Donnerstag, Juni 25, 2026
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Live-Commerce neu gedacht: Wie Händler über Streams Umsätze generieren

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Whatnot im Überblick: Geschäftsmodell, Strategien und Produkte für erfolgreiches Geldverdienen im Live-Commerce.

Key Takeaways

  • Whatnot etabliert sich als ein neuer Vertriebskanal im E-Commerce und kombiniert Live-Interaktion mit Teleshopping.
  • Verkäufer nutzen die Plattform, um Produkte live zu präsentieren und direkt mit Käufern zu interagieren.
  • Whatnot ermöglicht Startups schnellen Zugang zum digitalen Handel ohne eigene Infrastruktur.
  • Die Plattform bietet hohe Conversion-Raten und Echtzeit-Marktforschung, bringt aber Herausforderungen wie das Personenmarken-Risiko mit sich.
  • Der Live-Shopping-Markt wächst schnell, wobei Europa und die USA stark aufholen und Käufer zunehmend Interaktion erwarten.

Die Plattform Whatnot etabliert sich zunehmend als ernstzunehmender Vertriebskanal im digitalen Handel.* Das Konzept reaktiviert das Prinzip des Teleshoppings für Gen Z und Millennials durch maximale Interaktivität. Im Zentrum steht nicht nur das Produkt, sondern die Inszenierung. Verkäufer präsentieren Artikel live, reagieren in Echtzeit und erzeugen gezielt Kaufdynamiken. Diese Form des Shoppertainment steigert die Abschlussrate deutlich. Für Gründer entsteht ein Umfeld, in dem sich Produkte schnell validieren und skalieren lassen, jedoch mit klaren Anforderungen an Präsenz und Struktur.

Definition und Grundlagen

Whatnot ist eine Live-Commerce-Plattform, auf der Produkte in interaktiven Video-Streams verkauft werden. Käufer können in Echtzeit bieten oder direkt kaufen, während Verkäufer parallel moderieren und Fragen beantworten.

Das Modell vereint mehrere zentrale Elemente:

  • Live-Shopping als Erweiterung klassischer E-Commerce Prozesse
  • Social Commerce durch Community-Interaktion
  • Online-Auktionen mit dynamischer Preisbildung
  • Shoppertainment als Verbindung von Unterhaltung und Transaktion

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die Nutzung psychologischer Mechanismen. Besonders relevant ist FOMO, also die Angst, eine Gelegenheit zu verpassen. Zeitlich begrenzte Auktionen verstärken diesen Effekt deutlich.

Gleichzeitig spielt Vertrauen eine zentrale Rolle. Verkäufer werden geprüft, und Käuferschutzprogramme reduzieren Risiken erheblich. Das hebt die Plattform von klassischen Auktionsmodellen ab.

Bedeutung von Whatnot im Startup-Kontext

Für Startups bietet Whatnot einen schnellen Zugang zum digitalen Handel ohne eigene Infrastruktur. Die Plattform fungiert als direkter Marktplatz mit integrierter Zielgruppe.

Zentrale Vorteile:

  • Direkter Zugang zu aktiven Käufern
  • Echtzeit-Marktforschung über Chat-Feedback
  • Schnelle Validierung von Preismodellen

Der Fokus verschiebt sich dabei vom Produkt zur Persönlichkeit. Verkäufer agieren als Hosts, Markenbotschafter und Entertainer.

Für Investoren entsteht ein spannendes Modell mit hohen Engagement-Raten. Die Kombination aus Unterhaltung und Kaufprozess führt zu überdurchschnittlichen Conversion Rates.

Praxisbeispiele: So funktioniert Whatnot im Alltag

Der Verkaufsprozess folgt klaren Strukturen, lebt aber von Dynamik und Interaktion.

  1. Vorbereitung
    Auswahl der Produkte und Festlegung der Verkaufsstrategie.
  2. Live-Stream
    Präsentation mit Fokus auf Storytelling und Hype-Generierung.
  3. Interaktion
    Direkte Kommunikation mit Käufern in Echtzeit.
  4. Abschluss
    Verkäufe erfolgen direkt im Stream inklusive Zahlungsabwicklung.

Ein entscheidender Faktor ist die Gamification. Funktionen wie:

  • Giveaways zur Aktivierung der Community
  • Sudden Death Auctions mit extrem kurzen Laufzeiten
  • Countdown-Mechaniken zur Erhöhung des Kaufdrucks

Diese Mechaniken erhöhen die Retention deutlich. Käufer kehren regelmäßig zurück und entwickeln eine Bindung zu bestimmten Verkäufern.

Auch operativ bietet die Plattform Vorteile. Integrierte Versandlabels reduzieren den logistischen Aufwand erheblich.

Besonders gut funktionieren sogenannte High-Velocity-Goods:

  • Trading Cards
  • Sneaker
  • limitierte Sammlerprodukte

Diese Produkte haben hohe Umschlaggeschwindigkeiten und eignen sich ideal für Live-Formate.

Vorteile und Herausforderungen

Whatnot bietet klare Chancen, bringt aber strukturelle Grenzen mit sich.

VorteileHerausforderungen
Hohe Conversion durch Live-InteraktionPersonenmarken-Risiko
Echtzeit-MarktforschungBegrenzte Skalierbarkeit
Niedrige EinstiegshürdenHoher Zeitaufwand
Integrierte LogistikKonkurrenz um Aufmerksamkeit

Besonders kritisch ist das sogenannte Personenmarken-Risiko. Der wirtschaftliche Erfolg ist oft direkt an die Person im Stream gebunden. Das kann den Unternehmenswert beeinflussen.

Der Markt für Live-Shopping wächst international stark. Während Asien bereits weit entwickelt ist, holen Europa und die USA schnell auf.

Zentrale Trends:

  • Professionalisierung der Streaming-Umgebungen
  • Integration von Influencern als Hosts
  • Ausbau datenbasierter Steuerungstools

Das Konsumverhalten verändert sich parallel. Käufer erwarten zunehmend Interaktion und Erlebnis beim Einkauf. Klassische Shops verlieren hier an Relevanz.

Auch etablierte Händler testen Live-Formate zunehmend als Ergänzung zu bestehenden Vertriebskanälen.

Fazit: Relevanz von Whatnot für Unternehmer

Whatnot steht für eine neue Phase im E-Commerce, in der Interaktion und Unterhaltung integraler Bestandteil des Verkaufs werden. Die Plattform eignet sich besonders für Händler mit klarer Positionierung und emotionalen Produkten.

Geeignet ist das Modell für:

  • Nischenmärkte mit Community-Potenzial
  • Reselling-Strategien
  • Unternehmer mit Präsentationsstärke

Langfristig entsteht daraus ein struktureller Vorteil für frühe Anwender. Die zentrale Herausforderung liegt in der Balance zwischen Skalierung und persönlicher Präsenz.

Unternehmen, die früh in Live-Commerce investieren, sichern sich nicht nur operative Erfahrung, sondern auch einen strategischen Vorsprung im Wettbewerb.

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Foto/Quelle: stock.adobe.com – ChayTee

KI-Influencer im Unternehmen: Strategie, Aufbau und Einsatz

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KI-Influencer strategisch aufbauen und einsetzen: Chancen, Risiken und rechtliche Aspekte für Unternehmen im Überblick.

Key Takeaways

  • KI-Influencer gewinnen an Bedeutung im Social Media Marketing und bieten Vorteile wie Kontrolle über Inhalte und globale Einsetzbarkeit.
  • Ein KI-Influencer erstellt Inhalte autonom mithilfe von generativen Modellen und Sprachmodellen, was eine präzise Zielgruppenansprache ermöglicht.
  • Strategische Entwicklung, klare Zielsetzung und konsistente Persönlichkeit sind entscheidend für den Erfolg eines KI-Influencers.
  • Risiken umfassen Akzeptanzprobleme und rechtliche Unsicherheiten, während regulatorische Vorgaben zunehmend wichtig werden.
  • Ein erfolgreicher KI-Influencer erfordert qualitativ hochwertige Inhalte und die Einhaltung von Vorschriften, um das volle Potenzial auszuschöpfen.

Digitale Markenbotschafter auf Basis von künstlicher Intelligenz gewinnen rasant an Bedeutung. Unternehmen nutzen sie, um Reichweite aufzubauen und Inhalte effizient zu skalieren. Ein KI-Influencer ermöglicht planbare Kommunikation und reduziert Abhängigkeiten von externen Personen.*

Zu den wichtigsten Vorteilen zählen:

  • Vollständige Kontrolle über Inhalte und Markenbotschaften
  • Skalierbare Content-Produktion ohne klassische Limits
  • Globale Einsetzbarkeit rund um die Uhr
  • Geringeres Reputationsrisiko

Für Startups und wachstumsorientierte Unternehmen entsteht so ein neues Instrument im Social Media Marketing. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Strategie, Technologie und Regulierung.

Was ein KI-Influencer ist und warum er relevant ist

Ein KI-Influencer ist eine digital erzeugte Figur, die mithilfe von künstlicher Intelligenz Inhalte erstellt und veröffentlicht. Dazu zählen Bilder, Videos und Texte, die automatisiert oder teilautomatisiert produziert werden.

Virtuelle Influencer kombinieren mehrere Technologien:

  • Generative Bild- und Videomodelle
  • Sprachmodelle für Texte und Dialoge
  • Automatisierung für Veröffentlichung und Interaktion

Im Influencer Marketing entsteht dadurch ein steuerbares System. Unternehmen können Inhalte präzise an Zielgruppen anpassen.

Ein zentraler Faktor ist jedoch die Wahrnehmung. Der sogenannte „Uncanny Valley“-Effekt beschreibt die Irritation, wenn Figuren fast menschlich wirken, aber nicht vollständig realistisch sind. Dies kann die Akzeptanz negativ beeinflussen.

KI-Influencer strategisch entwickeln und positionieren

Der Aufbau eines KI-Influencer beginnt mit einer klaren strategischen Grundlage. Ohne definierte Rolle bleibt die Figur austauschbar.

Zielsetzung und Rolle

Die Funktion bestimmt die Ausrichtung:

  • Markenbotschafter für Produkte
  • Experte für Fachthemen
  • Entertainer für Reichweite

Diese Entscheidung beeinflusst Tonalität und Content Strategie.

Persona und Story

Eine konsistente Persönlichkeit ist entscheidend für den Markenaufbau. Dazu gehören:

  • Visuelles Design
  • Werte und Haltung
  • Hintergrundgeschichte

Diese Elemente fördern Vertrauen und Wiedererkennung.

