Donnerstag, September 10, 2026
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Gründen mit 65: Wie Frankies Matcha Latte den Getränkemarkt erobert

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Frankies: Matcha Latte als neues Produkt im Handel

Frankies bringt Matcha Latte als trinkfertiges Produkt auf Haferbasis in den Handel und setzt dabei auf persönlichen Vertrieb, Verkostungen und kreative Vermarktung.

Können Sie Frankies kurz vorstellen und erzählen, warum Sie sich mit 65 Jahren entschieden haben, noch einmal ein Startup aufzubauen?

Die Krefelder Getränkemarke Frankies (Frankies UG) ist ein Start Up im Bereich der Functional Drinks und bietet einen trinkfertigen veganen Matcha Latte To Go auf Haferbasis in den Sorten Pure und Protein-Vanille an. Gründer und Geschäftsführer Frank Hopstein hat die Marke im Alter von 65 Jahren ohne Millionenbudget und ohne eigene Vertriebsorganisation gestartet und setzt auf regionale Präsenz, Verkostungen, ungewöhnliche Promotions, Kreativität und Social Media. Ich hatte einfach Lust, noch einmal etwas Neues zu machen. Matcha Latte finde ich spannend, weil es auch ein Produkt für eine eher jüngere Zielgruppe ist und ich mich daher viel mit jüngerem Konsumverhalten und jüngeren Denkweisen auseinandersetzen musste. Vielleicht ist 65 nicht gerade das klassische Startup-Alter. Aber gute Ideen haben kein Verfallsdatum.

Sie bringen viel Lebenserfahrung mit, richten sich mit Matcha Latte aber auch an eine jüngere Zielgruppe. Was mussten Sie über deren Konsumverhalten neu lernen?

Vor allem muss man eine jüngere Zielgruppe auf deren bevorzugten Kanälen ansprechen, Social Media spielt eine überragende Rolle. Das war für mich ein Lernprozess, mittlerweile drehe ich Reels, mache entsprechende Fotos und kreiere Content. Ansonsten unterscheiden sich jüngere Menschen gar nicht so sehr von älteren Zielgruppen, das Produkt muss schmecken, die Aufmachung muss gefallen, kann auch gerne schräg sein. Zudem achten die Jüngeren durchaus auf gute Inhaltsstoffe, Qualität und natürlich auch auf den Auftritt in den sozialen Medien.

Frankies bietet trinkfertigen veganen Matcha Latte auf Haferbasis an. Welches Problem möchten Sie mit diesem Convenience-Ansatz lösen?

Frankies ermöglicht den Menschen einen unkomplizierten To Go Genuß. Viele Verbraucher kennen Matcha inzwischen, haben ihn aber noch nie probiert oder empfinden die klassische Zubereitung als sehr aufwendig. Bei unseren diversen Verkostungsaktionen sind viele Kunden überrascht, wie gut unser Matcha Latte schmeckt. Frankies will den Zugang zum Produkt vereinfachen: schütteln, öffnen, trinken, genießen. Damit verbindet die Marke Matcha Latte mit Convenience und einem Functional-Drink-Ansatz. Außerdem ist Frankies Matcha Latte ein hervorragender Kaffee-Ersatz. Mit dem enthaltenen Koffein in einer besonderen Wirkstoffkombination macht Frankies wach und verleiht neue Energie, aber sehr schonend, ohne den berühmten Coffee Crash nach der 4. oder 5. Tasse.

Nach weniger als drei Monaten sind Sie bereits in mehr als 45 EDEKA- und Marktkauf-Märkten in NRW vertreten. Wie ist Ihnen dieser Einstieg in den Handel gelungen?

Zunächst habe ich bei der regionalen Edeka Gesellschaft Rhein-Ruhr in mehreren Gesprächen eine sog. Streckenlistung erreicht, das war die Grundlage für den Verkauf in den einzelnen Märkten. Ich bin dann als Gründer und Inhaber persönlich in mittlerweile über 120 Edeka und Marktkauf Märkte gefahren und habe den Marktleitern und Mitarbeitern unser Produkt vorgestellt. Ich hatten keinen Termin, sondern es war eine klassische Kaltakquise. Mehr als ein Drittel der Märkte haben dann entweder sofort oder in den Tagen nach den Gesprächen Ware gekauft. Der Verkauf läuft natürlich permanent weiter, unser Ziel ist es, Ende des Jahres bei 100 Märkten zu sein.

Der Getränkemarkt wird von finanzstarken Marken geprägt. Wie behauptet sich ein junges Unternehmen ohne Millionenbudget und große Vertriebsorganisation?

Frankies Matcha Latte arbeitet ohne Millionenbudget und ohne Vertriebsorganisation. Der Vertrieb besteht aus dem Gründer selbst. Statt die Strategien etablierter Getränkekonzerne zu kopieren, setzt Hopstein auf einen Challenger-Ansatz: regionale Präsenz, direkten Verbraucherkontakt, Verkostungen, kreative Social Media, Micro-Creator, ungewöhnliche Promotions, den aktiven Einbezug von Meinungsbildnern und eine aktive Unterstützung der Handelspartner beim Abverkauf. Wir können große Unternehmen nicht beim Budget schlagen, also müssen wir schneller, persönlicher, kreativer und näher am Kunden sein.

Verkostungen, Micro-Creator und ungewöhnliche Promotions gehören zu Ihrer Strategie. Welche Maßnahmen funktionieren für Frankies bisher besonders gut?

Derzeit funktionieren unsere Verkostungsaktionen und kreative Promotions sehr gut. Social-Media-Aktivitäten werden wir ab sofort verstärken.

Viele Verbraucher kennen Matcha, haben ihn aber noch nie probiert. Wie möchten Sie aus einem Trendprodukt ein Getränk für eine breitere Zielgruppe machen?

Indem wir großangelegte Verkostungen organisieren und mit dem Produkt auch z. B. in Universitäten auftreten. Social Media wird ab sofort breit ausgebaut, auch der verstärkte Einsatz von Influencern ist geplant. Wir sprechen Caterer, Großunternehmen und andere Multiplikatoren an, Mund zu Mund Propaganda ist einer der wichtigsten Kaufgründe vor allem bei jüngeren Verbrauchern. Wir erzeugen mit weiteren speziellen Maßnahmen, die ich hier noch nicht verraten möchte, nachhaltige Nachfrage und bringen so Handelsorganisationen dazu, über Listungen nachzudenken.

Mit Pure und Protein-Vanille starten Sie zunächst mit zwei Varianten. Welche Überlegungen standen hinter dieser Produktauswahl?

Mit Protein-Vanille sprechen wir vor allem eine sportliche Zielgruppe an und haben mit dieser Geschmackskombination eine Alleinstellung im Markt. Zudem ist Protein-Vanille sehr gut für Matcha Latte Einsteiger geeignet, weil der Vanille Geschmack sehr lecker ist. Pure ist für die Matcha Kenner, etwas herber mit feiner Süße, für Kunden, die Ihren Matcha Latte dann noch weiter verfeinern wollen, entweder auf Eis, oder mit Fruchtaromen. Also haben wir eine Sorte für sportliche Matcha Einsteiger und eine Sorte für die Matcha Erfahrenen.

Sie sagen, dass kleine Marken schneller, persönlicher und kreativer sein müssen. Wo sehen Sie darin einen echten Vorteil gegenüber großen Getränkekonzernen?

Indem wir näher am Verbraucher sind, mit den Kunden sprechen und uns mit Ihnen auseinandersetzen. Ungewöhnliche Promotion Ideen oder Social Media entstehen vor allem dann, wenn die Budgets nicht vorhanden sind, wenn man aber trotzdem auf den Erfolg der Aktionen angewiesen ist. Außerdem finden es viele Märkte toll, wenn wirklich der Gründer und Inhaber persönlich im Markt erscheint, um sein Produkt zu präsentieren. Das macht unsere Marke sympathisch und anfassbar, sie bekommt ein Gesicht. Wir sind damit authentisch und glaubwürdig. Das sind unsere Handelspartner in der Regel nicht mehr gewohnt und finden es daher umso besser. Und Glaubwürdigkeit und Sympathie ist im Handel nach wie vor ein hohes Gut.

Mit 65 noch einmal bei null anzufangen, bringt eine besondere Perspektive auf das Gründen mit sich. Welche Rückschläge oder Zweifel haben Sie bislang am stärksten gefordert?

In der ersten Phase der Produkt- und Rezepturentwicklung haben wir auf den falschen Partner gesetzt und vier-fünf Monate Zeit verloren. Das hat Nerven gekostet, mittlerweile konnten wir das aber mit dem geschilderten Einsatz wieder aufholen. Dann war schon auch eine Unsicherheit da, ob wir mit den beiden Geschmacksrichtungen bei der Einführung richtig liegen, zum Glück haben wir die richtigen Sorten ausgesucht. Was auch fordert, sind Handelspartner, die obwohl sie das Produkt gut finden, noch abwarten wollen und damit zunächst von einer Listung absehen. Hier gilt dann für uns ok, weitermachen.

Welche Vision verfolgen Sie mit Frankies, und wie möchten Sie aus der regionalen Präsenz eine überregional relevante Getränkemarke entwickeln?

Frankies Matcha Latte hat das Zeug für eine überregional erfolgreiche Getränkemarke. Bereits heute ist Matcha Latte längst mehr als ein Trendgetränk, sondern auf dem Weg zu einer eigenständigen Getränke-Kategorie. Große Marktforschungsinstitute sagen dem Produkt in den nächsten Jahren stabile 2-stellige Wachstumsraten voraus. Frankies passt mit seine tollen Inhaltsstoffen (Antioxydantien, Ballaststoffe, 9 Vitamine, Chlorophyll, etc.) optimal zum großen Gesundheits-, Longevity-Trend. Immer mehr Menschen kaufen gerne Produkte, die dabei helfen, möglichst lange gesund zu bleiben. Diese positiven Frankies Eigenschaften gilt es, einer möglichst breiten Kundengruppe bekannt zu machen. Gelingt das, wird Frankies Matcha Latte auf breiter Ebene erfolgreich sein. Daran und an einer ständig wachsenden auch überregionalen Verfügbarkeit werden wir mit aller Kraft arbeiten.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die unabhängig von ihrem Alter noch einmal unternehmerisch neu anfangen möchten?

  1. Wenn man eine gute Idee hat, von der man überzeugt ist, dann nicht lange warten, sondern machen.
  2. Nicht alles ist planbar, sondern Schwierigkeiten müssen gelöst werden, wenn sie auftreten.
  3. Immer an seine Idee glauben, nicht von der deutschen Bürokratie entmutigen lassen, sondern gut organisiert dem Behörden- und Vorschriftendschungel begegnen. Hat bei mir auch geklappt.

Fotocredits: © Frankies

Wir bedanken uns bei Frank Hopstein für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Telfo: Wie zwei Mannheimer Gründer den Voice-AI-Markt erobern

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Telfo: Voice AI für KI-Telefonassistenten Deniss Danilciks und Santiago Morelli

Telfo will sich mit Voice AI und KI-Telefonassistenten im deutschen Markt etablieren. Die beiden Gründer Deniss Danilciks und Santiago Morelli zeigen, wie künstliche Intelligenz die Telefonie von Unternehmen automatisieren und gleichzeitig persönlicher gestalten kann.

Können Sie Telfo kurz vorstellen und erzählen, wie es zur Gründung im Voice-AI-Markt kam?

Telfo wurde von Santiago Morelli und mir, Deniss Danilciks, gegründet. Ich bin 20 Jahre alt und BWL-Student an der Universität Mannheim. Schon vor Telfo haben wir mit unserer eigenen Agentur zahlreiche Kanzleien, Praxen und Handwerksbetriebe bei Webdesign, Automatisierung, Server-Infrastruktur und Telefonanlagen unterstützt.

Dabei haben wir immer wieder dasselbe Problem gesehen: Unternehmen investieren viel Geld in neue Anfragen, verlieren aber einen Teil davon am Telefon und damit letztlich auch Umsatz. Gerade in Stoßzeiten oder außerhalb der Öffnungszeiten fehlt häufig schlicht die Kapazität, jeden Anruf zuverlässig anzunehmen.

Mit Voice AI beschäftigen wir uns deshalb schon länger. Im Mai 2025 haben wir mit der Entwicklung begonnen und seitdem hunderte Gespräche mit Unternehmen rund um Telefonie, Automatisierung und KI geführt. Seit Februar 2026 haben wir zahlende Kunden, inzwischen im dreistelligen Bereich.

Telfo war für uns deshalb weniger die Entscheidung, auf einen aktuellen KI-Trend aufzuspringen, sondern vielmehr die logische Antwort auf ein Problem, das wir zuvor schon bei vielen Unternehmen gesehen hatten.

Wer steht hinter Telfo, und welche Erfahrungen bringt das Team in den Aufbau des Unternehmens ein?

Gegründet wurde Telfo von Santiago Morelli und mir. Insgesamt sind wir aktuell fünf Leute und kommen aus BWL, Wirtschaftsinformatik, Jura und Artificial Intelligence.

Im Team ergänzen wir uns bei Entwicklung, KI, Infrastruktur, Produkt und rechtlichen Themen. Ich selbst bringe vor allem unternehmerische Erfahrung und die vorherige Zusammenarbeit mit vielen unserer heutigen Zielbranchen ein.

Diese Mischung passt sehr gut zu Voice AI. Für einen zuverlässigen KI-Telefonassistenten reicht es nicht, nur ein Sprachmodell anzubinden. Man muss Unternehmensprozesse verstehen, Datenschutz sauber umsetzen, Integrationen bauen und gleichzeitig ein Produkt entwickeln, das auch ein Mitarbeiter ohne technisches Studium problemlos bedienen kann.

Der Voice-AI-Markt wächst schnell und erste Wettbewerber verfügen über Millionenfinanzierungen. Warum sehen Sie trotzdem Raum für Telfo?

Weil wir es bei unseren Kunden sehen.

Zu Telfo kommen nicht nur Unternehmen, die zum ersten Mal einen KI-Telefonassistenten einsetzen. Wir gewinnen auch Kunden, die zuvor bereits andere Voice-AI-Lösungen getestet oder genutzt haben und dabei festgestellt haben, dass zwischen einer funktionierenden Demo und einem wirklich guten Telefonassistenten ein großer Unterschied liegt.

Der Markt ist aus unserer Sicht noch lange nicht entschieden. Eine große Finanzierungsrunde macht noch keinen guten KI-Telefonassistenten. Gerade am Telefon fallen Qualitätsunterschiede schnell auf: lange Antwortzeiten, doppelt gestellte Fragen oder eine KI, die den bisherigen Gesprächsverlauf nicht berücksichtigt.

Unser Anspruch bei Telfo ist deshalb, dass die KI nicht nur menschlich klingt, sondern logisch handelt. Sie behält den Gesprächskontext, stellt bereits beantwortete Fragen nicht erneut und reagiert darauf, wenn ein Anrufer seine Aussage korrigiert oder verändert.

Dazu kommt die persönliche Umsetzung. Unsere Kunden können uns direkt erreichen und Abläufe sehr individuell mit uns aufsetzen. Dass dafür Nachfrage besteht, sehen wir sowohl an Neukunden als auch an Unternehmen, die von anderen Anbietern zu Telfo wechseln.

Wer die Gesprächsqualität selbst beurteilen möchte, kann den KI-Telefonassistenten direkt über die Telfo-Website ausprobieren.

