Freitag, Januar 16, 2026
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Einrichter aus Leidenschaft: Damit jede Möbel-Suche ein echtes Happy-End hat

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Markenmöbel-Onlineshop.de Möbelhandel im E-Commerce Michael T. Wurster ist Einrichter aus Leidenschaft in vierter Generation. (Bild: Yakup Zeyrek)

Markenmöbel-Onlineshop.de steht für einen fokussierten Ansatz im modernen Möbelhandel und verbindet E-Commerce mit persönlicher Beratung, klarer Markenführung und langjähriger Handelserfahrung.

Wie kam es zur Gründung von Markenmöbel-Onlineshop.de und welche persönliche Motivation stand hinter Ihrer Entscheidung, ein eigenes Möbelunternehmen aufzubauen?

Markenmöbel-Onlineshop.de startete 2018. Damals war der Shop noch eng an den stationären Möbelhandel meines früheren Familienunternehmens gekoppelt. Es handelte sich dabei um eine Kombination aus klassischem Vollsortiments-Möbelhaus und zwei Möbel-Onlineshops: Den NOW!-Onlineshop und eben den Markenmöbel-Onlineshop. Doch je länger ich in dieser Struktur arbeitete und die e-Commerce-Geschäftsbereiche aufbaute, desto deutlicher wurde mir: Die wahre Kraft im Möbelhandel entsteht nicht durch Größe, Fläche, Lage oder gar Masse an Marken – sondern durch Branding, Exzellenz und radikalen Fokus.

2024 kam folglich dann der für mich entscheidende Wendepunkt. Ich spürte, dass der deutsche Möbelmarkt unmittelbar vor einer Phase massiver Disruption steht: Verändertes Kundenverhalten, neue digitale Erwartungen, Individualisierung, Künstliche Intelligenz, Preisdruck und Insolvenzen seitens wichtiger Möbel-Lieferanten. Das führt zu einer Komplexität, bei der mittelständische Strukturen schnell an Grenzen stoßen.
Zugleich prägte mich mein langjähriger Mentor und Freund Prof. Dr. Jörg Knoblauch. Durch ihn habe ich das Denken des Silicon Valleys gelernt: Agilität, Chancen-Intelligenz und Mut zur Fokussierung. Irgendwann stellte ich mir dann eine logische Frage.
„Was wäre, wenn ich die rund 100-jährige Möbelhändler-Tradition meiner Familie mit der Agilität eines Startups verbinden könnte?“

Aus diesen Gedanken entstand meine Motivation für einen kompletten Neuanfang. Ich verkaufte meine Anteile am elterlichen Betrieb, zusammen mit dem NOW-Onlineshop innerhalb der Unternehmer-Familie Wurster und gründete mein eigenes Startup: Die MW Markenmöbel-Onlineshop GmbH.

Was war Ihre Vision, als Sie Markenmöbel-Onlineshop.de ins Leben gerufen haben, und wie hat sich diese über die Jahre weiterentwickelt?

Als Markenmöbel-Onlineshop.de im Jahr 2018 zum ersten Mal online ging, war meine Vision noch erstaunlich pragmatisch: Ein digitales Vollsortiments-Möbelhaus aufbauen und damit einfach den stationären Familienbetrieb zu erweitern. Ich wollte die Reichweite über den lokalen Standort von Kornwestheim hinaus ausbauen und auf diese Weise die Umsätze unserer Möbel-Lieferanten hoch skalieren.

Doch die letzten Jahre veränderten meine Perspektive. Heute denke ich nicht mehr in den üblichen Schubladen des klassischen Möbelhändlers, sondern mit dem Mindset eines Silicon-Valley-Startups. Aus diesem Grund begann ich mein Unternehmen nicht mehr als Möbelhaus zu begreifen, sondern als Plattform für Menschen, Marken und Partner. Im Mittelpunkt steht dabei nun die Mission, dass „die Möbel-Suche des Kunden jetzt ein Happy-End findet“.

Im Markenmöbel-Onlineshop findet die Möbel-Suche stets ein echtes Happy-End. (Bild: Yakup Zeyrek)

Im Markenmöbel-Onlineshop findet die Möbel-Suche stets ein echtes Happy-End. (Bild: Yakup Zeyrek)

Entsprechend setze ich nicht mehr auf Sortiments-Breite, sondern lege meinen Fokus auf eine klare Sortiments-Tiefe für meine sehr „Marken-affinen“ Zielgruppen. Daraus ergibt sich eine deutlich engere Zusammenarbeit mit meinen Möbel-Lieferanten: Meine lokalen Polstermöbel-Studios in Kornwestheim fokussieren dabei komplett auf die Marken-Welten von Bretz, freistil Rolf Benz und Pode. Mit meinem neuen freistil Rolf Benz Ludwigsburg Store dürfte ich sogar der größte freistil-Händler in der gesamten Region Stuttgart sein.
Gleichzeitig verfolge ich heute für den Markenmöbel-Onlineshop eine viel größere Vision: Ich baue hier eine Plattform, über die zukünftig dann Möbelhändler, Möbelhersteller und Designer ihre Produkte ganz gezielt an ihre Kunden verkaufen können. Mir ist wichtig in diesem Kontext klar zu betonen, dass ich für 80 bis 90% der Möbelhändler überhaupt keine Konkurrenz bin, weil ich mich vollständig auf meine Nische fokussiere.

Ich betrachte das auch hier unter dem Ansatz des Silicon-Valley Gedankens: „Sharing is caring. Echte Kooperationen statt Wettbewerb“.

Diesem Leitsatz folgend wird auf der Plattform Markenmöbel-Onlineshop.de zukünftig jede Möbelmarke nur von einem Anbieter verkauft werden können. So entsteht Exklusivität statt Konkurrenz. Umgesetzt wird dies getreu dem Motto „First come. First serve.“

Ihr neues Polstermöbel-Studio feierte eine besondere Eröffnung – wie haben Sie dieses Event erlebt und was war Ihnen bei der Gestaltung des Tages wichtig?

Wir haben an diesem Tag einem sorgfältig ausgewählten Publikum erstmals unsere neuen WURSTER-Polstermöbel-Studios präsentiert und daraus ein ganz besonderes Erlebnis gemacht: Eine echte Gameshow, wie man sie aus dem Fernsehen kennt!
Statt klassischer Eröffnungs-Reden gab es spielerische Spannung und zahlreiche Möbel-Preise im Gesamt-Wert von über 22.000 Euro. Doch das eigentliche Highlight waren nicht die Gewinne, sondern der Moderator dieser Gameshow: TV-Legende Jörg Draeger. Sein Charme verwandelte unsere Polsterstudios für einen Tag in die vermutlich wohnlichste Gameshow, die es je gab!

TV-Legende Jörg Draeger verwandelte die WURSTER-Polstermöbelstudios in eine echte Gameshow.
(Bild Uwe Ulmer)

TV-Legende Jörg Draeger verwandelte die WURSTER-Polstermöbelstudios in eine echte Gameshow.
(Bild Uwe Ulmer)

Das Publikum saß auf unseren Sofas und Seseln, so dass sich die gesamte Veranstaltung wie ein großer Spiele-Abend im eigenen Wohnzimmer anfühlte. Genau dieses Feeling wollten meine Frau Christiane und ich erreichen: Wir wollten unseren Besuchern dieses kindliche Staunen zurückgeben, dieses „Passiert das hier gerade wirklich?“-Gefühl. Entsprechend war unsere Eröffnung geprägt von echter Herzlichkeit, vielen überraschenden Highlights und echten „Happy-End-Momenten“. Also genau das wofür wir als Markenmöbel-Onlineshop stehen.

Ausschnitt aus einem Teil-Bereich der Gameshow-Arena des Events mit TV-Legende Jörg Draeger.
(Bild Uwe Ulmer)

Ausschnitt aus einem Teil-Bereich der Gameshow-Arena des Events mit TV-Legende Jörg Draeger.
(Bild Uwe Ulmer)

Was hat Sie dazu bewegt, TV-Moderator Jörg Draeger als besonderen Gast zur Eröffnung einzuladen?

Jörg Draeger moderierte viele Jahre lange die TV-Sendung „Geh aufs Ganze!“ auf SAT.1 und Kabel1. Das ist eine meiner Core-Kindheits-Erinnerungen, weil ich diese Show damals als kleiner Junge jeden Abend mit meiner Mutter Brigitte Wurster angeschaut hatte.
Im Zuge meiner journalistischen Engagements entstand irgendwann vor ein paar Jahren ein kollegialer Kontakt zwischen Jörg Draeger und mir, der im Laufe der Zeit zu einer Freundschaft wurde. Als ich Jörg Draeger fragte, ob er Lust hätte prinzipiell als Ehren-Gast zu meinem Eröffnungs-Event zu kommen, damit wir gemeinsam das Band durchschneiden machte er mir den Vorschlag, dass wir doch da direkt eine richtige Gameshow machen könnten. Ich war von der Idee so begeistert, ich musste einfach voll aufs Ganze gehen!

Michael T. Wurster: „Mich begeisterte die Idee einer Gameshow mit Jörg Draeger in unserem neuen
Möbelgeschäft. Ich musste einfach voll aufs Ganze gehen.“ (Bild: Uwe Ulmer)

Michael T. Wurster: „Mich begeisterte die Idee einer Gameshow mit Jörg Draeger in unserem neuen
Möbelgeschäft. Ich musste einfach voll aufs Ganze gehen.“ (Bild: Uwe Ulmer)

Wie haben Kundinnen, Kunden und Partner auf das Event reagiert, und welche Bedeutung hatte diese Veranstaltung für die Marke Markenmöbel-Onlineshop.de?

Die Ressonanz auf unseren Gameshow-Event war enorm: Viele Gäste verbinden Jörg Draeger mit ihrer Kindheit in den 90ern. Genau diese Nostalgie hat den Tag geprägt. Die Vorfreude war bei allen riesig und die Stimmung euphorisch. Das war pure Magie in unseren neuen Polstermöbel-Studios.
Strategisch war das Event ein klares Statement für Markenmöbel-Onlineshop.de. Wir stehen für ein Möbelgeschäft, in dem stationäres Erlebnis und digitale Welt nahtlos verschmelzen. Man konnte die Gameshow live im Polstermöbel-Studio erleben – und erlebt sie jetzt weiter auf Instagram und YouTube, wo wir Highlight-Sequenzen veröffentlichen. Aus einem lokalen Ereignis wird so ein digitales Format mit Reichweite.
Und weil viele Gewinne direkt aus unserem Sortiment stammten, war dieser Eröffnungs-Event eine spielerische Interpretation von emotionalem Product-Placement. Wenn Sie wollen, nennen Sie es Gamification.

Neben TV-Legende Jörg Draeger war auch der „Lurchi“ zu Gast in den WURSTER-Polstermöbel-
Studios. (Bild Uwe Ulmer)

Neben TV-Legende Jörg Draeger war auch der „Lurchi“ zu Gast in den WURSTER-Polstermöbel-
Studios. (Bild Uwe Ulmer)

Was unterscheidet Ihre neuen Polstermöbel-Welten von klassischen Möbelhäusern oder anderen Showrooms?

Erstens, klarer Fokus: Unser Fokus liegt wie bereits erwähnt auf den Marken Bretz, freistil Rolf Benz und Pode. Wir haben uns bewusst für diese drei charakterstarke Premium-Polstermöbelmarken entschieden und präsentieren diese in liebevoll gestalteten Interior-Design-Welten. In hybrider Kombination mit Markenmöbel-Onlineshop.de bieten wir eine sensationelle Sortiments-Tiefe für unsere Zielgruppen.

Zweitens, klare Exzellenz: Wir streben danach ein besonderes Einkaufs-Erlebnis zu bieten. Das spürt man schon, wenn man den Markenmöbel-Onlineshop erkundet oder einen Private-Shopping-Termin bei unseren Stores in Kornwestheim bucht. Auch der Gameshow-Event zeigt, dass wir mit einer besonderen Liebe zum Detail und großem Ehrgeiz arbeiten. Auf unserem Instagram-Kanal und unserem YouTube-Kanal zeigen wir immer mal wieder Ausschnitte aus diesem Gameshow-Event. Für die Zukunft sind weitere besondere Aktionen geplant, die diesen Anspruch für unternehmerische Exzellenz untermauern.

Drittens, klares Branding: Meine eigene Personal-Brand, also meine Personen-Marke „Michael T. Wurster“ bildet einen roten Faden, der sich durch den Markenmöbel-Onlineshop, den freistil Rolf Benz Ludwigsburg Store und unser Bretz-Studio, sowie den Pode-Showroom hindurch zieht. Aus diesem Grund auch überall der Zusatz „by Michael T. Wurster“. Wir arbeiten sehr, sehr eng mit unseren Möbelherstellern zusammen und wollen deren eigene DNA vollständig erlebbar machen. Allerdings ergänzt durch den Zusatz meiner Personal-Brand als Berater und Guide, der durch diese charakterstarken Markenwelten führt.

