Montag, Mai 18, 2026
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Geht Stockbrot auch ganz ohne Lagerfeuer?

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Brot-Stöcki Stockbrot Backofen einfache Zubereitung Beim Battle präsentiert Christian Nowak mit „Brot Stöcki“ Stockbrot ohne Feuer. Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Brot-Stöcki ermöglicht Stockbrot im Backofen und wird am 23. März 2026 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist Brot-Stöcki entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Das noch zu gründende Startup ist in der Entstehung, weil mich meine Familie und sehr gute Freunde dazu ermutigt haben, an mich und meine Idee zu glauben. Alle, denen ich die Brot-Stöcki vorgestellt habe, waren davon überzeugt. Als ich nach langer Recherche kein vergleichbares Produkt gefunden habe bzw. keines, welches mein Problem hätte lösen können, war die Entscheidung gefallen. Wenn mein näheres Umfeld und sogar ich als perfektionistischer Mensch es gut findet, ist es gut und es lohnt sich, die Reise mit all den Hindernissen auf sich zu nehmen, auch wenn ich bis zum heutigen Tage alles allein bewältige. Natürlich schaut meine Frau nochmal drüber.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung von Brot-Stöcki? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Das Problem bestand darin, dass ich meiner großen Tochter ein Versprechen gegeben habe, nämlich samstags abends Stockbrot zu machen. Dieses konnte ich aber unter den gegebenen Bedingungen nicht einhalten, da meine Frau kurzfristig auswärts war. Mir war das Risiko zu groß, meine Tochter allein an einem Feuer sitzen zu lassen, falls die kleine Schwester aufwacht und ich sie wieder in den Schlaf bringen muss. Ein weiteres Problem liegt in der Zubereitung. Die meisten denken bei der Herstellung von Stockbrot an ein Lagerfeuer. Dieses ist auch ein schöner Gedanke, aber nicht ganz richtig. Das Feuer an sich ist nicht gut geeignet, um ein Brot zu backen. Im Grunde sollte es eine extra Glutstelle geben, damit das Brot durch indirekte Hitze gart und nicht über dem Feuer.

Denn durch die zu hohe Hitze des Feuers wird das Stockbrot von außen schwarz und innen bleibt es oft noch roh. Also heißt es, Feuer anzünden und warten bis genügend Glut vorhanden ist. Anschließend muss die Glut separiert werden, damit darüber das Stockbrot gart und man trotzdem noch ein Feuer genießen kann. Ein sehr großer Aufwand! Demensprechend hatte ich freitags eine schlaflose Nacht und überlegte, wie ich mein Versprechen einhalten konnte, um meine Tochter glücklich zu machen. Schlussendlich ist in dieser Nacht in meinem Kopf der Prototyp der Brot-Stöcki entstanden. Nachdem ich Samstagvormittag alle Materialien zusammen hatte, fertigte ich gemeinsam mit meiner Tochter den ersten Prototyp. Das Ergebnis war ein sehr glückliches Kind, das abends einen Film schauen durfte und nicht nach Rauch riechend, glücklich mit einem mit Bockwurst bestücktem Stockbrot auf der Couch gesessen hat.

Was macht das Konzept oder die Technologie von Brot-Stöcki besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Das besondere an der “Technologie“ ist, dass es kein ähnliches Produkt gibt, welches ein aufrechtes Backen eines Teigrohlings ermöglicht. Aus diesem Grund besitze ich ein eingetragenes Gebrauchsmuster und die Patentanmeldung für Deutschland sowie die PCT-Anmeldung sind eingereicht und befinden sich derzeit in Prüfung. Durch die Möglichkeit des aufrechten Backens ist es problemlos möglich, min. 18 große bzw. 24 kleine Stockbrote gleichzeitig im Backofen herzustellen. Da die Stöckis aus Holz gefertigt sind, wird die Wärme des Ofens in so einem Maß aufgenommen, dass der Teig im Inneren (der um den Stock gewickelt ist) gart und dabei schön locker bleibt. Wenn man ein gut leitendes Material, wie z.B. Metall benutzen würde, würde der Teig von innen zu schnell hohe Hitze abbekommen, sodass er nahezu die gleiche Krossheit der äußeren Struktur aufweisen würde. Ein von innen krosses Brot, das keine Soßen aufnehmen kann, möchte ich nicht haben.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt von Brot-Stöcki den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Konkret gibt es für mich mehrere große Vorteile.
Der erste Vorteil bezieht sich auf die Menschen, die keine Möglichkeit haben, ein Stockbrot zubereiten zu können. Oftmals ist es nicht erlaubt, ein Feuer zu machen oder man lebt in einer Umgebung ohne eigenem Garten (in der Stadt). Wenn dies der Fall ist, hat man nur eine schöne Erinnerung aus seiner Jugend, wenn man Glück hat. Ich habe aber in letzter Zeit auch viele Menschen kennengelernt, die mit dem Begriff Stockbrot nichts anfangen konnten und erst mit Mitte 40 ihr erstes Stockbrot durch mich genießen konnten.

Weitere Vorteile bestehen darin, dass man durch das Garen im Backofen immer ein nahezu perfektes Ergebnis erzielen kann. Auch kann man zu jeder Jahreszeit und jedem Wetter sein eigens kreiertes Brot genießen ohne großen Aufwand oder Küchenmaschinen. Egal, ob naturell oder beispielweise verfeinert mit Röstzwiebeln, getrockneten Tomaten oder als süße Leckerei mit einer Kruste aus braunem Zucker bzw. einer Füllung mit einer Nuss-Nougat-Creme. Ferner ist es möglich, die Grundplatten so zu kennzeichnen, dass man genau weiß, wem welches Brot gehört und man dadurch keine Bedenken haben muss. Stichwort Allergien, Unverträglichkeiten oder einfach nur die Gewissheit, dass man selbst nur sein eigens hergestelltes Produkt verzehrt.

Ein weiterer Vorteil bei der Art der Herstellung des Stockbrotes ist meiner Meinung nach die kindliche Förderung. Meine Kinder haben durch die Brot-Stöcki erstmals live und bewusst gesehen, wie ein Brotteig entsteht. Im Anschluss wird die Motorik gefördert, da die Kinder versuchen, den Teig schön und gleichmäßig auf den Stab zu wickeln. Das Schöne hierbei ist, dass selbst kleine Kinder mit geringer Unterstützung vom Anfang bis zum Ende den gesamten Ablauf fast selbstständig bewältigen können.
Durch die Einfachheit des Produktes ist der Einsatz nicht nur in privaten Haushalten vorstellbar. Mögliche Einsatzorte könnten aus den genannten Gründen auch Kitas, Berufs-/Schulen oder Seniorenresidenzen sein.

Wie wurde das Produkt von Brot-Stöcki entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Der Prototyp der Brot-Stöcki wurde von mir, mit tatkräftiger Unterstützung meiner großen Tochter, (durch Bohren und Sägen) in Kleinarbeit auf unserer Terrasse und Garage entwickelt. Den Feinschliff hat das Produkt schlussendlich durch viel Probieren, Recherche und schlaflose Nächte bekommen. Nachdem der erste, für mich gute, Prototyp fertiggestellt war, habe ich diesen meiner Familie, Freunden und Bekannten gezeigt und vorgeführt. Es gab durchweg nur sehr gutes Feedback. Keiner hatte bis zu diesem Zeitpunkt damit gerechnet, dass es möglich ist, das eine Person in so kurzer Zeit so viele Stockbrote herstellen kann (ca. 60 Stück in einer Stunde). Aus diesem Grund bin ich in die Details gegangen und konnte ein fertiges Produkt präsentieren.

Welche Vision verfolgt Brot-Stöcki? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Meine Vision ist es, dass jeder jederzeit sein eigenes und individuell gestaltetes Stockbrot genießen kann, ohne auf einen Garten, ein offenes Feuer oder das Wetter angewiesen zu sein.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Zu dieser Frage fällt mir ein das Sprichwort ein. Schuster, bleib bei deinen Leisten. Aus diesem Grund suche ich einen Investor/ Mentor, der mich und mein Produkt begleitet und mir die passenden Schuhe anfertigt, damit ich auf langfristige Sicht erfolgreich und sicher als Unternehmer bestehen kann.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Wie in der vorherigen Frage beschrieben, wünsche ich mir einen Mentor der Erfahrung, Wissen, Kontakte und Working Capital beisteuert. Dadurch würde mein Produkt einen Push bekommt, den ich alleine niemals erreichen könnte. Eine zündende Idee zu haben ist wertvoll, aber die Umsetzung muss auch stimmen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Dranbleiben! Dranbleiben! Und dranbleiben!
Auch, wenn man eine sehr schwierige Zeit erlebt, niemals aufgeben und weiter an seinen Traum glauben. Niemand sollte sich jemals für andere verbiegen, auch dann nicht, wenn man durch seine offene und ehrliche Art von Firmen keine Angebote bekommt oder sogar den Räumlichkeiten verwiesen wird, weil man nicht der „typische Unternehmer“ ist. Es ist wichtig, sich Feedback von Familie, Freunden und neutralen Personen einzuholen, um sich z.B. nicht mit Fragen zu quälen, die ggf. nicht relevant sind. Sehr wertvoll ist es, vor allem in stressigen Zeiten, achtsam mit sich umzugehen und Pausen einzulegen und diese nicht als Schwäche anzusehen. Denn unsere Gesundheit ist unser höchstes Gut!

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Lasst euch nicht von eurer Vision abbringen. Glaubt an euch und geht achtsam mit euch um.

Sehen Sie Brot Stöcki am 23. März 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Beim Battle präsentiert Christian Nowak mit „Brot Stöcki“ Stockbrot ohne Feuer. Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Christian Nowak für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Kann Kaffee auch ganz ohne Bohnen überzeugen?

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Rootery Kaffeekapseln Nachhaltigkeit Alternative Angelina Widmann präsentiert mit „Rootery Coffee“ Kaffeekapseln aus Wurzelgranulat. Sie erhofft sich ein Investment von 85.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Rootery entwickelt nachhaltige Kaffeekapseln und wird am 23. März 2026 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist Rootery entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Die Idee für Rootery Coffee entstand, als ich mit etwa 15 Jahren von den sozialen und ökologischen Missständen in der Kaffeekapsel- und Kaffeeindustrie schockiert war und mir dachte: Wenn es Fleisch ohne Tier gibt, warum dann nicht Kaffeekapseln ohne Bohne? Ich habe nach Alternativen gesucht, keine gefunden und dann beschlossen, das selbst umzusetzen, weil mich das Start-Up Milieu immer schon interessiert hat und ich das Problem und die Lösung klar vor mir hatte. Bei der Recherche bin ich auf Zichorienwurzel gestoßen, eine Pflanze, die beim Rösten kaffeeähnliche Aromen entwickelt, und habe daraus Schritt für Schritt ein kapseltaugliches Produkt entwickelt.

Begonnen hat das in meinem Kinderzimmer, was ziemlich viele Gerätschaften wie eine Röstmaschine und Mühle erforderte und Chaos gestiftet hat. an einem Punkt wo klar war: „Das funktioniert“ habe ich dann Partner für die Produktion gesucht und gefunden. Meine Mutter war sehr erleichtert, dass das Experimentieren in der Wohnung ein Ende hatte. Als schockiertes Kind von damals bin ich mittlerweile 19 Jahre alt, studiere Jura und Bio und spiele American-und Flag Football. Rootery wird zur Zeit noch von mir alleine geführt.