Welche Vision verfolgen Sie mit Telfo, und welche Rolle möchten Sie langfristig im Markt für KI-Telefonie einnehmen?

Wir wollen Telfo zu einem der führenden Voice-AI-Anbieter in Deutschland aufbauen.

Dabei möchten wir unsere Expertise nicht verwässern, indem wir plötzlich jede beliebige KI-Software anbieten. Sprache und Telefonie bleiben unser Kern. Aktuell konzentrieren wir uns stark auf Inbound-Telefonie und setzen Outbound dort ein, wo es sinnvoll ist.

Wenn ein Kunde für einen guten Telefonprozess aber eine zusätzliche Integration oder ein ergänzendes Tool benötigt, bauen wir das natürlich.

Wir wollen spezialisiert sein, aber nicht starr.

Kanzleien, Praxen und Handwerksbetriebe haben sehr unterschiedliche Anforderungen. Wie stark muss sich ein KI-Telefonassistent an einzelne Branchen anpassen?

Sehr stark.

Eine Kanzlei führt andere Gespräche als eine Arztpraxis oder ein Handwerksbetrieb. Deshalb reicht es nicht, beim gleichen Standardagenten lediglich den Begrüßungssatz auszutauschen.

Wir standardisieren bei Telfo die technische Basis, passen aber Gesprächslogik, Weiterleitungen, Datenfelder, Integrationen und nachgelagerte Prozesse an den jeweiligen Anwendungsfall an.

Wir integrieren unter anderem Microsoft 365 und Outlook, Kalender, CRM- und ERP-Systeme, RA-MICRO oder beispielsweise Afterbuy. Wenn ein relevantes System keine passende offene Schnittstelle besitzt, suchen wir auch individuelle Integrationswege.

Trotzdem muss die Umsetzung effizient bleiben. Unser Ziel ist nicht, für jeden Kunden ein komplett neues Softwareprojekt zu starten. Wir möchten die Vorteile eines skalierbaren SaaS-Produkts mit der notwendigen Individualisierung eines geschäftskritischen Telefonprozesses verbinden.

Was kann Telfo besser oder anders machen als große, branchenübergreifend arbeitende Voice-AI-Anbieter?

Vor allem die Gesprächslogik ist für uns entscheidend.

Wenn ein Anrufer bereits erklärt hat, worum es geht, darf die KI ihn später nicht noch einmal danach fragen. Wenn jemand eine Angabe korrigiert, muss der neue Kontext übernommen werden. Und eine Weiterleitung sollte nicht einfach blind ausgelöst werden, sondern nur dann, wenn sie in der konkreten Situation tatsächlich sinnvoll ist.

Technisch nutzen wir je nach Anwendungsfall sowohl moderne Realtime-Modelle als auch modularere Spracharchitekturen. Uns interessiert dabei nicht, welche Architektur auf einer Präsentation moderner wirkt. Entscheidend ist, was bei einem echten Telefonat besser funktioniert.

Hinzu kommt der persönliche Support. Unsere Kunden können direkt mit uns sprechen. Gerade bei geschäftskritischer Telefonie halten wir das für besonders wichtig.

Wie entscheiden Sie bei Telfo, welche Technologie Sie selbst entwickeln und wo bestehende KI-Lösungen die bessere Wahl sind?

Wir entwickeln insbesondere die Teile selbst, bei denen daraus ein echter Produktvorteil entsteht: Orchestrierung, Gesprächslogik, Integrationen, Routing, Dashboard und individuelle Schnittstellen.

Bei Basistechnologien greifen wir dagegen auf die jeweils besten verfügbaren Komponenten zurück. Es wäre wenig sinnvoll, nur für das Etikett „alles selbst entwickelt“ ein eigenes großes Sprachmodell aufzubauen.

Entscheidend ist für uns nicht, möglichst viel Code selbst geschrieben zu haben. Entscheidend ist, die Teile zu kontrollieren, die für Qualität, Zuverlässigkeit und Nutzererfahrung unseres Produkts wichtig sind.

Voice AI entwickelt sich rasant. Besteht die Gefahr, dass KI-Telefonie schon bald zur austauschbaren Standardtechnologie wird?

Die einfache künstliche Stimme wird definitiv austauschbarer. Einen beeindruckenden Demo-Agenten kann man heute relativ schnell bauen.

Bei einem System, dem ein Unternehmen tatsächlich seine Telefonie anvertraut, kommen aber ganz andere Themen dazu: Gesprächslogik, Datenschutz, Auftragsverarbeitungsverträge, Integrationen, Weiterleitungen, Speicherfristen, Verfügbarkeit und der Umgang mit unerwarteten Gesprächssituationen.

Bei Telfo können beispielsweise Speicherfristen individuell festgelegt werden. Wir hosten zentrale Systeme bei Hetzner in Nürnberg, nutzen Telefonieanbieter in der EU und können je nach eingesetzter Modellarchitektur auch mit Zero Data Retention arbeiten.

Die Basistechnologie hinter Voice AI wird standardisierter. Ein gutes Unternehmensprodukt wird dadurch aber noch lange nicht zur Commodity.

Welche Produktvorteile können langfristig bestehen, wenn sich die technologische Basis ständig weiterentwickelt?

Vor allem die Dinge, die näher am Kundenproblem liegen als am zugrunde liegenden KI-Modell.

Gesprächslogik, Integrationen, Branchenwissen, Datenschutz und zuverlässige Prozesse entstehen nicht automatisch dadurch, dass das nächste Sprachmodell besser wird.

Für uns ist besonders wichtig, dass der KI-Telefonassistent nicht nur spricht, sondern auch handelt. Telfo kann Termine koordinieren, Informationen in andere Systeme übergeben, Prozesse auslösen oder abhängig vom Gespräch die richtige Person einbinden.

Ein Kunde hat uns beispielsweise zurückgemeldet, dass die Mitarbeiter am Empfang durch die First-Level-Unterstützung der KI insgesamt rund 80 Prozent mehr Anfragen bearbeiten konnten. Der KI-Telefonassistent übernimmt dort vor allem einfache und wiederkehrende Vorgänge und ist gleichzeitig rund um die Uhr erreichbar.

Genau solche Effekte sind für uns wichtiger als ein weiterer Prozentpunkt in irgendeinem technischen Benchmark.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, als sehr junge Gründer gegen deutlich größere und finanzstärkere Wettbewerber anzutreten?

Mehr Kapital ist natürlich ein Vorteil. Große Unternehmen können schneller Teams aufbauen und deutlich mehr Geld für Vertrieb und Bekanntheit ausgeben.

Wir können dafür schneller reagieren.

Wenn ein Kunde ein echtes Problem nennt, muss es bei uns nicht erst durch mehrere Abteilungen und Meetings laufen. Santiago und ich sind als Gründer weiterhin sehr nah am Produkt, an der Technik und vor allem an unseren Kunden.

Das zwingt uns auch dazu, Probleme wirklich zu verstehen, statt einfach Funktionen von Wettbewerbern nachzubauen.

Gerade in einem jungen Markt wie Voice AI kann diese Geschwindigkeit ein großer Vorteil sein.

Wie soll sich Telfo in den kommenden Jahren entwickeln, und welche Branchen bieten aus Ihrer Sicht das größte Potenzial?

Wir wollen Telfo zunächst in Deutschland sehr stark machen und uns langfristig als einer der führenden Anbieter für Voice AI und KI-Telefonassistenten etablieren.

Heute arbeiten wir bereits mit Kanzleien, Arztpraxen, Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe und größeren B2B-Szenarien bis hin zu Callcenter-Anwendungen.

Besonders interessant sind Branchen, in denen Telefonie täglich ein echter Engpass ist.

Das kann eine kleine Praxis sein, bei der während einer Behandlung niemand ans Telefon gehen kann, genauso wie ein größeres Unternehmen mit hohem Anrufvolumen und komplexen Weiterleitungsprozessen.

Unsere Zahl zahlender Kunden hat sich in einzelnen Monaten bereits ungefähr verdoppelt. Solche Wachstumsraten zeigen uns ziemlich deutlich, dass der Bedarf an professioneller KI-Telefonie vorhanden ist – und an welchen Stellen bestehende Lösungen noch nicht überzeugen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen jungen Gründerinnen und Gründern geben, die bewusst in einen bereits stark umkämpften Technologiemarkt einsteigen möchten?

Erstens: Sehr viel mit Kunden reden. Wir haben hunderte Gespräche geführt. Dabei merkt man schnell, dass das Problem, das man sich am Schreibtisch vorstellt, nicht unbedingt das Problem ist, für dessen Lösung jemand tatsächlich bezahlt.

Zweitens: Nicht einfach Wettbewerber kopieren und auf den LinkedIn-Thought-Leadership-Zug aufspringen. Viel interessanter ist die Frage, was deren Kunden vermissen und welche Probleme bislang niemand wirklich gut löst.

Drittens: Einfach anfangen. Man kann sehr viel Zeit damit verbringen, Startup zu spielen. Am Ende muss jemand das Produkt kaufen und damit zufrieden sein.

Wir verbringen lieber eine Woche mit einem echten Kundenproblem als eine Woche damit, nach außen wie besonders aktive Gründer auszusehen.

Fotograf: Sam Newman

Wir bedanken uns bei Deniss Danilciks und Santiago Morelli für das Interview.

Aussagen des Autors und der Interviewpartner geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Telfo

Telfo: Voice AI für KI-Telefonassistenten Logo

Kontakt:

Telfo GmbH
Öhmdstraße 2
68169 Mannheim
Deutschland

telfo.ai
info@telfo.ai

Ansprechpartner: Deniss Danilciks

Social Media:
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OnkoPass: Wie digitale Hilfe die Krebstherapie zu Hause sicherer macht

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OnkoPass: Krebsversorgung für Patientinnen und Patienten Maximilian Roederstein OnkoPass

OnkoPass unterstützt Patientinnen und Patienten bei der ambulanten Therapie und möchte die Krebsversorgung durch eine digitale Verbindung zwischen Klinik und Zuhause verbessern

Können Sie OnkoPass kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstanden ist?

OnkoPass ist eine digitale Begleitung für Menschen, die sich ambulant gegen Krebs behandeln lassen, mit einem Fokus auf orale Tumortherapien (Krebsmedikamente in Form von Kapseln oder Tabletten) und Kombinationstherapien, zum Beispiel Tablette plus Infusion. Wir bringen dabei das Behandlungsteam in der Klinik und die Patientinnen und Patienten zu Hause auf einem gemeinsamen System zusammen: Therapiepläne, Laborwerte, Symptome, Termine und Nachrichten laufen an einem Ort zusammen.

Die Idee ist aus einer sehr konkreten Beobachtung entstanden: Immer mehr Krebstherapien finden zu Hause statt. Das gibt Patientinnen und Patienten mehr Freiheit, verändert aber auch die Verantwortung in großem Maße. Die Therapie muss im Alltag größtenteils eigenständig organisiert werden, während das Behandlungsteam zwischen den Terminen nur eingeschränkt mitbekommt, wie es ihnen tatsächlich geht. Genau diese Lücke wollten wir schließen: nicht mit noch mehr Terminen, sondern mit einer verlässlichen Verbindung zwischen Klinik und Zuhause. Aus dieser Überzeugung ist OnkoPass entstanden.

Wer steht hinter OnkoPass, und welche Erfahrungen haben die Entwicklung Ihrer Plattform geprägt?

Hinter OnkoPass steht ein Team, das sehr unterschiedliche Perspektiven zusammenbringt. Oliver verantwortet als Geschäftsführer den kommerziellen Aufbau, Manuel als CTO die technische Architektur und IT-Sicherheit, und ich als COO das Produkt und unsere internen Prozesse. Uns drei verbindet dabei dieselbe Überzeugung: Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie muss den Menschen in der Versorgung spürbar helfen.

Dazu kommt klinische Expertise aus Medizin und Pharmazie mit Erfahrungen in Forschung, Klinik und klinischer Digitalisierung. Was uns dabei wichtig ist: Wir entwickeln OnkoPass selbst und sehr nah mit den Anwendern in der Klinik. Wir fragen also nicht nur, was technisch möglich ist, sondern vor allem, was im Alltag eines Behandlungsteams und von Patientinnen und Patienten tatsächlich funktioniert.

Welche Vision verfolgen Sie mit OnkoPass, und wie möchten Sie die ambulante Krebsversorgung langfristig verbessern?

Unsere Vision ist, dass die Versorgung von Menschen mit Krebs nicht an der Klinikpforte endet, sondern sich sicher und möglichst nahtlos im Alltag fortsetzt. Patientinnen und Patienten sollen auch zu Hause gut begleitet sein, und Behandlungsteams sollen einen verlässlichen Überblick haben, ohne dafür ständig zusätzliche Termine und Telefonate organisieren zu müssen. Aktuell haben Krebspatientinnen und -patienten im Schnitt fast fünfzig Kontakttage mit dem Gesundheitssystem pro Jahr: Termine, Anfahrten und Koordination. Man nennt das Zeit-Toxizität, denn das ist Zeit, die Menschen im Wartezimmer und auf der Autobahn verbringen, statt mit ihrer Familie.

Langfristig wollen wir, dass OnkoPass im deutschsprachigen Raum zur digitalen Grundausstattung onkologischer Zentren gehört. Behandlungsteams sollen Auffälligkeiten früh erkennen können, während Patientinnen und Patienten zu Hause die Sicherheit haben, dass ihre Therapie nicht aus dem Blick gerät. Gleichzeitig wollen wir Versorgung besser an den tatsächlichen Bedarf anpassen: Wer seine Therapie gut verträgt und seinen Alltag sicher selbst steuern kann, braucht nicht automatisch dieselbe Betreuungsintensität wie jemand, bei dem für eine optimale Therapie mehr Unterstützung nötig ist.

An welche Zielgruppen richtet sich OnkoPass hauptsächlich, und welche Herausforderungen lösen Sie für Behandlungsteams sowie Patientinnen und Patienten?

OnkoPass richtet sich an zwei Gruppen gleichzeitig: an onkologische Behandlungsteams, also Pflegekräfte, (Study) Nurses und Ärztinnen und Ärzte in Krebszentren, und an die Patientinnen und Patienten selbst.

Für die Behandlungsteams geht es vor allem darum, wieder Luft zu schaffen: übersichtlichere Abläufe, weniger Verwaltungsaufwand und damit mehr Zeit für das, was wirklich zählt. Für Patientinnen und Patienten geht es um Sicherheit im Alltag: Die Therapie findet zu Hause statt, aber Fragen, Symptome oder Unsicherheiten entstehen trotzdem. OnkoPass bringt diese beiden Seiten zusammen. Das Ziel ist nicht, den persönlichen Kontakt zu ersetzen, sondern ihn gezielter dort einzusetzen, wo er wirklich gebraucht wird.

Immer mehr Krebstherapien finden ambulant statt. Warum steigt dadurch der Bedarf an digitalen Begleitlösungen?

Orale Tumortherapien haben in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, weil sie unter anderem Patientinnen und Patienten mehr Flexibilität im Alltag ermöglichen. Gleichzeitig verschiebt sich damit ein Teil der Behandlung aus der Klinik nach Hause. Genau dadurch entsteht ein neuer Bedarf an Begleitung.