Technische Umsetzung

Die technische Basis umfasst mehrere Komponenten:

  • Generative KI für visuelle Inhalte
  • Textmodelle für Kommunikation
  • Automatisierungstools für Publishing

Ein wichtiger Aspekt ist Prompting und Fine-Tuning. Nur durch präzise Steuerung entstehen konsistente Ergebnisse. Die Qualität hängt stark von Trainingsdaten und Modellanpassung ab.

Zunehmend entstehen auch hybride Modelle. Dabei wird ein realer Mensch mit KI kombiniert, etwa durch synthetische Gesichter oder Stimmen. Diese Ansätze verbinden Authentizität mit Skalierbarkeit.

Plattformstrategie

Plattformen stellen unterschiedliche Anforderungen:

  • TikTok bevorzugt dynamische Kurzvideos
  • Instagram setzt auf visuelle Ästhetik
  • LinkedIn eignet sich für B2B-Kommunikation

Ein KI-Influencer muss plattformgerecht angepasst werden. Einheitlicher Content reduziert die Wirkung.

Content Strategie für nachhaltigen Erfolg mit KI-Influencer

Die Content Strategie entscheidet über Sichtbarkeit und Engagement. Ein KI-Influencer benötigt klare inhaltliche Leitlinien.

Wichtige Prinzipien:

  • Konsistente Tonalität
  • Regelmäßige Veröffentlichung
  • Datenbasierte Optimierung

Auch virtuelle Influencer müssen glaubwürdig wirken. Zu stark automatisierte Inhalte werden schnell als künstlich erkannt.

Typische Formate sind:

  • Produktdemonstrationen
  • Story-basierte Inhalte
  • Meinungsbeiträge
  • Kooperationen

Interaktion spielt eine zentrale Rolle. Kommentare und Reaktionen erhöhen die Bindung zur Zielgruppe.

Vergleich: Mensch vs. Maschine

MerkmalMenschlicher InfluencerKI-Influencer
KontrolleBegrenztHoch
VerfügbarkeitEingeschränktRund um die Uhr
KostenLaufend variabelHohe Initialkosten
AuthentizitätNatürlichKünstlich aufgebaut

Diese Unterschiede zeigen die strategischen Einsatzmöglichkeiten im Markenaufbau.

Chancen, Risiken und Regulierung rund um KI-Influencer

Der Einsatz eines KI-Influencer bietet wirtschaftliche Vorteile, bringt jedoch auch Risiken mit sich.

Chancen

  • Effizient skalierbares Social Media Marketing
  • Konsistente Markenkommunikation
  • Flexible Anpassung an Trends

Risiken

  • Akzeptanzprobleme durch künstliche Darstellung
  • Rechtliche Unsicherheiten
  • Hohe Anfangsinvestitionen

Ein zentraler Punkt ist die Regulierung. Plattformen wie TikTok und Meta verlangen zunehmend eine Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten. Diese Labeling-Pflichten sollen Transparenz schaffen.

Auch die EU arbeitet mit dem AI Act an verbindlichen Regeln für künstliche Intelligenz. Unternehmen müssen daher sicherstellen, dass ihr KI-Influencer klar gekennzeichnet ist und keine irreführenden Inhalte verbreitet.

Datenschutz und Urheberrecht bleiben zusätzliche Herausforderungen. Besonders bei Trainingsdaten und visuellen Inhalten bestehen offene Fragen.

Fazit

Der KI-Influencer entwickelt sich zu einem festen Bestandteil moderner Marketingstrategien. Unternehmen profitieren von Skalierbarkeit und Kontrolle, müssen jedoch strategisch und verantwortungsvoll vorgehen.

Essenziell für den Erfolg sind eine klare Positionierung, hochwertige Inhalte und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben. Ohne diese Grundlagen bleibt das Potenzial begrenzt.

Ein sinnvoller Einstieg erfolgt häufig über Pilotprojekte. So lassen sich Technologie, Zielgruppenreaktionen und wirtschaftliche Effekte realistisch bewerten.

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Foto/Quelle: stock.adobe.com – Mohsin

So gelingt der Einstieg auf YouTube im Jahr 2026

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YouTube 2026 im Überblick: Strategien, Trends und Geschäftsmodelle für Gründer und Startups auf der Plattform.

Key Takeaways

  • YouTube 2026 erfordert eine Kombination aus technologischer Effizienz und glaubwürdiger Positionierung, da KI-generierte Inhalte zunehmen.
  • Wichtige Trends sind KI-native Produktion, Hyper-Personalisierung und die Einflussnahme von EEAT-Signalen auf die Sichtbarkeit.
  • Content-Strategien müssen klare thematische Nischen, eine erkennbare Markenidentität und datenbasierte Planung umfassen.
  • Die Monetarisierung umfasst klassische Einnahmequellen sowie Social Commerce, wobei Produkte direkt in Videos integriert werden.
  • Wachstum auf YouTube 2026 benötigt systematische Optimierung, insbesondere analytische Betrachtung der Nutzerinteraktionen und externe Marketingstrategien.

Der Einstieg auf YouTube ist kein Experiment mehr, sondern Präzisionsarbeit. YouTube 2026 steht für ein Umfeld, in dem Vertrauen zur zentralen Währung wird. KI-generierte Inhalte nehmen stark zu. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Authentizität und Transparenz.

Für Gründer und Startups bedeutet das: Erfolg entsteht durch die Kombination aus technologischer Effizienz und glaubwürdiger Positionierung. Die Plattform ist Teil der Creator Economy und fungiert als Medien-, Vertriebs- und Markenkanal zugleich.

YouTube 2026: Plattform im Wandel

YouTube 2026 ist geprägt von tiefgreifenden strukturellen Veränderungen:

  • KI-Native Produktion: Automatische Synchronisation, generative B-Roll und KI-gestützte Skripte sind Standard
  • Hyper-Personalisierung: Inhalte werden zunehmend auf individuelle Nutzerinteressen zugeschnitten
  • EEAT-Signale: Expertise, Vertrauen und Transparenz beeinflussen die Sichtbarkeit stark

Der YouTube Algorithmus bewertet Inhalte nicht mehr nur nach Klicks oder Watchtime. Entscheidend ist die Qualität der Interaktion. Community-Ownership gewinnt an Bedeutung. Nutzer sollen nicht nur konsumieren, sondern aktiv eingebunden werden.

Ein zentraler Faktor ist zudem die AI-Disclosure. Die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte wird regulatorisch und plattformseitig eingefordert. Fehlende Transparenz kann Reichweite und Vertrauen beeinträchtigen.

Das Plattformmodell entwickelt sich zu einem Multi-Format-Ökosystem. Shorts, Longform und Livestreams greifen stärker ineinander. Inhalte werden kanalübergreifend miteinander verknüpft.

Content-Strategie für YouTube 2026 entwickeln

Eine klare Content-Strategie bleibt entscheidend. YouTube 2026 belohnt konsistente Themenführung und eine präzise Zielgruppenansprache.

Wichtige Bausteine:

  • klare thematische Nische
  • wiedererkennbare Markenidentität
  • datenbasierte Planung
  • strukturierte Veröffentlichungszyklen

Videomarketing entwickelt sich weiter zum strategischen Instrument. Inhalte dienen gezielt der Leadgenerierung, Positionierung oder Investorenkommunikation.

KI-Tools unterstützen die Produktion, Analyse und Distribution. Gleichzeitig steigt die Erwartung an inhaltliche Tiefe. Reine Automatisierung ohne Substanz führt selten zum Erfolg.

Ein wesentlicher Trend ist die globale Skalierung durch Multi-Language-Audio. KI-gestütztes Dubbing ermöglicht internationale Reichweite ab dem ersten Tag. Startups können Inhalte parallel in mehreren Märkten testen.

Monetarisierung auf YouTube 2026 verstehen

Die Monetarisierung ist vielfältiger geworden. YouTube 2026 bietet neben klassischen Modellen neue direkte Erlösquellen:

  • Werbeeinnahmen über das Partnerprogramm
  • Sponsoring und Kooperationen
  • eigene Produkte und Services
  • Mitgliedschaften

Hinzu kommt ein wachsender Bereich: Social Commerce. Produkte lassen sich direkt in Videos und Livestreams integrieren. Kaufprozesse erfolgen ohne Plattformwechsel. Für Startups entsteht ein direkter Vertriebskanal.

Praxisbeispiel Social Commerce:
Ein Startup im Bereich D2C zeigt ein Produkt in einem Livestream. Während der Demonstration erscheint ein integrierter Kaufbutton. Nutzer können direkt im Video bestellen, ohne die Plattform zu verlassen. Ergänzend werden Kurzclips aus dem Stream als Funnel genutzt, um neue Zielgruppen anzusprechen und in das Longform-Video zu führen.

Die Creator Economy entwickelt sich weiter in Richtung unternehmerischer Strukturen. Kanäle werden als eigenständige Marken geführt. Kennzahlen wie Conversion Rate oder Customer Lifetime Value gewinnen an Bedeutung.

Regulatorische Anforderungen steigen ebenfalls. Transparenz bei Werbung und KI-Einsatz wird zunehmend kontrolliert.

Skalierung und Wachstum auf YouTube 2026

Wachstum erfordert systematische Optimierung. YouTube 2026 macht die frühe Performance eines Videos besonders relevant.

Wichtige Hebel:

  • Analyse von Nutzerverhalten
  • Optimierung von Titeln und Thumbnails
  • Ausbau funktionierender Formate
  • strategische Kooperationen
  • Plattformübergreifendes Videomarketing: Kurzclips dienen als Funnel für tiefgehende Longform-Inhalte

Die First-Hour-Performance beeinflusst die initiale Ausspielung stark. Inhalte müssen früh überzeugen.

Externe Kanäle spielen ebenfalls eine größere Rolle. Plattformübergreifendes Videomarketing kann gezielt Reichweite aufbauen und stabilisieren.

Unternehmen investieren zunehmend in spezialisierte Teams. Content wird nicht mehr nebenbei produziert, sondern als zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie betrachtet.

Risiken und Herausforderungen im Überblick

Trotz Chancen bleibt das Umfeld anspruchsvoll. YouTube 2026 ist durch intensiven Wettbewerb geprägt.

Zu den zentralen Herausforderungen zählen:

  • steigender Produktionsaufwand
  • Abhängigkeit vom YouTube Algorithmus
  • volatile Einnahmequellen
  • hoher Zeitbedarf bis zur Skalierung

Die Qualitätserwartung der Nutzer steigt kontinuierlich. Inhalte müssen fachlich fundiert und gleichzeitig visuell überzeugend sein.