In welcher Branche ist Rootery tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Rootery ist in der Food-/Getränkebranche tätig, konkret im Bereich Kaffee/Convenience (Kapseln) – mit starkem Fokus auf Nachhaltigkeit und Social Impact. Das Geschäftsmodell basiert auf dem Verkauf der Kapseln im B2C (v. a. über den eigenen Onlineshop, perspektivisch auch mehr Handel) und zusätzlich auf B2B-Absatz an Unternehmen wie Hotels oder Gastronomie. Ein zentrales Merkmal ist außerdem das 1:1-Impact-Prinzip: Pro verkaufter Packung wird eine Mahlzeit für ein Kind in Not finanziert.

Was macht das Konzept oder die Technologie von Rootery besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Innovativ ist vor allem die technische Umsetzung als kapseltaugliche Mischung, weil frühere Ansätze oft an verstopften Kapseln gescheitert sind.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet das ganz konkret: unkomplizierter Kaffeegenuss auf Knopfdruck, aber ohne Bohnen, ohne Koffein und mit einem deutlich nachhaltigeren Gesamtpaket. Rootery ist gut verträglich und „good for the gut“, weil Zichorie traditionell auch als Heilpflanze bekannt ist und natürliche Inhaltsstoffe wie Inulin enthält. Im Alltag hebt es sich ab, weil man keine Kompromisse zwischen Convenience, Gesundheit/Verträglichkeit und Impact machen muss.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Die Produktentwicklung lief über viele Tests und Iterationen, vom Rohstoff über Röstung und Mischung bis zur Frage, ob die Kapsel zuverlässig durchläuft. Ein großer Meilenstein war der Moment, als es nach sehr vielen Versuchen (gefühlt 100+) endlich kapselgeeignet funktioniert hat, nachdem lange Zweifel da waren. Besonders prägend war auch das Feedback aus den ersten echten Verkäufen: Dass fremde Menschen (nicht aus dem eigenen Umfeld) kaufen und zufrieden sind, war ein starker „Proof“, dass es nicht nur eine Idee ist.

Welche Vision verfolgt das Unternehmen? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Die Vision ist, Kapselkaffee neu zu definieren: kompromisslos, nachhaltig, sozial wirksam und trotzdem massentauglich. In den nächsten Jahren soll Rootery im DACH-Raum und danach in weiteren europäischen Märkten im Handel verfügbar sein und als ernsthafte Alternative neben den etablierten Kapselmarken stehen. Parallel sollen durch Wachstum immer mehr Mahlzeiten finanziert werden und die Produktpalette (z. B. weitere Sorten und perspektivisch auch Varianten mit Koffein bzw. weitere Kaffee-Formate) erweitert werden. Außerdem ist es mir wichtig, als junge Gründerin zu zeigen, was möglich ist, und andere zu motivieren, ihre Ideen ernst zu nehmen.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Ich war und bin der Meinung, dass die Message von Rootery in die Welt hinaus muss und wollte auch unbedingt das ungeschönte Feedback der Löwen und im Idealfall ein Investment. Zwar nicht um jeden Preis, denn es war mir schon wichtig, ein Statement zu setzen, dass bezüglich Nachhaltigkeit und sozialem Impact keine Kompromisse gemacht werden. Auch war mir bewusst, dass ich mit einem Pitch in der Höhle Teenager und junge Menschen inspirieren kann, einen ähnlichen Weg zu gehen, auch wenn sie vielleicht nicht dem Klischeebild eines jungen Gründers/einer jungen Gründerin entsprechen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Ich habe versucht, aus allen Hobbys und Lebensbereichen etwas in Rootery einzuarbeiten, von der Konsequenz aus dem American Football zur Produktfotografie aus meinen Foto-Nebenjobs. Sehr wertvoll war es auch, von Website über Verpackung alles selber zu designen, um Geld zu sparen. Anders hätte ich mir in dem Alter auch nichts aufbauen können.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Der wichtigste Rat an andere Gründer:innen ist: Wenn du eine Lücke siehst und sie dich nicht loslässt, fang an, aber rechne damit, dass es länger dauert, als du denkst, und dass du zig Versionen brauchst. An junge Gründer:innen: Jetzt ist das Alter, in dem man noch Fehler machen darf, die nach Studium und Co. eher nicht so leicht verziehen werden. Go for it. Der Erfahrungsschatz ist unglaublich wertvoll und die ungewohnte Perspektive ist eher eine Bereicherung als eine Schwäche. Und zögere nicht, erfahrene Personen zu kontaktieren, sei es über LinkedIn, auf Events oder sonstige Wege. Wenn die Erfahrung noch nicht da ist, ist Feedback das Wichtigste.

Sehen Sie Rootery Coffee am 23. März 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Angelina Widmann präsentiert mit „Rootery Coffee“ Kaffeekapseln aus Wurzelgranulat. Sie erhofft sich ein Investment von 85.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile.
Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Angelina Widmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Was passiert, wenn Medikamente einfach vergessen werden?

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ANABOX Medikamenteneinnahme Angehörige MedTech Lösung Bild: Pitch "Anabox smart" V.l.: Robert Gühne, Chris Walter, Daniel Böber und Jürgen Burkert präsentieren den digitalen Medikamente Spender „Anabox smart“. Sie erhoffen sich ein Investment von 180.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile. Seniorin Jutta unterstützt sie bei dem Pitch und repräsentiert die Zielgruppe. Bildcredits/ Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

ANABOX unterstützt Medikamenteneinnahme für Angehörige und wird am 23. März 2026 in Die Höhle der Löwen pitchen

Wie ist ANABOX entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Die ANABOX smart ist aus einem sehr persönlichen Ausgangspunkt entstanden. Ich habe mich im Rahmen eines Uni-Projekts zum ersten Mal intensiver mit dem Thema Medikamenteneinnahme beschäftigt, weil ich aus der eigenen Familie gesehen habe, wie schwer das im Alltag werden kann.
Meine Oma hatte Parkinson und musste viele Medikamente einnehmen. Sie hat aber noch selbstständig gelebt.
Für uns als Angehörige war es oft nicht nachvollziehbar, ob sie ihre Medikamente zur richtigen Zeit eingenommen hat. Hinter dem Unternehmen stehen wir Gründer Robert Gühne, Chris Walter und Daniel Böber. Wir bringen Softwareentwicklung, Design, Maschinenbau, Elektronik und Produktentwicklung zusammen. Gemeinsam mit unserem Partner anmed konnten wir daraus Schritt für Schritt ein marktfähiges Medizinprodukt machen.

In welcher Branche ist ANABOX tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Wir sind im Bereich Digital Health beziehungsweise MedTech tätig. Unser Geschäftsmodell verbindet Hardware, Software und Service: also die smarte Medikamentenbox selbst, die dazugehörige App und die digitale Begleitung rund um Einrichtung, Medikationspläne und Benachrichtigungen. Uns war von Anfang an wichtig, kein technisches Gimmick zu bauen, sondern eine alltagstaugliche Lösung für Familien, pflegende Angehörige und perspektivisch auch professionelle Versorgungspartner.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung von ANABOX? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Am Anfang stand das Problem der regelmäßigen Medikamenteneinnahme. Wer mehrere Medikamente am Tag nehmen muss, weiß, wie schnell im Alltag etwas durcheinandergeraten kann. Für viele Angehörige ist das eine ständige Sorge. Genau da haben wir eine große Lücke gesehen: Es gab entweder klassische, analoge Lösungen oder komplizierte Technik, aber wenig, was bezahlbar und für ältere Menschen geeignet ist.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Besonders ist für mich, dass wir einen vertrauten Medikamentendosierer mit moderner Technologie verbinden, ohne ihn unnötig kompliziert zu machen. Die ANABOX smart funktioniert direkt nach dem Auspacken, ohne dass vor Ort ein WLAN benötigt wird (sie hat eine SIM-Karte). Sensoren erkennen die Entnahme, die App dokumentiert die Vorgänge in Echtzeit und Angehörige werden informiert, wenn Unterstützung nötig ist. Gleichzeitig achten wir darauf, dass die Technik im Alltag ruhig und verständlich bleibt, also eher unterstützt als überfordert.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Der größte Vorteil ist aus meiner Sicht die Selbstständigkeit der Nutzerinnen und Nutzer möglichst lange zu erhalten. Die Box erinnert optisch und akustisch an die Einnahme, der Becher leuchtet auf, und Angehörige sehen in Echtzeit, ob alles geklappt hat. Das nimmt auf beiden Seiten enorm viel Druck raus. Dazu kommt: Die Bedienung ist bewusst einfach gehalten, der Patient selbst soll von der digitalen Technik selbst möglichst wenig mitbekommen und die Becher sind groß und einfach greifbar.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Am Anfang war es nur ein Uniprojekt, inzwischen hat sich aber einiges verändert.
Besonders wertvoll war das Feedback von Seniorinnen und Angehörigen. Da ging es oft um scheinbar kleine Dinge wie Lichtsignale, Haptik oder die Frage, wie verständlich die App wirklich ist. Für uns war das hilfreich, weil wir das Produkt dadurch viel näher an den Alltag der Menschen bringen konnten.

Welche Vision verfolgt das Unternehmen? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Unser Ziel ist, dass Menschen trotz komplexer Medikation möglichst lange selbstbestimmt in ihrem gewohnten Umfeld leben können. Dafür wollen wir die ANABOX smart weiter verbreiten, die Zusammenarbeit mit Apotheken, Pflege und anderen Versorgungspartnern ausbauen und unsere Technologie konsequent weiterentwickeln. Neben Forschungsprojekten, die auch die Einnahme selbst erkennen sollten, ist vor allem ziemlich viel Bürokratie mit der Zusammenarbeit mit den Krankenkassen zu erledigen.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Die Höhle der Löwen ist für uns die Chance, auf ein Problem aufmerksam zu machen, das sehr viele Familien betrifft und über das trotzdem oft zu wenig gesprochen wird. Wir möchten zeigen, dass Medizintechnik nicht kompliziert oder abschreckend sein muss, sondern ganz konkret im Alltag helfen kann. Im Vordergrund stehen für uns Reichweite, Sichtbarkeit und die Möglichkeit, mit starken Partnerinnen und Partnern den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen, da uns vor allem als kleines Team die Erfahrung im Vertrieb fehlt.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Für uns ist Unterstützung mehr als Kapital. Natürlich würde uns eine Investition helfen, Produktion, Marktausbau und Weiterentwicklung zu beschleunigen. Mindestens genauso wichtig sind für uns aber Erfahrung, strategische Unterstützung und der Zugang zu relevanten Netzwerken im Gesundheits- und Pflegemarkt. Wenn wir dadurch schneller mehr Menschen erreichen und besser versorgen können, wäre das für uns ein riesiger Hebel.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Wir wollen die Bekanntheit der ANABOX smart weiter steigern, unsere Vertriebswege ausbauen und das Produkt kontinuierlich verbessern. Parallel arbeiten wir an zusätzlichen Funktionen und an neuen Entwicklungen rund um sichere und einfache Medikamenteneinnahme. Unser Ziel ist es, Schritt für Schritt eine Lösung aufzubauen, die Nutzerinnen und Nutzer, Angehörige und professionelle Versorgung besser miteinander verbindet.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Hardware-Entwicklung ist ein ganzes Stück komplexer als Software, gerade im Gesundheitsbereich. Außerdem haben wir gelernt, wie wertvoll frühes Nutzerfeedback ist und wie entscheidend starke Partner in Entwicklung, Produktion und Marktzugang sein können.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Mein wichtigster Rat wäre: Sprecht so früh wie möglich mit euren späteren Nutzerinnen und Nutzern und entwickelt nicht an ihren Bedürfnissen vorbei. Sucht euch Partner, die euch wirklich ergänzen, und habt keine Angst vor komplexen Themen wie Regulierung, Fertigung oder Marktzugang. Und vielleicht am wichtigsten: Gründet nicht nur, weil ein Markt spannend klingt, sondern weil euch das Problem wirklich berührt. Diese innere Motivation merkt man später in jeder Entscheidung. Ach ja, und achtet auf die Produktionskosten.

