Montag, September 7, 2026
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Green Club ist wieder vollständig in Gründerhand

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Green Club: Tobias Drabiniok übernimmt Anteile

Green Club übernimmt mit Tobias Drabiniok wieder vollständig die Kontrolle über das Unternehmen. Nach dem Ausstieg von Dirk Schneider befindet sich der Bowl-Spezialist erneut komplett in Gründerhand

  • Green-Club-Gründer Tobias Drabiniok und Peter Falk übernehmen 100 Prozent der Geschäftsanteile
  • Beide halten künftig je 50 Prozent; Green Club ist wieder vollständig in Gründerhand
  • Langjähriger Investor Dirk Schneider bleibt dem Unternehmen als Mentor verbunden
  • Green Club behauptet sich trotz schwieriger Gastro-Konjunktur bei Qualität, Lieferung und Kosten

Zurück an der eigenen Saladette: Der auf gesunde Bowls und Salate spezialisierte Lieferdienst Green Club ist wieder vollständig in der Hand seiner Gründer. Die beiden Geschäftsführer und Mitgründer Tobias Drabiniok und Peter Falk übernehmen die Geschäftsanteile ihres langjährigen Investors Dirk Schneider und führen das Essener Unternehmen künftig als alleinige Gesellschafter. Beide halten zukünftig je 50 Prozent an Green Club. Die Anteile wurden im Rahmen eines Notartermins am Mittwoch, 24. Juni, offiziell übertragen und die Gesellschafterstruktur neu geordnet. Über die Konditionen des Deals wurde Stillschweigen vereinbart.

„Green Club ist unser Herzensprojekt. Dass wir die Geschicke jetzt wieder voll in den eigenen Händen halten, ist für uns ein besonderer Moment“, sagt Tobias Drabiniok, Mitgründer und Geschäftsführer der Green Club GmbH.

Das Unternehmen wurde im Oktober 2016 in einer alten Pommesbude in Essen unter dem Namen Pottsalat gegründet und fusionierte später mit dem Kölner Mitbewerber Make Food zur Green Club GmbH. Aktuell liefert der Bowl-Spezialist von neun Standorten in ganz Deutschland: Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Köln, zwei in München sowie Stuttgart.

Dank an einen langjährigen Wegbegleiter

So sehr sich die Gründer über die volle Eigenständigkeit freuen, so deutlich betonen sie den Anteil, den Dirk Schneider daran hat. Der „BackWerk“-Macher und „Hans im Glück“-Gesellschafter war seit seinem Einstieg im Jahr 2021 nicht nur Kapitalgeber, sondern auch Wegbegleiter. Schneiders Engagement war maßgeblich bei der Fusion von Pottsalat und MaKE Food zum Marktführer sowie auch bei der erfolgreichen Sanierung in Eigenverwaltung, die das Unternehmen im vergangenen Jahr abschloss. Nach seinem Ausstieg als Gesellschafter bleibt Schneider dem Unternehmen als Mentor und Ratgeber freundschaftlich verbunden.

„Ohne Dirk Schneider wären wir nie so weit gekommen“, sagt Tobias Drabiniok. „Er hat in entscheidenden Phasen an uns geglaubt und uns den Rücken gestärkt. Dafür sind wir ihm außerordentlich dankbar“, so der Green-Club-Chef weiter.

Von der Fusion zur vollständigen Eigenständigkeit

Der Spezialist für frische Bowls und Salate blickt auf bewegte Jahre zurück. Green Club war Anfang 2024 aus der Fusion der Pottsalat GmbH mit dem Mitbewerber MaKE Food hervorgegangen. Es folgte das Rebranding beider Marken unter dem gemeinsamen Namen Green Club. Ende 2024 stellte sich das Unternehmen einer umfassenden Neuausrichtung und Sanierung in Eigenverwaltung, die es im August 2025 nach rund acht Monaten erfolgreich abschloss. Seitdem hat der Bowl-Spezialist in München einen zweiten Standort eröffnet und seinen Lieferbetrieb in Stuttgart wieder aufgenommen.

Green Club setzt auf Wachstum trotz schwieriger Marktbedingungen

Die Übernahme fällt in eine anhaltend angespannte Lage für die Gastronomie. Trotz dieses Umfelds ist man vorsichtig optimistisch.

„Das wirtschaftliche Umfeld in der Gastronomie bleibt herausfordernd. Umso mehr freut uns, dass wir bei Qualität, Lieferung, Kosten und Absatz aktuell gut aufgestellt sind“, sagt Drabiniok. „Auf dieser Basis gestalten wir Green Club jetzt konstant weiter“, so der Green-Club-Geschäftsführer.

Bildunterschrift: Die Green-Club-Geschäftsführer und Mitgründer Tobias Drabiniok und Peter Falk.

Quelle Green Club GmbH

The Green Deal Show: Welche nachhaltigen Startups überzeugten Creator in der ersten Staffel?

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SHIFT: The Green Deal Show begeistert Creator The Green Deal Show Credit Quintus Studios GmbH Michael Laver Edit by Clemens Barth

Creator und nachhaltige Startups finden zusammen: Erste Staffel von „The Green Deal Show“ bringt 18 Kooperationen auf den Weg

Die erste Staffel des YouTube-Formats The Green Deal Show zeigt, dass nachhaltige Startups und reichweitenstarke Creator erfolgreich zusammenfinden können. Insgesamt 13 Impact-Startups trafen in drei Folgen auf wechselnde Creator-Jurys – mit einem klaren Ergebnis: Zehn der 13 Unternehmen konnten mindestens eine Kooperation oder Unterstützungszusage gewinnen, insgesamt entstanden 18 Deals.

Als Gewinner der ersten Staffel ging SHIFT hervor. Das Unternehmen entwickelt langlebige und reparierbare Smartphones sowie Elektronikprodukte.

Die erste Staffel erzielte auf YouTube bislang 67.787 Aufrufe sowie 4.259 Kommentare.

13 Impact-Startups präsentieren ihre Ideen

Zu den teilnehmenden Startups der ersten Staffel gehörten SHIFT, SIRPLUS, fainin, OvulaRing, tip me, Moot, SOCHILI, Zircls, teethlovers, forpeople skincare, hey mela, Hülsenreich und becauseFUTURE.

Creator unterstützen nachhaltige Unternehmen

Mit gleich drei vereinbarten Kooperationen war Leo Schley, auch bekannt als JustLeo, die engagierteste Creatorin der ersten Staffel.

„Spannend war, dass wir nicht nur die Produkte, sondern auch die Menschen und Visionen hinter den Unternehmen kennenlernen konnten. Bei Moot, tip me und OvulaRing war für mich schnell klar, dass ich die Teams und ihre Ideen unterstützen möchte. Ich freue mich darauf zu sehen, was aus den Kooperationen entsteht“, sagt sie.

Marie Nasemann schloss zwei Deals ab und ist überzeugt vom Konzept:

„Es war eine wirklich tolle Erfahrung, Teil der Jury von The Green Deal Show zu sein. Ich beschäftige mich schon lange mit nachhaltigen Themen und fand es spannend, das Format aus dieser Perspektive mitzuerleben. The Green Deal Show ist eine echte Bereicherung, weil es Nachhaltigkeit und Unterhaltung in einem zeitgemäßen Format zusammenbringt.“

SHIFT gewinnt Zuschauervoting und Preisgeld

Neben einem Deal mit Staiy gewann SHIFT das Zuschauervoting der Staffel und erhielt ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro, gestiftet von finanzguru.de.

„Der Deal mit Staiy sowie der Zuschauersieg und das Preisgeld sind für uns eine riesige Bestätigung. Für ein Unternehmen wie SHIFT ist jede zusätzliche Aufmerksamkeit wichtig, um mehr Menschen für langlebige und reparierbare Elektronik zu begeistern“, sagt das Team von SHIFT.

Erste Staffel auf YouTube ansehen

HIER geht es direkt zur ersten Staffel auf YouTube.

Bild The Green Deal Show Credit Quintus Studios GmbH Michael Laver Edit by Clemens Barth

Quelle muxmäuschenwild GmbH

INMerge Innovation Summit schließt internationale Veranstaltungsreihe mit INMerge Berlin ab

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INMerge Innovation Summit: INMerge Berlin stärkt Europa

Nach Stationen in Istanbul und Taschkent hat der INMerge Innovation Summit am 29. Juni seine diesjährige internationale Event-Serie mit INMerge Berlin im AXICA Convention Center abgeschlossen.

INMerge Berlin bildet den Abschluss der internationalen Summit-Serie 2026

Der Summit brachte Gründer, Investoren, Corporate Innovators, C-Level-Führungskräfte, Start-ups, Venture-Capital-Vertreter und Technologieführer zusammen, um neue Möglichkeiten für Investitionen, Partnerschaften und Marktexpansion in Europa und Zentral-Eurasien zu erschließen.

Als dritte und letzte internationale Station vor dem Flagship-Event des INMerge Innovation Summit im November in Baku diente INMerge Berlin als offizielles Side-Event der GITEX Europe. Das in Zusammenarbeit mit Plug and Play organisierte Event bot eine Plattform für hochkarätige Diskussionen, Networking sowie grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen dem europäischen Innovationsökosystem und den schnell wachsenden Märkten Aserbaidschans, des Kaukasus, Zentralasiens und darüber hinaus.

Farid Mammadov: Brücken zwischen Innovationsökosystemen schaffen

„INMerge Berlin markiert einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des INMerge Innovation Summit. Mit der erstmaligen Durchführung in Europa erweitern wir den Austausch über regionale Grenzen hinaus und schaffen eine stärkere Brücke zwischen Europa, Aserbaidschan, dem Kaukasus, Zentralasien und aufstrebenden Innovationsmärkten. Die Veranstaltung unterstreicht unser Ziel, Gründer, Investoren, Unternehmensvertreter und Ökosystem-Akteure rund um Ideen zu vernetzen, die die Zukunft von Technologie und Unternehmertum prägen können“, sagte Farid Mammadov, CEO von PASHA Financial Holding.

Hochkarätiges Programm mit Keynote, Panels und Startup-Pitches

Die Agenda begann mit einer Eröffnungsrede und einer Keynote, wurde mit Panels und einem Fireside Chat fortgesetzt und endete mit einem Startup-Pitch-Wettbewerb.

Die Veranstaltung wurde mit einer Begrüßung durch S. E. Nasimi Aghayev, Botschafter der Republik Aserbaidschan in Deutschland, eröffnet. Anschließend hielt Martin Gutmann seine Keynote „Feiern wir die falschen Führungspersönlichkeiten?“. Die Session setzte den Ton für den Tag, indem sie die sich wandelnden Eigenschaften von Leadership in einem sich schnell verändernden globalen Innovationsumfeld reflektierte und gängige Vorstellungen darüber hinterfragte, was effektive Führung ausmacht.

Vertrauen und Investitionen zwischen Europa und Emerging Markets

Es folgte die Paneldiskussion „Trust Corridors: Rebuilding Financial Bridges Between Europe and Emerging Markets“. Im Fokus standen finanzielle Vernetzung und Marktzugang sowie die Frage, wie stärkeres institutionelles Vertrauen und grenzüberschreitende Partnerschaften Wachstum zwischen Europa und den Emerging Markets fördern können. Zu den Panelteilnehmern gehörten Ekaterina Galitsyna (KfW IPEX-Bank), Bahruz Naghiyev (PASHA Bank Azerbaijan) und Zuzana Franz (ODDO BHF). Moderiert wurde die Diskussion von Rza Aliyev (NGIC). Thematisiert wurden der Wiederaufbau von Vertrauen, die Stärkung von Investitionsströmen sowie die Verbindung von Innovationsökosystemen.