Nebenwirkungen müssen schnell und einfach gemeldet werden können, die regelmäßige und richtige Einnahme muss im Blick bleiben, und häufig ist zusätzliches Monitoring wie zum Beispiel Blutbildkontrollen notwendig. Diese finden teilweise dezentral statt, beispielsweise beim Hausarzt. In diesem Fall müssen Informationen trotzdem zeitnah beim Behandlungsteam ankommen. Je mehr Behandlung zu Hause stattfindet, desto wichtiger wird deshalb ein digitales Bindeglied, das genau das auffängt, was früher der kurze Blick der Pflegefachkraft im Wartezimmer geleistet hat.

Was macht OnkoPass aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu anderen digitalen Gesundheitsanwendungen?

Was OnkoPass aus meiner Sicht besonders macht, ist vor allem der klare Fokus: Von Anfang an für die Onkologie gebaut, mit einem Schwerpunkt auf orale Tumortherapien. OnkoPass ist dabei keine Stand-alone-App. Der eigentliche Mehrwert entsteht dadurch, dass Patientinnen und Patienten und ihr Behandlungsteam auf demselben System arbeiten: Patientinnen und Patienten nutzen dafür die App, Behandlungsteams ein nutzerfreundliches Dashboard.

Das zeigt sich auch in den Details. Wir können komplexe Einnahmeschemata inklusive Einnahmepausen abbilden, Laborwerte integrieren und Abläufe an die tatsächliche Situation eines Patienten oder einer Patientin anpassen. Gleichzeitig lässt sich OnkoPass direkt an Krankenhausinformationssysteme anbinden. Am Universitätsklinikum Tübingen ist uns das bereits gelungen. Dadurch kann Doppeldokumentation vermieden werden, und das Behandlungsteam kann das Management in OnkoPass direkt für die Dokumentation im KIS nutzen.

Wie unterstützt OnkoPass Patientinnen und Patienten dabei, ihre Therapie sicher und zuverlässig in den Alltag zu integrieren?

Für Patientinnen und Patienten beginnt die Unterstützung schon beim Therapiestart. In der App ist verständlich dargestellt, welches Medikament wann eingenommen werden soll. Es gibt Erinnerungen, und die Einnahme kann direkt bestätigt werden. Treten Beschwerden auf, können diese ebenfalls direkt erfasst und mit dem Behandlungsteam geteilt werden, statt bis zum nächsten Termin warten zu müssen. Erfasste Labor- und Symptomverläufe lassen sich außerdem übersichtlich verfolgen. Damit wird Ärztinnen und Ärzten ermöglicht, diese Verläufe bei Therapieentscheidungen zu berücksichtigen.

Wichtig ist dabei die Abgrenzung: OnkoPass ersetzt nicht die medizinische Einschätzung des Behandlungsteams. Die App schafft Struktur und Transparenz im Alltag. Die medizinische Entscheidung bleibt bei den Fachleuten. Den persönlichen Austausch gibt es natürlich weiterhin, nur in konzentrierter Form, denn die Organisationsthemen fallen weg, und man hat mehr Zeit für das eigentliche Gespräch. Genau diese Kombination aus mehr Eigenständigkeit für Patientinnen und Patienten und besserem Überblick für das Behandlungsteam ist für uns entscheidend.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung einer digitalen Lösung für den sensiblen Bereich der Onkologie?

In der Onkologie können Fehler besonders schwer wiegen. Deshalb steht Patientensicherheit bei uns grundsätzlich vor Geschwindigkeit. Das betrifft zunächst den Umgang mit hochsensiblen Gesundheitsdaten. Wir sind ISO 27001 zertifiziert und arbeiten als Auftragsverarbeiter der Kliniken nach deutschem Recht.

Eine zweite Herausforderung ist die technische Integration. Krankenhausinformationssysteme sind historisch sehr unterschiedlich gewachsen, und eine saubere, automatisierte Anbindung braucht deshalb enge Abstimmung mit den IT-Teams vor Ort. Und schließlich ist auch die Kommunikation anspruchsvoll: Inhalte für Patientinnen und Patienten müssen verständlich sein, ohne unnötige Fachbegriffe und ohne eine falsche Sicherheit zu vermitteln. Gerade in der Onkologie muss immer klar sein, wann das Behandlungsteam gefragt ist.

Bei alldem setzen wir konsequent auf deutsche und europäische Standards: DSGVO-konform und mit offener Anbindung an bestehende Krankenhausinformationssysteme über den internationalen FHIR-Standard.

Wie wichtig ist die enge Zusammenarbeit mit Ärztinnen, Ärzten und onkologischen Behandlungsteams für die Weiterentwicklung von OnkoPass?

Ohne die enge Zusammenarbeit mit onkologischen Behandlungsteams gäbe es OnkoPass in dieser Form nicht. Wir entwickeln gemeinsam mit mehreren deutschen Universitätskliniken, in klinischen Studien genauso wie im laufenden Praxiseinsatz.

Für uns ist diese Nähe zur Versorgung kein formaler Schritt im Entwicklungsprozess, sondern die wichtigste Lernquelle. Nur wenn man mit Pflegekräften und Ärztinnen und Ärzten über ihren Alltag spricht, merkt man, ob eine Funktion wirklich entlastet oder am Ende nur zusätzliche Arbeit erzeugt. Genau daraus entstehen bei uns viele Weiterentwicklungen. In einer eigenen Studie konnten wir den administrativen Aufwand für Behandlungsteams bereits um etwa 30 Prozent senken.

Welche neuen Funktionen oder Weiterentwicklungen stehen bei OnkoPass aktuell im Fokus?

Aktuell arbeiten wir an drei Schwerpunkten. Erstens wollen wir das Therapiemanagement noch stärker individualisieren, mit Hilfestellungen und Funktionen, die sich genauer an der konkreten Situation von Patientinnen und Patienten orientieren. Den dafür notwendigen regulatorischen Rahmen entwickeln wir parallel.

Zweitens schauen wir uns explorativ an, wie KI vor allem administrative Abläufe sinnvoll unterstützen kann. Drittens wollen wir OnkoPass perspektivisch auf weitere Erkrankungsbilder, Tumorentitäten und Arzneimittelformen ausweiten.

Wo soll OnkoPass in den kommenden Jahren stehen, und welche Rolle möchten Sie bei der Digitalisierung der Krebsversorgung einnehmen?

In den nächsten Jahren wollen wir von Pilotpartnerschaften zu einer festen Größe in onkologischen Zentren im gesamten deutschsprachigen Raum werden. Dabei bauen wir die IT-Integration, die sich am Universitätsklinikum Tübingen bereits bewährt hat, in der Fläche aus, statt auf weitere Insellösungen zu setzen.

Wir wollen dabei nicht einfach eine weitere App anbieten. Unser Anspruch ist, Versorgung im Alltag wirklich besser zu machen und die strukturierten Daten, die dabei entstehen, auch für Forschung und Versorgungsqualität nutzbar zu machen. Perspektivisch wollen wir das Prinzip, das wir bei oralen Tumortherapien entwickelt haben, auf weitere Bereiche der ambulanten Krebsversorgung übertragen.

Am Ende wäre für uns ein gutes Ergebnis, wenn OnkoPass gar nicht mehr als besondere digitale Lösung wahrgenommen wird, sondern einfach dazu gehört, wenn Krebsversorgung ambulant stattfindet.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit einer digitalen Gesundheitslösung einen nachhaltigen Beitrag zur medizinischen Versorgung leisten möchten?

Erstens: Sucht euch von Anfang an echte Partner in der Versorgung, nicht nur Testkundinnen und Testkunden. Ohne die enge, oft auch mühsame Zusammenarbeit mit Kliniken hätten wir viele Annahmen für richtig gehalten, die sich im Alltag als falsch erwiesen hätten.

Zweitens: Nehmt Regulatorik und Datenschutz nicht als lästige Pflicht, sondern als Teil des Produkts. Gerade im Gesundheitswesen entscheidet Vertrauen darüber, ob eine Lösung überhaupt eingesetzt wird.

Drittens: Bleibt geduldig mit dem Tempo des Gesundheitswesens, ohne dabei euren eigenen Anspruch zu verlieren. Digitale Versorgung im Krankenhaus verändert sich langsamer als in anderen Branchen. Wer aber dranbleibt, zuhört und bereit ist, sein Produkt immer wieder an der Realität zu messen, kann hier einen Unterschied machen, der Menschen konkret hilft.

Fotocredits: © OnkoPass

Wir bedanken uns bei Maximilian Roederstein für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Das Longevity-Paradoxon: Gäste suchen im Hotel nicht die Ausnahme, sondern ihren Alltag

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Longevity: Hotel-Routinen im Fokus von LNGVTY LNGVTY Kai Oppel und Valerie Constanze Dietrich

Longevity im Hotel: Warum Gäste ihren gesunden Alltag mit auf Reisen nehmen

Immer mehr Gäste suchen im Hotel nicht die Ausnahme, sondern ihren Alltag. Zu diesem Fazit kommt das Münchner Start-up LNGVTY.

München, 7. September 2026. Kältekammer, Diagnostik, Medical Spa oder mehrtägiges Retreat: Spezialisierte Longevity-Hotels besetzen die Spitze eines wachsenden Marktes. LNGVTY sieht jedoch ein mindestens ebenso großes Potenzial an anderer Stelle: bei Hotels, die gesundheitsbewussten Gästen ermöglichen, ihre gewohnten Routinen auf Reisen möglichst unverändert fortzuführen. Für die Hospitality-Branche entsteht damit eine neue Form der Nachfrage – die Longevity-Normalität.

Im Urlaub endlich einmal etwas ganz anderes machen, abschalten und aus dem Alltag ausbrechen: Dieses Versprechen gehört seit Jahrzehnten zur DNA der Hotellerie. Beim Thema Longevity könnte allerdings ausgerechnet das Gegenteil zu einem wichtigen Buchungsargument werden.

Das beobachtet das Münchner Longevity-Start-up LNGVTY bei der Beschäftigung mit Hotels und den Bedürfnissen gesundheitsbewusster Reisender. „Das Spannende an Longevity ist ein gewisses Paradoxon: Ein Teil dieser Zielgruppe reist gerade nicht, um seine Gewohnheiten für einige Tage hinter sich zu lassen. Der Gast sucht ein Hotel, in dem er seine guten Gewohnheiten möglichst problemlos fortsetzen kann“, sagt Kai Oppel, Co-Founder von LNGVTY (www.lngvty.eu).

Gemeint sind Menschen, für die Bewegung, Schlafroutinen, bewusste Ernährung oder Recovery keine zeitlich begrenzte Kur darstellen, sondern Teil ihres normalen Alltags sind – in der Longevity-Community gern Protokoll genannt. Auf Reisen möchten sie deshalb möglichst wenig davon aufgeben.

„Wer zu Hause morgens um sechs trainiert, möglichst zuckerarm frühstückt, auf seinen Schlaf achtet und regelmäßig Recovery einplant, will das nicht automatisch für drei Tage unterbrechen, nur weil er im Hotel ist“, sagt Valerie Constanze Dietrich, Co-Founderin von LNGVTY. „Für diese Gäste bedeutet Longevity nicht Auszeit vom Alltag. Longevity ist ihr Alltag. Für die Hospitality-Branche ist es wichtig, diesen Unterschied zu verstehen.“

Spezialangebote bleiben wichtig – aber sie repräsentieren nicht den gesamten Markt

LNGVTY sieht spezialisierte Longevity-Resorts, Medical Spas und Destinationen mit umfangreicher Diagnostik oder Hightech-Anwendungen ausdrücklich als wichtigen Teil des Marktes. Sie sprechen Gäste an, die sich bewusst Zeit für Prävention, Regeneration oder eine intensivere Beschäftigung mit ihrer Gesundheit nehmen wollen.

Daneben wächst jedoch eine zweite Zielgruppe: Menschen, die geschäftlich oder privat reisen und kein Longevity-Retreat buchen möchten, deren Auswahl eines Hotels aber zunehmend davon abhängt, wie gut es zu ihrem Lebensstil passt.

„Die Kältekammer, der Medical Check oder das mehrtägige Programm sind die sichtbare Speerspitze des Marktes. Das größere Volumen kann aber dort entstehen, wo Longevity unspektakulär und selbstverständlich in den normalen Hotelaufenthalt integriert wird“, sagt Oppel.

Für die Hotellerie liege darin eine große Chance. Denn diese Form der Positionierung setzt nicht zwangsläufig hohe Investitionen voraus. Viel entscheidender sei das Verständnis dafür, welche Routinen Gäste beibehalten möchten.

Der neue Buchungsfaktor heißt: Routinen und Protokolle

Aus Sicht von LNGVTY verändert sich damit auch die Frage, anhand welcher Kriterien gesundheitsbewusste Reisende Hotels auswählen.

Neben Lage, Preis, Design oder Sterne-Kategorie treten zusätzliche Fragen wie: Kann ich morgens vor meinem ersten Termin trainieren? Bekomme ich beim Frühstück unkompliziert gesunde und proteinreiche Lebensmittel? Kann ich das Zimmer nachts wirklich vollständig verdunkeln? Gibt es eine Sauna oder andere Recovery-Angebote – und sind diese zu sinnvollen Zeiten geöffnet?

„Für einen klassischen Gast mögen solche Punkte einzelne Amenities sein. Für jemanden, der konsequent Routinen verfolgt, können sie darüber entscheiden, ob ein Hotel überhaupt in die engere Wahl kommt“, sagt Dietrich.

Genau darin unterscheide sich Longevity teilweise von klassischen Wellnessangeboten. Wellness werde häufig bewusst als Zusatz, Belohnung oder zeitlich begrenzte Auszeit konsumiert. Longevity hingegen sei für viele Praktizierende stärker in den Alltag eingebettet.

„Das ist ähnlich wie beim Sport“, erklärt Oppel. „Wer regelmäßig läuft, sucht im Hotel nicht unbedingt ein besonderes Lauf-Retreat. Er möchte wissen, ob er morgens seine Runde machen kann. Genau diese Logik überträgt sich zunehmend auf Schlaf, Ernährung, Fitness und Recovery.“

„Longevity entsteht nicht allein dadurch, dass etwas vorhanden ist. Entscheidend ist, ob der Gast es in seinen Alltag integrieren kann“, sagt Dietrich. LNGVTY hat deshalb acht Dimensionen definiert, die in den eigenen LNGVTY Score einfließen: Schlafqualität, Lärm und Ruhe, Ernährung und Room Service, Wellness und Recovery, Guest Experience und Stress, Licht und Blackout, Luftqualität und Klima sowie Fitness. Im Mittelpunkt steht damit nicht ein einzelnes spektakuläres Angebot, sondern die Frage, wie gut ein Hotel regenerative Routinen insgesamt unterstützt.

Bild LNGVTY Kai Oppel und Valerie Constanze Dietrich

Quelle Scrivo Communications

Tigogreen: Wie grüner Tee die Frauengesundheit stärkt

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Tigogreen: grüner Tee für Frauengesundheit Tanja Hohenester tigogreen

Tigogreen verbindet grüner Tee mit einem ganzheitlichen Ansatz für Frauengesundheit und entwickelt daraus Nahrungsergänzung, Naturkosmetik und weitere Angebote für unterschiedliche Lebensphasen.

Können Sie Tigogreen kurz vorstellen und erzählen, welche persönliche Geschichte hinter der Gründung der Marke steht?

Tigogreen ist eine Health- und Wellbeing-Marke für Frauen mit hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln und Naturkosmetik. Unser Ziel ist es, Frauen dabei zu unterstützen, ihren Körper bewusster zu begleiten – mit sorgfältig entwickelten Produkten für Wohlbefinden, hormonelle Balance, Haut und gesundes Älterwerden.