Hier bringen natürlich auch meine Tätigkeiten als Bestseller-Autor und Journalist einen gewissen Vertrauens-Bonus als kompetenter Berater. Schließlich will ich sicherstellen, dass die Möbel-Suche unserer Zielgruppen bei uns das Happy-End findet.
Und klar: Genau wie schon zu Zeiten von Urgroßvater Friedrich Wurster ist auch bei unserem Startup die Beratung stets Chefsache. Allein diesen Faktor findet man heute leider kaum noch. Wir tragen unsere Wurzeln mit Stolz und verstehen uns als ein inhabergeführtes Fachgeschäft.

Wie schaffen Sie es, im Spannungsfeld zwischen Online-Shop und stationärem Erlebnis eine starke Verbindung zu Ihren Kundinnen und Kunden aufzubauen?

Ich sehe hier kein Spannungsfeld, sondern eine große Customer-Journey. Schließlich werden Premium-Möbel nicht einfach impulsiv gekauft.
Online entdeckt man Inspiration, Fakten und Vergleichs-Möglichkeiten hinsichtlich Preis-Leistung. Und in den lokalen Möbel-Studios erlebt man den Sitz-Komfort, die Materialien und die Atmosphäre der jeweiligen Marken-DNA. Final gekauft wird am Ende bei dem Möbelhändler, dem man das größte Vertrauen entgegenbringt. Das kann dann letztlich sowohl online als auch offline passieren.
Für mich persönlich geht es daher sowohl online als auch lokal um echte Beratung. Und nicht wie so oft in unserer Branche um den schnellen Abschluss. Ich bin täglich im Einsatz, weil ich als Einrichter aus Leidenschaft sicherstellen möchte, dass jede Möbel-Suche ein Happy-End findet. Dafür steht der Name WURSTER bereits seit über einem Jahrhundert.

Welche Herausforderungen sehen Sie derzeit im Möbel-E-Commerce und wie reagiert Markenmöbel-Onlineshop.de darauf?

Der Möbel-E-Commerce hat derzeit wie nahezu die meisten E-Commerce-Felder mit einem stark veränderten Rahmen zu kämpfen. Dabei sind derzeit vor allem zwei Herausforderungen von enormer Bedeutung:
Gedrückte Konjunktur und Kauf-Zurückhaltung: Generell ist die Konjunktur in Deutschland in den meisten Branchen ziemlich gedrückt. Wir haben eine Wirtschafts-Krise und das wirkt sich auf die Konsum-Laune im Einzelhandel aus. Menschen überlegen länger, ob sie investieren. Wir reagieren darauf mit klarem Fokus auf Premium-Marken. In diesem Segment ist die Nachfrage erfahrungsgemäß stabiler, weil es um langfristige Qualität geht.

Verändertes Such-Verhalten durch KI: Mit KI-Anwendungen wie Google Gemini und ChatGPT greifen Menschen immer stärker zu dialog-basierten Antworten anstatt zu klassischen Suchergebnissen. Auf diese Weise sinken die Besucher-Zahlen vieler Webseiten und Onlineshops enorm. Unsere Antwort darauf ist eine klare Positionierung über echte Expertise: Als „Einrichter aus Leidenschaft“ setze ich bewusst auf mein Personal Branding. Gestützt durch meinen Status als Bestseller-Autor, meine bisherigen journalistischen Engagements und die über 100-jährige Tradition meiner Familie als Möbelhändler. Der Zusatz „by Michael T. Wurster“ macht diese Autorität sichtbar und stärkt das Vertrauen in unsere Markenwelten als Möbelhändler. Dies ist meiner Meinung nach besonders wichtig, da es heute nicht mehr nur um Sichtbarkeit geht, sondern auch um Glaubwürdigkeit.

Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit oder langlebiges Design bei der Auswahl Ihrer Marken und Produkte?

Schon in meiner Kindheit erklärte mir mein Vater Thomas Wurster, dass unsere Familie schon immer den Schwerpunkt auf hochwertige Premium-Qualität legte. Dabei nahm mein Vater ein Beispiel, welches er in seiner Kindheit von seinem Großvater, also meinem Urgroßvater Friedrich Wurster erklärt bekam:

„Wenn ich einmal einen ordentlichen Hammer einkaufe habe ich ein Werkzeug das lange hält und wunderbar funktioniert. Wenn man aber an der falschen Stelle sparen will und zu günstig einkauft wird man relativ schnell merken, dass diese Billig-Ware nichts taugt und schnell kaputt geht… dann muss man sogar nochmal kaufen. Damit ist der vermeintlich günstigere Kauf am Ende sogar immer deutlich teurer!“

Diese Anekdote meines Urgroßvaters trifft den Kern, weshalb Nachhaltigkeit so wichtig ist. Als ich gemeinsam mit meiner Ehefrau Christiane das Möbel-Sortiment für unser Startup ausgewählt hatte ging es mir darum bewusst auf Möbel-Lieferanten zu setzen, von denen ich weiss, dass deren Qualität hervorragend ist. Allein schon deshalb, weil ich als Gründer vermeiden will mit Ware zu handeln, die mit hoher Wahrscheinlichkeit beschädigt ankommt oder schon in den ersten Wochen kaputt geht. Ja mehr noch: Ich als Möbelhändler stehe mit meinem eigenen Namen für die Qualität der sorgfältig ausgewählten Möbel. Mein Zusatz „by Michael T. Wurster“ ist mein persönliches Qualitäts-Versprechen.
Damit verbunden ist auch die Vorgabe, dass das Design von Möbeln langlebig sein muss. Schließlich sollte man damit auch in vielen Jahren noch Freude haben. Unsere Mission „Deine Möbel-Suche findet jetzt ein Happy-End“ ist eben nicht nur auf kurzfristige gedacht, sondern auch langfristig als Strategie definiert.

Was würden Sie jungen Unternehmerinnen und Unternehmern raten, die wie Sie im Bereich Möbelhandel oder E-Commerce Fuß fassen möchten?

Von Anfang an ein ehrliches Personal-Branding aufbauen:

Unternehmerinnen und Unternehmer müssen verstehen, dass sie selbst ihre wichtigste Marke sind! Wer Möbel oder generell eCommerce-Produkte verkauft, muss sich zu hundert Prozent mit dem eigenen Sortiment identifizieren. Es muss ein authentisches Gesamtbild entstehen, das über alle Brand-Touch-Points hinweg kongruent ist. Entscheidend ist dabei die eigene Story: Also was ist Deine Geschichte? Und wie gelingt es Dir damit andere zu begeistern? Oder ganz konkret: Warum sollen die Kunden bei Dir kaufen? Klar ist doch: Gerade in Zeiten von Netflix und Co ist die Überzeugungskraft guter Geschichten, die Interesse wecken besonders wichtig. Argumente formen Marken.

Leidenschaftliche Exzellenz zum Unternehmer-Lifestyle machen:

Strebe in allem was Du machst nach echter, leidenschaftlicher Exzellenz! Aber erst einmal der Reihe nach: Wer sind die besten Player in Deinem Markt beziehungsweise in Deiner Nische? Und warum? Welche massiven Trends kommen auf Dich zu und wie kannst Du diese mit Bravour in Dein Business-Model adaptieren? Gibt es derzeit beeindruckende Trends in anderen Branchen, die Du für Deinen Exzellenz-Standard übernehmen könntest? Ergänzend ein Gedanke, den mich mein Mentor Prof. Dr. Jörg Knoblauch einst gelehrt hat: „Wie kann man ganz gezielt eine Disruption im Business-Modell herbeiführen?“ Das ist die vielleicht sogar reinste Form von Exzellenz und Leidenschaft, weil sie die größte Liebe zum Kunden erfordert.

Einen klaren Fokus setzen und halten:

Gerade am Anfang gibt es in der Startup-Phase schnell viele gute Ideen. Aber meist wenig Budget. Fokus bedeutet in diesem Kontext sich einer klaren, wirksamen Strategie zu verpflichten. Festlegen, dranbleiben und mit eiserner Disziplin verfolgen! Dabei stets die entstehenden Ergebnisse messen und die wichtigen Kennzahlen immer im Blick haben. Der große Durchbruch hängt oftmals gar nicht so stark von dem eigenen Talent ab. Das was zählt ist die Fähigkeit strategisch zu fokussieren und diese Disziplin dann auch durchzuziehen.

Mit all diesen drei Tipps verbunden:

Niemand kann vorhersagen, wie schnell der ganz große Durchbruch letztlich eintreten wird. Manchmal erfordert es viel Geduld, gute Nerven und auch entsprechende Rücklagen auf dem Konto. Fokus bedeutet deshalb auch ein strategisches Controlling und ein Gefühl dafür, welche Projekte idealerweise auf mehreren Feldern Ergebnisse bringen: Kunden-Erlebnis, Beratungs-Qualität, Reichweite, Umsatz, Netzwerk, Prozess-Optimierung und letztlich Profitabilität. Das große Ziel sollte lauten das eigene Startup mittels sorgfältig ausgewählten Projekten zu leiten und zu skalieren.
Natürlich könnte es dabei auch enorm hilfreich sein als Möbelhändler Kooperations-Partner auf unserer Plattform Markenmöbel-Onlineshop.de zu werden. Auf diese Weise spart man sich schließlich sämtliche Investments in einen eigenen, wettbewerbsfähigen Onlineshop und profitiert zugleich von unserem Know-How. Das ermöglicht einem Startup im Möbelhandel einen echten Kickstart.

Wenn Sie auf Ihre bisherige Reise als Gründer zurückblicken – was war der schönste Moment und was haben Sie aus den schwierigen Phasen gelernt?

Der schönste Moment meiner bisherigen Reise als Gründer war definitiv der gesamte Gameshow-Event mit TV-Legende Jörg Draeger. Das war pure Magie und ich bin all jenen Menschen dankbar, die Teil dieser besonderen Eröffnung waren. Ich empfinde große Dankbarkeit für meine Familie, meine Freunde, meine Kollegen, meine Lieferanten, das Moderatoren-Team hinter der Gameshow und natürlich auch gegenüber all jenen Kunden, die ihr Vertrauen in unseren Markenmöbel-Onlineshop gesetzt haben. An dem Tag dieser Gameshow wurde in meinem Leben ein ganz neues Kapitel geöffnet.

Und was die schwierigen Phasen meiner Reise als Gründer betrifft: Ich glaube jede Krise und jede schwierige Phase ist ein Sturm, der unser tiefstes Potential sichtbar machen kann. Die Frage ist einfach nur, wie man damit umgeht: Wer jammert, resigniert oder gar aufgibt hat schon verloren. Aber wer bereit ist mit eisernem Willen dran zu bleiben, der wird in jeder schwierigen Phase brutal wachsen: Sowohl als Unternehmer, als auch letztlich als Persönlichkeit.
Ich glaube gerade jene Personen, die am meisten bewundert werden, haben vermutlich bereits die heftigsten Stürme durchquert. Der Sänger Peter Schilling, alias Major Tom, erzählte mir einst in einem Interview, dass sich in Krisen Persönlichkeiten formen. Genau das kann ich inzwischen sogar selbst bestätigen. Wenn Sie wollen, nennen Sie genau das „den Preis für den Erfolg“.

Titelbild: Michael T. Wurster ist Einrichter aus Leidenschaft in vierter Generation. (Bild: Yakup Zeyrek)

Wir bedanken uns bei Michael T. Wurster für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Markenmöbel-Onlineshop.de

Kontakt:

MW Markenmöbel-Onlineshop GmbH
Jakob-Sigle-Platz 3
D- 70806 Kornwestheim

markenmoebel-onlineshop.de
info@markenmoebel-onlineshop.de

Ansprechpartner: Michael Thomas Wurster

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Beehive eröffnet Coworking-Space auf Stuttgarter Campus

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Beehive eröffnet Coworking-Space auf Stuttgarter Campus
Beispiel Foto

Key Takeaways

  • Ab März 2026 eröffnet Beehive einen neuen Coworking-Space in Stuttgart auf etwa 800 Quadratmetern, um flexiblen Arbeitsflächen gerecht zu werden.
  • Der Standort in Möhringen bietet eine Mischung aus offenen Arbeitsbereichen, privaten Büros und Konferenzräumen, die rund um die Uhr verfügbar sind.
  • Beehive setzt auf Flexibilität und digitale Buchungsprozesse ohne lange Vertragslaufzeiten, um sich an den tatsächlichen Bedarf anzupassen.
  • Coworking wird zunehmend professioneller, mit einem Fokus auf Datensicherheit und Verfügbarkeit von Besprechungsräumen für Organisationen.
  • Das Angebot von Beehive adressiert den Trend zu flexiblen Arbeitsplatzmodellen und fordert eine enge Einbindung der lokalen Unternehmen und Startups.