Sehen Sie ANABOX am 23. März 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Pitch „Anabox smart“
V.l.: Robert Gühne, Chris Walter, Daniel Böber und Jürgen Burkert präsentieren den digitalen Medikamente Spender „Anabox smart“. Sie erhoffen sich ein Investment von 180.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile. Seniorin Jutta unterstützt sie bei dem Pitch und repräsentiert die Zielgruppe.
Bildcredits/ Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Chris Walter, Robert Gühne, Daniel Böber und Jürgen Burkert für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie weit kann moderne Hautpflege wirklich gehen?

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After Inject Anti Aging Hautpflege Routine Effekt Laura Valentin präsentiert mit „After Inject“ Hautpflege mit naürlichem Botox-Effekt. Sie erhofft sich ein Investment von 200.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/ Fotograf: RTL / Stefan Gregorowius

After Inject entwickelt natürliche Botox-Alternative für Anti-Aging und wird am 23. März 2026 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist After Inject entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Hinter dem Start Up stehe ich – Laura Valentin – die Gründerin.
Die Idee eine Hautpflege als Alternative zu Botox zu entwickeln, stammt aus einer eigenen Negativerfahrung mit Botox.
Ich habe 2021 parallel zu meinem Polizeibeamtenjob begonnen, „After Inject“ aufzubauen – mit der Idee einer natürlichen Alternative zu Botox. Dafür habe ich privat einen 50.000 Euro Kredit aufgenommen und investiert, weil ich so von meiner Idee überzeugt war.
2022 habe ich meinen Beamtenstatus aufgegeben, um unternehmerisch unabhängiger zu sein und mich stärker auf den Aufbau der Marke zu konzentrieren.
Heute ist daraus eine profitable 7-figure-Brand geworden, die ich als Single Founderin mit Freelancern und Agenturen führe.

In welcher Branche ist After Inject tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Bei After Inject handelt es sich um ein Start Up im Bereich „Medical Skincare“.
After Inject ist klar und spitz positioniert: Wir sind DIE natürliche Botox-Alternative in Form von Hautpflege.
Wir fokussieren uns ausschließlich auf Anti-Aging-Technologien mit botox-ähnlichem Effekt. Keine Akne-Produkte, kein Haircare, keine Trend-Experimente – unser gesamtes Geschäftsmodell dreht sich um sichtbare Glättung, Straffung und langfristige Hautverbesserung. Diese Spezialisierung macht uns deutlich klarer als viele andere Beauty-Brands, die sehr breit aufgestellt sind.

Gleichzeitig positionieren wir uns nicht als „One-Product-Brand“, sondern als Routine-Marke mit additiven Produktportfolio – man kann alle unsere Produkte parallel anwenden und muss nicht zwischen tausend Cremes die richtig für sich auswählen.
Von Anfang an haben wir unserer Community vermittelt, dass Ergebnisse durch konsequente Anwendung entstehen – ähnlich wie beim Sport. Unsere Produkte sind kein Einmalkauf, sondern Teil einer strukturierten Anti-Aging-Routine. Deshalb haben wir früh Abo-Modelle eingeführt, um Kontinuität sicherzustellen und Kunden zu Liebhabern zu machen und langfristig zu begleiten. Ich wollte von Anfang an meinen Kunden einen einfachen Auswahlprozess bieten und ausschließlich Produkte die halten was sie versprechen.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung von After Inject? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Ich hatte mit Mitte 20 selbst meine erste Botox-Behandlung, was für mich eine absolute Negativerfahrung war. Im Anschluss habe ich im Hautpflegebereich nach einer natürlichen Alternative mit ähnlichen Anti-Aging-Ergebnissen gesucht, die es aber zu diesem Zeitpunkt nicht gab. Ich habe viel mit Frauen in meinem Bekannten- und Freundeskreis gesprochen und eine Lücke im Markt wahrgenommen. Ich hatte damals dann einige Wochen recherchiert und konnte für mich auch eine tatsächliche skalierbare Nachfrage für Hautpflege als “Natürliche Botox-Alternative” feststellen und zu diesem Zeitpunkt keine Brand im europäischen Raum die diese Nachfrage in der Art und Weise wie ich es mir vorstellte bediente.

Was macht das Konzept oder die Technologie von After Inject besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Technologie:
Die höhere Wirksamkeit unseres Produktes im Vergleich zum Wettbewerb ist neben unserer Spezialisierung auf den Anti-Aging-Produktbereich, auf unseren geschützten Botulin-Komplex zurückzuführen. Ein Wirkstoffkomplex aus 3 Power-Peptiden die eine ähnliche Wirkweise wie Botox besitzen. Diese 3 Wirkstoffe sind mikroverkapselt in kleinen Kapseln sog. „Liposome“ die aus hautidentischem Material bestehen und so von den Hautbarriere nicht abgestoßen werden, und dadurch tiefer ins Gewebe eindringen können und über mehrere Stunden eine Wirkung erzielen können.

Konzept:
Während viele Skincare-Brands ständig neue Kategorien öffnen (Akne, Haircare, Supplements etc.), bleiben wir radikal beim Thema „botox-ähnlicher Effekt ohne Eingriff“. Dadurch adressieren wir ein zeitloses, globales Problem – Hautalterung ist kein kurzfristiger Hype der wieder abebbt, sondern ein dauerhaftes Bedürfnis.
Das schafft Klarheit in der Positionierung und höhere Wiedererkennbarkeit der Marke.
Wir trimmen unsere Kunden auf Routinen, Disziplin und Kontinuität. Dadurch entsteht planbarer Wiederkauf und eine hohe Retentionrate über Abo-Modelle und Bestandskunden.
Wir sind profitabel und arbeiten mit sehr effizienten Prozessen. Keine aufgeblähte Organisation, keine unnötigen Ausgaben. Das ermöglicht profitables Wachstum, ohne dass Cashflow-Probleme entstehen.
Außerdem setzen wir auf einen Multichannel-Ansatz nicht nur aus Paid Social sondern auch historisch stabilen Kanälen wir Teleshopping die andere Zielgruppen erschließen.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt von After Inject den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Wir sind extrem spezialisiert und professionalisiert auf den Bereich Anti-Aging-Technologien im Hautpflegebereich.
Im Vergleich zu anderen Brands entwickeln wir nicht noch zusätzlich Produkte für Teenager gegen Akne oder gegen dünnes Haar oder Ähnliches, sondern unser Geschäft ist wirklich ausschließlich Hautpflege mit botox-ähnlichem Effekt.
Außerdem haben wir uns schon von Anfang bemüht unserer Community Routinen näher zu bringen, das schafft nicht nur Vertrauen wenn wir neue Produkte launchen sondern lässt die Leute auch verstehen dass After Inject keine Marke für einen Einmalkauf ist, sondern ein Routine-Thema wie eine Sportart oder Ähnliches.
Deswegen haben wir auch ganz früh angefangen Abo-Modelle für unsere Produkte einzuführen, sodass die Kunden immer versorgt sind.

Wie wurde das Produkt von After Inject entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Die Produkte werden von mir und dem Team meines Herstellers in Goch (Familienunternehmen mit über 30 Jahren Erfahrung in der Entwicklung von Hautpflege) hergestellt.
Getestet wurden die Produkte vom renommierten Institut Dermatest. Wir haben extra eine Wirksamkeitsstudie durchführen lassen im Zuge dieser eine Faltenreduktion von 45,1% innerhalb von 4 Wochen festgestellt werden konnte.

Welche Vision verfolgt After Inject? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Anfänglich wollte ich einfach meine Vision von wirklich exzellenten Anti-Aging-Produkten umsetzen, die wirklich die Vorher-Nachher-Ergebnisse erzielen die man sich als Kundin wünscht. Als das dann Früchte getragen hat war meine zweite Motivation ein stabiles profitables Unternehmen aufzubauen das mit sehr schlanken Prozessen, sehr nah am Kunden operiert und in dem es keinen unnötigen Ballast in jedweder Form gibt.
Also etwas im Unterschied zu vielen anderen Brands die mit mir gemeinsam gestartet bin wollte ich nicht auf Biegen und Brechen skalieren und irgendwelche Umsatzzahlen knacken, sondern ich war von Anfang an sehr gewinnorientiert unterwegs weil wir ja auch bootstrapped sind und einfach profitabel sein mussten um weiter zu bestehen.

Meilensteine der nächsten 12 Monate:
Google Ads weiterausbauen (Internationalisierung, mehr Werbevolumen und -budget)
META und Native Ads als zusätzliche Werbekanäle stabil aufbauen
Zu größerem Teleshoppingsender wechseln
Produktportfolio erweitern da bisher alle Launches und neuen Produkte von Kunden hervorragend angenommen wurden.

Warum fiel die Entscheidung, sich mit After Inject bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Vor Allem natürlich um einen passenden Investor oder Investorin im Bereich Kosmetik/Hautpflege zu finden und mit diesem gemeinsam zu wachsen und die Marke zu verbessern, aber auch um den Trust und den PR-Boost durch die Show zu nutzen, um die Marke voranzubringen.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen für After Inject angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Vor Allem benötigte ich Expertise im Bereich Onlinemarketing und Retailerfahrung, da ich vor Allem eine gute Marketingstrategie und -umsetzung für essenziell für den Erfolg einer Marke halte. Außerdem freue ich mich auch über Unterstützung bezüglich der Themen Teamaufbau und Hiring.

Welche nächsten Schritte sind für After Inject nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Mein Plan ist es die bestehenden Umsatzkanäle wie Meta und Google Ads weiter auszubauen und auch neue Kanäle wie z.B. Teleshopping zu erschließen und profitabel zu skalieren. Außerdem möchte wir natürlich die Produktpalette sinnvoll erweitern, um unseren Kunden ein besseres Pflegeerlebnis bieten zu können.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich bei After Inject auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Profitabilität
Eine zentrale Erkenntnis war die Priorisierung von Profitabilität gegenüber reinem Umsatzwachstum um jeden Preis. Gerade im E-Commerce zeigt sich schnell, dass Wachstum ohne tragfähige Unit Economics langfristig zu strukturellen Problemen führt. Früh ein klares Verständnis für Deckungsbeiträge, Customer Acquisition Costs und Wiederkaufsraten zu entwickeln und diese engmaschig zu monitoren, war daher entscheidend.

Routineansatz und Lovebrandaufbau
Darüber hinaus war mir ein systematischer, routinenbasierter Ansatz im Markenaufbau besonders wichtig. Marken wachsen in Zeiten von wachsenden Kosten für Neukundenakquise über eine hohe Retentionrate und echt Communities.
Der Aufbau einer Lovebrand ist kein kreativer Zufallsprozess, sondern das Ergebnis konsistenter Botschaften, wiederholter Touchpoints und klarer Positionierung über einen längeren Zeitraum.