Die Geschichte hinter Tigogreen ist sehr persönlich. Bei mir wurde vor vielen Jahren ein Myom festgestellt, und damals begann ich intensiv nach ergänzenden pflanzlichen Ansätzen zu suchen. Dabei stieß ich auf wissenschaftliche Untersuchungen zu grünem Tee und EGCG. Das war der Ausgangspunkt für meine intensive Beschäftigung mit dieser faszinierenden Pflanze und letztlich auch für mein erstes Produkt tigovit.

2016 gründete ich zunächst Tahovital. Über die Jahre ist daraus sehr viel mehr entstanden, und 2024 wurde aus Tahovital die Tigogreen GmbH. Der neue Name steht heute für unseren erweiterten Anspruch: Frauen mit ausgewählten Pflanzenstoffen, funktionellen Nährstoffen und hochwertiger Pflege in unterschiedlichen Lebensphasen konkrete Lösungen an die Hand zu geben.

Ich selbst bin durch einige gesundheitliche, berufliche und persönliche Tiefen gegangen. Dadurch habe ich verstanden, wie viel wir Frauen leisten und wie schnell dabei Energie, Selbstfürsorge und die Verbindung zum eigenen Körper in den Hintergrund geraten.

Genau hier setzt Tigogreen an. Wir entwickeln Produkte, die einfach in den Alltag integrierbar sind, auf klare und hochwertige Rezepturen setzen und bewusst auf die Bedürfnisse von Frauen ausgerichtet sind. Gleichzeitig legen wir großen Wert auf geprüfte Rohstoffe, Qualität, nachhaltigere Verpackungslösungen und eine verantwortungsvolle Kommunikation.

Unser Markennutzen ist deshalb sehr klar: Tigogreen möchte Frauen dabei helfen, sich im Alltag gezielt etwas Gutes zu tun – mit Produkten, denen sie vertrauen können und die Natur, Wissenschaft, Qualität und Weiblichkeit sinnvoll miteinander verbinden.

Sie verbinden Naturverbundenheit, persönliche Erfahrung und moderne Produktentwicklung. Wie ist daraus Ihre heutige Markenphilosophie entstanden?

Ich bin selbst durch einige tiefe Täler gegangen – gesundheitlich, beruflich und auch persönlich. Gerade dadurch habe ich irgendwann verstanden, wie viel wir Frauen im Alltag leisten, wie viele Rollen wir gleichzeitig erfüllen und wie schnell wir dabei die Verbindung zu uns selbst verlieren können.

Mit tigogreen wollte ich deshalb von Anfang an etwas Besonderes schaffen. Nicht einfach Nahrungsergänzungsmittel oder Kosmetik, sondern sehr hochwertige Produkte, die Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen begleiten und gleichzeitig etwas Schönes, Wertiges mitbringen. Das beginnt beim Inhalt und hört für mich bei der Verpackung, der Haptik und dem Gefühl, das ein Produkt vermittelt, nicht auf.

Ich möchte, dass eine Frau ein tigogreen-Produkt in die Hand nimmt und spürt: Das wurde mit Sorgfalt entwickelt. Für mich gehört dazu auch, wie wir mit der Natur umgehen. Wenn wir ihre Pflanzen und Rohstoffe für unsere Produkte nutzen, sollten wir ihr auch etwas zurückgeben. Deshalb spielen Nachhaltigkeit, bewusst ausgewählte Materialien, kurze Wege, Nachfüllkonzepte und ein möglichst verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen eine große Rolle.

Unsere Philosophie ist dadurch über die Jahre sehr klar geworden: hochwertige Produkte, Natur und Wissenschaft miteinander verbinden – und gleichzeitig Frauen daran erinnern, wieder stärker bei sich selbst anzukommen.

Grüner Tee zieht sich durch unterschiedliche Produkte von Tigogreen. Warum ist gerade dieser Inhaltsstoff zu einem zentralen Bestandteil Ihrer Marke geworden?

Grüner Tee fasziniert mich bis heute. Er ist eine unglaublich traditionsreiche Pflanze, die schon lange wegen ihrer besonderen Eigenschaften geschätzt wurde, bevor Tee bei uns zu einem alltäglichen Genussgetränk wurde.

Meine persönliche Geschichte mit grünem Tee war letztlich auch der Beginn von tigovit und später von tigogreen. Je mehr ich mich mit dieser Pflanze beschäftigt habe, desto größer wurde meine Faszination – insbesondere für ihre Catechine und EGCG.

Grüner Tee ist für mich aber nicht nur beruflich ein Thema, sondern fester Bestandteil meines eigenen Lebens. Ich trinke jeden Tag etwa einen Liter grünen Tee und zusätzlich gerne Matcha. Seit vielen Jahren gehört das zu meiner persönlichen Healthy-Aging-Routine. Ich bin überzeugt davon, dass gesundes Älterwerden aus vielen kleinen täglichen Gewohnheiten entsteht – Ernährung, Bewegung, Schlaf, innere Balance und eben auch solchen Ritualen. Für mich persönlich ist grüner Tee eines davon, und ich habe das Gefühl, dass er sehr gut zu meinem Lebensstil, meiner Energie und auch zu meinem Anspruch passt, möglichst lange gesund und vital zu bleiben.

Gleichzeitig habe ich sehr schnell gelernt, dass Grüntee-Extrakt nicht gleich Grüntee-Extrakt ist. Für mich gehört zur Qualität deshalb nicht nur ein hoher Wirkstoffgehalt. Ich möchte genau wissen, woher ein Rohstoff stammt, wie er angebaut und verarbeitet wird und welche Qualität er tatsächlich hat.

Wir wählen unsere Lieferanten sehr bewusst aus und prüfen die entsprechenden Analysen. Zusätzlich lassen wir den von uns eingesetzten Grüntee unabhängig untersuchen, unter anderem auf Schwermetalle und weitere relevante Qualitätsparameter.

Gerade bei Naturprodukten finde ich diese zusätzliche Kontrolle entscheidend. Natur ist etwas Wunderbares – aber Natur bedeutet nicht automatisch Reinheit. Genau deshalb verbinden wir bei tigogreen unsere Begeisterung für Pflanzen mit einem sehr hohen Anspruch an Analytik, Transparenz und Qualität.

Grüner Tee ist für mich deshalb bis heute weit mehr als ein Inhaltsstoff. Er begleitet mich jeden Tag und ist der Ursprung und die Seele von tigogreen.

Mit Tigofem verbinden Sie Frauenmantel, Vitamin B6 und entkoffeinierten Grüntee-Extrakt. Welche Bedürfnisse von Frauen standen bei der Entwicklung im Mittelpunkt?

Frauenmantel ist für mich eine ganz besondere Pflanze. Auf die Kombination mit grünem Tee hat mich ursprünglich eine Universitätsprofessorin aus Belgrad gebracht. Sie sagte zu mir: Frauenmantel und grüner Tee passen wunderbar zusammen. Dieser Gedanke hat mich sofort begeistert – auch weil der Frauenmantel eine Pflanze ist, die bei uns in Europa zuhause ist und sogar ursprünglich in unserem eigenen Garten wächst.

Ich finde, manchmal gibt uns die Natur solche Verbindungen fast schon vor.

Frauenmantel hat eine sehr lange Tradition in der Frauenkunde und trägt schon durch seinen Namen etwas ausgesprochen Weibliches in sich. Für mich hat die Pflanze auch eine symbolische und fast spirituelle Dimension: Sie steht für Weiblichkeit, Schutz, Verbindung und dafür, wieder mehr bei sich selbst anzukommen.

Genau das war auch einer der Gedanken hinter Tigofem. Viele Frauen funktionieren unglaublich viel, organisieren, arbeiten, kümmern sich und stehen permanent unter Spannung. Dabei verlieren wir manchmal unsere eigene weibliche Seite und unsere Bedürfnisse aus dem Blick.

Mit Tigofem wollte ich deshalb eine Formulierung schaffen, die diese weibliche Perspektive widerspiegelt: Frauenmantel als traditionelle europäische Frauenpflanze, kombiniert mit unserem entkoffeinierten Grüntee-Extrakt und Vitamin B6, das unter anderem zur Regulierung der Hormontätigkeit beiträgt.

Ich glaube aber, dass genau diese beiden Ebenen tigogreen besonders machen: Wir nehmen die Wissenschaft sehr ernst – und verlieren trotzdem nicht die Verbindung zur Natur, zur Intuition und zur Weiblichkeit.

Tigogreen betrachtet Haut, hormonelles Gleichgewicht und Wohlbefinden als miteinander verbundene Bereiche. Wie übersetzen Sie diesen ganzheitlichen Ansatz in konkrete Produkte?

Für mich gehören Haut, hormonelles Gleichgewicht und allgemeines Wohlbefinden sehr eng zusammen. Gerade wir Frauen merken oft, dass sich Stress, Schlaf, Zyklus oder hormonelle Veränderungen auch auf die Haut, die Energie und das gesamte Körpergefühl auswirken können.

Bei tigogreen übersetzen wir diesen ganzheitlichen Ansatz deshalb zunächst in zwei Bereiche: Inside und Outside.

Mit unseren Nahrungsergänzungsmitteln möchten wir Frauen von innen begleiten. Dabei setzen wir auf ausgewählte Pflanzenstoffe und Nährstoffe, die wir sehr bewusst kombinieren. Tigofem ist dafür ein gutes Beispiel: Frauenmantel, entkoffeinierter Grüntee-Extrakt und Vitamin B6 verbinden traditionelle Pflanzenkunde mit einem modernen Produktkonzept.

Der zweite Bereich ist unsere Hautpflege. Auch hier spielt grüner Tee eine zentrale Rolle. Wir kombinieren ihn mit ausgewählten Wirkstoffen wie Vitamin C, Peptiden oder Hyaluron und achten auf hochwertige, möglichst klare Formulierungen. Mir ist wichtig, dass unsere Pflege nicht nur funktionell ist, sondern sich auch wie ein kleines tägliches Ritual anfühlt.

Für mich hört ganzheitliches Wohlbefinden aber nicht beim Produkt auf. Deshalb bieten wir auch Schulungen an und versuchen, mit unseren Newslettern echten Mehrwert zu vermitteln – also Wissen, Hintergründe und Impulse, die Frauen tatsächlich in ihren Alltag integrieren können.

Und wenn selbst das noch nicht reicht, gehen wir noch einen Schritt weiter: Ein- bis zweimal im Jahr biete ich persönlich Retreats an. Dort geht es um Bewegung, Yoga, Ernährung, Natur, Austausch, Ruhe und vor allem darum, wieder mehr bei sich selbst anzukommen.

Ich glaube nicht daran, dass eine Kapsel oder eine Creme allein Wohlbefinden schafft. Unsere Produkte sind vielmehr Bausteine innerhalb eines größeren Lebensstils. Genau darin sehe ich den ganzheitlichen Ansatz von tigogreen: Wir möchten Frauen nicht nur Produkte anbieten, sondern Wissen, Inspiration und Räume schaffen, in denen sie wieder bewusster mit sich selbst und ihrem Körper in Verbindung kommen können.

Nahrungsergänzung und Naturkosmetik sind stark umkämpfte Märkte. Wodurch möchten Sie sich mit Tigogreen langfristig von anderen Marken unterscheiden?

Nahrungsergänzung und Naturkosmetik sind tatsächlich sehr umkämpfte Märkte. Ich glaube aber, dass man sich nicht nur über ein einzelnes Produkt unterscheiden kann, sondern vor allem darüber, wie man als Unternehmen arbeitet und welche Beziehung man zu seinen Kundinnen aufbaut.

Tigogreen ist organisch gewachsen – ohne Investor und ohne den Druck, in möglichst kurzer Zeit maximal skalieren zu müssen. Dadurch konnten wir uns die Freiheit bewahren, Entscheidungen bewusst zu treffen, Produkte sorgfältig zu entwickeln und die Marke Schritt für Schritt aufzubauen.

Ein großer Teil unserer Stärke ist unsere Community. Viele Kundinnen begleiten uns schon seit Jahren, empfehlen uns weiter und stehen mit uns im direkten Austausch. Diese Nähe ist mir persönlich sehr wichtig. Ich stehe sichtbar hinter der Marke, bin ansprechbar und bekomme unmittelbar mit, welche Fragen, Wünsche oder auch Probleme unsere Kundinnen haben.

Bei uns landet ein Anliegen nicht irgendwo anonym in einem System. Wenn es ein Problem gibt, versuchen wir, es schnell und unkompliziert zu lösen. Dieses Persönliche wird aus meiner Sicht heute immer seltener – gerade in einer Welt, in der vieles automatisiert, standardisiert und austauschbar geworden ist.

Natürlich gehören für mich auch Qualität, unsere besondere Kompetenz rund um grünen Tee, Nachhaltigkeit und der Fokus auf Frauen dazu. Aber langfristig möchte ich, dass Menschen bei Tigogreen vor allem eines spüren: Hinter dieser Marke stehen echte Menschen, die Verantwortung übernehmen und denen ihre Kundinnen nicht egal sind.

Wir sind vielleicht nicht die größte Firma im Markt – aber wir sind eine Firma mit Herz. Und genau das möchte ich mir auch beim weiteren Wachstum unbedingt bewahren.

Sie setzen auf möglichst direkten Rohstoffeinkauf und bewusst gestaltete Lieferketten. Wie schwierig ist es, Transparenz, Qualität und Wirtschaftlichkeit miteinander zu verbinden?

Das ist tatsächlich eine der größten Herausforderungen – gerade als organisch gewachsenes Unternehmen ohne Investor im Hintergrund.

Wir versuchen, Rohstoffe möglichst direkt oder über sehr ausgewählte Partner einzukaufen und unsere Lieferketten so transparent wie möglich zu halten. Für mich reicht es nicht zu wissen, dass ein Rohstoff auf dem Papier bestimmte Werte erfüllt. Ich möchte wissen, woher er kommt, wie er angebaut und verarbeitet wurde und wer dahintersteht.

Gerade beim grünen Tee ist dieser Qualitätsanspruch sehr wichtig. Wir prüfen die Unterlagen unserer Lieferanten sehr genau und lassen ausgewählte Rohstoffe zusätzlich unabhängig analysieren, unter anderem auf Schwermetalle und weitere relevante Qualitätsparameter.

Natürlich hat dieser Anspruch seinen Preis. Hochwertige Rohstoffe, kleinere Produktionsmengen, zusätzliche Laboranalysen, nachhaltigere Verpackungen und europäische Produktionspartner sind oft deutlich teurer als die günstigste verfügbare Lösung.

Trotzdem möchte ich Qualität nicht ausschließlich über den Einkaufspreis definieren. Wir versuchen eher langfristig zu denken und mit Partnern zusammenzuarbeiten, denen wir vertrauen und mit denen wir gemeinsam wachsen können.

Gleichzeitig müssen wir natürlich wirtschaftlich arbeiten. Nachhaltigkeit und Qualität funktionieren auf Dauer nur, wenn auch das Unternehmen gesund bleibt. Deshalb prüfen wir sehr genau, wo eine Entscheidung wirklich einen qualitativen oder ökologischen Mehrwert bringt und wo etwas vielleicht nur im Marketing gut klingt.