Wie das Unternehmen gestern bekannt gab, kommt mit Beehive ab März 2026 ein neuer Anbieter für flexible Arbeitsflächen nach Stuttgart. Auf dem Campus Sternhöhe in Möhringen entsteht ein Coworking-Space mit rund 800 Quadratmetern, der sich gezielt an Unternehmen, Projektteams und Selbstständige richtet. Der Schritt fällt in eine Phase, in der viele Firmen ihre Bürostrategien neu justieren und nach Alternativen zum klassischen Mietvertrag suchen.

Der Stuttgarter Markt gilt dabei als anspruchsvoll. Einerseits ist die Region wirtschaftlich stark, andererseits sind Büroflächen knapp und teuer. Flexible Modelle gewinnen deshalb an Bedeutung, vor allem für wachsende Startups, Innovationsabteilungen etablierter Unternehmen und hybride Teams, die nicht mehr täglich im Büro arbeiten.

Beehive eröffnet Coworking-Space auf Stuttgarter Campus
„Der neue Standort in Stuttgart bringt neue Nutzer in unser Netzwerk und bietet zugleich ein erweitertes Raumangebot für unsere bestehenden Kunden. Wir erweitern unser Netzwerk damit um einen bedeutenden Standort im süddeutschen Raum,“ so Anna Maria Losos, Head of Coworking Business bei Beehive (Foto: beehive)

Beehive zieht nach Stuttgart

Mit dem Standort in Möhringen erweitert Beehive sein deutsches Netzwerk auf fünf Städte. Es ist zugleich der erste Auftritt des Anbieters in der Region Stuttgart. Geplant sind offene Arbeitsbereiche, private Teamoffices sowie Konferenz- und Workshopräume in verschiedenen Größen. Ergänzt wird das Angebot durch Rückzugsräume für Videokonferenzen und informelle Zonen für Austausch.

Der Fokus liegt klar auf Flexibilität. Arbeitsplätze und Büros sollen kurzfristig verfügbar sein, der Zugang rund um die Uhr möglich. Buchung, Abrechnung und Check-in laufen vollständig digital. Für Unternehmen bedeutet das: keine langen Vertragslaufzeiten, keine Vorabinvestitionen in eigene Infrastruktur und die Möglichkeit, Flächen dem tatsächlichen Bedarf anzupassen.

Warum Beehive auf den Campus Sternhöhe setzt

Die Entscheidung für den Campus Sternhöhe ist strategisch. Beehive zieht nicht in ein isoliertes Bürogebäude, sondern in ein Areal, das sich vom ehemaligen Konzernsitz zu einem Innovationscampus entwickelt. Das Konzept setzt auf eine Mischung aus Arbeitsflächen, Gemeinschaftsbereichen, Gastronomie und ergänzenden Services wie Kinderbetreuung.

Für Coworking-Anbieter ist dieses Umfeld entscheidend. Der Mehrwert entsteht nicht allein durch Schreibtische, sondern durch Nähe zu anderen Unternehmen, kurze Wege und zufällige Begegnungen. Die Lage zwischen Innenstadt, Flughafen und künftigem Fernbahnhof macht den Campus zudem attraktiv für Teams mit nationalen und internationalen Kontakten.

Auch aus Sicht der Eigentümer passt das Modell. Flexible Flächen gelten zunehmend als Einstiegslösung für Unternehmen, die später in größere, klassische Büros auf dem Campus wechseln können. Coworking wird damit Teil einer langfristigen Standortstrategie.

Was Beehive für Nutzer bedeutet

Für Nutzer bringt Beehive vor allem Planbarkeit in unsicheren Zeiten. Startups können wachsen, ohne sich frühzeitig festzulegen. Projektteams finden kurzfristig Raum für mehrere Monate. Etablierte Unternehmen nutzen Coworking-Flächen zunehmend für Innovationsprojekte oder als Satellitenbüro.

Anna Maria Losos, verantwortlich für das Coworking-Geschäft des Unternehmens, betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung standardisierter Prozesse. Der Anspruch sei, dass Teams sofort arbeitsfähig sind, unabhängig davon, ob sie einen einzelnen Arbeitsplatz oder ein komplettes Büro nutzen. Gerade für hybride Arbeitsmodelle wird diese Niedrigschwelligkeit zum entscheidenden Faktor.

Der Coworking-Markt hat sich damit spürbar professionalisiert. Während früher vor allem Freelancer angesprochen wurden, stehen heute Organisationen mit klaren Anforderungen im Fokus. Themen wie Datensicherheit, Verfügbarkeit von Besprechungsräumen und verlässliche Technik sind zentrale Entscheidungskriterien.

Chancen und Grenzen flexibler Arbeitsmodelle

Das Modell von Beehive folgt einem übergeordneten Trend: Büroflächen werden zunehmend als Service verstanden. Für Investoren und Immobilienunternehmen eröffnet das neue Erlösmodelle, verlangt aber auch höhere Auslastung und laufende Anpassung der Angebote.

Für Nutzer gilt zugleich: Coworking ist kein Allheilmittel. Teams mit hohem Abstimmungsbedarf oder sensiblen Daten stoßen schneller an Grenzen. Auch kulturell erfordert flexibles Arbeiten klare Regeln und Führung, damit Zusammenarbeit funktioniert und Identifikation entsteht.

Einordnung für den Standort Stuttgart

Mit dem neuen Coworking-Space positioniert sich Beehive in einem Markt, der zwischen Industrie-Tradition und digitalem Wandel steht. Ob das Angebot langfristig aufgeht, hängt davon ab, wie gut lokale Unternehmen, Startups und Projektteams eingebunden werden.

Der Standort auf dem Campus Sternhöhe ist damit mehr als eine weitere Büroadresse. Er steht exemplarisch für die Frage, wie Arbeit in wirtschaftsstarken Regionen künftig organisiert wird – flexibler, vernetzter und stärker am tatsächlichen Bedarf orientiert.

Foto/Quelle: stock.adobe.com – Vasyl

Enpulse Ventures investiert in KI für Kanalnetze

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Enpulse Ventures investiert in KI für Kanalnetze Pluvion Team

Key Takeaways

  • Enpulse Ventures investiert in Pluvion, ein Water-Tech-Startup, um die Herausforderungen der Wasserinfrastruktur zu adressieren.
  • Pluvion entwickelt die KI-gestützte Plattform WATER+, die bestehende Füllstandsdaten analysiert und Fremdwasser erkennt.
  • Die digitale Lösung ermöglicht es Kommunen, Betriebskosten zu senken und Investitionen gezielt zu steuern.
  • Enpulse Ventures fokussiert sich auf digitale Lösungen für kritische Infrastrukturen, einschließlich Wassertechnologie.
  • Langfristig plant Pluvion den Ausbau zu einer modularen Software-Suite für verschiedene Anwendungen im Wassersektor.

Enpulse Ventures steigt bei Pluvion ein

Wasserinfrastruktur gehört zu den stillen Problemzonen der deutschen Wirtschaft. Viele Netze sind alt, schlecht dokumentiert und teuer im Unterhalt. Gleichzeitig steigen die Anforderungen durch Starkregen, Klimawandel und knappe kommunale Kassen. Genau in dieses Spannungsfeld investiert Enpulse Ventures jetzt gezielt Kapital. Enpulse Ventures, das Venture-Studio der EnBW, führt eine siebenstellige Seed-Finanzierungsrunde beim Freiburger Water-Tech-Startup Pluvion an. An der Runde beteiligen sich zudem die bestehenden Investoren Kopa Ventures und die MBG Baden-Württemberg.

Pluvion entwickelt Software für Kanalnetze, einen Bereich, der bislang stark von manueller Inspektion, punktuellen Messungen und kostenintensiven Gutachten geprägt ist. Die KI-gestützte Plattform WATER+ soll das ändern. Sie wertet vorhandene Füllstandsdaten aus und erkennt automatisch sogenanntes Fremdwasser, also Wasser, das nicht ins Abwassersystem gehört – etwa durch undichte Leitungen oder Fehlanschlüsse.

Digitale Transparenz für ein vernachlässigtes Netz

Der Einstieg von Enpulse Ventures kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Kommunen unter Handlungsdruck stehen. Enpulse Ventures versteht, dass Fremdwasser die Betriebskosten von Kläranlagen erhöht, Pumpwerke belastet und Überlastungen bei Starkregen verschärft. Dennoch fehlt häufig der Überblick, wo genau die Ursachen liegen. Klassische Methoden wie Kamerabefahrungen oder punktuelle Messkampagnen sind teuer, zeitaufwendig und liefern nur begrenzte Momentaufnahmen.

Pluvion setzt auf einen datengetriebenen Ansatz. WATER+ analysiert kontinuierlich bestehende Messdaten aus dem Kanalnetz und übersetzt sie in verständliche Visualisierungen. Betreiber sehen in Echtzeit, wo ungewöhnliche Pegel auftreten, wie sich Regenereignisse auswirken und an welchen Stellen gezielt nachgeschärft werden sollte. Die Unterstützung durch Enpulse Ventures macht solche Analysen bis zu zehnmal günstiger durchführbar als mit herkömmlichen Verfahren.

Für kommunale Betreiber bedeutet das vor allem eines: Investitionen können priorisiert werden. Statt flächendeckend zu prüfen, wird dort angesetzt, wo der größte Effekt zu erwarten ist.

Warum Enpulse Ventures auf Wassertechnik setzt

Dass Enpulse Ventures in den Wassersektor investiert, ist strategisch konsequent. Als Venture-Studio der EnBW fokussiert sich die Gesellschaft auf digitale Lösungen für kritische Infrastrukturen. Neben Energie, Mobilität und Netzen rückt Wasser zunehmend in den Fokus – auch, weil Anpassung an den Klimawandel ohne leistungsfähige Abwasser- und Entwässerungssysteme kaum möglich ist.

„Die Modernisierung unserer Wasserinfrastruktur ist eine der unterschätzten Stellschrauben der Klimaanpassung – und sie wird ohne digitale, datengetriebene Lösungen nicht funktionieren“, sagt Florian Fichter, Geschäftsführer von Enpulse Ventures. Pluvion zeige, wie sich bestehende Daten mit KI so nutzen lassen, dass Kommunen frühzeitig gegensteuern können.

Aus Investorensicht gilt der Markt als attraktiv, aber anspruchsvoll. Die Nachfrage ist langfristig stabil, die Verkaufszyklen sind lang, Budgets begrenzt und Vergabeverfahren komplex. Für Startups bedeutet das: Skalierung erfordert Geduld, belastbare Referenzen und einen klaren wirtschaftlichen Nutzen. Durch Enpulse Ventures wird genau dieser Punkt adressiert, indem vorhandene Daten intelligenter genutzt werden, statt neue Sensorik teuer nachzurüsten.

Praxisbezug statt Zukunftsmusik

Im Alltag der Wasserwirtschaft zählt weniger die Vision als die Umsetzbarkeit. Entsprechend eng arbeitet Pluvion mit Anwendern zusammen. Eine zentrale Rolle spielen dabei Ingenieurbüros, die Sanierungsprojekte planen und operativ umsetzen. Für sie kann die Software zum Analysewerkzeug werden, um schneller fundierte Entscheidungen zu treffen und Maßnahmen gegenüber Auftraggebern besser zu begründen.

Der Einsatz von KI ersetzt dabei nicht die Expertise vor Ort. Enpulse Ventures hilft dabei, große Datenmengen zu strukturieren und liefert Hinweise, wo sich genaues Hinschauen lohnt. Das senkt Kosten, vermeidet unnötige Eingriffe und schont knappe Ressourcen – finanziell wie personell.

Skalierung zwischen Vision und Realität

Langfristig verfolgt Pluvion die Idee, seine Plattform zu einer modularen Software-Suite auszubauen – intern spricht das Unternehmen von einer Art „App Store der Wasserindustrie“. Neben Fremdwasseranalysen könnten künftig weitere Anwendungen hinzukommen, etwa zur Starkregenvorsorge, Überflutungsprävention oder Emissionsreduktion.

Für den Markt ist das ein ambitionierter Ansatz, der Skalierbarkeit verspricht. Gleichzeitig bleiben die Hürden hoch. Unterschiedliche IT-Landschaften, regulatorische Vorgaben und Datenschutzanforderungen erfordern flexible Lösungen und lokale Anpassung. Ob sich eine solche Plattform, an der auch Enpulse Ventures beteiligt ist, flächendeckend durchsetzt, wird davon abhängen, wie gut sie sich in bestehende Prozesse integrieren lässt.

Einordnung und Ausblick

Mit dem Einstieg von Enpulse Ventures erhält Pluvion nicht nur frisches Kapital, sondern auch Zugang zu einem industriellen Netzwerk mit tiefem Infrastruktur-Know-how. Enpulse Ventures zeigt der Branche, dass digitale Lösungen für Wasser- und Abwassersysteme aus der Nische herauswachsen.

