Dienstag, März 3, 2026
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Wie finanzieren wir die Energiewende, ohne dass Haushalte ins Risiko gehen?

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Cloover Finanzierung Installateure Energiewende Führungsteam cloover

Cloover integriert Finanzierung und Installateure in einer digitalen Plattform für die Energiewende und ermöglicht so Haushalten den Zugang zu erneuerbarer Energie ohne hohe Vorabkosten

Wie ist Cloover entstanden und wer sind die Köpfe hinter dem Unternehmen?

Wir wurden 2023 von zwei Schweizern (Jodok Betschart und Valentin Gönzcy) und einem Schweden (Peder Broms) gegründet. Zu Beginn befand sich das Headquarter in Stockholm, und Cloover arbeitete mit den ersten 100 Installateuren in Schweden und der Schweiz zusammen. Ende 2023 zog CEO Jodok Betschart nach Berlin, um den deutschen Markt aufzubauen. Innerhalb kurzer Zeit entstand der Großteil des Wachstums in Deutschland. Diese Entwicklung veranlasste Cloover, das Team in Berlin weiter auszubauen. Heute arbeiten dort über 50 Mitarbeitende im Berliner Office. Inzwischen befindet sich auch das Headquarter in Berlin, und wir verstehen uns als deutsches Unternehmen.

Welche konkrete Lücke im Markt für erneuerbare Energien wollte Cloover von Beginn an schließen?

Wir adressieren die fehlende Integration von Finanzierung, Software und Energiemanagement im Markt für dezentrale erneuerbare Energien. Insbesondere fehlen vielen kleinen und mittleren Installationsbetrieben Kapitallösungen und digitale Tools, um Projekte effizient zu verkaufen, zu managen und zu finanzieren. Wir wollen dies durch eine einheitliche Plattform beheben und so die Energiewende beschleunigen.

Cloover bezeichnet sich als Plattform für Energieunabhängigkeit. Wie definieren Sie diese Vision und wie setzen Sie sie operativ um?

Wir wollen möglichst vielen Menschen den Zugang zu erneuerbarer Energie ermöglichen und Haushalte energieunabhängig machen. Mit digital gesteuerten Installationen und ohne hohe Vorabinvestitionen, welche es normalen Haushalten schwer machen sich dafür zu entscheiden. Umgesetzt wird das durch ein KI-gestütztes Betriebssystem, das Finanzierung, Workflow-Tools, Beschaffung, Energiemanagement und Partnerschaften miteinander verknüpft.

An welche Zielgruppen richtet sich Ihr Angebot konkret. Und wie unterscheiden sich deren Bedürfnisse?

Unsere Zielgruppen sind insbesondere Haushalte, die sich erneuerbare Energielösungen zulegen wollen, aber hohe Vorabkosten vermeiden möchten. Hier ermöglichen wir die Finanzierung über monatliche Raten und Einsparungen ab Tag 1. Eine weitere Zielgruppe sind Installateure und Anbieter erneuerbarer Technologien (z. B. PV, Wärmepumpe, Batterien), denen wir digitale Tools, Workflow-Management und eingebettete Finanzierung anbieten, um Projekte besser zu verkaufen und auszuführen.

Die Bedürfnisse unterscheiden sich darin, dass Installateure Tools für betriebliche Effizienz und Zahlungsfluss-Management benötigen, während Endkunden vor allem Zugang zu erschwinglicher Finanzierung und eine einfache, reibungslose Installation suchen.

Wie gelingt es Ihnen, Finanzierung, Installation und Energiemanagement in einer digitalen Lösung zu bündeln?

Wir entwickeln ein KI Operating System mit eingebetteter Finanzierung. Diese Plattform vereint KI Workflow-Management für Installateure, Finanzierungslösungen direkt im Verkaufsprozess, Datenanalyse und die Optimierung von Installationen. Dafür nutzen wir KI und automatisierte Prozesse, welche die verschiedenen Elemente miteinander verknüpfen und so Geschäftsprozesse vereinfachen und beschleunigen.

Was unterscheidet Cloover von klassischen Banken, Energieversorgern oder reinen Solarinstallateuren?

Wir unterscheiden uns dadurch, dass wir nicht nur ein Finanzierer oder Installateurpartner sind, sondern eine integrierte Plattform für das gesamte Ökosystem anbieten: Finanzierung wird direkt im Prozess angeboten, statt über klassische Bankkredite; Installateure erhalten digitale Tools und Kapitalzugang, um Projekte schneller umzusetzen und mehr Kunden zu erreichen. Im Vergleich zu einem klassischen Bankkredit berücksichtigen wir nicht nur die bisherige Kredithistorie einer Person, sondern beziehen auch die zukünftigen Energieeinsparungen in unsere Bewertung ein. Dadurch können wir mehr Menschen den Zugang zu solchen Installationen ermöglichen.

Welche Herausforderungen erleben Sie aktuell im Spannungsfeld aus Regulierung, Finanzierung und Energiewende?

Im Spannungsfeld zwischen Regulierung, Finanzierung und Energiewende erleben wir vor allem eine hohe Dynamik. Regulatorische Rahmenbedingungen und Förderprogramme können sich je nach Markt und politischer Lage verändern – teilweise kurzfristig. Das schafft Unsicherheit für Installateure, Investoren und Endkunden und erfordert flexible Finanzierungsmodelle.

Gleichzeitig sehen wir jedoch eine sehr positive Entwicklung: Durch technologische Fortschritte und kontinuierliche Effizienzsteigerungen sind viele Installationen heute wirtschaftlich tragfähig – zunehmend auch ohne Subventionen. Sinkende Systemkosten, bessere Performance und steigende Energiepreise führen dazu, dass sich Investitionen in erneuerbare Energien immer häufiger rein marktwirtschaftlich rechnen. Das reduziert die Abhängigkeit von Förderprogrammen und macht die Energiewende langfristig stabiler und skalierbarer.

Wie unterstützen Sie Installationsbetriebe konkret dabei, effizienter zu arbeiten und mehr Projekte umzusetzen?

Cloover stellt Installateuren Software-Werkzeuge zur Verfügung, die integrierte Finanzierung, Workflow-Management, Dokumentenerstellung, Zahlungsabwicklung und Kundenakquise in einem System bündeln. Partner berichten von bis zu 30 % mehr abgeschlossenen Projekten, weil Prozesse digital optimiert werden und traditionelle Verkaufshürden in der Finanzierung entfallen.

Der Markt für erneuerbare Energien wächst stark. Wie behauptet sich Cloover in diesem dynamischen Wettbewerbsumfeld?

Der Markt wächst schnell – aber er wird auch zunehmend komplexer. Genau hier setzt Cloover an. Wir positionieren uns nicht als weiterer Finanzierer oder als reiner Softwareanbieter, sondern als integrierte Finanzierungslösung für Anbieter von erneuerbaren Energielösungen.

Im Wettbewerb differenzieren wir uns in drei wesentlichen Punkten:

Technologie-First-Ansatz
Unsere Plattform ist API-basiert und lässt sich flexibel in bestehende CRM-, Angebots- oder ERP-Systeme integrieren. Das macht uns skalierbar und attraktiv für wachstumsstarke Partner.

Datengetriebenes Risikomodell
Wir kombinieren Energie-, Asset- und Bonitätsdaten, um Risiken präzise zu bewerten und auch zukünftige Energieeinsparnisse miteinzuberechnen. Das ermöglicht wettbewerbsfähige Konditionen bei gleichzeitig stabiler Portfolioqualität und eine erweiterte Kundengruppe, welche bisher ausgeschlossen wurde.

Fokus auf den B2B2C-Vertrieb
Während viele Player direkt Endkund:innen ansprechen, arbeiten wir eng mit den Unternehmen zusammen, die die Energiewende operativ umsetzen. Wir stärken also unsere Partner, die Installteure und echten Helden der Energiewende, und wachsen mit ihnen.

Welche Rolle spielen KI und datenbasierte Prozesse in Ihrem Geschäftsmodell?

Künstliche Intelligenz und datenbasierte Prozesse sind kein Zusatzmodul bei Cloover – sie sind das Fundament unseres Geschäftsmodells.

Wir entwickeln ein KI-basiertes Betriebssystem für die Energiewende, das Finanzierung, Workflow-Automatisierung, Energiemanagement und Beschaffung intelligent miteinander verknüpft. Dadurch entstehen durchgängige, datengetriebene Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Angebot bis zur laufenden Performance des Assets.

Auf Finanzierungsebene nutzen wir KI Modelle, um Energie-, Nutzungs- und Bonitätsdaten zu kombinieren. Das ermöglicht präzisere Risikobewertungen, schnellere Entscheidungen und bessere Konditionen – sowohl für unsere Partner als auch für Endkund:innen.

Gleichzeitig analysieren wir Installations-, Projekt- und Performance-Daten, um Prozesse zu optimieren: Installateure erhalten datenbasierte Empfehlungen zur Auslegung, Preisgestaltung und Abwicklung. Endkund:innen profitieren von transparenteren Wirtschaftlichkeitsberechnungen und fundierten Investitionsentscheidungen.

Unser Anspruch ist es, Kapital, Technologie und operative Prozesse über Daten intelligent zu verbinden – und so Skalierung, Effizienz und Profitabilität in der Energiewende messbar zu steigern.

Wie soll sich Cloover in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Gibt es neue Produkte oder Märkte im Fokus?

In den kommenden Jahren verfolgen wir eine klare europäische Wachstumsstrategie und bauen gleichzeitig unsere Produktplattform zu einem KI-gestützten Betriebssystem für dezentrale Energie weiter aus.

Geografisch skalieren wir unser Modell Schritt für Schritt in Europa. Seit Februar sind wir offiziell in Österreich aktiv und eröffnen aktuell unser Büro in Wien. Weitere Märkte mit stark wachsendem PV- und Speichersegment stehen bereits auf unserer Roadmap.

Produktseitig erweitern wir unsere Plattform konsequent entlang der Wertschöpfungskette unserer Partner. Ein zentraler Meilenstein für 2026 ist die Einführung von Cloover Pay – einer Materialfinanzierungslösung speziell für Installationsbetriebe. Damit ermöglichen wir es Betrieben, Komponenten und Projekte vorzufinanzieren, ihre Liquidität zu stärken und mehr Anlagen parallel umzusetzen. Das erhöht Geschwindigkeit, Umsatzpotenzial und Skalierbarkeit im operativen Geschäft.

Parallel bauen wir unsere KI-Funktionalitäten weiter aus:

KI-gestützte Risikomodelle, die Asset-, Energie- und Bonitätsdaten in Echtzeit analysieren und Finanzierung noch schneller und präziser machen.

Predictive Cashflow- und Portfolio-Analysen, um Ausfallrisiken frühzeitig zu erkennen und Kapital effizienter zu steuern.

AI-gestützte Installations- und Pricing-Optimierung, die Installateuren datenbasierte Empfehlungen zur Projektkalkulation, Systemauslegung und Margensteuerung gibt.

Perspektivisch ein intelligentes Energy-Performance-Monitoring, das Finanzierungs- und Betriebsdaten verbindet und neue datenbasierte Geschäftsmodelle ermöglicht.

Unser Ziel ist klar: Cloover soll nicht nur Finanzierung ermöglichen, sondern als datengetriebene Plattform Kapital, operative Prozesse und Energie-Assets intelligent vernetzen – und damit die Skalierung der Energiewende in Europa strukturell beschleunigen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die im Bereich ClimateTech oder Energie starten möchten?

Energie ist kein „Impact-Sektor“ – sie ist das Rückgrat der neuen Weltwirtschaft.
AI macht Strom zur strategischsten Ressource unserer Zeit. Ohne günstige, skalierbare Energie gibt es keine Rechenzentren, keine Industrie 4.0, keine Elektromobilität, keine digitale Souveränität. Wenn ihr in ClimateTech gründet, baut an der Infrastruktur des nächsten Wirtschaftszeitalters. Denkt in Gigawatt, nicht in Pilotprojekten.

