Montag, Mai 11, 2026
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Warum scheitert Weiterbildung oft daran, was Menschen wirklich brauchen?

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velpTEC Weiterbildung Kompetenz im Wandel der Bildung Robin Marsch

velpTEC gestaltet Weiterbildung neu, indem der Fokus klar auf Kompetenzentwicklung und anwendbare Fähigkeiten gelegt wird. Ziel ist es, Lernen stärker an realen Anforderungen auszurichten und Menschen nachhaltig für die Arbeitswelt zu befähigen.

Wie ist velpTEC entstanden und welche fachlichen Hintergründe bringt das Team hinter dem Unternehmen mit?

velpTEC ist aus dem Anspruch heraus entstanden, digitale Weiterbildung wirksamer, praxisnäher und wissenschaftlich fundierter zu gestalten. Das Gründungsteam bringt viele Jahre Erfahrung im Bereich digitaler Weiterbildung sowie teilweise auch im pädagogischen Umfeld mit. Über die Jahre haben wir uns intensiv mit Bildungsinnovationen, Zukunftstrends und insbesondere mit den Erkenntnissen der Didaktikforschung der letzten zehn bis fünfzehn Jahre auseinandergesetzt.
Dabei wurde uns immer deutlicher, dass zwischen dem Wissen darüber, wie Menschen effektiv lernen, und der tatsächlichen Umsetzung in der Bildungspraxis häufig eine große Lücke besteht.
Wir wollten uns bewusst von starren Curricula, reiner Wissensvermittlung und einem erzwungenen „Gleichschritt“ im klassischen Frontalunterricht lösen. Stattdessen setzen wir auf kompetenzorientierte, personalisierte und praxisnahe Lernformate, die individuelle Entwicklung ermöglichen und sich an realen Anforderungen orientieren.
velpTEC ist somit aus dem Wunsch entstanden, Weiterbildung neu zu denken – wissenschaftlich fundiert, technologisch zeitgemäß und konsequent auf die Zukunft ausgerichtet.

Welche Vision verfolgen Sie mit velpTEC im Bereich digitaler Weiterbildung und Qualifizierung?

Unsere Vision ist eine Zukunft, in der Bildung Menschen befähigt, technologische und gesellschaftliche Veränderungen aktiv mitzugestalten..
Mit velpTEC bereiten wir insbesondere berufstätige Menschen auf die sich wandelnden Anforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft vor. Dazu stärken wir gezielt Zukunftskompetenzen – von technologischem Verständnis über digitale Souveränität bis hin zu Transformations- und Handlungskompetenz. Unser Ziel ist es, Menschen nicht nur mit neuen Technologien vertraut zu machen, sondern sie in die Lage zu versetzen, diese sinnvoll und verantwortungsvoll einzusetzen.
Angesichts rasanter technologischer Entwicklungen und vielfältiger gesellschaftlicher Perspektiven erleben viele Menschen Orientierungslosigkeit oder Unsicherheit. Hier setzen wir an: Wir unterstützen sie dabei, Bildung als zukunftsgerichteten Prozess zu verstehen, neue berufliche Perspektiven zu entwickeln und möglichen Ängsten oder Vorbehalten gegenüber Innovationen konstruktiv zu begegnen.
Im Mittelpunkt steht für uns eine personalisierte und kompetenzorientierte Weiterbildung. Lernen muss sich an individuellen Potenzialen und realen Anforderungen orientieren. So schaffen wir die Grundlage dafür, dass Menschen nicht nur auf Veränderungen reagieren, sondern die Zukunft aktiv mitgestalten können.

An wen richten sich Ihre Weiterbildungsangebote konkret und welche Bedürfnisse stehen bei Privatpersonen und Unternehmen im Mittelpunkt?

Unsere Weiterbildungsangebote richten sich sowohl an Privatpersonen als auch an Unternehmen, die ihre Kompetenzen im Zuge der Transformation der Arbeitswelt gezielt weiterentwickeln möchten.