Durchhaltevermögen und Fokus
Ein weiterer zentraler Faktor war Durchhaltevermögen in Kombination mit konsequentem Fokus. Viele strategische Maßnahmen entfalten ihre Wirkung erst zeitverzögert und eCommerce ist durch die teilweise Saisonabhängigkeit und die Volatilität der Branche ein konsequentes Up and Down wofür man meiner Meinung nach starke Nerven benötigt.
Die Fähigkeit, trotz kurzfristiger Unsicherheit an getroffenen Entscheidungen festzuhalten und sich nicht ablenken zu lassen sehe ich als zentral für den Erfolg einer eComm-Brand.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen bei After Inject ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Ein wesentlicher Ratschlag ist, früh ein belastbares Verständnis der eigenen Unit Economics aufzubauen und unternehmerische Entscheidungen konsequent daran auszurichten. Profitabilität sollte nicht als spätere Optimierungsphase betrachtet werden, sondern als integraler Bestandteil der Strategie.
Zudem empfiehlt es sich, Markenaufbau als langfristigen, strukturierten Prozess zu verstehen und nicht als „Nice to Have irgendwannmal“. Ich finde es wichtig eine klare und spitze Markenpositionierung mit Wiedererkennungswert zu definieren und diese konsistent über alle Kanäle hinweg zu kommunizieren. Außerdem lege ich extremen Wert auf die Optimierung des Kundenerlebnisses nach dem Kauf – Kundenumfragen, Tipps und Tricks um die Produkte in den Alltag zu integrieren und ein exzellenter Kundenservice waren mir von Anfang an wichtig.
Schließlich finde ich es auch entscheidend, strategischen Fokus zu behalten. Viele tolle Brands scheitern nicht an fehlender Kompetenz, sondern an mangelndem Fokus in der Umsetzung. Die Fähigkeit, Prioritäten klar zu setzen und über längere Zeiträume beizubehalten halte ich für wesentlich.

Sehen Sie After Inject am 23. März 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Laura Valentin präsentiert mit „After Inject“ Hautpflege mit naürlichem Botox-Effekt. Sie erhofft sich ein Investment von 200.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile.
Bildcredits/ Fotograf: RTL / Stefan Gregorowius

Wir bedanken uns bei Laura Valentin für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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Reiner AI unterstützt Ingenieure bei Dokumentation durch eine spezialisierte KI Plattform

Wie ist Reiner AI entstanden, und welche Erfahrungen bringen die Gründer Sven Gasper und Philipp Mackeprang in das Unternehmen ein?

Die Idee zu Reiner AI entstand aus dem engen Austausch mit einem Ingenieurbüro, in dem mein Vater seit über 40 Jahren tätig ist. Nachdem Philipp und ich unser vorheriges Unternehmen Studydrive an Stepstone verkauft hatten, begann ich mich mit dem Geschäftsführer des Büros über digitale Lösungen für die Branche auszutauschen. Dort wurde bereits an einer möglichen Ausgründung und an digitalen Ansätzen gearbeitet. Im Rahmen dieser Gespräche und durch die Mitarbeit in laufenden Projekten gewann ich direkte Einblicke in die Arbeitsabläufe und Herausforderungen des Ingenieuralltags.

Dabei stieß ich auf ein strukturelles Problem der Branche: Ingenieure verbringen einen großen Teil ihrer Zeit mit Dokumentationspflichten und ineffizienten Prozessen. In hochregulierten Branchen wie dem Bauwesen verlieren sie täglich wertvolle Zeit mit der Erstellung von Protokollen, Erläuterungsberichten und Ausschreibungen, anstatt sich auf Planung, Qualität und Projektsteuerung zu konzentrieren. Aus dieser Perspektive heraus entstand die Idee, eine KI-Lösung zu entwickeln, die dort ansetzt und Ingenieure sowie Planer im Arbeitsalltag entlastet.

Philipp und ich bringen fundierte Erfahrung im Aufbau und in der Skalierung von Start-ups und digitalen Produkten mit. Gemeinsam haben wir Studydrive entwickelt und von der ersten Idee bis zu einer Plattform mit Millionen von Nutzern geführt. Wir wissen daher sehr gut, wie man komplexe Produkte entwickelt und erfolgreich in den Markt einführt.

Welche konkrete Problemstellung in der Bau- und Planungsbranche wollte Reiner AI von Anfang an lösen?

Mit Reiner AI adressieren wir mehrere strukturelle Herausforderungen der Bau- und Planungsbranche gleichzeitig: Der Dokumentationsaufwand für Ingenieure und Planer steigt kontinuierlich, Projekte werden zunehmend komplexer und der Regulierungsdruck auf Planungs- und Ingenieurbüros nimmt spürbar zu.
Gleichzeitig verschärft der Fachkräftemangel die Situation. Mit dem Ausscheiden der Babyboomer drohen wichtiges Branchen-Know-how und wertvolles Projektwissen verloren zu gehen. Genau an dieser Schnittstelle setzt Reiner AI an.

Was ist die langfristige Vision von Reiner AI für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Bauwesen?

Deutschland hat einen massiven Investitionsstau in der Infrastruktur, etwa bei Brücken, Schulen oder Energienetzen. Der Bedarf ist also klar, doch die Umsetzung dauert häufig sehr lange, vor allem wegen der vielen komplexen Prozesse.
Unsere Vision ist ein Bauwesen, das Komplexität meistert, statt sich von ihr ausbremsen zu lassen. KI kann viele zeitintensive Aufgaben wie Recherche, Dokumentation oder die Analyse von Ausschreibungen übernehmen. Dadurch gewinnen Ingenieure und Planer wieder mehr Zeit für das, was eigentlich ihre Kernaufgabe ist: gestalten, entscheiden und bauen.

Wie gelingt es Reiner AI, branchenspezifisches Fachwissen in eine KI-Plattform zu integrieren, sodass sie Planer und Ingenieure wirklich im Alltag unterstützt?

Reiner AI ist eine domänenspezifische KI-Plattform, die gezielt für die Bau- und Ingenieurbranche entwickelt wurde und auf führenden KI-Modellen basiert. Nach unserem aktuellen Kenntnisstand gibt es am deutschen Markt keine vergleichbare KI-Lösung, die so stark auf die Anforderungen dieser Branche zugeschnitten ist.
Unser Produkt liefert Antworten auf Basis projekt- und bauspezifischer Dokumente, relevanter Normen und kann mit unternehmenseigenen Fachwissen und -daten angereichert werden. So gibt Reiner AI fachlich präzise und kontextbezogene Antworten. Ergänzt wird die Plattform durch spezialisierte KI-Agenten, die dokumentations- und wissensintensive Aufgaben übernehmen, etwa die Prüfung von Ausschreibungen, Baustellenberichten oder Nachträgen.

An welche Zielgruppe richtet sich Reiner AI konkret, und wie stellen Sie sicher, dass die Lösung den realen Anforderungen von Architekten, Ingenieuren und Projektverantwortlichen gerecht wird?

Reiner AI richtet sich vor allem an Ingenieur-, Planungs- und Architekturbüros. Um die Praxistauglichkeit unserer KI-Plattform sicherzustellen, haben wir über ein Jahr hinweg den Arbeitsalltag von Ingenieuren und Planern als „Schatten“ begleitet. Statt die Software im stillen Kämmerlein zu entwickeln, konnten wir so die realen Herausforderungen des Arbeitsalltags aus nächster Nähe analysieren. Dabei sind uns insbesondere die hohe Dokumentationslast sowie die Komplexität von Projekten aufgefallen.
Heute implementieren wir Reiner AI bereits aktiv in Ingenieurbüros und entwickeln die Plattform in engen Feedback-Zyklen gemeinsam mit unseren Kunden kontinuierlich weiter.

Viele Unternehmen sprechen von KI Automatisierung. Was unterscheidet die KI-Agenten von Reiner AI von generischen Tools?

Im Bau- und Ingenieurwesen zählt Präzision mehr als statistische Wahrscheinlichkeit. Generative KI basiert jedoch häufig auf Wahrscheinlichkeiten und kann dadurch zu sogenannten Halluzinationen neigen – ein Risiko, das in dieser Branche nicht tolerierbar ist.
Reiner AI berücksichtigt dieses Bedürfnis und versteht als domänenspezifische KI Baustandards, Normen und Planungsprozesse. Dabei bleiben Unternehmensdaten stets innerhalb der jeweiligen Organisation geschützt. Unsere KI-Plattform verfolgt zudem konsequent einen „AI made in Germany“-Ansatz und ist vollständig DSGVO-konform aufgebaut.

Welche Rolle spielen Datenschutz und Datensouveränität bei Reiner AI, insbesondere im Hinblick auf sensible Projekt- und Unternehmensdaten?

Insbesondere im Umfeld kritischer Infrastruktur gelten hohe Anforderungen an Datenschutz, Nachvollziehbarkeit und Informationssicherheit. Diese werden durch eine Datenresidenz in Deutschland (AWS Frankfurt) sichergestellt. Kundendaten werden nicht zum Training von KI-Modellen genutzt, und die Verarbeitung erfolgt DSGVO-konform innerhalb der EU. Eine ISO-Zertifizierung im Bereich Informationssicherheit ist zudem in Vorbereitung.

Mit welchen Herausforderungen sehen Sie sich konfrontiert, wenn es darum geht, eine traditionell geprägte Branche für neue KI-Technologien zu gewinnen?

Das Paradoxe ist, dass Unternehmen, die KI am dringendsten bräuchten, oft am wenigsten Zeit haben, sich damit zu beschäftigen. Volle Projektpipelines, Kostendruck und operativer Stress lassen wenig Raum für strategische Transformation. Daher sehen wir es als unsere Aufgabe, den Einstieg so niedrigschwellig wie möglich zu gestalten, sodass Unternehmen schnell einen spürbaren Nutzen erleben – ohne lange Implementierungsprojekte oder aufwendige Schulungen.

Wie verändert die Integration von Unternehmenswissen in Ihrer Plattform die Arbeitsweise von Planungsteams konkret?

Reiner AI macht Wissen systematisch zugänglich: Projekte, Gutachten, Pläne und Dokumentationen werden durchsuchbar und direkt nutzbar, ohne langes Suchen oder Abhängigkeit von einzelnen Personen. Das verändert den Arbeitsalltag spürbar: Ingenieure finden relevante Vorprojekte in Sekunden statt Stunden, neue Mitarbeitende können sich schneller einarbeiten, und Wissen bleibt im Unternehmen erhalten, auch wenn erfahrene Kolleginnen oder Kollegen ausscheiden. Gleichzeitig bleiben alle Daten sicher im Unternehmen.

Was war bisher ein entscheidender Meilenstein für Reiner AI, der gezeigt hat, dass Ihr Ansatz im Markt funktioniert?

Definitiv die Integration des Produkts in den ersten Ingenieurbüros, etwa beim Ingenieurbüro Berthold Becker GmbH, das seit über 50 Jahren im Tiefbau tätig ist. Für viele Mitarbeitende ist Reiner AI inzwischen wie ein erfahrener Kollege geworden, der sie im Arbeitsalltag begleitet.
Besonders deutlich wird der Mehrwert beim Agenten für Baustellenprotokolle: Bei unseren Kunden reduziert er den Dokumentationsaufwand um mehr als 70 Prozent pro Monat. Erläuterungsberichte, für die Teams früher ganze Tage eingeplant haben, entstehen heute innerhalb weniger Stunden.
Mittlerweile nutzen zahlreiche Planer, Ingenieure und Bauleiter Reiner AI täglich. Dass wir mit Lösungen wie unserem Ausschreibungsmonitor und unseren Agenten für Projektbewerbungen inzwischen auch auf Top-Management-Ebene eingesetzt werden, zeigt, dass unser Ansatz skaliert.

Welche Weiterentwicklungen oder neuen Funktionen plant Reiner AI in den kommenden Jahren?