Baut für Dekaden, nicht für Wahlperioden.
Politische Programme ändern sich. Förderungen laufen aus. Regierungen wechseln. Wer sein Geschäftsmodell auf Subventionen oder kurzfristige Stimmungen aufbaut, wird irgendwann hart landen. Die Energiewende ist unausweichlich – aber sie ist ein 20–30-Jahres-Spiel. Denkt langfristig, strukturell und kapitalmarktfähig.

ClimateTech ist ein Execution-Game.
Viele unterschätzen, wie operativ hart dieser Markt ist. Hardware, Finanzierung, Regulierung, Lieferketten, Installation, Service – alles greift ineinander. Wer hier gewinnt, versteht Kapital genauso gut wie Code. Geschwindigkeit entsteht nicht durch Vision allein, sondern durch die Fähigkeit, Kapital, Technologie und Partner intelligent zu orchestrieren.

Bildcredits: @Cloover

Wir bedanken uns bei Jodok Betschart für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

VoiceLine sichert sich 10 Millionen Euro für Enterprise Voice AI im Außendienst

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Voiceline Founders Nicolas Höflinger und Sebastian Pinkas Bildcredits Voiceline Außendienst VoiceLine Voice AI Series A Finanzierung

VoiceLine sammelt 10 Millionen Euro in Series-A-Runde ein, um Enterprise Voice AI für den Außendienst zu skalieren

VoiceLine, die Voice-AI-Plattform für Enterprise-Frontline-Teams, hat eine Series-A-Finanzierungsrunde über 10 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Alstin Capital und Peak, unter Beteiligung der bestehenden Investoren Scalehouse Capital, Venture Stars und NAP. Mit dem frischen Kapital will VoiceLine seine KI-Plattform weiter skalieren, die internationale Expansion vorantreiben und das Wachstum in weiteren Aussendienst-intensiven Branchen wie Pharma, Medtech, Food & Beverage, Versicherungen und Finanzdienstleistungen beschleunigen.

VoiceLine verzeichnet eine starke Nachfrage bei etablierten Unternehmen, was sich in einem 10-fachen Umsatz-Wachstum gegenüber dem Vorjahr widerspiegelt. Voice AI ist damit mittlerweile ein fester Bestandteil im Alltag des Außendienstes.

Lösung eines zentralen Problems im Arbeitsalltag von Außendienst Teams

Außendienst- und Serviceteams verbringen den Großteil ihres Arbeitstages beim Kunden, reisen zwischen Terminen hin und her, führen Besuche oder Serviceeinsätze durch und koordinieren Folgeaktionen. Dokumentation, CRM-Pflege und die Übergabe an den Innendienst werden häufig auf den Abend verschoben oder ganz ausgelassen. Statt zu verkaufen, Kunden zu betreuen und relevante Beziehungen aufzubauen, gehen so mehrere Stunden pro Woche für administrative Tätigkeiten verloren.

Die Folgen sind erheblich: Berichte sind verspätet oder unvollständig, Folgeaufgaben bleiben liegen und wertvolle Kunden- und Marktinformationen kommen nie im CRM an. Führungskräften fehlt die Echtzeit-Transparenz, und Teams verlieren zwischen Kundeninteraktionen an Momentum.

VoiceLine löst dieses Problem mit einem Voice-KI-Assistenten für Außendienst- und mobile Serviceteams. Nach einem Kundentermin sprechen Mitarbeitende einfach mit dem Assistenten, entweder unterwegs per Sprachnotiz oder direkt per Anruf aus dem Auto.

Im Hintergrund automatisiert VoiceLine den gesamten Frontline-Workflow in Echtzeit. Gesprochene Inhalte werden automatisch in Besuchsberichte, CRM-Einträge, Folgeaufgaben und Besuchsvorbereitungen überführt und nahtlos mit bestehenden CRM-, ERP- und weiteren Enterprise-Systemen synchronisiert.

Für Führungskräfte entsteht dadurch erstmals Zugriff auf strukturierte, qualitativ hochwertige Informationen aus dem Außendienst, die zuvor nicht oder nur unzureichend verfügbar waren. Sie gewinnen Transparenz über Aktivitäten im Feld, Kundenbedürfnisse und Marktsignale und können so schneller auf veränderte Marktbedingungen reagieren, die Organisation gezielt entlang bewährter Erfolgsfaktoren steuern sowie individuellere, stärker personalisierte Kundenerlebnisse ermöglichen.

Nachweisbarer Mehrwert bei führenden Unternehmen

VoiceLine wird bereits von mittelständischen und großen Unternehmen wie DACHSER, ABB, Knauf, KSB und Elis eingesetzt, mit Rollouts in mehreren Ländern und tausenden Nutzern im Außendienst. Kunden berichten unter anderem von:

Bis zu 82% weniger administrativer Aufwand für kundennahe Teams, das entspricht rund 5 Stunden Zeitersparnis pro Vertriebsmitarbeiter pro Woche
Go-live in weniger als einer Woche, häufig innerhalb weniger Tage
Bis zu 400% mehr strukturierte Informationen aus dem Feld, was die Datenqualität bereits in den ersten Monaten deutlich verbessert
Automatisierter Übergabe an den Innendienst, bei der bis zu 96% der Folgeaufgaben innerhalb weniger Minuten weitergeleitet werden und Felddaten noch am selben Tag verfügbar sind

Enterprise Voice AI ohne IT Komplexität

Im Gegensatz zu klassischen Enterprise-Software- oder CRM-Projekten lässt sich VoiceLine innerhalb weniger Tage implementieren. Die proprietäre Implementierungs-Engine ermöglicht es Unternehmen, maßgeschneiderte Voice-AI-Assistenten für Außendienst-Teams mit minimalem IT-Aufwand auszurollen, bei gleichzeitiger Erfüllung höchster Sicherheits- und Compliance-Anforderungen.

Auf Basis von mehrjähriger Erfahrung und über 100 Enterprise-Implementierungen erzielt VoiceLine messbare Ergebnisse dort, wo viele interne KI-Initiativen scheitern: mit einer Pilot-Erfolgsquote von über 95% und ohne die Kosten, Komplexität und Risiken einer Eigenentwicklung.

Skalierung von Team und Plattform

Das neue Kapital wird genutzt, um das Team von VoiceLine strategisch zu vergrößern und die Weiterentwicklung der KI-Plattform voranzutreiben. Das Unternehmen plant, seine Mitarbeiterzahl noch in diesem Jahr mehr als zu verdoppeln, insbesondere in den Bereichen Produktentwicklung, Vertrieb, Customer Success und Partnerschaften. Parallel dazu wird VoiceLine seine Plattform auf zusätzliche Frontline-Anwendungsfälle ausweiten und die internationale Präsenz weiter stärken.

Stimmen zur Series A Finanzierung

„Der Außendienst ist und bleibt der wichtigste Umsatztreiber für viele Industrie- und Dienstleistungsunternehmen. Mit VoiceLine revolutionieren wir den Arbeitsalltag im Außendienst end-to-end – von der Besuchsvorbereitung über Dokumentation und Nachbereitung bis hin zu Follow-ups sowie Analytics und Insights – mit Sprache als der natürlichsten Schnittstelle. Wir sind stolz auf diesen Meilenstein und dankbar für das Vertrauen unserer Investoren. Die Series-A-Finanzierung ermöglicht es uns, VoiceLine europaweit weiter zu skalieren und Enterprise Voice AI für noch mehr Frontline-Organisationen verfügbar zu machen“, sagt Nicolas Höflinger, CEO und Co-Founder von VoiceLine.

„Enterprise-Außendienst ist der Motor vieler B2B-Geschäftsmodelle, doch administrative Lasten bremsen ihn aus. VoiceLine macht Voice AI zum Produktivitäts-Hebel für mobile Teams und schafft gleichzeitig eine neue Datenquelle für strategische Entscheidungen. Diese Kombination aus messbarem ROI und skalierbarem Enterprise-Geschäftsmodell hat uns als Lead-Investor überzeugt“, sagt Andreas Schenk, Partner bei Alstin Capital.

„Enterprise-KI setzt sich dann durch, wenn sie sich nahtlos in den Arbeitsalltag integrieren lässt. VoiceLine hat den schwierigsten Teil gelöst: die oft chaotische Realität im Außendienst in strukturierte, verlässliche Prozesse und saubere Systemeinträge zu übersetzen. So entsteht eine operative Ebene für die Arbeit von Frontline-Teams, die jedem Außendienstmitarbeiter mehrere Stunden administrativer Arbeit abnimmt und Führungskräften gleichzeitig Echtzeit-Transparenz über das Marktgeschehen verschafft. Wir freuen uns sehr, dieses starke Team auf seinem Weg zur führenden Voice-AI-Plattform für Frontline-Organisationen zu begleiten.” Tea Elezi, Partnerin bei Peak

Bild Voiceline Founders Nicolas Höflinger und Sebastian Pinkas Bildcredits Voiceline

Quelle Maschmeyer Group MM Support GmbH

Fugen neu gedacht

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Silikonfugen eezee Fuge Die Höhle der Löwen v l Tom Lewis Geffers Ralf Dümmel Sandra Geffers Heiko Geffers Credit RTL Bernd Michael Maurer

eezee macht’s easy – ohne Werkzeug, ohne Wartezeit, mit perfektem Ergebnis

Vom Sanitärbetrieb zur eigenen Produktidee

Wer schon einmal selbst Silikonfugen gezogen hat, kennt das Problem: Es kostet Zeit, Nerven – und sieht am Ende doch selten so aus wie beim Profi. Genau dieses Alltagsärgernis wollte die Familie Geffers nicht länger hinnehmen. Über 20 Jahre stand sie mit ihrem Sanitärbetrieb in Bädern und Küchen, hat unzählige Fugen gesehen, saniert und gerettet. Aus dieser Erfahrung, aus diesem täglichen „Da muss es doch eine bessere Lösung geben!“ ist eezee – die Revolution der Silikonfuge – entstanden.

Eine Gründerfamilie mit Praxiswissen

Hinter eezee steht eine echte Gründerfamilie: Sandra Geffers ist die Stimme nach außen und verantwortet Marketing und Kommunikation. Heiko Geffers bringt als Handwerker, Manager und Planer für Gebäudetechnik das technische und kaufmännische Know-how mit, das in jedem Detail von eezee steckt. Sohn Tom-Lewis kümmert sich um Weiterentwicklung und Produktion und sorgt dafür, dass aus einer Idee am Küchentisch ein serienreifes Produkt wird. Gemeinsam vereint die Familie über zwei Jahrzehnte Praxiswissen mit dem Mut, etwas ganz Neues zu wagen – und macht aus dem „ewigen Problemkind Fuge“ eine einfache, flexible und zum Patent angemeldete Lösung für Profis und Laien.

Die flexible Fertigfuge als Alternative zu Silikon

eezee ersetzt klassische Silikonfugen durch eine flexible Fertigfuge, die sich innerhalb von Sekunden anbringen lässt – ganz ohne Werkzeug, ohne Trocknungszeit und ohne komplizierte Vorbereitung. Statt Kartusche, Abkleben, Glätten und Hoffen gibt es jetzt: Ansetzen, andrücken, nachjustieren – fertig.
Ob Waschbecken, WC, Bidet, Urinal oder vormontierter Waschtisch: Mit den Fugenringen in 800 mm sowie dem Fugenband als Meterware (1,3 m und 5 m) deckt eezee nahezu alle gängigen Sanitärobjekte ab. Für Handwerksbetriebe bedeutet das: schneller planen, sauber kalkulieren und mehr Baustellen in derselben Zeit fertigstellen. Für Heimwerker:innen heißt es zum ersten Mal: eine perfekte Fuge ohne Profi-Werkzeug, ohne Angst vor dem ersten Schnitt und ohne Frust vor dem Waschbecken.

