Freitag, Januar 16, 2026
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Warum echte Qualität nur durch Beständigkeit entsteht

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NUI NONI Qualität und Beständigkeit der Noni Frucht Enrico Mandl NUI NONI

NUI NONI ist ein österreichisches Unternehmen, das fermentierte Naturprodukte auf Basis der Noni Frucht entwickelt und dabei auf kompromisslose Qualität, Transparenz und ganzheitliche Gesundheit setzt.

Zum dritten Geburtstag von NUI NONI wurde deutlich, dass hier weit mehr entstanden ist als eine weitere Marke im Bereich Nahrungsergänzung. Was am 13. Jänner 2023 mit dem Marktstart von NUI NONI Original begann, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einer Plattform für Gesundheit, Gemeinschaft und unternehmerische Haltung. Am Dienstag, dem 13. Jänner 2026, feierte das Unternehmen sein dreijähriges Bestehen in Dornbirn und nutzte den Anlass bewusst nicht nur als Rückblick, sondern als Standortbestimmung eines Weges, der auf Beständigkeit statt schnellen Effekten beruht.

Die Noni Frucht als Ursprung einer langfristigen Entscheidung

Die Geschichte von NUI NONI beginnt lange vor der offiziellen Gründung. Enrico Mandl sammelte bereits viele Jahre vor dem Marktstart persönliche Erfahrungen mit der Nonipflanze. Diese frühen Erlebnisse prägten sein Vertrauen in die Frucht und ihre Wirkung nachhaltig. Nach mehr als 15 Jahren im Multilevelmarketing kam für ihn der Punkt, an dem sich das frühere Geschäftsmodell nicht mehr mit den eigenen Vorstellungen von Qualität, Sinn und Verantwortung vereinbaren ließ. Die Entscheidung, einen neuen Weg zu gehen, fiel bewusst. Ein zweijähriger Entwicklungsprozess folgte, an dessen Ende NUI NONI bereit war, an den Markt zu gehen.

Herkunft, Verarbeitung und Qualität ohne Abkürzungen

Im Zentrum steht bis heute die Noni Frucht. Sie stammt aus Französisch Polynesien, einer Region mit nährstoffreichem Vulkanboden, sauberem Wasser und idealen klimatischen Bedingungen. Für NUI NONI ist Herkunft kein Marketingargument, sondern Teil der Wirkung. Ebenso entscheidend ist die Verarbeitung. Während viele Noniprodukte gepresst, verdünnt oder mit Konzentraten hergestellt werden, setzt NUI NONI auf die Verarbeitung der ganzen Frucht. Schale und Fruchtfleisch bleiben erhalten und werden durch ein natürliches Milchsäurefermentationsverfahren verarbeitet. Das Ergebnis ist ein hundertprozentiges Noni Püree ohne Zuckerzusatz, ohne Zusatzstoffe und ohne industrielle Abkürzungen. Ergänzt wird es durch hochwertige BIO Direktsäfte, verarbeitet und abgefüllt regional in Österreich.

Qualität als Haltung und nicht als Trend

Trends kommen und gehen. Gesundheit bleibt. Viele Produkte werden heute kurz ausprobiert und ebenso schnell wieder aus dem Alltag verdrängt. NUI NONI Original ging von Beginn an bewusst einen anderen Weg. Seit drei Jahren wird es von vielen Menschen regelmäßig und langfristig in den Alltag integriert. Nicht, weil es neu oder laut ist, sondern weil es passt. Der Fokus liegt nicht auf kurzfristigen Effekten oder extremen Versprechen, sondern auf Qualität, Natürlichkeit und Regelmäßigkeit. Gesundheit wird hier nicht als Projekt verstanden, sondern als Prozess, der dort entsteht, wo der Körper konsequent das bekommt, was er braucht.

Qualität als messbarer Anspruch

Dieser konsequente Ansatz zieht sich durch alle Bereiche des Unternehmens. NUI NONI verzichtet bewusst auf Lohnhersteller und behält die Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette. Von der Ernte der Früchte bis zur Fermentation und Abfüllung geschieht alles in eigener Verantwortung. Für Enrico Mandl ist das eine Frage der Glaubwürdigkeit. Es gehe nicht darum, schnell ein Produkt zu platzieren, sondern eine Substanz zu schaffen, die wirkt. Unabhängige Laborprüfungen bestätigten hohe Gehalte an Inhaltsstoffen wie Vitamin C und Mangan. Alle Produkte sind vegan, frei von Konservierungsstoffen, Aromen und Geschmacksverstärkern und klar deklariert.

Gesundheit als System und gelebte Gemeinschaft

NUI NONI versteht sich nicht als klassischer Anbieter einzelner Produkte. Gesundheit wird ganzheitlich gedacht, als Zusammenspiel von Produkt, Wissen und Gemeinschaft. Diese Haltung spiegelt sich auch in der Unternehmensform wider. Als Genossenschaft organisiert, ermöglicht NUI NONI Kundinnen und Kunden, Teil der Entwicklung zu werden. Investiert wird nicht nur Kapital, sondern auch Vertrauen, Rückmeldung und Engagement. So entsteht ein System, in dem Wachstum nicht auf Kosten der Gemeinschaft geht, sondern durch sie getragen wird.

Beständiges Wachstum mit Verantwortung

Aus diesem Ansatz heraus entwickelte sich NUI NONI vom Produkt zur Plattform. Webinare, Austauschformate und persönliche Begegnungen ergänzen das Angebot. Marketing im klassischen Sinn spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Stattdessen setzt das Unternehmen auf Beziehung, Nähe und Erfahrungswerte. Das schnelle Wachstum brachte Herausforderungen mit sich, doch Struktur, flache Hierarchien und gemeinsames Lernen stehen im Mittelpunkt. Nachhaltigkeit zeigt sich nicht nur im Produkt, sondern auch im Alltag, etwa durch ressourcenschonende Verpackungslösungen und die vollständige Nutzung der Pflanze.

Ausblick auf Qualität und Beständigkeit

Mit Produkten wie Mikrobiom Spray und Performance Formeln ging NUI NONI konsequent weiter. Die Vision blieb dabei klar. Es geht um den gesunden Menschen in einer Zeit, in der wir zwar älter werden, aber nicht automatisch gesünder. Das Jubiläum in Dornbirn markierte keinen Endpunkt, sondern einen Moment der Reflexion. NUI NONI zeigt, dass echte Qualität Zeit braucht und dass Beständigkeit kein Gegensatz zu Wachstum ist, sondern seine Voraussetzung.

Warum scheitert gesunde Ernährung so oft an ganz normalen Tagen?

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NutriSync und warum Ernährung im Alltag oft scheitert Patrick Maghazehi und Nicolas Schwerdtfeger

NutriSync ist eine KI-basierte Plattform für personalisierte Ernährung, die Menschen dabei unterstützt, gesunde Entscheidungen alltagstauglich und dauerhaft in ihren Alltag zu integrieren.

Was ist NutriSync und wer sind die Menschen hinter dem Startup?

NutriSync ist eine KI-basierte Plattform für personalisierte Ernährung mit Fokus auf Umsetzbarkeit im echten Alltag. Hinter dem Startup steht ein Team aus Produkt, Technologie und Health mit der gemeinsamen Überzeugung, dass gute Ernährung nicht an fehlendem Wissen scheitert, sondern an der Umsetzung im täglichen Leben.

Wir kommen selbst aus der Praxis als Nutzer und Produktbauer und haben NutriSync genau aus dieser Perspektive entwickelt. Nicht als theoretisches Optimierungsmodell, sondern als Werkzeug, das im Alltag funktioniert.

Wie ist die Idee zu NutriSync entstanden und welches persönliche Problem wolltet ihr damit ursprünglich lösen?

Die Idee zu NutriSync entstand aus einer persönlichen gesundheitlichen Situation von Patrick. Aus diesem Anlass musste er sich intensiv mit Ernährung auseinandersetzen und stellte fest, dass es zwar viele Apps und Konzepte gibt, aber keine Lösung, die im Alltag dauerhaft funktioniert.

Die bestehenden Produkte waren entweder zu starr, zu komplex oder setzten ein Maß an Disziplin voraus, das im echten Leben kaum durchzuhalten ist. Damit wurde eine klare Lücke im Markt sichtbar. Es fehlte eine Lösung, die Ernährung flexibel, alltagstauglich und langfristig nutzbar abbildet.

NutriSync ist genau aus diesem persönlichen Bedarf heraus entstanden und mit dem Anspruch, dass sich Ernährung an das Leben anpassen muss und nicht umgekehrt.

Ihr sprecht von realer Umsetzbarkeit statt perfekter Ernährungspläne. Was bedeutet dieser Ansatz konkret im Produktalltag?

Reale Umsetzbarkeit bedeutet für uns, dass Abweichungen kein Fehler sind, sondern Teil des Systems. Nutzer müssen nicht neu anfangen, wenn ein Tag anders läuft als geplant.

Im Produktalltag heißt das flexible Mahlzeiten, tägliche Anpassungen statt starrer Wochenpläne und Feedback, das sich am tatsächlichen Verhalten orientiert. NutriSync bewertet keine Disziplin, sondern unterstützt Kontinuität.

Welche Zielgruppe habt ihr mit NutriSync im Blick und welche Bedürfnisse stehen dabei im Vordergrund?

Unsere Zielgruppe sind Menschen, die grundsätzlich gesund leben möchten, aber keine Zeit oder Lust auf permanente Selbstoptimierung haben. Viele haben bereits mehrere Ernährungs Apps ausprobiert und diese wieder aufgegeben.

Im Vordergrund stehen Orientierung ohne Überforderung, Flexibilität ohne Kontrollverlust und Fortschritt ohne Perfektionsdruck.

Viele Ernährungs Apps scheitern an der langfristigen Nutzung. Wie begegnet NutriSync genau dieser Herausforderung?

NutriSync begegnet dieser Herausforderung, indem Adherence als zentrales Designprinzip verstanden wird. Wir optimieren nicht für ideale Tage, sondern für normale Tage.