Checkliste: AI-Disclosure im Überblick

  • Kennzeichnungspflicht bei erkennbar KI-generierten oder KI-veränderten Inhalten
  • Transparente Platzierung der Hinweise im Video oder in der Beschreibung
  • klare Trennung zwischen echten und synthetischen Elementen
  • Einhaltung plattformspezifischer Richtlinien
  • Risiko bei Verstößen: Reichweitenverlust, Demonetarisierung oder Sperrung

Auch die Balance zwischen KI-Einsatz und Authentizität stellt viele Unternehmen vor strategische Fragen.

Fazit: Strategischer Ansatz entscheidet

YouTube 2026 erfordert einen klaren, datengetriebenen Ansatz. Erfolg entsteht nicht zufällig, sondern durch konsequente Planung und Umsetzung.

Für Gründer und Unternehmen liegt die Chance in der Kombination aus Content-Strategie, technologischer Effizienz und Community-Aufbau. Wer Vertrauen schafft und relevante Inhalte liefert, kann sich nachhaltig positionieren.

Ein sinnvoller erster Schritt ist die systematische Nischenanalyse, bevor die eigentliche Content-Produktion beginnt.

Foto/Quelle: stock.adobe.com – pucko_ns

EVA Finanzierung 35 Millionen Euro: Esports Virtual Arenas startet Expansion

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EVA Finanzierung 35 Millionen Euro – Expansion nach Deutschland EVA KARTING GP - Joueurs groupe

Esports Virtual Arenas (EVA) sichert sich 35-Millionen-Euro-Runde unter Führung von RAISE Invest

Der Marktführer in Frankreich treibt die internationale Expansion voran – insbesondere in Deutschland und Spanien
Gleichzeitig bringt das Unternehmen weitere Innovationen auf den Markt, darunter der neueste Titel: EVA KARTING GP

Esports Virtual Arenas (EVA) gibt bekannt, dass sich RAISE Invest im Rahmen einer Finanzierungsrunde mit über 35 Millionen Euro am Unternehmen beteiligt hat. Die EVA Finanzierung 35 Millionen Euro ist der Startschuss einer neuen Wachstumsphase. EVA will seine internationale Expansion beschleunigen, das bestehende Netzwerk in Frankreich stärken und das Gaming-Angebot ausbauen.

EVA Finanzierung 35 Millionen ermöglicht Fokus auf Deutschland und Spanien

Klare europäische Ambitionen: Fokus auf Deutschland und Spanien
In fünf Jahren hat EVA mehr als 70 Standorte eröffnet. Bis Ende 2026 soll das Franchisenetzwerk die Marke von 100 Standorten überschreiten. Das Unternehmen ist bereits in zehn Ländern aktiv und hat Deutschland und Spanien als strategische Schwerpunkte für 2026 definiert. Zehn Neueröffnungen sind in Planung – darunter in Krefeld, Granada und Barcelona, zusätzlich zu den bestehenden Standorten in Köln, Unna, Madrid und Málaga.

EVA Finanzierung 35 Millionen stärkt Innovationen wie EVA KARTING GP

VR-Technologie weiter vorantreiben mit EVA KARTING GP
Neben der geografischen Expansion treibt EVA die Entwicklung neuer Spiele voran. EVA KARTING GP war auf der Paris Games Week 2025 ein voller Erfolg und soll bis Ende 2026 in allen Franchises spielbar sein. Das weltweit erste Virtual-Reality-Kartspiel verbindet echtes Fahren in einem elektrischen Driftkart mit virtueller Immersion in 500-m²-Arenen. Es bietet vor allem ein familienfreundliches Erlebnis.

„Die Partnerschaft mit RAISE Invest bestätigt die Stärke unseres Geschäftsmodells und unserer Vision. Wir haben jetzt die Mittel, unsere Führungsposition in Frankreich zu festigen und international weiter zu wachsen. EVA KARTING GP steht sinnbildlich für eine neue Generation sozialer und spektakulärer Erlebnisse, die wir nach Europa und darüber hinaus bringen wollen.“ – Jean Mariotte, Mitgründer von EVA.

Strategische Partnerschaft für beschleunigtes Wachstum
Mit RAISE Invest gewinnt EVA einen erfahrenen Partner, der auf die Unterstützung schnell wachsender französischer Mittelständler spezialisiert ist. RAISE Invest kooperiert als aktiver Minderheitsgesellschafter gezielt mit profitablen wachsenden Unternehmen mit hohem Potenzial. Für EVA bedeutet die Partnerschaft nicht nur frisches Kapital, sondern auch strategische Unterstützung bei der Umsetzung seiner internationalen Ambitionen – durch das RAISE-Netzwerk sowie durch Expertise in den Bereichen „Data and Financial Engineering“.

„EVA ist ein besonderes Unternehmen: Das Team hat eine eigene Kategorie geschaffen, in der Gaming auf soziales Entertainment trifft. Das Produkt und das Spielerlebnis sind außergewöhnlich – sie sind das eigentliche Fundament des Erfolgs. Für EVA bricht eine Zeit des Wachstums an und wir freuen uns, das Unternehmen dabei zu begleiten, sein volles Potenzial zu entfalten.“ – Vincent Sauzay, Partner RAISE Invest

Einzigartiges Konzept

EVA verbindet Freizeitvergnügen mit immersivem Sport. Mehr als eine Million Spielerinnen und Spieler haben das Angebot bereits genutzt. Alleine rund um den Shooter EVA BATTLE ARENA ist in Frankreich eine Community von über 10.000 regelmäßigen Spielerinnen und Spielern entstanden. Dessen Erfolg hat zur Gründung der weltweit ersten professionellen E-Sport-Liga mit Free-Roaming-Gameplay geführt. Die am 14. April gestartete EVA Pro League vereint acht führende europäische E-Sport-Teams und unterstreicht die internationale Strahlkraft der Marke.
2026 bringt EVA zwei neue, stärker familienorientierte Spiele auf den Markt und expandiert umfangreich in Deutschland und Spanien. Ziel ist es, zu einem der führenden Akteure auf europäischer Ebene zu werden. Und damit den Grundstein für eine spätere Expansion in die USA und nach Asien zu legen.

Bild EVA KARTING GP – Joueurs groupe

Quelle yellow house GmbH

Was, wenn Marken einen Klang hätten, den jeder sofort erkennt?

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EightSix Musik Marke Plattform Entscheidungen System Die Co-Gründer von EightSix Shai Caleb Hirschson (l.) und Gordian Gleiss (r.). Bild: EightSix

EightSix macht Musik für Marken strategisch nutzbar und schafft klare Systeme für konsistente Entscheidungen

Wer steckt hinter EightSix und welche Hintergründe bringen die Gründerinnen und Gründer mit?

Hinter EightSix stehen Gordian Gleiß, Shai Hirschson und Joss Brightwell. Wir kommen aus Musik, Komposition, Sonic Branding, Supervision, Produktion und strategischer Markenarbeit. EightSix ist aus 86Tales heraus entstanden, einer Firma, mit der wir über Jahre Musik für Marken, Kampagnen und Kommunikationsformate entwickelt haben. Uns verbindet die Erfahrung, dass Musik in Unternehmen oft eine enorme Wirkung hat, aber selten mit derselben Klarheit geführt wird wie Design oder Sprache.

Wie ist die Idee zu EightSix entstanden und welches Problem im Marketing wolltet ihr konkret lösen?

Die Idee zu EightSix ist direkt aus der Arbeit von 86Tales entstanden. Über Jahre haben wir dort erlebt, wie Musikentscheidungen in Unternehmen getroffen werden. Meist subjektiv, politisch und kaum nachvollziehbar. Jeder hat eine Meinung, aber oft gibt es kein System. Ein Team entscheidet so, das nächste völlig anders. Das Ergebnis ist ein Klangbild ohne Linie. EightSix ist entstanden, weil wir dieses Problem nicht nur kreativ, sondern strukturell lösen wollten.

Welche Vision verfolgt EightSix im Bereich Musik und Markenkommunikation?

Unsere Vision ist, Musik in Unternehmen genauso ernst zu nehmen wie visuelles Design. Mit klaren Regeln, einem gemeinsamen Verständnis und einer langfristigen Logik. Wir wollen, dass jede Marke weiß, wie sie klingt, warum sie so klingt und wie sie diesen Klang über alle Kanäle und Märkte hinweg konsistent hält.

An welche Zielgruppen richtet sich EightSix und welche Bedürfnisse stehen dabei im Fokus?

Wir arbeiten mit Marken und Agenturen, die Musik nicht als Dekoration sehen, sondern als strategisches Werkzeug. Das sind meist CMOs, Brand Leads oder Marketingentscheider in mittelgroßen bis großen Organisationen. Im Fokus stehen Klarheit, Konsistenz, schnellere Entscheidungen und ein System, das auch in komplexen Teamstrukturen funktioniert.

Warum wird Musik im Marketing aus eurer Sicht noch immer unterschätzt?

Weil es in den meisten Unternehmen kein gelerntes Vokabular dafür gibt. Für Farben, Typografie und Layout gibt es Brand Books und Guidelines. Für Musik oft nicht. Deshalb wird Musik häufig als letzte Entscheidung im Prozess behandelt. Kurz vor der Deadline, nach Bauchgefühl und oft ohne klaren Rahmen. Dabei ist sie einer der stärksten Hebel für Wiedererkennung und Emotion.

Wie schafft ihr es bei EightSix, Musikentscheidungen datenbasiert und nachvollziehbar zu machen?

Wir haben mit dem Brand Studio eine Plattform gebaut, die Marken eine gemeinsame Sprache für Musik gibt. Statt nur über Geschmack zu diskutieren, arbeiten Teams mit klaren Parametern. Zum Beispiel Stimmung, Energie, Tempo, Instrumentierung oder kulturelle Referenzen. Diese Parameter werden aus der Markenidentität abgeleitet. So wird aus Intuition ein Framework, das teilbar, nachvollziehbar und skalierbar ist.

Was unterscheidet euren Ansatz von klassischen Agenturen im Bereich Sound und Branding?

Viele Ansätze enden beim Audio Logo oder bei einem Sound Manual. Das ist wichtig, löst aber nicht das operative Problem im Alltag. Was passiert, wenn ein Team drei Monate später neue Musik für eine Kampagne braucht? Wer entscheidet dann, was zur Marke passt? EightSix verbindet kreative Exzellenz mit einem System, das auch nach dem Projekt weiterlebt. Wir machen nicht nur den Klang. Wir machen die Entscheidungsfähigkeit rund um Klang.

Welche Herausforderungen begegnen euch, wenn ihr kreative Prozesse mit Daten und Technologie verbindet?

Die größte Herausforderung ist Vertrauen. Viele Kreative reagieren verständlicherweise skeptisch auf Systeme, die ihre Arbeit zu stark einengen könnten. Unser Ziel ist aber nicht, Kreativität zu ersetzen, sondern sie besser abzusichern. Die Kunst liegt darin, Struktur zu schaffen, ohne die Magie zu verlieren.