Auftritt in der Höhle der Löwen

Mit dieser Idee tritt die Familie Geffers in der VOX-Gründershow Die Höhle der Löwen an – und erlebt einen Moment, von dem viele Startups nur träumen: Die Löwen verstehen das Problem auf Anhieb, erkennen das Potenzial und liefern sich einen echten Bieter-Wettstreit. Alle fünf Löwen geben ein Angebot ab – ein seltener Gänsehautmoment in der Geschichte der Sendung. Am Ende entscheidet sich die Familie für Investor Ralf Dümmel.

Innovation aus der Region Freiburg

eezee steht damit für Innovation aus Tradition: eine Gründerfamilie, die ihr gesammeltes Praxiswissen nutzt, um ein altes Problem neu zu denken – und eine Fuge, die so einfach ist, dass sie jeder versteht und nutzen kann. Eine Revolution aus der Region Freiburg, die den Markt für Silikonfugen dauerhaft verändern kann.

„Mit eezee wollten wir Optik, Hygiene und vor allem den Arbeitsaufwand beim Fugenziehen grundlegend verbessern – und vor allem schneller machen: für Handwerker genauso wie für Heimwerker. Einfach anbringen, nachjustieren, fertig. Schnell, hygienisch und nachhaltig.“Familie Geffers, Gründer von eezee 

eezee ist wirklich easy – aber vor allem ist es eine dieser Ideen, bei denen man sich fragt: Warum gab es das nicht schon längst? Jeder, der schon einmal mit Silikonfugen gekämpft hat, versteht dieses Produkt in Sekunden. Genau das liebe ich: einfache Lösungen für echte Alltagsprobleme. Ich freue mich riesig, gemeinsam mit der Familie Geffers diese Weltneuheit aus der Praxis in jedes Bad und jede Küche zu bringen.“  Ralf Dümmel Investor und Gesellschafter der DS Gruppe

eezee ist aktuell unter www.eezee-silicone.com ab 14,99 Euro – und im Handel – erhältlich. 

Bild v l Tom Lewis Geffers Ralf Dümmel Sandra Geffers Heiko Geffers Credit RTL Bernd Michael Maurer

Quelle DS Produkte GmbH/ eezee Vertriebs GmbH

Warum ausgerechnet Karlsruhe zum Taktgeber für KI in Deutschland wird

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de:hub Karlsruhe vernetzt KI und Start-ups teambild

Können Sie unseren Leserinnen und Lesern den de:hub Karlsruhe kurz vorstellen und erläutern, welche Rolle der Standort innerhalb des deutschen Digital Hub Netzwerks spielt?

Seit 2017 ist Karlsruhe Teil der bundesweiten de:hub-Initiative – also von Anfang an. In diesem Netzwerk, das seit 2025 rund 25 Standorte umfasst, hat sich der de:hub Karlsruhe als Kompetenzzentrum für angewandte Künstliche Intelligenz etabliert. Kurz gesagt: Wir helfen dabei, KI aus der Theorie in konkrete Lösungen zu bringen – für Unternehmen, Industrie und auch gesellschaftliche Anwendungen.

Dabei arbeiten wir branchenübergreifend, aber mit klarem Technologiefokus auf KI. Genau das macht unsere Rolle im Netzwerk aus: Wir bringen die richtigen Akteure zusammen – aus Wirtschaft, Wissenschaft, Start-up-Szene und öffentlicher Hand – und sorgen dafür, dass daraus Zusammenarbeit entsteht.

Wie machen wir das? Mit praxisnahen Formaten wie Workshops, Events, Matchmaking und Projektbegleitung. Damit unterstützen wir das KI-Ökosystem entlang der gesamten Strecke: vom ersten Anwendungsfall bis zur Umsetzung – sowohl in eigenen Angeboten als auch gemeinsam mit unseren Expertinnen und Experten sowie Partnern wie den regionalen Digital Hubs in Baden-Württemberg, den weiteren de:hub-Standorten bundesweit sowie European Digital Innovation Hubs oder kurz EDIH in Europa.

Unser Anspruch geht dabei über Karlsruhe hinaus: Wir wollen deutsche KI-Kompetenz international sichtbarer machen, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland stärken und vor allem Brücken bauen – zwischen dem Mittelstand und innovativen KI-Anbietern, Start-ups sowie der Forschung. Der de:hub Karlsruhe wird von der DIZ | Digitales Innovationszentrum GmbH koordiniert, in engem Schulterschluss mit dem FZI Forschungszentrum Informatik als Projektpartner, dem CyberForum, dem Karlsruher Institut für Technologie sowie weiteren Stakeholdern am Standort.

Was macht die Region Karlsruhe als Standort für einen Digital Hub besonders attraktiv und welche wirtschaftlichen, wissenschaftlichen oder strukturellen Stärken zeichnen das Ökosystem aus?

Hier kommen Wirtschaft, Forschung und Start-up-Szene auf engem Raum zusammenkommen – und zwar so, dass aus Ideen schnell konkrete Projekte werden. Wirtschaftlich ist die TechnologieRegion Karlsruhe ein echtes Schwergewicht: Rund 4.200 Software- und IKT-Unternehmen mit etwa 30.000 Beschäftigten sind hier ansässig, und der IKT-Umsatz pro Einwohner liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Dazu kommt ein gesunder Branchenmix mit starken Technologieanwendern wie dm, EnBW, Siemens, Bosch und IONOS sowie einem innovativen Mittelstand. Das schafft viele Einsatzfelder – und eine spürbar hohe Nachfrage nach digitalen Lösungen und KI. Bei der letzten Zählung waren außerdem über 50 KI-Start-ups direkt in Karlsruhe und der Region verortet.

Ein zentraler Vorteil ist die außergewöhnlich starke Forschungslandschaft. In Karlsruhe gibt es eine hohe Dichte an Hochschulen und Instituten, darunter das KIT, die Fraunhofer-Institute IOSB, ICT und ISI, das FZI Forschungszentrum Informatik sowie die Hochschule Karlsruhe. Die Stadt gilt als einer der wichtigsten Standorte für Informatik und KI in Deutschland. Und mit rund 10.000 Informatikstudierenden gibt es einen großen Talentpool – als Nachwuchs, als Gründerinnen und Gründer, und als Treiber für anwendungsnahe KI-Projekte.

Auch strukturell ist das Ökosystem stark aufgestellt:

Mit Gründungszentren wie dem Landesaccelerator CyberLab, der KIT Gründerschmiede, der NEXTGN Startup Factory und weiteren Inkubatoren gibt es ein breites Unterstützungsnetzwerk. Eine Besonderheit ist das CyberForum e.V. – als größtes regional aktives Hightech-Unternehmernetzwerk Deutschlands über 1.000 Mitglieder, rund 22.000 Arbeitsplätze, ca. 140 Veranstaltungen pro Jahr vernetzt es Start-ups, KMU und große Unternehmen sehr wirksam.

Nicht zuletzt spielt die Stadt Karlsruhe selbst eine aktive Rolle – mit einer klaren Digitalagenda, Initiativen wie karlsruhe.digital und der Digitalen Agenda Karlsruhe 300+. Formate wie die Bunte Nacht der Digitalisierung alle zwei Jahre mit über 60 beteiligten Wirtschafts- und Forschungseinrichtungen machen Digitalisierung sichtbar und bringen viele Akteure zusammen.

All das ergibt das bekannte „Karlsruher Prinzip der kurzen Wege“: räumliche Nähe, schnelle Abstimmung und eine Kultur der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft. Genau darauf baut der Digital Hub angewandte Künstliche Intelligenz auf: Er verbindet die Akteure, bringt Projekte ins Rollen – und macht die KI-Kompetenz der Region auch überregional und international sichtbarer.

Auf welche technologischen Schwerpunkte und Branchen konzentriert sich der de:hub Karlsruhe und warum sind diese Themen für die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft besonders relevant?

Der de:hub Karlsruhe hat es sich zum Ziel gesetzt, KI-Prinzipien und Methoden wie Machine Learning, LLMs, Deep Learning und Neuronale Netze in die praktische Anwendung zu bringen. KI verstehen wir dabei als Lösungsmöglichkeit für unterschiedliche, praxisorientierte Probleme. Daher ist der Hub auf keine Branche spezialisiert, sondern rein technologisch fokussiert. Seitens der Anwender reicht die Spannbreite vom Hotel und Gastgewerbe über die Nahrungsmittelindustrie bis hin zu Wohnheimbetreibern und Vertretern des produzierenden Gewerbes.

Die Firmengröße spielt bei der Beratung keine entscheidende Rolle, schließlich wollen wir aus dem Netzwerk unserer Partner stets die beste Lösung für das jeweilige Problem vermitteln. Dennoch liegt ein starker Fokus auf KMUs und dem Mittelstand, da diese Unternehmen am stärksten von technologischen Innovationen im Bereich angewandter KI profitieren können, selbst aber meist keine eigene Innovationsabteilung unterhalten. Gleichzeitig ist der Mittelstand Träger des Wohlstands in Baden-Württemberg und für die Gesamtwirtschaftsleistung des Bundeslandes von zentraler Bedeutung. Das spiegelt sich auch in der Auswahl der Zielgruppen spezieller Workshops wider, die wir entlang des Masterplans Mittelstand des Landes Baden-Württemberg mit Förderung durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus durchführen.

Neben der konkreten Identifikation von Einsatzzwecken und der Ausarbeitung von Use Cases ist dabei auch die allgemeine Beratung zu KI-Modellen wichtig.

Denn der Markt ist durch den Hype Zyklus mit Buzzwords regelrecht übersättigt. Hier braucht es einen neutralen Intermediär wie den de:hub, der unabhängig berät und Unternehmen dabei hilft, diese Technologie nutzbringend einzusetzen.

KI ist für die digitale Transformation besonders relevant, weil sie aus Daten lernende Systeme bereitstellt, die Automatisierung, bessere Entscheidungen und völlig neue digitale Dienste erst möglich machen. Sie ist damit ein Effizienzhebel für den unter Druck geratenen Mittelstand, schafft neue Geschäftsmodelle und verändert die digitale Kommunikation nachhaltig. Digitale Transformation und KI verstärken sich dabei gegenseitig: Je digitaler Prozesse und Produkte sind, desto mehr Daten stehen für KI-Lösungen zur Verfügung, und umgekehrt beschleunigt KI die Transformation. Unternehmen, die KI strategisch in ihre Transformationsprogramme einbetten, erzielen überdurchschnittliche Wettbewerbsvorteile, müssen aber gleichzeitig in Kompetenzen, Change-Management und einen verantwortungsvollen Umgang investieren. Genau hier setzt der de:hub in Karlsruhe mit seinem Angebot an.

Wie unterstützt der de:hub Karlsruhe Startups konkret bei der Entwicklung, Validierung und Skalierung ihrer Geschäftsmodelle?

Der de:hub Karlsruhe unterstützt mit seinen Partnern wie CyberLab, KIT Gründerschmiede, FZI, Fraunhofer Instituten, DIZ und weiteren Stakeholdern etablierte Start-ups und Scale-ups dabei, ihr Geschäftsmodell im Markt zu schärfen und gezielt zu skalieren. Kern ist das Matching mit passenden Anwendern, Partnern und potenziellen Kunden, damit Lösungen an realen Anforderungen validiert werden und daraus Pilotprojekte, Referenzen und neue Geschäftsbeziehungen entstehen. Gleichzeitig positionieren wir Scale-ups als Solution Provider im de:hub-Netzwerk – auch über Karlsruhe hinaus. Für Sichtbarkeit und Wachstum binden wir Start-ups in praxisnahe Online- und Workshop-Formate ein und bieten Bühnen wie die jährlich stattfindende deutsch-französische KI-Konferenz AIxIA. Ergänzend ermöglichen wir Zugänge zu nationalen und internationalen Messe- und Konferenzformaten sowie Unterstützung bei Förder- und Funding-Themen über unser Partnernetzwerk.