Für Kommunen könnte das langfristig bedeuten, ihre Netze besser zu verstehen und Investitionen gezielter zu steuern. Mit der Unterstützung von Enpulse Ventures zeigt der Deal, dass auch vermeintlich „unsexy“ Bereiche wie Kanalnetze erhebliche Innovations- und Wachstumspotenziale bieten – gerade dort, wo Klimaanpassung und Infrastruktur zusammentreffen.

Foto/Quelle: Pluvion

Warum Klarheit für Gründer wichtiger ist als Tempo

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BASE Reloaded: Gründen braucht Klarheit – warum Fokus heute entscheidet

BASE Reloaded ist ein ganzheitliches Gründungsprogramm, das Unternehmerinnen und Unternehmer dabei begleitet, Strategie, persönliche Klarheit und nachhaltige Umsetzung miteinander zu verbinden

Was hat euch dazu bewegt, BASE Reloaded gerade jetzt neu aufzustellen und weiterzuentwickeln?

Nora-Vanessa Wohlert: Wir entwickeln uns kontinuierlich weiter. Das ist notwendig für jedes Unternehmen. Die Welt dreht sich schneller, Gründungen verändern sich, Anforderungen verschieben sich. Da ist es uns natürlich super wichtig, dass auch BASE mitwächst. Wir lernen permanent dazu: aus jedem Batch, aus Gesprächen mit Gründer*innen, aus der Beobachtung von Marktveränderungen. Gerade Themen wie KI haben in den letzten Monaten die Art und Weise, wie gegründet wird, fundamental verändert. Tools und Möglichkeiten entwickeln sich rasant – aber damit steigen auch die Anforderungen an Fokus, Positionierung und die Fähigkeit, mit Komplexität umzugehen.

Caro von Cube: Für diesen Batch hatten wir erstmals die Möglichkeit, einen lang gehegten Traum zu realisieren: Persönliche Verbindungen zu schaffen und ein echtes Live-Founders-Event als Herzstück des Programms. Das war uns unglaublich wichtig, denn wir haben gesehen, wie sehr Gründerinnen nach echter, analoger Begegnung suchen – gerade in einer Zeit, in der so vieles digital stattfindet. Beim Live-Event geht es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern um das Erleben von Zugehörigkeit, um Sparring auf Augenhöhe und darum, gemeinsam an den wirklich wichtigen Themen zu arbeiten. Gemeinsam mit unseren Partnern Qonto, RSR Rechtsanwälte und HERITAGE Berlin konnten wir zudem ein Teilstipendienmodell entwickeln, das die finanzielle Hürde für Gründerinnen um 50 Prozent senkt.

Welche zentralen Herausforderungen sehen Gründerinnen und Gründer im Jahr 2026 – und wie adressiert BASE Reloaded diese konkret?

Caro von Cube: Fokus, Umgang mit Unsicherheit, innere Verbindung und Umsetzungsenergie. Viele verlieren sich in Möglichkeiten oder verharren im Perfektionismus.

Nora-Vanessa Wohlert: AI bietet grenzenlose Möglichkeiten – doch was es braucht, sind Leidenschaft, Persönlichkeit und einen guten Plan. Wir arbeiten an klaren Prioritäten, Entscheidungsfähigkeit und einer realistischen Business-Architektur. Mit Klarheit über die eigenen Muster funktioniert jedes Geschäftsmodell besser, anstatt in den Hustle-Modus zu verfallen.

Wie unterscheidet sich BASE Reloaded von klassischen Gründungsprogrammen?

Caro von Cube: Methodenwissen ist wichtig, aber es löst selten die wahren Blockaden. Wir verbinden Systemisches Coaching, unternehmerische Strategie und klare Struktur für die Umsetzung.

Nora-Vanessa Wohlert: Es geht nicht darum, ob jemand ein Canvas korrekt ausfüllt – sondern ob Entscheidungen stimmig sind und Gründer*innen ihre Energie führen können. Dort entsteht echte Wirksamkeit.

Warum braucht es heute einen ganzheitlichen Ansatz, der Unternehmertum, Persönlichkeitsentwicklung und Coaching verbindet?

Nora-Vanessa Wohlert: Weil ein Unternehmen immer nur so stabil ist wie die Person, die es führt. Wirksame Gründer*innen brauchen innere Klarheit und echte Entscheidungsfähigkeit.

Caro von Cube: Persönlichkeitsentwicklung ist kein Nice-to-have, sondern die Grundlage für nachhaltiges Wachstum. AI automatisiert vieles – was nun zählt, sind Persönlichkeit, emotionale Intelligenz und die Kompetenz, in echte Verbindung zu finden.

Welche Rolle spielt Community-Arbeit im Gründungsprozess?

Caro von Cube: Selbstführung heißt nicht: allein machen. Viele scheitern nicht an der Idee, sondern an fehlendem Sparring, Isolation und der eigenen Überforderung. Dafür sind häufig tief sitzende Glaubenssätze verantwortlich, wie etwa die Überzeugung, es selbst schaffen zu müssen, zunächst harte Arbeit leisten zu müssen, um einen entsprechenden Wert zu erzielen und vieles mehr. Eine starke Community wirkt wie ein Resonanzraum: Sie ordnet, erdet, stärkt – und verhindert, dass man sich in Zweifeln oder 1000 Optionen verliert. In BASE Reloaded kuratieren wir Gruppen bewusst: Damit Austausch nicht zufällig passiert, sondern ein echter Wachstumsraum entsteht.

Viele Programme erzählen Hochglanznarrative vom Gründen. Wie räumt ihr mit diesen Mythen auf?

Nora-Vanessa Wohlert: Wir romantisieren das Gründen nicht. Es geht nicht um „schnell reich werden“, sondern um ehrliches Empowerment und den eigenen Weg zum Ziel.

Caro von Cube: Das bedeutet in der Basis realistische Kompetenzen zu schärfen: Fokus, Priorisierung, Entscheidungsstärke, gesunde Selbstführung, strategische Klarheit, iterative Umsetzung und den Umgang mit Unsicherheit. Wir sprechen offen über Zweifel, Überlastung, Marktveränderungen und das Ringen mit der eigenen Identität. Gründen darf leicht sein – aber nur, wenn man es auf eine stimmige, realistische Weise angeht. Und um diese Leichtigkeit finden zu können, darf der erste Blick mutig nach innen gerichtet werden, um all das, was dort zu finden ist, in Wegweiser und Pläne zu übertragen.

Für wen ist BASE Reloaded geeignet – und für wen nicht?

Nora-Vanessa Wohlert: Für Menschen, die wirklich gründen wollen und bereit sind, ehrlich hinzuschauen: auf Strategien, Muster, Entscheidungen.

Caro von Cube: Nicht geeignet für alle, die nur Methoden erwarten. BASE lebt von echter Umsetzung und persönlicher Entwicklung.

Wie gewährleistet ihr, dass die Gruppen gut funktionieren?

Caro von Cube: Wir lassen niemanden „einfach buchen“. Jede Teilnahme beginnt mit einem kurzen Info-Formular oder einem unverbindlichen Intro-Call. So können wir sicherstellen, dass die Bedürfnisse potenzieller Teilnehmer*innen auch mit unseren Inhalten und strategischen Herangehensweisen matchen. Uns ist wichtig, dass die Herausforderungen, Ziele und Unternehmertypen zueinander passen. Eine gute Gruppe entsteht nicht zufällig – sie wird bewusst gestaltet. So stellen wir sicher, dass Austausch und Wachstum nicht nur möglich, sondern hochwirksam werden.

Warum sind Klarheit, Mut und authentische Entscheidungen heute wichtiger denn je?

Nora-Vanessa Wohlert: Weil Geschwindigkeit und Unsicherheit enorm zugenommen haben. Menschen brauchen heute weniger perfekte Pläne – dafür mehr Klarheit über sich selbst.

Caro von Cube: Mut bedeutet für uns: informiert und bewusst entscheiden. Auf Support setzen, um Abkürzungen zu gehen. Innere Klarheit ist der stabilste Kompass.

Welche Bedeutung haben eure beruflichen Hintergründe für die Gestaltung des Programms?

Nora-Vanessa Wohlert: Ich kenne die unternehmerische Realität aus der Gründung von EDITION F, war Redaktionsleiterin bei Gründerszene und habe in der Beratung und PR gearbeitet.

Caro von Cube: Ich bringe Expertise aus systemischem Coaching, Kommunikation und jahrelanger Arbeit mit Gründer*innen im PR-Kontext mit. Bevor ich mich selbstständig gemacht habe, habe ich in der stellv. GF einer PR-Agentur gearbeitet. Wir denken strategisch – und gleichzeitig menschlich.

Wie wichtig sind Fördermodelle wie Teilstipendien für Diversität?

Nora-Vanessa Wohlert: Extrem wichtig. Diversität entsteht nicht automatisch – man muss Wege schaffen, die Schwellen senken. Unsere Teilstipendien, ermöglicht durch Partner wie Qonto, RSR Rechtsanwälte und HERITAGE Berlin, öffnen das Programm für Menschen, die das Potenzial haben, aber nicht über die finanziellen Mittel verfügen, oder einfach gerade einen Mut-Booster brauchen, um sich in einer unsicheren finanziellen Situation, die eine Gründungsphase für viele bedeutet, Support zu erlauben.

Caro von Cube: Mehr Perspektiven bedeuten bessere Ideen, stabilere Entscheidungen und langfristig eine vielfältigere Startup-Landschaft. Gleichzeitig sind wir immer wieder beeindruckt, wie viele wirklich tolle Ideen doch noch in Schubladen liegen bleiben. Wir gehen dafür los, viel mehr dieser Ideen, insbesondere von Frauen, zum Fliegen zu bringen.

Welchen Rat gebt ihr Menschen, die 2026 gründen wollen, sich aber überfordert fühlen?

Nora-Vanessa Wohlert: Fang kleiner an, als du denkst. Such dir Sparring, bevor du dich verzettelst. Gründen heißt: Schritt für Schritt Klarheit gewinnen.

Caro von Cube: Du musst nicht mutig wirken – du darfst mutig handeln, im eigenen Tempo. Was ist das Schlimmste, was passieren könnte? Für die meisten: Sich wieder einen Job suchen. Mit mehr Erfahrung im Gepäck – eigentlich keine dramatische Perspektive.

Bildcredits @ Alicia Minkwitz Photography

Wir bedanken uns bei Nora-Vanessa Wohlert und Caro von Cube für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Kann man Gründungen wirklich planbar machen?

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Factory Berlin Company Builder mit KI Stefan Krause

Factory Berlin entwickelt sich vom klassischen Coworking Space zu einem KI gestützten Company Builder, der Start ups aktiv bei Gründung, Aufbau und Skalierung begleitet

Wie würden Sie die Factory Berlin heute jemandem erklären, der sie noch als reinen Coworking- und Community-Space kennt?

Die Factory Berlin ist heute weit mehr als ein Arbeitsort. Wir sind ein Company Builder, der aktiv Start-ups bei der Gründung unterstützt und skaliert, mit Hilfe von KI. Gründer:innen werden von administrativen, rechtlichen und operativen Aufgaben durch unser KI-Ökosystem entlastet, sodass sie ihre Ideen voll entfalten können. Die Community bleibt bestehen, ist aber jetzt gezielt darauf ausgerichtet, Gründungen schneller und nachhaltiger zum Erfolg zu führen.

Was hat Sie dazu bewogen, das bisherige Modell grundlegend zu hinterfragen und in einen Company Builder zu transformieren?

Coworking allein reicht nicht aus, um Visionen erfolgreich umzusetzen. Wir wollten die Erfolgswahrscheinlichkeit junger Unternehmen massiv erhöhen. Deshalb haben wir die Factory so weiterentwickelt, dass wir Gründer:innen aktiv beim Aufbau ihrer Unternehmen unterstützen.

Sie sprechen davon, Gründungen planbar zu machen. Was bedeutet das konkret für junge Gründer:innen?

Planbar heißt, dass Gründer:innen sich voll auf ihre Produktvision und Kunden konzentrieren können, während wir den Aufbauprozess systematisch unterstützen. Mit KI, klaren Abläufen, Tools,methodischer Begleitung, Netzwerk und direktem Support bei Marketing oder Market Entry können sie schneller Früchte tragen: vom ersten Prototyp bis zur Marktreife.

400 KI-fokussierte Digitalunternehmen pro Jahr zu bauen ist ambitioniert. Wie sichern Sie dabei Qualität und Substanz?

Wir kombinieren strenge Auswahlprozesse mit einem strukturierten Company-Building-Modell. Gründer:innen bringen ein Minimum Viable Product (MVP) und erste Finanzierung mit. Wir liefern dann operative Teams, technologische Expertise, KI-gestützte Tools und rechtliche sowie finanzielle Unterstützung. So entstehen Unternehmen, die schnell skalieren und gleichzeitig Substanz besitzen.

Welche Rolle spielt KI konkret im Company-Building-Prozess?