Zukunft der Arbeit zwischen Wohlbefinden und Unternehmenskultur

Der Fireside Chat „Beyond Efficiency: Wellbeing, Culture and the Future of Work“ mit Ad Boon (PASHA Holding) und Martin Gutmann (Lucerne School of Business) wurde von Maria Ivanova (Gingo Partners) moderiert. Im Mittelpunkt standen der Ausgleich von Produktivität und Mitarbeiterwohlbefinden, inklusive Unternehmenskultur sowie langfristige Resilienz in neuen Arbeitsmodellen.

KI und Big Tech als Treiber neuer Innovationsmärkte

Das Panel „From Berlin Labs to Emerging Market Scale: AI, Big Tech and the Next Innovation Bridge“ befasste sich mit der Rolle von KI, globalen Technologieunternehmen und Chancen in Emerging Markets für die nächste Innovationswelle. Teilnehmende waren Mammad Karim (Caucasus Ventures), Mehti Aslanov (PASHA Financial Holding), Alexandra Begue (SAP) und Valeria Sadovykh (Microsoft Germany). Moderiert wurde das Panel von Tughra Musayeva (PASHA Financial Holding). Diskutiert wurde, wie sich Ideen aus führenden Tech-Ökosystemen durch Partnerschaften, Investitionen und Zusammenarbeit in Innovationsnetzwerken in wachstumsstarke Märkte skalieren lassen.

Startup-Pitch-Wettbewerb mit Finale in Baku

Der Startup-Pitch-Wettbewerb, bewertet von führenden Investoren, schloss das Programm ab. Drei ausgewählte Start-ups erhielten die Möglichkeit, am Haupt-Event des INMerge Innovation Summit am 30. November und 1. Dezember 2026 in Baku teilzunehmen. Das Gewinner-Start-up Sintro erhält ein vollständig finanziertes Paket, die beiden weiteren Start-ups Datfid und Lan fly erhalten eine teilweise Förderung.

INMerge Berlin stärkt die Zusammenarbeit zwischen Europa und Zentral-Eurasien

Als letzte Station der internationalen Veranstaltungsreihe 2026 unterstrich INMerge Berlin die Rolle des Summits als Brücke zwischen Europa und Zentral-Eurasien und als Plattform zur Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Die Veranstaltung bekräftigte zugleich die Mission des INMerge Innovation Summit, Innovationsökosysteme, Kapital und Ideen zusammenzubringen, im Vorfeld des Hauptevents am 30. November und 1. Dezember 2026 in Baku.

Bildcredits INMerge Innovation Summit / PASHA Holding

Quelle marco.agency

Tsuga: Steht Observability vor einem grundlegenden Wandel durch KI?

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Gabriel und Sebastian Tsuga

Tsuga entwickelt eine Observability-Plattform für Unternehmen, die Daten in der eigenen Cloud verwalten und ihre IT-Systeme für die KI-Ära effizient, sicher und skalierbar betreiben möchten.

Herr Safar, können Sie Tsuga kurz vorstellen und erzählen, wie es zur Gründung des Unternehmens kam?

Tsuga ist ein Observability-Unternehmen für die KI-Ära mit Hauptsitz in Paris. Sébastien Deprez und ich haben es gegründet, nachdem wir viele Jahre in dieser Branche gearbeitet hatten – unter anderem bei Datadog, das unser vorheriges Unternehmen Madumbo im Jahr 2018 übernommen hatte. Was wir dabei immer wieder beobachtet haben: Das vorherrschende Modell, bei dem Kunden ihre gesamte Telemetrie in die Cloud eines Anbieters übertragen und eine Rechnung erhalten, deren Kosten mit jedem Host und jedem Gigabyte steigen, gerät genau in dem Moment an seine Grenzen, in dem KI-Workloads die Datenmengen explodieren lassen. Deshalb haben wir Tsuga so konzipiert, dass die Lösung in der eigenen Cloud des Kunden läuft, die Daten unter dessen eigener Governance bleiben und alles auf offenen Standards basiert. Dadurch gewinnen Engineering-Teams Kontrolle zurück und erhalten zugleich besser planbare Kosten.

Sie waren zuvor bei Datadog tätig. Welche Erfahrungen haben Sie dazu bewegt, mit Tsuga einen neuen Ansatz im Bereich Observability zu verfolgen?

Ich habe aus nächster Nähe erlebt, wie wertvoll Observability ist – und zugleich, wo das Modell an seine Grenzen stößt. Am deutlichsten zeigt sich das an den Kosten. Für viele Unternehmen ist Observability inzwischen der zweitgrößte IT-Kostenblock nach der Cloud-Infrastruktur und wächst oft schneller als der Nutzen, den sie stiftet. Um diese Kosten einzudämmen, verwerfen oder sampeln Teams regelmäßig Telemetriedaten. Das bedeutet jedoch, dass sie genau die Daten wegwerfen, die sie benötigen, wenn etwas schiefgeht. Im Jahr 2023 haben wir über eine neue Herausforderung nachgedacht, uns zunächst etwas Abstand von der Branche genommen und verschiedene nächste Schritte geprüft. Nach einiger Zeit sind wir wieder bei Observability gelandet – allerdings nicht bei einer weiteren Plattform, die Kunden dazu zwingt, ihre Daten zu verschieben, sondern bei einem Modell, das die Daten in der Cloud des Kunden belässt und die Aufschläge entfernt, die die Kosten so schwer vorhersehbar machen.

Welche Vision verfolgen Sie als Mitgründer und CEO von Tsuga, und wie möchten Sie diese verwirklichen?

Unsere Mission ist es, Observability für jedes Unternehmen, das in der KI-Ära entwickelt, zu einem Wettbewerbsvorteil zu machen – mit Hyperscale, Intelligenz und voller Kontrolle für den Kunden. In der Praxis bedeutet das: Observability läuft in der eigenen Cloud, basiert auf OpenTelemetry und offenen Formaten, sodass kein Lock-in-Effekt entsteht, und die Preise sind transparent, sodass die Kosten nicht mit jedem gesammelten Gigabyte proportional wachsen. Umgesetzt wird das über ein Modell, das wir „Software as a Service” nennen. Wir betreiben und managen die Plattform, während Deployment und Daten vollständig beim Kunden bleiben. Unser interner Leitsatz bringt es gut auf den Punkt: Managed by Tsuga, owned by you. Um diese Vision zu realisieren, haben wir Branchenexperten ins Team geholt. Sie haben Produkte in extremem Maßstab entwickelt und Enterprise-Lösungen bei Unternehmen wie Palantir, Cognition, Kong, Datadog oder Grafana Labs verkauft.

An welche Unternehmen richtet sich Tsuga hauptsächlich, und welche Herausforderungen stehen bei Ihren Kunden besonders im Fokus?

Wir richten uns vor allem an Großunternehmen und stark wachsende Technologieunternehmen, deren Datenvolumen und Anforderungen an Zuverlässigkeit so schnell gewachsen sind, dass klassische Observability-Modelle diese nicht mehr wirtschaftlich abbilden können. Meist sind es Organisationen mit erheblicher Skalierung, die häufig strenge Anforderungen an Datenresidenz oder Compliance haben. Zudem verfügen sie zunehmend über KI-Systeme, die Telemetriedaten erzeugen, die sich unter einem herkömmlichen SaaS-Modell nicht wirtschaftlich speichern lassen. Für diese Kunden stehen vor allem drei Herausforderungen im Mittelpunkt: Sie möchten vollständige Sichtbarkeit behalten, ohne aus Kostengründen Daten verwerfen zu müssen, die Daten innerhalb der eigenen Governance und Jurisdiktion halten und Abhängigkeiten von proprietären Formaten eines einzelnen Anbieters vermeiden. Häufig kommt der Wunsch hinzu, Best Practices teamübergreifend zu verankern, damit Organisationen mit KI schneller werden können, ohne die Qualität der ausgelieferten Produkte zu verschlechtern.

Viele Unternehmen investieren derzeit massiv in KI-Infrastrukturen. Welche neuen Anforderungen entstehen dadurch beim Monitoring und Betrieb dieser Systeme?

Die KI-getriebene Entwicklung vergrößert eine bestehende Lücke: Logs, Metriken und Traces wachsen seit Jahren deutlich schneller als die IT-Budgets. Autonome Codegenerierung, LLM-Traces und -Evals sowie kurzlebige Microservices vervielfachen diese Telemetrie nun noch einmal, sodass sie von vielen bestehenden Stacks nicht mehr verarbeitet werden kann. Die erste neue Anforderung ist deshalb wirtschaftlicher Natur: Unternehmen müssen alles beobachtbar halten können, ohne dass die Kosten explodieren. Die zweite Anforderung ist der disziplinierte Einsatz von Intelligenz.

Genau hier unterscheidet sich unser Ansatz von vielen anderen am Markt: Wir liefern keinen autonomen SRE-Agenten, den man einfach auf Produktionssysteme ansetzt und dann das Beste hofft. Stattdessen stellen wir deterministische ML-Algorithmen bereit, um die Menge der zu analysierenden Daten zu reduzieren. Wir machen Telemetrie- und Architekturänderungen im System sichtbar und liefern Skills sowie MCP- und CLI-Infrastruktur. Damit können Teams ihre eigenen Observability-Agenten oder AI-SREs entwickeln. Darüber liegt eine Intelligence-Schicht, die deutlich mehr Telemetrie zur Verfügung stellt als die meisten Observability-Systeme. Sie begrenzt den Handlungsspielraum dieser Agenten, kontrolliert den Token-Verbrauch und stellt sicher, dass sie nur innerhalb des definierten Aufgabenumfangs agieren. Wir nennen das „Bring your own Agent”.

Tsuga konnte nur wenige Monate nach dem Ende der Stealth-Phase bereits wiederkehrende Umsätze in Millionenhöhe aufbauen. Was waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten Treiber dieses schnellen Wachstums?

Wir haben bereits jährliche Umsätze in Millionenhöhe unter Vertrag. Der wichtigste Treiber ist relativ klar: Wir lösen ein Problem, das große Engineering-Organisationen akut und dauerhaft betrifft. Sobald Teams sehen, dass sie ihre Daten behalten, eine vollständige Datenqualität bewahren und zugleich ihre Kosten planbar machen können, während ihre gesamte Observability in einer einheitlichen Ansicht zusammenläuft, die SREs, Entwickler und ganze IT-Teams tatsächlich nutzen und gern verwenden, werden Gespräche schnell konkret. Dabei spielt das BYOC-Modell eine große Rolle, da Kunden Tsuga einführen können, ohne sensible Telemetrie aus der eigenen Umgebung herauszubewegen. Dadurch wird eine wesentliche Hürde in Beschaffung und Compliance beseitigt. Zusätzlich senkt die Tatsache, dass Tsuga auf OpenTelemetry basiert, die Einstiegshürde, da Teams uns einführen können, ohne alles neu instrumentieren zu müssen, was sie bereits betreiben.

Mit Black Forest Labs, Camunda und Le Monde zählen bereits namhafte Unternehmen zu Ihren Kunden. Welche Probleme lösen Sie für diese Organisationen besonders erfolgreich?

Zu kundenspezifischen Details möchte ich lieber nicht sprechen, aber ich kann die Muster beschreiben, die wir beobachten. Für Medienorganisationen sind planbare Kosten und Data Governance von enormer Bedeutung, da das Telemetrievolumen groß ist und Daten häufig eine bestimmte Jurisdiktion nicht verlassen dürfen. Für schnell wachsende Technologieunternehmen steht dagegen meist im Vordergrund, beim Skalieren die vollständige Sichtbarkeit zu behalten, ohne dass die Observability-Kosten schneller wachsen als das Geschäft selbst. Der gemeinsame Nenner ist: Diese Unternehmen wollen alles in einer einheitlichen Ansicht sehen, ihre Daten unter eigener Kontrolle halten und eine Bindung an einen einzelnen Anbieter vermeiden. Genau dafür wurde das Modell aus BYOC und offenen Standards entwickelt.