Wie reagieren Unternehmen darauf, Musik nicht mehr rein subjektiv auszuwählen?

Erstaunlich positiv. Viele Teams empfinden es als Erleichterung. Endlich gibt es eine Grundlage, auf der man diskutieren kann, ohne dass es persönlich wird. Ohne gemeinsame Kriterien gewinnt oft einfach die lauteste Stimme. Mit einem klaren Rahmen werden Musikentscheidungen schneller, sicherer und besser begründbar.

Welche Rolle spielt eure Plattform bei der täglichen Arbeit mit Kundinnen und Kunden?

Das Brand Studio ist der Ort, an dem die musikalische Identität einer Marke sichtbar und anwendbar wird. Dort können Teams Musik gegen ihre Markenparameter prüfen und Entscheidungen über Märkte und Kanäle hinweg konsistent halten. Bei Siemens Hausgeräte nutzen wir diesen Ansatz, um eine klare musikalische Sprache über unterschiedliche Touchpoints hinweg zu sichern.

Wie wollt ihr EightSix in Zukunft weiterentwickeln und welche nächsten Schritte plant ihr?

Wir wollen EightSix als führende Plattform für strategische Musikentscheidungen weiter ausbauen. Dazu gehören neue Integrationen, weitere Musikquellen, internationale Skalierung und noch stärkere Anwendungen für große Markenorganisationen. Unser Ziel ist, dass in Zukunft keine große Marke mehr ohne ein klares Musik Governance System arbeitet.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Build what you need. Dann bleibt ihr auch dann dran, wenn es schwierig wird.

Zweitens: Seid bereit, eure ursprüngliche Idee immer wieder zu hinterfragen. Wir haben über Jahre gelernt, dass das eigentliche Problem nicht Musik selbst ist, sondern die Entscheidung rund um Musik.

Drittens: Unterschätzt nie die Kraft klarer Sprache. Wenn ihr nicht in einem Satz sagen könnt, was ihr macht und warum es relevant ist, habt ihr kein Kommunikationsproblem, sondern ein Strategieproblem.

Bild:Die Co-Gründer von EightSix Shai Caleb Hirschson (l.) und Gordian Gleiss (r.). Bild: EightSix

Wir bedanken uns bei Shai Caleb Hirschson und Gordian Gleiss für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Jeder dritte Patient ohne wirksame Therapie trotz Fortschritt?

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Precisis EASEE Epilepsie Therapie im Fokus Agela Liedler Bildcredits Precisis

Precisis entwickelt mit EASEE eine neue Epilepsie Therapie, die gezielt Anfälle im Gehirn unterdrückt und Patienten nachhaltig entlastet

Wie ist Precisis entstanden und was war der Ausgangspunkt für die Entwicklung einer neuen Therapie für Epilepsie?

PRECISIS hat ein kleines, intelligentes medizinisches Gerät erfunden, mit dem epileptische Anfälle gestoppt werden können. Dünne Elektrodenplättchen werden unter die Kopfhaut gelegt. Diese senden elektrische Pulse, um die Anfälle punktgenau an ihrem Ursprungsort im Gehirn zu unterdrücken. Die Wirkung hält dauerhaft an, die Patienten fühlen sich im Alltag frei und geschützt.

Was hat Sie persönlich dazu bewegt, mit Precisis in einem so forschungsintensiven Bereich zu gründen?

Es gibt eine traurige Statistik, die trotz duzender neuer Pillen im Markt bis heute nicht besser geworden ist: Jeder dritte Epilepsie Patient bekommt seine Anfälle nicht los, obwohl er starke und viele Medikamente im Cocktail einnimmt. Im Schnitt leiden solche Patienten über 22 Jahre (!) lang, bis sie eine andere, individuellere Methode (chirurgisch oder technisch) zur Unterbrechung ihrer Anfälle vorgestellt bekommen. Wir bei Precisis sind angetreten, diesen Missstand aufzulösen.

Mit dem Neuroimplantat EASEE® hat Precisis eine neue Therapieoption geschaffen. Was steckt hinter dieser Technologie?

Das Neue an unserer Erfindung ist der Kunstgriff, dass die elektrischen Pulse den Kopfknochen durchdringen können und das definierte Gebiet im Gehirn gezielt beruhigen. Damit wird die Hürde für Patienten klein, sich ein Implantat unter die Haut legen zu lassen. Wir nennen das eine minimalinvasive Methode. Das Gehirn bleibt bei der Prozedur vollkommen unberührt.
Mit der konsequenten Fokussierung unserer technologischen Erfindung auf das Patientenwohl lagen wir von Anfang an richtig. Das Gerät heißt EASEE (Anspielung auf easy), weil es das Leben mit Epilepsie leichter macht. Inzwischen tragen Hunderte von Patienten das EASEE Gerät und wollen es nicht mehr missen.

Welche Vision verfolgen Sie mit Precisis im Bereich der Behandlung neurologischer Erkrankungen?

Da es sich bei der EASEE Technologie um eine individuelle, intelligente Stimulationsmethode handelt, ist sehr gut vorstellbar, dass auch andere neurologische Erkrankungen, deren Ursprung in einem abgegrenzten Areal des Gehirns liegt, davon profitieren können. Derzeit denken wir hier vor allem an Patienten mit schwerer Depression, die allein mit Medikamenten nicht zurechtkommen.

Wie möchten Sie diese Vision in den kommenden Jahren konkret umsetzen?

Wir haben in den kommenden Jahres Großes vor. Zunächst werden wir den Zugang zur EASEE Therapie für erwachsene Patienten in ganz Europa erleichtern. Darüber hinaus rechnen wir damit, dass wir ab ca. in einem Jahr auch Teenagern im Alter ab 12 Jahren die EASEE Methode anbieten können. Parallel dazu werden wir den Sprung auf den amerikanischen Markt wagen. Wichtig ist uns bei allen Vorhaben, dass Patienten, ihre Angehörigen und natürlich Ärzte über unsere neue Methode gut informiert werden. Bis dato prägt die Pharmaindustrie mit ihrer enormen Marktmacht sowohl die öffentliche Kommunikation als auch die Ausbildung der Ärzte. Im umkämpften Markt der neurologischen Erkrankungen Fuß zu fassen, erfordert Kraft und Ausdauer.

Welche Patientengruppen sprechen Sie mit Ihrer Lösung an und welche Probleme lösen Sie im Alltag der Betroffenen?

Es geht darum, die lange Leidensdauer solcher Epilepsie Patienten zu verkürzen, die trotz der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten nicht anfallsfrei geworden sind.

Was unterscheidet Precisis und das EASEE® System von klassischen Therapieansätzen bei Epilepsie?

Bisher galt die Regel, dass alle technischen oder chirurgischen Methoden in der Epilepsie Therapie als Ultima Ratio angesehen wurden. Mit dem neuen effektiven EASEE Konzept kann den Patienten nun viel früher ein minimal invasives System angeboten werden. Vor allem junge Leute, die ihr ganzes Leben noch vor sich haben, schätzen daran, dass EASEE – wenn denn gewünscht – auch wieder entfernt werden kann. Anders als bei Gehirnoperationen, bei denen das kranke Areal herausgeschnitten oder verödet wird, hinterlässt EASEE keinerlei Schäden am Gewebe.

Welche Herausforderungen sind Ihnen beim Aufbau von Precisis im MedTech Bereich besonders begegnet?

Die Zulassungsbedingungen und die Erstattungsregeln sind intelligenten, digitalen Therapie Methoden gegenüber nicht adäquat, weil sie viel zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Patienten, die an schweren neurologischen Erkrankungen leiden, haben hingegen einen Anspruch darauf, möglichst rasch mehr qualifizierte Lebenszeit zu gewinnen.

Wie erleben Sie die Startup Szene als Gründerin in einer technologiegetriebenen Branche?

Wir bei Precisis haben das Glück, dass unser Geschäftsmodell leicht verständlich ist. Der Sinn unseres Handelns ist für potenzielle Mitarbeiter schnell eingängig und so gewinnen wir einfacher als andere Firmen hochmotivierte Teammitglieder.

Welche nächsten Schritte und Entwicklungen planen Sie für Precisis?

Precisis möchte innerhalb kurzer Zeit auf dem amerikanischen Markt aktiv sein.

Wo sehen Sie Precisis in fünf bis zehn Jahren?

In fünf bis zehn Jahren wird unsere Plattformtechnologie EASEE auch für andere neurologische Krankheiten einsetzbar sein.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Schnell sein. Eine starke Markenbotschaft prägen. Nur die Besten ins Team holen.

Bild Bildcredits @Precisis

Wir bedanken uns bei Angela Liedler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Warum ist es für Start-ups entscheidend, ihren psychologischen Reifegrad zu kennen?

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Jobglück im Startup psychologischer Reifegrad Achim Pothmann Autor

Jobglück als Frühwarnindikator

Start-ups starten oft wie ein gut eingespieltes Radteam auf einer sonnigen Etappe. Jeder tritt mit voller Kraft in die Pedale, die Richtung ist klar, die Energie spürbar. Die Vision zieht. Die Verbindung im Team ist eng. Kurz gesagt: Es läuft grandios.

Doch dann, oft schneller als gedacht, kippt die Dynamik. Trotz wachsender Marktchancen steigen plötzlich Fluktuation und Unruhe. Erste kulturelle Risse entstehen, die Motivation sinkt. Und das, obwohl das Geschäftsmodell funktioniert. Viele Gründer reagieren dann wie jemand, der auf der Fahrradtour einfach noch fester tritt – ohne zu merken, dass die Kette längst nicht mehr sauber greift.

Diese Phänomene sind kein Zufall. Sie sind Ausdruck eines sinkenden psychologischen Reifegrades des Unternehmens.

Der unsichtbare Erfolgsfaktor: psychologischer Reifegrad

Der psychologische Reifegrad beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, Bedingungen zu schaffen, unter denen Menschen ihre Arbeit als sinnvollen und positiven Teil ihrer Lebenszeit erleben. Er beantwortet eine einfache, aber entscheidende Frage: Wie geht es den Menschen wirklich in diesem Unternehmen und wie gerne arbeiten sie dort?

Am Anfang eines Start-ups ist diese Frage meist leicht zu beantworten. Menschen kommen nicht nur wegen eines Jobs, sondern wegen einer Idee. Die Verbindung zur Vision und untereinander ist stark. Das erzeugt ein hohes Maß an Jobglück – also das „Gernemachen“ im Job. Und genau daraus entsteht ein hoher Reifegrad: Engagement, Vertrauen und echte Zusammenarbeit sind die logische Folge.