KI ist ein Beschleuniger und Verstärker menschlicher Kreativität. Sie automatisiert Routineaufgaben, analysiert Daten, prüft Marktchancen und unterstützt Finanzplanung. So können Prototypen schneller getestet und operative Abläufe effizient gestaltet werden. Die Time-to-Market wird spürbar verkürzt.

Viele Start-ups scheitern an operativer Komplexität. Wo setzt die Factory Berlin an?

Wir sorgen dafür, dass Gründer:innen nicht an bürokratischen Abläufen oder komplexen Prozessen scheitern. Unser Company Builder übernimmt die organisatorischen Hürden und liefert gleichzeitig Expertise, damit Entscheidungen schneller getroffen werden können. So bleiben die Gründer:innen frei, sich auf Innovation, Produktentwicklung und Marktaufbau zu konzentrieren. Genau dort, wo ihr Einfluss am größten ist.

Wie weit greifen Sie operativ ein – und wo bleibt unternehmerische Eigenverantwortung?

Wir kümmern uns um alles, was die Gründer:innen von ihrer Produktvision ablenkt, und ermöglichen ihnen so, sich voll auf ihr Unternehmen zu konzentrieren. Strategische Kontrolle und wichtige Entscheidungen bleiben vollständig bei ihnen. Unser Ansatz ist klar: unterstützen und beschleunigen, aber nicht ersetzen.

Welche Erfahrungen aus Ihrer Zeit bei BMW oder der Deutschen Bank helfen heute beim Skalieren junger Technologieunternehmen?

Die Arbeit in großen, komplexen Organisationen hat mir gezeigt, wie man Strukturen schafft, die Wachstum ermöglichen, ohne Kreativität zu bremsen. Ich kenne die Herausforderungen, Prozesse effizient zu gestalten, Teams zu koordinieren und strategische Entscheidungen schnell umzusetzen – Fähigkeiten, die wir gezielt nutzen, um Start-ups von Anfang an auf Skalierung auszurichten. So verbinden wir die Agilität junger Unternehmen mit der Erfahrung, die notwendig ist, um Ideen erfolgreich zu realisieren.

Die Factory Berlin setzt auf Cross Pollinating zwischen Technologie, Kunst und Wissenschaft. Welche Rolle spielt das für Innovation?

Wenn technologische Expertise auf künstlerische oder wissenschaftliche Perspektiven trifft, entstehen neue Denkmodelle und Geschäftsansätze. Berlin wird so zur Lebensader einer Gründerkultur, in der Tech und Kunst sich gegenseitig beflügeln.

Berlin soll zu einem der produktivsten Gründungsstandorte Europas werden. Was fehlt noch?

Berlin hat bereits großartige Voraussetzungen: Talente, kreative Energie und eine große Startup-Szene. Um das volle Potenzial auszuschöpfen, braucht es noch mehr gezielte Unterstützung für schnelle Umsetzung, verbindliche Strukturen und den Zugang zu internationalen Märkten. Wir sehen unsere Rolle darin, diese Lücken zu schließen und Berlin als europäischen Hub für Gründungen sichtbarer zu machen.

Europa gilt im globalen KI-Wettbewerb oft als zu zögerlich. Welche Verantwortung tragen Company Builder wie Sie?

Europa darf im KI-Wettbewerb nicht nur zuschauen. Wir tragen die Verantwortung, Umsetzungskraft zu zeigen. Company Builder müssen Talente vernetzen, Innovationen beschleunigen und Projekte realisieren, die international bestehen können. Unser Beitrag ist, dass Visionen nicht nur diskutiert, sondern tatsächlich umgesetzt werden, damit Europa konkurrenzfähig bleibt.

Woran werden Sie in fünf Jahren messen, ob das neue Modell erfolgreich war?

Erfolg werden wir daran messen, wie viele Start-ups wir erfolgreich von der Idee zum marktfähigen Produkt begleitet haben und welche Wirkung sie am Markt erzielen. Entscheidend ist, dass wir die Umsetzung planbar gemacht, die Gründungsprozesse beschleunigt und die Erfolgswahrscheinlichkeit junger Technologieunternehmen deutlich gesteigert haben. So wird sichtbar, dass unser Modell echte Wirkung entfaltet.

Bildcredits @ Factory Berlin

Wir bedanken uns bei Stefan Krause für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Mittelstand trifft Start-ups: Neuer Innovationsgutschein startet

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Mittelstand trifft Start-ups: Neuer Innovationsgutschein startet

Key Takeaways

  • Der Innovationsdruck im deutschen Mittelstand steigt aufgrund von Digitalisierung und internationaler Konkurrenz.
  • Mit dem Innovationsgutschein ‚Mittelstand trifft Start-ups‘ fördert Baden-Württemberg gezielte Kooperationen zwischen kleinen und mittleren Unternehmen und Start-ups.
  • Unternehmen können bis zu 50 Prozent der Projektkosten, maximal 20.000 Euro, für konkrete Innovationsprojekte beantragen.
  • Das Programm ermöglicht Start-ups den Zugang zum Markt, schafft bezahlte Aufträge und steigert die Sichtbarkeit ihrer Lösungen.
  • Es gibt Chancen durch schnellere Innovationsprozesse, aber auch Grenzen wie kulturelle Unterschiede und begrenzte Fördersummen.

Wenn Erfahrung auf Tempo trifft

Der Innovationsdruck im deutschen Mittelstand wächst. Digitalisierung, internationale Konkurrenz und steigende Kosten zwingen viele Unternehmen dazu, schneller neue Lösungen zu finden. Gleichzeitig fehlt es im Alltag oft an Zeit, Personal oder spezifischem Know-how. Genau an dieser Stelle setzt ein neues Förderinstrument des Landes Baden-Württemberg an. Mit dem Innovationsgutschein Mittelstand trifft Start-ups soll Zusammenarbeit einfacher, schneller und praxisnäher werden.

Seit Januar 2026 können kleine und mittlere Unternehmen im Land finanzielle Unterstützung beantragen, wenn sie Produkte oder Dienstleistungen von Start-ups einkaufen. Der Fokus liegt nicht auf langfristigen Forschungsprojekten, sondern auf konkreten, umsetzbaren Vorhaben. Das Ziel ist klar: Innovation soll dort entstehen, wo Erfahrung und neue Technologien direkt zusammenkommen.

Wirtschaftspolitischer Kontext und Einordnung von Mittelstand trifft Start-ups

Baden-Württemberg zählt zu den industriestärksten Regionen Europas. Viele Unternehmen sind hoch spezialisiert, oft familiengeführt und international aktiv. Gleichzeitig stehen sie vor strukturellen Herausforderungen. Digitale Geschäftsmodelle, datenbasierte Prozesse oder KI-Anwendungen lassen sich nicht immer aus eigener Kraft entwickeln.

Hier knüpft Mittelstand trifft Start-ups an. Das Programm erweitert die seit 2008 bestehenden Innovationsgutscheine des Landes, mit denen bislang knapp 6.000 Projekte und ein Fördervolumen von rund 49 Millionen Euro realisiert wurden. Neu ist der explizite Fokus auf Start-ups als externe Innovationspartner. Politisch ist das ein Signal: Innovation wird nicht nur im eigenen Haus oder in Forschungseinrichtungen verortet, sondern zunehmend im Markt.

Förderlogik und Rahmenbedingungen von Mittelstand trifft Start-ups

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten sowie einer Umsatzgrenze von 50 Millionen Euro oder einer Bilanzsumme von 43 Millionen Euro. Gefördert werden bis zu 50 Prozent der Projektkosten, maximal 20.000 Euro pro Vorhaben. Die Antragstellung erfolgt online über das Förderportal der L-Bank.

Inhaltlich geht es um den gezielten Erwerb von Lösungen bei Start-ups. Das können digitale Werkzeuge, Software, Prototypen oder spezialisierte Dienstleistungen sein. Die geförderten Projekte dürfen sowohl interne Prozesse verbessern als auch neue Produkte oder Services ermöglichen. Damit folgt Mittelstand trifft Start-ups einer klaren Logik: Innovation wird eingekauft, statt vollständig selbst aufgebaut.

Marktbezug und Bedeutung für Start-ups

Für junge Unternehmen eröffnet das Programm einen zusätzlichen Zugang zum Mittelstand. Statt langwieriger Pilotprojekte ohne klare Budgets entstehen bezahlte Aufträge mit realen Anwendungsfällen. Das erhöht die Marktvalidierung und kann Referenzen schaffen, die für weiteres Wachstum entscheidend sind.

Auch aus Investorensicht ist das relevant. Wenn etablierte Unternehmen systematisch mit Start-ups zusammenarbeiten, steigt die Sichtbarkeit marktfähiger Lösungen. Programme wie Mittelstand trifft Start-ups können so indirekt zur Stärkung des regionalen Innovationsökosystems beitragen, ohne selbst in unternehmerische Entscheidungen einzugreifen.

Chancen und Grenzen von Mittelstand trifft Start-ups

Die Chancen liegen vor allem in der Geschwindigkeit. Mittelständler können neue Technologien testen, ohne große interne Umstrukturierungen vorzunehmen. Start-ups erhalten Zugang zu Branchenwissen, Produktionsumgebungen und zahlenden Kunden.

Gleichzeitig gibt es Grenzen. Kulturelle Unterschiede zwischen etablierten Unternehmen und jungen Teams sind real. Entscheidungsprozesse, Erwartungen und Arbeitsweisen passen nicht immer zusammen. Zudem ersetzt ein Gutschein keine langfristige Innovationsstrategie. Die Fördersumme ist bewusst begrenzt und eignet sich vor allem für klar abgegrenzte Projekte, nicht für umfassende Transformationen.

Praxisbeispiele und typische Anwendungsfelder

In der Praxis reicht das Spektrum von Automatisierung über Datenanalyse bis hin zu neuen digitalen Services. Ein Maschinenbauer kann etwa eine Softwarelösung eines Start-ups nutzen, um Wartungsdaten effizienter auszuwerten. Ein Dienstleistungsunternehmen könnte mit einem KI-Anbieter neue Kundenprozesse testen. Solche Vorhaben sind typisch für Mittelstand trifft Start-ups, weil sie schnell umsetzbar und wirtschaftlich überschaubar sind.

Fazit: Ein pragmatischer Baustein für Innovation

Der neue Innovationsgutschein ist kein großes Strukturprogramm, sondern ein gezieltes Werkzeug. Er senkt die Einstiegshürden für Kooperationen und fördert konkrete Zusammenarbeit statt abstrakter Innovationsrhetorik. Wie auch Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut betont, zielt das Programm darauf ab, die jeweiligen Stärken beider Welten zu bündeln: die Erfahrung, Marktkenntnis und Umsetzungsstärke des Mittelstands auf der einen Seite, Tempo, technologische Expertise und neue Denkweisen junger Unternehmen auf der anderen.

Für Gründer, Unternehmer und Investoren ist Mittelstand trifft Start-ups damit vor allem eines: ein praxisnaher Ansatz, der wirtschaftliche Relevanz mit operativer Umsetzbarkeit verbindet.

Foto/Quelle: stock.adobe.com – Manuel Schönfeld

Was braucht ein Hund wirklich?

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Hundefroh Orientierung für Hundebesitzer zur Hundeernährung Danny mit Thembi in Magdeburg

Hundefroh ist eine unabhängige Wissens- und Orientierungsplattform, die Hundebesitzern dabei hilft, fundierte Entscheidungen rund um Hundeernährung, Gesundheit und Verhalten zu treffen

Wie ist Hundefroh entstanden und welche Personen stehen heute hinter dem Projekt?

Als Hundehalter wird man schnell verunsichert, weil es rund um Hundeernährung und -gesundheit viele widersprüchliche Informationen gibt. Aus dieser ganz einfachen Beobachtung heraus ist Hundefroh entstanden. Hundefroh ist eine Wissens- und Orientierungsplattform für Hundebesitzer mit Fokus auf Futter, Symptome bei Krankheiten und Trainingsfragen. Ich verantworte Inhalte, Struktur und Ausrichtung persönlich und greife dabei gezielt auf externe Fachquellen, Studien und Erfahrungswerte zurück.

Was war die ursprüngliche Motivation, Hundefroh als Plattform für Hundeernährung und Gesundheit aufzubauen?

Die Motivation war nicht, ein weiteres Meinungsportal zu schaffen, sondern Orientierung. Viele Inhalte im Netz sind entweder stark vereinfacht oder klar von Verkaufsinteressen geprägt. Mir ging es darum, fundiertes Wissen zu sammeln, einzuordnen und verständlich aufzubereiten – ohne Panikmache, aber auch ohne Dinge schönzureden.

Welche Vision verfolgt ihr mit Hundefroh und was möchtet ihr langfristig für Hundebesitzer verändern?

Langfristig soll Hundefroh eine verlässliche Anlaufstelle sein, bevor Unsicherheit entsteht. Mein Ziel ist, dass Hundehalter ihre Entscheidungen bewusst und selbstbewusster treffen können. Das am besten auf Basis von Wissen statt Bauchgefühl oder Marketingversprechen.