Durch adaptive Logik, reduzierte Reibung und einen klaren Fokus auf das Wesentliche entsteht ein System, das Nutzer begleitet statt bewertet. Ziel ist nicht maximale Aktivität, sondern nachhaltige Nutzung.

Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz bei euch jenseits von Buzzwords wie Meal Scanner oder Swap Logik?

Künstliche Intelligenz ist bei NutriSync kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug zur Reduktion von Komplexität. Sie hilft dabei, Entscheidungen abzunehmen, Muster zu erkennen und Empfehlungen an den Alltag anzupassen.

Die KI arbeitet im Hintergrund. Nutzer müssen sie nicht verstehen, um von ihr zu profitieren. Der Mehrwert liegt in der Anpassungsfähigkeit des Systems und nicht in der Sichtbarkeit der Technologie.

Was macht NutriSync aus eurer Sicht einzigartig im Vergleich zu anderen KI gestützten Nutrition Lösungen?

Der Unterschied liegt weniger in einzelnen Funktionen als im Gesamtansatz. NutriSync ist konsequent auf Kontinuität ausgelegt und nicht auf kurzfristige Optimierung.

Während viele Lösungen versuchen, Verhalten zu kontrollieren oder zu korrigieren, akzeptieren wir Unregelmäßigkeiten als Normalzustand. Diese Haltung ist tief im Produktdesign verankert.

Welche Hürden habt ihr beim Aufbau des Produkts bisher erlebt und was habt ihr daraus gelernt?

Eine der größten Herausforderungen war es, bewusst Funktionen wegzulassen. Gerade im Health Bereich besteht die Versuchung, immer mehr Daten, Regeln und Features einzubauen.

Wir haben gelernt, dass Klarheit und Einfachheit entscheidend für langfristige Nutzung sind und dass weniger oft mehr ist. Diese Erkenntnis prägt unsere Produktentscheidungen bis heute.

Wie sieht eure Vision für NutriSync in den nächsten zwei bis drei Jahren aus und welche Funktionen stehen dabei im Fokus?

Unsere Vision ist es, NutriSync als verlässlichen täglichen Begleiter für Ernährung zu etablieren. Nicht als Kontrollinstrument, sondern als unterstützendes System.

Der Fokus liegt auf weiterer Personalisierung, tieferer Integration von Wearable Daten und dem Ausbau adaptiver Logik mit dem klaren Ziel, den Alltag zu erleichtern und nicht zu verkomplizieren.

Nach eurem Soft Launch. Welche frühen Learnings haben euch besonders überrascht oder bestätigt?

Überrascht hat uns weniger das Nutzungsvolumen als die Nutzungskontinuität. Nutzer interagieren nicht perfekt, kommen aber regelmäßig zurück.

Das bestätigt unsere Annahme, dass Adherence kein Motivationsproblem ist, sondern ein Designproblem. Wenn sich das Produkt anpasst, bleiben Menschen eher dran.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein digitales Health Produkt aufbauen wollen?

Erstens für den Alltag gestalten und nicht für Idealszenarien.
Zweitens Komplexität konsequent reduzieren auch wenn es schwerfällt.
Drittens Verhalten als Teil des Produkts verstehen und nicht als Schwäche der Nutzer.

Im Health Bereich entscheiden Vertrauen und Nutzbarkeit stärker als reine Technologie.

Bildcredits: @privat

Wir bedanken uns bei Patrick Maghazehi und Nicolas Schwerdtfeger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum scheitert Tempo oft nicht an Ideen, sondern an der Umsetzung?

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Enpulse Venture Clienting und Energiewende im Fokus Florian Fichter Ceo Enpulse Ventures

Enpulse verbindet Venture Clienting mit der Energiewende, um Innovationen aus Startups schneller und wirksam in die Energiebranche zu überführen

Wie bewerten Sie das aktuelle Tempo der Energiewende und welche Hindernisse verhindern, dass Projekte schneller umgesetzt werden?

Zwar hat das Tempo der Energiewende in den letzten Jahren spürbar angezogen, aber um die Klimaziele sicher zu erreichen, sind wir noch immer nicht schnell genug. Ein Beispiel dafür sind die langwierigen Genehmigungsprozesse – sowohl für die Projekte selbst als auch für die Netzanschlüsse. Damit Wind-, Solar- und Batteriespeicheranlagen schneller und in großer Zahl ans Netz kommen, brauchen wir einen deutlich schnelleren Netzausbau. Der läuft aktuell zu langsam, weil die Netzinfrastruktur immer komplexer wird und globale Lieferketten mit der Nachfrage nicht Schritt halten. Parallel fehlt es an Fachkräften für die Umsetzung – und in Deutschland bremsen zusätzliche regulatorische Vorgaben die Skalierung von Lösungen.

Warum ist die Branche trotz großem Transformationswillen oft träge, und welche Faktoren aus Regulierung, Kostenstruktur oder Sicherheitsauflagen prägen diese Situation?

Deutschland ist besonders im Clean-Tech-Bereich ein Vorreiter: Wer es hier schafft, hat auch global eine sehr gute Chance. Doch gerade die Komplexität des deutschen Energiemarkts macht es sehr schwierig hier Fuß zu fassen. Die kritische Versorgungstruktur in Deutschland unterliegt hohen Sicherheitsstandards, um Ausfälle zu vermeiden, und Investitionen werden häufig sehr langfristig geplant. Hieran scheitern viele Start-ups, denn der Raum, um sich auszutesten und neue Ideen zu liefern, fehlt. Hier kommt Venture Clienting in Spiel: Es schafft Anknüpfungspunkte und Handlungsräume für neue Ideen.

Welche Rolle kann Venture Clienting in diesem Umfeld spielen und warum unterscheidet sich der Ansatz grundlegend von klassischen Innovations- oder Investitionsstrategien?

Venture Clienting setzt genau dort an, wo es weh tut: bei konkreten, realen Problemstellungen im Kerngeschäft von Unternehmen. Statt abstrakter Innovationsprogramme werden Startup-Lösungen direkt in den Business Units als Pilotprojekte getestet – mit schneller Validierung unter echten Marktbedingungen. Startups erhalten damit unmittelbaren Zugang zum Markt, nicht nur Mentoring oder ein Corporate-VC-Engagement. Entscheidend ist zudem die Logik: Kaufbeziehung statt Beteiligung. Das heißt klarer Nutzenfokus, klar messbarer Mehrwert und zugleich ein geringeres Risiko für beide Seiten. Genau diese Kombination unterscheidet Venture Clienting grundlegend von klassischen Innovations- oder Investitionsstrategien.

Warum funktioniert Venture Clienting gerade in der Energiebranche besonders gut und welche Vorteile entstehen sowohl für Unternehmen als auch für Startups?

Es ist eine echte Win-win-Situation: Gerade in der Energiebranche haben Konzerne hochkomplexe Prozesse – und profitieren deshalb besonders von schnellen, flexiblen Lösungen aus der Startup-Welt. Startups wiederum können ihre Reife direkt im realen Betrieb beweisen. Weil Probleme wie Netzauslastung, Flexibilität, Verbrauch oder Datenmanagement klar messbar sind, entstehen präzise Use Cases – und wenn eine Lösung funktioniert, lässt sie sich sofort auf tausende Kund*innen oder Assets ausrollen. Genau diese Kombination aus Klarheit, Messbarkeit und Skalierbarkeit macht Venture Clienting hier so stark.

Wie identifiziert Enpulse Startups, deren Lösungen sich gut für reale Projekte eignen, und welche Kriterien sind dabei entscheidend?

Wir denken immer vom Problem her: Relevant wird ein Startup für uns, wenn es ein akutes, klar definiertes Business-Problem löst. Danach schauen wir auf technologische Reife, Umsetzungskompetenz und Team – also ob sie in unserem Konzernumfeld wirklich liefern können. Wichtig ist zudem das Skalierungspotenzial über einen einzelnen Use Case hinaus. Erste Referenzen oder PoCs sind dann das Sahnehäubchen und zeigen uns, dass die Lösung in der Realität schon funktioniert.

Wie stellen Sie sicher, dass Technologien nicht im Pilotstadium hängen bleiben, sondern in den operativen Betrieb übergehen und echte Wirkung entfalten?

Pilotprojekte sind bei uns strikt zeitlich begrenzt und werden gemeinsam mit den Business Units durchgeführt, die die Lösung auch im Tagesgeschäft benötigen. Dabei werden zwischen allen Partnern vor Projektstart klare Ergebnisziele vereinbart und so früh wie möglich Zusammenarbeits-optionen über ein Pilotprojekt hinaus mitgedacht. Zielsetzung ist es Pilotprojekte so frühzeitig wie möglich in eine langfristig angelegte Partnerschaft zu überführen.

Was unterscheidet die Zusammenarbeit im Venture Clienting Prozess von den typischen Pilotprojekten, die in vielen Unternehmen nie über eine Testphase hinauskommen?

Im Venture Clienting geht es um klaren Nutzen statt um unverbindliche Experimente. Gemeinsam mit den Business Units schärfen wir von Anfang an Problem, Anforderungen und den erwarteten Mehrwert – so ziehen alle in die gleiche Richtung. Der Prozess ist bewusst strukturiert: von der Problemdefinition über die Auswahl des Startups und den Pilot bis hin zur Entscheidung über eine weiterführende Zusammenarbeit. Dabei achten wir früh darauf, dass Budget, Kapazitäten und Verantwortlichkeiten für einen möglichen Rollout realistisch sind – damit gute Lösungen nicht im Testmodus stecken bleiben.

Welche konkreten Herausforderungen adressieren AVALY und die EnBW Business Unit im gemeinsamen Projekt – und warum ist das ein wichtiger Beweis für den Venture-Clienting-Ansatz?