Doch Wachstum verändert die Spielregeln.

Skalierung frisst Verbindung – wenn man nicht gegensteuert

Mit jedem neuen Mitarbeitenden wird das System komplexer. Neue Perspektiven, neue Erwartungen, neue Dynamiken kommen hinzu. Was vorher intuitiv funktionierte, braucht plötzlich Struktur. Was vorher Nähe war, wird Distanz. Die Mitarbeitenden der ersten Stunde fühlen sich nicht mehr genügend mitgenommen und die Neuen docken nicht an, wie es zum Start bei allen der Fall war.

Wenn Start-ups an dieser Stelle nicht bewusst gegensteuern, passiert etwas Entscheidendes: Die Verbindung zwischen den Menschen nimmt ab. Und mit ihr sinkt das Jobglück.

Das ist der Moment, in dem der psychologische Reifegrad zu sinken beginnt.

Nicht sofort ins Extreme. Die wenigsten Start-ups werden direkt toxisch. Aber viele rutschen schleichend von einem hohen Reifegrad in mittlere Stufen ab.

Der psychologische Reifegrad eines Unternehmens: Vom Miteinander zum Gegeneinander

Vereinfacht lassen sich fünf Reifegrade unterscheiden:

Reifegrad 1 – toxisch
Reifegrad 2 und 3 – unglücklich / noch unglücklich
Reifegrad 4 – relativ glücklich
Reifegrad 5 – glücklich

Entscheidend ist die Trennlinie zwischen den oberen und unteren Bereichen. Zwischen Reifegrad 4 und 3 verläuft kein kleiner Unterschied, sondern ein fundamentaler Bruch.

In den oberen Reifegraden dominieren Vertrauen, Miteinander und ein hoher Kooperationsgrad. Menschen unterstützen sich, übernehmen Verantwortung und ziehen gemeinsam in eine Richtung.

Unterhalb dieser Schwelle kippt das System: Aus Miteinander wird Gegeneinander. Egoismus ersetzt Kooperation. Es wird mehr gekämpft als gestaltet. Schuldzuweisungen nehmen zu, Enttäuschungen häufen sich. Die Verbindung zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden bröckelt – und manchmal sogar innerhalb von Teams.

Das Unternehmen funktioniert vielleicht noch. Aber es verliert seine Kraft.

Jobglück als Frühwarnindikator

Hier kommt ein oft unterschätzter Hebel ins Spiel: das Jobglück der Mitarbeitenden.

Jobglück ist kein „Nice to have“ und schon gar keine Wohlfühlromantik. Es ist ein präziser Indikator dafür, wie gesund ein Unternehmen wirklich ist. Denn wer gerne arbeitet und sich verbunden fühlt, bringt sich ein, bleibt und leistet mehr. Wer das nicht tut, zieht sich zurück – innerlich oder ganz real.

Das bedeutet für Start-ups: Jobglück ist das Thermometer für den psychologischen Reifegrad. Sinkt es, ist das kein individuelles Problem einzelner Mitarbeitender, sondern ein systemisches Signal.

Oder anders gesagt: Wenn im Team die Freude an der Arbeit leiser wird, sollten bei der Geschäftsführung die Alarmglocken lauter werden.

Was bedeutet das konkret für wachsende Start-ups?

Die zentrale Herausforderung lautet: Wie sichern wir die Qualität des Jobglücks, während wir skalieren?

Die Antwort ist unbequem, aber klar: Das, was am Anfang zufällig gut funktioniert hat, muss später bewusst gestaltet werden.

Das betrifft vor allem drei Hebel:

Verbindung aktiv gestalten. Regelmäßige echte Begegnung, klare Kommunikation und ein gemeinsames Verständnis der Vision sind kein Luxus, sondern Grundvoraussetzung.

Führung neu denken. Führung bedeutet nicht mehr primär Zielerreichung zu kontrollieren, sondern Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Menschen gerne und gut arbeiten können.

Reifegrad bewusst entwickeln. Jeder Wachstumsschritt erfordert eine Weiterentwicklung der Zusammenarbeit. Wer das ignoriert, fällt zurück – egal wie stark das Produkt ist.

Fazit: Erst verstehen, dann skalieren

Viele Start-ups investieren massiv in Produkt, Marketing und Wachstum. Das ist wichtig. Aber sie übersehen oft den entscheidenden Hebel: den Zustand ihres eigenen Systems.

Der psychologische Reifegrad ist kein theoretisches Konstrukt. Er ist die Basis für nachhaltigen Erfolg. Wer ihn kennt, kann gezielt steuern. Wer ihn ignoriert, fährt irgendwann mit Vollgas – aber in die falsche Richtung.

Oder um im Bild zu bleiben: Erfolg entsteht nicht nur durch kräftiges Treten. Sondern durch eine gut geölte Kette, ein stabiles Team und die Fähigkeit, auch bei Gegenwind gemeinsam weiterzufahren.

Bildcredits: Lutz Tölle, Tölle Studios GmbH

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Bug Bounty Switzerland Finanzierung: 12 Millionen für globale Expansion

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Bug Bounty Switzerland Finanzierung 12 Millionen Franken Bildunterschrift: (v.l.n.r.) Stefan Velikov, Lukas Heppler (Co-Founder), Sandro Nafzger (Co-Founder), Florian Badertscher (Co-Founder), Lino Simoni

Die Bug Bounty Switzerland Finanzierung markiert einen entscheidenden Schritt für das Schweizer Cybersecurity Startup: Mit 12 Millionen Franken aus einer Series-A-Runde treibt das Unternehmen seine internationale Expansion und die Weiterentwicklung seines KI-gestützten Security-Testings voran.

Bug Bounty Switzerland Finanzierung treibt internationale Expansion voran

Die Series-A-Finanzierungsrunde positioniert Bug Bounty Switzerland für die internationale Expansion seines KI-gestützten Cyber Resilience Shield – in einem Moment, in dem künstliche Intelligenz die Cyberbedrohungen und -chancen für Unternehmen grundlegend verändert.

Zürich, 29. April, 2026 – Bug Bounty Switzerland, der Schweizer Pionier für Ethical Hacking, intelligentes Security-Testing und das Service-as-Software-Modell, gibt im Zuge der Bug Bounty Switzerland Finanzierung den Abschluss einer Series-A-Finanzierungsrunde über 12 Millionen Franken bekannt. Angeführt wurde die Runde von Direttissima Growth Partners, mit gleichwertiger Beteiligung der Deutsche Beteiligungs AG (DBAG). Direttissima, ein europäischer Growth-Equity-Investor mit Sitz in Zürich und München, bringt operative Scale-up-Erfahrung im B2B-Technologiebereich sowie ein Netzwerk von Unternehmer-Investoren mit. DBAG, seit 1985 börsennotiert, investiert über seine Long-Term-Investment-Strategie – Eigenkapital ohne die Haltefristen einer Fondsstruktur – und ermöglicht damit eine echte langfristige Partnerschaft. Das Investment erfolgt als Minderheitsbeteiligung und im Rahmen einer Kapitalerhöhung. Das Gründerteam hält weiterhin die Mehrheit der Anteile und prägt die strategische Ausrichtung massgeblich. Philipp Bolliger, Partner bei Direttissima, wird neu dem Verwaltungsrat von Bug Bounty Switzerland beitreten.

Bug Bounty Switzerland Finanzierung stärkt KI-basiertes Security Testing

Eigenfinanziert, profitabel und vertrauenswürdig, wo es zählt
Diese Finanzierungsrunde markiert den nächsten Entwicklungsschritt von Bug Bounty Switzerland: den Übergang vom eigenfinanzierten Gründerteam zum kategorieprägenden europäischen Scale-up – und einen Schritt hin zu kontinuierlichem, intelligentem Security-Testing als Plug-and-Play-Lösung für Unternehmen weltweit. Das Kapital fliesst in die internationale Expansion, den Ausbau der KI-gestützten hin zu zunehmend autonomer Orchestrierung von Security-Tests sowie in das Teamwachstum.

Bug Bounty Switzerland wurde 2020 gegründet, hat aber seine Wurzeln in den ersten Bug-Bounty-Programmen der Schweiz, die bis ins Jahr 2015 zurückreichen. Das Unternehmen war durchgehend eigenfinanziert, ist profitabel und geniesst das Vertrauen von über 50 Unternehmenskunden: Finanzinstitute, globale Konsumgütermarken, Betreiber kritischer Infrastruktur sowie öffentliche Stellen, darunter das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) der Schweiz. Das Ergebnis ist etwas, das wertvoller ist als eine Kundenliste: ein tiefes Verständnis dafür, wie Security-Testing in Unternehmen funktionieren muss – festgehalten in der Plattform, in dokumentierten Vorgehensweisen und im Kontext, der von einem Einsatz zum nächsten mitgetragen wird.

Bug Bounty Switzerland Finanzierung als Meilenstein im Cybersecurity Markt

Ein anderer Ansatz für Security-Testing: Ergebnis statt Tools
Unternehmen sind im permanenten Wandel. Cloud, SaaS, APIs und KI-gestützte Entwicklung liefern Code schneller, als klassische Penetrationstests mithalten können – und jeder Test ist nur so gut wie seine Planung. Gleichzeitig nutzen Angreifer KI, um Schwachstellen schneller zu finden, zu instrumentalisieren und auszunutzen als je zuvor. Vor diesem Hintergrund werden punktuelle Tests strukturell unzureichend; kontinuierliches, intelligentes und ergebnisorientiertes Testing wird zur Notwendigkeit. Die bisherige Antwort des Markts war beratungslastig und über einzelne Tools fragmentiert – genau in dem Moment, in dem neue europäische Regulierung Unternehmen zu kontinuierlichem, szenariobasiertem Testing drängt.

Bug Bounty Switzerland verfolgt einen anderen Ansatz.

Statt Tools zu verkaufen und die Abdeckung dem Käufer zu überlassen, wird das Ergebnis verkauft: kontinuierliche, messbare Testabdeckung der gesamten exponierten Angriffsfläche, End-to-End. Bug Bounty Switzerlands Cyber Resilience Shield kombiniert KI-gestützte Orchestrierung, langjährig aufgebauten Testing-Kontext, eine geprüfte globale Community von über 16 000 ethischen Hackern sowie (zunehmend) offensive KI-Agenten – bereitgestellt als Abonnement, das innerhalb von 24 Stunden aktiviert werden kann und keine internen Spezialisten erfordert. Kunden ersetzen ein Flickwerk aus Einzel-Pentests und nicht verbundenen Scannern durch eine einzige kontinuierliche Plattform. Sie berichten von deutlichen Einsparungen bei Kosten und Erkennungszeit sowie von einer grösseren Testtiefe. Was geliefert wird, ist nicht nur Testing – es ist Transparenz. Vom CISO bis zum Verwaltungsrat werden Erkenntnisse laufend in den jeweiligen unternehmerischen Kontext und die entsprechenden Risikobetrachtungen übersetzt.