Unser Ziel ist klar: Reiner AI soll zum Operating System für Bau und Planung werden – eine intelligente KI-Plattform, die Wissen, Prozesse und Automatisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammenführt.
Der Weg dorthin führt über drei Achsen: mehr Agenten, tiefes Branchenwissen und komplexere Anwendungsfälle. Während heute beispielsweise Baustellenprotokolle und Erläuterungsberichte automatisiert werden, arbeiten wir künftig an Variantenplanung, CAD-Integration und Entscheidungsvorlagen für die Projektleitungsebene.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit einer spezialisierten KI-Lösung in einen etablierten Markt gehen möchten?

Erstens: Verliebt euch in das Problem, nicht in die Technologie. Wer in einen etablierten Markt geht, muss den Arbeitsalltag seiner Zielgruppe besser verstehen als sie selbst. Bei uns bedeutete das monatelange Feldarbeit: viel Zeit auf Baustellen und in Planungsbüros, endlose Gespräche. Erst danach wussten wir, wo KI wirklich helfen kann.

Zweitens: Schnell in die Praxis, nicht perfekt ins Produkt. Etablierte Branchen überzeugt man nicht mit Demos, sondern mit spürbarem Nutzen im echten Betrieb. Der erste Kunde, der sieht, dass sein Team täglich zwei Stunden zurückgewinnt, ist überzeugender als jede Präsentation.

Drittens: Vertrauen ist das eigentliche Produkt. In konservativen Märkten kauft niemand einfach Software – man kauft Verlässlichkeit. Datensicherheit, Transparenz und persönliche Erreichbarkeit sind keine Nice-to-haves, sondern Grundvoraussetzungen.

Bild: Reiner AI Sven Gasper (li) und Philipp Mackeprang (re)

Wir bedanken uns bei Sven Gasper für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum kämpfen so viele Unternehmen mit genau diesem Problem und wie lässt es sich endlich lösen

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Copla Compliance Cybersecurity Plattform für Fintechs Copla-Founding-Team-Copyright-Judita-Grigelyte

Copla automatisiert Compliance und Cybersecurity für Finanzinstitute und hilft Unternehmen effizient audit ready zu bleiben

Wie ist Copla entstanden und wer sind die Gründerinnen und Gründer hinter dem Unternehmen?

Copla wurde 2023 gegründet. Andrius Minkevičius, unser CTO, und ich haben zuvor gemeinsam Paysolut mitgegründet und aufgebaut, eine Core-Banking-Plattform, die wir an SumUp verkauft haben. Nojus, unser Mitgründer und CLO, vervollständigt unser Team mit umfassender rechtlicher Expertise in den Bereichen Compliance und Cybersicherheit. Gemeinsam verfügen wir über jahrelange operative Erfahrung im Fintech-Bereich mit Compliance-Know-how. Unser Team ist inzwischen auf über 50 Personen angewachsen und über ganz Europa verteilt.

Welche persönliche Motivation hat Sie dazu bewegt, eine Plattform für Compliance und Cybersecurity aufzubauen?

Paysolut war ein kritischer Anbieter für Banken und Finanzinstitute. Entsprechend standen Cybersicherheit und regulatorische Compliance stets im Mittelpunkt, denn unsere Kunden mussten sich auf uns verlassen können. In der Zusammenarbeit habe ich hautnah miterlebt, unter welchem Druck unsere Kunden standen, Risiken zu bewerten und zu managen, was die Grundlage eines jeden Compliance-Frameworks ist. Ihnen fehlten aber die richtigen Werkzeuge dazu. Sie versanken in Tabellenkalkulationen und manueller Dateneingabe. Gleichzeitig mussten eine dynamische Cybersecurity-Bedrohungslandschaft und neue regulatorische Rahmenbedingungen bewältigt werden.

Nach dem Paysolut-Exit hat mich dieses Problem nicht losgelassen. Da ich gerade praktische Erfahrungen beim Aufbau eines Unternehmens gesammelt hatte, entschied ich mich, Copla mitzugründen, um die Probleme tatsächlich zu lösen.

In Europa wird Regulierung oft als Grund dafür angeführt, dass innovative Unternehmen Schwierigkeiten haben zu skalieren. Wir haben Copla mit der Überzeugung gegründet, dass starke Regulierung und starke Innovation sich gegenseitig nicht ausschließen.

Copla verspricht, einen Großteil von Compliance-Aufgaben zu automatisieren. Wie funktioniert dieser Ansatz in der Praxis?

Wir nehmen komplexe Regulierungen wie den Digital Operational Resilience Act (DORA) oder die NIS-2-Richtlinie für die Sicherung von Netz- und Informationssystemen, seit Ende 2025 als NIS2-Umsetzungsgesetz in Kraft, und schlüsseln sie in konkrete, umsetzbare Aufgaben auf. Die Copla-Plattform führt die Verantwortlichen Schritt für Schritt durch alles, was zu tun ist. Basierend auf den vom Unternehmen bereitgestellten Informationen füllt unsere KI-Engine regulatorische Vorlagen aus, die benötigt werden, um das Unternehmen compliant zu machen. Während das Team arbeitet, verfolgt Copla die Ausführung in Echtzeit und speichert Nachweise automatisch ab. Wenn also ein Audit ansteht, muss nicht alles hektisch zusammengesucht werden, da alle notwendigen Nachweise bereits vorhanden und bereit zur Einsicht sind. Die Idee dahinter ist, Compliance zu einem Nebeneffekt des täglichen Geschäftsbetriebs zu machen und nicht zu einer zusätzlichen Belastung.

Welche Zielgruppen sprechen Sie konkret an. Und welche typischen Probleme lösen Sie für diese Unternehmen?

Wir arbeiten mit lizenzierten Finanzinstituten wie Fintechs, Banken und Zahlungsdienstleistern zusammen. Diese operieren innerhalb mehrerer, sich überschneidender regulatorischer Rahmenwerke und das oft mit nur einer Handvoll Mitarbeiter. Copla beseitigt Compliance als Hürde und verwandelt sie in eine fest verankerte operative Fähigkeit.

Wie unterstützt Copla Unternehmen dabei, dauerhaft audit-ready zu bleiben statt nur punktuell für einzelne Prüfungen?

Traditionelle Compliance ist reaktiv. Wenn ein Audit naht, herrscht hektische Betriebsamkeit. Danach kehrt wieder Ruhe ein. Mit Copla läuft Compliance kontinuierlich im Hintergrund. Die Register bleiben stets aktuell, Nachweise werden im laufenden Betrieb erfasst und Maßnahmen in Echtzeit überwacht. Wenn das Audit kommt, ist das Unternehmen bereit, weil die Arbeit längst getan ist. Compliance ist dadurch kein nervenaufreibender Kraftakt, sondern ein fester Bestandteil des Tagesgeschäfts.

Was unterscheidet Ihr Modell aus Softwareplattform und CISO-Expertise von klassischen Beratungsunternehmen?

Berater leisten manuelle Arbeit, liefern Berichte und gehen. Im nächsten Quartal stehen die Unternehmen dann wieder am Anfang. Reine Softwarelösungen automatisieren Aufgaben, lassen einen aber meist im Stich, sobald die Komplexität zunimmt.

Wir kombinieren beides und nennen es ‘Guided Compliance’. Die Plattform automatisiert, was automatisiert werden kann, und zusätzliche CISO-Expertise kommt bei Ermessensentscheidungen, Risikoabwägungen und regulatorischen Interaktionen zum Einsatz. Unsere Kunden erhalten einen kontinuierlichen Betrieb, ohne ein internes Compliance-Team aufbauen zu müssen.

Regulatorische Anforderungen wie ISO 27001, SOC 2, DORA oder NIS2 sind komplex. Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen für Ihre Kunden?

Die größte Herausforderung im Moment ist, dass mehrere Rahmenwerke gleichzeitig in Kraft treten. DORA ist offiziell seit einem Jahr in Kraft, die Pflichten des EU AI Act werden diesen Sommer verbindlich und der Cyber Resilience Act kommt 2027. Dahinter verbergen sich keine einfachen Checklisten. Anforderungen wie das DORA Register of Information sind anspruchsvolle Unterfangen. Unternehmen wissen oft nicht, wo sie anfangen oder wie sie das alles managen sollen, ohne ganze Teams dafür abzustellen. Genau dabei helfen wir.

Wie geht Copla selbst mit dem Spannungsfeld aus wachsender Regulierung und technologischer Weiterentwicklung um?

KI-gesteuerte Cyber-Bedrohungen werden durch einen beispiellosen technologischen Wandel beschleunigt. Neue Systeme, Anbieter und Workflows werden schneller eingeführt, als traditionelle Compliance-Modelle sich anpassen können. Gleichzeitig erhöhen KI-gestützte Angriffsmethoden wie automatisierter Betrug, Voice Cloning und ausgefeiltes Social Engineering die Anforderungen daran, was operative Resilienz tatsächlich bedeutet. Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten zu verstehen, wie Compliance und Sicherheit in diesem Kontext überhaupt aussehen sollen. Genau dafür haben wir Copla entwickelt. Wir übersetzen regulatorische Änderungen in umsetzbare Aufgaben – in dem Moment, in dem sie entstehen – und bieten CISO-Expertise dort, wo Automatisierung an ihre Grenzen stößt. So können Unternehmen resilient bleiben, während Regulierung und Technologie gleichermaßen an Fahrt aufnehmen.

Welche Rolle spielt Effizienz im Geschäftsmodell von Copla. Und wie stark profitieren Unternehmen tatsächlich von Zeit- und Ressourceneinsparungen?

Effizienz ist zentral. Lassen Sie mich ein konkretes Beispiel nennen: Die NIS-2-Richtlinie erfordert typischerweise etwa sechs Monate Arbeit, kostet zehntausende Euro und birgt potenzielle Bußgelder von bis zu 10 Millionen Euro, wenn sie fehlerhaft umgesetzt wird. Und das ist nur ein Rahmenwerk. Unsere Plattform übernimmt diese Arbeit: Sie verfolgt Aufgaben, sammelt gleichzeitig Nachweise und hält Protokolle auf dem neuesten Stand. Kunden haben uns berichtet, dass sie durch den Einsatz unserer Plattform – anstatt alles manuell zu erledigen – zehntausende Euro und hunderte von Stunden eingespart haben. Gut ein Jahr nach unserer Seed-Runde haben wir bereits über 100 Kunden in ganz Europa erreicht. Dieses Wachstum ist unser Beweis dafür, dass das Problem real ist und die Effizienzgewinne erheblich sind.

Wohin soll sich Copla in den kommenden Jahren entwickeln. Planen Sie neue Standards, Märkte oder Produktfeatures?

In den nächsten zwölf bis achtzehn Monaten wollen wir international über die EU hinaus expandieren und größere Finanzinstitute auf Enterprise-Ebene adressieren. Außerdem investieren wir stark in unser Team, um unsere Präsenz und Marktreichweite zu stärken.

Auf der Produktseite launchen wir bald Copla Bridge. Das ist eine Lösung, die es Partnern und Organisationen mit mehreren Entitäten ermöglicht, die Compliance von einer zentralen Ansicht aus zu verwalten. Wir bauen unsere Risikomanagement-Funktionalität aus, um Assets, Risiken und Maßnahmen in einem lebenden System miteinander zu verknüpfen, damit Teams verstehen, was wirklich zählt und wie sich das Restrisiko im Laufe der Zeit verändert. Wir setzen KI ein, um manuelle Compliance-Arbeit weiter zu reduzieren und Unternehmen zu helfen, effizienter zu operieren. Das Ziel bleibt dasselbe: echte Risiken reduzieren, nicht nur Checkboxen abhaken.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die im Bereich Compliance oder Cybersecurity ein Unternehmen aufbauen möchten?