Für mich ist das ein ständiges Ausbalancieren. Aber genau darin liegt auch unsere Verantwortung: ein Produkt zu entwickeln, das qualitativ überzeugt, fair kalkuliert ist und bei dem wir möglichst genau wissen, welchen Weg es genommen hat, bevor es bei unseren Kundinnen ankommt.

Glasverpackungen, Nachfüllkonzepte und kurze europäische Lieferwege gehören zu Ihrem Nachhaltigkeitsansatz. Wo müssen Sie dabei dennoch Kompromisse eingehen?

Nachhaltigkeit ist für uns kein perfekter Zustand, sondern ein Prozess mit vielen Abwägungen. Gerade als kleinere, organisch gewachsene Firma können wir nicht immer jede Lösung so umsetzen, wie wir es uns theoretisch wünschen würden.

Glasverpackungen sind zum Beispiel hochwertig, gut recycelbar und für uns sehr passend – gleichzeitig sind sie schwerer und verursachen dadurch beim Transport mehr Aufwand. Nachfüllkonzepte sparen Material, benötigen aber trotzdem eine zusätzliche Verpackung. Und auch kurze europäische Lieferwege sind nicht bei jedem Rohstoff möglich.

Gerade beim grünen Tee wäre es für uns auch gar nicht sinnvoll, ausschließlich regional zu denken. Die besten Anbaugebiete und die jahrhundertealte Expertise liegen nun einmal in Asien. Für mich ist deshalb entscheidend, nicht einfach den kürzesten Weg zu wählen, sondern den sinnvollsten – mit möglichst transparenten Lieferketten, hochwertigen Rohstoffen und verlässlichen Partnern.

Kompromisse entstehen auch durch Mindestabnahmemengen, Verfügbarkeit, Qualität und Wirtschaftlichkeit. Manche nachhaltigen Verpackungslösungen sind für kleinere Unternehmen noch extrem teuer oder erst ab sehr großen Stückzahlen erhältlich.

Trotzdem versuchen wir bei jeder neuen Entscheidung zu fragen: Können wir Material reduzieren? Ist Nachfüllen statt Neuproduzieren möglich? Lässt sich in Europa herstellen? Können wir einen Lieferweg verkürzen? Kommen wir mit weniger Verpackung aus?

Ich finde es wichtig, beim Thema Nachhaltigkeit ehrlich zu bleiben. Kein Produkt hat keinen ökologischen Fußabdruck. Unser Anspruch ist deshalb nicht, perfekt zu sein, sondern Verantwortung zu übernehmen und Schritt für Schritt besser zu werden – ohne bei der Qualität unserer Produkte Kompromisse zu machen.

Mit Retreats und Events geht Tigogreen über den klassischen Produktverkauf hinaus. Welche Rolle spielen diese Angebote beim Aufbau einer Community und eines Lebensgefühls rund um die Marke?

Retreats und Events spielen für mich eine sehr wichtige Rolle, weil tigogreen weit mehr sein soll als eine Marke, bei der man Produkte kauft.

Ich habe mir über viele Jahre sehr viel Wissen rund um Ernährung, Pflanzenstoffe, Frauengesundheit, Yoga, Meditation, Bewegung und einen bewussten Lebensstil erarbeitet. Dieses Wissen möchte ich weitergeben – nicht belehrend, sondern so, dass Frauen etwas davon in ihr eigenes Leben mitnehmen können.

Genau deshalb sind unsere Retreats für mich etwas ganz Besonderes. Wir nennen diesen Gedanken auch gerne Green Reset: für ein paar Tage aus dem Alltag aussteigen, zur Ruhe kommen, sich wieder selbst spüren und neue Energie sammeln.

Dabei geht es nicht um Selbstoptimierung, sondern um ein neues Lebensgefühl – mehr Leichtigkeit, Bewusstsein, Happiness und Verbindung zu sich selbst.

Ich möchte mit unseren Retreats einen besonderen Raum schaffen, in dem unsere Teilnehmerinnen sich sicher und willkommen fühlen, loslassen können, neue Impulse bekommen und sich mit anderen Frauen austauschen können.

Für mich ist genau das tigogreen: nicht nur hochwertige Produkte, sondern ein Lebensgefühl. Ein bewussterer Umgang mit sich selbst, mit dem eigenen Körper und mit der Natur.

Wenn eine Frau nach einem Retreat nach Hause fährt und das Gefühl hat, wieder ein Stück näher bei sich selbst zu sein, dann haben wir genau das erreicht, was ich mit tigogreen vermitteln möchte.

Gerade bei Produkten rund um Wohlbefinden und hormonelle Balance ist eine verantwortungsvolle Kommunikation wichtig. Wie ziehen Sie die Grenze zwischen Markenbotschaft und gesundheitlichen Versprechen?

Das ist für uns ein sehr wichtiges Thema. Gerade im Bereich Frauengesundheit begegnen uns viele Beschwerden und sehr persönliche Geschichten. Umso wichtiger finde ich es, verantwortungsvoll zu kommunizieren und keine Versprechen zu machen, die ein Nahrungsergänzungsmittel oder ein kosmetisches Produkt nicht erfüllen darf.

Wir unterscheiden deshalb sehr klar zwischen wissenschaftlicher Forschung zu einzelnen Pflanzenstoffen und den Aussagen, die wir über unsere konkreten Produkte treffen können. Nur weil beispielsweise EGCG oder andere Pflanzenstoffe Gegenstand wissenschaftlicher Studien sind, bedeutet das nicht automatisch, dass daraus ein Heilversprechen für ein Produkt abgeleitet werden darf.

Gleichzeitig möchte ich Frauen Wissen nicht vorenthalten. Ich glaube daran, dass informierte Frauen bessere Entscheidungen für sich treffen können. Deshalb versuchen wir, wissenschaftliche Zusammenhänge verständlich aufzubereiten, über Pflanzenstoffe und Lebensstil zu informieren und dabei immer transparent zu bleiben.

Für mich bedeutet verantwortungsvolle Kommunikation deshalb: informieren, inspirieren und begleiten – aber niemals suggerieren, dass unsere Produkte eine ärztliche Diagnose oder Behandlung ersetzen.

Gerade weil ich selbst aus einer persönlichen gesundheitlichen Geschichte heraus gegründet habe, ist mir diese Grenze sehr bewusst. Natur und Wissenschaft gehören für mich zusammen – aber genauso gehören Verantwortung und Ehrlichkeit dazu.

Welche Vision verfolgen Sie mit Tigogreen, und in welche Richtung möchten Sie Marke und Sortiment künftig weiterentwickeln?

Meine Vision ist, tigogreen zu einer führenden Marke für Women’s Health und Women’s Wellbeing zu entwickeln – aber auf unsere eigene Art.

Wir möchten weiterhin organisch wachsen, unabhängig bleiben und dabei die Nähe zu unseren Kundinnen, unsere Qualität und die Persönlichkeit der Marke bewahren.

Der grüne Tee und insbesondere EGCG bleiben unsere DNA. Gleichzeitig möchte ich unser Sortiment sehr gezielt rund um die unterschiedlichen Lebensphasen von Frauen weiterentwickeln – vom Zyklus über hormonelle Veränderungen bis hin zu Perimenopause, Menopause, Hautgesundheit und Healthy Aging. Dabei geht es mir nicht darum, möglichst viele Produkte auf den Markt zu bringen. Ein neues Produkt muss einen echten Sinn haben, zu unserer Philosophie passen und qualitativ etwas Besonderes sein.

Ein ganz wichtiger nächster Schritt ist für mich außerdem der Aufbau einer tigogreen Akademie für Frauengesundheit. Ich möchte das Wissen, das ich mir selbst über viele Jahre angeeignet habe, gemeinsam mit Ärztinnen, Therapeutinnen und weiteren Expertinnen bündeln und für Frauen verständlich und praxisnah zugänglich machen.

Dabei soll es nicht nur um Nahrungsergänzung gehen, sondern um Frauengesundheit ganzheitlich: Ernährung, Bewegung, hormonelle Veränderungen, Stress, Schlaf, Haut, Healthy Aging, Pflanzenwissen und die Frage, wie wir Frauen wieder stärker in Verbindung mit unserem eigenen Körper kommen können.

Ich möchte mit tigogreen langfristig einen Ort schaffen, an dem Frauen nicht nur Produkte finden, sondern auch fundiertes Wissen, Orientierung, Austausch und Inspiration.

Dazu gehören für mich unsere Akademie, Schulungen, Newsletter, Veranstaltungen und natürlich auch unsere Green-Reset-Retreats. All diese Bereiche sollen Schritt für Schritt zu einer Plattform zusammenwachsen.

Mein Wunsch ist, dass Frauen irgendwann bei tigogreen nicht nur an Supplemente oder Naturkosmetik denken, sondern an eine vertrauenswürdige Begleiterin für Frauengesundheit und bewusstes Älterwerden.

Tigogreen soll für mich die Verbindung aus Wissenschaft, Natur, Weiblichkeit, Wissen, Community und Lebensfreude sein.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die eine nachhaltige Marke im Health- und Wellnessbereich aufbauen möchten?

Mein erster Rat wäre heute: Baut nicht nur ein Produkt, sondern eine klare Haltung auf.

Gerade im Health- und Wellnessbereich gibt es ständig neue Trends, Wirkstoffe und Marken. Langfristig reicht es nicht, einfach ein gutes Produkt zu haben. Man muss sehr genau wissen, wofür die eigene Marke steht, welche Werte man vertritt und welche Entscheidungen man auch dann nicht verändert, wenn der Markt etwas anderes vorgibt. Diese Klarheit hilft unglaublich – bei Produkten, Partnern, Kommunikation und Wachstum.

Mein zweiter Rat ist: Wachstum muss zum Unternehmen passen.

Ich glaube nicht mehr daran, dass größer und schneller automatisch besser bedeutet. Tigogreen ist organisch gewachsen, ohne Investor und ohne den Druck, möglichst schnell skalieren zu müssen. Das hat uns erlaubt, sehr nah an unseren Kundinnen zu bleiben und unsere Qualität Schritt für Schritt aufzubauen. Für mich ist gesundes Wachstum heute wichtiger als schnelles Wachstum.

Und mein dritter Rat lautet: Unterschätzt niemals die Beziehung zu euren Kundinnen und Kunden.

Produkte können kopiert werden, Verpackungen können ähnlich aussehen und auch Trends kommen und gehen. Was sich nicht so leicht kopieren lässt, ist Vertrauen. Wir versuchen erreichbar zu sein, zuzuhören und Probleme schnell und persönlich zu lösen. Gerade heute, wo immer mehr automatisiert wird, wird echte Nähe wieder zu einem besonderen Wert.

Was ich über die Jahre gelernt habe: Eine starke Marke entsteht nicht nur durch Innovation und gutes Marketing. Sie entsteht durch Konsequenz, Vertrauen und dadurch, dass Menschen spüren, dass hinter einem Unternehmen echte Überzeugung und Herz stehen.

Bildcredits Tigogreen GmbH

Wir bedanken uns bei Tanja Hohenester für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Tigogreen GmbH

Kontakt:

tigogreen GmbH
Geigelsteinstr. 10
83080 Oberaudorf
Deutschland

www.tigogreen.de
info@tigogreen.de
015128044448

Ansprechpartnerin: Tanja Hohenester
tanja.hohenester@tigogreen.de

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Die Höhle der Löwen: Investor bietet Geld – will aber null Anteile!

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Die Höhle der Löwen: 14. September 2026 bei VOX Bild Die Löwen Carsten Maschmeyer, Janna Ensthaler, Judith Williams, Johannes Kliesch und Ralf Dümmel (v.li.) Foto: RTL

Die Höhle der Löwen am 14. September 2026 bei VOX: Investor bietet Geld ohne Anteile!

Am 14. September 2026 geht „Die Höhle der Löwen“ um 20:15 Uhr bei VOX in die zweite Folge der neuen Staffel. Bereits vorab ist die Sendung auf RTL+ verfügbar. Dieses Mal präsentieren Cupped, plümoBaum, Wunderdressing und ivyclip ihre Geschäftsideen. Außerdem treten IRISgo und Mellow Rush in einem direkten Battle gegeneinander an. Für den neuen Löwen Johannes Kliesch wird die Folge gleich mehrfach spannend – besonders ein historisches Angebot für ivyclip sorgt dabei für Sprachlosigkeit.

Die Höhle der Löwen bei VOX: Johannes Kliesch sorgt für Sensation

Für E-Commerce-Experte und SNOCKS-Gründer Johannes Kliesch beginnt die zweite Folge von „Die Höhle der Löwen“ mit einigen spannenden Entscheidungen. Besonders bei Cupped und ivyclip rückt der neue Investor in den Mittelpunkt. Während er sich bei Cupped mit Judith Williams ein Duell um Gründerin Anna Lu liefert, sorgt er später bei ivyclip mit einem ungewöhnlichen Angebot für Aufsehen.

14. September 2026: Cupped setzt auf individuell angepasste BHs

Anna Lu präsentiert mit Cupped einen BH, der Frauen mehr Komfort und eine bessere Passform bieten soll. „80 Prozent der Frauen leiden unter einem schlecht sitzenden BH“, erklärt die Gründerin. Statt auf klassische Standardmaße zu setzen, entwickelt Cupped individuell angepasste BHs. Ein eigens entwickelter Algorithmus soll dabei helfen, die Passform auf die jeweilige Körperform abstimmen. Anna Lu bringt viel Produkt- und Strategieerfahrung mit. Sie war zuvor globale Produktchefin bei Emma Matratzen und arbeitete mehrere Jahre als McKinsey-Beraterin.

Auch erste Geschäftszahlen kann sie vorweisen: Mehr als 1.000 Kundinnen, eine Retourenquote von lediglich sieben Prozent sowie rund 90.000 Euro Umsatz und 50.000 Euro Gewinn in den ersten Monaten. Das Ziel ist ambitioniert: Cupped soll zur „Passformmarke Nummer 1“ werden. Bei der Bewertung des Unternehmens gehen die Meinungen der Investoren allerdings auseinander. Während sich erste Löwen zurückziehen, entwickelt sich ein Duell zwischen Judith Williams und Johannes Kliesch. Beide sehen großes Potenzial, verfolgen jedoch unterschiedliche Strategien für die Zukunft von Cupped.

Die Höhle der Löwen am 14. September 2026 auf VOX: plümoBaum will Schlafhygiene neu denken

Benjamin Koch und Yavuz Akbas wollen mit plümoBaum eine neue Form der täglichen Schlafhygiene etablieren. Ihr System belüftet und trocknet Bettdecken und Kissen gezielt und unterstützt dabei, die vorhandene Feuchtigkeit in den Bettwaren zu reduzieren. Dadurch soll ein trockeneres Mikroklima entstehen, das weniger günstige Bedingungen für Milben und Mikroorganismen bietet und gleichzeitig zu einem frischeren Schlafumfeld beitragen kann. Der plümoBaum verfügt über ausziehbare Teleskopstangen, über die Bettdecken und Kissen gelegt werden. Integrierte Luftkanäle durchströmen die Bettwaren mit Luft und trocknen sie. Zusätzlich bietet das Gerät eine Aromafunktion mit ätherischen Ölen. Die optionalen PlümoSounds ergänzen das Konzept um verschiedene Klangwelten für eine entspannende Abend- und Schlafroutine. Unterstützt werden Benjamin Koch und Yavuz Akbas bei ihrer Präsentation von ihren Kindern Amelie und Yunis. Die Gründer sehen für ihre Entwicklung sowohl in privaten Haushalten als auch im Hotel- und Hospitality-Bereich Potenzial.