So werden sowohl das C-Level-Management als auch der Verwaltungsrat handlungsfähig.

«Angesichts der grundlegenden Veränderungen der Cybersicherheit durch KI benötigen Unternehmen einen Schutz, der kontinuierlich, intelligent und einfach nutzbar ist. Genau das liefern wir bereits einigen der sicherheitsbewusstesten Organisationen Europas – und bringen es jetzt weltweit in den Markt. Mit der Unterstützung von Direttissima und DBAG machen wir intelligentes Security-Testing zum neuen Standard.»
Sandro Nafzger, CEO & Co-Founder, Bug Bounty Switzerland

«BBS vereint drei Dinge, die selten zusammenkommen: ein differenziertes Produkt, aufgebaut auf jahrelangem proprietärem Know-how und Daten, profitables Wirtschaften von Beginn an ohne externe Finanzierung und ein Markt, in dem kontinuierliches Security-Testing von Best-Practice zum Standard wird. Das Team hat sich das Recht erarbeitet, diese Kategorie neu zu definieren und anzuführen.»
— Philipp Bolliger, Partner, Direttissima Growth Partners

«BBS entspricht unserem Long-Term-Investment-Profil: ein gründergeführtes, profitables Unternehmen mit einem klaren technologischen Vorteil in einem strukturell wachsenden Markt. Unser Eigenkapital gibt dem Team die Flexibilität, seinen Vorsprung über viele Jahre auszubauen, statt auf einen einzelnen Zyklus zu optimieren.»
— Jochen Baumann, Mitglied der Geschäftsleitung, Deutsche Beteiligungs AG

Bildunterschrift: (v.l.n.r.) Stefan Velikov, Lukas Heppler (Co-Founder), Sandro Nafzger (Co-Founder), Florian Badertscher (Co-Founder), Lino Simoni

Quelle Bug Bounty Switzerland AG

Wer zählt heute noch stundenlang Pläne von Hand?

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monco.ai Mengenermittlung Baustelle effizienter monco.ai teambild

monco.ai automatisiert die Mengenermittlung auf der Baustelle und reduziert manuellen Aufwand in der Bauplanung deutlich

Wie ist monco.ai entstanden und wer sind die Köpfe hinter dem Startup?

monco.ai hat einen etwas ungewöhnlichen Ursprung. Wir sind drei Armenier in München – Ashot, Tigran und Victor – und unsere gemeinsame Geschichte beginnt nicht in einem Münchner Hörsaal, sondern bereits 2015 auf einem Tech Event in Eriwan. Wir waren damals Teenager mit demselben Faible für Mathematik und Software. Danach hat uns das Leben erst einmal getrennt: Victor kam 2018 für sein Bachelorstudium in Wirtschaftsinformatik an die TUM, Ashot und Tigran studierten in Armenien Mathematik und Data Science und arbeiteten parallel mehrere Jahre für das US Startup Embodied – an Computer Vision und NLP, lange bevor LLMs überhaupt ein Thema waren. 2021 hat uns dann ein Zufall wieder zusammengeführt: Ashot und Tigran sind beide für den Master nach München an die TUM gezogen, ohne zu wissen, dass Victor dort längst studiert. Drei Armenier, plötzlich im selben Hörsaal in einer Stadt, die keiner von uns ursprünglich auf dem Plan hatte.

Die eigentliche Idee zu monco.ai entstand kurz darauf – und sie kam aus Ashots Familie.

Sein Vater leitet seit Jahrzehnten Rohbau Projekte in Armenien. Ashot war zur selben Zeit Praktikant bei Mercedes und arbeitete dort an 3D Visualisierung für autonomes Fahren. Eines Abends hat er das Setup aus reiner Neugier auf ein Baustellenvideo angewendet – und in derselben Sekunde war klar: Das ist exakt das Problem, mit dem sein Vater jeden Tag zu tun hat – Materialien und Mengen präzise zu erfassen. Sein Vater hat uns daraufhin eine reale Baustelle als Testumgebung zur Verfügung gestellt, und wir haben zu dritt angefangen, neben Studium und Job mit Drohnen und Computer Vision zu experimentieren.

Die Drohne war am Ende technisch nicht die richtige Lösung – aber sie war unsere Eintrittskarte in die Branche. Aus diesem ersten Experiment ist über mehrere Iterationen das geworden, was monco.ai heute ist: eine KI gestützte Plattform für die Mengenermittlung, mit der wir im Elektrohandwerk gestartet sind und die wir Schritt für Schritt auf weitere Gewerke ausweiten – HKLS, Trockenbau und perspektivisch das gesamte Handwerk auf der Baustelle.

Welche persönliche Motivation stand am Anfang, eine KI Lösung für die Bauindustrie zu entwickeln?

Bei jedem von uns dreien lagen die Motivationen etwas anders – und gerade diese Mischung hat das Team tragfähig gemacht.
Für Ashot war es persönlich. Sein Vater steht seit Jahrzehnten als Bauleiter auf Rohbau Projekten in Armenien, und Ashot hat von Kindesbeinen an miterlebt, mit welchen eingeschränkten digitalen Mitteln Bauleiter im Alltag eigentlich arbeiten. Diesen Menschen etwas Sinnvolles in die Hand zu geben, war für ihn ein konkreter, fast familiärer Antrieb.
Victor brachte die Optimierungsfrage aus seinem Wirtschaftsinformatik Studium mit: Wenn eine Branche wirtschaftlich so groß, aber digital so wenig erschlossen ist, dann hat jeder Effizienzgewinn unmittelbare Wirkung – nicht nur auf einem Dashboard, sondern in der realen Welt.

Tigran reizte vor allem die technische Seite. Das, was er und Ashot bei Embodied jahrelang an Computer Vision und Deep Learning aufgebaut haben, wollte er an einem Problem einsetzen, das wirklich relevant ist und nicht nur in Forschungspapieren lebt – idealerweise in einem Team, mit dem er bereits jahrelang vertrauensvoll zusammengearbeitet hat.
Was uns drei verbindet, ist die Außenperspektive. Wir sind Quereinsteiger im doppelten Sinne – als Ausländer in Deutschland und als KI Leute in einer der traditionsreichsten Branchen überhaupt. Diese Distanz hilft, weil man Dinge hinterfragt, an die sich Insider längst gewöhnt haben. Ganz branchenfremd sind wir aber auch nicht: Victors Großvater war im Bau tätig, Tigrans Onkel ebenfalls. Wir kommen nur aus einer ungewohnten Richtung.

Welche Vision verfolgen Sie mit monco.ai für die Digitalisierung von Baustellen?

Unsere Vision beginnt nicht abstrakt, sondern bei einem ganz konkreten Schmerzpunkt, den wir in zahllosen Gesprächen mit Elektrobetrieben gehört haben: Bevor ein Betrieb überhaupt einen Preis für ein Pauschalangebot nennen kann, muss er die Mengen aus den Planunterlagen ermitteln. Wie viele Steckdosen, Schalter, Lichtauslässe, wie viele Leitungsmeter? Bei komplexen Projekten kostet das mehrere Tage bis zu einer ganzen Woche manueller Arbeit – und in vielen Betrieben übernehmen das Niederlassungs oder Standortleiter persönlich, weil schlicht das Personal fehlt.

Genau hier setzt unser Produkt an. Mit dem Smart Surveyor von monco.ai laden Anwender ihre PDF Pläne hoch, und unsere KI ermittelt die relevanten Mengen automatisch – aus Tagen werden Stunden. Bei einem unserer ersten Kunden, der Rudolf Fritz GmbH (Teil der Elevion Group), hat das Team allein an einem Standort über 41.000 Installationselemente und mehr als 73 Kilometer Kabeltrassen über acht Projekte hinweg ermittelt. Standortleiter Marius Nihorencu fasst es so zusammen: „Die Mengenermittlung hat uns früher bei größeren Projekten mehrere Wochen gekostet. Mit dem Smart Surveyor haben wir das Ergebnis innerhalb von Stunden – und können uns auf die eigentliche Kostenabrechnung konzentrieren.“

Wir haben uns bewusst für das Elektrohandwerk als Einstiegspunkt entschieden, weil hier der Schmerz besonders konkret und das Volumen an wiederkehrenden Plansymbolen besonders hoch ist. Aber das Problem ist gewerkeübergreifend: HKLS Betriebe, Trockenbauer, Sanitär und Klimatechniker stehen vor exakt derselben Herausforderung – Pläne durchgehen, zählen, dokumentieren, kalkulieren. Unsere langfristige Vision ist deshalb eine Plattform, die das gesamte Handwerk auf der Baustelle entlastet und dafür sorgt, dass das Bauwesen nicht weiter die letzte große undigitalisierte Branche bleibt.

Wie möchten Sie erreichen, dass Baustellen künftig stärker datenbasiert gesteuert werden?

Datenbasierte Steuerung im Bau beginnt nicht damit, dass man auf der Baustelle Sensoren installiert – sondern damit, dass man die wichtigsten Eingangsdaten überhaupt erst einmal in eine maschinenlesbare Form bringt. Heute liegen die meisten Planunterlagen als PDF vor, und in vielen Betrieben werden Mengen, Zeitansätze und Materialbedarfe nach wie vor manuell daraus extrahiert. Das heißt: Die wichtigste Informationsgrundlage eines Projekts ist faktisch nicht digital.

Genau diese Lücke schließen wir Schritt für Schritt. Sobald Mengen, Positionen und Projektparameter strukturiert vorliegen – als Excel Liste, als GAEB Leistungsverzeichnis oder direkt im ERP System des Kunden, etwa in PDS – lassen sie sich auswerten, vergleichen und in Echtzeit aktualisieren. Das ist die eigentliche Voraussetzung für datenbasierte Entscheidungen, von der ersten Bid No Bid Frage über die Angebotskalkulation bis zur späteren Soll Ist Steuerung im Projekt.
Unser Ansatz ist dabei bewusst pragmatisch: Wir versuchen nicht, alles auf einmal zu digitalisieren, sondern fangen bei jenem Schritt an, der heute am meisten Zeit kostet und am stärksten unterautomatisiert ist – der Mengenermittlung.

Welche Zielgruppe sprechen Sie mit Ihrer Lösung konkret an und welche Probleme lösen Sie im Alltag?