Tsuga hat kürzlich 35 Millionen US-Dollar in einer Series-A-Finanzierungsrunde eingesammelt. Welche Bedeutung hat diese Finanzierung für die nächsten Entwicklungsschritte des Unternehmens?

Die 35 Millionen US-Dollar aus der Series A ermöglichen es uns, bei den zwei wichtigsten Themen schneller voranzukommen: dem weiteren Ausbau der Plattform und dem Customer Success. Die Bedeutung liegt weniger in der reinen Summe als in dem Vertrauen, das sie in die von uns definierte Kategorie ausdrückt. „AI-native resilient observability” – also kein weiterer Anbieter im klassischen Markt. Konkret finanziert diese Finanzierungsrunde die Arbeit unserer Ingenieure entlang unserer Roadmap, die Intelligence-Schicht, mit der Observability-Agenten eingegrenzt und gesteuert werden, sowie die Teams, die Unternehmen dabei unterstützen, dieses Modell in großem Maßstab einzuführen.

Was hat Investoren wie Singular, General Catalyst, DST Global und Quantumlight von Tsuga überzeugt?

Diese Frage sollten Sie eigentlich den Investoren stellen. Was wir gesehen haben: Investoren, die diesen Markt gut kennen, haben sowohl die Größe des Problems als auch die Tatsache erkannt, dass sich das bestehende Modell nicht weit genug anpassen lässt, um es zu lösen. Die Kombination aus einem großen, wachsenden Markt und einem grundlegend anderen Ansatz – die Daten bleiben in der Cloud des Kunden, die Preisgestaltung ist transparent und die Plattform basiert auf offenen Standards – hat offenbar überzeugt. Für uns ging es ebenso darum, die richtigen Partner auszuwählen. Menschen, die unsere Vision teilen und uns dabei unterstützen können, Observability dorthin zu bringen, wo der Markt hingeht, statt dort zu bleiben, wo er bisher war. Es ist sehr wertvoll, Investoren an Bord zu haben, die uns über mehrere Finanzierungsrunden hinweg begleiten und die Entwicklung verstehen. Das erlaubt uns, mit Überzeugung statt mit Vorsicht zu handeln.

Tsuga verzichtet auf Infrastrukturaufschläge und betreibt die Lösung direkt in der Cloud des Kunden. Warum ist dieser Ansatz für viele Unternehmen attraktiv?

Die klassische Observability wird in der Regel über eine Mischung aus Verbrauch und Lizenzen bepreist. Die Rechnung steigt also mit dem Datenvolumen, der Anzahl der Hosts und mit jedem Engineer, der Zugriff benötigt. So ist Observability in vielen IT-Budgets still und leise zu einem der größten Kostenblöcke geworden. Da wir direkt in der Cloud des Kunden laufen und die Software separat bepreisen, entkoppeln wir die Kosten von der reinen Nutzungsskala. Dadurch verändert sich die Wirtschaftlichkeit strukturell, da Kunden direkt von ihren eigenen Cloud-Commitments und Rabatten profitieren, anstatt einen Anbieter dafür zu bezahlen, ihnen Kapazität weiterzuverkaufen. Für die meisten Unternehmen ist der Vorteil offensichtlich: Sie behalten ihre Daten, geben ihren Teams vollen Zugriff, ohne pro Seat bestraft zu werden, und können die Kosten für Observability endlich planen.

Datenhoheit und Compliance gewinnen zunehmend an Bedeutung. Wie verändert sich die Nachfrage nach Lösungen, bei denen Betriebsdaten die Infrastruktur des Kunden nicht verlassen?

Wir beobachten, dass sich dieses Thema von einem Nice-to-have zu einer echten Anforderung entwickelt – insbesondere bei Unternehmen in regulierten Branchen sowie bei Firmen, die mit solchen Unternehmen zusammenarbeiten. Das gilt ebenso für europäische, brasilianische, kanadische, indische und andere Organisationen, die klare Anforderungen an Datenresidenz haben. Operationale Telemetrie ist deutlich sensibler als von vielen angenommen. Logs und Traces können die Struktur eines Unternehmens, Vorfälle, teilweise Kundendaten sowie technische Informationen oder Geschäftsgeheimnisse enthalten.

Wenn diese Daten innerhalb der Grenzen des Kunden bleiben, entfällt eine ganze Risikokategorie – und zugleich entfällt viel Reibung bei der Beschaffung. Unser Modell ist genau dafür ausgelegt: Die Daten bleiben unter der Governance des Kunden und durchlaufen nie die Umgebung eines Anbieters. Compliance wird damit zu einer Eigenschaft der Architektur und nicht zu einem Versprechen im Vertrag. Da KI-Systeme immer mehr dieser Daten erzeugen und die Regulierung darum herum strenger wird, erwarten wir, dass diese Anforderung eher zur Regel als zur Ausnahme wird.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen beim Aufbau eines europäischen DeepTech-Unternehmens in einem Markt, der von großen internationalen Anbietern geprägt wird?

Die ehrliche Herausforderung ist die etablierte Marktposition der Incumbents. Die großen Anbieter haben Skaleneffekte, große Field-Organisationen und sind seit Jahren in den von uns angepeilten Accounts präsent. Wir machen daraus einen Vorteil, indem wir klar kommunizieren, wer wir sind: keine günstigere Version eines etablierten Anbieters, sondern ein besseres Produkt und ein anderes Modell, das für die zukünftige Entwicklung des Marktes ausgelegt ist. Diese Klarheit kommt bei Teams an, die täglich die Grenzen des Status quo spüren. Europäisch zu sein, ist hier außerdem eine echte Stärke und kein Nachteil. Datenresidenz, Souveränität und offene Standards sind zunehmend genau das, wonach große Kunden fragen – und genau darauf sind wir ausgelegt. Entscheidend ist, Deployment für Deployment zu beweisen, dass ein fokussiertes Unternehmen bei den heute wirklich wichtigen Themen schneller und besser agieren kann als ein breit aufgestellter Anbieter.

Wo sehen Sie Tsuga in drei bis fünf Jahren, und welche Meilensteine möchten Sie bis dahin erreichen?

In drei bis fünf Jahren möchte ich, dass AI-native Resilient Observability als eigene Kategorie verstanden wird und Tsuga als das Unternehmen gilt, das diese Kategorie definiert hat. Konkret bedeutet das, dass Tsuga zur Standardgrundlage für Observability bei Unternehmen wird, die ernsthaft für die KI-Ära entwickeln – und das überall auf der Welt. Unser Modell aus kundeneigenem Deployment und offenen Standards sollte dann als vernünftige Ausgangsbasis gelten. Auf der Produktseite ist für mich der wichtigste Meilenstein, die Intelligence-Schicht so weit zu entwickeln, dass Teams regelmäßig ihre eigenen Observability-Agenten sicher und kontrolliert auf Tsuga bauen und steuern können. Darunter liegt der Maßstab, der wirklich zählt: dauerhaftes Vertrauen. Die Unternehmen, die wir bedienen, legen ihre operativ sensibelsten Daten in unser Modell. Dieses Vertrauen immer wieder zu verdienen, ist der Meilenstein, von dem alles andere abhängt.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein technologiegetriebenes B2B-Unternehmen aufbauen möchten?

Der erste Rat lautet:

Gehen Sie von einem Problem aus, das Sie selbst erlebt haben, statt von einem, das Sie nur beobachtet haben. Im Deep-B2B-Bereich merken Käufer den Unterschied sofort. Wir haben Jahre in dieser Branche verbracht und ihre Grenzen aus erster Hand gespürt. Genau das hat es uns ermöglicht, mit ungeduldigen Kunden schnell voranzukommen, die nicht die Zeit haben, einem Gründer das Geschäft erst beizubringen. Die Glaubwürdigkeit, die dadurch entsteht, dass man selbst in der Situation der Kunden war, ist mehr wert als jeder Pitch.

Der zweite Rat lautet:

Seien Sie ehrlich, ob Sie eine bessere Version von etwas Bestehendem entwickeln – oder etwas grundsätzlich Neues. Und dann verpflichten Sie sich dazu. Wir sind kein kostengünstigerer Incumbent, sondern ein anderes Modell. Hätten wir versucht, beides zugleich zu sein, hätte das sowohl die Geschichte als auch das Produkt geschwächt. Die eigene Kategorie zu wählen, auch wenn das schwieriger ist, als sich in eine bestehende Schublade einzuordnen, ermöglicht es einem fokussierten Unternehmen, bei den entscheidenden Themen schneller und besser zu sein als ein viel größeres Unternehmen.

Der dritte Ratschlag betrifft das Team:

Stellen Sie in jeder Funktion der Organisation exzellente, hochmotivierte Menschen ein. Heute kommt hinzu, dass diese Menschen wirklich gut darin sein und Interesse daran haben sollten, KI-Tools zu nutzen – aber mit dem Menschen klar im Bilde. Der Hebel, den diese Tools einem kleinen Team geben, ist real. Wir nutzen sie intensiv, im Engineering ebenso wie im Business. Gleichzeitig ist der menschliche Faktor entscheidend, um etwas zu entwickeln, das Menschen wirklich gern nutzen. Es ist dasselbe Prinzip, das im Kern unseres Produkts steckt: KI sollte qualifizierte Menschen innerhalb klarer Grenzen beschleunigen, aber nicht das Urteilsvermögen ersetzen, das die Arbeit sauber und belastbar hält.

Bildcredits Tsuga

Wir bedanken uns bei Gabriel-James Safar für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Pairsy: Was brauchen Beziehungen im digitalen Alltag wirklich?

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Bildcredits Cathleen Schmid Pairsy: Paare und Beziehungen neu gemeinsam erleben Pairsy

Pairsy ist eine App für Paare und unterstützt Beziehungen mit individuell geplanten Date-Erlebnissen für mehr gemeinsame Zeit im Alltag

Können Sie Pairsy kurz vorstellen und erzählen, wer das Unternehmen gegründet hat?

Pairsy ist eine App für beschäftigte Paare, die ohne großen Aufwand mehr qualitative Zeit miteinander verbringen möchten. Wir bieten ein monatliches Abo, bei dem das Paar alle zwei Wochen ein Date-Erlebnis erhält: von unserer Auswahl nach deren Präferenzen bis zum Ticket in wenigen Klicks. Patrick und Cathleen (Casi) haben Pairsy ursprünglich als Konzept gegründet und mich dann ins Boot geholt. So haben wir Pairsy offiziell in Berlin etabliert.

Wie entstand die Idee, mit Pairsy eine Plattform für gemeinsame Erlebnisse und Date-Planung zu entwickeln?

Casi hat sich einmal Rabattcoupons angeschaut und sich gefragt, ob es so etwas nicht auch für Dates statt für Lebensmittel geben könnte. Mittlerweile sind wir von der ursprünglichen Idee abgewichen. Wir haben mit vielen Paaren gesprochen und dabei herausgefunden, dass den Paaren am meisten die Zeit fehlt und nicht das Geld.

Welche Vision verfolgen Sie mit Pairsy, und wie möchten Sie Beziehungen im digitalen Alltag langfristig stärken?

Wir sind der Meinung, dass Beziehungen kein Konsumgut sind. Eine Beziehung muss gepflegt werden, und das gelingt, indem man mit der geliebten Person schöne Erinnerungen schafft. Wir wollen bestehende und neue Paare kurzfristig vor der „Situationship-Falle” bewahren und langfristige Paare vor emotionaler Kälte schützen.