Bei Privatpersonen stehen häufig berufliche Neuorientierung, Spezialisierung oder der Einstieg in neue technologische Themenfelder im Mittelpunkt. Viele unserer Teilnehmenden möchten ihre beruflichen Perspektiven erweitern, sich in wachstumsstarken Bereichen qualifizieren oder sich gezielt auf neue Anforderungen in ihrem Beruf vorbereiten. Dabei geht es nicht nur um den Erwerb von Fachwissen, sondern vor allem um den Aufbau konkreter Handlungskompetenz und die Fähigkeit, das Gelernte unmittelbar im beruflichen Kontext anzuwenden.

Unternehmen verfolgen häufig eine andere, aber eng verwandte Zielsetzung. Für sie steht vor allem die gezielte Weiterentwicklung von Teams und Organisationen im Fokus – etwa im Kontext von Digitalisierung, technologischer Transformation oder neuen Arbeitsformen. Hier geht es darum, Mitarbeitende nicht nur fachlich weiterzubilden, sondern sie auch dazu zu befähigen, Veränderungen aktiv mitzugestalten und neue Technologien souverän in den Arbeitsalltag zu integrieren.

In beiden Fällen steht für uns die gleiche Grundidee im Mittelpunkt: Weiterbildung sollte sich an realen Anforderungen orientieren und Menschen dazu befähigen, konkrete Herausforderungen in ihrem beruflichen Umfeld besser zu bewältigen.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Programme praxisnah bleiben und echten Mehrwert für den Berufsalltag liefern?

Praxisnähe entsteht für uns vor allem durch die enge Verzahnung von Fachwissen, Didaktik und realer Berufserfahrung. Unsere Lerninhalte entwickeln wir daher bewusst in interdisziplinären Teams: Lehrkräfte mit didaktischer Expertise arbeiten eng mit Trainern und Trainerinnen zusammen, die überwiegend in der Wirtschaft tätig sind und ihren fachlichen Schwerpunkt klar in der praktischen Anwendung haben – nicht primär in der Lehre.
Diese Kombination stellt sicher, dass unsere Programme didaktisch fundiert sind und gleichzeitig nah an den realen Anforderungen der Arbeitswelt bleiben.
Die Praxisexperten und -expertinnen bringen konkrete Projekte, typische Herausforderungen und reale Fallbeispiele aus ihrem Berufsalltag ein. Dadurch spiegeln unsere Inhalte die tatsächlichen Arbeitsbedingungen und Entscheidungsprozesse wider, mit denen unsere Teilnehmenden konfrontiert sind.

Zudem verstehen wir Praxisnähe nicht nur als inhaltliche Aktualität, sondern als Anwendbarkeit: Unsere Lernformate sind so konzipiert, dass Teilnehmende das Gelernte direkt auf ihre eigenen beruflichen Kontexte übertragen können – sei es durch projektbasierte Aufgabenstellungen, individuelle Coachings oder die Bearbeitung konkreter Fragestellungen aus dem eigenen Arbeitsumfeld.
So stellen wir sicher, dass unsere Programme nicht nur Wissen vermitteln, sondern unmittelbar relevanten Mehrwert für den Berufsalltag schaffen.

Welche Rolle spielen digitale Lernformate und individuelle Betreuung im Konzept von velpTEC?

Digitale Lernformate sind für uns kein Selbstzweck, sondern ermöglichen Flexibilität, Individualisierung und zeitgemäße Kompetenzentwicklung. Sie schaffen den Rahmen, in dem Lernen orts- und zeitunabhängig stattfinden kann – angepasst an die berufliche und persönliche Situation unserer Teilnehmenden. Gleichzeitig legen wir großen Wert darauf, digitale Formate mit persönlicher Begleitung zu verbinden.
Ein zentrales Element unseres Konzepts ist die individuelle fachliche Betreuung. Statt standardisierter Lernprozesse setzen wir auf persönliche 1:1 Coachings, in denen fachliche Fragen vertieft, individuelle Schwerpunkte gesetzt und konkrete berufliche Herausforderungen bearbeitet werden können.