Im Kern geht es um eine der heikelsten Fragen bei Erneuerbaren-Projekten: lokale Akzeptanz. AVALY hilft Netzbetreibern und Projektentwicklern dabei, Bedürfnisse, Sorgen und mögliche Widerstände in Gemeinden datenbasiert frühzeitig zu erkennen. Das schafft eine deutlich bessere Grundlage für Projektkommunikation – zielgerichteter, wirksamer und weniger reaktiv.
Für uns ist das ein starkes Beispiel für Venture Clienting, weil die Lösung nicht im Labor entsteht, sondern gemeinsam mit den Nutzer:innen in der Praxis weiterentwickelt wird: Inhalte und UI werden entlang realer Anforderungen geschärft, und die Analyse wird an historischen Projektbeispielen validiert – mit direktem Nutzen für aktuell laufende Projekte.

Welche konkreten Effekte bringt die Arbeit mit datenbasierter Akzeptanzanalyse – und wie verändert sich dadurch das Vorgehen im Projektalltag?

Der größte Effekt ist, dass Projektteams früher Klarheit bekommen: Wie sind Zustimmung und Widerstand verteilt? Welche Themen treiben die Stimmung? Welche Zielgruppen sollte man wie ansprechen? Dadurch lassen sich Kommunikation und Stakeholder-Arbeit priorisieren und sauberer planen, statt erst spät auf Konflikte zu reagieren.
Im Projekt selbst setzen wir bewusst auf praxisnahe Validierung: Analyseergebnisse werden mit realen, historischen Fällen abgeglichen, und die Software wird bedarfsorientiert weiterentwickelt. Gleichzeitig unterstützt der Einsatz der Lösung laufende Vorhaben unmittelbar, weil Projektteams schneller zu handlungsrelevanten Insights kommen.

Welche Learnings aus dem AVALY-Projekt sind für andere Startups besonders relevant, die mit großen Energieunternehmen zusammenarbeiten wollen?

Drei Punkte sind aus unserer Sicht entscheidend:
Erstens: vom konkreten Problem her denken – mit einem klaren Anwendungsfall, messbarem Nutzen und einem Produkt, das auf Skalierung ausgelegt ist.
Zweitens: Praxisfähigkeit schlägt Pitch – wer früh echtes Feedback, echte Daten und reale Anwendungsszenarien bekommt, kann schneller und kosteneffizienter entwickeln. Genau das ermöglicht Venture Clienting.
Drittens: Integration & Compliance mitdenken – erfolgreiche Kooperationen entstehen dort, wo Lösungen anschlussfähig an Prozesse, Rollen und Systeme sind und Entscheidungen schnell getroffen werden können. Bezahlte Pilotprojekte in einer frühen Phase liefern dabei nicht nur Validierung, sondern auch belastbare Referenzen – und erleichtern den Weg in weitere Business Units.

Wie verändert Venture Clienting die Innovationskultur in Energieunternehmen langfristig und welche Bereiche profitieren besonders stark von diesem Ansatz?

Venture Clienting schärft die Innovationskultur, weil es den Mut zu externen Lösungen stärkt und schnelle, faktenbasierte Entscheidungen fördert. Statt „Ideensammeln“ rückt eine problemorientierte, agile Denkweise in den Vordergrund – mit frühen Ergebnissen und direktem Nutzerfeedback. Besonders profitieren Bereiche mit starkem Kundenfokus und vielen digitalen oder prozessualen Schnittstellen, etwa Vertrieb, dezentrale Erzeugungsmodelle oder Immobilienlösungen. Und: Die Offenheit für Kooperationen mit Startups und Partnern ist hoch – Innovation wird zur gemeinsamen Aufgabe, nicht zur Insellösung.

Welche Arten von Technologien oder Startup-Modellen haben derzeit die besten Chancen, im Energiemarkt schnell Wirkung zu erzielen?

Im Moment haben vor allem digitale Lösungen Rückenwind, die das Netz- und Energiemanagement sowie die Flexibilität verbessern. Große Hebel sehen wir bei Automatisierung und Prozessdigitalisierung rund um Erzeugeranlagen. Dazu kommen Modelle für Mieterstrom, Wärme, Speicheroptimierung und E-Mobilität. Und natürlich KI-gestützte Lösungen – etwa für Prognosen, Monitoring und Betriebsoptimierung – die bestehende Assets smarter und effizienter machen.

Welche Unterstützung benötigen Startups aus Ihrer Sicht, um ihre Lösungen in der Energiebranche erfolgreich zu skalieren und in die Fläche zu bringen?

Startups brauchen vor allem drei Dinge: Zugang zu relevanten Daten, realen Anlagen und operativem Wissen – also echten Kontext statt Laborbedingungen. Dann klare Ansprechpartner:innen im Konzern und schnelle, verlässliche Entscheidungen. Und nicht zuletzt Unterstützung bei Compliance, Schnittstellen und IT-Integration, damit aus einer guten Lösung auch ein langfristig erfolgreiches Produkt im Konzernmaßstab wird.

Welche Rolle wird Enpulse künftig spielen, um Innovationen schneller in realen Energieprojekten zu verankern und damit die Energiewende zu beschleunigen?

Enpulse ist die Brücke zwischen Startup-Ökosystem und den Business Units der EnBW. Mit unserem Venture-Clienting-Programm zielen wir darauf ab, mehr und größere Projekte mit klarem Business- und Klimanutzen umzusetzen.
Dabei identifizieren wir Startups, die Lösungen mit hohem Impact-Potenzial haben und schaffen die Strukturen, damit solche Lösungen nicht im Piloten hängen bleiben, sondern in die Fläche kommen. So stärken wir ein Ökosystem, das Innovationen schneller in reale Energieprojekte übersetzt – und damit ganz konkret Tempo in die Energiewende bringt.

Bildcredits @Enpulse Ventures GmbH

Wir bedanken uns bei Florian Fichter für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie viel Effizienz steckt eigentlich noch ungenutzt in Ihren Geschäftsprozessen?

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syntik und generative KI: Wie AI Agenten Prozesse verbessern Mert Erdogan

syntik entwickelt praxisnahe Lösungen für generative KI, mit denen Unternehmen AI Agenten gezielt in betriebliche Prozesse integrieren und so Effizienz sowie Entscheidungsqualität messbar steigern

Was macht die syntik GmbH aus Ihrer Sicht im Kern und welche Kompetenzen bringen die Menschen mit, die hinter dem Unternehmen stehen?

Syntik steht für die produktive Umsetzung generativer KI in betriebliche Prozesse. Im Kern entwickeln wir GenAI-Lösungen, die auf realen Herausforderungen im Unternehmensalltag basieren. Und das mit einem klaren Fokus auf Effizienz, Transparenz und operativen Mehrwert.
Das Team hinter syntik vereint Erfahrung aus den Bereichen Wirtschaftsinformatik, Prozessautomatisierung und Industrie-KI.

Im Zentrum der Lösungen stehen konkrete Use Cases wie etwa:

  • Automatisierter Abgleich von Ausschreibungen mit dem internen Leistungskatalog, um Chancen im Vertrieb schneller zu erkennen
  • Automatisierte Bearbeitung technischer Kundenanfragen, z. B. in Form von Lastenheften oder technischen Zeichnungen, inklusive Vorstrukturierung zur Weiterverarbeitung in ERP-Systemen
  • Forecasts zur Bedarfserkennung, etwa zur frühzeitigen Planung von Ersatzteilen oder Ressourcen in der Instandhaltung
  • Automatisierte Kundenkommunikation via KI-gestützter Textverarbeitung im Support oder Vertrieb
  • Entwicklung interner Assistenzsysteme für Normen/Richtlinien, die Fachabteilungen durch intelligente Vorschlagslogik und Dokumentenanalyse entlasten

Wie ist syntik entstanden und welches konkrete Problem in Unternehmen wollten Sie von Anfang an lösen?

Syntik ist aus dem Bedarf entstanden, dass wir während unserer Zeit in der Beratung immer wieder den Bedarf und das Interesse an generativer KI festgestellt haben, aber die Umsetzung fehlte mit klaren KI-Agenten, die wiederholbar auf spezifische betriebliche Prozesse replizierbar sind. Wir fahren den Ansatz wie es Parloa für AI VoiceBots machen, jedoch nur mit Fokus auf AI Agenten in betrieblichen Prozessen (vgl. AI Agenten oben).
Viele Organisationen wissen um das Potenzial von GPT & Co., aber es fehlt an einem strukturierten Weg von der Idee zur Anwendung.
Wir wollten genau diese Brücke schaffen zwischen technologischem Fortschritt und tatsächlichem Einsatz entlang der betrieblichen Wertschöpfung. Weniger Management, mehr Umsetzung von GenAI.

Ihre Lösungen basieren stark auf konkreten Use Cases. Warum ist dieser praxisnahe Ansatz für syntik so zentral?

Weil KI nur dort Wirkung entfaltet wo sie ein echtes Problem letztlich löst. Unser Ansatz ist es, immer mit dem Prozess zu starten und nicht mit der Technologie.
Ob technische Kundenanfragen, Ausschreibungsvergleiche oder interne Wissenssysteme. Jeder unserer Use Cases bzw. AI Agenten ist darauf ausgerichtet, operative Zeit zu sparen, Fehler zu reduzieren oder Entscheidungen zu verbessern. KI wird dadurch nicht zum Selbstzweck, sondern zum Hebel für echte Prozessverbesserung

Welche Vision verfolgen Sie mit syntik im Bereich KI und Daten. Und wie übersetzen Sie diese Vision in reale Anwendungen im Alltag Ihrer Kunden?

Unsere Vision ist es, generative KI so verfügbar und nutzbar zu machen wie „klassische IT-Anwendungen“, überall dort wo Sprache, Dokumente oder Wissen im Spiel sind.
Das gelingt uns indem wir skalierbare Lösungen entwickeln, die sich modular in bestehende Systeme integrieren lassen. Sei es im technischen Service, im Vertrieb oder im Einkauf.
Unsere Anwendungen entstehen gemeinsam mit den Fachabteilungen und orientieren sich an ihren täglichen Herausforderungen.

An welche Unternehmen richtet sich syntik vor allem und welche typischen Herausforderungen begegnen Ihnen dort immer wieder?