An welche Zielgruppen richtet sich Pairsy hauptsächlich, und welche Herausforderungen möchten Sie für Paare lösen?

Berufstätige Paare, häufig auch Selbstständige, die manchmal nur sehr kurzfristig oder an Wochentagen Zeit füreinander haben und nicht immer in dasselbe Restaurant gehen wollen. Wir arbeiten auch daran, Paaren mit Kindern die Möglichkeit zu bieten, entspannt Zeit miteinander zu verbringen.

Viele Paare wünschen sich mehr gemeinsame Zeit, scheitern jedoch an der Planung. Warum ist dieses Problem aus Ihrer Sicht so weit verbreitet?

Der Hauptgrund ist die Entscheidungsschwäche. Nach einer langen Woche ist man kognitiv immer weniger in der Lage, Entscheidungen zu treffen. Zwar googelt man, was in der eigenen Gegend passiert, hat dann aber oft nicht das Gefühl, die richtige Wahl getroffen zu haben.

Pairsy übernimmt die Organisation von Dates und Erlebnissen. Was macht diesen Ansatz aus Ihrer Sicht besonders?

Ähnlich wie der Unterschied zwischen einem gewöhnlichen Restaurant und einem Luxus-Restaurant: In einem gewöhnlichen Restaurant kann man sich oft nicht entscheiden, während Luxusrestaurants für ihre Kunden schon die beste Wahl getroffen haben. Wir machen es Paaren einfach, ihr Date nahtlos zu genießen, ohne über die Orgas oder die Qualität der Location nachdenken zu müssen. Im Gegensatz zu einer KI haben wir unsere Locations persönlich durchgefiltert und kontrolliert.

Wie wählen Sie passende Aktivitäten aus, damit die vorgeschlagenen Erlebnisse möglichst gut zu den Interessen der Paare passen?

Wir entwickeln derzeit einen Algorithmus, der nicht nur die beste Option für jedes Paar selektiert, sondern auch die Ticketkontingente für unsere Partner und uns optimiert.

Welche Rolle spielen persönliche Vorlieben und individuelle Empfehlungen bei der Entwicklung Ihrer Plattform?

Wir haben mit vielen Paaren sowie anderen Event-App-Gründern gesprochen. Einige von ihnen sind unsere Freunde oder Bekannte. Vor allem leiten uns unsere Werte: Beziehungen stehen im Fokus, erst danach kommen die App-Features.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen beim Aufbau eines Angebots, das Freizeitplanung, Beziehungspflege und digitale Services miteinander verbindet?

Auch wenn die Nutzer begeistert von Pairsy sind, ist es für viele immer noch ein neues Konzept. Außerdem gibt es technische Anforderungen, da für eine angenehme User Experience eine stabile, einfache und intuitive App benötigt wird. Wir sind überzeugt, dass wir den Code des Date-Planning- und Beziehungs-Segments knacken können.

Wie reagieren Nutzerinnen und Nutzer auf die Idee, die Organisation gemeinsamer Unternehmungen teilweise an Pairsy abzugeben?

Viele sind es bereits gewöhnt, alles über Apps zu erledigen. Musik hören, TV schauen, einkaufen, Haustier betreuen … Für unsere Nutzer ist Pairsy eine Entlastung, da sie sich um eine Sache weniger kümmern müssen. Es erleichtert auch den Paaren den Alltag, da es kein „Ich habe letztes Mal geplant, jetzt du” gibt.

Welche nächsten Entwicklungsschritte und Wachstumsziele stehen bei Pairsy aktuell im Fokus?

Wir wollen unser Premium-Angebot erweitern und weitere Abomodelle sowie Geschenkgutscheine für die Mutter oder den besten Freund einführen. Außerdem wollen wir Pairsy für eine größere Zielgruppe anbieten, uns in weitere Städte und auch außerhalb Deutschlands erweitern sowie Automationen entwickeln, die unser Modell viel skalierbarer machen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die aus einer alltäglichen Herausforderung ein digitales Geschäftsmodell entwickeln möchten?

  1. Löst das typische Henne-Ei-Problem der Plattformbusinesses. Es gibt dafür viele Ansätze.
  2. Achtet darauf, dass euer Angebot wirklich einen Mehrwert hat, sonst kündigen die Leute schnell.
  3. Habt keine Angst vor euren Konkurrenten, denn ihr könnt von anderen Gründern viel lernen.

Bildcredits Cathleen Schmid

Wir bedanken uns bei Milica-Maja Cikusa für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Frauengesundheit im Fokus: Wird die Versorgung von Müttern noch immer unterschätzt?

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Leistungsfähigkeit nach Schwangerschaft stärken Carolin Otzelberger Fotocredit PR

Frau Otzelberger, viele Frauen berichten nach Schwangerschaft und Geburt von Erschöpfung, Konzentrationsproblemen und dem Gefühl, nicht mehr dieselbe Leistungsfähigkeit wie früher zu haben. Warum wird dieses Thema gesellschaftlich noch immer unterschätzt?

Zum einen war Frauengesundheit in Wissenschaft und Forschung über Jahrzehnte stark unterrepräsentiert. Viel zu lange wurden Frauen als „kleine Männer“ betrachtet. Die Erkenntnis, dass der weibliche Stoffwechsel in Teilen anders funktioniert als der männliche, setzt sich sowohl in der Wissenschaft als auch in der Medizin erst langsam durch. Somit wissen wir einfach noch viel zu wenig darüber, was genau biochemisch in uns Frauen durch hormonelle Umstellungen gepaart mit Stress und Schlafentzug wirklich passiert.

Andererseits wird seit Generationen von Frauen erwartet, dass sie – egal in welcher Lebenslage – zuverlässig funktionieren. Nach wie vor bekommen Frauen von Ärzten gesagt, Symptome wie starke Periodenschmerzen oder postnatale Erschöpfung seien normal. Sinngemäß vermittelt man den Frauen, sie sollten sich einfach nicht so anstellen.

Das ist verrückt! Millionen von Frauen leiden still und suchen den Fehler bei sich. Dabei sind die Ursachen biochemisch erklärbar und können heutzutage gut behandelt werden.

Sie haben sich auf berufstätige Frauen, Unternehmerinnen und Führungskräfte spezialisiert, die innerhalb der letzten Jahre Mutter geworden sind. Was macht diese Zielgruppe aus Ihrer Sicht besonders?

Kinder zu bekommen ist für alle Frauen ein einschneidendes Erlebnis und eine große Umstellung. Muss man allerdings mit Schlafmangel, Erschöpfung und Konzentrationsschwierigkeiten auch noch Unternehmen und Teams führen, erreichen die Herausforderungen schnell eine ganz andere Dimension. Frauen mit kleinen Kindern, die gleichzeitig beruflich viel Verantwortung tragen, sind plötzlich mit einer enormen Mehrfachbelastung konfrontiert. Das wird häufig unterschätzt – in erster Linie von den Frauen selbst.

In Ihrer Arbeit erleben Sie immer wieder Frauen, die glauben, sie müssten sich lediglich besser organisieren oder stärker belastbar sein. Welche Ursachen stecken tatsächlich häufig hinter den Beschwerden?

In der Regel treffen hier Schlafmangel, hormonelle Umstellungen und gravierende Nährstoffdefizite zusammen.

Auch die bei „Macherinnen“ besonders verbreitete Persönlichkeitsstruktur mit besonders hohen Ansprüchen an sich selbst trägt zu Erschöpfung und Gefühlen von Überforderung bei.

Welche körperlichen und biochemischen Veränderungen nach Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit werden aus Ihrer Sicht zu selten betrachtet?

Während Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit wird der Körper der Frau regelrecht „geplündert“. Das Wachstum des Kindes entzieht der Mutter große Mengen an Nährstoffen. Erfahrungsgemäß reicht Mehr -Essen bei weitem nicht aus, um diesen Bedarf zu decken. Auch typische Schwangerschafts-Supplements greifen viel zu kurz.

Vielmehr braucht es eine fundierte Analyse und eine individuell auf die jeweilige Frau zugeschnittene Nährstofftherapie, um im besten Fall die Entstehung von Mängeln zu verhindern oder zumindest aufgetretene Defizite schnell zu beseitigen.

Dafür stehen uns heutzutage sehr gute, praktikable Lösungen zur Verfügung. Man muss sie nur nutzen!

Wie groß ist die Versorgungslücke in der Frauengesundheit, und welche Folgen hat sie für die Leistungsfähigkeit vieler Frauen im Berufsalltag?

Frauen sind in klinischen Studien bis zu 70% seltener vertreten als Männer. Entsprechend ist ein Großteil der medizinischen Empfehlungen einfach nicht auf die weibliche Biochemie ausgerichtet.

In meiner Arbeit erlebe ich tagtäglich, dass Frauen mit ihren Beschwerden bei den Ärzten nicht ernstgenommen werden. Anstatt niedrige Ferritinwerte, unausgeglichene Hormone oder Mikronährstoffdefizite zu diagnostizieren, bekommen sie den Rat, sich mehr zu entspannen. Wer in einer Führungsrolle oder als Unternehmerin tätig ist und auf diesem Niveau funktionieren muss, kann sich das schlicht und ergreifend nicht leisten.

Sie verbinden Ernährungswissenschaft, funktionelle Blutanalytik und Coaching. Warum reicht es oft nicht aus, Gesundheit nur aus einer einzelnen Perspektive zu betrachten?

Wir alle wünschen uns einfache Lösungen. Am besten eine Pille, die alle Beschwerden wegzaubert. In Wahrheit sind wir als Menschen und insbesondere als Frauen aber sehr komplexe Wesen. Sowohl meine eigene Geschichte als auch die Arbeit mit meinen Klientinnen hat mich gelehrt, dass viele Räder ineinandergreifen müssen, damit es uns wirklich gut geht. Nachhaltige Gesundheit und Leistungsfähigkeit brauchen daher immer einen ganzheitlichen Ansatz.

Ihre eigene gesundheitliche Geschichte war der Ausgangspunkt Ihrer heutigen Arbeit. Wie hat diese Erfahrung Ihren Blick auf Gesundheit und Prävention geprägt?

Als Kind wurde ich von der Schulmedizin sehr enttäuscht und habe früh gelernt, meine Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen. Auf der Suche nach Lösungen für meine eigenen Herausforderungen habe ich unzählige Therapieformen ausprobiert, hunderte von Büchern gelesen und sehr viel Zeit und Geld in alle möglichen Protokolle, Supplements, Geräte und Methoden investiert.

Einerseits hat mich dieser Weg ein Stück weit geläutert – die meisten noch so vielversprechenden Ansätze waren völlig wirkungslos oder gar kontraproduktiv.

Andererseits habe ich unglaublich viel Erfahrung gesammelt. In der Wissenschaft, der klassischen Schulmedizin, aber auch der Naturheilkunde sowie alternativen oder energetischen Heilmethoden. Dieser Erfahrungsschatz ist heute in der Arbeit mit meinen Klientinnen Gold wert.

Viele Frauen stehen unter hohem Leistungsdruck und haben gleichzeitig Familie, Karriere und Alltag zu organisieren. Welche Rolle spielen Faktoren wie Perfektionismus, Stress und innere Ansprüche für die Gesundheit?

Die Frauen, die zu mir kommen, sind in der Regel sehr ambitionierte Menschen mit hohen Ansprüchen an sich selbst. Diese Persönlichkeit ist einerseits für ihren oftmals beeindruckenden beruflichen Erfolg verantwortlich. Sie setzen sich große Ziele und erreichen diese auch.