Erstens: Lösen Sie ein Problem, das Sie selbst erlebt haben. Wer den Schmerz nicht am eigenen Leib erfahren hat, wird nie verstehen, was wirklich behoben werden muss.

Zweitens: Bleiben Sie besessen vom Problem, nicht von der eigenen Lösung. Denn klar ist, dass die erste Version nicht alles lösen und Fehler haben wird. Deshalb ist es wichtig, das Produkt konsequent auf Basis von Feedback anzupassen.

Drittens: Timing ist genauso wichtig wie die Umsetzung. Orientieren Sie sich an Megatrends, die fast, aber noch nicht ganz im Mainstream angekommen sind. Sprich: Früh genug, um den Bereich mitzugestalten, aber nicht so früh, dass Sie Jahre darauf warten, dass der Markt aufholt.

Bildcredits/Fotograf: Judita Gigelyté (Verslo žinios)

Wir bedanken uns bei Aurimas Bakas für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum scheitert moderne Gesundheitsversorgung oft an den einfachsten Stellen?

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Versorgung Diagnostik System Trends im Gesundheitsmarkt Christoph Neumeier

Versorgung und Diagnostik rücken immer stärker in den Fokus, während der Druck auf die bestehenden Strukturen spürbar wächst und Veränderungen notwendig werden. Im Interview erklärt Christoph Neumeier, CEO CKM, warum vor allem funktionierende Übergänge entscheidend dafür sind, wie gut Patientinnen und Patienten begleitet werden.

Herr Neumeier, viele Debatten zur digitalen Gesundheitsversorgung drehen sich um Technologie. Wo sehen Sie aktuell tatsächlich die größten Engpässe?

Das System redet über Tools, während es an Übergaben scheitert. Zwischen Arzt und Apotheke. Zwischen Diagnose und Behandlung. Zwischen digital und analog. Nicht weil die Technologie fehlt, sondern weil niemand konsequent die Patienten Journey zu Ende denkt. Wir haben Hightech-Medizin und Lowtech-Zugang. Das ist kein Ressourcenproblem. Es ist eine Prioritätsfrage.

2025 hat gezeigt, dass hybride Versorgungsmodelle schneller entstehen als lange erwartet. Ist das aus Ihrer Sicht Fortschritt oder eher eine Reaktion auf strukturelle Überlastung?

Ehrlich gesagt: hauptsächlich Reaktion. Hybride Modelle entstehen nicht, weil das System vorausgedacht hat. Sie entstehen, weil das System seine eigene Nachfrage nicht mehr bedient. Märkte füllen, was Strukturen lassen. Das ist kein Zufall und kein Verdienst der Politik. Wer das als Fortschritt verkauft, verwechselt Symptombehandlung mit Strategie.

Sie beobachten seit Jahren die Schnittstelle zwischen Prävention, Diagnostik und Versorgung. Was hat sich seit 2025 erstmals messbar verändert?

Die Nutzung hat die Theorie eingeholt. Sechsstellige Patientenzahlen in der Telemedizin sind kein Pilotprojekt mehr, das ist Realität. Was sich wirklich verändert hat: Wir wissen jetzt genau, wo es kippt. Nicht beim Einstieg in die digitale Versorgung, sondern bei der Übergabe. Wo Rezepte und Befunde nahtlos weiterlaufen, bleibt die Journey stabil. Wo die Schnittstelle fehlt, fällt man zurück ins alte System.

In mehreren Präventionspfaden wird inzwischen eine höhere Nachfrage verzeichnet als in klassischen stationären Angeboten. Was sagt das über das Vertrauen der Patientinnen und Patienten in bestehende Versorgungsstrukturen aus?

Es sagt, dass Menschen mit den Füßen abstimmen. Und das System sollte aufhören, das als Konkurrenz zu lesen, und anfangen, es als Signal zu verstehen. Das ist kein Misstrauen gegenüber Medizin. Es ist Misstrauen gegenüber dem Weg dorthin. Wer krank ist, will keine Warteschleife. Sobald jemand eine Alternative anbietet, die funktioniert, wird sie genutzt. Das ist kein Trend. Das ist Verhalten, das sich nicht mehr umkehren lässt.

Welche Rolle spielt aus Ihrer Sicht die vorgelagerte Diagnostik für den Erfolg digitaler und hybrider Versorgungsmodelle?

Sie ist die Voraussetzung, keine Ergänzung. Ohne frühe Diagnostik ist hybrid nur ein schnellerer Weg zur gleichen Lücke. Was viele unterschätzen: Frühdiagnostik ist nicht nur ein medizinisches Argument, es ist ein systemisches. Abwasseranalytik zeigt Resistenzentwicklungen, bevor sie klinisch eskalieren. Das System hätte die Instrumente, früher zu reagieren. Es entscheidet sich nur zu selten dafür.

Home Testing und dezentrale Diagnostik werden oft als Komfortlösung beschrieben. Welche strukturelle Bedeutung haben solche Angebote tatsächlich für das Gesundheitssystem?

Komfort ist das falsche Framing. Es geht um Triage im großen Maßstab. Heimtests für Darm- oder Gebärmutterhalskrebs, die heute bereits über Krankenkassen verfügbar sind, sind kein Nice-to-have. Sie sind ein Frühwarnsystem. Wer früh testet, kommt früher in die richtige Versorgung. Wer wartet, bis Symptome zwingen, kommt teurer an. Für den Menschen und für das System. Dezentrale Diagnostik ist keine Serviceleistung. Sie ist Infrastruktur.

Sie sprechen von einer Anpassung der Versorgung an die real verfügbare Infrastruktur. Wie verändert dieser Pragmatismus die bisherigen Idealvorstellungen von Versorgung?

Die Idealvorstellung war immer: einheitliche Struktur, optimale Versorgung für alle. Das ist ein schöner Gedanke. Aber er hat dazu geführt, dass das System rund um seine eigenen Prozesse gebaut wurde, nicht rund um den Menschen, der es braucht. Pragmatismus heißt nicht, Ansprüche aufzugeben. Es heißt, die Patient Journey ernst zu nehmen und aufzuhören, Versorgung dort enden zu lassen, wo die Zuständigkeit endet. Versorgung endet, wenn der Mensch weiß, was er tun muss. Nicht früher.

Welche Signale senden die Krankenkassen mit ihrer wachsenden Beteiligung an präventiven und diagnostischen Versorgungsmodellen?

Sie haben gerechnet. Prävention kostet weniger als Spätbehandlung. Das ist keine Überraschung, das ist Mathematik. Was interessant ist: Wenn Kassen anfangen, diese Rechnung aktiv umzusetzen, verschiebt sich der Anreiz im gesamten System. Weg vom Akutfall, hin zur Verhinderung. Das ist strukturell bedeutsamer als jede Digitalstrategie, die je beschlossen wurde. Die Frage ist, ob die Versorgungslandschaft das Tempo mithält.

Wenn Sie auf die Nutzungszahlen und die Präventionsbereitschaft blicken, was lernen wir daraus über das Verhalten der Patientinnen und Patienten?

Dass sie nie passiv waren. Sie hatten nur kein gutes Angebot. Sobald Hürden sinken, steigt Nachfrage. Was wir wirklich lernen: Menschen wollen verstehen, was mit ihnen passiert. Verständlichkeit ist heute eine medizinische Leistung. Wer das als selbstverständlich behandelt, unterschätzt, wie lange das System das Gegenteil als Normal verkauft hat.

Wird digitale Gesundheitsversorgung Ihrer Einschätzung nach künftig weniger über Innovationen definiert sein als über verlässliche Zugangsmodelle?

Ja. Und das ist eigentlich eine gute Nachricht, auch wenn es für viele unbequem klingt. Die spannendste Technologie ist wertlos, wenn niemand sie im richtigen Moment erreicht. Was jetzt zählt, ist nicht das nächste Feature. Es ist die Frage, ob Versorgung dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Zuverlässig, ohne Brüche, ohne Formular dazwischen.

Welche Annahmen über digitale Versorgung haben sich 2025 aus Ihrer Sicht als nicht tragfähig erwiesen?

Zwei vor allem. Erstens: dass digital allein reicht. Eine Videosprechstunde ersetzt kein System. Sie funktioniert nur, wenn die gesamte Kette dahinter steht. Wer digital startet und analog steckenbleibt, hat dem Patienten keinen Gefallen getan. Er hat nur das Wartezimmer verschoben. Zweitens: dass Geschwindigkeit und Qualität sich ausschließen. Das stimmt nicht. Es braucht Struktur, die beides trägt. Wer nur Momentum erzeugt, baut keine Infrastruktur.

Mit Blick auf 2026: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen, wenn Diagnostik zur zentralen Infrastrukturfrage der Versorgung wird?

Standards. Wer definiert Qualität, wenn Diagnostik dezentral wird? Wer vergütet was, unter welchen Bedingungen? Das sind keine technischen Fragen. Das sind politische. Und genau da liegt das eigentliche Tempo-Problem. Nicht bei den Anbietern. 2025 hat bewiesen, dass hybride Versorgung funktioniert. 2026 zeigt bereits jetzt, ob das System bereit ist, das als Realität anzuerkennen oder ob es hybrid weiter als Ausnahme behandelt. Hybrid darf kein Dauerpilot bleiben. Es muss Standard werden.

Bildcredits CKM Group

Wir bedanken uns bei Christoph Neumeier für das Interview

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Wie Bewerber durch exzellente Kommunikation punkten

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Wie Bewerber durch exzellente Kommunikation punkten Bildquelle resume genius unsplash

Der Arbeitsmarkt gleicht einem sich ständig wandelnden Spielfeld. Früher reichten Qualifikationen und Erfahrung, um Türen zu öffnen. Heute, in einer Ära, in der künstliche Intelligenz (KI) Standardtexte für jedermann generiert, verschiebt sich der Fokus. Qualifikationen sind nach wie vor wichtig, doch die Art und Weise, wie man diese kommuniziert, wird zum entscheidenden Unterscheidungsmerkmal. Es entsteht ein Paradoxon: Während Technik das Verfassen von Texten vereinfacht, steigt der Wert individueller, sprachlich präziser Kommunikation.

Warum Standardtexte keine Türen mehr öffnen

Wer heute eine Bewerbung verfasst, greift oft fast automatisch zu digitalen Helfern. Diese Tools strukturieren Lebensläufe und formulieren Anschreiben, die grammatikalisch korrekt und inhaltlich solide sind. Doch genau hier liegt das Problem: Tausende andere Bewerber tun dasselbe. Die Folge ist eine Flut von Bewerbungen, die sich alle ähnlich lesen. Personalverantwortliche in Unternehmen, besonders in dynamischen Startups, entwickeln schnell einen Blick für diesen maschinell erstellten Einheitsbrei. Ein Anschreiben, das keine persönliche Note erkennen lässt, wird oft nach wenigen Sekunden aussortiert.

Die erste Hürde ist nicht die Qualifikation, sondern die Authentizität. Eine KI kann Fakten anordnen, aber sie kann keine Leidenschaft, keine feinen Nuancen der Motivation und keine echte Persönlichkeit vermitteln. Diese Elemente sind es jedoch, die einen Kandidaten von einem anderen mit ähnlichem Lebenslauf unterscheiden. Wer sich auf das sprachliche Minimum verlässt, signalisiert, bewusst oder unbewusst, Desinteresse an der Stelle und am Unternehmen. In einem Umfeld, in dem Fachkräfte gesucht werden, aber gleichzeitig die Ansprüche an die Teamkultur steigen, ist dies ein fatales Signal.