An wen richtet sich Hundefroh konkret und welche Fragen oder Unsicherheiten eurer Zielgruppe greift ihr besonders häufig auf?

Hundefroh richtet sich an ganz normale Hundehalter, die Verantwortung übernehmen wollen, ohne ein Studium daraus zu machen. Besonders häufig geht es um Themen wie Futterverträglichkeit, Welpenentwicklung, auffälliges Verhalten oder diffuse Symptome, bei denen man nicht sofort weiß, ob sie harmlos oder ernst zu nehmen sind.

Wie stellt ihr sicher, dass eure Inhalte verständlich, fundiert und gleichzeitig alltagstauglich für Hundehalter sind?

Ich arbeite nach einem klaren Prinzip: Erst recherchieren, dann filtern, dann übersetzen. Studien und Fachmeinungen sind wichtig, aber sie müssen in den Alltag passen. Deshalb werden Inhalte bewusst strukturiert, mit Beispielen versehen und Studien belegt. Der intensivste Aufgabenbereich ist, sich zu überlegen, was den Leser und Hundebesitzer am meisten beschäftigt. Die Informationen werden dann auf das reduziert, was für Hundehalter wirklich relevant ist.

Was macht Hundefroh im Vergleich zu anderen Informationsangeboten rund um Hundeernährung besonders?

Der Fokus liegt nicht auf Extremen. Weder Dogmen noch Trends stehen im Vordergrund, sondern Einordnung. Hundefroh versucht, Zusammenhänge zu erklären und Alternativen aufzuzeigen. Besonders viel Wert legt Hundefroh auf Inhalte mit Mehrwert, ohne den Anspruch, die eine perfekte Lösung zu verkaufen.

Hundefroh Orientierung für Hundebesitzer zur Hundeernährung Danny mit Thembi

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, unabhängig und aufklärend zu arbeiten, gerade in einem stark kommerzialisierten Markt?

Unabhängigkeit bedeutet, auch unbequeme Dinge zu sagen. Viele Informationen funktionieren nur, wenn man sie mit Produkten verknüpft. Hundefroh trennt diese Ebenen bewusst. Das macht den Aufbau langsamer, aber langfristig glaubwürdiger.

Widersprüchliche Meinungen gehören gerade in der Hundeernährung dazu. Und Hundefroh sieht Thematiken nicht nur schwarz oder weiß. Statt einzelne Sichtweisen auszublenden, werden unterschiedliche Ansätze erklärt und eingeordnet. Trends werden weder verteufelt noch unkritisch übernommen, sondern sachlich betrachtet und in einen größeren Zusammenhang gesetzt.

Welche Rolle spielt Vertrauen in eurer Arbeit und wie baut ihr dieses gegenüber eurer Community auf?

Vertrauen entsteht durch Klarheit. Quellen werden benannt, Unsicherheiten offen kommuniziert und Inhalte regelmäßig überprüft. Es geht nicht darum, immer recht zu haben, sondern ehrlich zu arbeiten.

In welche Richtung möchtet ihr Hundefroh in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

Auch in dem kommenden Jahr bleibt der Fokus klar auf Qualität statt Masse. Hundefroh soll wachsen, aber nicht beliebig. Lieber weniger Inhalte, die wirklich helfen, als eine große Menge an Artikeln ohne Substanz. Mit dem weiteren Ausbau der Wissensplattform entstehen langfristig zusätzliche Formate und Strukturen, die Hundebesitzern noch mehr Orientierung bieten sollen.

Gibt es neue Themen oder Formate, die ihr künftig stärker in den Fokus rücken möchtet?

Geplant sind vertiefende Inhalte rund um Welpenentwicklung, Ernährung bei sensiblen Hunden und langfristige Gesundheitsprävention. Außerdem sollen komplexe Themen stärker visuell und strukturiert aufbereitet werden.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein inhaltsgetriebenes Projekt starten möchten?

1.: Klar definieren, wofür das Projekt stehen soll und genauso bewusst, wofür nicht. Nur so bleibt eine gemeinsame Haltung im Team erhalten, die das Projekt entwickeln lässt.
2.: Geduld entwickeln und dem Prozess vertrauen. In der Gründungsphase ist nicht alles perfekt und das ist okay so. Entwicklungen und Inhalte brauchen Zeit, um Wirkung zu entfalten.
3.: Inhalte konsequent aus der Perspektive der Zielgruppe denken.

Bildcredits @ privat

Wir bedanken uns bei Danny Herrmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Hundefroh

Hundefroh logo

Kontakt:

D. Herrmann
Birkenweg 46
D-39120 Magdeburg

https://hundefroh.de/
info@hundefroh.de


Ansprechpartner:
Danny Herrmann

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Wann hat Bewegung aufgehört, sich richtig anzufühlen?

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ROSY steht für Bewegung und Longevity jenseits von Trends. Roy Dowery erklärt, warum Haltung, Rituale und Substanz wichtiger sind als Hype.

ROSY ist ein inhabergeführter Longevity-Club in München, der Bewegung als langfristiges Ritual für Gesundheit, Lebensqualität und innere Stabilität neu denkt

Roy Dowery, Sie gehören zu den Pionieren der Boutique-Fitness-Bewegung in Deutschland. Was hat Sie persönlich dazu bewogen, nach dieser erfolgreichen Phase noch einmal bewusst neu anzufangen und ein neues Konzept aufzubauen?

Ich habe mit SYPC eines der ersten Boutique-Fitness-Studios in Deutschland aufgebaut und die Entwicklung dieser Branche über viele Jahre sehr intensiv begleitet. In den letzten 24 Monaten habe ich jedoch gemerkt, dass wir an einem Wendepunkt angekommen sind – inhaltlich wie strukturell. Es sind unzählige Boutique-Gyms entstanden: Reformer, Pilates, Barre. Auf den ersten Blick unterschiedlich, im Kern aber oft austauschbar. Sehr Instagram-getrieben, sehr laut, sehr trainerzentriert. Trainer vermarkten sich als Role Models, zeigen auf Social Media, wie gut sie sich selbst bewegen – aber Teaching ist kein Performance-Format. Ein wirklich guter Trainer muss nicht jede Übung vormachen. Er bewegt Menschen mit Wissen, Sprache und Präzision.

Was mich besonders irritiert hat: In München eröffnet an jeder Ecke ein neues Studio, mit identischem Versprechen von „exzellenten Classes“ und „starker Community“. Die Preise steigen – aber die Trainer bleiben die gleichen. Kundinnen zahlen unterschiedliche Preise, erhalten aber immer denselben Inhalt. Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Wofür bezahlen wir eigentlich?

Hinzu kommt der massive Einfluss von Aggregatoren wie Wellpass, Wellhub, Urban Sports Club oder ClassPass. Sie haben die Fitnesslandschaft grundlegend verändert. Klassische Mitgliedsverträge verschwinden, Flexibilität wird erwartet – was absolut legitim ist, aber Bindung enorm erschwert.

Für mich war klar: Wenn man heute ein Studio gründet, braucht es mehr als gutes Design und Social Media. Es braucht Haltung. Klarheit. Substanz. ROSY ist meine bewusste Antwort darauf.

Mit dem ROSY Longevity Club entfernen Sie sich klar vom klassischen Fitnessverständnis. Gab es einen konkreten Moment oder eine Erfahrung, in der Ihnen bewusst wurde, dass herkömmliche Trainingsmodelle Ihrer eigenen Haltung zu Gesundheit und Bewegung nicht mehr gerecht werden?

Ja, einen sehr klaren. Nachdem ich gefühlt das zwanzigste identische Konzept auf Instagram gesehen habe, dachte ich: Man könnte inzwischen eine Copy-Paste-Anleitung veröffentlichen. Was brauche ich für ein Boutique-Studio? Eine „Community“, eine abgestimmte Farbwelt, täglichen Content und ein Interior, das häufiger gezeigt wird als die eigentlichen Kursprogramme.

Inhaltlich hat sich dabei erstaunlich wenig weiterentwickelt. Pilates ist heute oft kein Pilates mehr, sondern Bodenturnen mit Gewichten. Studios bilden ihre Trainer selbst aus, Ausbildungszertifikate verlieren an Wert – während Preise immer weiter steigen.

Da wurde mir klar: Wir brauchen ein Konzept, das sich bewusst davon abhebt. Bei ROSY steht nicht der Trainer im Mittelpunkt, sondern das Mitglied. Qualität vor Quantität. Klar definierte Kurskonzepte. Ausschließlich fundiert ausgebildete Trainer. Und kein zusätzlicher Ballast – denn der eigene Körper hat bereits alles, was er braucht.

Longevity bedeutet für mich nicht, möglichst lange zu funktionieren, sondern möglichst lange gut zu leben. Im Kontext von Bewegung heißt das: Training so zu gestalten, dass es den Körper stärkt, ohne ihn zu verschleißen – und ihn auf das vorbereitet, was kommt.

Der menschliche Körper hat sich in den letzten 10.000 Jahren nicht verändert. Er kann sich nur auf eine begrenzte Anzahl sinnvoller Arten bewegen. Die Idee, jede Woche eine neue Methode zu erfinden, ist meist Marketing – keine Wissenschaft.

Was mich aktuell kritisch stimmt: Longevity wird häufig genutzt, um noch mehr Add-ons zu verkaufen – Nahrungsergänzungsmittel, Infrarot, Cold Plunges. Nichts davon ist notwendig. Der Mensch trägt alles, was er braucht, bereits in sich. Was wirklich fehlt, sind Rituale. Es geht nicht um tägliche Motivation – die ist flüchtig. Es geht um Disziplin. Und vor allem darum, Bewegung so sehr zu lieben, dass sie selbstverständlich Teil des Lebens wird. Nicht als To-do, sondern als Ritual.

Welche Beobachtungen aus Ihrer langjährigen Arbeit mit Kundinnen und Kunden haben maßgeblich dazu beigetragen, das Konzept des ROSY Longevity Club zu formen?

Ganz klar: der Moment nach dem Training. Dieses Strahlen. Die rosigen Wangen. Die aufrechte Haltung. Die Ruhe im Blick. Diese „ROSY Cheeks“ waren nicht nur ein schönes Bild – sie sind der Namensgeber unseres Studios.

Sie stehen für Durchblutung, für Lebendigkeit, für dieses unverwechselbare Gefühl, im eigenen Körper angekommen zu sein. Ich habe über Jahre gesehen, dass nachhaltige Ergebnisse nicht aus Härte entstehen, sondern aus Präzision und Kontinuität. Nicht aus Druck, sondern aus Verständnis für den eigenen Körper – besonders bei Frauen.

Der Schritt von etablierten Fitnessformaten hin zu einem ganzheitlichen Longevity-Ansatz bedeutet auch, bestehende Denkweisen zu hinterfragen. Welche Routinen oder Glaubenssätze der Branche mussten Sie selbst zuerst loslassen?

Vor allem den Glauben, dass es ständig etwas Neues braucht. Die nächste Methode. Das nächste Tool. Die nächste „Revolution“. Wir müssen aufhören so zu tun, als hätte jemand Fitness neu erfunden – nur mit besserem Marketing.

Der Körper braucht kein Spektakel. Er braucht kluge Bewegung. Ein weiterer Glaubenssatz war die Idee, dass Menschen ständig motiviert werden müssen. Motivation ist kein Fundament – sie kommt und geht. Was trägt, ist ein Training, das man liebt. So sehr, dass man es nicht mehr hinterfragt – wie Schlaf oder Atmen.

Der Fitnessmarkt gilt als stark gesättigt und wettbewerbsintensiv. Welche Herausforderungen bringt es mit sich, ein Studio mit einer so klaren Vision in diesem Umfeld zu launchen?

ROSY ist eines der letzten inhabergeführten Studios. Wir stehen im Wettbewerb mit Marken, die über deutlich mehr Kapital verfügen und enorme Budgets in Marketing investieren. Gleichzeitig ist Longevity ein Thema, das erklärt werden muss – weil es leiser ist als klassische Fitnessversprechen.

Es geht nicht um schneller, höher, härter, sondern um morgen. Und übermorgen. Unsere größte Herausforderung ist gleichzeitig unsere größte Stärke: Wir wachsen nicht über Lautstärke, sondern über Vertrauen.

Wie reagieren Kundinnen und Kunden auf die Idee, Bewegung nicht als kurzfristiges Ziel, sondern als langfristige Investition in Gesundheit, Performance und Lebensqualität zu verstehen?

Viele sind zunächst überrascht – und dann sehr erleichtert. Weil sie merken, dass sie hier nichts beweisen müssen. Gerade in einer Zeit maximaler Flexibilität sehnen sich viele nach Struktur. Nicht nach Zwang, sondern nach Verlässlichkeit.

Wenn Bewegung zum Ritual wird, entsteht Bindung ganz von selbst – nicht an ein Preismodell, sondern an ein Gefühl.