Auf der anderen Seite beobachte ich, dass es gerade diese Neigung zu Perfektionismus und einem starken Kontrollbedürfnis ist, die den Frauen enormen zusätzlichen Stress macht. Abschalten, Loslassen und zur Ruhe kommen fällt meinen Klientinnen oft sehr schwer. Dieser dauerhafte Stresszustand – in der Fachsprache Hyperarousal genannt – ist jedoch enorm gesundheitsschädlich. Unser Immunsystem, die Hormonachsen und der gesamte Stoffwechsel leiden darunter.

Deshalb widmen wir uns in meiner Arbeit, wenn nötig, auch Themen wie Glaubenssätze, Prägungen aus der Kindheit und innerer Kritiker.

Sie sprechen häufig über die Gender Health Gap. Warum werden Frauen in Medizin und Forschung noch immer nicht ausreichend berücksichtigt?

Es fehlt schlicht und ergreifend die Lobby. Medizin war über Jahrzehnte sehr männlich geprägt und ist es zum Teil immer noch.

Wir brauchen einerseits Frauen, die Lösungen aktiv einfordern und sich nicht einschüchtern lassen von Ärztinnen und Ärzten, die sie mit Plattitüden und Binsenweisheiten nach Hause schicken.

Andererseits braucht es aber natürlich auch sehr viel mehr Forschungsgelder für Female Health Themen. Im Zeitraum von 2008 bis 2018 erschienen beispielsweise mehr als dreimal so viele Studien zu erektiler Dysfunktion wie PMS-Studien in der gesamten Forschungsgeschichte seit dem Zweiten Weltkrieg. Obwohl etwa doppelt so viele Frauen von PMS betroffen sind, wie Männer von Potenzstörungen.

Diese ungleiche Verteilung von Fördermitteln ist ein Skandal.

Nahrungsergänzungsmittel erleben einen Boom. Welche Fehler beobachten Sie besonders häufig, wenn Menschen ihre Gesundheit eigenständig optimieren möchten?

2024 wurden in Deutschland über 3 Milliarden Euro für Nahrungsergänzungsmittel ausgegeben. Das Marktpotenzial ist enorm und bei vielen Anbietern herrscht eine gewisse Goldgräber-Stimmung. Die Folge sind umfangreiche Marketingkampagnen.

Für den Laien ist es jedoch kaum möglich aus der Fülle an Angeboten und Informationen das herauszufiltern, was für die eigene Gesundheit und Leistungsfähigkeit wirklich relevant ist.

Häufig nehmen Menschen Präparate, die sie gar nicht brauchen. Andererseits sind sie weiterhin mit wichtigen Nährstoffen teils gravierend unterversorgt. Zudem sind viele Präparate zu niedrig dosiert oder enthalten zweifelhafte Zusatzstoffe.

Zurückbleiben enttäuschte Verbraucher, die sich selbst etwas Gutes tun wollten, aber die falsche Strategie gewählt haben.

Auch die Darm-Hirn-Achse gehört zu Ihren Schwerpunkten. Welche neuen Erkenntnisse über den Zusammenhang von Darmgesundheit, mentaler Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden halten Sie für besonders spannend?

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, welch enormen Einfluss der Zustand unseres Darms auf unsere psychische Verfassung und kognitive Leistungsfähigkeit hat.

Wussten Sie beispielsweise, dass das von Darmbakterien produzierte Butyrat vor Neuroinflammation – also Entzündungen im Gehirn – schützt? Es reduziert Alzheimer-assoziierte Amyloid-Plaques und verbessert gleichzeitig Stimmung und kognitive Funktionen.

Weil man vielfach zeigen konnte, dass depressive Symptome durch die Gabe von Präbiotika verbessert werden können, etabliert sich für solche klinisch geprüften Bakterienstämme gerade ein neuer Begriff: Psychobiotika.

Der Weg zu mentaler Gesundheit geht definitiv über den Darm!

Wenn Sie sich für die Zukunft der Frauengesundheit drei Veränderungen wünschen könnten. Welche wären das?

Viel höhere Investitionen in die Erforschung von Themen wie PMS, PMOS (früher PCOS), Endometriose und Menopause.

Eine Etablierung von funktioneller Medizin in deutschen Arztpraxen (davon profitieren auch die Männer!).

Und last but not least müssen wir Frauen raus aus der Opferrolle und rein in die Eigenverantwortung. Es gibt schon heute zahlreiche Lösungsansätze. Dazu gehört aber auch, dass Frauen sich um einen gesunden Lifestyle bemühen, die eigenen Bedürfnisse und die ihres Körpers ernstnehmen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch in ihre Gesundheit investieren.

Bildcredits PR

Wir bedanken uns bei Carolin Otzelberger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wildcat im Wandel: Welche Ziele verfolgt die Marke für die kommenden Jahre?

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Wildcat: Piercings, Schmuck und die Ziele der Marke Damien Siedler @Wildcat

Wildcat entwickelt Piercings und Schmuck für Menschen, die ihre Individualität ausdrücken möchten, und verbindet dabei Produktentwicklung, Studios und Onlinehandel unter einer Marke

Mit welcher Vision wurde Wildcat gegründet, und welche Bedeutung hat diese heute noch für das Unternehmen?

Damien Siedler: Wildcat wurde mit der Vision gegründet, ein damaliges Nischenprodukt stärker in den Vordergrund zu rücken. Piercings dienen nicht nur als Schmuck, sondern ermöglichen es Menschen, ihre Persönlichkeit auszudrücken, sich individuell zu verschönern und eigene Kombinationen zu gestalten. Genau diese kreative Freiheit wollten wir sichtbar machen und dazu beitragen, Piercings gesellschaftsfähig zu machen. Diese Vision prägt Wildcat bis heute.

Wie hat sich Wildcat von einem Pionier der Piercing-Branche zu einer international bekannten Marke entwickelt?

Damien Siedler: Wildcat war von Beginn an ein First Mover in der Branche. Das Unternehmen hat seine Wurzeln in England und wurde von dort aus in Deutschland weiterentwickelt. Entscheidend waren dabei unsere internationale Vernetzung innerhalb der Piercing- und Tattoo-Szene sowie das gemeinsame Ziel, Piercings weltweit stärker in den Fokus zu rücken. Durch diesen engen Austausch und unsere langjährige Erfahrung konnten wir uns als international bekannte Marke etablieren.

Piercings und Tattoos sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Welche Entwicklungen haben Sie in den vergangenen Jahren besonders überrascht?

Damien Siedler: Überrascht hat uns diese Entwicklung eigentlich nicht. Wir waren von Anfang an davon überzeugt, dass Tattoos und Piercings gesellschaftsfähig werden können. Als langjähriger Teil der Branche konnten wir unmittelbar miterleben, wie der Markt von Jahr zu Jahr gewachsen ist und sich die Wahrnehmung zunehmend verändert hat. Heute sind Piercings und Tattoos für viele Menschen eine selbstverständliche Form des persönlichen Ausdrucks.

An welche Zielgruppen richtet sich Wildcat heute, und wie unterscheiden sich deren Wünsche und Erwartungen?

Damien Siedler: Wildcat richtet sich an alle Menschen, die das Leben bunt feiern und ihre Individualität zum Ausdruck bringen möchten, ganz unabhängig von Alter, Geschlecht oder persönlichem Stil. Die Wünsche sind dabei sehr unterschiedlich: Manche suchen ein dezentes Schmuckstück, andere möchten auffällige Kombinationen oder komplette Ear Stacks gestalten. Unser Anspruch ist es, für diese Vielfalt die passenden Produkte, Beratung und Inspiration anzubieten.

Wildcat vereint die Entwicklung von Schmuck, dem Onlinehandel und eigenen Studios. Welche Vorteile bringt dieses Zusammenspiel mit sich?

Damien Siedler: Der Onlinehandel kann den stationären Handel in unserer Branche nicht vollständig ersetzen. Eine persönliche Piercing-Dienstleistung, eine fachkundige Beratung, das Stöbern und Ausprobieren vor Ort oder das Tätowieren sind online nicht möglich. Deshalb sind unsere Studios ein essenzieller Bestandteil des Konzepts.

Gleichzeitig bietet der Onlineshop eine große Auswahl und ermöglicht es unseren Kundinnen und Kunden, sich jederzeit inspirieren zu lassen und Schmuck bequem zu bestellen. Durch das Zusammenspiel beider Bereiche können wir ein ganzheitliches Markenerlebnis schaffen.

Damien Siedler: Eine große Herausforderung sind Selbstpiercing-Pistolen und Schmuck aus fragwürdigen Materialien, wie er unter anderem auf Billig-Plattformen angeboten wird. In unseren Studios haben wir teilweise täglich mit entzündeten Ohren von Menschen zu tun, die sich selbst gepierct oder ungeeigneten Schmuck getragen haben.

Bei Wildcat wird ausschließlich unter sterilen Bedingungen und mit professionellen Piercingnadeln gearbeitet. Als Ersteinsatzschmuck verwenden wir implantatzertifiziertes Titan Grad 23, um bestmögliche Voraussetzungen für einen reibungslosen Heilungsprozess zu schaffen. Einen Teil dieses Schmucks produzieren wir selbst in Deutschland.

Wie stellen Sie sicher, dass Qualität, Sicherheit und Vertrauen bei Ihren Produkten und Dienstleistungen gewährleistet bleiben?

Damien Siedler: Wir sind ISO-zertifiziert und haben unsere Prozesse klar definiert und dokumentiert. Über unsere eigene Wildcat Academy schulen wir unsere Mitarbeitenden und bilden sie kontinuierlich weiter.

Darüber hinaus prüfen wir unsere Schmuckstücke sorgfältig und produzieren einen Teil unseres Sortiments selbst in Deutschland. So behalten wir die Kontrolle über Materialien, Verarbeitung und Qualität. Unser Slogan „Quality does matter“ ist daher nicht nur ein Versprechen, sondern ein zentraler Bestandteil unserer täglichen Arbeit.

Mit dem ersten Flesh Tunnel hat Wildcat die Branche mitgeprägt. Wie wichtig sind Innovationen für Ihr Unternehmen heute noch?

Damien Siedler: Innovationen sind für uns weiterhin sehr wichtig, auch wenn sich Trends verändern. So ist der Flesh Tunnel heute zwar weniger präsent als zu seiner Hochphase, wird aber nach wie vor getragen. Aktuell geht der Trend stark zu Ear Stacks, dem individuellen Kombinieren vieler kleiner Schmuckstücke und Motive am Ohr. Da Trends jedoch zyklisch verlaufen, ist es durchaus möglich, dass auch der Flesh Tunnel in Zukunft wieder ein Comeback feiert.

Was unterscheidet Wildcat aus Ihrer Sicht von anderen Anbietern im Piercing und Tattoo-Markt?

Damien Siedler: Wildcat geht die Extrameile. Unser Anspruch reicht von der Produktentwicklung und Produktion bis zur fachgerechten Ausbildung unserer Piercerinnen und Piercer. Über unsere eigene Wildcat Academy vermitteln wir fundiertes Wissen zu Anatomie, Hygiene, Materialien, Piercingtechniken und einer professionellen Beratung.

Darüber hinaus achten wir auf besonders glatte Schmuckoberflächen, geprüftes Titan, zertifizierte Prozesse und umfassendes Material-Know-how. Durch unsere eigene Academy und unsere langjährige Erfahrung können wir Qualität nicht nur versprechen, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette sicherstellen. Unser Ziel ist es, jeden Bereich kontinuierlich zu verbessern.

Welche Rolle spielt das Feedback Ihrer Kundinnen und Kunden bei der Entwicklung neuer Produkte und Angebote?