Bewerbungen in gutem Deutsch sind ein entscheidender Faktor, um im ersten Sichtungsprozess nicht aussortiert zu werden. Das gilt gerade für internationale Bewerber. Wer es schafft, seine Motivation und seine Fähigkeiten in einer Sprache auszudrücken, die präzise, lebendig und frei von Floskeln ist, beweist nicht nur Sprachkenntnisse, sondern auch ein tieferes Verständnis für die Kultur des Landes und des Unternehmens. Es zeigt, dass man sich Mühe gibt, dass man über das Offensichtliche hinausdenkt und dass man in der Lage ist, komplexe Gedanken klar zu strukturieren. Dies sind alles Soft Skills, nach denen Recruiter händisch suchen, während sie sich durch die Flut von KI-Bewerbungen kämpfen.

So hebt man sich von der Masse ab

Um sich von der Masse abzuheben, braucht es keine literarischen Meisterwerke, sondern handwerkliche Präzision. Wer den eigenen Text kritisch prüft, deckt schnell die typischen Schwachstellen automatisierter Entwürfe auf. Konkrete Anpassungen geben dem Dokument sofort mehr Profil:

  • Aktive Formulierungen wählen: Konstruktionen mit Hilfsverben wirken oft schwerfällig. Wer stattdessen starke, aktive Verben nutzt, vermittelt direkt Tatkraft.
  • Situationen statt Adjektive: Das bloße Aufzählen von Eigenschaften wie „kreativ“ oder „zielstrebig“ überzeugt selten. Besser wirkt es, wenn man eine berufliche Station beschreibt, in der diese Stärke zum Tragen kam.
  • Den Einstieg neu denken: Der allererste Satz entscheidet über das Weiterlesen. Ein direkter Start mit dem klaren Grund für die Bewerbung wirkt stärker als verstaubte Standard-Einleitungen.

Fazit

Man kann die Bedeutung sprachlicher Präzision im Zeitalter der Automatisierung nicht hoch genug einschätzen. Es geht nicht darum, ein Germanistikstudium vorzuweisen. Es geht um die Fähigkeit, Sprache als Werkzeug zu nutzen, um Verbindungen herzustellen. Ein gut gewählter Begriff, ein Satz, der eine persönliche Erfahrung prägnant zusammenfasst, kann mehr bewirken als ein Absatz voller KI-generierter Phrasen. Es sind die Nuancen, die den Unterschied machen. Es ist der Unterschied zwischen einem Satz, der besagt, man sei „teamfähig“, und einem, der beschreibt, wie man in einem konkreten Projekt mit Kollegen zusammengearbeitet hat, um ein Ziel zu erreichen. Letzterer ist glaubwürdig und zeigt echte Erfahrung. 

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Autor Hannes Graubohm

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Die Fähigkeit zu funktionieren ist wertvoll – solange wir sie nicht ständig einsetzen müssen

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Kathleen Kunze herCAREER Funktionsmodus Kathleen-Kunze_Copyright_Fotostudio-HaniArt-Frankfurt

„Funktionieren“ ist eine Überlebensstrategie des Nervensystems. So weit, so gut. Doch was passiert, wenn unsere Funktionsfähigkeit uns krank macht, wenn Funktionieren unweigerlich zur Funktionsunfähigkeit führt? Die Coaching und Autorin Kathleen Kunze erklärt, wann wir die Grenzen unserer Kapazitäten überschreiten und wie wir aus der Funktionsspirale ausbrechen können.

„Wenn Menschen bei der Arbeit und für die Familie alles geben, aber nichts mehr für sich selbst tun, beginnt die Erschöpfung.“

herCAREER: Kathleen, in unserer neoliberalen Gesellschaft ist der Begriff „funktionieren” eigentlich positiv besetzt. Gestresst und erschöpft zu sein, wird mit Leistung und Einsatz gleichgesetzt. Warum sagst du also, der Funktionsmodus sei ein Zeichen von Überlastung?

Kathleen Kunze: Die Fähigkeit zu funktionieren ist grundsätzlich gut und wertvoll, solange wir bewusst entscheiden können, wann und wie wir sie einsetzen. Solange wir nicht gezwungen sind, sie ständig einzusetzen. Nur – wir leben und arbeiten in einem System, in dem stete Leistung gefordert wird. Manche Menschen schaffen es in diesem System recht gut, bei sich zu bleiben, andere eben nicht. Das System belohnt diejenigen, die die entsprechende Veranlagung haben.

herCAREER: Hast du sie, diese Veranlagung?

Kathleen Kunze: Ich stamme aus der ehemaligen DDR, da galt natürlich „Pass ins System!“ und ich habe gelernt zu tun, was von mir erwartet wurde. Gleichzeitig bin ich in einem Haus mit einem emotional nicht immer berechenbaren Vater aufgewachsen. So habe ich früh begonnen, Situationen zu scannen, Konflikte zu vermeiden und mich anzupassen.

herCAREER: In deinem Buch beschreibst du drei Typen von „Funktionierenden“: den Fight-, Flight- und Fawn-Typen. Was sind die Ursachen, die sie in den Funktionsmodus bringen?

Kathleen Kunze: Mein primäres Überlebensmuster ist der Fawn-Typ, Fawn bedeutet wörtlich Rehkitz. Wir stellen Sicherheit über Verbindungen mit anderen Menschen her. Fawn-Typen sind oft sozial intelligente Kinder, die sowohl ihre eigenen Gefühle als auch die der anderen gut wahrnehmen können. Das führt auch dazu, dass sie ständig ermitteln: Wie ist die Stimmung im Raum? Wie ist die Laune meines Gegenübers? Um das tun zu können, müssen sie ihre eigenen Bedürfnisse hintenanstellen. Sie verlernen unter Stress und Anspannung, sich selbst wahrzunehmen, und haben ein hohes Risiko, auszubrennen.

herCAREER: Was zeichnet dagegen den Flight-Typen aus?

Kathleen Kunze: Flight-Typen flüchten, weil sie Angst vor dem Alleinsein, Scheitern oder Verbindungsabbruch haben. Oft wurden diese Menschen in der Kindheit nicht ausreichend begleitet, wenn sie Angst oder Unsicherheit erfahren haben. Sobald solche Gefühle aufkommen, flüchten sie aus Beziehungen, in Ablenkungen, in die Arbeit – letztlich, um nicht mit den eigenen Gefühlen in Kontakt zu kommen. Der Flight-Typ ist daher prädestiniert für die Funktionsspirale: ständig im Tun, mit dem Ziel, das Fühlen zu vermeiden.

herCAREER: Bleibt der Fight-Typ …

Kathleen Kunze: Diese Menschen haben bereits in jungen Jahren verinnerlicht, dass sie Leistung erbringen müssen, um Sicherheit zu erlangen. Erfolg simuliert Sicherheit, die wiederum Stärke und Leistungsfähigkeit suggeriert. „Fight-Typen” fühlen sich handlungsfähig und somit in Kontrolle, solange sie funktionieren. Oft sind sie sehr konkurrenzorientiert und erwarten von anderen genauso viel Leistung und Funktionsfähigkeit wie von sich selbst. Das hat Konfliktpotenzial.

herCAREER: Unabhängig vom Typ: Welche Verhaltensweisen weisen darauf hin, dass jemand in meinem Umfeld oder ich selbst in eine Funktionsspirale abrutsche?

Kathleen Kunze: Es gibt verschiedene Anzeichen. Oft sind diese Menschen immer unterwegs, immer busy, immer im Kontakt mit anderen. Manche kümmern sich ständig um andere, andere sind über die Maßen pflichtbewusst. Das sind die Kolleg:innen, die auch im Urlaub ans Firmenhandy gehen.

herCAREER: Glauben sie, dass sie unersetzlich sind?

Kathleen Kunze: Zumindest sind sie überzeugt, ständig verfügbar sein zu müssen. Andere dieses Typus sind hoch engagiert, motiviert und lernwillig. Dazu vergessen sie keinen Geburtstag zu Hause und kein Jubiläum im Team. Sie investieren alles in ihre Karriere, alles in ihre Beziehungen und wollen so allen Erwartungen entsprechen.

herCAREER: Ketzerische Frage: Sind das nicht genau die High-Performer:innen, die so gefragt sind?

Kathleen Kunze: Ja, dieser Funktionstyp wird oft sehr positiv gesehen. Diese Menschen haben Initiative und Drive! Sie jonglieren alles, sind ehrgeizig, kommen aber nur schwer zur Ruhe.

herCAREER: Wann kippt das? Wann werden sogenannte Leistungsträger:innen zu Funktionierenden im negativen Sinn?

Kathleen Kunze: Wenn sich die Erschöpfung einschleicht. Wenn Menschen bei der Arbeit und für die Familie alles geben, aber nichts mehr für sich selbst tun. Wenn sie anfangen, Termine mit Freund:innen abzusagen, weil der Alltag zu sehr schlaucht.

herCAREER: Was passiert dabei im Körper?

Kathleen Kunze: Im Funktionsmodus ist unser sympathisches Nervensystem ständig aktiviert. Der Stress sorgt noch eine Weile für viel Energie, damit der Körper weiter funktioniert, aber das kann der Organismus nur eine gewisse Zeit lang verkraften. Dann schickt er uns in den Gegenzustand: Das parasympathische Nervensystem wird aktiviert und die Erschöpfung setzt ein. Wir benötigen Regeneration. Wenn wir diese aber nicht zuverlässig bekommen, geraten wir in erste Erschöpfungsphasen.

herCAREER: Wie sehen diese aus?

Kathleen Kunze: Sobald wir Zeit haben, zur Ruhe zu kommen, uns zu regenerieren oder etwas für uns zu tun, geht einfach gar nichts mehr. Man merkt das zum Beispiel abends, wenn man nach Hause kommt: Man fällt direkt auf die Couch und kann nicht einmal mehr richtig fernsehen, sondern ist einfach nur fertig. Unsere Prägungen, pushen uns, gegen die Erschöpfung anzukämpfen – aber das ist natürlich kontraproduktiv. Über die Jahre laugen wir so unseren Körper aus. So sehr, dass sich unser Hormonsystem, unser Immunsystem und unser Krafthaushalt durch diese kontinuierliche Überlastung nachhaltig verändern. Dadurch entsteht das Risiko, Krankheiten zu entwickeln.

herCAREER: Wie unterbricht man diesen Teufelskreis?

Kathleen Kunze: Funktionieren ist ein chronisches Muster und schwer zu durchbrechen. Der erste und wichtigste Schritt ist, sich dessen bewusst zu werden. Teste dich: Setz dich eine Minute hin und tu 60 Sekunden lang gar nichts.

herCAREER: Puh …

Kathleen Kunze: Ja, genau. Einfach aus dem Fenster sehen und den Baum gegenüber betrachten – das kann für Funktionierende unendlich schwer sein.

herCAREER: Und wenn ich mir dessen bewusst geworden bin, was sind erste Schritte zum Wandel?

Kathleen Kunze: Eine Möglichkeit ist es, das Nervensystem zu regulieren. Es gilt, die Aktivierung des Sympathikus zu reduzieren. Dadurch verändert sich die Sichtweise auf die Dinge und ich bekomme die Chance, freie Entscheidungen zu treffen. Es gibt viele Reflexions- und Selbsthilfetools, mit denen man dem eigenen Funktionsmodus auf die Schliche kommen kann – einige davon beschreibe ich im Buch.

herCAREER: Stellen wir uns eine Stresssituation vor: Vielleicht haben wir uns mit dem Vorgesetzten angelegt oder uns zum x-ten Mal mit den Kindern über die Unordnung gestritten. Gibt es Möglichkeiten, den Sympathikus aktiv zu regulieren?