Darüber hinaus bieten wir eine kostenfreie flankierende Betreuung im überfachlichen Bereich an. Dazu gehören begleitende 1:1 Coachings durch erfahrene Business Coaches oder auch durch eine Sozialpädagogin. Themen wie Selbstorganisation, berufliche Neuorientierung, Self-Empowerment oder der konstruktive Umgang mit Veränderungsprozessen spielen dabei eine wichtige Rolle. Wir betrachten berufliche Weiterbildung ganzheitlich. Fachliche Entwicklung und persönliche Stabilität gehen für uns Hand in Hand.
Ergänzt wird dieses Angebot durch eine persönliche Betreuung im organisatorischen Bereich, sodass Teilnehmende auch bei administrativen Fragen verlässliche Ansprechpersonen haben.
Unser Ansatz verbindet somit digitale Flexibilität mit intensiver individueller Begleitung und schafft damit einen Lernraum, der sowohl effizient als auch menschlich nahbar ist.

Welche Herausforderungen erleben Sie aktuell im stark wachsenden Weiterbildungsmarkt?

Der Weiterbildungsmarkt wächst stark und das ist grundsätzlich positiv. Gleichzeitig beobachten wir zwei zentrale Herausforderungen.
Zum einen halten viele Anbieter weiterhin an klassischen Bildungskonzepten fest. Häufig dominieren starre Curricula, standardisierte Lernpfade und Formate, die stark auf Frontalunterricht oder rein digitale Wissensvermittlung setzen. Der Fokus liegt dabei oft auf der Vermittlung und Abfrage von lexikalischem Wissen und weniger auf der tatsächlichen Anwendung oder Kompetenzentwicklung.

Zum anderen gibt es Anbieter, die Weiterbildung bewusst „anders“ gestalten möchten und innovative Ansätze verfolgen. Allerdings fehlt hier mitunter die fundierte didaktisch-methodische oder pädagogische Expertise. Insbesondere im Hinblick auf die Erkenntnisse der Bildungs- und Didaktikforschung der vergangenen Jahre. Innovation allein reicht nicht aus; sie muss wissenschaftlich fundiert und lernwirksam umgesetzt werden.
Insgesamt sehen wir im Markt noch zu selten eine konsequente Kompetenzorientierung. Aus unserer Sicht geht es nicht primär darum, Wissen anzuhäufen oder Zertifikate zu erwerben, sondern darum, Fähigkeiten zu entwickeln und Handlungskompetenz zu stärken. Weiterbildung sollte Menschen befähigen, das Gelernte souverän in realen beruflichen Kontexten anzuwenden.
Die Herausforderung besteht also darin, Qualität, wissenschaftliche Fundierung und echte Praxisorientierung miteinander zu verbinden und Weiterbildung konsequent vom Lernenden und seinen Kompetenzen her zu denken.

Was unterscheidet velpTEC aus Ihrer Sicht von klassischen Bildungsanbietern oder reinen Online Kursplattformen?

Der zentrale Unterschied liegt für uns im Bildungsverständnis. Während klassische Bildungsanbieter häufig mit starren Curricula und festen Lernstrukturen arbeiten und reine Online-Kursplattformen vor allem auf skalierbare Wissensvermittlung setzen, stellen wir konsequent die individuelle Kompetenzentwicklung in den Mittelpunkt.
Wir verstehen Weiterbildung nicht als Konsum von Inhalten, sondern als begleiteten Entwicklungsprozess. Unsere Programme sind hochgradig modularisiert und ermöglichen personalisierte Lernpfade statt standardisierter „One-size-fits-all“-Lösungen. Ergänzt wird dies durch intensive 1:1 Coachings im fachlichen Bereich, ohne das Gießkannenprinzip des klassischen Frontalunterrichts.
Ein weiterer Unterschied ist die enge Verbindung von Didaktik, Praxis und individueller Betreuung. Unsere Inhalte entstehen in der Zusammenarbeit von pädagogisch erfahrenen Lehrkräften und Expert:innen, die überwiegend aktiv in der Wirtschaft tätig sind. So verbinden wir wissenschaftlich fundierte Lernkonzepte mit realen beruflichen Anforderungen.