Damien Siedler: Das Feedback unserer Kundinnen und Kunden spielt eine sehr wichtige Rolle. Wir arbeiten kontinuierlich an uns und nehmen Rückmeldungen ernst. Dabei beziehen wir unsere Community auch aktiv in Designprozesse ein. In diesem Jahr bringen wir sogar eine Kollektion auf den Markt, die vollständig gemeinsam mit unserer Community entwickelt wurde. Uns ist wichtig, nahbar und erreichbar zu sein und stets ein offenes Ohr für die Menschen zu haben, die unsere Marke begleiten.

Welche Ziele und Projekte stehen bei Wildcat in den kommenden Jahren im Fokus?

Damien Siedler: Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau des stationären Handels. Wir möchten möglichst vielen Kundinnen und Kunden ein echtes Wildcat-Store-Erlebnis ermöglichen. Dafür setzen wir sowohl auf weitere eigene Studios als auch auf Franchise-Standorte, um langfristig in möglichst vielen Städten erreichbar zu sein.

Unsere Stores sollen Orte sein, an denen Menschen kreativ werden, unterschiedliche Schmuckkombinationen entdecken und sich professionell beraten und piercen lassen können.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die eine starke Marke mit einer loyalen Community aufbauen möchten?

Damien Siedler: Hört auf eure Community. Feedback ist unglaublich wertvoll. Menschen, die sich die Zeit nehmen, Ratschläge, Ideen oder Kritik zu äußern, zeigen, dass ihnen die Marke wichtig ist. Gleichzeitig sind es genau die Menschen, die man erreichen und langfristig binden möchte.

Seid erreichbar und reagiert. Eine starke Community entsteht durch echten Dialog. Es ist wichtig, mit den Menschen zu interagieren und ihnen zu zeigen, dass ihre Stimmen gehört und ernst genommen werden.

Zeigt mehr von euch. Einblicke hinter die Kulissen sind besonders spannend. Wer sind die Menschen hinter der Marke? Wie arbeitet das Team, und was geschieht im Alltag? Authentizität schafft Nähe und Vertrauen. Eine Marke sollte zeigen, dass hinter ihr echte Menschen mit Leidenschaft und Persönlichkeit stehen.

Bildcredits Wildcat

Wir bedanken uns bei Damien Siedler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Wildcat

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48599 Gronau

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Ansprechpartner: Damien Siedler

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Was macht upcycle bags für nachhaltige Produkte so besonders?

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upcycle bags: Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft neu gedacht Johannes Zloch upcycle bags articulate summer 2023

upcycle bags entwickelt nachhaltige Taschen aus gebrauchten Materialien und verbindet Nachhaltigkeit mit Kreislaufwirtschaft sowie einer sozial verantwortungsvollen Produktion in Europa

Wie entstand die Idee zu upcycle bags und wer steckt hinter dem Startup?

Die Idee zu upcycle bags entstand aus der Motivation, nicht recycelbaren Abfällen wie Technische-Planen, Werbebannern oder alten Fahrradschläuchen ein sinnvolles zweites Leben zu schenken. Anstatt diese robusten Materialien der Müllverbrennung zu überlassen, wollte ich eine kreislauffähige Lösung schaffen. Hinter dem Startup stehe ich, Johannes Zloch. Meine Vision ist es, aus scheinbarem Müll hochwertige, langlebige und stylische Alltagsbegleiter zu erschaffen, die Ästhetik und Nachhaltigkeit perfekt miteinander verbinden.

Warum habt ihr euch darauf spezialisiert, ausrangierten Materialien ein zweites Leben zu geben?

Wir möchten der linearen Wegwerfgesellschaft ein klares Kreislaufmodell entgegensetzen und zeigen, dass Abfall oft nur ein Rohstoff am falschen Ort ist. Jedes gebrauchte Material bringt eine eigene Geschichte, individuelle Texturen und eine charmante Patina mit, was jedes Produkt zu einem Unikat macht. Zudem spart die Weiternutzung bestehender Materialien im Vergleich zur Neuproduktion massiv CO2, Wasser und Energie ein.

Welche Materialien verarbeitet upcycle bags besonders häufig?

Unser Fokus liegt auf besonders robusten und wetterfesten Materialien. Dazu gehören vor allem ausgediente Technische-Planen und großformatige Werbebanner aus PVC- oder Mesh-Gewebe, die nach Großevents oder Messen anfallen. Wir benutzen aber auch Fahrradschläuche, Markisenstoffe, Drindlstoffe usw. Als Innenfutter verwenden wir zudem hochwertige Membranstoffe und Stoffrestrollen aus Industrieüberschüssen.

Wie läuft der Weg von alten Fahrradschläuchen oder Werbebannern bis zur fertigen Tasche ab?

Der Prozess beginnt mit dem Sourcing, dem Einsammeln der Materialien bei Unternehmen, Vereinen und Partnern. Danach folgt die Aufbereitung im Lager, wo die Stoffe gründlich gereinigt, gesichtet und vorsortiert werden. Beim anschließenden Zuschnitt platzieren wir die Schnittmuster sorgfältig, um spannende Grafiken oder Logos der alten Banner optimal zu nutzen, oder je nach Bedarf zu entfernen. Schließlich werden die unregelmäßigen Stücke in Handarbeit zu langlebigen Taschen vernäht.

Welche Rolle spielen soziale Nähwerkstätten in Europa für euer Konzept?

Die sozialen Nähwerkstätten in Europa bilden das Herzstück unserer fairen und lokalen Produktion. Wir arbeiten gezielt mit inklusiven Betrieben und Werkstätten für Menschen mit Behinderung oder gesellschaftlicher Benachteiligung zusammen, bei denen alle einen fairen Lohn kriegen. Durch diese Partnerschaften garantieren wir kurze Transportwege, höchste handwerkliche Qualität und eine vollkommen transparente, sozial gerechte Wertschöpfungskette.

Wie verbindet upcycle bags Nachhaltigkeit mit sozialem Impact?

Bei uns greifen ökologische und soziale Aspekte nahtlos ineinander. Den ökologischen Impact erzielen wir durch konsequentes Upcycling, das Müllberge reduziert und Ressourcen schont. Den sozialen Impact generieren wir durch die Schaffung und Unterstützung sicherer, wertschätzender Arbeitsplätze in den Nähwerkstätten. Unsere Produkte transportiert somit eine doppelte Botschaft: gelebtes Umweltbewusstsein und gesellschaftliche Verantwortung.

Welche Zielgruppen möchtet ihr mit euren Produkten ansprechen?

Im B2C-Bereich richten wir uns an umweltbewusste Konsumenten, urbane Pendler und Outdoor-Begeisterte, die Wert auf Individualität und robustes Design legen. Im B2B-Bereich sprechen wir gezielt Unternehmen an, die eine ehrliche Story für ihr Merchandise suchen. Statt austauschbarer Werbegeschenke bieten wir Firmen die Möglichkeit, aus ihren eigenen alten Werbematerialien exklusive Präsente für Kunden oder Mitarbeiter herstellen zu lassen.

Warum wird das Thema Kreislaufwirtschaft aus eurer Sicht immer wichtiger?

Die klassischen Modelle nach dem Prinzip Nehmen, Nutzen, Wegwerfen stoßen spürbar an ihre planetaren Belastungsgrenzen. Rohstoffknappheit, Klimawandel und steigende CO2-Zertifikatspreise zwingen die Wirtschaft zum Umdenken. Die Kreislaufwirtschaft schützt nicht nur unsere Ökosysteme, sondern sichert Unternehmen durch geschlossene, lokale Lieferketten auch eine langfristige wirtschaftliche Stabilität.

Welche Herausforderungen begegnen euch bei der Beschaffung und Verarbeitung gebrauchter Materialien?

Die größte Herausforderung liegt in der Unvorhersehbarkeit, da Qualität, Farben und Mengen der gelieferten Reststoffe stark variieren und die Produktionsplanung komplex machen. Zudem erfordern die Sortierung und die gründliche Reinigung vorab einen hohen logistischen Aufwand. Auch das Nähen selbst ist anspruchsvoll, da die unterschiedlichen Materialstärken viel manuelle Arbeitszeit und handwerkliches Fachwissen voraussetzen.

Welche Rolle spielt die Teilnahme am Stoff im Kopf Accelerator für die Entwicklung von upcycle bags?

Die Teilnahme am Stoff im Kopf Accelerator war für uns ein echter Katalysator. Das Programm bietet uns wertvolles Mentoring, um unser Geschäftsmodell strategisch zu schärfen, Prozesse zu optimieren und das Startup weiterzuentwickeln. Neben dem theoretischen Input schätzen wir vor allem den intensiven Austausch mit anderen Nachhaltigkeitsgründern, der uns hilft, unsere Pitching-Skills zu verfeinern und relevante Netzwerke aufzubauen.

Wie reagieren Unternehmen auf die Möglichkeit, eigene Reststoffe in Merchandise oder Mitarbeiterprodukte umzuwandeln?

Die Resonanz ist durchweg positiv und von großer Begeisterung geprägt. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Nachhaltigkeitsziele greifbar und sichtbar zu machen. Wenn wir zeigen, dass aus alten Messewänden oder Werbebannern exklusive Unikate für das eigene Team entstehen können, sorgt das für einen riesigen Aha-Effekt und setzt ein starkes Statement nach innen und außen.

Welche Bedeutung haben neue Produkte wie Fahrrad oder Handytaschen für die Weiterentwicklung von upcycle bags?

Neue Produkte wie Fahrrad- oder Handytaschen erweitern unser Sortiment um hochfunktionale Alltagsprodukte und erschließen neue Zielgruppen wie urbane Radpendler. Sie zeigen die enorme Vielseitigkeit unserer Upcycling-Materialien und beweisen, dass nachhaltige Produkte in Sachen Design, Passform und Funktion problemlos mit klassischer Neuware mithalten können.

Welche drei Tipps würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern im Nachhaltigkeitsbereich geben?

Erstens muss der Fokus immer auf der Produktqualität liegen, denn Nachhaltigkeit allein reicht heute nicht mehr aus, Design und Funktion müssen zuerst überzeugen. Zweitens sollte man die Lieferkette von Anfang an ganz genau prüfen, da eine transparente und ethische Produktion das Fundament der eigenen Glaubwürdigkeit ist. Drittens gilt es, Partnerschaften auf Augenhöhe zu suchen und Netzwerke, soziale Werkstätten sowie B2B-Kunden als echte Partner zu verstehen.

Bild Johannes Zloch upcycle bags articulate summer 2023 Bildcredits upcycle bags

Wir bedanken uns bei Johannes Zloch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Yepoda im Interview: Wohin entwickelt sich Clean K Beauty?

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Yepoda: K Beauty trifft Nachhaltigkeit Bild Veronika und Sander Joonyoung Bildcredits Yepoda

Yepoda entwickelt K Beauty mit Fokus auf Nachhaltigkeit für den europäischen Markt

Wie entstand die Idee zu Yepoda, und welche Erfahrungen haben Sie als Gründerteam dazu bewegt, koreanische Hautpflege nach Europa zu bringen?

Die Idee zu Yepoda entstand während unserer vielen Reisen nach Südkorea, um die Familie von Sander Joonyoung zu besuchen. Jedes Mal baten uns Freund und Bekannte in Europa, ihnen koreanische Hautpflegeprodukte mitzubringen. Uns wurde schnell klar, dass die Begeisterung für K Beauty riesig war, viele Menschen aber keinen einfachen Zugang zu hochwertigen Produkten hatten.

