensatz. Wir versuchen jedoch, beides gemeinsam zu denken: Ergebnisse sollen schnell entstehen und gleichzeitig nachvollziehbar bleiben, und jedes Resultat sollte sich auf seine Quellen zurückführen lassen. Technisch ist das anspruchsvoll, aber gerade in regulierten Bereichen halten wir es für essenziell.

Viele KI-Lösungen im Markt basieren letztlich auf generischen Modellen mit juristischem Branding. Wir versuchen bewusst, einen anderen Weg zu gehen. nu wurde speziell für deutsches und europäisches Recht entwickelt und nicht einfach aus US-Produkten übersetzt. Spezialisierte Anwälte sind bei uns kein nachträglicher Kontrollmechanismus, sondern Teil des Designs. Gleichzeitig lässt sich jedes Ergebnis auf seine Quellen zurückverfolgen. Wir arbeiten eng mit erfahrenen Rechtsexpert zusammen, die unsere Workflows mitentwickeln und kontinuierlich verbessern. Unser Ziel ist nicht, möglichst viel KI sichtbar zu machen, sondern verlässliche juristische Infrastruktur zu schaffen, auf die sich Unternehmen im Alltag verlassen können.

Welche juristischen Abläufe eignen sich besonders für Automatisierung und wo stößt KI noch an Grenzen?

Strukturierte und wiederkehrende Aufgaben lassen sich heute bereits sehr gut automatisieren, wie Arbeitsverträge, Datenschutzerklärungen, Auftragsverarbeitungsverträge oder standardisierte HR-Prozesse. Schwieriger wird es überall dort, wo strategische Entscheidungen, Verhandlungen oder komplexe Einzelfallbewertungen gefragt sind. Aus unserer Sicht ist die spannendere Frage aber gar nicht, was automatisierbar ist und was nicht, sondern wo genau der Übergang liegt: Wann sollte ein System stoppen und an eine Anwältin oder einen Anwalt übergeben? Mit genau dieser Übergabe habe ich mich schon bei Freshfields intensiv beschäftigt, und sie ist auch bei nu ein zentrales Thema unserer Entwicklungsarbeit. Wir glauben, dass es hier noch viel Raum für Fortschritt gibt und versuchen, diese Grenze Schritt für Schritt sinnvoll zu verschieben.

Wie wichtig sind Datenschutz und DSGVO-Konformität bei der Entwicklung eurer Lösungen?

Datenschutz ist für uns von Anfang an Teil der Architektur und nicht etwas, das man später ergänzt. Sämtliche Daten werden ausschließlich innerhalb der EU verarbeitet und gespeichert, verteilt über eine Multi-Cloud-Infrastruktur in mehreren europäischen Ländern. Dabei berücksichtigen wir nicht nur die DSGVO, sondern ausdrücklich auch den anwaltlichen Berufsgeheimnisschutz nach § 203 StGB, der in vielen Bereichen sogar strenger ist als europäisches Datenschutzrecht. Mandantendaten verstehen wir als operatives Gedächtnis unseres Systems und auch nicht als Trainingsmaterial. Ein konkreter Fall trainiert niemals die Erfahrung eines anderen Kunden. Gerade im europäischen Markt wird dieses Maß an Sorgfalt aus unserer Sicht langfristig ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.

Welche Rolle spielt Vertrauen, wenn Unternehmen KI im juristischen Bereich einsetzen?

Vertrauen ist im juristischen Bereich einer der wichtigsten Faktoren überhaupt. Generische KI hat eine sehr spezifische Schwäche: Wenn sie falschliegt, wirkt sie oft trotzdem vollkommen überzeugend. In einem Marketingtext ist das ärgerlich, aber in einem Kündigungsschreiben oder einem Auftragsverarbeitungsvertrag kann daraus ein reales Risiko entstehen. Für uns gilt deshalb ein einfaches Prinzip: Eine Antwort, die Nutzer nicht überprüfen können, ist im Zweifel weniger hilfreich als gar keine Antwort. Deshalb lässt sich jedes Ergebnis bei nu auf seine Quellen zurückführen. Relevante Schritte werden von spezialisierten Jurist geprüft, und wir versuchen bewusst transparent zu machen, wo das System endet und menschliche Expertise beginnt.

Unser Produkt ist nicht nur ein einzelner Workflow, sondern zweierlei: Wir bauen zum einen ein System, mit dem Anwälte ihre Expertise in skalierbare Services übersetzen können, und zum anderen die Infrastruktur, um diese Services zuverlässig und wiederholbar an viele KMU in Deutschland und Europa auszuliefern. Kurzfristig vertiefen wir unsere Bereiche Arbeitsrecht und Datenschutz, weil dort der operative Druck besonders hoch ist, und erweitern 2026 um Wirtschaftsverträge. Den Grundstein dafür haben wir mit dem Launch unserer öffentlichen Beta am 27. Mai sowie der Pre-Seed-Finanzierung über 1,3 Millionen Euro unter Führung von Caesar Ventures gelegt.