Welche Programme, Angebote oder Formate bieten Sie Gründerinnen und Gründern, um Innovationen voranzutreiben und nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen?

Unser Hub mit all den Partnern unterstützt Gründerinnen und Gründer vor allem dabei, schneller in den Markt zu kommen: mit den richtigen Kontakten, passenden Pilotkunden, Sichtbarkeit und Zugang zu Förder- und Forschungsstrukturen, das heißt konkret:

Starker Einstieg über das regionale Gründungsnetzwerk

Für frühe Phasen Seed Pre-Seed können wir auf das sehr gut ausgebaute Karlsruher Start-up-Ökosystem zurückgreifen. Dazu gehören u. a. der IT-Landesaccelerator CyberLab, die KIT Gründerschmiede, die NXTGN Startup Factory sowie weitere Landesacceleratoren und -inkubatoren wie der Energieaccelerator AXEL. Diese und weitere Partner sind eng angebunden und Teil des de:hub angewandte KI Karlsruhe – genauso wie Angebote für spätere Phasen, die auch Scale-ups beim Wachstum unterstützen.

Community, Wissenstransfer und echtes Matching in Richtung Markt

Ein Schwerpunkt liegt darauf, die KI-Community zusammenzubringen – also KI-Start-ups, Scale-ups, KI-Mittelstand und ganz wichtig, KI-Anwenderunternehmen aus Industrie, Energie, Handel oder dem öffentlichen Sektor. Über Formate wie unsere TECH.minds-Eventreihe schaffen wir Austausch, Partnerschaften und konkrete Anwendungsanlässe.

Ein weiterer zentraler Baustein ist die deutsch-französische KI-Konferenz, die AIxIA, die seit 2019 jährlich in Karlsruhe stattfindet. Dort bringen wir angewandte KI, Forschung und Wirtschaft zusammen – mit dem klaren Ziel, relevante Use Cases sichtbar zu machen, Best Practices zu teilen und Kooperationen anzustoßen.

In Workshops binden wir Start-ups zudem gezielt als Expertinnen und Experten ein: Sie können ihre Lösungen direkt an realen Use Cases erklären und demonstrieren – und wir unterstützen dabei, daraus Pilotprojekte, Referenzkunden und langfristige Kooperationen zu entwickeln.

Sichtbarkeit auf relevanten Bühnen

Wir unterstützen Start-ups dabei, sichtbarer zu werden – auch überregional. Über die de:hub-Bundesinitiative ermöglichen wir z. B. Messe- und Konferenzplatzierungen etwa Web Summit, Hannover Messe oder VivaTech. Zusätzlich bieten wir Sichtbarkeit über eigene Konferenzen und Veranstaltungen im Netzwerk.

Zugang zu Förderung, Finanzierung und Forschung

Über unser Partnernetzwerk eröffnen wir Zugänge zu Finanzierungsberatung, weiteren Förderoptionen und – je nach Bedarf – auch zu praktischen Themen wie Raumsuche. Außerdem vermitteln wir Start-ups in Forschungsvorhaben zu den passenden Instituten und unterstützen bei der Beantragung von Fördermitteln und der Konsortialbildung.

Unterm Strich ist der de:hub Karlsruhe Connector und Möglichmacher, mit Fokus darauf, dass KI-Innovationen in die Anwendung kommen, tragfähige Partnerschaften entstehen und daraus nachhaltiges Wachstum wird.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen, dem Mittelstand sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen in der Region und welche Synergien entstehen daraus?

Synergien lassen sich vor allem im Bereich geförderter Projekte beobachten. Durch das Zusammenbringen von Start-ups und Hochschulen beziehungsweise Forschungseinrichtungen entstehen hochinnovative Projekte, die die technologische Entwicklung insgesamt voranbringen und es zugleich erlauben, die Lösungen der Start-ups inhaltlich weiterzuentwickeln, begleitet von wissenschaftlicher Exzellenz und Expertise. Theoretische Forschung und praktische Umsetzung gehen so Hand in Hand und führen zu einem gelebten Technologietransfer, der neue Geschäftsideen und Produkte hervorbringt.

In der Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen und dem Mittelstand der Region sowie darüber hinaus agiert der Hub vor allem als neutraler Intermediär. Er kann einerseits jenseits des Marketing Hypes die passenden Start-ups zur Lösung konkreter Probleme bei den anfragenden Unternehmen vermitteln. Andererseits kann er durch Workshops diese direkt als Wissensträger einbinden, dabei helfen, fehlende Innovationsabteilungen zu kompensieren und zum Wissensaufbau bei den Stakeholdern beizutragen. Das schafft wiederum Wettbewerbsvorteile.

Die Start-ups bringen dabei ihre Agilität und neuesten technologischen Erkenntnisse ein, Mittelstand und KMUs wiederum liefern fachliche Expertise innerhalb der jeweiligen Branchen und kennen deren Besonderheiten genau. So profitieren beide Seiten gegenseitig voneinander.

Technologisch beobachten wir aktuell besonders den Trend hin zu agentenbasierten KI-Systemen – also Lösungen, die Aufgaben nicht nur beantworten, sondern auch planen, Teilschritte ausführen und Prozesse unterstützen. Das wird in vielen Unternehmen neue Formen der Automatisierung ermöglichen. Gleichzeitig gewinnt KI für Nachhaltigkeit stark an Bedeutung, etwa bei der Optimierung von Energieverbräuchen, Produktion oder Lieferketten – gerade im industriellen Mittelstand sehen wir hier großes Potenzial.

Gesellschaftlich treibt uns vor allem der verantwortungsvolle KI-Einsatz um. Viele Organisationen fragen sich, was „gute Praxis“ unter dem EU-Rahmen konkret bedeutet. Hier sehen wir unsere Aufgabe. Orientierung geben, Komplexität reduzieren und pragmatische Wege aufzeigen, wie Unternehmen KI konform und trotzdem innovativ einsetzen können.

Woran messen Sie den Erfolg Ihrer Arbeit sowohl mit Blick auf die geförderten Startups als auch auf die regionale Wirtschaft und das Innovationsökosystem insgesamt?

Erfolg messen wir auf zwei Ebenen. Zum einen ganz klassisch über konkrete Ergebnisse: Wie viele belastbare Kooperationen sind entstanden, wie viele Pilotprojekte und Folgeprojekte wurden angestoßen, welche Kundenbeziehungen und Investments konnten vermittelt werden und wie entwickelt sich die wirtschaftliche Performance der begleiteten Start-ups und Scale-ups.

Mindestens genauso wichtig ist für uns die zweite Ebene: die nachhaltige Wirkung im Ökosystem. Erfolg bedeutet, wenn aus einer guten Idee ein dauerhaft tragfähiges Unternehmen wird – idealerweise ein wachsender Mittelständler mit stabilen Teams, klarer Marktposition und echten Referenzen. Und wenn diese Unternehmen wiederum die Region stärken, weil sie qualifizierte Arbeitsplätze schaffen, Innovation in die Anwendung bringen und die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung und Start-up-Szene dauerhaft intensiver wird.

Wie profitieren Startups im de:hub Karlsruhe vom Austausch mit anderen de:hub Standorten und internationalen Partnern und welchen konkreten Mehrwert bietet dieses Netzwerk?

Unsere Start-ups profitieren vom Netzwerk auf vielfältige Weise. Internationale Partner und die Germany Trade and Invest eröffnen ihnen Zugänge zu Märkten, die ihnen sonst nicht offengestanden hätten, etwa durch Markterkundungsreisen, Ecosystem Visits und Eventteilnahmen. Gleichzeitig findet darüber ein technologischer Austausch über aktuelle Entwicklungen und neueste Trends innerhalb des Segments statt.

Ein prägnantes Beispiel ist die Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung, in dessen Zuständigkeit der de:hub Karlsruhe fällt. Für dessen Agentic AI Hub fragte das Ministerium bei uns nach Partnern an, die in diesem Segment Lösungen bereitstellen und die wir empfehlen würden. Diese wurden in der Folge eingeladen. So profitiert der Bund bei seinen Digitalisierungsvorhaben von den Kompetenzen und Innovationen der Start-ups, während diese ihrerseits potenziell starke Ankerkunden gewinnen können, indem sie durch unsere Empfehlung ein Gütesiegel erhalten.

Genau das ist über das Netzwerk der de:hub Initiative möglich: ein konzertiertes Auftreten, das einen direkten Vektor in die Bundespolitik darstellt und weit über Baden-Württemberg hinausreicht.

Abschließend gefragt: Welche strategischen Ziele verfolgt der de:hub Karlsruhe in den kommenden Jahren und wie soll sich der Standort weiterentwickeln, um noch mehr Innovations und Startup Potenzial zu entfalten?

In den kommenden Jahren wollen wir den de:hub Karlsruhe als führenden Knotenpunkt für angewandte KI weiter ausbauen – mit drei klaren Schwerpunkten. Erstens möchten wir die internationale Sichtbarkeit des Karlsruher KI-Ökosystems deutlich erhöhen. Die Region vereint eine außergewöhnliche Dichte an Forschung, Talenten und innovativen Unternehmen – aus unserer Sicht ist dieses Potenzial international noch nicht so bekannt, wie es sein könnte. Das wollen wir ändern, unter anderem durch den Ausbau unserer Formate und durch die gezielte Einbindung internationaler Partner. Zweitens wollen wir den Weg vom Start-up zum nachhaltigen Wachstum noch stärker unterstützen.

Das heißt: mehr Matching zwischen KI-Anbietern und Anwendern, mehr Kooperationsprojekte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und ein noch engeres Zusammenspiel mit den Landesacceleratoren sowie den weiteren de:hub-Standorten bundesweit. Drittens rücken wir die gesellschaftliche Dimension von KI stärker in den Fokus. Vertrauen entsteht nicht allein durch Technologie, sondern durch Transparenz, Aufklärung und offenen Dialog. Karlsruhe bringt als Wissenschafts- und Technologiestandort die Kompetenz und Glaubwürdigkeit mit, diesen Austausch aktiv zu gestalten und Impulse über die Region hinaus zu setzen.

Unser Ziel ist, Karlsruhe als KI-Ökosystem weiterzuentwickeln, das nicht nur über KI spricht, sondern sie konsequent in die Anwendung bringt – und dabei Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammenführt.

Bild Teambild Karlsruhe (c) Raik Schache/de:hub

Wir bedanken uns bei Samira Dahl für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Millionen Deals große Emotionen und harte Forderungen: Das erwartet Sie in Folge 2

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2. März 2026 Die Höhle der Löwen Folge 2 V.l.: Sebastian Janus, Stefan Siemer und Sebastian Heidrich präsentieren „Streamcheck“, den Urologen-Check für zu Hause. Sie erhoffen sich ein Investment von 1.000.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/ Fotograf: Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Am 2. März 2026 wird es wieder spannend, wenn Die Höhle der Löwen zur Primetime um 20:15 Uhr bei VOX ihre Türen öffnet und fünf Startups in Folge 2 am 2. März um Kapital, Aufmerksamkeit und strategische Partnerschaften kämpfen.

Bereits ab dem 23. Februar ist die Episode vorab im Stream auf RTL+ verfügbar, doch die große Bühne gehört dem Fernsehabend. Zwischen nachhaltigen Superfoods, medizinischer Hightech Vorsorge, innovativen Spirituosen, einem Beauty Tool mit persönlicher Geschichte und einer ambitionierten AR Lern App zeigt sich einmal mehr, wie breit das Spektrum unternehmerischer Visionen ist.

Die Höhle der Löwen am 2. März 2026: Nachhaltige Shots und Millionen für Vorsorge

Gleich zwei Gründerteams setzen in Die Höhle der Löwen auf starke Wachstumsargumente, jedoch in völlig unterschiedlichen Märkten.