Gleichzeitig haben wir gesehen, wie innovativ die koreanische Beauty Welt ist sowohl bei Wirkstoffen als auch bei Routinen und Produktformaten. Deshalb wollten wir eine Marke schaffen, die das Beste aus der koreanischen Hautpflege nach Europa bringt und dabei unsere eigenen Werte in den Mittelpunkt stellt: Wirksamkeit, Clean Beauty, Nachhaltigkeit und vor allem die Freude an Skincare. Im April 2020 entstand dann Yepoda.

Wer sind die Menschen hinter Yepoda, und wie ergänzen sich Ihre unterschiedlichen Hintergründe beim Aufbau des Unternehmens?

Hinter Yepoda stehen wir, Veronika und Sander Joonyoung. Sander Joonyoung ist Halb Koreaner und hat daher einen sehr engen Bezug zur koreanischen Kultur und Beauty Welt. Veronika bringt ihre Erfahrung im Markenaufbau, in der Produktentwicklung und im Community Building ein.

Unsere unterschiedlichen Perspektiven ergänzen sich perfekt. Während wir eng mit Expert und Laboren in Seoul zusammenarbeiten, verstehen wir gleichzeitig sehr genau, welche Bedürfnisse europäische Kund haben. Diese Verbindung aus koreanischer Innovation und europäischem Markenverständnis prägt Yepoda bis heute. Was als Zwei Personen Projekt begann, ist heute ein Team von über 130 Menschen von Produktentwicklung und Wissenschaft bis hin zu Marketing und Kundenservice. Jede Einzelne teilt die Überzeugung, dass Skincare wirksam, ehrlich und nachhaltig sein kann.

Welche Vision verfolgen Sie mit Yepoda, und welche Meilensteine möchten Sie in den kommenden Jahren erreichen?

Unsere Vision ist es, die weltweit führende Clean K Beauty Love Brand aufzubauen. Wir möchten noch mehr Menschen zeigen, dass effektive Hautpflege, Nachhaltigkeit und Spaß kein Widerspruch sein müssen.

In den kommenden Jahren wollen wir unsere internationale Präsenz weiter ausbauen, neue Produktkategorien erschließen und unsere Community weltweit vergrößern. Gleichzeitig möchten wir unsere Nachhaltigkeitsinitiativen kontinuierlich weiterentwickeln und Innovationen vorantreiben insbesondere im Bereich Verpackungen und zirkuläre Lösungen.

An welche Zielgruppe richtet sich Yepoda hauptsächlich, und welche Bedürfnisse stehen bei der Entwicklung neuer Produkte im Mittelpunkt?

Yepoda richtet sich an Menschen, die ihre Hautpflege bewusst genießen möchten. Unsere Community sucht nach wirksamen Produkten, die unkompliziert in den Alltag passen und gleichzeitig ein schönes Ritual schaffen ganz im Sinne der koreanischen Philosophie: Hautpflege nicht als lästige Pflicht, sondern als täglichen Selfcare Moment. Dieser Gedanke steckt auch hinter unserer 6 stufigen K Beauty Routine: Oil Cleanse, Water Cleanse, Prep, Treat, Nourish und Protect ein durchdachtes System, bei dem jeder Schritt einen klaren Zweck erfüllt und sich die Produkte optimal ergänzen.

Bei jeder Produktentwicklung stellen wir uns dieselben Fragen: Löst das Produkt ein echtes Bedürfnis? Ist es wirksam? Macht die Anwendung Spaß? Und entspricht es unseren hohen Standards in Bezug auf Inhaltsstoffe und Nachhaltigkeit? Nur wenn wir alle Fragen mit Ja beantworten können, wird daraus ein Yepoda Produkt.

Wir beobachten vor allem die Entwicklung hin zu hautfreundlichen Formulierungen, einer stärkeren Unterstützung der Hautbarriere und multifunktionalen Produkten. Kund wünschen sich heute weniger komplizierte Routinen, ohne dabei auf Wirksamkeit verzichten zu müssen. Ein Trend, der uns besonders fasziniert, ist das Zusammenwachsen von Skincare und Make up Stichwort Tinted Skincare. Produkte, die gleichzeitig pflegen und einen leichten, natürlichen Teint geben, treffen genau den Nerv der Zeit: weniger Schichten, mehr Wirkung. Die Grenzen zwischen den Kategorien verschwimmen, und das eröffnet ganz neue Möglichkeiten auch für uns.

Außerdem sehen wir, dass die Grenzen zwischen Skincare und Self care zunehmend verschwimmen. Hautpflege wird immer mehr als täglicher Moment für sich selbst verstanden und genau dieser Gedanke war schon immer Teil der koreanischen Beauty Kultur.

Was unterscheidet Yepoda von anderen Beauty Marken, die ebenfalls auf K Beauty oder natürliche Hautpflege setzen?

Wir verstehen uns nicht einfach als K Beauty Marke. Unser Anspruch ist es, Innovationen aus Korea mit europäischen Erwartungen an Nachhaltigkeit, Transparenz und Clean Beauty zu verbinden.

Darüber hinaus legen wir großen Wert darauf, dass Skincare einfach ist und sich nicht wie eine weitere Aufgabe auf der To do Liste anfühlt. Von den Produktnamen über die Anwendung bis hin zum Design stand immer die Frage im Vordergrund: Wie machen wir das so unkompliziert wie möglich? Mit unserer 6 stufigen K Beauty Routine möchten wir zeigen, dass eine konsequente Pflegeroutine keine Überwindung kosten muss, sondern etwas ist, auf das man sich jeden Tag freut. Genau diese Kombination aus Wirksamkeit, Nachhaltigkeit, Innovation und echter Alltagstauglichkeit macht Yepoda einzigartig.

Wie gelingt es Ihnen, die Innovationskraft koreanischer Hautpflege mit den Erwartungen europäischer Kundinnen und Kunden zu verbinden?

Wir verbringen viel Zeit in Seoul und arbeiten eng mit lokalen Expert, Laboren und Partner zusammen. So sind wir unmittelbar am Puls der neuesten Innovationen und Entwicklungen.

Gleichzeitig hören wir unserer Community sehr genau zu. Viele unserer Entscheidungen basieren auf direktem Feedback unserer Kund. So entstehen Produkte, die koreanische Innovationen nutzen, aber perfekt auf die Bedürfnisse unserer Community international abgestimmt sind.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen beim Aufbau einer internationalen Beauty Marke, und wie gehen Sie damit um?

Jeder Markt hat unterschiedliche Erwartungen, Gewohnheiten und regulatorische Anforderungen. Gleichzeitig entwickeln sich Trends und Kundenbedürfnisse sehr schnell weiter.

Für uns bedeutet das, flexibel zu bleiben und trotzdem unseren Werten treu zu bleiben. Unsere fünf Säulen K Beauty, Clean Beauty, Nachhaltigkeit, Wirksamkeit und Spaß dienen dabei als Kompass für alle Entscheidungen.

Nachhaltigkeit spielt für viele Verbraucher eine wichtige Rolle. Welche Bedeutung hat dieses Thema für Ihre Unternehmensstrategie?

Nachhaltigkeit ist für uns kein Zusatzprojekt, sondern Teil unserer gelebten DNA. Schon bevor Yepoda offiziell gestartet ist, haben wir entschieden, dass wir keine Kompromisse bei unseren Standards eingehen werden.

Deshalb setzen wir auf mikroplastikfreie Formulierungen, einen hohen Anteil an Glasverpackungen, innovative Verpackungslösungen wie Refills für die meisten unserer Produkte sowie biologisch abbaubare Alternativen zu klassischen Einmal Kosmetikprodukten wie unsere Augenpads und Tuchmasken. Dazu kommen langfristige Partnerschaften mit Organisationen wie 1% for the Planet. Ein besonderer Meilenstein war für uns außerdem die B Corp Zertifizierung eine der anspruchsvollsten Nachhaltigkeitszertifizierungen weltweit, die nur Unternehmen erhalten, die nachweislich die höchsten sozialen und ökologischen Standards erfüllen. Im K Beauty Segment gehören wir damit zu den wenigen Marken, die diese Auszeichnung tragen und sehen sie nicht als Endpunkt, sondern als Ansporn, uns kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Wie entscheiden Sie, welche neuen Produkte oder Kategorien in das Sortiment aufgenommen werden?

Der Ausgangspunkt ist immer ein echtes Bedürfnis unserer Community. Wir analysieren Kundenfeedback, beobachten Entwicklungen in Korea und prüfen, ob ein Produkt einen relevanten Mehrwert schaffen kann.

Anschließend beginnt ein oft sehr langer Entwicklungsprozess. Wir bringen ein Produkt erst dann auf den Markt, wenn wir vollständig von seiner Qualität, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit überzeugt sind.

Welche nächsten Entwicklungen oder Expansionspläne stehen für Yepoda auf der Agenda?

Wir möchten unsere internationale Präsenz weiter stärken und noch mehr Menschen für Clean K Beauty begeistern. Seit kurzem sind wir auch in den USA aktiv, was natürlich nochmal ein spannendes Expansionskapitel ist. Gleichzeitig arbeiten wir kontinuierlich an neuen Produktinnovationen und nachhaltigen Verpackungslösungen. Besonders spannend finden wir die Möglichkeiten, die sich durch neue Materialien und alternative hochwirksame Kosmetikinhaltsstoffe ergeben. Hier sehen wir noch viel Potenzial für die Zukunft.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Baut ein Unternehmen rund um Werte auf, an die ihr wirklich glaubt. Diese Werte helfen Euch besonders in schwierigen Phasen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Zweitens: Hört Euren Kund aufmerksam zu. Die besten Ideen entstehen oft dort, wo echte Bedürfnisse sichtbar werden.

Drittens: Habt Geduld. Gerade wenn man hohe Qualitäts oder Nachhaltigkeitsstandards verfolgt, dauert vieles länger als geplant. Langfristig zahlt sich dieser Anspruch und eine hohe Produktqualität jedoch aus und schafft Vertrauen und Loyalität, das man nicht kaufen kann.

Bild Veronika und Sander Joonyoung Bildcredits Yepoda

Wir bedanken uns bei Veronika und Sander Joonyoung für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Was macht SpotmyEnergy anders als klassische Energieversorger?

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SpotmyEnergy: Smart Meter für die Energiewende im Interview Jochen Schwill SpotmyEnergy

SpotmyEnergy bringt die Energiewende mit Smart Meter in private Haushalte und entwickelt intelligente Energielösungen, die Stromverbrauch automatisieren und Verbraucher aktiv in den Strommarkt der Zukunft einbinden

Herr Schwill, mit Next Kraftwerke haben Sie eines der größten virtuellen Kraftwerke Europas aufgebaut und später an Shell verkauft. Was hat Sie motiviert, mit SpotmyEnergy erneut ein Unternehmen im Energiesektor zu gründen?

Ich kann sagen, ich bin ein Gründer aus Leidenschaft. Mir macht es wirklich Spaß ein Unternehmen aufzubauen, mit dem ich von der Idee zum praktischen Erfolg komme. Zusammen mit einem hochmotivierten Team einen Beitrag für die Energiewende zu leisten, ist für mich ein echtes Privileg.

Viele Unternehmer würden sich nach einem Exit dieser Größenordnung zurückziehen. Warum haben Sie sich stattdessen für einen Neuanfang entschieden?

In der Zeit zwischen Next Kraftwerke und SpotmyEnergy habe ich gemerkt, wie sehr ich operative Arbeit brauche. Ich habe über die letzten Jahre einige Angel-Investments gemacht, aber das war für mich immer ein spannender Zusatz, nie ein Ersatz für Hands-on Arbeit. Seit der Gründung von SpotmyEnergy ist mein Alltag wieder viel operativer. Mir gibt es einfach immer Energie, mit dem Team zusammen im Büro zu sein und Ideen in die Tat umzusetzen.