Wir arbeiten schwerpunktmäßig mit Unternehmen aus dem industriellen Umfeld, oft im Maschinenbau, technischen Dienstleistungen, Automotive, Kunststoffverarbeitung, aber auch Chemie, Lebensmitttelindustrie, Versicherungen und öffentliche Verwaltungen berücksichtigen wir.
Dort treffen wir immer wieder auf ähnliche Herausforderungen. Hohe Informationsdichte, komplexe Abläufe, zeitintensive Kommunikation, aber auch den Wunsch Innovation praxisnah umzusetzen. Genau hier setzt syntik mit umsetzungsfähigen AI Agents an.

Der automatisierte Abgleich von Ausschreibungen mit internen Leistungskatalogen ist ein Anwendungsfall. Welchen Mehrwert schafft das konkret für Vertriebsteams?

Vertriebsteams benötigen für Bearbeitung einer Ausschreibung häufig mehrere Tage, weil sie zu umfangreich, technisch komplex oder kurzfristig sind. Unsere Lösung erkennt automatisch relevante Abschnitte, gleicht sie mit dem internen Leistungskatalog ab und vervollständigt diesen.
So entsteht ein messbarer Geschwindigkeitsvorteil in der Angebotsbewertung, bei gleichzeitiger Entlastung der Teams.

Viele Ihrer Lösungen greifen tief in bestehende Prozesse wie ERP Systeme oder Instandhaltung ein. Was sind dabei die größten Hürden in der Umsetzung?

Die größte Herausforderung liegt meist nicht in der Technik selbst, sondern in der Datenstruktur und Prozessklarheit. Viele Systeme sind über die Zeit gewachsen, Informationen liegen verteilt vor.
Unsere Aufgabe ist es, diese Datenlagen nutzbar zu machen, die AI Agenten gezielt anzubinden und einen stabilen Übergang zwischen bestehenden Workflows und neuen Lösungen zu schaffen, ohne Medienbrüche oder Silodenken. ERP-Systeme sind selbst sehr komplex und viel Individualentwicklung, das muss entsprechend berücksichtigt werden.

Was unterscheidet syntik von klassischen IT oder KI Beratungen. Wo liegt Ihr klarer USP?

Wir sind weder ein reines Beratungsunternehmen noch ein klassischer Softwareanbieter. Syntik verbindet technologische Umsetzung mit strategischer Prozesssicht und das ausschließlich im Bereich generativer KI.
Unser USP liegt in der Kombination aus methodischer Herangehensweise, tiefem Verständnis für Geschäftsprozesse und einem klaren Fokus auf einsatzbereite GenAI-Lösungen. Skalierbar, integriert und auch schnell anwendbar. Wir wollen Prozesse neu gestalten und sie nicht lediglich optimieren.

Wie stellen Sie sicher, dass KI Lösungen wie automatisierte Kundenkommunikation oder interne Assistenzsysteme fachlich zuverlässig bleiben?

Wir arbeiten mit kontrollierten Wissensräumen, rollenbasierter Validierung und einem durchgängigen Feedback-Loop aus den Fachbereichen. Unsere Modelle basieren auf validierten Unternehmensdaten, nicht auf offenen Quellen. Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass kritische Antworten nachvollziehbar sind und von den Fachabteilungen überprüft werden können. So bleibt die KI fachlich sicher und auch operational effektiv. Natürlich wissen wir auch, dass nicht jede Lösung eine 100% Genauigkeit besitzt. Daher sagen wir auch stets „Human in the Loop“.

Welche Rolle spielt das Thema Skalierbarkeit bei Ihren Lösungen. Gerade bei Forecasts oder der Verarbeitung technischer Anfragen?

Skalierbarkeit ist ein zentrales Designprinzip. Unsere Lösungen sind so konzipiert, dass sie mitwachsen, ob bei der steigenden Datenmenge, wachsenden Produktportfolios oder zusätzlichen Fachbereichen. Gerade bei Forecasts, Ersatzteilbedarfen oder der Vorstrukturierung technischer Kundenanfragen macht das den Unterschied zwischen einem Prototyp und einem produktiven System. Wir haben ein technisches Fundament aufgebaut und erweitern dieses, entsprechend können solche Use Cases schnell umgesetzt werden.

Wohin soll sich syntik in den kommenden Jahren entwickeln. Gibt es neue Use Cases oder Branchen, die für Sie besonders spannend sind?

Wir sehen großes Potenzial in der Automatisierung von Qualitätssicherungsdokumenten, technischen Anleitungen, Ausschreibungen, Forecasts. Vor allem in regulierten oder dokumentationsintensiven Branchen wie Chemie, Pharma, Sondermaschinenbau, Industrie, Kunststoffverarbeitung, Metallverarbeitung und Automotive wollen wir uns etablieren.
Langfristig wollen wir unsere Plattform weiter öffnen für modulare KI-Bausteine und standardisierte GenAI Use Cases, die sich schnell produktiv einsetzen lassen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein technologiegetriebenes Unternehmen aufbauen wollen?

Problemlösung vor Technologie: Starte nie einfach mit einem Tool, sondern immer mit dem echten Problem im Unternehmen. Tempo geht immer vor Perfektion: Iteratives Vorgehen und schnelle Prototypen bringen dich schneller zu echten Lösungen als monatelange Planung. Fokus ist der Schlüssel, lieber ein Thema richtig lösen als zehn Themen halbgar bedienen. Klarer Fokus bringt Klarheit im Produkt und dann auch im Markt.

Bildcredits @privat

Wir bedanken uns bei Mert Erdogan für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: syntik

Kontakt:

syntik GmbH
Spandauer Straße 40
D-57072 Siegen

https://syntik.de/
info@syntik.de

Ansprechpartner: Mert Erdogan

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Was macht authentische Küche heute wirklich erfolgreich?

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Amjad Foods: Falafel für die moderne Gastronomie Amjad Abu Hamid auf einer messe

Amjad Foods entwickelt Falafel-Produkte für die Gastronomie, die authentischen Geschmack, einfache Anwendung und zuverlässige Qualität im Küchenalltag verbinden

Wie ist Amjad Foods entstanden und welche persönliche Geschichte steckt hinter Mama’s Falafel Teig?

Amjad Foods ist aus dem Wunsch entstanden, Falafel für jeden zugänglich zu machen.
Meine ursprüngliche Idee war ein frischer Falafelteig für zu Hause, mit dem jeder in wenigen Minuten selbst Falafel zubereiten kann. Der Fokus lag anfangs stark auf Endkunden und dem Onlinehandel.

Relativ schnell wurde jedoch klar, dass Tiefkühlprodukte online nur schwer skalierbar sind. Die Teilnahme bei Die Höhle der Löwen und das direkte Feedback der Investoren haben mich zusätzlich zum Umdenken gebracht.

Was war eure ursprüngliche Vision mit Mama’s Falafel Teig und wie hat sie sich im Laufe der Zeit verändert?

Nach der ersten Phase habe ich analysiert, wie Menschen Falafel wirklich essen.
Nicht nur im Sandwich, sondern sehr häufig auf Bowls und Salaten.

Genau daraus entstand die Idee der Mama’s Falafel Croutons. Ein Produkt, das in Sekunden funktioniert und sich perfekt in bestehende Gerichte integrieren lässt. Mit diesem Produkt haben wir den Food Innovation Preis gewonnen und erstmals sehr klares Feedback aus der Gastronomie erhalten.

Darauf aufbauend haben wir unser Sortiment konsequent erweitert. Mit den Falafel-Talern und zuletzt auch mit dem Falafel-Burger, den wir im vergangenen Jahr gelauncht haben, bedienen wir gezielt aktuelle Food-Trends. Gerade der Burger eignet sich optimal für den veganen Burger-Trend und für moderne Burgerläden, die pflanzliche Alternativen auf hohem Niveau anbieten möchten.

Unsere Vision hat sich dadurch klar weiterentwickelt: vom reinen Falafelteig hin zu einem durchdachten Sortiment an zeiteffizienten Lösungen für die Gastronomie.

Für welche Zielgruppen in der Gastronomie sind eure Produkte gedacht und welche Bedürfnisse stehen dabei im Fokus?

Unsere Produkte richten sich heute klar an Gastronomen, die schnell arbeiten müssen. Besonders an Konzepte mit Bowls, Salaten, Streetfood, Burgerläden oder Systemgastronomie.

Im Fokus stehen einfache Anwendung, hohe Geschwindigkeit und gleichbleibende Qualität. Die Falafel Croutons sind zum Beispiel in rund 30 Sekunden servierfertig, die Taler und Burger lassen sich flexibel in bestehende Küchenabläufe integrieren.

Was hat Mama’s Falafel Teig besonders attraktiv für große Gastronomen und Großhändler gemacht?

Besonders attraktiv ist unsere klare Produktlogik.
Sie spart Zeit, reduziert den Personalaufwand und funktioniert zuverlässig im gastronomischen Alltag.

Zudem bieten wir ein Sortiment, das mit den Trends der Gastronomie mitgeht – von Bowls über Snacks bis hin zum veganen Burger.

Welche Herausforderungen habt ihr beim Wachstum und in der Zusammenarbeit mit der Gastronomie erlebt und wie seid ihr damit umgegangen?

Eine der größten Herausforderungen war der Spagat zwischen Qualität, Skalierung und Logistik.
Gerade die flächendeckende Belieferung über Großhändler stellt hohe Anforderungen an Lieferkette, Lieferzeiten und gleichbleibende Produktqualität.

Unsere Produkte müssen überall gleich funktionieren – unabhängig davon, ob sie in Hamburg, München oder auf dem Land eingesetzt werden. Diese Zuverlässigkeit sicherzustellen, gemeinsam mit Großhändlern und Partnern, war und ist ein anspruchsvoller Prozess.

Das ist nur gelungen, weil wir unsere Abläufe konsequent professionalisiert und sehr eng mit Gastronomen und Handelspartnern zusammengearbeitet haben.

Was unterscheidet Amjad Foods mit Mama’s Falafel Teig von anderen Falafel- und Levante-Produkten im Markt?