Hansegrün aus Hamburg

Lukas Jordan 34 und Till Soll 31 erfüllen sich mit ihrem Pitch einen lange gehegten Traum. Ihr Startup Hansegrün steht für Superfoods im Shot Format zum Selbstmixen. Statt fertiger Ingwer Shots in Einwegflaschen setzen sie auf überwiegend gefriergetrocknete Bio Zutaten in Pulverform. Die Idee dahinter ist ebenso simpel wie nachhaltig. Vitamine und Nährstoffe bleiben bestmöglich erhalten, während Verpackungsmüll deutlich reduziert wird. Eine Dose ersetzt nach Angaben der Gründer bis zu 60 Einwegflaschen.

Das Sortiment umfasst Ingwer und Guarana Shots, einen grünen Shot sowie einen Daily Shot mit über 20 Superfoods. Geschmack, einfache Zubereitung und Nachhaltigkeit bilden die drei tragenden Säulen des Konzepts. Wirtschaftlich präsentieren sich Lukas und Till selbstbewusst. Hansegrün wächst stark, arbeitet profitabel und erzielt den Großteil der Umsätze im Onlinehandel.

Für 350.000 Euro bieten sie zehn Prozent der Firmenanteile an. Eine ambitionierte Bewertung. Die Frage, die sich den Löwen stellt: Reichen Profitabilität, Direct to Consumer Modell und Nachhaltigkeitsargumente aus, um den Deal zu rechtfertigen?

Streamcheck aus Vierkirchen

Noch größer dimensioniert ist das Angebot von Streamcheck. Dr. Stefan Siemer, Urologe mit über 30 Jahren Erfahrung, sowie die Unternehmer Sebastian Janus 37 und Sebastian Heidrich 44 fordern 1.000.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

Ihr Produkt adressiert ein medizinisches Tabuthema, die urologische Früherkennung beim Mann. Jeder zweite Mann entwickelt im Laufe seines Lebens Prostataprobleme, doch nur etwa 20 Prozent nehmen regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahr. Streamcheck will diese Lücke schließen mit einem Medizinprodukt für die Anwendung zu Hause.

Beim Wasserlassen misst das Gerät den Urinfluss und analysiert mithilfe integrierter Teststreifen Biomarker wie Blut, Glukose oder Entzündungswerte. Die Daten werden per App ausgewertet, dokumentiert und können frühzeitig Warnsignale liefern. Die klare Empfehlung lautet bei Auffälligkeiten eine ärztliche Abklärung.

Mit einem Verkaufspreis von 199 Euro, Made in Germany und medizinischer Expertise im Gründerteam positioniert sich Streamcheck als ernstzunehmender Healthtech Case. Doch ist das Modell skalierbar und wie bewerten die Löwen regulatorische Hürden und Markteintrittskosten?

Folge 2 am 2. März: Micro Spirits Beauty Innovation und junge Visionäre

Neben Gesundheit und Nachhaltigkeit stehen in Folge 2 am 2. März auch Genuss, persönliche Geschichten und technologische Bildung im Fokus.

KOYI MICRO SPIRITS aus Hamburg

Yuka Suzuki 52 und Dr. Hauke Günther 46 bringen mit KOYI MICRO SPIRITS eine Innovation in die Getränkewelt. In der kleinsten Destille Hamburgs produzieren sie preisgekrönten Gin und wurden bereits zweimal als Worlds Best Gin ausgezeichnet. Doch ihr neuestes Produkt denkt Spirituosen neu.

KOYI sind sogenannte Micro Spirits, hochkonzentrierte Gin und Rum Spirituosen. Statt 40 Millilitern reichen wenige Hübe, um einem Longdrink volles Aroma zu verleihen. Das Ergebnis sind bis zu 90 Prozent weniger Alkohol bei gleichem Geschmackserlebnis.

Das Verfahren basiert auf einem eigens entwickelten Destillationsprozess, konzipiert von dem promovierten Biologen Hauke Günther. Für 120.000 Euro bieten die Gründer zehn Prozent ihrer Anteile an. Ihr Ziel ist der Markenaufbau, intensives Marketing und die Entwicklung neuer Produktlinien. In Zeiten wachsender Nachfrage nach bewussterem Alkoholkonsum könnte KOYI den Nerv der Zeit treffen.

SMARTWAXX aus Dubai

Vincent Samuel Kirchberger Puechlong 26, genannt Sam, präsentiert mit SMARTWAXX eine Lösung zur schmerzarmen Entfernung von Nasen und Ohrenhaaren. Entwickelt für Barbershops soll das Produkt perspektivisch auch im Heimgebrauch Anwendung finden.

Das speziell entwickelte Wachs wird innerhalb weniger Sekunden mit einem handelsüblichen Föhn einsatzbereit gemacht. Angereichert mit Olivenöl und Bienenwachs haftet es laut Gründer hauptsächlich am Haar und nicht an der Haut. Die Form sorgt dafür, dass nur die vorderen Nasenhaare entfernt werden und die natürliche Schutzfunktion erhalten bleibt.

Neben dem Produkt berührt vor allem Sams persönliche Geschichte. Er spricht offen über seine Adoption, seine Zeit im Heim und die Bedeutung emotionaler Intelligenz. Judith Williams bezeichnet ihn als einen der besonderen Menschen, die wir je in der Höhle hatten. Für 90.000 Euro bietet er zehn Prozent der Anteile an. Doch reicht diese Mischung aus Produktinnovation und Persönlichkeit für einen Deal?

20:15 Uhr bei VOX: Kein Welpenschutz für AR Physics

Zum Abschluss sorgt AR Physics aus Bad Wünnenberg für eine der härtesten Verhandlungen des Abends. Die drei 18 jährigen Gründer Philipp Siedhoff, Jost Reelsen und Felix Lachtrup wollen mit ihrer App physikalische Experimente per Augmented Reality auf jeden Tisch bringen.

Statt teurer Geräte können Schülerinnen und Schüler komplexe Versuche digital simulieren. Acht interaktive Experimente für die Oberstufe sind bereits verfügbar, ergänzt durch spielerische Elemente wie ein KI Quiz.

Für 225.000 Euro bieten sie 15 Prozent ihrer Firmenanteile. Doch Carsten Maschmeyer geht in die Offensive und fordert 50 Prozent gegen Kapital. Eine drastische Bedingung, die die Jungunternehmer vor eine Grundsatzentscheidung stellt. Kontrolle behalten oder mit einem starken Mentor skalieren.

Am 2. März 2026 um 20:15 Uhr bei VOX zeigt sich, wer Nervenstärke beweist, wer strategisch denkt und wer bereit ist, für den Deal seines Lebens viel zu riskieren. Die Höhle der Löwen bleibt damit nicht nur ein Schaufenster für Innovation, sondern auch ein Spiegel unternehmerischer Charaktere.

Bild V.l.: Sebastian Janus, Stefan Siemer und Sebastian Heidrich präsentieren „Streamcheck“, den Urologen-Check für zu Hause. Sie erhoffen sich ein Investment von 1.000.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile.
Bildcredits/ Fotograf: Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wie viel Nachhaltigkeit verträgt echter Wachstumskurs?

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Birdy & Bee Schmuck und Nachhaltigkeit bei 2 Minuten 2 Millionen Birdy & Bee Sarah Anderl und Petra Kamenar

Birdy & Bee entwickelt nachhaltigen Schmuck und stellt Design sowie Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt seines Geschäftsmodells und wird am 24. Februar 2026 in der PULS 4 Sendung 2 Minuten 2 Millionen pitchen

Birdy & Bee wird am 24. Februar 2026 in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen pitchen. Wer steht hinter dem Startup und wie hat sich das Gründerteam zusammengefunden?

Hinter Birdy & Bee stehen Sarah Anderl und ich, Petra Kamenar. Zwei Frauen, zwei Mütter, zwei Freundinnen.

Kennengelernt haben wir uns schon Anfang 20, dann hat uns das Leben kurz in unterschiedliche Richtungen geführt – und Anfang 30 wieder zusammengebracht. Und diesmal war sofort klar: Das bleibt.

Wir haben gemerkt, dass wir nicht nur menschlich, sondern auch beruflich unglaublich gut harmonieren, weil wir beide aus der Modebranche kommen und ein starkes Gespür für Design und Ästhetik haben. Aus dieser Verbindung ist zuerst Freundschaft entstanden – und dann ganz organisch unser gemeinsames Projekt.

Wie ist die Idee zu Birdy & Bee entstanden und was hat Sie dazu bewegt, nachhaltigen Schmuck in den Mittelpunkt Ihres Geschäftsmodells zu stellen?

Am Anfang wollten wir einfach etwas Eigenes schaffen. Etwas Kreatives.

Einen Ausgleich zum Mama-Alltag.

Dass daraus ein Schmucklabel wird, war eigentlich ein Zufall. Wir haben anfangs handgemachte Ohrringe gefertigt – ohne große Erwartungen, einfach aus Freude am Gestalten.

Dann kam plötzlich eine Nachfrage, mit der wir nie gerechnet hätten. Und damit auch die große Frage: Wie wachsen, ohne unsere Werte zu verlieren?

Uns war schnell klar, dass wir kein Teil des Fast-Fashion-Problems sein wollen. Wenn wir skalieren, dann mit Sinn. Deshalb haben wir uns bewusst für nachhaltige Materialien entschieden – nicht als Marketing-Statement, sondern aus Überzeugung.

Birdy & Bee verbindet Design mit Nachhaltigkeit. Welche Werte prägen Ihr Unternehmen im Alltag am stärksten?

Nachhaltigkeit – aber nicht als Trend, sondern als Haltung.

Und der Anspruch, so konsequent wie möglich zu handeln. Das bedeutet: lieber länger suchen, mehr hinterfragen und manchmal auch unbequemere Wege gehen, wenn sie sich langfristig richtig anfühlen.

Sie setzen auf handgefertigten Schmuck und umweltbewusste Materialien. Welche Rolle spielt die Entwicklung biobasierter Werkstoffe für Ihre Markenidentität?

Der Umstieg auf biobasierte Werkstoffe war ein Wendepunkt für uns.

Handgemachter Schmuck ist wunderschön, aber kaum skalierbar und oft schwer unter fairen Bedingungen umzusetzen. Erst durch dieses Material konnten wir aus einem Herzensprojekt ein echtes Unternehmen entwickeln.

Ohne diesen Schritt wäre Birdy & Bee wahrscheinlich bis heute ein kreatives Hobby geblieben.

An wen richtet sich Birdy & Bee konkret und wie stellen Sie sicher, dass Design, Preis und Nachhaltigkeit die Erwartungen dieser Zielgruppe erfüllen?

Unsere Hauptzielgruppe sind Frauen ab etwa 35 – Frauen, die mit ihrem Look ein Statement setzen möchten. Aber nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich.

Wir wollten eine Brücke schlagen: zwischen billigem Fast-Fashion-Schmuck und sehr teurem Echtschmuck.

Zeitloses Design, hohe Qualität und ein fairer Preis – ohne Kompromisse bei der Nachhaltigkeit.

Der Schmuckmarkt ist stark umkämpft. Welche Herausforderungen begegnen Ihnen als nachhaltiges Label besonders häufig?

Die größte Herausforderung ist tatsächlich nicht nur der Schmuck selbst, sondern alles drum herum.

Zum Beispiel die Verpackung. Nachhaltige Lösungen sind oft schwer zu finden, teuer oder gar nicht in Europa verfügbar. Wir haben monatelang gesucht, getestet und verglichen, bis wir eine Lösung gefunden haben, die sowohl nachhaltig als auch wirtschaftlich sinnvoll ist.

Was unterscheidet Birdy & Bee klar von anderen Schmuckmarken im Bereich Slow Fashion?

Birdy & Bee ist derzeit weltweit das wahrscheinlich einzige Schmucklabel, das mit diesem speziellen, sogar kompostierbaren Material in diesem Bereich arbeitet.

Gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur entwickeln wir das Material laufend weiter – etwa durch organische Zusätze wie Kaffeesud, Laub oder Bioglitzer.

Für uns ist das nicht nur Schmuck, sondern ein Experiment für die Zukunft von Materialien.