Darüber hinaus betrachten wir Weiterbildung ganzheitlich: Neben der fachlichen Qualifizierung bieten wir auch überfachliche Begleitung sowie eine persönliche organisatorische Betreuung. Digitale Lernformate schaffen dabei Flexibilität, werden jedoch stets durch individuelle Begleitung ergänzt.
Kurz gesagt: Wir kombinieren digitale Möglichkeiten mit persönlicher Nähe, wissenschaftlicher Fundierung und konsequenter Kompetenzorientierung. Das unterscheidet uns sowohl von klassischen Bildungsinstitutionen als auch von rein digitalen Kursplattformen.

Wie gehen Sie mit unterschiedlichen Lernniveaus und beruflichen Zielsetzungen Ihrer Teilnehmenden um?

Wir gehen davon aus, dass es in der Weiterbildung keine zwei identischen Ausgangssituationen gibt. Menschen bringen unterschiedliche berufliche Erfahrungen, Lernvoraussetzungen und Zielsetzungen mit – entsprechend individuell muss auch Weiterbildung gestaltet sein.
Deshalb setzen wir konsequent auf Kompetenzorientierung und Personalisierung. Unsere Inhalte sind hochgradig modularisiert, sodass Lernpfade flexibel zusammengestellt und an das jeweilige Kompetenzniveau angepasst werden können. Je nach Bedarf integrieren wir ergänzende individuelle Inhalte sowie vertiefende oder spezialisierende Exkurse. Perspektivisch bauen wir diese Personalisierung weiter aus, um Lernangebote noch gezielter auf individuelle Entwicklungsziele abzustimmen.

Ein zentraler Baustein sind zudem fachliche 1:1 Coachings – ohne starre Begrenzung in Anzahl, Dauer oder Schwerpunktsetzung. Statt eines Frontalunterrichts nach dem Gießkannenprinzip steht bei uns die individuelle Begleitung im Mittelpunkt. So können wir gezielt auf persönliche Fragen, konkrete berufliche Kontexte und spezifische Entwicklungsfelder eingehen.
Die Spannbreite unserer Teilnehmenden reicht dabei von Menschen, die einen vollständigen Quereinstieg in ein neues Fachgebiet anstreben, bis hin zu erfahrenen Fachkräften, die seit Jahren in ihrem Bereich tätig sind und für eine berufliche Neuorientierung oder Weiterentwicklung einen anerkannten Kompetenznachweis benötigen. Unsere Struktur ermöglicht es, beide Extreme – und alle Szenarien dazwischen – passgenau zu begleiten.
Unser Anspruch ist es, Weiterbildung so flexibel und differenziert zu gestalten, wie es die berufliche Realität unserer Teilnehmenden erfordert.

Welche Entwicklungen beobachten Sie derzeit besonders aufmerksam im Bereich Weiterbildung und Qualifizierung?

Wir beobachten derzeit eine durchaus ambivalente Entwicklung. Auf der einen Seite gibt es beeindruckende technologische Fortschritte und neue didaktische Möglichkeiten, insbesondere durch digitale Tools und Künstliche Intelligenz. Auf der anderen Seite erkennen wir in Teilen des Bildungsmarktes eine Rückbesinnung auf sehr klassische Methoden.
Teilweise erleben wir eine Tendenz zurück zu stark lehrkraftzentrierten Formaten, mit Fokus auf Frontalunterricht und primär wissensorientierter Vermittlung. Häufig steht weiterhin das Abprüfen von lexikalischem Wissen im Vordergrund, anstatt die Entwicklung von Handlungskompetenz und Problemlösungsfähigkeit systematisch zu fördern.