Die Höhle der Löwen: IRISgo und Mellow Rush treten im Battle an

Bei IRISgo und Mellow Rush entscheidet zunächst ein 60-Sekunden-Pitch über das Weiterkommen. Beide müssen in nur einer Minute das Löwenrudel von ihrer Idee überzeugen. Lediglich der Gewinner erhält anschließend mehr Zeit und damit die Chance auf einen Deal. Manuel Laurice Borer und Fabian Christmann präsentieren mit IRISgo einen Thermobecher mit einem besonderen Iris-Mechanismus. Ihnen gegenüber steht Simone Lafargue mit Mellow Rush, einem alkoholfreien Botanical Drink. Damit treffen zwei völlig unterschiedliche Konzepte aufeinander. Entscheidend ist zunächst jedoch nicht nur das Geschäftsmodell, sondern auch die Fähigkeit, die Löwen innerhalb von 60 Sekunden zu überzeugen.

14. September 2026: Johann Lafer unterstützt Wunderdressing

Food-Designer und Produktentwickler Stefano Suich erhält bei seinem Auftritt prominente Unterstützung. Johann Lafer ist für ihn weit mehr als ein bekannter Unterstützer. Die beiden verbindet seit Jahren eine Freundschaft und die gemeinsame Leidenschaft für gutes Essen. Kennengelernt haben sie sich über Stefano Suichs besondere Essig- und Ölkreationen. Nun möchte Stefano Suich mit Wunderdressing den nächsten Schritt gehen. Das Zweikomponentendressing kombiniert unterschiedliche Essig- und Ölsorten und soll nach einem einfachen Prinzip funktionieren: schütteln, würzen und genießen. Johann Lafer begleitet ihn nicht nur bei der Vorbereitung, sondern überrascht die Löwen auch persönlich in der Höhle. Für die Verkostung erhält der Spitzenkoch Unterstützung von Carsten Maschmeyer, der sich dafür mit Kochmütze und Schürze ausstattet. Geschmacklich kommt Wunderdressing bei den Löwen gut an. Als anschließend Zahlen und Firmenstrukturen in den Mittelpunkt rücken, wird die Diskussion allerdings deutlich kritischer. Ob der Geschmack am Ende auch für einen Deal reicht, muss sich zeigen.

Highlight bei VOX: Sensation bei ivyclip – Johannes Kliesch bietet Investment ohne Firmenanteile

„Die klassische Haarklammer, wie wir sie heute kennen, wurde 1989 von einem Mann mit Glatze entwickelt und hat sich seit über 35 Jahren kaum verändert. Warum eigentlich?“, fragt Leonie Neisinger. Die Idee zu ivyclip entstand aus einem persönlichen Problem. Beim Stillen ihrer Tochter bemerkte die Gründerin, wie unangenehm eine klassische Haarklammer beim Anlehnen sein kann. Sie begann zu experimentieren und entwickelte schließlich eine flexible Haarklammer, die sich der Kopfform anpasst. Der entscheidende Unterschied liegt vor allem im Material. ivyclip ist weich, biegsam und robust und kehrt nach dem Verbiegen wieder in seine ursprüngliche Form zurück. Dadurch soll die Haarklammer auch auf dem Sofa, im Bett oder unterwegs bequem bleiben. Natürlich wollen die Löwen wissen, wie sich das Produkt im Alltag anfühlt.

Da Ralf Dümmel und Johannes Kliesch mit ihren Kurzhaarfrisuren nicht unbedingt zur klassischen Zielgruppe gehören, greifen beide kurzerhand zu Perücken und testen ivyclip selbst. Innerhalb weniger Monate entwickelte sich aus der Idee ein vielversprechendes Geschäft. Leonie Neisinger möchte die Marke nun über E-Commerce, Social Media und den stationären Handel weiter ausbauen und auch international wachsen. Produkt, Zahlen und Gründerin wecken großes Interesse: Alle fünf Investoren wollen einsteigen. Besonders Johannes Kliesch sorgt dabei für Aufsehen. Der SNOCKS-Gründer verzichtet bei seinem Angebot vollständig auf Firmenanteile – eine Premiere in der Höhle. Damit muss sich Leonie Neisinger zwischen fünf Angeboten und unterschiedlichen Strategien entscheiden.

Die Höhle der Löwen am 14. September 2026 bei VOX

Cupped, plümoBaum, Wunderdressing und ivyclip sowie das Battle zwischen IRISgo und Mellow Rush sorgen in der zweiten Folge für sehr unterschiedliche Pitches. Gleichzeitig rückt der neue Löwe Johannes Kliesch gleich mehrfach in den Mittelpunkt und zeigt, welche Strategie er als Investor verfolgt. „Die Höhle der Löwen“ läuft am 14. September 2026 um 20:15 Uhr bei VOX. Die Folge ist bereits vorab auf RTL+ verfügbar.

Bilder Die Löwen Carsten Maschmeyer, Janna Ensthaler, Judith Williams, Johannes Kliesch und Ralf Dümmel (v.li.) Foto: RTL

sauberdropz: Trinkflaschen-Reiniger holt DHDL-Doppeldeal

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sauberdropz: Trinkflasche überzeugt Ralf Dümmel Höhle der Löwen sauberdropz Setbild v.l.Andreas Berger,Fabian Berger Credit RTL

sauberdropz rein, Schmutz raus! Flasche schütteln statt Flasche schrubben: sauberdropz reinigen Trinkflaschen in nur 40 Sekunden

  • kompakte Reinigungstabletten für wiederverwendbare Trinkflaschen, Thermoflaschen, Shaker, To-go-Becher und viele weitere Behälter
  • Schütteln statt schrubben: Einfach maximal 1 cm warmes Wasser und 14–15 sauberdropz in die Flasche geben, kräftig schütteln, ausspülen – fertig!
  • In nur rund 40 Sekunden zur sauberen Flasche, ganz ohne Bürste, Spülmaschine oder langes Einweichen
  • Entfernen Ablagerungen, Rückstände und Verfärbungen effektiv und gründlich
  • Erreichen auch schwer zugängliche Stellen und enge Flaschenhälse
  • Für Behälter aus Glas, Edelstahl oder Kunststoff geeignet
  • Praktisch für zu Hause, im Büro, beim Sport, Camping, Wandern oder auf Reisen
  • Besonders ergiebig: 180 sauberdropz im wiederverschließbaren Standbeutel reichen für bis zu 12 Reinigungen
  • Entwickelt von Vater und Sohn: Andreas und Fabian Berger aus Vorarlberg in Österreich
  • Deal in der VOX-Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ mit Ralf Dümmel und Frank Thelen

Deckel auf, einmal hineingeschaut und schnell wieder zugemacht: Wer seine Trinkflasche täglich benutzt, kennt Ablagerungen und Verfärbungen. Gerade bei schmalen Flaschenöffnungen wird die Reinigung schnell mühsam. Die Flaschenbürste erreicht nicht jede Stelle, die Spülmaschine ist nicht immer geeignet und langes Einweichen kostet Zeit.

Trinkflaschen in rund 40 Sekunden reinigen

Andreas und Fabian Berger lösen dieses Alltagsproblem mit sauberdropz: kleinen Reinigungstabletten, die Trinkflaschen in nur rund 40 Sekunden gründlich reinigen. Einfach warmes Wasser und je nach Größe und Verschmutzungsgrad 14 bis 15 sauberdropz in die Flasche geben, kräftig schütteln und anschließend mit klarem Wasser ausspülen. Dabei funktionieren sauberdropz mit besonders wenig Wasser am besten: Rund 60 ml bzw. etwa 1 cm Wasser in der Flasche reichen für den Reinigungsvorgang bereits aus. Ohne Bürste, ohne Spülmaschine und ohne langes Einweichen.

Aus einer schmutzigen Trinkflasche entstand die Idee

Die Idee entstand aus einer schmutzigen Trinkflasche. Da Vater und Sohn keine schnelle und zugleich gründliche Reinigungslösung fanden, entwickelten sie selbst eine. Mehr als zwei Jahre lang wurde getüftelt, getestet und optimiert. Andreas bringt dabei seine Erfahrung als leidenschaftlicher Tüftler ein, Fabian seine Stärken in Organisation, Vertrieb und Unternehmensaufbau.

Für Flaschen, Shaker, Becher und weitere Behälter

Die sauberdropz entfernen Ablagerungen, Rückstände und Verfärbungen und erreichen auch schwer zugängliche Stellen. Geeignet sind sie unter anderem für Trink-, Thermo- und Sportflaschen, Shaker, Wassersprudlerflaschen, To-go-Becher, Karaffen und Vasen aus Glas, Edelstahl oder Kunststoff.

Der wiederverschließbare Standbeutel enthält 180 sauberdropz und reicht bei einer Dosierung von 15 Tabletten für bis zu zwölf Reinigungsvorgänge.

Deal mit Ralf Dümmel und Frank Thelen

Nach ihrem Auftritt in der VOX-Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ möchten Andreas und Fabian Berger gemeinsam mit Ralf Dümmel und Frank Thelen den nächsten Schritt gehen und sauberdropz in viele Haushalte bringen. Ihr Ziel: die Reinigung wiederverwendbarer Flaschen so einfach zu machen wie ihre Anwendung selbst. Wasser rein, sauberdropz dazu, schütteln, ausspülen, fertig.

Andreas und Fabian Berger über sauberdropz

„Die Idee zu sauberdropz kam nicht am Schreibtisch, sondern beim Blick in eine schmutzige Trinkflasche. Wir wollten keine weitere Lösung, bei der man lange wartet, schrubbt oder mit einer Bürste trotzdem nicht jede Stelle erreicht. Also haben wir mehr als zwei Jahre lang getestet, verworfen und verbessert, bis aus unserer Idee ein Produkt wurde, das so einfach funktioniert, wie wir es uns selbst gewünscht hätten: Wasser rein, sauberdropz dazu, schütteln, ausspülen, fertig. Für uns als Vater und Sohn ist es etwas ganz Besonderes, gemeinsam aus einem kleinen Alltagsproblem ein echtes Produkt geschaffen zu haben.“

Andreas und Fabian Berger, Gründer von sauberdropz

Ralf Dümmel

sauberdropz sind genau so ein Produkt, bei dem ich sofort denke: Warum gab es das nicht schon längst? Fast jeder kennt das Problem mit schwer zu reinigenden Trinkflaschen, und hier ist die Lösung so einfach wie genial: Wasser rein, sauberdropz dazu, schütteln, ausspülen, fertig. Genauso stark finde ich Andreas und Fabian als Vater-Sohn-Team. Andreas mit seinem Tüftlergeist, Fabian mit frischen Ideen und unternehmerischem Blick. Die beiden ergänzen sich perfekt, haben über zwei Jahre an ihrem Produkt gearbeitet und nie aufgegeben. Genau diese Kombination aus starkem Produkt, Ausdauer und Familienzusammenhalt hat mich überzeugt.“

Ralf Dümmel
Investor und Gesellschafter der DS Gruppe

Frank Thelen über die Zusammenarbeit

„Ralf und ich haben während der Aufzeichnung hart verhandelt, weil wir wirklich überzeugt sind. Mit air up haben wir gezeigt, wie man aus einer starken Produktidee eine D2C-Marke baut, die Millionen Menschen erreicht: Produkt, Branding, Skalierung. Genau dieses Playbook bringen wir jetzt bei Sauberdropz ein. Wir sind ein unschlagbares Team und ich freue mich riesig auf die Zusammenarbeit.“

Frank Thelen
Europäischer Seriengründer und Investor

sauberdropz ist aktuell unter www.sauberdropz.com ab 9,99 € und im Handel erhältlich.

Bild Höhle der Löwen Setbild v.l.Andreas Berger,Fabian Berger Credit RTL

Quelle sauberdropz GmbH/ DS Unternehmensgruppe

Zuschauer.io: Livestreaming-Alternative für Creator

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Zuschauer.io: Livestreaming für Creator Bildcredits privat

Zuschauer.io setzt auf Livestreaming mit niedriger Latenz und möchte Creator dabei unterstützen, direkt mit ihrer Community zu interagieren und eigene Reichweiten aufzubauen.

Können Sie Zuschauer.io kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für eine eigene Livestreaming-Plattform entstanden ist?

Zuschauer.io ist eine deutschsprachige Livestreaming-Plattform für Creator und Zuschauer, die für iOS und Android verfügbar ist. Creator können direkt live gehen, mit ihrer Community interagieren, Co-Hosts einladen, ihre Streams moderieren und über virtuelle Geschenke unterstützt werden.

Die Idee entstand aus der Frage, warum Livestreaming auf vielen großen Plattformen nur ein Teil eines wesentlich größeren Social-Media-Ökosystems ist. Ich wollte eine Plattform entwickeln, bei der Live-Content und die direkte Interaktion zwischen Menschen tatsächlich im Mittelpunkt stehen.

Dabei war mir von Anfang an wichtig, nicht einfach eine bestehende Plattform nachzubauen. Zuschauer.io soll eigene Schwerpunkte setzen – unter anderem bei niedriger Latenz, Creator-Kontrolle, Support, Monetarisierung und einer möglichst unkomplizierten Nutzung.

Wer steht hinter Zuschauer.io, und welche Erfahrungen bringen Sie in den Aufbau der Plattform ein?

Hinter Zuschauer.io stehe ich als Gründer und arbeite sehr nah an nahezu allen Bereichen der Plattform – von Produktentwicklung und Technik über Community und Support bis hin zu Marketing und Weiterentwicklung.

Dadurch bekomme ich unmittelbar mit, welche Funktionen Nutzer tatsächlich verwenden, wo Probleme entstehen und was Creator beziehungsweise Zuschauer benötigen. Gerade bei einer jungen Plattform sehe ich diesen direkten Kontakt als großen Vorteil. Entscheidungen müssen nicht erst durch viele verschiedene Ebenen laufen, sondern Nutzerfeedback kann sehr direkt in die Weiterentwicklung einfließen.

Ein großer Teil der Erfahrung entsteht außerdem durch den laufenden Betrieb selbst. Eine Livestreaming-Plattform unter realen Bedingungen zu betreiben, zeigt sehr schnell, welche Ideen funktionieren und welche Dinge technisch oder aus Sicht der Community anders gelöst werden müssen.

Der Livestreaming-Markt wird von internationalen Plattformen wie TikTok LIVE und Twitch geprägt. Warum sehen Sie dennoch Raum für einen deutschen Anbieter?

Gerade weil der Markt von sehr großen internationalen Plattformen geprägt wird, sehe ich Raum für kleinere und fokussiertere Angebote.

Große Plattformen müssen gleichzeitig sehr unterschiedliche Märkte, Zielgruppen und Produktbereiche bedienen. Zuschauer.io kann sich dagegen zunächst gezielt auf den deutschsprachigen Markt, Livestreaming und Community konzentrieren.

Dabei geht es nicht darum, TikTok oder Twitch eins zu eins zu kopieren. Wir möchten bewusst eigene Schwerpunkte setzen. Dazu gehören beispielsweise deutschsprachiger Support, eine sehr geringe Streaming-Latenz, mehr Kontrolle für Creator über ihre Streams, ein transparentes Auszahlungsmodell und eine werbefreie App, bei der Funktionen nicht erst kostenpflichtig freigeschaltet werden müssen.