Nachhaltigkeit ist für viele Unternehmen ein Schlagwort. Wie gelingt es Ihnen, diesen Anspruch glaubwürdig umzusetzen?

Durch Konsequenz und Geduld.

Wir treffen Entscheidungen nicht nach dem schnellsten, sondern nach dem nachhaltigsten Weg. Ein Beispiel: Allein für unsere Verpackung haben wir vier Monate recherchiert, bis wir einen Anbieter in Deutschland gefunden haben, der unsere Ansprüche an Nachhaltigkeit und Preis erfüllt.

Glaubwürdigkeit entsteht nicht durch Worte, sondern durch Entscheidungen im Detail.

Mit dem Auftritt bei 2 Minuten 2 Millionen suchen Sie Kapital und Reichweite. Welche nächsten Wachstumsschritte planen Sie konkret?

Aktuell verkaufen wir vor allem im DACH-Raum.

Unser Ziel ist es, international zu wachsen und Birdy & Bee als starke Marke für nachhaltigen Schmuck zu positionieren.

Gleichzeitig möchten wir unsere Materialinnovation weiterentwickeln und noch mehr Produkte daraus entstehen lassen.

Wo sehen Sie Birdy & Bee in drei bis fünf Jahren?

Wir wünschen uns, dass unser Schmuck weltweit getragen wird – im Alltag genauso wie auf besonderen Bühnen. Wir wollen uns als eines der führenden Schmucklabels im Bereich der Nachhaltigkeit etablieren.

Und noch wichtiger: wir wollen dass unser Material weitergedacht wird. Denn langfristig sollte Plastik in vielen Bereichen durch nachhaltige Alternativen ersetzt werden können. Genau daran möchten wir mitarbeiten.

Welche strategischen Entscheidungen waren bisher besonders prägend für Ihr Unternehmen?

Definitiv die Umstellung auf das Spritzgussverfahren.

Das war ein echter Gamechanger und hat uns erst ermöglicht zu wachsen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben, die ein nachhaltiges Produkt auf den Markt bringen möchten?

Nachhaltigkeit braucht auch eine solide Kalkulation – sonst ist das Projekt nicht langfristig tragfähig.

Niemand wartet auf ein neues Produkt. Vertrauen muss man sich Schritt für Schritt erarbeiten. Geduld ist entscheidend.

Ein klar strukturierter, professioneller Online-Shop ist essenziell – er ist oft der erste Eindruck der Marke.

Sehen Sie Birdy & Bee am 24. Februar 2026 in 2 Minuten 2 Millonen

Bild Sarah Anderl und Petra Kamenar Bildcredits: http://studiokamenar.com/

Wir bedanken uns bei Sarah Anderl und Petra Kamenar für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Kommt die Lebensmittelproduktion bald direkt aus der eigenen Küche?

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LUSHROOM Pilzzucht Lebensmittelproduktin 2 minuten 2 millionen founders

LUSHROOM entwickelt automatisierte Systeme für Pilzzucht und dezentrale Lebensmittelproduktion und wird am 24. Februar 2026 in der PULS 4 Sendung 2 Minuten 2 Millionen pitchen

LUSHROOM wird am 24. Februar 2026 in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen pitchen. Wer steht hinter dem Startup und wie hat sich Ihr Gründerteam formiert?

Hinter LUSHROOM stehe ich als Gründer mit einem starken technischen und operativen Netzwerk. Die Idee entstand aus meiner Leidenschaft für nachhaltige Lebensmittelproduktion und der Überzeugung, dass dezentrale Systeme ein zentraler Bestandteil zukünftiger Ernährungslösungen sein werden. Im Laufe der Entwicklung haben sich Expertinnen und Experten aus Technik, Produktion und Pilzzucht angeschlossen, um ein marktfähiges und skalierbares Produkt zu schaffen.

Wie entstand die Idee zu LUSHROOM und was hat Sie motiviert, automatisierte Lösungen für Urban Farming zu entwickeln?

Die Idee entstand aus dem Wunsch, hochwertige Lebensmittel unabhängig von großen Lieferketten lokal produzieren zu können. Pilze eignen sich besonders gut für dezentrale Zucht, weil sie sehr schnell wachsen und bei passenden Umgebungsbedingungen äußerst zuverlässig auf Substraten wie Holzspänen oder Kaffeesatz gedeihen. Genau hier setzen wir an und schaffen kontrollierte Bedingungen, damit diese Prozesse reproduzierbar und einfach werden.

Mit Ihrem Auftritt bei 2 Minuten 2 Millionen treten Sie vor ein Millionenpublikum. Welche Erwartungen verbinden Sie mit dem Pitch?

Wir sehen die Sendung als enorme Chance, die breite Öffentlichkeit für dezentrale Lebensmittelproduktion zu begeistern. Neben der Sichtbarkeit erwarten wir uns vor allem strategische Kontakte und Partner, die uns bei der Skalierung und Industrialisierung unterstützen können.

LUSHROOM ermöglicht die Pilzzucht und den Anbau von Microgreens direkt zu Hause. Welche Vision verfolgen Sie für die Zukunft der dezentralen Lebensmittelproduktion?

Unsere Vision ist eine hybride Lebensmittelwelt. Ein Teil der Produktion bleibt industriell, ein wachsender Teil wird dezentral erfolgen, direkt dort, wo konsumiert wird. LUSHROOM soll hier die technologische Plattform liefern, um kontrollierte und zuverlässige Produktion im kleinen Maßstab möglich zu machen.

Ihre Systeme übernehmen Klima, Licht und Bewässerung automatisch. Wie viel technologische Entwicklung steckt hinter LUSHROOM?

In LUSHROOM stecken mehrere Jahre Entwicklungsarbeit in Hardware, Steuerungstechnik und Prozessführung. Neben Klima und Feuchtigkeitsregelung war uns besonders Hygiene und Reinigbarkeit wichtig. Das System ist so konzipiert, dass es einfach zu reinigen ist und dauerhaft stabile Produktionsbedingungen gewährleistet, was gerade in der Pilzzucht entscheidend ist.

An welche Zielgruppen richtet sich LUSHROOM konkret und welche Probleme lösen Sie?

Wir richten uns an Gastronomie, Direktvermarkter, innovative Betriebe sowie an Haushalte mit Anspruch auf hochwertige Lebensmittel. Eigenproduktion ist deutlich günstiger als der laufende Zukauf. Zudem können Sorten wie Igelstachelbart gezüchtet werden, die geschmacklich und gesundheitlich besonders interessant sind und im Handel oft schwer erhältlich sind. Wir ermöglichen planbare, frische Produktion direkt am Verbrauchsort.

Nachhaltigkeit und Regionalität spielen eine zentrale Rolle. Wie setzen Sie diesen Anspruch um?

Unsere Systeme ermöglichen Produktion direkt dort, wo konsumiert wird. Das reduziert Transportwege, Verpackung und Kühlketten. Gleichzeitig achten wir auf langlebige Bauweise und effiziente Produktionszyklen, um Ressourcen sinnvoll einzusetzen.

Was unterscheidet LUSHROOM klar von herkömmlichen Pilzzucht-Sets oder anderen Indoor-Farming-Lösungen?

LUSHROOM ist kein einfaches Zuchtset, sondern ein vollautomatisiertes System mit reproduzierbaren Ergebnissen. Während viele Lösungen manuelle Pflege erfordern, übernimmt LUSHROOM die Steuerung aller relevanten Parameter und schafft konstante Bedingungen für gleichbleibend hohe Qualität.

Ein wesentlicher Unterschied liegt zudem in der kontrollierten Umgebung: Die Sporen bleiben im System und verteilen sich nicht unkontrolliert im Raum. Dadurch wird nicht nur eine stabile Produktion ermöglicht, sondern auch ein sauberes und hygienisches Umfeld gewährleistet. Gleichzeitig ist das System so konzipiert, dass es leicht zu reinigen ist, was langfristig für gleichbleibende Qualität sorgt.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell beim Wachstum und bei der Skalierung Ihrer Produktion?

Die größte Herausforderung liegt in der Industrialisierung und im Ausbau der Produktionskapazitäten. Die Nachfrage ist vorhanden, nun geht es darum, gemeinsam mit starken Partnern die Skalierung effizient umzusetzen.

Angenommen, Sie überzeugen die Investorinnen und Investoren bei 2 Minuten 2 Millionen. Welche nächsten Schritte planen Sie?

Unser Fokus liegt auf dem Ausbau der Produktionskapazitäten, der klaren Positionierung im DACH-Raum und dem Aufbau strategischer Partnerschaften im Bereich Industrialisierung und Vertrieb. Ziel ist es, schnell lieferfähig zu sein und die steigende Nachfrage strukturiert bedienen zu können.

Wo sehen Sie LUSHROOM in drei bis fünf Jahren?

In drei bis fünf Jahren sehen wir LUSHROOM als etablierten Anbieter automatisierter Indoor-Farming-Systeme im deutschsprachigen Raum mit internationaler Expansionsperspektive.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben?

Früh auf echten Produkt-Markt-Fit achten, strategische Partner rechtzeitig einbinden und Skalierung von Anfang an mitdenken.

Sehen Sie LUSHROOM am 24. Februar 2026 in 2 Minuten 2 Millionen

Bildcredits: @LUSHROOM

Wir bedanken uns bei Jürgen Müller für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Nachhaltig, innovativ, überraschend: Das passiert im Studio

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Investoren staunen über Weihrauch und Nachhaltigkeit Birdy & Bee @ PULS4 Fotograf Gerry Frank

„Super sexy“: Kompostierbarer Schmuck aus Kartoffel und Maisstärke bei 2 Minuten 2 Millionen

Birdy & Bee setzt auf nachhaltigen Modeschmuck aus Niederösterreich

Birdy & Bee aus Niederösterreich will mit kompostierbarem Modeschmuck die Modebranche revolutionieren und Luban Vital bringt die jahrtausendealte Heilkraft des orientalischen Weihrauchs nach Österreich.

„Ich find’s super sexy, wirklich cool, Hut ab!“, mit diesen Worten zeigt sich Investor Mathias Muther vom nachhaltigen Modeschmuck Start Up Birdy & Bee beeindruckt. Die beiden Gründerinnen Petra Kamenar und Sarah Anderl aus Niederösterreich setzen mit ihrem Label ein starkes Zeichen für moderne, verantwortungsbewusste Mode: Ihre federleichten Ohrringe bestehen aus Kartoffel und Maisstärke, sind vollständig plastikfrei, kompostierbar und werden in Kooperation mit der BOKU Tulln entwickelt. Ihr Anspruch ist klar: die Modeschmuckbranche nachhaltig zu revolutionieren. Investor Christian Jäger lobt: „Ein sehr toller Ansatz.“ Auch wenn der Umsatz in den letzten Jahren noch nicht stark gewachsen ist, haben die Gründerinnen große Ziele für die Zukunft. Doch bekommen sie die nötige Investmentspritze, um mit ihrem Start Up richtig durchzustarten?

Luban Vital bringt omanischen Weihrauch ins Studio

Weihrauch, das Gold des Orients: Mit Luban Vital bringen die Junggründer und Geschwister Stefan 22 und Julia Klefasz 19 aus Niederösterreich ein innovatives Schmerz und Pflegegel auf Basis von reinem omanischem Weihrauch ins Studio. Die hochkonzentrierten Boswelliasäuren wirken stark entzündungshemmend und schmerzlindernd und gelten als natürliche Alternative zu herkömmlichen Schmerzmitteln.

Dass Weihrauch weit mehr kann, als hierzulande bekannt ist, haben Stefan und Julia schon in ihrer Kindheit im Oman erlebt. Dort gilt das Harz als echtes Multitalent mit Einsatzmöglichkeiten, die im europäischen Raum oft unterschätzt werden. Viele kennen nur den klassischen Gebrauch, wie Mathias Muther lachend zugibt: „Ich kenn den Weihrauch vom Sonntag, wenn ich in der Kirche bin.“ Erkennen die Investorinnen und Investoren die Kraft des traditionellen Naturheilmittels?