Besonders aufmerksam verfolgen wir den Umgang mit neuen Technologien, insbesondere mit KI. In einigen Kontexten werden diese eher verboten oder sanktioniert, statt ihren sinnvollen und verantwortungsvollen Einsatz didaktisch zu begleiten. Aus unserer Sicht ist das eine verpasste Chance. Denn diese Technologien werden die Arbeitswelt nachhaltig prägen. Lernende sollten daher nicht von ihrer Nutzung ausgeschlossen, sondern dazu befähigt werden, reflektiert, kritisch und kompetent mit ihnen umzugehen.
Die zentrale Frage ist für uns nicht, ob neue Technologien eingesetzt werden, sondern wie. Weiterbildung sollte Menschen in die Lage versetzen, technologische Entwicklungen zu verstehen, einzuordnen und produktiv zu nutzen, statt sie davon fernzuhalten. Nur so entsteht echte Zukunftsfähigkeit.

Wohin soll sich velpTEC in den kommenden Jahren entwickeln und welche Themen wollen Sie weiter ausbauen?

In den kommenden Jahren möchten wir insbesondere das personalisierte und konsequent kompetenzorientierte Lernen weiter ausbauen. Unser Ziel ist es, individuelle Entwicklungsprozesse noch präziser zu begleiten und Lernangebote stärker an tatsächlichen Handlungskompetenzen auszurichten.
Ein zentrales Zukunftsthema ist dabei die Weiterentwicklung von Prüfungs- und Bewertungsformaten. Gerade vor dem Hintergrund technologischer Entwicklungen, insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz, müssen klassische Prüfungsformen neu gedacht werden. Wenn Informationen jederzeit verfügbar sind und KI-Tools unterstützend eingesetzt werden können, stellt sich die Frage, wie echte Kompetenz, Transferfähigkeit und Problemlösungskompetenz valide erfasst werden können. Hier sehen wir erheblichen Entwicklungsbedarf und gleichzeitig große Gestaltungsmöglichkeiten.

Darüber hinaus möchten wir den Lern- und Lehrprozess im tertiären Bildungsbereich insgesamt neu gestalten. Basierend auf den technologischen, didaktischen und pädagogischen Erkenntnissen der vergangenen Jahre verfolgen wir das Ziel, Bildungsstrukturen von Grund auf weiterzuentwickeln, nicht erst auf Ebene der Weiterbildung, sondern bereits vorgelagert im Hochschulkontext.
Aus diesem Grund befinden wir uns aktuell in der finalen Phase der Gründung einer Hochschule für angewandte Wissenschaften. Damit möchten wir einen Raum schaffen, in dem innovative, kompetenzorientierte und zukunftsgerichtete Bildungsmodelle systematisch umgesetzt und weiterentwickelt werden können.
Unsere Vision ist es, Bildung ganzheitlich zu transformieren – von der akademischen Ausbildung bis zur beruflichen Weiterbildung – und so nachhaltige, zukunftsfähige Bildungsstrukturen mitzugestalten.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die ein Startup im Bildungs oder EdTech Bereich aufbauen möchten?

  1. Bildung zuerst verstehen – Technologie danach einsetzen. Technologie ist ein kraftvolles Werkzeug, aber kein Selbstzweck. Wer im EdTech-Bereich gründet, sollte sich intensiv mit Lernprozessen, Didaktik und pädagogischen Grundlagen auseinandersetzen. Entscheidend ist die Frage: Wie lernen Menschen wirksam? Erst wenn dieses Fundament klar ist, sollte Technologie gezielt eingesetzt werden, um Lernprozesse zu unterstützen.
  2. Konsequent vom Kompetenzaufbau her denken – nicht vom Content. Viele Angebote scheitern daran, dass sie Inhalte skalieren, statt Kompetenzen zu entwickeln. Erfolgreiche Bildungsangebote orientieren sich daran, was Lernende am Ende tatsächlich können sollen – also an Handlungskompetenz, Problemlösungsfähigkeit und Transfer. Inhalte sind Mittel zum Zweck, nicht das Ziel.
  3. Den Menschen in den Mittelpunkt stellen – nicht das Produkt. Gerade im Bildungsbereich geht es um individuelle Entwicklungsprozesse. Unterschiedliche Ausgangssituationen, Motivationen und Lebensrealitäten erfordern flexible und personalisierte Ansätze. Wer Bildung anbietet, trägt Verantwortung. Deshalb sollte neben wirtschaftlichen Überlegungen immer auch der gesellschaftliche Impact mitgedacht werden. Zusammengefasst: Wer im EdTech-Bereich gründet, sollte Technologie, pädagogische Fundierung und echte gesellschaftliche Wirkung zusammendenken. Bildung ist kein schneller Markt, sondern ein langfristiges Gestaltungsfeld.