Der größte Unterschied liegt in unserem eigenen Mama’s-Rezept und in der konsequenten Authentizität unserer Produkte. Wir arbeiten nicht mit Standardrezepturen, sondern mit einer Rezeptur aus echter levantinischer Küche, die über Jahre perfektioniert wurde.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist unser Herstellungsverfahren. Wir nutzen ein besonders schonendes, technisch anspruchsvolles Verfahren, das über klassisches Schockfrosten hinausgeht. Dadurch erreichen wir eine Produktqualität, die man deutlich schmeckt: außen kross, innen saftig und gleichzeitig sehr frisch im Ergebnis.

Zusätzlich sind unsere Produkte von Grund auf für vegane und glutenfreie Ernährung entwickelt. Viele Falafelhersteller arbeiten mit Brot, Mehl oder Kartoffeln als Füll- oder Bindemittel. Darauf verzichten wir bewusst. Unsere Falafel bestehen aus hochwertigen Zutaten und kommen ohne diese Zusätze aus. Das macht sie ehrlicher, leichter und besser verträglich.

Amjad Foods: Falafel für die moderne Gastronomie Amjad Abu Hamid mamas falafel bild mit burger und produkten

Mit der Hero Levant Line entsteht eine neue Produktwelt. Was hat dich motiviert, neben einer etablierten Marke neu anzusetzen?

Mit der Hero Levant Line ist bewusst eine neue Produktwelt entstanden. Die Motivation dahinter ist eine andere als bei Tiefkühlprodukten.

Hier geht es um hochwertige Levante-Grundbasen bei Raumtemperatur. Produkte, mit denen jeder in einer Minute frisch arbeiten kann und trotzdem volle Kontrolle über Geschmack und Qualität behält.

Welche Bedeutung haben hochwertige Levante-Grundbasen für eure Produktentwicklung?

Ein gutes Beispiel ist Hummus Hero.
Wer echten Hummus herstellt, weiß, wie aufwendig der Prozess ist: Kichererbsen einweichen, kochen, schälen, pürieren und Zutaten hinzufügen.

In der Gastronomie fehlt dafür oft Zeit und Personal. Unsere Lösung ist eine hochwertige Grundbasis, mit der in einer Minute ein frischer, cremiger Hummus entsteht. Der Superheld in der Küche, der Zeit abnimmt.

Wie verbindest du den Aufbau einer neuen Linie mit der Weiterentwicklung des bestehenden Geschäfts?

Der Aufbau der Hero Levant Line läuft parallel, aber klar getrennt vom bestehenden Geschäft.
Mama’s Falafel ist etabliert, die Hero Levant Line wird bewusst neu und eigenständig entwickelt.

In der ersten Phase läuft die neue Linie organisatorisch über Amjad Foods, um bestehende Strukturen, Netzwerke und Markterfahrung sinnvoll zu nutzen.

Welche nächsten Schritte planst du für Amjad Foods und eure Marken in den kommenden Jahren?

Ein zentraler nächster Schritt ist der Aufbau der Hero Levant Line. Mit dieser Linie entwickeln wir hochwertige Levante-Grundbasen, die maximale Qualität mit minimalem Zeitaufwand verbinden.

Das erste Produkt wird Hummus Hero sein – eine Hummus-Grundbasis, mit der innerhalb einer Minute frischer, cremiger Hummus zubereitet werden kann. Die Basis ist bei Raumtemperatur haltbar und dennoch für die frische Weiterverarbeitung in der Küche gedacht.

Parallel dazu bauen wir unser bestehendes Tiefkühlsortiment weiter aus und stärken unsere Position im deutschen Markt.

Für 2026/2027 planen wir den nächsten strategischen Schritt: die Expansion in die Schweiz, mit einem klaren Fokus auf die Zusammenarbeit mit Großhändlern und der Gastronomie.

Welche drei Ratschläge würdest du anderen Gründerinnen und Gründern aus dem Food-Bereich mit auf den Weg geben?

Erstens: das eigene Produkt wirklich verstehen.
Zweitens: echte Probleme lösen und nicht nur Trends folgen.
Drittens: Geduld(Sabr) haben und Qualität immer über Geschwindigkeit stellen.

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Wir bedanken uns bei Amjad Abu Hamid für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum Chancengleichheit für Frauen noch immer keine Selbstverständlichkeit ist

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Frauen Chancengleichheit Unternehmen Natascha Hoffner Fotografin: Sung-Hee Seewald

Zum zehnjährigen Bestehen der herCAREER Karrieremesse für Frauen spricht Gründerin Natascha Hoffner im Interview mit StartupValley darüber, wie Unternehmen Chancengleichheit in der Arbeitswelt schaffen und weibliche Talente langfristig halten können.

herCAREER feiert 10 Jahre – ein Jahrzehnt, in dem sich die Arbeitswelt, insbesondere für Frauen, stark verändert hat. Was geht Ihnen persönlich durch den Kopf, wenn Sie auf diese Entwicklung und Ihre eigene Rolle darin zurückblicken?

Natascha Hoffner: Vor Kurzem habe ich auf LinkedIn über unser zehnjähriges Jubiläum geschrieben, dass ich nie geplant hatte zu gründen, dass alles begann wegen einer Fernbeziehung, einer Schwangerschaft, dem Vorbild meiner alleinerziehenden Mutter und meiner Leidenschaft für Messe und Vertrieb und funktioniert hat es dank eines großartigen Teams auch in diesen unsicheren Zeiten. Diversity gerät unter Druck, doch viele Unternehmen halten dagegen. Auf den Beitrag habe ich sehr viele Rückmeldungen bekommen, was wir mit herCAREER alles bewegen konnten. Wir haben heute großartige Unterstützer:innen, Partner:innen und Unternehmen an unserer Seite. Sie nutzen unsere Plattform, um ihre Role Models sichtbar zu machen, ihre Geschichten zu teilen und ihre Expertisen zu zeigen.

Start-ups, KMU, Hidden Champions und Konzerne sind gleichermaßen vertreten, alle eint der Wunsch, kein Talent zu verlieren. Das ist die größte Wertschätzung zu wissen, dass unsere Arbeit für viele Frauen einen Unterschied macht. Der Weg dorthin war und ist arbeitsintensiv. Doch dieses Feedback zeigt mir, es lohnt sich. Unternehmertum ist selten einfach, aber sinnstiftend, wenn man sieht, was durch gemeinsames Engagement entsteht.

Wie hat sich die ursprüngliche Vision von herCAREER im Laufe der Jahre verändert oder weiterentwickelt, und welche Werte sind über all die Zeit konstant geblieben?

Natascha Hoffner: Meine Vision von herCAREER ist seit zehn Jahren im Kern unverändert. Chancengleichheit für alle erreichen und zwar bald. Nahbarkeit, Authentizität und Begegnungen auf Augenhöhe prägten herCAREER von Anfang an ebenso wie eine ehrliche, herzliche Kommunikation. Unser Ziel bleibt, die Arbeitswelt gemeinsam mit Unternehmen nachhaltig zu verändern für alle, aber besonders für Frauen. Dabei ist es mir wichtig zu betonen, herCAREER war nie ein Event exklusiv für Frauen. Denn Veränderung gelingt nur gemeinsam und dazu gehören auch Männer, die sich als Verbündete für Gleichstellung verstehen. Wir sind kein Hochglanzprojekt, sondern eine Plattform für Austausch, konstruktive Impulse und sichtbares Engagement. Was vielleicht im Lauf der Jahre zugenommen hat, ist unser Mut, politische Themen zu adressieren.

Inwiefern verstehen Sie herCAREER heute auch als Plattform für gesellschaftliche Debatten und politischen Wandel?

Natascha Hoffner: Karrieren entstehen nie im luftleeren Raum sie entwickeln sich immer im Spannungsfeld gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen. Heute ist es wichtiger denn je, diesen Zusammenhang sichtbar zu machen. Mit herCAREER stärken wir bewusst weibliche Perspektiven aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Wir verstehen uns als Wegbereiterin für den konstruktiven Dialog zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer:innen. Denn echte Veränderung entsteht nur im gemeinsamen Austausch. Wir greifen bewusst Themen auf, die über klassische Karrierefragen hinausgehen etwa tödliche Gewalt gegen Frauen und Wege zur Prävention oder wie wir Frieden gestalten und welche Art von Regulierung das Internet braucht. Solche Themen zeigen Gleichberechtigung, Sicherheit, Demokratie und Teilhabe gehören untrennbar zusammen. Es geht um Haltung, Verantwortung und den Willen, Strukturen zu verändern. Wenn Frauen sichtbar werden, ihre Stimmen Gehör finden und Unternehmen bereit sind zuzuhören, entsteht gelebte Chancengerechtigkeit und der Mut, Dinge wirklich anders zu machen.

Sie haben mit der Gründung von herCAREER einen Ort geschaffen, an dem weibliche Karrieren sichtbar gemacht und gefördert werden. Welche Herausforderungen mussten Sie auf diesem Weg überwinden, die vielleicht hinter den Kulissen geblieben sind?

Natascha Hoffner: Unternehmerische Herausforderung ist für uns der Normalzustand. Lange dachte ich, das hört irgendwann auf. Wenn ich nur die Finanzierung stemme, die Corona-Zeit überstehe, digitale Tools einführe und die wirtschaftliche Flaute meistere dann habe ich es geschafft. Doch dann kamen die US-Wahlen. Heute weiß ich, genau das ist Unternehmertum. Keine Planungssicherheit, keine Garantie für den Erfolg, ständiges Abwägen verbunden mit Momenten von Zweifel, Wut oder Enttäuschung aber eben auch mit großer Freude, wenn sich der Einsatz auszahlt. Nichts passiert von allein. Dass wir heute so positiv wahrgenommen werden ist das Ergebnis harter Arbeit.

Die Messe hat sich zu einer der wichtigsten Plattformen für Female Empowerment im deutschsprachigen Raum entwickelt. Was war rückblickend der entscheidende Wendepunkt, an dem Sie gespürt haben Das Konzept funktioniert?