Weitere Start Ups präsentieren Innovationen aus Österreich

Außerdem mit dabei: Novoprint aus Oberösterreich mit Zahnprothesen aus einem innovativen 3D Druckverfahren und Lushroom aus Oberösterreich mit ihren vollautomatisierten Pilzzuchtschränken. Können die Start Ups die Investorinnen und Investoren Katharina Schneider, Eveline Steinberger, Christian Jäger, Erich Falkensteiner, Alexander Schütz, Mathias Muther und Charlotte Braunstorfer, die das Tchibo Start Up Ticket vergibt, von sich überzeugen?

2 Minuten 2 Millionen immer dienstags um 20:15 Uhr auf PULS 4 und JOYN

Bild Birdy & Bee @ PULS4 Fotograf Gerry Frank

Quelle ProSiebenSat.1 PULS 4

Verkaufen ohne Shop: Zahlungen erhalten mit PayPal Open

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PayPal Zahlung erhalten einfach per Link oder Button Mit PayPal-Zahlungslinks und Kaufen-Buttons wird das Smartphone zur Kasse: Ohne Shop, direkt aus Post, DM oder per QR-Code. Copyright : PayPal

Sie verkaufen digitale Inhalte, Online-Kurse oder Handgemachtes? Dafür ist ein Shop nicht zwingend nötig. Mit Zahlungslinks und Kaufen-Buttons von PayPal erhalten Sie Ihre Zahlungen, wo die Verkäufe entstehen – schnell, sicher und unkompliziert.

Zahlungen empfangen, wo Ihre Community ist

Viele Soloselbständige nutzen Social Media, E-Mails oder Messenger nicht nur zur Kommunikation, sondern auch zur Vermarktung ihrer Produkte. Mit den passenden Tools können sie dort zusätzlich direkt Zahlungen empfangen – ganz ohne Onlineshop oder technisches Setup.

PayPal Open bietet drei flexible Möglichkeiten, Zahlungen zu erhalten:

  • Zahlungslinks, die schnell geteilt werden können, etwa per E-Mail, DM, Post oder QR-Code.
  • Kaufen-Buttons, die sich in eine bestehende Seite integrieren lassen, zum Beispiel in ein Link-in-Bio-Tool oder eine Landingpage.
  • Tap to Pay macht Ihr Smartphone zum Zahlungsterminal (kompatibles Smartphone vorausgesetzt)

Alle Varianten funktionieren schnell, mobiloptimiert und bieten eine vertraute Nutzererfahrung. Damit wird der Ort, an dem Interesse entsteht, direkt zum Verkaufsort.

Zahlungslinks: Vom Post zur Bezahlung in Sekunden

Ein Kauf beginnt nicht im Warenkorb, sondern dort, wo Interesse entsteht: in einem Post, einer Story oder einer E-Mail. Genau hier setzen Zahlungslinks von PayPal an: Sie führen direkt von der Produktinfo zur Zahlung, ohne Umwege über externe Plattformen.

Das ist besonders hilfreich bei:

  • digitalen Produkten
  • E-Book-, Kurs- oder Software-Verkäufen
  • (Online-)Vorbestellungen oder Trinkgeld-Modellen

Ein Zahlungslink erzeugt eine eigene Bezahlseite mit Titel, Preis, Beschreibung und Produktbild. Varianten wie Größen oder Farben sind ebenso integrierbar wie frei wählbare Preise. Versandkosten und Steuern können automatisch berechnet werden.

Der fertige Zahlunglink lässt sich flexibel teilen: per Messenger, E-Mail, Social Media oder als QR-Code auf einem Produktetikett oder Tischaufsteller. Die Zahlungsseite unterstützt gängige Zahlarten wie Kreditkarte, Wallets sowie ausgewählte regionale Methoden wie SEPA-Lastschrift, iDEAL oder Swish – je nach Land und Verfügbarkeit für die jeweiligen Käufer:innen.

Besonders praktisch: Ihre Kund:innen brauchen dafür kein eigenes PayPal-Konto. So können Zahlungen sicher und bequem online abgewickelt werden.

Für Selbständige, die regelmäßig digitale Inhalte verkaufen, ist das eine einfache Möglichkeit, Zahlungen mit PayPal zu empfangen, ohne ein klassisches Shopsystem aufsetzen zu müssen.

Chatverlauf mit Anfrage zu einer Print-Bestellung. Verkäufer teilt einen PayPal-Zahlungslink.
Copyright: PayPal

Von der Anfrage zur Bezahlung in wenigen Sekunden: mit PayPal-Zahlungslinks kein Problem.
Copyright: PayPal

Kaufen-Buttons: Ihre Seite wird zur Verkaufsfläche

Wer bereits eine Website oder ein Link-in-Bio-Tool nutzt, kann PayPals Warenkorb- oder Kaufen-Buttons mit wenigen Zeilen Code integrieren. Damit verwandeln Sie eine einfache Landingpage in eine funktionale Verkaufsfläche. Sie erstellen den Button in Ihrem PayPal-Konto und erhalten automatisch den passenden HTML-Code, der nur noch kopiert und in die Website eingefügt wird. Kund:innen klicken, zahlen mit ihrer bevorzugten Methode und der Betrag wird direkt auf Ihr PayPal-Geschäftskonto gutgeschrieben.

Sie behalten die Kontrolle über Ihre Gestaltung, Storytelling und Nutzerführung und profitieren gleichzeitig von einem verlässlichen Check-out, der hilft Vertrauen zu schaffen. Eine schlanke Lösung für alle, die ihr Angebot online präsentieren und Zahlungen direkt abwickeln möchten.

Mit Tap to Pay ganz einfach vor Ort verkaufen

Neben den digitalen Optionen können Sie auch vor Ort Zahlungen annehmen: direkt über Ihr Smartphone. Mit der PayPal-Funktion „Tap to Pay“ akzeptieren Sie kontaktlose Zahlungen per Karte oder Wallet ohne separates Kartenlesegerät. Alles, was Sie benötigen, ist ein kompatibles iPhone oder Android-Gerät mit NFC-Funktion (Tap to Pay funktioniert auf Geräten mit Android 8.0, NFC-Funktionen und Google Play Services. iOS ab iPhone XS und höher).

Besonders praktisch ist das beispielsweise für:

  • Märkte, Pop-up-Stores
  • Workshops und Live-Events
  • Verkäufe im kleinen Rahmen, bei denen Flexibilität zählt
Eine Person hält eine silberne Kreditkarte auf ein Smartphone. Das Display zeigt einen Einkaufsbetrag.
Copyright: PayPal
Vor Ort kassieren ohne Hardware: Mit PayPal Tap to Pay erhalten Sie Zahlungen einfach via Smartphone.
Copyright: PayPal

Zahlungspannen, Gebühren, Stress?

Der Alltag von Soloselbständigen bringt ein paar Stolpersteine mit sich; insbesondere, wenn es um die Zahlungsabwicklung geht. Verzögerte Auszahlungen, komplizierte Rückerstattungen, internationale Gebühren oder technische Herausforderungen können viel Zeit kosten. PayPal bietet gezielte Lösungen, um bei diesen Herausforderungen zu helfen.

Zugriff zu Ihren Einnahmen

Viele Creator erleben, dass Plattformen Einnahmen verzögert freigeben oder nur teilweise ausbezahlen. Mit PayPal erhalten Sie Zugriff auf Ihre Einnahmen, sobald sie Ihrem PayPal-Geschäftskonto gutgeschrieben wurden – ohne Zwischenkonto. 

Zahlungen aus dem Ausland erleichtern

Internationale Verkäufe bringen oft zusätzliche Komplexität mit sich – etwa bei der Zahlungsabwicklung oder Kommunikation. PayPal ist weltweit verbreitet und ermöglicht es Kund:innen in vielen Ländern, eine vertraute und schnelle Zahlungsoption zu nutzen. Das hilft grenzüberschreitende Verkäufe zu vereinfachen und organisatorischen Aufwand zu reduzieren.

Weniger Aufwand bei Abos, Fehlbuchungen & mehr

Gerade bei digitalen Geschäftsmodellen wie Kursen, Mitgliedschaften oder Software-Abos müssen Zahlungen oft manuell überwacht werden. Mit PayPal lassen sich wiederkehrende Zahlungen automatisieren. Wenn eine Zahlung fehlschlägt – zum Beispiel wegen unzureichendem Guthaben – wird sie zu einem späteren Zeitpunkt erneut angestoßen. Das hilft Abos aktiv zu halten, ohne zusätzlichen Aufwand für Sie.

Steuerfragen bei Auslandsverkäufen lösen

Unterschiedliche Länder, unterschiedliche Umsatzsteuersätze: PayPal hilft dabei, diese zu berechnen, ebenso wie Versandkosten. Das hilft Zeit zu sparen und reduziert potenzielle Fehlerquellen.

Ausgaben managen: Die PayPal Business Debit Card

Mit der PayPal Business Debit Mastercard® können Sie Ihr verfügbares Guthaben auf dem PayPal-Geschäftkonto direkt für geschäftliche Ausgaben nutzen. Die Karte funktioniert überall dort, wo Mastercard akzeptiert wird – online, unterwegs oder im Geschäft. Und das Beste: Bei berechtigten geschäftlichen Zahlungen erhalten Sie automatisch 0,5 % Cashback als wöchentliche Gutschrift (genaue Infos entnehmen Sie bitte den Karten-Nutzungsbedingungen).

In der PayPal-App verwalten Sie alles bequem selbst: Setzen Sie Limits, sperren oder entsperren Sie die Karte oder fordern Sie bei Bedarf eine Ersatzkarte an.

PayPal: Bekanntheit & Vertrauen

Viele Käufer:innen entscheiden beim Bezahlen intuitiv – vor allem dann, wenn sie die Anbieter:innen noch nicht kennen. Eine vertraute Zahlungsmethode wie PayPal ist da ein klarer Vorteil.

Mit Millionen aktiver Nutzer:innen in Deutschland und der Auszeichnung als „Most Trusted Brand 2024“ (YouGov) vermittelt PayPal Verlässlichkeit und Professionalität. Das stärkt das Vertrauen in Ihr Angebot und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass aus Interesse auch ein tatsächlicher Kauf wird.

Schnell verkaufsbereit: Ohne Shop, ohne Umweg

Ob Sie gerade loslegen oder schon ein laufendes Solo-Business führen – mit PayPal-Zahlungslinks, Kaufen-Buttons, Tap to Pay und der Business Debit Mastercard® sind Sie in wenigen Minuten startklar.

Zahlungen mit PayPal zu erhalten war noch nie so einfach, sicher und flexibel. Starten Sie jetzt und machen Sie es Ihren Kund:innen leicht, bei Ihnen zu kaufen.

Titelbild: Mit PayPal-Zahlungslinks und Kaufen-Buttons wird das Smartphone zur Kasse: Ohne Shop, direkt aus Post, DM oder per QR-Code. Copyright : PayPal

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Warum ist es einfacher, Aktien zu kaufen als in die Energiewende zu investieren?

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ValueVerde Genossenschaften Energiewende Nathanael Meyer Gründer stehend

ValueVerde digitalisiert Investitionen in Genossenschaften und macht Beteiligungen an der Energiewende einfach, transparent und zugänglich

Was genau macht ValueVerde und welches konkrete Problem im Bereich der Energiewende wollten Sie mit Ihrer Plattform lösen?

Das Problem ist, dass wir ein massives Finanzierungsproblem in der kommunalen Energiewende haben. Ich bin ehrenamtlich politisch aktiv und hatte so mit Stadtwerken zu tun und da ging es immer wieder darum, dass Geld für die Projekte fehlt, die wir dringend brauchen. Dort Kapital einzubringen, ist allerdings schwierig und so bin ich auf Energiegenossenschaften gestoßen.