Wo der europäische Legal-Tech-Markt in fünf Jahren genau stehen wird, kann ich offen gesagt nicht vorhersagen. Was aber sehr klar ist: Die zugrunde liegenden Probleme sind real und groß. Der Draghi-Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der EU hat das deutlich gezeigt: Mehr als 60 Prozent der europäischen Unternehmen sehen Regulierung inzwischen als Investitionshindernis. Für KMU ist Bürokratie sogar eines der größten Wachstumshemmnisse überhaupt. Wenn wir auch nur einen Teil dieses Problems lösen können und rechtliche Unterstützung in Europa zugänglicher machen, entsteht daraus ein enormer Mehrwert – für Unternehmen, für Anwälte und auch für uns selbst. Gleichzeitig ist Recht extrem lokal. Man kann US-Produkte nicht einfach übersetzen und erwarten, dass sie deutsche Arbeitsgerichte oder europäische Datenschutzanforderungen zuverlässig verstehen. Europa benötigt eigene Lösungen. Genau darin sehen wir großes Potenzial für Unternehmen, die regulatorische Tiefe mit moderner KI verbinden.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Einfach anfangen. Pläne sind wichtig, aber die entscheidenden Dinge lernt man erst, wenn man tatsächlich baut und mit echten Nutzern spricht. Unser erster Prototyp war weit entfernt von perfekt, aber genau dadurch haben wir verstanden, wo der echte Bedarf liegt.
  2. Auf ein echtes Problem fokussieren. Spannende Ideen gibt es viele. Ein Problem, das Menschen wirklich beschäftigt und für dessen Lösung sie bezahlen würden, ist deutlich seltener. Genau darauf sollte sich die gesamte Energie konzentrieren.
  3. Sich nicht entmutigen lassen. Wenn die Lösung offensichtlich wäre, müsste man wahrscheinlich kein Startup gründen. Schwierige Probleme zu lösen ist anstrengend, dauert lange und wirkt von außen oft hoffnungslos. Genau das ist am Ende aber auch der Filter dafür, wer durchhält und wer aufgibt.

Bild: Bork Morfaw Bildcredit/Fotograf: nu:legal

Wir bedanken uns bei Bork Morfaw für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum immer mehr Menschen lieber mit Fremden verreisen

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WeRoad Gruppenreisen Community für Solo Reisende Paolo De Nadai WeRoad Gründer

WeRoad verbindet Gruppenreisen mit einer starken Community und schafft Reiseerlebnisse für Menschen, die gemeinsam statt allein die Welt entdecken möchten

Wie entstand die Idee zu WeRoad und warum habt ihr euch auf Gruppenreisen spezialisiert?

WeRoad entstand aus einer sehr persönlichen Situation. Mit 30 wird es zunehmend schwieriger, die eigene Zeit, den eigenen Terminkalender und die eigenen Vorlieben mit denen der alten Freunde in Einklang zu bringen, die sich im natürlichen Lauf des Lebens immer weiter entfernen. Ich wollte reisen, aber nicht alleine und konnte niemanden überzeugen, mitzukommen. Ich schaute mich um und erkannte, dass das nicht nur mein Problem war, sondern ein generelles. Also haben wir gemeinsam mit meinen Mitgründern Erika De Santi und Fabio Bin die Lösung gebaut, die wir uns selbst gewünscht hätten: eine Möglichkeit, solo zu reisen, ohne sich jemals einsam zu fühlen.

Welche Vision verfolgt WeRoad für die Zukunft des Reisens?

Wir glauben, dass sich Reisen von einem Produkt zu einer Plattform für menschliche Verbindung wandelt. Menschen suchen heute nicht mehr nur neue Orte, sie suchen Zugehörigkeit. In einer Welt, die zunehmend von KI und sozialen Medien geprägt wird, wird echte menschliche Verbindung gleichzeitig seltener und wertvoller. Unsere Vision ist es, die weltweit größte Reise-Community aufzubauen und dieses Gefühl der Zugehörigkeit über die Reise hinaus in den Alltag zu tragen – durch WeMeet. Das Reisen bleibt zentral, wird aber zunehmend von Micro-Erlebnissen begleitet, die dieselben Beziehungsdynamiken im täglichen Leben erzeugen.

Warum entscheiden sich heute so viele Menschen bewusst für gemeinschaftliche Reisen statt für klassische Urlaubsangebote?