Natascha Hoffner: Einen klaren Wendepunkt gab es für mich eigentlich nicht. Meine Mitstreiterin Linda und ich wir glaubten vom Start weg an den Erfolg. herCAREER war von Beginn an anders als das was es bis dahin am Markt gab. Wir haben das Konzept Messe nicht neu erfunden aber die Messe-Erfahrung diese Nahbarkeit von allen Beteiligten unabhängig von ihrer Rolle oder Hierarchieebene das war neu. Dieses Gefühl von Aufbruch Veränderungsbereitschaft und fundierter Vernetzung das macht herCAREER zu mehr als nur einer Messe. Die größte Herausforderung lag darin mit minimalem Marketingbudget bekannt zu werden. Wenn ich heute höre herCAREER kennt man doch dann ist das keine Selbstverständlichkeit. Voraus gingen unzählige Gespräche persönliche Begegnungen und hunderte Netzwerkveranstaltungen. Sichtbarkeit entsteht durch fundierte Beziehungen durch Zuhören und Beharrlichkeit. Ich greife lieber einmal zu oft zum Telefonhörer denn das hilft Verbindungen zu pflegen.

herCAREER steht nicht nur für Karriere sondern auch für Haltung Gleichberechtigung und Netzwerkgedanken. Wie gelingt es Ihnen diesen Spirit Jahr für Jahr neu zu entfachen?

Natascha Hoffner: Ich bin überzeugt den Spirit von herCAREER entfachen alle Beteiligten gemeinsam indem sie Offenheit Neugier und den Willen zur Veränderung zeigen. Es sind Menschen die bereit sind zuzuhören voneinander zu lernen und sich einzubringen. Jede und jeder darf einfach sie oder er selbst sein ohne sich in eine Schablone pressen zu müssen. Wir verbinden ganz unterschiedliche Branchen Themen und Communities. An zwei Tagen im Jahr entsteht ein Raum voller Möglichkeiten. Diese Atmosphäre macht für mich den Spirit aus und wirkt weit über die Messe hinaus.

Warum Frauen in Unternehmen um Chancengleichheit kämpfen Von links nach rechts:
Dr. Kathrin Braunwarth, Andrea Rexer, Prof. Dr. Jasmin Riedl, Anna Sophie Herken, Nicole Riggers, Hiltrud Werner, Birgit Oßendorf-Will, Christiane Brandes-Visbeck Bild: Fotoquelle: © herCAREER – Franz Pfluegl
Von links nach rechts:
Dr. Kathrin Braunwarth, Andrea Rexer, Prof. Dr. Jasmin Riedl, Anna Sophie Herken, Nicole Riggers, Hiltrud Werner, Birgit Oßendorf-Will, Christiane Brandes-Visbeck  Bild: Fotoquelle: © herCAREER – Franz Pfluegl

Wenn Sie auf die Entwicklungen der letzten zehn Jahre blicken wie hat sich Ihrer Meinung nach die Wahrnehmung von Frauen in Führungspositionen in Deutschland verändert?

Natascha Hoffner: Manche Klischees halten sich hartnäckig etwa dass Frauen nur in den Vorstand berufen werden weil Unternehmen auf die Quote schauen. Manche Besetzungen legen nahe dass man erst dann eine Frau in Erwägung zieht wenn die Krise so groß ist dass kein Mann den Job machen will. Die aktuellen Zahlen der Allbright Stiftung zeigen dass die Zahl der Vorstandsfrauen stagniert Deutschland ist da im europäischen Vergleich alles andere als ein Vorzeigebeispiel. Trotzdem gibt es viel Anlass zum Optimismus.

Frauen haben verstanden Gleichberechtigung fällt nicht vom Himmel. Rechte mussten sie sich stets erkämpfen oft gegen große Widerstände. Gleichzeitig sehe ich heute mehr Männer denn je zuvor die Frauen unterstützen und Verantwortung übernehmen. Es bewegt sich etwas durch das Engagement von Netzwerken Vereinen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Frauen fordern ihren Platz ein. Unternehmen die die besten Talente gewinnen und halten wollen müssen alte Muster hinterfragen und neue Wege gehen. Noch nie waren die Chancen für echte Veränderung so gut wie heute.

Netzwerken ist ein zentrales Element Ihrer Arbeit. Welche Begegnung oder Geschichte aus zehn Jahren herCAREER ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Natascha Hoffner: Mir fällt keine einzelne Geschichte ein die alles überstrahlt aber ich weiß wie viel eine persönliche Begegnung bewirken kann. Genau das liebe ich an meiner Arbeit mit Menschen in Kontakt zu kommen und sie als Verbündete zu gewinnen. Ob daraus eine Zusammenarbeit entsteht oder einfach ein ehrlicher nachhaltiger Austausch das ist zweitrangig. Entscheidend ist das gegenseitige Interesse die Bereitschaft einander Türen zu öffnen und voneinander zu lernen.

Wie gelingt es Ihnen persönlich als Unternehmerin und Mutter eine Balance zwischen beruflichem Anspruch und privatem Leben zu finden und hat sich Ihr Verständnis von Erfolg dadurch verändert?

Natascha Hoffner: Das gelingt mir insgesamt recht gut. Weil ich akzeptiere dass ich nicht für alles verantwortlich sein kann und auch nicht will. Ich kann nicht alles gleichzeitig sein perfekte Mutter ständig erreichbare Unternehmerin und stets verfügbare Ehefrau. Das ist ein Märchen meine Kraft hätte dafür nie gereicht. Als die Kinder kleiner waren war die Herausforderung mit einem frisch gegründeten Unternehmen enorm.

Aber der Papa hat zweimal den Löwenanteil der Elternzeit übernommen ist in allen WhatsApp-Gruppen der Kinder und managt ihre sportlichen Aktivitäten. Zahnarzt Kinderarzt und Friseur übernehme ich. Wenn er vom Elternabend kommt frage ich nur gibt es etwas Wichtiges das ich wissen muss und lasse zu nicht über alles Bescheid zu wissen. Finanzielle Unabhängigkeit war für mich immer ein zentraler Antrieb. Sie bedeutet Freiheit und Sicherheit zugleich. Und was mir heute besonders hilft ich nehme mir bewusst Zeit nur für mich ohne schlechtes Gewissen. Das ist ein wesentlicher Teil meines Erfolgsverständnisses geworden.

Was sind für Sie aktuell die größten strukturellen Hürden wenn es um die Chancengleichheit in der Arbeitswelt geht und wo sehen Sie dringenden Handlungsbedarf?

Natascha Hoffner: Ein zentrales Problem ist die ungleiche Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern. Sie entsteht oft rund um die Geburt des ersten Kindes und prägt Karrieren dauerhaft wie etwa Nicola Fuchs-Schündeln Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung betont. Staatliche und betriebliche Rahmenbedingungen verstärken diese Muster steuerliche Fehlanreize wie das Ehegattensplitting ein Mangel an flächendeckender Kinderbetreuung und Unternehmenskulturen die Flexibilität noch immer als Ausnahme behandeln. Die Folge Frauen reduzieren ihre Arbeitszeit was das Rollenmodell weiter zementiert. Wir müssen Leistung unabhängig von der Zahl der Wochenarbeitsstunden anerkennen. Und wir brauchen ökonomische Anreizsysteme die gleichberechtigte Erwerbsmodelle fördern. Chancengleichheit entsteht nicht durch individuelle Anstrengung sondern durch Rahmenbedingungen die sie ermöglichen.

Zum Abschluss Wenn Sie in weiteren zehn Jahren auf herCAREER zurückblicken könnten was wäre Ihr größter Wunsch für die Zukunft dieser Plattform und der Frauen die sie inspiriert?

Natascha Hoffner: Mein größter Wunsch wäre dass herCAREER auch in zehn Jahren noch Brücken baut zwischen Wirtschaft Wissenschaft Politik und Gesellschaft. Und Frauen damit inspiriert mutig ihren eigenen Weg zu gehen und unabhängig von Stereotypen oder tradierten Rollenbildern ihre finanzielle Unabhängigkeit aufzubauen und zu bewahren.

Titelbild: Natascha Hoffner Fotografin: Sung-Hee Seewald

Wir bedanken uns bei Natascha Hoffner für das Interview

Mehr zu zehn Jahren herCAREER und den Perspektiven von Natascha Hoffner lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von StartupValley, erhältlich im Zeitschriftenhandel, in unserem Shop oder bei Readly.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie können alte Datenträger sicher weiter genutzt werden?

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Das Diskettenwerk Disketten und Datenträger im Fokus Das Diskettenwerk Gründer Daniel Wesseling

Das Diskettenwerk ist ein Spezialbetrieb für die sichere Wiederaufbereitung und Wiederverwendung alter Disketten

Was ist Das Diskettenwerk und wer sind die Menschen, die das Startup gegründet haben und heute prägen?

Das Diskettenwerk ist ein Spezialbetrieb für sichere Wiederaufbereitung alter Disketten. Gegründet wurde es von Technikern und Archivliebhabern, die sich mit Legacy-Systemen und Datensicherheit beschäftigen. Heute verbindet das Team IT-Know-how mit Nachhaltigkeitsdenken.

Wie ist die Idee zu Das Diskettenwerk entstanden und welches konkrete Problem wolltet ihr damit lösen?

Viele Organisationen vernichten alte Datenträger aus Angst vor Datenlecks. Gleichzeitig fehlt es an funktionierenden Disketten für kritische Systeme. Die Idee war, sichere Löschung und Wiederverwendung zu verbinden.

Welche Vision verfolgt Das Diskettenwerk im Umgang mit alten Datenträgern und nachhaltiger Datenlöschung?

Datenträger sollen nicht pauschal Müll sein. Sie sollen nachweisbar gelöscht, geprüft und weiter genutzt werden. Ziel ist ein geschlossener Kreislauf statt Wegwerfmentalität.

Wie erklärt ihr eure Arbeit Menschen, die Disketten nur noch aus der Vergangenheit kennen?