Bildcredits velpTEC

Wir bedanken uns bei Robin Marsch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Können Geschichten der Schlüssel sein, damit Kinder wirklich gerne lernen?

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boboola Edu Books für Kinder und Lernen boboola Gründer Jürgen Schmitt (l.) u. Frank H. P. Dohrmann

boboola entwickelt Edu Books für Kinder und verbindet Geschichten mit Lernen in einem interaktiven digitalen Buchformat

Was steckt hinter der Idee von boboola und wer sind die Menschen, die das Startup gegründet haben?

Neue Technologie verändert die Möglichkeiten und vergrößert die Gruppe von Menschen, die mit dieser Technologie Ergebnisse produzieren können.
Früher konnten hochwertige Videos nur von Firmen produziert werden mit einem Avid Composer und einer BetaCam Kamera. Heute reicht dafür ein Smartphone.
Die Entwicklung der KI hat mir als Designer Möglichkeiten gegeben, Bilder und Charaktere zu produzieren, die früher drei großen Hollywood Firmen vorbehalten waren.
Die Faszination dieser Entwicklung war ein Motor für die Gründung. Der andere Grund war der lange vorhandene Wunsch, außergewöhnliche Produkte zu gestalten, die einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten und vom Agentur-Dienstleister zum Verlag zu werden und eigene Produkte zu gestalten und zu vertreiben.
Diese beiden Aspekte führten zur Gründung von boboola.

Wie ist boboola entstanden und welche Erfahrungen oder Beobachtungen aus dem Bildungs oder Kinderbuchbereich haben zur Entwicklung der Edu Books geführt?

Der Kern war die Gründung eines Verlags als Geschäftsmodell, der international Produkte vertreibt. Der Kinderbuchmarkt, insbesondere in Deutschland, folgt sehr ausgeprägten und dogmatischen Narrativen, die allesamt natürlich in den Köpfen von Erwachsenen entstanden sind. Das betrifft sowohl den Stil der Visualisierungen als auch die Cover- und Titelgestaltung. Diese Narrative sind uns bekannt und wir wollten etwas anderes machen.
Ein wesentlicher Aspekt bei Kinderbüchern ist das Erzählen von Geschichten. Bei Kids im Vorschulalter ist aufgrund der fehlenden Lesekompetenz immer ein Elternteil notwendig, um Geschichten in Kombination mit Bildern erzählen zu können. Diese Rolle des Geschichtenerzählers fällt nicht allen Eltern leicht und selbst bei den Talentierten bleibt im Alltag oftmals wenig Raum und Muße, um in diese Rolle schlüpfen zu können. Das war ein wichtiger Ansatz.

Das Konzept Edutainment, also die Kombination aus Unterhaltung und Lernen, war für uns im Kontext evident. Also war die Frage, wie das Kinderbuch der nächsten Generation aussehen könnte, das alle Anforderungen in einem Produkt vereint:

Das Design eines traditionellen Kinderbuchs (vollflächige Bilder im Bezug auf einen festen Gestaltungsrahmen wie beim Buch)
Integration eines Audiobooks
Kontextuelles lernen, also Story und Lernen integrativ miteinander zu verbinden

Digitale Lernangebote für Kinder sind oft stark fragmentiert. Warum verfolgt boboola bewusst den Ansatz einer durchgehenden Bilderbuchgeschichte mit integrierten Lernmodulen?