Weil wir gleichzeitig die am stärksten vernetzte und die einsamste Generation der Geschichte sind. Studien zeigen, dass rund 30 % der jungen Erwachsenen täglich Einsamkeit empfinden. Traditionelles Reisen beantwortet die Frage, wohin man fahren soll. WeRoad beantwortet die Frage, mit wem man fährt und wer man durch das Erlebnis wird. Was das Reisen bietet, was der Alltag nicht kann, ist der richtige Kontext: einen, in dem Menschen wirklich aufeinandertreffen, ihre Mauern einreißen und gemeinsam echte Geschichten schreiben können. Genau das schaffen wir auf jeder Reise.

Welche Zielgruppe steht bei euren Reisen besonders im Fokus?

Unsere Kernreisenden sind Millennials oder Gen Z, im Schnitt etwa 30 Jahre alt, berufstätig in mittelgroßen oder großen Unternehmen – und sie reisen solo. Rund 90 % unserer Kunden buchen alleine. Sie sind selbstständig genug, um Ziel und Tempo selbst bestimmen zu wollen, suchen aber geteilte Erlebnisse und echte menschliche Verbindung. Viele sind für den Job in eine neue Stadt gezogen und bauen ihr soziales Netzwerk neu auf. Sie kaufen nicht einfach eine Reise – sie investieren in ihr soziales Leben.

Was unterscheidet WeRoad von traditionellen Reiseveranstaltern?

Wir haben eine Marke mit einer eigenständigen kulturellen Identität aufgebaut. Wir sprechen nicht über das Reiseprodukt, sondern über die Reisenden selbst. Und wir sprechen ihre echten Bedürfnisse an: wie schwer es ist, Menschen für gemeinsame Erlebnisse zu finden, wie isolierend das moderne Stadtleben sein kann. Jede Reise wird von einem Travel Coordinator geleitet – kein Guide, sondern ein mitreisender Enthusiast, der die Logistik übernimmt und dabei echte Verbindungen in der Gruppe fördert. Und wir haben eine Community von über 4.000 Travel Coordinators aufgebaut, die echte Markenbotschafter sind. Heute wählen Menschen WeRoad nicht wegen eines Reiseziels, sie wählen es, weil es WeRoad ist. „Lass uns ein WeRoad machen“ ist zum Synonym für Gruppenreisen geworden.

Welche Rolle spielen Community und soziale Vernetzung in eurem Konzept?

Community ist kein Feature von WeRoad – sie ist WeRoad. Wir haben alles – Produkt, Marke, Marketing – rund um die Möglichkeit echter Verbindungen durch gemeinsame Erlebnisse aufgebaut. Unsere Coordinator Community mit über 4.000 Menschen in ganz Europa, und jetzt auch in den USA, ist vollständig organisch gewachsen. Unsere Reise-Community mit über 300.000 Menschen auf mehr als 1.000 Routen seit 2017 hat eine Wiederbuchungsrate von 60 % und einen NPS von 9/10. Diese Zahlen kommen nicht von einer tollen Buchungsplattform, sie kommen von Menschen, die etwas gefunden haben, das sie nicht erwartet hatten: echte Freundschaften.

Viele Reisende buchen allein. Warum funktioniert dieses Modell aus eurer Sicht so gut?

Weil es eine echte Spannung löst, die vorher keine Lösung hatte. Menschen wollen die Unabhängigkeit, Ziel, Tempo und Stimmung der Reise selbst zu wählen, aber sie wollen das Erlebnis teilen. Bei WeRoad buchst du alleine, reist aber mit einer Gruppe Gleichgesinnter im selben Alter und mit derselben Reisestimmung. Du musst monatelang nicht mit Freunden verhandeln. Du musst keine Kompromisse machen. Und du kommst irgendwo an, ohne jemanden zu kennen und gehst mit Menschen, zu denen du noch jahrelang Kontakt hältst. Rund 90 % unserer Kunden reisen genau aus diesem Grund solo.

Mit welchen Herausforderungen seid ihr beim internationalen Wachstum von WeRoad konfrontiert?

Ein Unternehmen zu skalieren, das auf echten menschlichen Erlebnissen basiert, ist etwas völlig anderes als reine Software zu skalieren. Jeder neue Markt erfordert Menschen, operative Qualität, eine lokale Community, ausgebildete Coordinators und Kontrolle über das Erlebnis. Man kann nicht einfach einen Schalter umlegen. Die Disziplin liegt darin, Tempo und Nachhaltigkeit in Balance zu halten, in neue Märkte zu investieren, aber mit einem replizierbaren, messbaren und gesunden Modell. Die Community hat enormen wirtschaftlichen Wert, muss aber geschützt werden. Die eigentliche Herausforderung ist nicht nur die Finanzierung des Wachstums, sondern die Finanzierung des richtigen Wachstums: eines, das das Produkt stark, die Bindungsrate hoch und die Beziehung zur Community authentisch hält.