Bürger können sich direkt an der Energiewende beteiligen. In meinem Freundeskreis, wo viele im Klima- und Nachhaltigkeitsumfeld aktiv sind, kannte das aber auch niemand. Alle fanden es super, bis sie gemerkt haben, wie kompliziert es ist, tatsächlich Anteile zu zeichnen. Viele Genossenschaften sind kaum sichtbar, Prozesse sind papierbasiert, und man muss schon sehr genau wissen, wonach man sucht. Und das in einer Zeit, in der man über Trade Republic in Sekunden Aktien kaufen kann. Genau da setzt ValueVerde an: Wir machen Energiegenossenschaften sichtbar, vergleichbar und einfach digital zugänglich.

Wer steht hinter ValueVerde und welche Erfahrungen aus den Bereichen FinTech, Energie oder Genossenschaftswesen haben Sie in das Unternehmen eingebracht?

Hinter ValueVerde stehen Sebastian und ich. Sebastian war unter anderem bei der European Energy Exchange und bringt die Energiemarktperspektive mit. Ich habe vor Valueverde für einen nachhaltigen Fondsmanager unter anderem Sales und Public Affairs aufgebaut. Dort habe ich gelernt, wie Finanzprodukte strukturiert, reguliert und digitalisiert werden.

Dazu kommt mein ehrenamtliches Engagement in der Sozialdemokratie. Dadurch war ich sehr nah an kommunaler Wirtschaft, Genossenschaften und der Akzeptanzfragen bei der Energiewende. Diese Kombination hilft uns enorm. Wir verstehen Kapitalmärkte, wir verstehen Energiewirtschaft und wir verstehen das genossenschaftliche Modell nicht nur technisch, sondern auch gesellschaftlich.

Welche langfristige Vision verfolgen Sie mit ValueVerde für die Demokratisierung von Investitionen in Energiegenossenschaften?

Wir starten bewusst mit Energiegenossenschaften, weil dort der Impact am direktesten ist und aktuell am notwendigsten. Aber unsere Vision geht deutlich darüber hinaus. Allein in Deutschland gibt es über 8.000 Genossenschaften, europaweit steckt rund eine Billion Euro Kapital in genossenschaftlichen Strukturen.

Mittelfristig wollen wir die Infrastruktur für demokratisches, genossenschaftliches Investieren in Europa aufbauen. Unser Ziel ist, dass es genauso einfach wird, Anteile an Genossenschaften zu zeichnen, wie es heute ist Aktien zu kaufen. Und im Idealfall nicht nur über unsere Plattform, sondern perspektivisch über jede Bank und jeden Broker in Europa.

Im Grunde machen wir das, was jetzt auch im Private-Equity-Bereich passiert ist, nur mit einem anderen Anspruch. Bei uns geht es nicht um kurzfristige Optimierung, sondern um Beteiligung an realer, zirkulärer Infrastruktur. Es geht um regionale Wertschöpfung und Mehrwerte über den einzelnen Geldbeutel hinaus.

Wie gelingt es Ihnen, den bislang oft komplexen und papierbasierten Prozess einer Beteiligung an Energiegenossenschaften vollständig digital und nutzerfreundlich abzubilden?

Tatsächlich hatten wir ein gutes Timing. Wir haben im Januar letzten Jahres gestartet und durch eine Reform ist es seit dem 01.01.2025 möglich voll digital Anteile einer Genossenschaft zu zeichnen.

Wir haben dann fünf Launch-Genossenschaften gefunden, mit den wir gestartet haben und haben den gesamten Prozess gemeinsam durchgespielt. Von der Frage, welche Informationen relevant sind im Beteiligungsprozess bis hin zu formalen Anforderungen – etwa wie der Vorstand weiterhin korrekt über Beitritte entscheidet oder wie rechtliche Vorgaben sauber eingehalten werden. Wir haben da auch zu Beginn direkt Kontakt zu Regulierungsbehörden aufgenommen und unser Modell vorgestellt. Parallel haben wir die Nutzerführung aufgebaut. Es soll sich anfühlen wie eine moderne Finanzanwendung, aber ohne das genossenschaftliche Modell zu verwässern.

Unser MVP ist dabei bewusst auch ein Lerninstrument. Wir schauen genau: Wie reagieren Nutzerinnen und Nutzer? Wo hakt es bei Genossenschaften? Denn nur wenn das im Kern sauber funktioniert, kann es über Partner oder Banken angeboten werden.

Welche Zielgruppen sprechen Sie mit ValueVerde konkret an und welche Bedürfnisse dieser Anlegerinnen und Anleger stehen für Sie im Mittelpunkt?

Im ersten Schritt sprechen wir Menschen an, denen Nachhaltigkeit und die Energiewende wichtig sind und die wirklich wissen wollen, was mit ihrem Geld passiert. Viele möchten einen konkreten, regionalen Impact haben und nicht nur ein abstraktes Finanzprodukt kaufen.

Mittelfristig bauen wir unser B2B2C-Modell aus. Mit den Impact Hubs in Leipzig, Dresden und Hamburg haben wir die erste Anbindung geschaffen. Perspektivisch wollen wir über Innovationshubs, Nachhaltigkeitsplattformen, Crowdinvesting-Portale sowie Sparkassen, Volksbanken und Neobanken wachsen.

Was unterscheidet ValueVerde von klassischen Crowdinvesting Plattformen oder anderen nachhaltigen Investmentangeboten?

Es gibt zwei zentrale Unterschiede. Crowdinvesting läuft häufig über projektbezogene Nachrangdarlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt, also Fremdkapital mit eigenkapitalähnlicher Haftung. Genossenschaftsanteile sind dagegen klares Eigenkapital. Man partizipiert am Unternehmenserfolg, erhält eine Ausschüttung statt eines festen Zinsversprechens und hat wie bei einer Aktie Stimmrechte. Im Gegensatz zu Aktienkonzernen hat gilt das Prinzip “eine Person, eine Stimme” und so entscheidet nicht die Höhe des investierten Kapitals über den Einfluss. Daher spricht man auch oft von der demokratischsten Unternehmensform.

Der zweite Punkt ist, man investiert nicht in ein einzelnes Projekt, mit spezifischem Projektrisiko, sondern in eine Genossenschaft, oft mit vielen Anlagen, zum Teil verschiedenen Zweigen und damit breiterer Diversifikation. Man beteiligt sich also an einem realen, regional verankerten Energieunternehmen und nicht an einem einzelnen Projekt.

Wie stellen Sie Transparenz in Bezug auf Projekte, Rendite, Risiken und ökologische Wirkung sicher?

Im Onboarding lassen wir uns sämtliche relevanten Informationen geben – jedes einzelne Projekt, Art der Anlage, erzeugte Kilowattstunden, CO₂-Einsparung, Ladepunkte bei E-Mobilitätsprojekten und so weiter. Zusätzlich prüfen wir die von der Generalversammlung beschlossenen Jahresabschlüsse, analysieren die Entwicklung von Eigenkapital, Fremdkapital und Mitgliederzahlen und schauen uns die Ausschüttungshistorie seit 2019 bzw. bei jüngeren Genossenschaften seit Gründung an.

Auf dieser Basis bereiten wir die Daten strukturiert auf und machen Impact nachvollziehbar, etwa indem wir Energieerzeugung und CO₂-Einsparung ins Verhältnis zum gezeichneten Kapital setzen. Gleichzeitig kommunizieren wir klar, dass es sich um Eigenkapital handelt – inklusive Satzung, Kündigungsfristen und langfristigem Charakter der Beteiligung.

Mit welchen regulatorischen oder marktseitigen Herausforderungen sehen Sie sich als Plattform im Spannungsfeld von FinTech und Energiewirtschaft konfrontiert?

Wir bewegen uns zwischen Genossenschaftsrecht und finanzmarktnahen Fragestellungen, das bringt natürlich regulatorische Anforderungen mit sich. Deshalb sind wir von Anfang an in den Austausch mit den relevanten Stellen, unter anderem mit der Bundesbank, der IHK und Genossenschaftsverbänden gegangen. Uns war wichtig, die Prozesse sauber aufzusetzen und früh Klarheit zu schaffen, statt später nachjustieren zu müssen.

Gleichzeitig standardisieren wir eine Anlageform, die historisch sehr individuell organisiert ist. Das ist technisch und strukturell anspruchsvoll, aber gut machbar, wenn man es systematisch angeht.

Welche Rolle spielt der Gedanke der regionalen Bürgerenergie für Ihr Geschäftsmodell?

Regionale Bürgerenergie ist der Kern unseres Modells. Das ist die Idee, aus der wir kommen. Die lokale Wertschöpfung bei Genossenschaften ist doppelt so hoch, wie bei Konzernen. Wenn eine Genossenschaft eine Energieanlage baut, werden häufig lokale Handwerksbetriebe eingebunden, Gewinne bleiben in der Region und Entscheidungen werden vor Ort getroffen. Das kann ein echter Motor für regionale Vitalisierung sein.

Strukturell geht es um die Kombination aus Klimaschutz, Eigentum und Verantwortung vor Ort. Genossenschaften ermöglichen Selbstwirksamkeit, Menschen sind nicht mehr nur passive Konsumentinnen und Konsumenten, sondern aktive Mitgestalter. Das ist zirkuläre Wirtschaft, eine Wirtschaft von Menschen für Menschen.

Wie möchten Sie ValueVerde in den kommenden Jahren weiterentwickeln, etwa in Bezug auf neue Projekte, Funktionen oder Zielgruppen?

Aktuell geht es darum, mehr Energiegenossenschaften auf die Plattform zu bringen und gleichzeitig die technische und regulatorische Basis weiter zu stärken, damit wir skalieren können. Parallel bauen wir unser B2B2C-Modell aus. Unser Anspruch ist, dass Genossenschaftsanteile dort verfügbar werden, wo Menschen heute bereits sind.

Dazu kommt, dass wir auch das Angebot ausbauen wollen. Wir werden jetzt schon von Wohnungsbau- und Konsumgenossenschaften angesprochen und genau das ist langfristig die Vision. Genossenschaften gibt es in fast allen Wirtschaftssektoren. Funktional wollen wir perspektivisch Dinge ermöglichen, die man aus der klassischen Kapitalanlage kennt, zum Beispiel Sparpläne. Langfristig wollen wir die Infrastruktur werden, über die genossenschaftliches Investieren selbstverständlich wird, so etwas wie die “Deutsche Börse“, nur eben für Genossenschaften und echte Wirkungsprodukte.

Wenn Sie auf Ihre bisherige Reise mit ValueVerde blicken, welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Mein Tipp ist, sich ein Problem zu suchen das man ganz intrinsisch lösen will und auf das man echt Lust hast. Gründen ist nicht so romantisch, wie es auf LinkedIn oft aussieht. Es ist anstrengend, es gibt Rückschläge, Absagen, es ist ein emotionaler Roller-Coster – insbesondere mit Familie und Kleinkind. Wenn einen das Thema nicht wirklich packt, ist es schwer das durchzuhalten. Man sollte etwas bauen, worauf man auch in fünf Jahren noch Bock hat.

Zweitens würde ich sagen, gerade bei komplexen oder regulierten Themen sollte man früh den Dialog suchen. Mit Verbänden, mit Regulierern, mit Menschen, die das System verstehen. Vieles lässt sich am Anfang klären und sauber aufsetzen, das erspart einem später viel Aufwand.

Was mir auch geholfen hat, war der Dialog mit anderen Gründerinnen und Gründern aus. Schreibt sie an, sprecht offen über Herausforderungen. Am Ende haben wir alle ähnlichen Themen und es hilft einfach, zu sehen, dass man nicht allein ist.

Und sonst gilt machen, nicht alles bis ins kleinste Detail vorbereiten und prognostizieren wollen, auch weil sich im Prozess viel wieder ändert.

Bildcredits: @privat

Wir bedanken uns bei Nathanael Meyer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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