Welche Erfahrungen aus Ihrer Zeit bei Next Kraftwerke prägen heute die Entwicklung von SpotmyEnergy?

Da gibt es eine ganze Menge. Was mir direkt einfällt: die Nähe zum Kunden. Auch die Geschäftsführung muss den Kunden wirklich verstehen. Was sind die Bedürfnisse und wie können wir uns als Unternehmen so positionieren, dass eine langfristige Beziehung aufgebaut werden kann? So ist auch unser Geschäftsmodell bei SpotmyEnergy aufgebaut.

SpotmyEnergy möchte die Energiewende in die eigenen vier Wände bringen. Was bedeutet das konkret für Verbraucherinnen und Verbraucher?

Die Energiewelt von morgen ist digitaler und flexibler. Konkret heißt das: In Zukunft werden wir zum Beispiel mit günstigeren Strompreisen belohnt, wenn wir Energie flexibler verbrauchen. Ob das E-Auto am Abend oder nachts geladen wird, macht für die meisten keinen Unterschied. Für den Strompreis aber sehr wohl, weil zum Beispiel nachts oft viel günstiger Strom aus Wind produziert wird, der aber weniger Abnehmer findet.

Unsere Systeme sorgen dafür, dass Haushalte von dieser neuen Energiewelt profitieren, ohne dass sie dafür mehr Aufwand haben – zum Beispiel, indem das Auto automatisch dann geladen wird, wenn der Strom besonders grün und günstig ist. SpotmyEnergy bietet Haushalten alles aus einer Hand an, was sie für diese Energiewende im eigenen Zuhause brauchen. Das reicht von der Installation eines intelligenten Stromzählers (Smart Meter) über ein Energiemanagementsystem bis hin zu einem dynamischen Stromtarif. Wir kooperieren mit über 300 Handwerksbetrieben, um Anlagen wie Heimspeicher oder Photovoltaik schon bei der Installation bereit für die neue Energiewelt zu machen.

Mit welcher Vision sind Sie bei SpotmyEnergy angetreten, und wie möchten Sie diese in den kommenden Jahren verwirklichen?

Meine Vision bei der Gründung war es, SpotmyEnergy zum Stromversorger der nächsten Generation zu machen. Und das ist sie auch heute, knapp zwei Jahre nach Gründung noch. Unser System optimiert den Stromverbrauch unserer Kunden automatisch. Die Stromversorgung wird dadurch super günstig und grün. Wir integrieren unsere Kunden in den Strommarkt. Sie wirken dann zusammen wie eine riesige virtuelle Batterie, indem alle Haushalte zusammen gesteuert werden können, um Schwankungen am Strommarkt auszugleichen. Die Haushalte müssen dafür nichts tun, außer die technischen Voraussetzungen – Smart Meter und Energiemanagementsystem – im Haus einzubauen.

Hat der erfolgreiche Exit von Next Kraftwerke, Herr Schwill, die Gespräche mit Investoren erleichtert oder die Erwartungen an Ihr neues Unternehmen sogar erhöht?

Die Erwartungen der Investoren an ein Unternehmen sind immer hoch – auch wenn ich schon einen erfolgreichen Exit hinter mir habe. Die Erwartung habe ich im Übrigen auch an mich selbst: SpotmyEnergy soll die nächste Erfolgsgeschichte in der dezentralen Energiewende werden. Aber natürlich hilft es, Finanzierungsrunden und Investorengespräche schon hinter sich zu haben, um durch diese Erfahrungen konkrete Tipps im Umgang mit Investoren zu sammeln und sie dann anwenden zu können.

SpotmyEnergy setzt auf die Zusammenarbeit mit Installateuren und Handwerksbetrieben. Warum ist dieser Ansatz für die Energiewende besonders wichtig?

Mehr als vier von fünf PV-Anlagen, Heimspeicher oder Wallboxen werden in Deutschland nicht von den großen Playern, sondern von kleinen bis mittelgroßen Handwerksbetrieben mit enormem Fachwissen installiert. Entsprechend liegt hier der größte Hebel, die Energiewende so schnell wie möglich in die Privathaushalte zu bringen. Von dieser Kooperation profitieren alle: Durch die Zusammenarbeit mit uns können auch kleinere Betriebe Komplettlösungen inklusive Stromvertrag, Smart Meter und Energiemanagementsystem anbieten – und die Haushalte bekommen einen Dienstleister vor Ort, der persönlich berät und bei der Umsetzung auf individuelle Bedürfnisse eingeht.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell beim Ausbau intelligenter Energielösungen in deutschen Haushalten?

Wenn ich hier eine Sache herausstellen möchte, ist das eindeutig der Smart-Meter-Rollout. Ende 2025 hatte gerade mal jeder 20. Haushalt in Deutschland einen intelligenten Zähler, der den Stromverbrauch mindestens viertelstündlich festhalten und automatisch übermitteln kann. Damit sind wir in Westeuropa einsames Schlusslicht. Smart Meter sind die Voraussetzung für dynamische Stromtarife, automatisches Laden von E-Autos in günstigen Zeitfenstern, eine bessere Vermarktung von Solarstrom nach Ende der EEG-Einspeisevergütung und noch vieles mehr. Auch deshalb haben wir uns entschieden, selbst zum wettbewerblichen Messstellenbetreiber zu werden. Das heißt im Klartext: Wir können bei unseren Kunden selbst einen neuen Stromzähler installieren.

Sie vertreten die Ansicht, dass private Haushalte auch ohne Subventionen von der Energiewende profitieren können. Warum wird dieses Potenzial Ihrer Meinung nach noch zu wenig diskutiert?

Was mir in Diskussionen immer wieder auffällt: Wir hängen gedanklich oft noch in der alten Stromwelt fest. Also in einer Welt, in der Haushalte einen Vertrag abschließen und einen festen Preis pro Kilowattstunde zahlen – völlig egal, wo oder wie der Strom produziert wird, den sie gerade nutzen. Als der Solarausbau in den 2000er Jahren begann, wurden Förderungen wie die Einspeisevergütung noch im Rahmen dieser alten Energiewelt gestaltet.

In Zukunft müssen wir Energie genau anders herum denken: Haushalte nutzen ihren überschüssigen Solarstrom, um die eigenen – übrigens immer günstiger werdenden – Batterien zu laden. Oder sie laden ihr E-Auto vollautomatisch dann, wenn die PV-Anlage gerade richtig viel Strom produziert. Die größten Ersparnisse bringt es also nicht, den Strom einzuspeisen, sondern flexibel viel mehr davon selbst zu verbrauchen. Dass das inzwischen nicht nur möglich ist, sondern auch mit minimalem Aufwand automatisiert werden kann, ist den meisten nicht bewusst. Deshalb diskutieren wir immer noch über Strom, als wären wir in den 1990er Jahren.

Was unterscheidet SpotmyEnergy von anderen Anbietern im Bereich Smart Metering und Energiemanagement?

Wir haben, wie schon erwähnt, eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Installateuren. Kunden werden für ihre Anlagen bei bekannten und vertrauten Betrieben in ihrer Region gut beraten. So kann ihnen der Installateur nicht nur Zugang zur PV-Anlage verschaffen, sondern auch zu allem, was zum Strom sparen gehört, wie zum Beispiel Smart Meter, Energiemanagementsystem und dynamischer Tarif. Und das Ganze ohne einen Mehraufwand für die Kunden. Wir bieten unseren Partnerbetrieben herstelleroffene Hard- und Software, um möglichst vielen Kunden eine individuell passende Energielösung zu bieten und dabei immer die innovativsten Angebote bereitzustellen. Das trägt auch dazu bei, dass kleinere Betriebe zukunftssicher aufgestellt sind.

Welche Rolle werden private Haushalte künftig spielen, wenn sie zunehmend selbst Strom erzeugen, speichern und flexibel nutzen?

Die rund 42 Millionen Privathaushalte in Deutschland verbrauchen etwas mehr als ein Viertel des produzierten Stroms. Bisher tun sie das sehr viel berechenbarer, als das den meisten wahrscheinlich bewusst ist: Morgens und abends wird besonders viel verbraucht und spät nachts ist der Verbrauch besonders niedrig. Gleichzeitig wird aber mittags besonders viel Solarstrom produziert, und der Wind bläst nachts, wenn die meisten Lichter aus sind. Diese Phasen hoher Produktion und niedrigen Verbrauchs können Privathaushalte in Zukunft nutzen, um ihren Strompreis signifikant zu senken. Ein E-Auto kann zum Beispiel nachts genau dann geladen werden, wenn der Strompreis durch geringe Nachfrage niedrig ist.

Morgens ist es dann geladen, wenn man zur Arbeit fährt. In der Energiewelt der Zukunft bekommen solche Großverbraucher ihren Strom also dann, wenn er besonders günstig ist – vollautomatisch durch ein Energiemanagementsystem. Was das ganze besonders elegant macht: Dadurch, dass sie flexibel auf ein Über- oder Unterangebot reagieren, entlasten Privathaushalte das gesamte Stromnetz, indem sie helfen, teure Lastspitzen zu vermeiden und dadurch den Netzausbau zu begrenzen. Das kommt langfristig allen zugute, auch Haushalten ohne PV-Anlage oder E-Auto.

Wenn Sie heute auf den deutschen Energiemarkt blicken, Herr Schwill: Welche politische oder regulatorische Veränderung würde die Energiewende am stärksten beschleunigen?

Ich hatte ja gerade schon den Smart-Meter-Rollout als große Bremse für die Energiewende erwähnt. Wenn wir den Rollout flächendeckend umsetzen würden, wäre das für mich einer der größten Hebel, um vollständig von erneuerbaren Energien zu profitieren – und das ist nun mal die günstigste Energiequelle, die uns zur Verfügung steht. Die Bundesregierung hat zwar gesetzliche Ziele für den Einbau bei Haushalten mit Großverbrauchern wie Wallboxen oder Wärmepumpen festgelegt. Trotzdem hatte Ende 2025 gerade mal gut einer von 20 Haushalten in Deutschland einen Smart Meter. Für uns war das das Signal, nicht auf die Netzbetreiber zu warten, damit unsere Kunden an Smart Meter kommen. Als wettbewerblicher Messstellenbetreiber bieten wir eine schnelle Alternative für Haushalte, die zu intelligenten, flexiblen Energiekunden werden wollen. Ich bin fest davon überzeugt: Wenn wir die richtigen Anreize mit klaren gesetzlichen Vorgaben kombinieren, sind die privaten Haushalte nicht mehr aus der Energiewende wegzudenken.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die in einem regulierten Markt ein Unternehmen aufbauen möchten?

Erstens: Wisst stets über die Regulatorik in eurem Markt Bescheid. Regulierungsveränderungen können für ein Unternehmen wie eine technische Innovation wirken. Der Markt wird dann geöffnet und beantwortet die berühmte Investorenfrage „Why now?”. Das zeigt mir immer, dass ein Verständnis über die Regulatorik bis in die Geschäftsführung da sein muss. Zweitens: Seid euch bewusst, dass Regulierung immer etwas Zeit braucht und Entscheidungen sowie die damit einhergehenden Veränderungen meistens länger als erwartet dauern. Kalkuliert das – so gut es geht – in eure Geschäftspläne mit ein. Und drittes: Meistens entwickelt sich die Regulierung in die Richtung einer volkswirtschaftlich sinnvollen Lösung. Ich würde also immer versuchen ein Geschäftsmodell aufzubauen, welches volkswirtschaftlich insgesamt sinnvoll ist und welches nicht nur auf eine aktuelle, vielleicht unsinnige, Gesetzeslücke hin optimiert.

Bildcredits SpotmyEnergy

Wir bedanken uns bei Jochen Schwill für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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