Heute sprechen wir vor allem Elektrobetriebe im DACH Raum an – vom inhabergeführten Mittelstand bis zu größeren Unternehmen mit mehreren Standorten. Innerhalb dieser Betriebe richten wir uns an Kalkulationsteams sowie Niederlassungs und Standortleiter, die regelmäßig Pauschalangebote erstellen oder verantworten. Mittelfristig öffnen wir uns für weitere Gewerke – HKLS, Trockenbau und langfristig das gesamte ausführende Handwerk –, weil das zugrundeliegende Problem dort dasselbe ist.

Das vielleicht aufschlussreichste Detail haben wir in den Gesprächen mit unseren Kunden gelernt: In sehr vielen Betrieben gibt es gar kein eigenes Kalkulationsteam mehr. Dort übernehmen Standort oder Niederlassungsleiter selbst die Mengenermittlung, weil schlicht das Personal fehlt. Wir reden also über Führungskräfte, die abends auf Grundrissen Steckdosen zählen, statt ihre Niederlassung zu führen oder Mitarbeiter zu entwickeln. Betriebswirtschaftlich ist das schwer zu rechtfertigen – menschlich oft auch nicht.
Genau hier liegt unser eigentlicher Mehrwert im Alltag. Wir geben diesen Menschen ihre Zeit zurück. Und wir machen es Betrieben überhaupt erst möglich, deutlich mehr Pauschalangebote abzugeben – inklusive solcher Projekte, die sie aus reinen Zeitgründen früher gar nicht erst kalkuliert hätten. Aus einem Engpass wird damit ein Wachstumshebel.

Wie unterstützt monco.ai Bauleiter und Projektverantwortliche bei Entscheidungen?

Bauleiter und Projektverantwortliche – im Elektrohandwerk häufig Standort und Niederlassungsleiter sowie Kalkulationsverantwortliche – stehen täglich vor derselben kritischen Entscheidung: Soll dieses Projekt überhaupt angeboten werden, und wenn ja, zu welchem Preis? Heute fehlt vielen Betrieben schlicht die Zeit, jedes Pauschalangebot sauber durchzukalkulieren. Die Folge ist meist eine von zwei Varianten: Entweder wird das Angebot mit hohen Sicherheitsaufschlägen abgegeben und der Auftrag geht verloren, oder es wird aus Kapazitätsgründen gar nicht erst abgegeben. Beides ist teuer.

Mit monco.ai bekommen Entscheider die belastbaren Mengen für eine fundierte Bid No Bid Entscheidung in einem Bruchteil der bisherigen Zeit. Das verändert nicht nur Prozesse, sondern auch Rollen: Führungskräfte können sich wieder auf das Führen konzentrieren, statt selbst Pläne zu zählen. Im weiteren Projektverlauf bilden die strukturierten Daten aus monco.ai die Grundlage für Leistungsverzeichnisse, ERP Übergaben und Soll Ist Vergleiche – also genau jene Datenbasis, auf der echte Projektsteuerung überhaupt erst möglich wird.
Wichtig ist uns dabei: monco.ai konzentriert sich bewusst auf die Mengenermittlung – den zeitintensivsten und fehleranfälligsten Schritt im Kalkulationsprozess. Die Preisgestaltung, Stundensätze und Margen verbleiben beim Betrieb. Denn jeder Elektrounternehmer kalkuliert anders, je nach Region, Auftragslage und Strategie – und genau das soll auch so bleiben.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Integration von KI in bestehende Bauprozesse?

Die größte Herausforderung ist nicht technischer Natur, sondern liegt im Vertrauen. Das Bauhandwerk ist – aus guten Gründen – eine Branche, in der man sich auf Erfahrungswerte verlässt und nicht auf Versprechen. Ein Standortleiter, der seit zwanzig Jahren Mengen aus Plänen extrahiert, weiß ziemlich genau, wo man sich verzählen kann und welche Details über Gewinn oder Verlust eines Projekts entscheiden. Dieser Person erklären zu wollen, dass eine KI das jetzt besser macht, ist der falsche Ansatz. Wir haben gelernt, dass es viel überzeugender ist, das System parallel zur bestehenden Arbeit laufen zu lassen und die Ergebnisse direkt vergleichbar zu machen. Vertrauen entsteht über Treffer, nicht über Folien.

Eine zweite Herausforderung ist die Heterogenität der Planunterlagen. Es gibt keinen Standard – jedes Architektur und Planungsbüro hat eigene Symboliken, Maßstäbe, Beschriftungen und Detaillierungsgrade. Was für einen Menschen mit etwas Erfahrung trotzdem lesbar bleibt, ist für eine KI eine echte Herausforderung. Wir haben bewusst sehr viel Entwicklungsarbeit in genau diesen Punkt gesteckt – weil eine KI, die nur unter Idealbedingungen funktioniert, in der Bauwelt wertlos ist.

Und drittens: die Integration in bestehende Tool Landschaften. Ein Elektrobetrieb arbeitet selten mit nur einem System – da gibt es Branchensoftware wie PDS, Excel Vorlagen, eigene Preislisten, GAEB Schnittstellen. Wenn wir diese Welten nicht respektieren, sind wir nur ein weiteres Insel Tool. Genau deshalb ist der Export in die existierenden Systeme bei uns kein Add on, sondern Kernbestandteil des Produkts.

Wie gehen Sie mit der Komplexität und Vielfalt von Baustellen in Ihrer Technologie um?

Unser Ansatz ist, die Komplexität nicht zu ignorieren, sondern sie zur Trainingsgrundlage zu machen. Statt zu hoffen, dass irgendwann einmal alle Pläne im selben Format vorliegen, arbeiten wir mit der Realität, wie sie ist – mit handgezeichneten Notizen auf Plänen, mit unterschiedlichen Symboliken, mit Ausschreibungsunterlagen, die in einem PDF zwölf verschiedene Detaillierungsgrade vereinen.

Methodisch hilft uns dabei, dass Ashot und Tigran jahrelang an Computer Vision Problemen gearbeitet haben, die diese Art von Heterogenität erforderten – lange bevor KI im Mainstream angekommen ist. Wir kombinieren klassische Bildverarbeitungsmethoden mit modernen Vision und Sprachmodellen, weil keine der beiden Welten alleine reicht. Die KI muss verstehen, was sie sieht, und gleichzeitig die fachliche Logik dahinter kennen – ein Symbol ist nur so wertvoll wie das Wissen, was dieses Symbol im Kontext eines Elektroplans bedeutet.
Was uns dabei sehr hilft, ist die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Jedes Projekt, das durch unser System läuft, macht es ein Stück besser – nicht im Sinne von „die KI lernt von selbst“, sondern weil wir die Edge Cases, die uns unsere Kunden zeigen, systematisch in die Weiterentwicklung einfließen lassen. Komplexität wird so zum Vorteil, nicht zum Hindernis.

Was unterscheidet monco.ai von klassischen Baustellenkontrollen oder bestehenden Softwarelösungen?

Die ehrlichste Antwort ist: Aus Kundensicht ist unser Hauptwettbewerber gar keine Software – sondern manuelle Arbeit. In den allermeisten Betrieben werden Mengen heute nach wie vor von Hand aus PDF Plänen extrahiert, oft von Niederlassungs oder Standortleitern persönlich. Das ist der Status quo, gegen den wir antreten.
Die zweite Alternative, die uns regelmäßig begegnet, sind CAD Teams, die Mengen aus digitalen Planunterlagen ableiten. Dieser Weg funktioniert technisch, hat aber zwei strukturelle Schwächen: Er setzt voraus, dass DWG Dateien überhaupt vorliegen – was bei Angebotsanfragen meistens nicht der Fall ist, weil der Kunde nur PDF Pläne herausgibt. Und selbst wenn DWG vorhanden ist, dauert das Verfahren mehrere Wochen, bindet Personal und ist gerade bei mittleren Projekten wirtschaftlich kaum darstellbar. Klassische Baustellenkontrollen oder Mengen Software wiederum setzen voraus, dass Mengen schon strukturiert vorliegen – sie helfen also erst nach dem Schritt, an dem unsere Kunden den eigentlichen Schmerz haben.

Genau in diese Lücke gehen wir. monco.ai arbeitet mit dem, was tatsächlich da ist – PDF Plänen in unterschiedlichster Qualität – und liefert in Stunden, was ein CAD Team in Wochen erstellt. Dazu kommen drei bewusste Designentscheidungen: Wir sind herstellerunabhängig, also nicht an bestimmte Produktkataloge gebunden. Wir greifen nicht in die Preisgestaltung ein, weil jeder Betrieb anders kalkuliert. Und wir liefern unsere Ergebnisse in den Formaten, die unsere Kunden ohnehin nutzen – Excel, GAEB, PDS. Wir sind kein neues Insel System, sondern eine Beschleunigung der Prozesse, die ohnehin laufen.

Welche Rolle spielen Echtzeitdaten und automatisierte Analysen in Ihrem System?

Echtzeitdaten sind im Bau ein vielzitiertes Schlagwort, hinter dem oft wenig Substanz steht. Wir verstehen darunter etwas sehr Konkretes: Sobald ein Plan im System ist, sind Mengen, Positionen und Projektparameter unmittelbar verfügbar – nicht erst nach Tagen oder Wochen manueller Auswertung. Das ist die eigentliche Echtzeit, auf die es im Kalkulationsalltag ankommt.

Darauf bauen die automatisierten Analysen auf. Unser Research Tool ermöglicht es Kalkulatoren, schon vor der eigentlichen Mengenermittlung gezielte Fragen an die Planunterlagen zu stellen oder sich automatische Zusammenfassungen der wesentlichen Projektparameter geben zu lassen – etwa: Wie groß sind die Flächen, welche Anschlussarten sind vorgesehen, gibt es Besonderheiten in der Verkabelung. Damit lässt sich in Minuten beurteilen, ob ein Projekt überhaupt zum eigenen Betrieb passt, bevor man Stunden in eine detaillierte Kalkulation steckt.

Mittelfristig wird genau dieser Datenstrang die Grundlage für mehr: Soll Ist Vergleiche während der Bauausführung, automatisierte Nachkalkulation, frühzeitige Erkennung von Abweichungen. Aber wir wollen ehrlich bleiben – das ist Roadmap, nicht Status quo. Heute liegt unser Wert dort, wo der größte Schmerz ist: am Anfang des Projekts, wenn aus einem Plan eine belastbare Mengenliste werden muss.