Wie wichtig sind digitale Plattformen und Social Media für euren Erfolg?

Grundlegend! Wir haben eine Social-First-Marke mit über 3,5 Millionen Followern aufgebaut – nicht durch die Bewerbung von Reisezielen, sondern indem wir die Sprache unserer Community sprechen: oft ironisch, manchmal inspirierend, immer authentisch. Wir verwenden ausschließlich echte Bilder, echte Videos, echte Menschen. Und wir haben stark in organische Inhalte investiert, in trendgetriebene Aktionen online wie offline und in Texte, die die Aufmerksamkeitsbarriere durchbrechen. Digital ist auch der Weg, über den wir unseren Eintritt in den US-Markt gestalten werden, mit gezielten Kampagnen und strategischen Partnerschaften, um unsere stärksten Märkte zu identifizieren, bevor wir das Community-Modell vor Ort vollständig ausrollen.

Welche Reisearten oder Destinationen sind aktuell besonders gefragt?

Abenteuerreisen und Naturerlebnisse sind weiterhin am beliebtesten. Japan und China gehören derzeit zu unseren gefragtesten Zielen. Neben Asien ist Marokko eine unserer beliebtesten Fernreiseoptionen: Trekking auf den Toubkal gehört konstant zu unseren meistgebuchten Erlebnissen. Die nordischen Länder wachsen schnell, besonders bei Reisenden, die Naturimmersion und einen echten Kontrast zum städtischen Alltag suchen. Und der Route-66-Trip ist bereits live und erzeugt starkes Frühinteresse.

Wir sehen auch enorme Nachfrage nach unseren kürzeren Formaten: WeRoad Weekend und WeRoad Express. Das sind Reisen mit vier Nächten oder weniger, für Menschen, die weniger Urlaubstage einsetzen wollen, aber dennoch ein vollständiges Gruppenreise-Erlebnis möchten. Sie sind auch ein idealer Einstieg für Erstbucher, die das WeRoad-Modell auf sanfte Weise ausprobieren möchten, bevor sie sich für eine längere Reise entscheiden. Ziele wie Italien, Griechenland und Spanien funktionieren in diesem Format ausgezeichnet – nah genug, um zugänglich zu wirken, reich genug, um Lust auf mehr zu machen.

Was sich durch all das zieht, ist ein tieferer Wandel im Reisemotiv. Menschen interessieren sich weniger dafür, Sehenswürdigkeiten abzuhaken, und mehr dafür, etwas Bedeutsames mit anderen zu erleben. Das Reiseziel ist wichtig, aber es wird zunehmend zur Kulisse – nicht zum Mittelpunkt. Der Mittelpunkt ist, mit wem man reist und was man von der Erfahrung mit nach Hause trägt.

Welche Entwicklungen oder neuen Konzepte plant WeRoad für die kommenden Jahre?

Der größte Schritt ist unsere Expansion in die Vereinigten Staaten, finanziert durch diese 58-Millionen-Dollar-Series-C unter der Führung von Airbnb. Darüber hinaus werden wir WeMeet als eigenständige Plattform für das soziale Alltagsleben weiterentwickeln. Die Vision ist es, eine dauerhafte Infrastruktur für menschliche Verbindung zu werden, nicht nur im Urlaub, sondern in der Stadt, jede Woche.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Löse ein echtes Problem, kein theoretisches. WeRoad entstand aus unserem eigenen Bedürfnis heraus – wir haben das Produkt gebaut, das wir uns selbst gewünscht hätten. Diese Authentizität lässt sich nicht vortäuschen und ist nur sehr schwer zu kopieren.

Zweitens: Investiere in deine Gründer-Community genauso wie in dein Unternehmen. Einige der wichtigsten Entscheidungen, die ich getroffen habe – und einige der größten Fehler, die ich vermieden habe – entstanden aus Gesprächen mit anderen Unternehmern, die dieselben Dinge durchgemacht hatten. Ein Unternehmen aufzubauen ist schon schwer genug; es ohne ein Netzwerk von Gleichgesinnten zu tun, die dich herausfordern, unterstützen und ihr Wissen teilen, ist noch schwerer. Finde deine Gründer-Community und pflege sie ernsthaft.

Drittens: Kümmere dich um deine Menschen, bevor du dich um dein Produkt kümmerst. Das Produkt lässt sich immer verbessern – aber wenn du die Menschen verlierst, die an das glauben, was du aufbaust, verlierst du alles. Das Beste, was wir je getan haben, war Menschen anzuziehen, denen die Mission wirklich am Herzen lag – nicht nur der Job. Schütze diese Kultur mit aller Konsequenz, besonders wenn du schnell wächst und rasch einstellst.

Bild:  Paolo De Nadai Bildcredit/Fotograf: WeRoad

Wir bedanken uns bei Paolo De Nadai für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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