Viele Maschinen arbeiten noch immer mit Technologien aus den 1990er-Jahren. Diese Systeme brauchen Disketten, so wie moderne Geräte USB-Sticks brauchen. Wir sorgen dafür, dass diese Medien sicher und verfügbar bleiben.

Wer gehört zur Zielgruppe von Das Diskettenwerk und welche Bedürfnisse stehen dabei im Mittelpunkt?

Zu unseren Kunden gehören Industrie, Luftfahrt, Schifffahrt, Archive und Sammler. Sie benötigen zuverlässige, sichere und geprüfte Datenträger. Vertrauen und technische Qualität stehen im Mittelpunkt.

Wie stellt ihr sicher, dass Datenlöschung und Wiederverwendung bei euch vertrauenswürdig und verantwortungsvoll ablaufen?

Jede Diskette durchläuft ein mehrstufiges Überschreib- und Prüfverfahren. Die Daten werden vollständig ersetzt, nicht nur gelöscht. Danach wird jede Diskette technisch getestet.

Welche Herausforderungen begegnen euch im Alltag zwischen Nachhaltigkeit, Technik und Aufklärung?

Viele halten Disketten für veraltet, während sie in kritischen Systemen noch täglich gebraucht werden. Diese Lücke zwischen Wahrnehmung und Realität zu erklären ist eine ständige Aufgabe.

Was unterscheidet Das Diskettenwerk von klassischen Entsorgungs oder Recyclinglösungen für Datenträger?

Wir zerstören keine funktionierenden Medien. Wir erhalten sie. Unser Fokus liegt auf Wiederverwendung mit geprüfter Datensicherheit.

Wie reagiert ihr auf den Spagat zwischen wachsendem Datenvolumen und dem Wunsch nach Ressourcenschonung?

Nicht jeder Datenträger muss neu produziert werden. Bestehende Medien können sicher wiederverwendet werden. Das spart Ressourcen und reduziert Elektroschrott.

Welche nächsten Schritte plant Das Diskettenwerk für die kommenden Monate und Jahre?

Wir bauen unsere Aufbereitungskapazitäten weiter aus. Zusätzlich arbeiten wir an der Dokumentation historischer Datenträgerformate. Ziel ist der langfristige Erhalt dieser Infrastruktur.

Welche Rolle spielt Aufklärung über digitale Altlasten für eure zukünftige Entwicklung?

Sie ist entscheidend. Wer versteht, wie lange digitale Systeme genutzt werden, erkennt den Wert alter Datenträger. Aufklärung schafft Vertrauen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Ein echtes Problem lösen. Nachhaltigkeit und Technik gemeinsam denken. Und den Mut haben, auch Nischen ernst zu nehmen.

Bildcredits @ privat

Wir bedanken uns bei Daniel Wesseling für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie können Unternehmen Ausgaben besser kontrollieren und Prozesse automatisieren?

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SpendOne SpendOne: indirekter Einkauf und Spend Management Teambild

SpendOne bietet eine KI-gestützte Lösung für effizientes Ausgabenmanagement und automatisierten indirekten Einkauf in Unternehmen.

Was macht SpendOne und welches konkrete Problem wolltet ihr mit eurer Plattform ursprünglich lösen?

SpendOne ist eine KI-basierte Plattform zur Prozessoptimierung im indirekten Einkauf von Unternehmen. Konkret geht es dabei um eine Vielzahl alltäglicher Bestellvorgänge, die keinen Bezug zum klassischen Kerngeschäft haben. Zum indirekten Einkauf gehören zum Beispiel die Beschaffung von Büromaterial, Werbeanzeigen auf sozialen Netzwerken, Stellenausschreibungen oder Softwarezugänge für Mitarbeiter. In der Regel laufen indirekte Einkäufe heute sehr manuell, unübersichtlich und risikobehaftet ab, da diese nicht über die klassischen ERP-Systeme abgewickelt werden können. Das Ergebnis sind lange Durchlaufzeiten, hohe Prozesskosten, Frustration von Mitarbeitenden aufgrund nervenaufreibender repetitiver Tätigkeiten und Compliance-Risiken. All das kann auf dem heutigen Stand der Technologie deutlich sicherer und effizienter ablaufen.

Wer steht hinter SpendOne und welche Erfahrungen aus eurem beruflichen Hintergrund prägen das Unternehmen heute?

Hinter SpendOne steht ein Gründerteam mit tiefem Praxisbezug zu indirekten Einkaufs-, Zahlungsprozessen und B2B-Software. Uns prägen insgesamt über 40 zusammenaddierte Berufsjahre Erfahrung aus Enterprise-Prozessen, Kreditkarten- und Rechnungsworkflows sowie der Aufbau von skalierbaren SaaS-Produkten. Diese Kombination sorgt dafür, dass wir sehr praxisnah entwickeln und uns stark auf einen messbaren ROI fokussieren.

Welche Vision verfolgt SpendOne im Bereich Ausgaben und Beschaffungsmanagement und wie wollt ihr diese Schritt für Schritt erreichen?

Unsere Vision ist, den indirekten Einkauf genau so einfach, transparent und sicher zu machen, wie Unternehmen es durch den Einsatz von ERP-Systemen im strategischen Einkauf bereits gewohnt sind. Wir erreichen das schrittweise über einen durchgängigen Prozess von der geführten Bedarfsanforderung über klare Genehmigungsregeln entlang der Einkaufsrichtlinien bis hin zur flexiblen Zahlung und der automatisierten Rechnungsverarbeitung. Im Kern steht dabei die Automatisierung durch den Einsatz von KI-Agenten in jedem Prozessschritt, ohne Kontrolle und Compliance zu verlieren.

An welche Unternehmen richtet sich SpendOne besonders und welche Bedürfnisse eurer Zielgruppe stehen im Mittelpunkt eurer Entwicklung?

Wir richten uns an mittelständische Unternehmen bis Großkonzerne auf dem DACH-Markt. Besonders relevant ist SpendOne, wenn Richtlinientreue, Auditierbarkeit und Transparenz schwer sicherzustellen sind und Unternehmen ohne einen großen Implementierungsaufwand die Kosteneffizienz steigern möchten. Im Mittelpunkt stehen eine einfache Nutzerführung für Mitarbeitende sowie ein sauberer, prüfbarer Prozess für Finanz- und Einkaufsabteilungen.

Wie erleben eure Kundinnen und Kunden den Einsatz von SpendOne im Alltag und wo entsteht für sie der größte Mehrwert?

KundInnen erleben mit SpendOne im indirekten Einkauf erstmals einen durchgängig effizienten und konformen End-to-End-Prozess. Mitarbeitende werden Schritt für Schritt geführt und Ausgaben passieren nicht mehr „zurufbasiert“, sondern nur nach klaren Regeln: Genehmigungen sind sauber dokumentiert, Verantwortliche (z. B. Kostenstellen- oder Produktverantwortliche) steuern Budgets bevor Geld ausgegeben wird, und es gibt jederzeit einen prüfbaren Nachweis.
Rechnung werden automatisiert eingesammelt und sind sofort auffindbar. Weiterhin existiert zu jeder Rechnung eine passende Bestellung im System. Die KI übernimmt die nervigen Routinen: Prüfen, Zuordnen, Nachfordern fehlender Belege, inklusive erstmaliger Transparenz bei Kreditkartenpositionen. Selbstverständlich gibt es auch pro Bestellung eine Bestätigung der erhaltenen Leistung.
Für Buchhaltung und Finance heißt das deutlich weniger Hinterherlaufen und Klären. Weiterhin erhalten sie endlich belastbare Auswertungen über diesen „Long-Tail-Spend“. Prozesskosten sinken massiv, weil SpendOne den Großteil der Arbeit automatisiert.

Der Markt für Spend Management ist stark umkämpft. Was unterscheidet SpendOne klar von anderen Lösungen?

SpendOne wickelt den Gesamtprozess im indirekten Einkauf End-to-End ab, statt nur Teilbereiche. Außerdem ist unser Plug & Play-Ansatz von zentraler Bedeutung: vom bestehenden Kreditkartenanbieter bis hin zu ERP- und Buchhaltungstools schafft SpendOne Anbindungen in die bestehende Systemlandschaft unserer Kunden. So können Unternehmen beispielsweise flexibel auf Rechnung oder mit virtueller Kreditkarte ihres bestehenden Kreditkartenanbieters zahlen, je nach Händler und Bedarf. Außerdem sind wir zu 100 % Made in Germany, was vor allem im Thema Datenschutz für unsere Kunden oberste Priorität hat.

Welche Herausforderungen begegnen euch aktuell beim Skalieren eurer Plattform und wie geht ihr damit um?

Skalierung heißt für uns vor allem: Integrationen in bestehende Systemlandschaften sauber und robust umzusetzen. Gleichzeitig müssen wir Security, Datenschutz und Prüfpfade mit dem Wachstum konsequent mitziehen. Wir begegnen dem mit Standardisierung, klaren Rollout-Playbooks und enger Zusammenarbeit mit Kunden in Pilot- und Ausbauphasen.

Welche Rolle spielt Automatisierung im Alltag eurer Nutzerinnen und Nutzer und wo stößt Technologie heute noch an Grenzen?

Automatisierung nimmt Routinearbeit ab, zum Beispiel beim Einholen, Auslesen und Abgleichen von Rechnungen sowie bei regelbasierten Genehmigungen. Grenzen entstehen dort, wo Daten fehlen, Ausnahmen auftreten oder Entscheidungen bewusst menschliche Verantwortung brauchen. Deshalb kombinieren wir Automatisierung mit klaren Workflows, Transparenz und Eskalationslogiken.

Wie trefft ihr bei SpendOne Entscheidungen zwischen Funktionsvielfalt und einfacher Bedienbarkeit?

Wir priorisieren den durchgängigen Kernprozess und eine sehr einfache Bedienung für Mitarbeitende. Neue Funktionen müssen entweder messbar Zeit sparen, Risiken senken oder Transparenz erhöhen. Alles, was den Flow komplizierter macht, wird vereinfacht, mit KI automatisiert oder bewusst später gebaut. Kern unseres Produktdesigns ist immer: Jemand, der SpendOne noch nie genutzt hat, soll sich unmittelbar bei der ersten Nutzung der Plattform zurechtfinden, aufgehoben und wohl fühlen.