Die digitalen Lernangebote sind fragmentiert, weil sie einer Marktlogik folgen und nicht pädagogischen Erkenntnissen.
Wie wirkliches Lernen funktioniert, ist kein Geheimwissen. Fragmentierung ist das größte Problem der digitalen Technologie generell. Alle Algorithmen in social media arbeiten so. Themen und Aspekte verlieren den Kontext. Und ohne Kontext verkümmert die inhaltliche Substanz zu digital snippets. Das Synonym für diesen Trend ist das Smartphone. Wenn wir glauben, wir könnten die Komplexität und Vielschichtigkeit der Welt auf die Größe eines Smartphones reduzieren, dürfen wir uns nicht wundern, wenn dabei nichts Großes herauskommt. Daher sind unsere Edu Books auch nicht für die Smartphone Nutzung ausgelegt. Wir lehnen Smartphones in Kinderhänden komplett ab.

Was genau versteht boboola unter einem Edu Book und wie unterscheiden sich diese Inhalte von klassischen Lern Apps oder digitalen Kinderbüchern?

Das Edubook ist ein Lernmedium für Kids, das alle relevanten Aspekte von Lernen in einem Produkt vereint und verbindet. Und es Kindern ermöglicht, diese digitalen Bücher eigenständig nutzen zu können.

An wen richten sich die Edu Books konkret und welche Bedürfnisse von Kindern im Alter von vier bis sieben Jahren möchte boboola damit erfüllen?

Das Erleben von inspirierenden Geschichten, Beziehungen zu unseren Charakteren, die alle ein bestimmtes Themenfeld repräsentieren und Story based learning, das Themen und Inhalte integrativ mit Geschichten verbindet.

Die Inhalte von boboola sind bilingual aufgebaut. Welche Rolle spielt Mehrsprachigkeit im Konzept und welche Lernvorteile sehen Sie darin?

Die Sprachentwicklung von Kindern wird durch Bilingualität nachweislich verbessert. Zweisprachig aufzuwachsen hat nicht nur kognitive Vorteile, sondern bietet auch später mehr Möglichkeiten bei der Bildungs und Lebensgestaltung.

Was macht das Konzept von boboola im EdTech Markt besonders und worin liegt aus Ihrer Sicht der zentrale Unterschied zu bestehenden digitalen Lernangeboten für Kinder?

Die absolute Mehrheit digitaler Lernangebote stehen konzeptionell isoliert im Raum und verstehen Lernen als click and success Handlungen. Ich möchte nicht sagen, dass Kinder dadurch nichts lernen, aber ein integrativer und ganzheitlicher Ansatz leistet hier wesentlich mehr.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen beim Aufbau einer neuen Produktkategorie wie den Edu Books und wie gehen Sie mit diesen Hürden um?

Wir bürsten bei nahezu allen Aspekten gegen den Strich. Keine Multidevice Kompatiblität, kein Subscription Modell, keine hochgradig individuellen Charaktere, moderner Visualisierung Stil statt einfacher 2D Vektorgrafik. Das Kinderbuch Narrativ der Erwachsenen konstatiert hier natürlich “KI ist lieblos”. Doch wie unsere Tests gezeigt haben, kennen Kinder keine Narrative und auch keine Stile. Sie nehmen Dinge wahr ohne Vorbehalte oder Narrative, entscheiden intuitiv und lieben unsere Charaktere. Bei User Tests haben wir unterschiedliche Stile getestet. 95% der Kinder wählten den “High Glossy” Stil, statt einer einfachen 2D Grafik. Oder sie wussten gar nicht, was diese “Stilfrage” bezwecken soll. Natürlich nicht, denn sie sind Kinder.