ROSY versteht sich nicht nur als Trainingsort, sondern als Club. Welche Rolle spielen Community, Haltung und Umfeld für nachhaltige Gesundheit aus Ihrer Sicht?

Eine zentrale. Gesundheit entsteht nicht isoliert, sondern im Kontext. ROSY ist ein Raum mit Haltung. Ein Umfeld, das Ruhe ausstrahlt, statt Druck. Eine Community, die sich nicht über Leistung definiert, sondern über Bewusstsein. Wir bewegen uns gemeinsam – aber jede in ihrem eigenen Rhythmus.

Inwiefern fließen Ihre persönlichen Werte und Ihr eigenes Verhältnis zu Gesundheit, Alter und Leistungsfähigkeit konkret in den Alltag des ROSY Longevity Club ein?

ROSY bin ich – eins zu eins. Die meisten Menschen würden mein tatsächliches Alter nicht erraten. Nicht wegen eines Geheimnisses, sondern wegen Bewegung. Ich bin fest davon überzeugt, dass Movement das stärkste Longevity-Tool ist, das wir haben.

Es hält uns nicht nur körperlich stark, sondern mental beweglich und emotional stabil. Diese Haltung lebt ROSY jeden Tag.

Sie beschreiben ROSY als einen Blueprint für die Zukunft von Bewegung. Was müsste sich Ihrer Meinung nach strukturell ändern, damit Longevity-getriebene Konzepte langfristig zur neuen Normalität werden?

Wir brauchen wieder mehr Verantwortung für Inhalte. Mehr Respekt vor Ausbildung. Mehr Klarheit in Kurskonzepten – und weniger Beliebigkeit.

Longevity darf kein Marketingbegriff sein, sondern muss sich im täglichen Training zeigen. In der Art, wie wir lehren, begleiten und langfristig denken.

Wenn Sie auf Ihre bisherige unternehmerische Reise zurückblicken: Welche Erkenntnisse als Founder sind heute entscheidend dafür, ein Konzept wie ROSY nachhaltig und zukunftsfähig aufzubauen?

Jedes neue Studio hat am Anfang Wartelisten. Das ist kein Qualitätsmerkmal – das ist Neugier. Was bleibt, ist Substanz. Qualität. Klarheit. Konsequenz.

Nachhaltigkeit entsteht nicht durch Trends, sondern durch Vertrauen. Und genau darauf ist ROSY aufgebaut.

Bildcredits @ ROSY

Wir bedanken uns bei Roy Dowery für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Welche Rolle spielen Gefühle für Bildung im Alltag?

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Alter Sensus Gefühle und Schule neu denken alter sensus founder team bild mit produkt gefühlswürfel

Alter Sensus ist ein Social-Impact-Unternehmen, das Bildungsformate entwickelt, um emotionale Kompetenz, Zugehörigkeit und psychische Gesundheit im Schulalltag nachhaltig zu stärken

Was ist Alter Sensus für ein Unternehmen und welche Rollen übernehmen Sie als Gründer Felix Lenniger und Tobias Schüppen im Alltag?

Alter Sensus ist ein Social-Impact-Unternehmen an der Schnittstelle von Bildung, Gesundheit und Gesellschaft. Wir bauen Formate, die Zugehörigkeit stärken und psychische Gesundheit im Alltag wahrscheinlicher machen. Unser aktueller Fokus liegt auf Gefühlen, weil sie oft das Erste sind, was in Klassen, Familien und Teams kippt, wenn Druck steigt. Gleichzeitig denken wir ganzheitlich. Kinder lernen nicht nur durch Inhalte, sondern durch Vorbilder.

Im Alltag ergänzen wir uns klar. Felix Lenniger ist der kreative Kopf. Er produziert unfassbar starke Musik und Audio. Er bringt Professionalität in Sound, Dramaturgie und Wirkung. Tobias Schüppen ist der Typ, der im Kopf selten zur Ruhe kommt. Ich bin getrieben von Ideen und dem Wunsch, wirklich etwas zu verändern. Wenn andere schlafen, werde ich erst warm. Ich bringe die Praxis aus Schule, Prävention und Beziehung ein und frage immer wieder: Funktioniert das im echten Alltag?

Warum beginnt Ihre Arbeit bewusst im Klassenzimmer und nicht erst dort, wo Diagnosen oder Therapien ansetzen?

Weil Schule der Ort ist, der alle erreicht. Unabhängig von Herkunft, Wartezeiten und Zugang zu Hilfe. Viele Kinder landen erst spät im Hilfesystem. Oft erst, wenn Verhalten „auffällig“ wird. Dazwischen liegen Stress, Missverständnisse und manchmal Ausgrenzung.

Wir setzen früher an. Nicht, weil Therapie unwichtig wäre. Sondern weil Prävention Schutzfaktoren aufbaut, bevor es brennt. Im Klassenzimmer zeigt sich, ob Kinder sich sicher fühlen. Ob sie dazugehören. Ob sie Worte finden. Genau dort kann man Kultur verändern, ohne zu stigmatisieren.

Wie ist das Präventionsprogramm „Mit Gefühl“ entstanden und welches konkrete Problem wollten Sie damit lösen?

Wir haben nach Corona angefangen. Mit einem Kartenspiel zur Gefühlserkennung hinter der Maske. Plötzlich war Mimik schwerer lesbar. Gleichzeitig war bei vielen Kindern innerlich viel los. Es gab mehr Reibung. Mehr Rückzug. Mehr Überforderung. Dann kamen Anfragen. Aus Schulen. Aus Familien. Der Bedarf war spürbar.

Wir haben uns gefragt: Was lieben Kinder wirklich? Hörspiele. Und was brauchen Schulen wirklich? Etwas, das im Alltag funktioniert. Also haben wir unsere Qualitäten gebündelt. Felix mit Produktion, Klang und Professionalität. Tobias mit Schule, Beziehung und Umsetzbarkeit. So wurde aus einem Spiel ein Programm. „Mit Gefühl“ soll ein konkretes Problem lösen: Es fehlt oft eine gemeinsame Sprache für das, was innen passiert. Und ohne Sprache wird aus Gefühl schnell Verhalten.

Was unterscheidet „Mit Gefühl“ von klassischen Projekten zur emotionalen Bildung an Schulen?

Viele Projekte sind punktuell. Ein schöner Tag. Ein Impuls. Danach verpufft es oft. Wir wollen, dass etwas bleibt. Darum arbeiten wir mit klarer Struktur und wiederholbaren Elementen. Wir denken nicht nur in Inhalten, sondern in Kultur.

Ein weiterer Unterschied ist die Rolle der Kinder. Kinder sind bei uns nicht nur Teilnehmende. Sie gestalten mit. Eine Hörspielproduktion macht Emotionen greifbar, ohne dass Kinder „sich ausliefern“ müssen. Sie können über Figuren sprechen und trotzdem bei sich landen. Das ist oft leichter und sicherer.

Welche Bedeutung haben feste Routinen wie Check-ins und eine gemeinsame Gefühlssprache für den langfristigen Effekt Ihres Ansatzes?

Routinen sind der Hebel. Ein Check-in ist klein. Aber er sendet jeden Tag dieselbe Botschaft: Du darfst da sein, auch innerlich. Das schafft Sicherheit. Und Sicherheit ist die Basis für Lernen und Miteinander.

Eine gemeinsame Gefühlssprache wirkt wie ein Übersetzer. Viele Kinder zeigen Wut, wenn dahinter Angst steckt. Oder sie werden albern, wenn sie überfordert sind. Wenn Erwachsene nur Verhalten sehen, reagieren sie oft zu spät oder zu hart. Wenn Worte da sind, wird Begleitung möglich. Und Konflikte werden schneller lösbar.

An welche Schulen und Bildungseinrichtungen richtet sich Alter Sensus aktuell und wie niedrigschwellig ist der Einstieg für Lehrkräfte?

Aktuell richtet sich „Mit Gefühl“ vor allem an Grundschulen, besonders an die ersten Klassen. Dort wird Beziehungskultur gelegt. Dort entstehen Routinen, die Jahre tragen können. Gleichzeitig sind wir offen für weitere Bildungseinrichtungen, wenn Haltung und Bedarf passen.

Der Einstieg soll niedrigschwellig sein. Lehrkräfte brauchen keine zusätzliche Belastung. Sie brauchen Klarheit. Material. Struktur. Und das Gefühl: Das ist machbar. Wenn wir begleiten, dann so, dass es entlastet und nicht noch ein Projekt oben drauf wird.

Was bedeutet es für Alter Sensus, dass „Mit Gefühl“ erstmals von einer gesetzlichen Krankenkasse als Präventionsmaßnahme finanziert wird?

Das ist für uns ein starkes Signal. Psychische Gesundheit wird nicht nur als Therapiethema gesehen. Sondern als Lebensweltthema. Prävention bekommt damit Legitimität. Und Schulen bekommen eine realistische Chance, so ein Programm umzusetzen.

Für uns bedeutet es auch Verantwortung. Qualität, Struktur und Wirkung müssen nachvollziehbar sein. Genau das passt zu unserem Anspruch. Wir wollen nicht nur berühren. Wir wollen nachhaltig verändern.

Welche Herausforderungen erleben Sie, wenn es darum geht, psychische Gesundheit von Kindern frühzeitig im System Schule zu verankern?

Die größte Hürde ist Zeit. Und Überlastung. Viele Schulen wollen, aber sie sind am Limit. Dazu kommen viele Ebenen. Schulleitung. Kollegium. Träger. Eltern. Oft auch externe Partner. Veränderung ist selten einfach nur entscheiden.

Eine zweite Hürde ist Unsicherheit. Gefühle einzuladen kann Angst machen. Was, wenn es zu viel wird? Darum braucht es klare Leitplanken. Und eine Haltung, die schützt. Prävention muss sicher sein. Sonst wird sie vermieden.

Warum setzen Sie bewusst auf analoge Formate wie Hörspiele und Mitmach-Elemente statt rein digitaler Lösungen?

Weil Beziehung analog entsteht. Ein Hörspiel aufnehmen heißt zuhören, warten, sich abstimmen, sich trauen. Das ist echte soziale Übung. Und es passiert nebenbei. Ohne moralischen Zeigefinger.

Analog ist zudem oft inklusiver. Weniger Technikstress. Weniger Ablenkung. Mehr Präsenz. Wir sind nicht gegen digital. Wir sind für wirksam. Und wir sehen: Mitmachformate bringen Menschen schneller in Kontakt mit sich und miteinander.

Was haben Formate wie die Gefühlsgarage bei Rock am Ring oder der Gefühlswürfel auf der SPIEL Messe für Ihre Arbeit bewirkt?

Sie haben uns bestätigt, dass das Thema weit über Schule hinausgeht. Auf einem Rockfestival erwartet man vieles. Aber nicht unbedingt Gefühlsgespräche. Und genau das ist passiert. Ein Mann kam sonntags zu uns und sagte: „Ich bin jetzt jeden Tag hier bei euch gewesen. Ihr seid mein Safe Space im Festivaltrubel. Ich danke euch von Herzen.“ Das vergisst man nicht.

Eine Frau sprach bei uns über ihre Wut auf den politischen Umgang mit der Ahrtal-Tragödie. Daraus wurde ein halbstündiger, sehr menschlicher Austausch. Sie ging mit: „Danke, dass ich das bei euch loswerden konnte.“ Und manchmal war es leicht und verbindend. Sie schrieb „Unordnung“ auf einen Karton. Er schrieb darunter „Ordnung“. Er fotografierte es. Beide gingen lachend Arm in Arm weiter. Diese Momente zeigen: Erwachsene brauchen genauso eine Sprache für Gefühle. Und wenn Erwachsene anfangen, verändert das auch Kinderwelten.

Wie soll sich Alter Sensus in den kommenden Jahren weiterentwickeln und welche Rolle spielt dabei Skalierbarkeit im Bildungsbereich?

Wir fühlen uns nach vier Jahren oft noch am Anfang. Und gleichzeitig geht es jetzt erst richtig los. Skalierbarkeit heißt für uns nicht mehr Content. Es heißt mehr Wirkung bei gleicher Einfachheit. Formate, die ohne Heldentum funktionieren. Formate, die Schulen wirklich tragen können.

Wir wollen Brücken bauen. Zwischen Schule und Gesellschaft. Zwischen Kindern und Erwachsenen. Darum gehen wir auch in ungewöhnliche Orte und Kooperationen. Zum Beispiel ein Workshop mit neuroTime bei IKEA am 31.01.2026. Wir sind gespannt, wie es weitergeht. Und wir wissen auch: Wir machen weiter. Egal welche Hürden kommen.

Welche drei Ratschläge geben Sie Gründerinnen und Gründern, die Prävention, Bildung und Gesundheit neu denken wollen?