Kathleen Kunze: Ein einfacher Schritt ist, vor die Tür zu gehen. Die bilaterale Bewegung beim Laufen sorgt dafür, dass das Gehirn aus dem Überlebensmodus heraus und in den klaren Denkmodus zurückkommt. Darum lassen sich beim Spazierengehen Gedanken so gut sortieren. Grundsätzlich ist es gut, aufzustehen und etwas ganz anderes zu tun, um eine neue Perspektive zu erlangen. Und dann gibt es noch Körper- und Atemübungen.

herCAREER: Wie funktionieren die?

Kathleen Kunze: Stelle dich zum Beispiel auf die Füße und wippe von rechts nach links oder von vorne nach hinten. Diese wiegenden, schaukelnden Bewegungen wirken regulierend und nehmen schnell die Spannung aus dem Körper – das funktioniert auch im Sitzen. Wo Schaukeln gerade nicht geht, kann Atmung helfen: Normal durch die Nase in den Bauch einatmen und verlängert ausatmen. Das immer wiederholen, die Ausatmung immer weiter verlängern. Es hat denselben regulierenden Effekt.

herCAREER: Was funktioniert für dich besonders gut?

Kathleen Kunze: Mir hilft diese Übung: Ich nehme zwei kleine Bälle oder irgendwelche anderen Gegenstände in die Hand und gebe einem die Bedeutung „Funktionieren” und dem anderen die Bedeutung „Erschöpfung”. Dann spüre ich hinein, wie sich der eine Ball anfühlt und wie der andere. Ich merke sehr schnell, wie ein Ball sehr präsent wird, wenn ich mich darauf konzentriere. Wenn du es ausprobierst, wird der Erschöpfungs-Ball unter Umständen ganz schwer in deiner Hand oder wird ganz leicht und fliegt. Es ist ein tolles Werkzeug, um herauszufinden: Wo stehe ich gerade? Funktioniere ich noch oder bin ich vielleicht schon in der Erschöpfung angekommen? Anschließend kannst du deine Aufmerksamkeit bewusst von diesen beiden Gegenständen weglenken und in den freien Raum zwischen ihnen treten. Dort bist du weder erschöpft noch funktionierst du.

herCAREER: Was sagst du zu Menschen, für die sich das esoterisch anhört?

Kathleen Kunze: Im Grunde habe ich gerade Aufstellungsarbeit beschrieben. Wir nutzen stellvertretende Gegenstände und projizieren die Energie, die in unserem Körper ist, auf diese Gegenstände. In den meisten Fällen hilft diese Technik dabei, von außen auf uns zu blicken, und wenn ich die Dinge beobachten, sehen und in die Hand nehmen kann, werde ich wieder handlungsfähig.

herCAREER: Dann kann ich damit beginnen, meine Muster zu durchbrechen. Was bedeutet das im Alltag?

Kathleen Kunze: Üben, üben, üben. Das hört niemand von uns gerne. Aber wir müssen alte, scheinbar erfolgreiche und tief verankerte Bewältigungsstrategien ablegen. Das sind neuronale Verbindungen, die erst aufgebrochen werden müssen. Muster zu durchbrechen, bedeutet auch auszuprobieren, Dinge liegen zu lassen, sie auf morgen zu vertagen oder zu delegieren. Und dann zu erleben, dass gar nichts Schlimmes passiert. So machen wir neue Erfahrungen und verankern in unserem Gehirn ein anderes, neues Bild von Sicherheit.

herCAREER: Wir haben uns nun stark auf das Innenleben konzentriert. Zu Beginn unseres Gesprächs haben wir aber auch über Strukturen und Systeme gesprochen, die uns viel, manchmal sogar zu viel, Leistung abverlangen.

Kathleen Kunze: Ja. In einem Umfeld, das ständige Leistung fordert, wird es schwierig sein, die eigene Haltung zu verändern. Das bedeutet, dass ich mein Umfeld verändern darf, oder zumindest ein Umfeld finden muss, in dem ich auch dann akzeptiert werde, wenn ich mal nicht „funktioniere”.

herCAREER: Heißt das, manchmal muss man den Job wechseln oder die Partnerschaft beenden?

Kathleen Kunze: Es ist immer ein Prozess. In einem Familienkonstrukt kann ich anfangen, mehr an meine:n Partner:in und die Kinder abzugeben. Das erfordert allerdings, dass mein Umfeld meine Veränderung auch mitmacht. Es kann auch zu massiven Konflikten führen.
Wenn du wirklich aus dem Funktionsmuster aussteigen möchtest, gilt es meiner Erfahrung nach häufig, irgendwann ein gesünderes berufliches Umfeld zu finden.

herCAREER: Voraussetzung ist, dass wir unsere eigenen Grenzen kennen und respektieren gelernt haben.

Kathleen Kunze: Richtig, genauso wie deine Fähigkeiten, Kräfte und Ressourcen.

herCAREER: Und wenn es mir allein oder mithilfe deines Buches nicht gelingt?

Kathleen Kunze: Je länger und stärker die Muster in uns verankert sind, desto schwerer sind sie zu durchbrechen. Desto hilfreicher ist es, sich Unterstützung in Form von Coaching oder Therapie zu holen. Es kann sehr hilfreich sein, wenn jemand diese Muster spiegelt und dabei unterstützt, sie zu verändern.

Das Interview führte herCAREER-Redakteurin Kristina Appel.

Auf der herCAREER Expo 2026 wird Kathleen Kunze ihr Buch „Raus aus dem Funktionsmodus – zurück zu dir“ beim Authors Meet-up vorstellen und ihre Ansätze und Methoden teilen.

Bild Kathleen Kunze Copyright Fotostudio HaniArt Frankfurt

Quelle messe.rocks GmbH

Bolzano Slush’D wird zu To The Peak

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To The Peak Bolzano Slush’D Startup Ökosystem Christian Frigo

Weiterentwicklung eines kuratierten founderzentrierten Formats für skalierende Startups

Nach zwei erfolgreichen Ausgaben tritt Bolzano Slush’D in eine neue Entwicklungsphase ein und wird ab 2026 unter dem Namen To The Peak fortgeführt. Mit dieser Weiterentwicklung geht eine strategische Neuausrichtung einher, die darauf abzielt, Unternehmertum, Investitionstätigkeit sowie die Zusammenarbeit zwischen Innovationsökosystemen in Italien und im Alpenraum gezielt zu stärken.

Erfolgreiche Entwicklung als Grundlage für den nächsten Schritt

Seit 2024 hat sich Bolzano Slush’D als relevanter Knotenpunkt innerhalb des italienischen Startup Ökosystems etabliert. Insgesamt nahmen mehr als 2.000 Personen teil, darunter über 500 Gründer, mehr als 160 Unternehmen sowie rund 120 Investoren, die gemeinsam ein verwaltetes Vermögen von über 16,4 Milliarden Euro repräsentieren

Aufbauend auf dieser Entwicklung wird die Initiative ab 2026 als To The Peak weitergeführt. Die Neuausrichtung verfolgt das Ziel, unternehmerische Kompetenzen zu stärken, den Zugang zu Kapital zu verbessern und die Zusammenarbeit zwischen Startups, Investoren und etablierten Unternehmen zu vertiefen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Skalierung, Kapitalallokation sowie der Aufbau tragfähiger langfristiger Beziehungen zwischen den relevanten Akteuren des Innovationssystems.

Veranstaltung und Road to the Peak Formate

Die dreitägige Veranstaltung findet vom 9. bis 11. September 2026 in Bozen Südtirol statt. Die Region fungiert dabei als strategische Schnittstelle zwischen Italien und der DACH Region, zwei zentralen industriellen Wirtschaftsräumen Europas.

Im Vorfeld der Veranstaltung werden mehr als fünf Road to the Peak Formate in Italien und im DACH Raum umgesetzt. Ziel dieser Formate ist es, regionale Innovationsökosysteme zu stärken und den strukturierten Austausch zwischen Gründern, Investoren sowie Industrieakteuren zu fördern. Der Auftakt ist für den 16. bis 17. April in Florenz vorgesehen.

Fokus auf Skalierung, Kapital und langfristige Beziehungen

To The Peak markiert die nächste Entwicklungsstufe der Initiative und trägt dazu bei, die Rolle des italienischen Startup Ökosystems im Kontext einer wettbewerbsfähigeren europäischen Wirtschaft weiter zu stärken.

Gleichzeitig bleibt der Ansatz bewusst nicht hierarchisch und auf Peer to Peer Interaktion ausgerichtet, um einen effizienteren Einsatz von Kapital durch Investoren, Unternehmen und Family Offices innerhalb eines zunehmend integrierten europäischen Marktes zu ermöglichen.

Das Format stellt weiterhin Gründer in den Mittelpunkt, indem es das Innovationsökosystem gezielt um sie herum strukturiert und den Zugang zu Kapital, Fachwissen und langfristigen Partnerschaften erleichtert.

Selektive Teilnahme und Umgang mit unternehmerischer Diskontinuität

Die Teilnahme erfolgt auf Grundlage eines selektiven Verfahrens, das darauf ausgerichtet ist, relevante Expertise einzubinden und den Austausch von anwendungsorientiertem Wissen sicherzustellen.

Vor dem Hintergrund struktureller Herausforderungen im Startup Ökosystem wird auch die unternehmerische Diskontinuität systematisch adressiert. Der Umgang mit gescheiterten Ansätzen wird dabei nicht als Ausnahme, sondern als integraler Bestandteil unternehmerischer Entwicklungsprozesse verstanden.

Ziel ist es, durch eine strukturierte Analyse von Erfolgs und Misserfolgsfaktoren nachhaltigere Wachstums und Skalierungsstrategien zu identifizieren im Sinne des im Namen To The Peak angelegten Entwicklungsprozesses.

Advisory Board mit führenden europäischen Unternehmern

Die Weiterentwicklung wird durch ein Advisory Board unterstützt, dem führende europäische Unternehmer und Investoren angehören, darunter Peter Vesterbacka Gründer von Slush, Petter Made Gründer von SumUp, Claudio Erba Gründer von Docebo, Luca Rancilio CEO von Rancilio Cube Sicaf sowie Paolo Privitera Gründer von Events.com. Weitere Mitglieder sollen in den kommenden Monaten hinzukommen.

Stimmen aus dem Organisationskomitee

„To The Peak verfolgt das Ziel, zu einem stärker integrierten Innovationsökosystem beizutragen, indem Gründer in den Mittelpunkt gestellt und die strukturellen Voraussetzungen geschaffen werden, damit sie sich austauschen, weiterentwickeln und Zugang zu den notwendigen Ressourcen für ihre Skalierung erhalten“, erklärt Cristian Frigo, CEO des Organisationskomitees.

„Das Vertrauen von Partnern dieses Kalibers ist ein wesentliches Signal für unsere Initiative. Seit dem Start im Jahr 2024 hat sich das Projekt zu einem Netzwerk mit mehr als 30 jungen Fachkräften auf ganz Europa entwickelt. Dies unterstreicht das gemeinsame Engagement für ein stärker integriertes und resilienteres Startup Ökosystem.“

Einbindung in das internationale Slush Netzwerk

Als offizielles Slush’D Alumni Event anerkannt, gewährleistet To The Peak ignited by Slush’D die Kontinuität zum internationalen Slush Netzwerk und entwickelt gleichzeitig eine eigenständige europäische Positionierung.

Bild Cristian Frigo, CEO des Organisationskomitees von To The Peak

Quelle Bolzano Slush’D

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