Als kleinere Plattform können wir außerdem schneller reagieren. Wenn wir feststellen, dass eine Funktion nicht funktioniert oder Nutzer einen konkreten Wunsch haben, können wir wesentlich direkter darauf eingehen.

Mobile Livestreams, Live-Chat und Co-Hosts stehen im Mittelpunkt Ihrer App. Welche Bedürfnisse von Creatorn möchten Sie damit besonders erfüllen?

Livestreaming soll möglichst unkompliziert und unmittelbar sein. Creator sollen nicht erst ein großes technisches Setup benötigen, sondern schnell live gehen und direkt mit ihrer Community interagieren können.

Gerade diese direkte Interaktion ist für uns besonders wichtig. Zuschauer.io arbeitet deshalb mit sehr niedrigen Latenzzeiten. Unter geeigneten technischen Bedingungen liegen diese bei unter 100 Millisekunden. Dadurch können Gespräche zwischen Creator, Zuschauern und Co-Hosts nahezu in Echtzeit stattfinden.

Ein weiteres besonderes Feature sind unsere Verified-Only Streams. Vor dem Start kann ein Creator selbst entscheiden, ob grundsätzlich jeder Nutzer am Stream teilnehmen darf oder ausschließlich verifizierte Accounts. Damit geben wir Creatorn zusätzliche Kontrolle darüber, wie offen oder geschützt sie ihren Stream gestalten möchten.

Dazu kommen Live-Chat, Co-Hosts und Moderationsfunktionen. Unser Ziel ist, dass Creator nicht nur senden, sondern tatsächlich mit den Menschen im Stream interagieren und eine Community aufbauen können.

Eine neue Plattform braucht gleichzeitig attraktive Creator und aktive Zuschauer. Wie wollen Sie dieses klassische Marktplatzproblem lösen?

Das ist eine der größten Herausforderungen jeder neuen Social- oder Community-Plattform. Creator bleiben nur dauerhaft, wenn Zuschauer vorhanden sind, und Zuschauer kommen nur zurück, wenn sie interessante Creator und Streams finden.

Deshalb versuchen wir nicht, ausschließlich eine Seite aufzubauen. Wir sprechen gezielt Creator an und arbeiten gleichzeitig daran, bestehende Nutzer stärker zu aktivieren und Interaktion innerhalb der Plattform zu fördern.

Gerade am Anfang ist dabei nicht nur die Anzahl der Registrierungen entscheidend. Viel wichtiger ist, ob Nutzer tatsächlich wiederkommen, Streams starten, Streams anschauen und miteinander interagieren.

Ein Vorteil einer jungen Plattform besteht darin, dass auch kleinere Creator früh sichtbar werden können. Sie konkurrieren nicht automatisch mit Millionen bereits etablierter Accounts. Gleichzeitig müssen wir als Plattform dafür sorgen, dass Zuschauer möglichst regelmäßig etwas Interessantes entdecken können.

Dieses Gleichgewicht aufzubauen, ist keine Aufgabe, die man einmal löst. Es ist ein kontinuierlicher Prozess aus Creator-Gewinnung, Nutzeraktivierung, Produktentwicklung und Community-Aufbau.

Virtuelle Geschenke ermöglichen Creatorn, mit ihrer Community Einnahmen zu erzielen. Welche Rolle spielt Monetarisierung für Ihre Positionierung?

Monetarisierung ist ein wichtiger Bestandteil von Zuschauer.io, weil Creator Zeit und Energie in ihre Inhalte und den Aufbau ihrer Community investieren.

Bei Auszahlungen setzen wir auf ein transparentes Modell: 80 Prozent des für die Auszahlung relevanten Betrags gehen an den Creator, 20 Prozent verbleiben bei Zuschauer.io.

Uns ist wichtig, dass Creator möglichst klar nachvollziehen können, welcher Anteil bei ihnen ankommt. Bei anderen Plattformmodellen können durch unterschiedliche Plattformanteile, Umwandlungen oder Gebühren komplexere Strukturen entstehen. Wir möchten unser Modell bewusst einfach und nachvollziehbar halten.

Gleichzeitig soll Monetarisierung nicht dazu führen, dass die normale Nutzung der Plattform ständig eingeschränkt wird. Zuschauer.io ist werbefrei und Funktionen werden nicht hinter kostenpflichtigen Feature-Paketen oder Bezahlschranken versteckt.

Virtuelle Geschenke sollen deshalb eine freiwillige Möglichkeit sein, Creator zu unterstützen – nicht eine Voraussetzung dafür, die Plattform vollständig nutzen zu können.

Community lebt von möglichst viel Interaktion, benötigt aber gleichzeitig klare Regeln und Moderation. Wie schaffen Sie die Balance zwischen Offenheit und Sicherheit?

Eine offene Community funktioniert langfristig nur, wenn es gleichzeitig klare Regeln und Möglichkeiten gibt, auf problematisches Verhalten zu reagieren.

Deshalb setzen wir auf Community-Richtlinien und Moderationsfunktionen innerhalb von Streams. Creator können Unterstützung bei der Moderation erhalten und bei problematischem Verhalten entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Mit Verified-Only Streams geben wir ihnen zusätzlich schon vor dem Start eines Streams mehr Kontrolle. Ein Creator kann selbst entscheiden, ob der Stream für alle Nutzer offen sein soll oder ausschließlich verifizierte Accounts teilnehmen dürfen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist Support. Zuschauer.io bietet deutschsprachigen Support rund um die Uhr über mehrere Wege, unter anderem über Instagram, Discord und E-Mail. Gerade bei einer Community-Plattform halte ich es für wichtig, dass Nutzer bei Problemen nicht erst lange nach einem Ansprechpartner suchen müssen.

Unser Ziel ist nicht, jede Interaktion unnötig einzuschränken. Menschen sollen sich frei austauschen können. Gleichzeitig müssen klare Grenzen gelten, wenn es beispielsweise um Beleidigungen, Belästigungen oder anderes problematisches Verhalten geht.

Creator haben bereits auf etablierten Plattformen Reichweiten und Communities aufgebaut. Mit welchen Argumenten möchten Sie sie für Zuschauer.io gewinnen?

Wir erwarten nicht, dass Creator ihre bestehenden Plattformen von heute auf morgen verlassen. Zuschauer.io soll vielmehr eine zusätzliche Möglichkeit sein, früh auf einer wachsenden Plattform vertreten zu sein und sich dort eine weitere Community aufzubauen.

Gerade für kleinere oder neue Creator kann das interessant sein, weil sie nicht ausschließlich gegen Millionen bereits etablierter Accounts um Aufmerksamkeit konkurrieren.

Dazu kommen konkrete Vorteile: sehr geringe Streaming-Latenzen, Co-Hosts, Moderationsfunktionen, Verified-Only Streams, deutschsprachiger 24/7-Support und ein transparentes Auszahlungsmodell, bei dem 80 Prozent des relevanten Auszahlungsbetrags an den Creator gehen.

Außerdem enthält die App keine Werbung und Funktionen müssen nicht kostenpflichtig freigeschaltet werden.

Ein weiterer Vorteil ist die Nähe zwischen Plattform und Community. Wir können als kleinere Plattform deutlich direkter mit Creatorn sprechen, Feedback aufnehmen und neue Ideen schneller testen.

Unser Argument soll deshalb nicht sein: „Verlasst alle anderen Plattformen.“ Sondern: „Probiert etwas Neues zusätzlich aus und gestaltet eine junge Plattform früh mit.“

Eine eigene Livestreaming-Plattform technisch aufzubauen und zuverlässig zu betreiben, ist anspruchsvoll. Welche Herausforderungen beschäftigen Sie dabei besonders?

Livestreaming stellt technisch wesentlich höhere Anforderungen als viele klassische Social-Media-Funktionen.

Video und Audio müssen stabil und mit möglichst geringer Verzögerung übertragen werden. Gleichzeitig müssen unterschiedliche Smartphones, Betriebssystemversionen und Netzwerkbedingungen berücksichtigt werden.

Parallel dazu laufen Live-Chat, Co-Hosts, Moderation, Nutzerverwaltung, virtuelle Geschenke und weitere Echtzeitfunktionen.

Eine besondere Herausforderung besteht darin, sehr geringe Latenz und gleichzeitig eine stabile Übertragung zu gewährleisten. Eine Verzögerung von unter 100 Millisekunden ist technisch attraktiv, weil Interaktionen dadurch nahezu unmittelbar wirken – gleichzeitig muss die Plattform auch unter unterschiedlichen realen Bedingungen zuverlässig funktionieren.

Hinzu kommt die permanente Weiterentwicklung. Viele Probleme erkennt man erst dann, wenn echte Nutzer eine Funktion unter ganz unterschiedlichen Bedingungen verwenden.

Deshalb gehören Monitoring, Tests, Fehleranalyse und kontinuierliche Optimierungen genauso zum Aufbau der Plattform wie neue Funktionen.

Was muss Zuschauer.io langfristig anders oder besser machen, damit Nutzer nicht nur neugierig werden, sondern dauerhaft auf der Plattform bleiben?

Eine Installation oder Registrierung allein ist noch kein Erfolg. Entscheidend ist, ob ein Nutzer am nächsten Tag und auch Wochen später noch einen Grund hat, zurückzukommen.

Dafür müssen mehrere Dinge zusammenspielen: interessante Creator, aktive Communities, gute Discovery, zuverlässige Technik, geringe Latenz, einfache Bedienung, Moderation und erreichbarer Support.

Genauso wichtig finde ich, unnötige Hürden zu vermeiden. Deshalb verzichten wir beispielsweise auf Werbung innerhalb der App und darauf, normale Funktionen hinter kostenpflichtigen Freischaltungen zu verstecken.

Langfristig müssen Nutzer außerdem merken, dass ihr Feedback ernst genommen wird. Wenn eine Community immer wieder dieselben Probleme oder Wünsche äußert, muss eine junge Plattform bereit sein, darauf zu reagieren.

Ich glaube deshalb nicht, dass Nutzerbindung durch eine einzige große Funktion entsteht. Sie entsteht durch viele kleine Dinge, die zusammen dafür sorgen, dass sich Nutzer gerne auf einer Plattform aufhalten und das Gefühl haben, Teil ihrer Entwicklung zu sein.

Welche Vision verfolgen Sie mit Zuschauer.io, und welche nächsten Entwicklungen sind für die Plattform geplant?

Unsere Vision ist, Zuschauer.io langfristig als eigenständige Livestreaming-Community aufzubauen, die zunächst im deutschsprachigen Markt wächst und sowohl neuen als auch etablierten Creatorn Möglichkeiten bietet.

Dabei wollen wir nicht einfach möglichst viele Funktionen hinzufügen, sondern Livestreaming flexibler, direkter und einfacher machen.

Neben dem mobilen Streaming entwickeln wir die Möglichkeiten für Creator kontinuierlich weiter. Dazu gehört beispielsweise, Livestreaming auch über den PC und professionelle Streaming-Software wie OBS zugänglicher zu machen.

Gleichzeitig wollen wir bestehende Bereiche weiter verbessern – unter anderem Discovery, Community-Funktionen, Moderation, technische Stabilität und die Interaktion zwischen Creator und Zuschauer.

Langfristig soll Zuschauer.io eine Plattform sein, auf der sich Menschen nicht nur zufällig für einige Minuten in einem Livestream begegnen, sondern echte Communities entstehen können.

Unser Fokus liegt dabei zunächst klar auf dem deutschsprachigen Markt. Wenn dort eine stabile Community und ein starkes Produkt entstehen, kann man langfristig auch über weitere Märkte nachdenken.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die eine digitale Plattform in einem von internationalen Konzernen dominierten Markt aufbauen möchten?

Erstens: Nicht versuchen, einen großen Wettbewerber einfach zu kopieren. Wenn ein Unternehmen wesentlich größer ist, gewinnt man nicht dadurch, dass man dasselbe Produkt mit weniger Ressourcen baut. Man braucht eigene Gründe, warum Nutzer das Produkt ausprobieren und langfristig verwenden sollten.

Zweitens: So früh wie möglich mit echten Nutzern arbeiten. Auf dem Papier wirken viele Ideen logisch. Erst wenn Menschen das Produkt tatsächlich verwenden, zeigt sich, welche Funktionen wichtig sind, wo Nutzer abspringen und welche Probleme man vorher überhaupt nicht gesehen hat.

Drittens: Durchhalten und kontinuierlich verbessern. Gerade Plattformen und Communities wachsen selten über Nacht. Technik, Nutzergewinnung und Community-Aufbau benötigen Zeit. Viele Fortschritte entstehen nicht durch einen einzelnen großen Durchbruch, sondern durch sehr viele kleine Verbesserungen.

Bildcredits privat

Wir bedanken uns bei Zuschauer.io für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Höhle der Löwen Produkte 2026 – alle Deals im Überblick

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Die Loewen: Frank Thelen, Judith Williams, Andreas W. Herb, Dagmar Woehrl und Ralf Duemmel (v.li.) Höhle der Löwen Produkte 2026 – alle Deals im Überblick
Die Loewen: Frank Thelen, Judith Williams, Andreas W. Herb, Dagmar Woehrl und Ralf Duemmel (v.li.)

Stand: Montag, 14.09.2026 – wird jeden Montag mit den Produkten der neuesten Folge aktualisiert.

Hier findet ihr alle Startups, Produkte und Deals aus „Die Höhle der Löwen“ – diese Übersicht wird jeden Montag um die neuesten Pitches ergänzt. Die aktuellste Folge steht immer ganz oben. Ältere Folgen bleiben darunter erhalten.

📅 Woche vom 14.09.2026

In der zweiten Folge gab es gleich mehrfach Neues zu erleben: Mit Johannes Kliesch stieß ein weiterer neuer Investor zur Löwen-Runde, außerdem traten zwei Startups erstmals im direkten Battle-Format gegeneinander an. Insgesamt stellten sich fünf Gründer-Teams der Jury – von individuell angepassten BHs bis zur neu erfundenen Haarklammer.

Cupped aus Frankfurt am Main

Gründerin: Anna Lu (36) Angebot: 200.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile Anwesende Löwen: Judith Williams, Janna Ensthaler, Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel, Johannes Kliesch

Für Neu-Löwe und Socken-Unternehmer Johannes Kliesch war es gleich der Einstand mit einem heiß diskutierten Pitch: Ex-McKinsey-Beraterin und frühere Emma-Matratzen-Produktchefin Anna Lu stellte mit Cupped individuell angepasste BHs vor, deren Passform per eigens entwickeltem Algorithmus auf die Körperform zugeschnitten wird. Mit über 1.000 Kundinnen, nur sieben Prozent Retourenquote sowie rund 90.000 Euro Umsatz und 50.000 Euro Gewinn in den ersten Monaten konnte die Gründerin wirtschaftlich überzeugen. Bei der Bewertung gingen die Meinungen der Löwen jedoch auseinander: Mehrere Investoren stiegen aus, am Ende entwickelte sich ein Duell zwischen Judith Williams und Johannes Kliesch um Anteile und Strategie.

plümoBaum aus Wuppertal

Gründer: Benjamin Koch (44) und Yavuz Akbas (51) Angebot: 200.000 Euro für 17,5 Prozent der Firmenanteile Anwesende Löwen: Judith Williams, Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel, Frank Thelen, Johannes Kliesch

Mit dem plümoBaum präsentierte das Gründerduo ein Belüftungssystem für Bettdecken und Kissen: Über ausziehbare Teleskopstangen und integrierte Luftkanäle wird Feuchtigkeit aus den Bettwaren reduziert, ergänzt durch eine Aromafunktion mit ätherischen Ölen und optionale Klangwelten für die Abendroutine. Unterstützt wurden die Gründer bei der Präsentation von ihren Kindern Amelie und Yunis. Trotz umfangreicher technischer Entwicklung und Tests sowie großem Potenzial in Privathaushalten und der Hotelbranche mussten Koch und Akbas die Löwen erst von ihrem Konzept überzeugen.