In welche Richtung möchten Sie monco.ai in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

Wir denken die Roadmap in drei Schichten – jede baut auf der vorherigen auf.
Kurzfristig erweitern wir den Smart Surveyor um die Kalkulation von Zeitaufwänden. Heute liefern wir präzise Mengen, aber die Übersetzung in Stunden – also wie lange ein Elektromonteur tatsächlich braucht, um diese Installationen umzusetzen – machen unsere Kunden noch selbst. Genau hier setzen wir als Nächstes an, weil das den Weg von der Planunterlage zum fertigen Angebot noch einmal massiv verkürzt. Wer mit monco.ai heute aus Wochen Stunden macht, wird künftig aus Stunden Minuten machen können.
Mittelfristig öffnen wir die Plattform für weitere Gewerke. Wir haben bewusst im Elektrohandwerk angefangen, weil dort der Schmerz besonders konkret und das Problem besonders klar abgegrenzt ist.

Aber HKLS Betriebe, Trockenbauer, Sanitär und Klimatechniker stehen vor exakt derselben Aufgabe. Unsere Technologie ist von Anfang an so gebaut, dass sich neue Gewerke darauf abbilden lassen – nicht durch Zukauf oder Insellösungen, sondern durch konsequente Weiterentwicklung der bestehenden Plattform.
Langfristig wollen wir den Bogen von der Kalkulation in die Bauausführung schlagen. Wenn Mengen, Zeitansätze und Materialbedarfe einmal strukturiert vorliegen, ergeben sich daraus völlig neue Möglichkeiten: Soll Ist Vergleiche während der Bauphase, automatisierte Nachkalkulation, frühzeitige Erkennung von Abweichungen. Das ist die Brücke vom Angebot zur datenbasiert gesteuerten Baustelle – und damit zu der Vision, mit der wir gestartet sind.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Lasst das Problem euch finden, nicht umgekehrt. Wir sind mit einer Drohnen Idee gestartet, die technisch ambitioniert klang, aber das eigentliche Problem unserer Kunden nicht gelöst hat. Erst der direkte Kontakt mit der Realität auf einer Baustelle in Armenien – wo Ashots Vater uns ein echtes Projekt zur Verfügung gestellt hat – hat uns gezeigt, wo der Schmerz tatsächlich liegt. Wer im Elfenbeinturm baut, baut am Bedarf vorbei. Geht raus, fragt, beobachtet – und seid bereit, die eigene Lieblingsidee zu kippen, wenn die Realität sie nicht trägt.

Zweitens: Fokus ist eine Entscheidung, keine Einschränkung. Die größte Versuchung für ein junges Startup ist, allen alles versprechen zu wollen. Wir hätten leicht behaupten können, monco.ai sei „eine KI für die gesamte Bauindustrie“ – das hätte sich in Pitches besser verkauft. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden und mit einem klar abgegrenzten Segment angefangen, dem Elektrohandwerk. Diese Entscheidung war eine der wichtigsten, die wir bisher getroffen haben. Tiefe schlägt Breite – und ein zufriedener Erstkunde ist mehr wert als zehn neugierige Interessenten.

Drittens: Vertrauen im Gründerteam entsteht über Jahre, nicht über Pitches. Wir kennen uns seit 2015 von einem Tech Event in Eriwan, sind danach getrennte Wege gegangen und haben uns 2021 in München zufällig wiedergesehen. Diese Vorgeschichte ist kein netter Hintergrund, sondern die Grundlage dafür, dass wir auch in schwierigen Phasen miteinander funktionieren. Co Founder findet man nicht auf einem Networking Event – man erkennt sie über Jahre an der Art, wie sie unter Druck arbeiten, wie sie kommunizieren, wie sie mit Konflikten umgehen. Wenn die Wahl zwischen einem brillanten Lebenslauf und jahrelangem gegenseitigem Vertrauen steht – nehmt das Vertrauen.

Bild Bildcredits @monco.ai

Wir bedanken uns bei Victor Dzhagatspanyan für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


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Boardrooms im Blindflug: Warum fehlende KI-Kompetenz Unternehmen teuer zu stehen kommen kann

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KI Governance EU AI Act Aufsichtsrat Risiko Peyman Pouryekta Portrait Fotograf- Peter Rigaud

In den letzten zwei Jahren haben wir eine beispiellose technologische Goldgräberstimmung erlebt. Nahezu jedes Unternehmen hat versucht, ein Stück vom KI Kuchen zu ergattern. Doch während die Marketingabteilungen die neuesten KI Features feiern, tickt im Hintergrund eine haftungsrechtliche Zeitbombe.

Die aktuellen Zahlen zeigen ein gefährliches Paradox: Laut DAX Digital Monitor weisen rund 95% der DAX Unternehmen Digitalkompetenz in ihren Aufsichtsräten aus – doch diese basiert häufig auf Selbsteinschätzung und ist in vielen Fällen nicht belegbar. Gleichzeitig erfüllen nur noch 30% der Unternehmen überhaupt die grundlegenden Kriterien für Digital Leadership.

Mit anderen Worten: Auf dem Papier ist Kompetenz fast flächendeckend vorhanden – in der Realität fehlt sie in der Breite. Genau in den Boards, die strategische Technologieentscheidungen kontrollieren und bei wesentlichen Investitionen zustimmen müssen, entsteht so ein strukturelles Verständnisdefizit. Und das in einem Umfeld, in dem der EU AI Act Bußgelder von bis zu 7 % des weltweiten Jahresumsatzes vorsieht.

Wir delegieren kritische KI und Datenrisiken in die IT Abteilung und behandeln sie als rein technisches Problem. Doch während der Aufsichtsrat rechtlich den Kopf hinhalten muss, tappt er bei den strategischen und regulatorischen Implikationen häufig im Dunkeln. Im Jahr 2026 ist das kein kalkulierbares Risiko mehr, sondern ein erhebliches Governance und Haftungsrisiko.

Die Illusion der Delegation ist Geschichte

Lange Zeit war es in deutschen Chefetagen normal, komplexe technische Themen nach „unten“ zu delegieren. Man kaufte Software ein, vertraute auf die IT Leitung und hakte das Thema Digitalisierung ab. Doch seit der EU AI Act 2026 vollumfänglich greift, ist diese Ära der Bequemlichkeit endgültig beendet.

Die Regulierung macht unmissverständlich klar: KI Systeme sind häufig systemkritische Infrastruktur. Wenn ein Algorithmus bei der Kreditvergabe diskriminiert, im Recruiting Bias zeigt oder finanzielle Fehlentscheidungen provoziert, haftet das Unternehmen – und zwar mit hohen Bußgeldern.

Für Aufsichtsräte und Vorstände bedeutet das: KI Governance wird zur zentralen Überwachungsaufgabe. Die Gesamtverantwortung lässt sich nicht delegieren. Im Rahmen der Business Judgment Rule müssen Entscheider heute sicherstellen, dass sie die Risiken ihrer Technologieeinsätze verstanden und angemessen bewertet haben. Wer hier auf den weit verbreiteten „Schulungs Geiz“ setzt, verlässt sich auf ein zu schwaches Fundament und erhöht sein Haftungsrisiko. Auch in 2026 ist Unwissenheit keine Verteidigungsstrategie, sondern kann im schlimmsten Fall zur Pflichtverletzung werden.

Investment auf Treibsand: Wie fehlende KI Governance zum Exit Killer wird

Wir müssen aufhören, KI Ethik als optionales Nice to have zu behandeln. In einer datengetriebenen Ökonomie ist KI Governance ein zentraler Bestandteil des Risikomanagements.

Besonders für Gründer und Investoren gilt: Eine mangelhafte KI Governance ist 2026 das größte unsichtbare Risiko für die Bewertung. Zwar treibt die aktuelle Goldgräberstimmung viele VCs dazu, bei der Due Diligence beide Augen zuzudrücken, solange die Umsatzversprechen stimmen – oft auch, weil sie die technischen Risiken selbst nicht richtig bewerten können. Doch dieses Spiel auf Zeit endet spätestens beim Exit oder der nächsten Finanzierungsrunde. Wenn dann ein Investor oder Käufer mit entsprechender Expertise das unkalkulierbare Risiko entdeckt, wird die vermeintliche Goldgrube zum Deal Breaker.

Echte technologische Souveränität entsteht erst dann, wenn das Board klare Governance Leitplanken für den Einsatz von KI setzt. Wer blind auf externe Modelle vertraut, ohne eigene Kontrollmechanismen zu definieren, baut sein Business auf Treibsand.

Leadership Resilienz: Die Blackbox durchleuchten

Die entscheidende Frage für die C Suite lautet: Wie führt und überwacht man ein Unternehmen, dessen Kernprozesse von KI Systemen gesteuert werden, die man selbst nicht versteht? Die Antwort liegt in einer neuen Form der Leadership Resilienz.

Ein modernes Board muss in der Lage sein, das Governance Framework für den Einsatz von KI zu prüfen. Doch genau hier zeigt sich in der Praxis eine strukturelle Schwäche: In vielen Boards fehlt es weiterhin an tiefgehender Technologie und KI Expertise, um dieser Verantwortung wirklich gerecht zu werden.

Dabei dürfen wir uns nicht täuschen lassen: Oberflächliche Schulungen sind 2026 nur noch das absolute Minimum. KI Expertise sitzt meistens noch am Katzentisch – ohne echten Einfluss. Der entscheidende Hebel ist die strukturelle Verankerung direkt im Gremium, sei es durch die Besetzung des Aufsichtsrats oder die dauerhafte Einbindung externer Spezialisten. Es geht nicht darum, den Code zu lesen, sondern das Framework zu validieren:

Nach welchen spezifischen Kriterien wurde die KI getestet?
Welche regulatorischen Schwellenwerte des EU AI Act sind für unser Geschäftsmodell kritisch?
Wie sieht der „Human in the loop“ Prozess aus, um algorithmische Fehlentscheidungen jederzeit korrigieren zu können?

Ein resilientes Board lebt fachliche Diversität. Wir brauchen technische Expertise am Tisch, die Komplexität in rechtliche Sicherheit übersetzt.

Fazit: Governance als Wettbewerbsvorteil

Der erste Hype um KI ist der harten Realität der Regulierung gewichen. Was bleibt, ist die drängende Frage der persönlichen Verantwortung. Gründer, Investoren und Vorstände, die KI Governance als Teil ihrer strategischen DNA begreifen, gehen als Gewinner aus dieser Transformation hervor. Nicht, weil sie „ethischer“ handeln, sondern weil sie ihre Hausaufgaben im Risikomanagement gemacht haben.

Es ist Zeit, den fachlichen Stillstand zu beenden. Die Frage ist nicht mehr, ob die KI kommt – sie prägt bereits zentrale Prozesse und Geschäftsmodelle unserer Wirtschaft. Die Frage ist, ob Sie als Führungskraft bereit sind, die Verantwortung für diese Steuerung zu übernehmen, bevor der erste 7 Prozent Bescheid auf dem Tisch liegt.

Bild: Fotograf: Peter Rigaud

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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