Plant mit langem Atem. Bildung ist ein zähes Feld. Nicht, weil Menschen nicht wollen. Sondern weil so viele Ebenen beteiligt sind und alle unter Druck stehen. Nach vier Jahren fühlt man sich oft noch wie am Start. Das muss man aushalten können.

Baut für die Realität. Wenn es Montagmorgen nicht funktioniert, funktioniert es nicht. Prävention muss entlasten. Nicht zusätzlich belasten. Denkt in kleinen, wiederholbaren Routinen.

Lernt die Sprache des Systems, ohne eure Haltung zu verlieren. Qualität, Evaluation, Finanzierung und Zuständigkeiten sind mühsam. Aber sie sind die Brücke zur Dauerhaftigkeit.

Ohne Bindung keine Bildung. Punkt.

Wir sind hier für die Langstrecke: Wirkung entsteht durch Wiederholung, nicht durch Hype.

Bildcredits @ privat

Wir bedanken uns bei Tobias Schüppen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Affiliate Marketing: Wie realistisch ist der Weg zum Vermögen?

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Affiliate Marketing: Wie realistisch ist der Weg zum Vermögen?

Key Takeaways

  • Affiliate Marketing verspricht finanzielle Freiheit, doch der Weg zum Erfolg ist lang und verlangt Engagement.
  • Es handelt sich um ein provisionsbasiertes Modell, das nur funktioniert, wenn Vertrauen, Reichweite und Transparenz vorhanden sind.
  • Der Affiliate-Markt wächst kontinuierlich, aber nur wenige erreichen ein Einkommen, das einen Vollzeitjob ersetzt.
  • Wichtige Faktoren für den Erfolg sind Traffic, eine hohe Conversion-Rate und die Nutzung von wiederkehrenden Provisionen.
  • Affiliate Marketing ist ein seriöses Geschäftsmodell, das nachhaltiges Einkommen erfordert und kein schnelles Geld verspricht.

Reich werden im Internet – und warum Affiliate Marketing dabei immer wieder genannt wird

Affiliate Marketing taucht in Gesprächen über „finanzielle Freiheit“ so zuverlässig auf wie der Begriff „passives Einkommen“. Das Problem: Zwischen seriösem Geschäftsmodell und Marktschreierei liegen Welten. Wer sich nüchtern anschaut, wie Affiliate-Erlöse tatsächlich entstehen, erkennt schnell: Reich werden ist möglich, aber selten. Realistischer ist, sich über Jahre ein solides Neben- oder Vollzeiteinkommen aufzubauen – mit Reichweite, Vertrauen und einem System, das funktioniert, wenn man nicht gerade online ist.

Genau deshalb passt das Thema gut zu einem wirtschaftlichen Publikum. Denn hinter dem Hype steckt ein klar messbares Vertriebsmodell, das in vielen Branchen längst zum Standard gehört. Und wie bei jedem skalierbaren Modell gilt: Der Hebel ist nicht der Trick, sondern die Umsetzung.

Was Affiliate Marketing wirklich ist – und was nicht

Affiliate Marketing ist ein provisionsbasiertes Vertriebsmodell. Unternehmen (Merchants) zahlen nur dann, wenn eine Empfehlung zu einem messbaren Ergebnis führt – etwa zu einem Verkauf oder einem qualifizierten Lead. Publisher, Creator oder Betreiber von Websites platzieren dafür individuelle Tracking-Links. Klickt jemand auf den Link und kauft (oder registriert sich), wird die Provision zugeordnet.

So weit, so unaufgeregt. Das Modell ist etabliert, in großen Netzwerken organisiert und für Unternehmen attraktiv, weil die Kosten stark an Leistung gekoppelt sind.

Was Affiliate Marketing nicht ist: ein Automat, der ohne Arbeit Geld druckt. Jeder Euro basiert auf Aufmerksamkeit, Vertrauen und Reichweite. Ohne diese drei Faktoren bleibt der schönste Link wirkungslos.

Und noch ein Punkt, der in Deutschland nicht optional ist: Transparenz. Affiliate-Links müssen als Werbung gekennzeichnet sein. Das ist rechtlich relevant – und für das Vertrauen der Leser sowieso.

Affiliate Marketing als Geschäftsmodell: Markt, Struktur, Realität

Der Affiliate-Markt wächst seit Jahren mit dem E-Commerce und der Abo-Ökonomie. Besonders stark sind Bereiche, in denen Kunden langfristig zahlen: Software-Abos, Business-Tools, Hosting, Finanzprodukte, digitale Services. Genau dort sitzen auch die spannenden Margen.

Die Einkommensverteilung ist allerdings ungleich. Branchenstudien und Auswertungen aus Affiliate-Netzwerken zeichnen ein wiederkehrendes Bild:

  • Nur ein kleiner Teil erreicht ein Einkommen, das einen Vollzeitjob ersetzt (oft um die fünf Prozent).
  • Eine weitere Gruppe baut sich ein stabiles Neben-Einkommen auf.
  • Die Mehrheit bleibt im Bereich „Taschengeld“ oder gibt zu früh auf.

Das ist weniger ein „Problem der Branche“ als ein Mechanismus: Affiliate-Erlöse folgen der Logik von Medien- und Plattformgeschäft. Wer Reichweite und Vertrauen systematisch aufbaut, kann skalieren. Wer sporadisch publiziert, bleibt unsichtbar.

Wie viel Geld ist realistisch – und warum „Lifetime Commission“ ein Hebel sein kann

Affiliate-Einnahmen hängen im Kern an drei Größen: Traffic, Conversion-Rate und Provision pro Abschluss. Wer diese drei Faktoren im Griff hat, kann sehr präzise rechnen.

Ein plausibles Rechenbeispiel (zum schnellen Einordnen):

  • 10.000 Besucher pro Monat
  • 1 % Conversion (100 Abschlüsse)
  • 40 € durchschnittliche Provision
    = 4.000 € im Monat

Steigt die Conversion-Rate auf 3 %, landet man bei 12.000 €. Die Rechnung zeigt: Ohne Reichweite bleibt es klein. Mit Reichweite wird es schnell ernst.

Jetzt kommt der Teil, der gerade für Gründer und Investoren interessant ist: Lifetime Commission bzw. wiederkehrende Provisionen. Im SaaS-Bereich zahlen viele Programme nicht nur einmalig, sondern monatlich, solange der Kunde aktiv bleibt. Der Effekt ist simpel: Statt ständig neue Käufer zu „jagen“, baut man einen Bestand auf, der sich über Zeit addiert. Das ist kein Freifahrtschein, aber ein realer Hebel – wenn Produktqualität und Zielgruppenfit stimmen.

Affiliate Marketing braucht Reichweite – und die fällt nicht vom Himmel

Ohne Traffic kein Umsatz. Das ist die banalste und wichtigste Regel. Die meisten Fehleinschätzungen entstehen, weil Reichweite als „Nebenprodukt“ gedacht wird. In Wahrheit ist sie das Produkt.

Drei Quellen dominieren in der Praxis:

SEO (organische Suche):
Nachhaltig, oft hohe Kaufabsicht, über Jahre skalierbar. Nachteil: Aufbau dauert, typischerweise Monate.

YouTube und andere Video-Plattformen:
Stark, weil Vertrauen schneller entsteht. Gute Tutorials und Reviews liefern „Evergreen“-Traffic, also Views und Klicks über lange Zeit.

E-Mail-Listen:
Unsexy, aber extrem wertvoll. Wer eine Liste besitzt, ist unabhängiger von Algorithmen und kann wiederkehrende Umsätze besser steuern – besonders bei Abo-Produkten.

Social Media kann zusätzlich Reichweite bringen, ist aber häufig volatiler. Viele erfolgreiche Projekte kombinieren: SEO für Intent, Video für Vertrauen, E-Mail für Bindung.

Fähigkeiten, die über Erfolg oder Mittelmaß entscheiden

Technisch kann man heute mit wenig starten. Entscheidend ist nicht die Tool-Liste, sondern das Handwerk:

1) Content, der hilft (nicht wirbt):
Vergleiche, Tests, Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Leser wollen Orientierung, nicht Verkaufsdruck.

2) Basiswissen in SEO und Plattform-Logik:
Wer Suchintentionen versteht, produziert keine Inhalte „ins Leere“. Wer Videoformate beherrscht, baut schneller Vertrauen auf.

3) Datenkompetenz:
Klicks, EPC (Earnings per Click), Conversion-Raten, Retourenquoten – das sind keine Nerd-Zahlen, sondern Steuerungsinstrumente.

4) Seriosität und Transparenz:
Kennzeichnung von Affiliate-Marketing Links, saubere Empfehlungen, kein „Hidden Agenda“-Ton. Das ist rechtlich notwendig und wirtschaftlich klug.

Zeitfaktor: Wann erste Einnahmen realistisch sind

Für Anfänger ohne Reichweite sind erste kleine Provisionen nach ein bis drei Monaten möglich – vorausgesetzt, es passiert wirklich konstant etwas: Inhalte, Tests, Optimierung. Stabilere monatliche Beträge brauchen häufig drei bis sechs Monate. Ein Einkommen auf Job-Niveau ist eher ein Projekt über zwei Jahre oder länger.

Mit bestehender Reichweite kann es schneller gehen. Mit bezahltem Traffic ebenfalls, allerdings steigt dann das Risiko: Wer Ads schaltet, bevor Angebot, Funnel und Conversion sitzen, kauft sich im Zweifel nur teuren Traffic ohne Ergebnis.

Der Mythos vom „schnellen Geld“ hält sich, weil Einzelfälle laut sind. Die Aufbauarbeit sieht man selten – und genau sie entscheidet.

Welche Nischen wirklich Umsatz bringen

Nicht jede Nische eignet sich gleich gut. Besonders attraktiv sind Bereiche mit hoher Zahlungsbereitschaft, klaren Problemen und wiederkehrenden Zahlungen.

SaaS und B2B-Tools:
Hohe Provisionen, häufig recurring. Gute Voraussetzungen, wenn man erklären kann, was ein Tool leistet und für wen es sinnvoll ist.

Finanzen und Investment-nahe Produkte:
Teilweise sehr hohe Provisionen, aber auch hohe Anforderungen an Seriosität, Compliance und Vertrauen.

Hosting, Infrastruktur, Security (z. B. VPN):
In vielen Programmen lukrativ, weil die Produkte lange genutzt werden und Kunden vergleichsweise „sticky“ sind.

Klassischer E-Commerce (etwa über große Marktplätze) funktioniert ebenfalls, benötigt aber meist mehr Traffic, weil Provisionen pro Verkauf oft kleiner sind.

Risiko: Abhängigkeit von Plattformen, Programmen und Regeln

Affiliate-Marketing Einnahmen sind nicht garantiert. Provisionsmodelle können sich ändern, Programme können eingestellt werden, Plattformen können Regeln anpassen. Dazu kommen Algorithmus-Updates, die Traffic von heute auf morgen verschieben können.

Wer alles auf einen Merchant oder einen Kanal setzt, baut ein Klumpenrisiko auf. Professionelle Betreiber streuen:

  • mehrere Programme statt eines
  • mehrere Trafficquellen statt einer
  • eine eigene E-Mail-Liste als Stabilitätsanker

Viele entwickeln später zusätzlich eigene Produkte oder Services. Nicht, weil Affiliate „nicht funktioniert“, sondern weil Unabhängigkeit ein Unternehmensziel ist.

Praxis: Wie erfolgreiche Affiliates arbeiten

Erfolgreiche Projekte wirken selten spektakulär. Sie sind eher wie ein gut geführtes Fachmedium: klare Themenführerschaft, saubere Inhalte, wiederholbare Formate.

Typisch ist ein Setup aus:

  • einem Kernkanal (Website oder YouTube),
  • wiederkehrenden Formaten (Vergleich, Review, Tutorial),
  • wenigen, gut passenden Angeboten,
  • und konsequenter Optimierung anhand von Daten.

Sie empfehlen nicht „alles, was zahlt“, sondern das, was zur Zielgruppe passt. Denn im Affiliate-Geschäft ist Vertrauen die Währung. Wer sie verspielt, verliert nicht nur Leser, sondern auch Conversion.

Fazit: Affiliate Marketing ist kein Shortcut – aber ein echtes Business

Affiliate Marketing ist keine Zauberei und kein Scam. Es ist ein messbares Vertriebsmodell, das für viele Unternehmen ein fester Bestandteil der Kundenakquise ist. Wer es professionell betreibt, kann ein skalierbares Online-Business aufbauen. Reich werden ist möglich, aber nicht der Normalfall und schon gar nicht schnell.

Der sinnvollere Maßstab lautet: Kann ich über Zeit ein System bauen, das mir verlässlich Einnahmen bringt, weil es echten Nutzen liefert? Wer diese Frage mit Arbeit, Fokus und Transparenz beantwortet, hat eine reale Chance – nicht auf den schnellen Reichtum, aber auf ein seriöses, wachsendes Einkommen.

Foto/Quelle: stock.adobe.com – Rawpixel.com

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