Battle: IRISgo vs. Mellow Rush

Erstmals traten zwei Startups im direkten Battle-Format an: Nur 60 Sekunden Zeit, um die Löwen zu überzeugen – wer gewinnt, erhält weitere Pitch-Zeit und damit die Chance auf einen Deal.

IRISgo aus CH-Horw – Manuel Laurice Borer (33) und Fabian Christmann (32), gegründet 2020, präsentierten einen Thermobecher mit innovativem Iris-Verschlussmechanismus. Angebot: 500.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

Mellow Rush aus Stuttgart – Simone Lafargue (42), gegründet 2025, stellte einen alkoholfreien Botanical Drink vor. Angebot: 250.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.

Anwesende Löwen im Battle: Judith Williams, Janna Ensthaler, Ralf Dümmel, Frank Thelen, Andreas W. Herb

Wunderdressing aus Nerdlen

Gründer: Stefano Suich (63) Angebot: 200.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile Anwesende Löwen: Dagmar Wöhrl, Judith Williams, Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel, Frank Thelen

Für prominente Unterstützung sorgte Spitzenkoch Johann Lafer, der seinen langjährigen Freund Stefano Suich persönlich in die Höhle begleitete. Dessen Wunderdressing ist ein Zweikomponentendressing aus verschiedenen Essig- und Ölkombinationen, das erst kurz vor dem Verzehr geschüttelt wird. Carsten Maschmeyer half – mit Kochmütze und Schürze ausgestattet – bei der Verkostung mit. Geschmacklich überzeugte das Produkt die Löwen auf Anhieb, bei Zahlen und Firmenstruktur wurde die Stimmung dann deutlich kritischer.

ivyclip aus München

Gründerin: Leonie Neisinger (32) Angebot: 150.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile Anwesende Löwen: Judith Williams, Janna Ensthaler, Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel, Johannes Kliesch

Aus einem persönlichen Alltagsproblem beim Stillen ihrer Tochter entwickelte Leonie Neisinger eine flexible, biegsame Haarklammer, die sich der Kopfform anpasst und dadurch auch im Liegen bequem bleibt. Für einen Lacher sorgte ein spontaner Produkttest: Ralf Dümmel und Johannes Kliesch zogen sich Perücken an, um die Klammer im eigenen Haar auszuprobieren. Produkt, Zahlen und Gründerin überzeugten schließlich alle fünf Löwen – besonders für Aufsehen sorgte SNOCKS-Gründer Johannes Kliesch mit einem Angebot ganz ohne Anteile.

📅 Woche vom 07.09.2026

In dieser Folge saß mit Andreas W. Herb erstmals ein neuer Investor in der Löwen-Runde und mischte gleich kräftig im Bieterkampf mit. Fünf Startups stellten sich der Investoren-Runde – von cleveren Alltagshelfern über bewegende Gründergeschichten bis hin zum Comeback eines Höhle-der-Löwen-Urgesteins.

sauberdropz aus A-Weiler

Gründer: Andreas Berger (44) und Fabian Berger (21) Angebot: 65.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile Anwesende Löwen: Dagmar Wöhrl, Judith Williams, Ralf Dümmel, Frank Thelen, Andreas W. Herb

Vater und Sohn Berger aus Österreich präsentierten mit sauberdropz biologisch abbaubare Reinigungstabs für wiederverwendbare Trinkflaschen. Das Produkt kam bei den Löwen sofort gut an: Ralf Dümmel zeigte sich vom Produkt begeistert, auch Dagmar Wöhrl bekundete früh Interesse und stieg direkt mit einem Angebot ein. Besonders spannend wurde es, als sich Dümmel und Frank Thelen zusammentaten, um mit gebündelter Handels- und Markenexpertise anzutreten. Neu-Löwe Andreas Herb ließ sich davon aber nicht abschrecken. Er lieferte sich mit seinem Netzwerk aus der Getränke- und Gastronomiebranche ein intensives Duell mit Thelen um Marke, Handel und Vertrieb.

KORALLS aus Köln

Gründerin: Kaschma Bakhtiar (38) Angebot: 150.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile Anwesende Löwen: Judith Williams, Dagmar Wöhrl, Ralf Dümmel, Frank Thelen, Andreas W. Herb

Eine der bewegendsten Geschichten der Woche lieferte Kaschma Bakhtiar mit ihrem Haaröl-Startup KORALLS. Nach einer Fehlgeburt, hormonellen Veränderungen und einer Schilddrüsenunterfunktion verlor die Gründerin büschelweise Haare – aus dieser persönlichen Krise heraus entwickelte sie ein Haaröl aus 17 Pflanzenölen, inspiriert von den Schönheitsritualen ihrer Großmutter. Neben der emotionalen Geschichte überzeugten vor allem starke Umsätze, eine aktive Community und ambitionierte Internationalisierungspläne. Für Lacher sorgte ein Sketch von Judith Williams, die Andreas Herb kurzerhand als Testperson für eine Kopfhautmassage einspannte. Am Ende lagen mehrere Angebote auf dem Tisch. Die Gründerin musste sich zwischen Beauty-Expertise und internationalem Handelsnetzwerk entscheiden.

Piesel Piepser aus Erkrath

Gründer: Elke Osthoff (66) und Marlon Osthoff (63) Angebot: 100.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile Anwesende Löwen: Janna Ensthaler, Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel, Frank Thelen, Andreas W. Herb

Seit rund 30 Jahren arbeitet das Ehepaar Osthoff an seinem medizinischen Hilfsmittel Piesel Piepser, das Kindern beim Trockenwerden helfen soll. Trotz erwiesener Wirksamkeit und Kostenerstattung durch Krankenkassen blieb der große kommerzielle Durchbruch bislang aus. Der Pitch war emotional aufgeladen: Krankheit, finanzielle Rückschläge und fehlende Vertriebswege hatten das Gründerpaar über die Jahre immer wieder ausgebremst. Die Löwen reagierten mit spürbarem Respekt und Verständnis für die Nervosität der Gründerin. Einige Investoren räumten offen ein, fachlich nicht die richtigen Partner zu sein – am Ende entstand dennoch eine überraschende gemeinsame Idee.

Naturally Naughty aus Berlin

Gründer: Ingwer Sörensen (49) mit Micaela Schäfer (42) Angebot: 75.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile Anwesende Löwen: Judith Williams, Janna Ensthaler, Ralf Dümmel, Frank Thelen, Andreas W. Herb

Für den unterhaltsamsten Auftritt der Woche sorgte Ingwer Sörensen mit seinem aphrodisierenden Ingwer-Spray Naturally Naughty, unterstützt von Erotik-Model Micaela Schäfer als Markenbotschafterin. Zwischen Wortwitz und Doppeldeutigkeiten ging es im Kern um ein ernstgemeintes Geschäftsmodell. Die Löwen fragten kritisch nach Marktpotenzial, Positionierung und bisherigen Verkaufszahlen, was streckenweise zu hitzigen Diskussionen führte.

Ding Dong Ping Pong aus Berlin

Gründer: Waldemar Zeiler (44) und Kian Pariwar (43) Angebot: 500.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile Anwesende Löwen: Dagmar Wöhrl, Janna Ensthaler, Carsten Maschmeyer, Ralf Dümmel, Frank Thelen

Zehn Jahre nach seinem legendären „Einhorn“-Pitch kehrte Serien-Gründer Waldemar Zeiler zurück in die Höhle – diesmal mit vollautomatisierten Tischtennis-Clubs samt digitalem Buchungssystem. Vor dem eigentlichen Pitch lieferten sich die Löwen selbst ein Rundlauf-Match mit vollem Einsatz. Vor allem Tischtennis-Fan Frank Thelen zeigte großes Interesse am Konzept. Kritisch diskutiert wurde am Ende jedoch weniger die Idee selbst als die ambitionierte Unternehmensbewertung.

FAQ zu Höhle der Löwen Produkte 2026

Welche Produkte waren in der aktuellen Folge von Höhle der Löwen zu sehen?

In dieser Woche pitchten fünf Startups: sauberdropz (Reinigungstabs für Trinkflaschen), KORALLS (Haaröl), Piesel Piepser (medizinisches Hilfsmittel für Kinder), Naturally Naughty (Ingwer-Spray) und Ding Dong Ping Pong (Tischtennis-Clubs).

Wer ist der neue Löwe in der aktuellen Staffel?

Getränkeunternehmer Andreas W. Herb feierte sein Debüt als Investor und war in mehreren Pitches der Woche aktiv im Bieterkampf involviert. In Folge 2 stieß mit Johannes Kliesch (SNOCKS-Gründer) ein weiterer neuer Investor zur Runde.

Welches Startup hat den höchsten Deal ausgehandelt?

Höchster Deal der Woche: IRISgo mit 500.000 Euro für zehn Prozent.

Wie oft wird dieser Artikel aktualisiert?

Dieser Beitrag wird jeden Montag um die Produkte und Deals der neuesten Folge ergänzt.

Was ist das Battle-Format bei Höhle der Löwen?

Zwei Startups treten mit je 60 Sekunden gegeneinander an, nur der Gewinner erhält weitere Pitch-Zeit vor den Löwen.

Fazit

Die aktuelle Folge von Höhle der Löwen zeigte einmal mehr, wie unterschiedlich die Wege in die Sendung sein können: von einem cleveren Alltagsprodukt über eine zutiefst persönliche Gründergeschichte bis zum Comeback eines bereits etablierten Unternehmers. Mit Andreas Herb hat die Löwen-Runde zudem spürbar neue Dynamik bekommen. Welche Startups sich in den Verhandlungen am Ende tatsächlich einen Deal sichern konnten, erfahrt ihr wie gewohnt in der Ausstrahlung – und alle neuen Produkte der kommenden Folgen jeden Montag hier in diesem Artikel.

Foto/Quelle: RTL

Serwas Technologies: GreenTech holt Pre-Seed für Server-Wärme

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Serwas: Rechenleistung und Wärme intelligent verbinden Teamfoto Serwas_(c) privat

Serwas Technologies sichert sich sechsstelliges Pre-Seed Investment

Innsbrucker GreenTech Startup verbindet Rechenleistung mit Wärmeversorgung und plant weiteres Closing im Oktober

Das Innsbrucker GreenTech Startup Serwas Technologies hat das erste Closing seiner Pre Seed Finanzierungsrunde über knapp 300.000 Euro erfolgreich abgeschlossen.

Angeführt wird die Finanzierungsrunde von Gateway Ventures als Lead Investor. Beteiligt sind zudem Business Angels aus dem Pioneers Club sowie das MCI Innsbruck. Im Rahmen eines für Oktober geplanten Second Closings soll die Runde gezielt um weitere Investoren erweitert und zusätzliches Kapital für den weiteren Ausbau aufgenommen werden.

Serwas betreibt dezentrale Serverinfrastruktur und stellt die darauf verfügbare Rechenleistung externen Unternehmen zur Verfügung. Die beim Betrieb entstehende Abwärme wird gleichzeitig zur Wärmeversorgung von Gebäuden genutzt. Mit dem eingesammelten Kapital sollen weitere Standorte erschlossen und der erste Standort in einem Innsbrucker Hallenbad weiter ausgebaut werden.

Rechenleistung und Wärmeversorgung miteinander verbinden

Serwas platziert seine Server direkt in Gebäuden mit konstant hohem Wärmebedarf, etwa Schwimmbädern, Hotels, Pflegeeinrichtungen und größeren Wohnanlagen. Eine eigens entwickelte Kühltechnologie ermöglicht es, die beim Betrieb entstehende Wärme direkt aus den Servern abzuführen und für Heizung und Warmwasserbereitung zu nutzen.

Serwas betreibt die Server selbst und übernimmt die Integration in die bestehende Wärmeinfrastruktur der Gebäude. Die erzeugte Rechenleistung wird externen Unternehmen zur Verfügung gestellt. Damit verbindet das Unternehmen zwei Bereiche, deren Bedeutung in den kommenden Jahren weiter zunehmen dürfte: den wachsenden Bedarf an Rechenleistung und die nachhaltige Wärmeversorgung von Gebäuden.

„Wir wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die dabei entstehende Wärme direkt gebraucht wird. Server sollen künftig nicht nur rechnen, sondern gleichzeitig Gebäude beheizen. Mit dem neuen Kapital wollen wir unseren ersten Standort weiter ausbauen und das Konzept auf weitere Gebäude übertragen“, sagt Timo Berkmann, Co Founder von Serwas Technologies.

„Serwas verbindet zwei Märkte, die in den kommenden Jahren massiv an Bedeutung gewinnen werden: Rechenleistung und nachhaltige Energieversorgung. Besonders überzeugt uns der dezentrale Ansatz, weil neue Rechenkapazitäten dort aufgebaut werden können, wo die entstehende Wärme unmittelbar genutzt wird. Wir sehen großes Potenzial in diesem Modell und freuen uns, Serwas als Lead Investor beim weiteren Wachstum zu begleiten“, sagt Markus Kainz, Gründer und CEO von Gateway Ventures.

Wachsender Bedarf an Rechenleistung

Insbesondere durch den zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz wächst der Bedarf an Rechenleistung stark. Gleichzeitig wird der Ausbau klassischer Rechenzentren durch hohe Anforderungen an Stromanschlüsse, begrenzte Netzkapazitäten und lange Planungszeiten zunehmend erschwert.

Serwas verfolgt deshalb einen dezentralen Ansatz und nutzt bestehende Gebäude als Standorte für Serverinfrastruktur. Dadurch können neue Rechenkapazitäten dort aufgebaut werden, wo bereits geeignete Infrastruktur und ein kontinuierlicher Wärmebedarf vorhanden sind. Das ermöglicht einen schnelleren Ausbau, ohne neue große Rechenzentren an wenigen zentralen Standorten errichten zu müssen.

Serverwärme für Heizung und Warmwasser

Ein weiterer Vorteil liegt in der Nutzung der beim Betrieb entstehenden Wärme. Während diese in klassischen Rechenzentren meist aufwendig abgeführt werden muss, wird sie bei Serwas direkt für Heizung und Warmwasserbereitung eingesetzt. Dadurch kann die eingesetzte Energie doppelt genutzt werden.

Für Gebäudebetreiber können so Heizkosten und CO₂ Emissionen reduziert werden. Gleichzeitig sinkt der zusätzliche Energiebedarf für die Kühlung der Server.

Weitere Standorte sollen erschlossen werden

Der erste Standort des Unternehmens befindet sich bereits in einem Innsbrucker Hallenbad. Mit dem Kapital aus dem ersten Closing soll dieser Standort weiter ausgebaut werden.

Parallel dazu will Serwas weitere geeignete Gebäude erschließen und das Modell schrittweise skalieren.

Serwas will Digitalisierung damit zu einem Teil der Energiewende machen: Rechenleistung soll dort entstehen, wo auch die dabei entstehende Wärme sinnvoll genutzt werden kann.

Teamfoto Serwas (c) privat

Quelle Serwas Technologies FlexCo

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