Welche Entwicklungen oder nächsten Schritte stehen bei SpendOne in naher Zukunft im Fokus?

Im Fokus stehen weitere Integrationen, mehr Automatisierung in Prüfung und Abgleich mithilfe von KI sowie der Ausbau unserer Reportings. Außerdem bauen wir die Compliance- und Sicherheitsgrundlagen konsequent aus, darunter beispielsweise der bevorstehende Abschluss unserer ISO 27001 Zertifizierung. Zusätzlich richten wir uns auf neue Anforderungen im Markt aus, wie steigende regulatorische Vorgaben im Rechnungsumfeld, beispielsweise bei der Verarbeitung von X-Rechnungen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben, die ein B2B Software Startup aufbauen möchten?

Baut zuerst ein Produkt, das ein akutes Problem löst und den ROI in Zahlen zeigt. Investiert früh in Vertrauen: Security, Compliance und saubere Prozesse sind im B2B SaaS kein Nice-to-have, sondern Grundvoraussetzung. Und unterschätzt Distribution nicht: Partnerschaften, Wiederholbarkeit im Sales und ein starkes Onboarding entscheiden über Skalierung.

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Wir bedanken uns bei Maurice Paul für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie viel Kultur steckt in einer Sprache?

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Español Voz Latina: Sprache als Brücke zwischen Kulturen Heidi Kürpick

Eine Stimme für echtes Spanisch: Im Gespräch mit Heidi Kürpick von Español Voz Latina

Gründen bedeutet, eine eigene Stimme zu entwickeln – und diese hörbar zu machen. Mit Español Voz Latina hat Heidi Kürpick einen Podcast geschaffen, der Spanischlernen mit kulturellem Verständnis und authentischer Kommunikation verbindet. Das Format richtet sich an deutschsprachige Hörerinnen und Hörer, die Spanisch praxisnah lernen und kulturelle Unterschiede besser verstehen möchten. Im Interview spricht Heidi über ihre Motivation, ihre Zielgruppe und die Rolle von Sprache als Brücke zwischen Kulturen.

Wie ist die Idee zu Español Voz Latina entstanden?

Die Idee entstand aus meiner eigenen Erfahrung als Spanischlehrerin. Viele Menschen lernen Spanisch, haben aber Schwierigkeiten, die Sprache im Alltag wirklich anzuwenden. Mir wurde klar, dass es nicht nur um Grammatik geht, sondern darum, wie Sprache in realen Situationen genutzt wird – mit all ihren kulturellen Nuancen. Genau dort setzt Español Voz Latina an.

Warum hast du dich für einen Podcast als Format entschieden?

Ein Podcast ist sehr zugänglich und lässt sich gut in den Alltag integrieren. Viele meiner Hörerinnen und Hörer lernen neben Beruf oder Studium und schätzen es, flexibel zuhören zu können. Außerdem ermöglicht das Audioformat Nähe und Authentizität – man hört echte Stimmen, echte Geschichten und echte Sprache.

Welche Zielgruppen sprichst du mit deinem Podcast an?

Der Podcast richtet sich an zwei Hauptgruppen: an Anfängerinnen und Anfänger, die wirklich bei null beginnen möchten, und an Fortgeschrittene, die ihren Wortschatz erweitern und sicherer sprechen wollen. Die meisten meiner Hörerinnen und Hörer sind deutschsprachig. Sie kommen nicht zwingend aus einem internationalen Umfeld, haben aber Interesse an Sprache, Kultur und Austausch.

Du führst in deinem Podcast auch Interviews. Mit wem sprichst du dort?

Ich spreche mit Frauen und Männern, die ihre Kultur vorstellen, über Unterschiede berichten oder aus ihrem Alltag erzählen. Nicht alle Interviewgäste sind Migrant:innen. Manche haben einen unternehmerischen Hintergrund, andere nicht. Wichtig ist mir der Perspektivwechsel: Wir sprechen darüber, wie Kultur erlebt wird, auch wenn wir dieselbe Sprache sprechen.

Was unterscheidet Español Voz Latina von anderen Sprachlernangeboten?

Der Fokus liegt auf anwendbarem Spanisch. Es geht um Redewendungen, Dialoge und kulturelle Kontexte, die im echten Leben relevant sind. Sprache wird nicht isoliert betrachtet, sondern immer im Zusammenhang mit Denkweisen, Höflichkeit, Humor oder Missverständnissen.

Du sprichst auf der Peru–Deutschland Konferenz für Entrepreneur:innen. Welche Bedeutung hat das für dich?

Das ist für mich eine große Wertschätzung. Die Einladung zeigt, dass Sprache und kulturelle Kompetenz auch im unternehmerischen Kontext eine wichtige Rolle spielen. Kommunikation ist ein Schlüsselfaktor für Zusammenarbeit, Vertrauen und Marktzugang – unabhängig davon, ob man selbst gründet oder nicht.

Welche Rolle spielt Kultur in deinem Projekt?

Eine zentrale Rolle. Sprache ist immer auch Kultur. Selbst wenn zwei Menschen Spanisch sprechen, können kulturelle Unterschiede zu Missverständnissen führen. Diese sichtbar zu machen und verständlich zu erklären, ist ein Kernanliegen von Español Voz Latina.

Was möchtest du deinen Hörerinnen und Hörern mitgeben?

Keine Angst vor Fehlern zu haben. Sprache lernt man durch Anwenden, Zuhören und Ausprobieren. Wer offen bleibt und bereit ist, kulturelle Unterschiede zu reflektieren, gewinnt nicht nur sprachlich, sondern auch persönlich.

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Heidi Kürpick, vielen Dank für das Interview!

Das Interview führte Holger Ehrsam

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie viel Haltung passt in ein Geschäftsmodell?

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Kokomomo: Haltung, zeitlose Mode aus Alpakawolle Kokomomo Gino Paolo Valdeas

Gino Paolo Valderas – Unternehmertum zwischen Herkunft, Haltung und zeitloser Eleganz

Mit Kokomomo hat Gino Paolo Valderas eine Marke geschaffen, die bewusst leise spricht. Seine luxuriösen Kleidungsstücke aus feinster peruanischer Alpakawolle verzichten auf Klischees und setzen stattdessen auf Authentizität, Qualität und Respekt gegenüber Tradition und Menschen. Gino Paolo ist Teilnehmer des Exportkurses und spricht auf der im März stattfindenden Entrepreneur Konferenz Peru–Deutschland über sein Geschäftsmodell, seine Werte und den Weg, peruanische Handwerkskunst international neu zu positionieren.

Wenn du Kokomomo beschreiben müsstest – was ist der Kern deiner Marke?

Kokomomo ist für mich eine Haltung zum Leben. Wir verkaufen nicht einfach Kleidung, sondern eine bewusste Entscheidung: langsamer zu konsumieren, Qualität über Quantität zu stellen und sich mit dem zu umgeben, was Sinn hat. Unsere Stücke sollen lange begleiten – nicht nur im Kleiderschrank, sondern auch im Alltag der Menschen.

Warum hast du dich bewusst gegen schnelle Modetrends entschieden?

Trends kommen und gehen, Haltung bleibt. Zeitlose Eleganz bedeutet für mich, dass ein Kleidungsstück nicht nach einer Saison an Relevanz verliert. Alpakawolle bietet dafür ideale Voraussetzungen: Sie ist langlebig, hochwertig und angenehm zu tragen. Unsere Designs sind bewusst reduziert, damit Material und Verarbeitung im Vordergrund stehen.

Alpaka wird oft folkloristisch vermarktet. Wie grenzt du dich davon ab?

Ich habe großen Respekt vor Tradition, aber ich glaube nicht, dass sie laut oder plakativ sein muss. Viele Produkte aus Peru werden über Exotik verkauft – das entspricht nicht meinem Verständnis von Wertschätzung. Wir arbeiten mit echter Tradition, mit handwerklichem Wissen und hochwertigen Materialien, aber übersetzen das in eine moderne, klare Formsprache. Ohne Klischees, ohne Inszenierung.

Welche Rolle spielt Verantwortung in deinem Geschäftsmodell?

Eine zentrale. Verantwortung beginnt bei der Auswahl der Materialien und reicht bis zur Art, wie wir kommunizieren. Respekt gegenüber den Menschen, die an der Herstellung beteiligt sind, ist für mich kein Marketingargument, sondern eine Grundhaltung. Nur so entsteht ein Produkt, das ehrlich ist.

Du hast am Exportkurs teilgenommen. Was hat sich dadurch verändert?

Sehr viel. Ich habe gelernt, mein Geschäftsmodell strategischer zu betrachten. Export bedeutet nicht nur, Produkte in ein anderes Land zu verkaufen, sondern kulturelle Erwartungen, Marktmechanismen und Positionierung zu verstehen. Der Kurs hat mir geholfen, Kokomomo klarer zu strukturieren und langfristiger zu denken – besonders im Kontext Deutschland–Peru.

Wie wichtig ist der Peru–Deutschland-Kontext für dich?

Er ist Teil meiner Identität. Ich sehe großes Potenzial darin, peruanische Produkte international neu zu erzählen – nicht als Souvenir, sondern als hochwertiges Designprodukt. Die Diaspora kann dabei Brücken bauen: zwischen Märkten, Kulturen und Denkweisen.

Was treibt dich als Gründer persönlich an?

Mit beiden Füßen auf der Erde zu stehen. Ich glaube daran, dass Unternehmertum ein Spiegel der eigenen Werte ist. Kokomomo ist mein Weg, diese Werte sichtbar zu machen: bewusst leben, bewusst gestalten und Verantwortung übernehmen – für das, was wir schaffen und in die Welt bringen.

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Gino Paolo Valderas, vielen Dank für das Interview!

Das Interview führte Holger Ehrsam

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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