Alle Kinderbuch Narrative sind in den Köpfen Erwachsener entstanden, die Käuferschaft Eltern gehört hier natürlich dazu.
Wenn Eltern aus der Sicht ihrer Kinder denken und nicht nach den eigenen Narrativen, können sie mit unseren Edu Books Kindern große Freude bereiten. Und auch sich selbst, da sie von der Erzähler Rolle befreit werden und sich auf das Moderieren und Reflektieren fokussieren können. Auf Wunsch können Eltern natürlich im Kids+ Modus den Text eingeblendet, um, selbst die Erzähler Rolle einzunehmen.

Welche Vision verfolgt boboola langfristig und wie möchten Sie das Format der Edu Books im Bildungs und EdTech Markt etablieren?

Wir sind mit 29,90 für aufwendige Storybooks im Premiumbereich. Ein Massenmarkt Positionierung war strategisch nie geplant. Die zentrale Strategie ist die Internationalisierung der Produkte und des Vertriebs in andere Märkte wie USA, Südamerika und Asien. Auch weil dort typisch deutsche Kinderbuch Narrative nicht vorhanden sind.

Wie sieht die weitere Entwicklung von boboola aus. Welche neuen Inhalte oder Formate sind in Zukunft geplant?

Jeder Charakter erhält zunächst ein Storybook. Parallel werden Theme und Playbooks produziert. Wir stehen auch in Gesprächen mit Schulbuchverlagen. Die Idee ist Edu Books als Komplementär Medium für Schulbücher der ersten Klasse zu produzieren. Die Edu Books hätten hier die Funktion, die Kids für Themen wie Lesen, Rechnen etc zu begeistern, um den Eintritt in die Schule und die Schulbücher zu erleichtern.

Welche Rolle spielen Geschichten beim Lernen von Kindern und warum setzt boboola bewusst auf eine narrative Struktur statt auf einzelne Übungen?

Kinder lernen am besten, wenn sie Spaß und Freude empfinden. Das ist bei Erwachsenen übrigens genauso Stichwort Gamification. Emotionen entstehen durch Bindung an Charaktere. Dieses mentale Setup öffnet die Neugier für Inhalte und ermöglicht wirkliches Lernen. Die pädagogischen Grundsätze sind alle bekannt und bestens erforscht. Neu ist daran nichts. Dies alles in einem Buch abgestimmt und integrativ zu verbinden, jedoch schon.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein Startup im Bildungs oder EdTech Bereich aufbauen möchten?

In der Startup Szene gelten wie in jeder anderen Szene auch gewisse Narrative, Buzzwords und eine eigene Sprache. Skalierung ist eines der Lieblingswörter. Ohne potentielle Millionengewinne beißt kein Investor. Aber wenn jede Produktentwicklung sich ausnahmslos dieser Skalierungslogik beugt, dann werden dabei nur massenkompatible Produkte herauskommen. Doch ein funktionierendes Unternehmen muss nicht zwingend zweistellige Millionenbeträge erwirtschaften, um eine Daseinsberechtigung zu haben. Wie so oft im Leben ist weniger mehr. Dass man damit keinen klassischen Investor begeistert, ist mir bewusst. Aber die Welt ist mehr als eine Exceltabelle. Natürlich muss ein Unternehmen rentabel sein, aber nicht jedes Unternehmen muss im Massenmarkt erfolgreich sein.

Bild boboola Gründer Jürgen Schmitt (l.) u. Frank H. P. Dohrmann Credits:boboola

Wir bedanken uns bei Jürgen Schmitt und Frank H. P. Dohrmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Der größte Konkurrent ist branchenfremd

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Branchen, Disruption und Wettbewerber neu denken Stephan Jung

Wenn ich auf die letzten Jahre blicke, auf Gespräche mit Gründern, Investoren und Entscheidern in unterschiedlichsten Märkten, fällt mir ein Muster auf.

Startups kennen ihre direkten Wettbewerber sehr genau.
Sie analysieren Features.
Sie vergleichen Preise.
Sie beobachten Marktanteile.

Was sie seltener im Blick haben, sind die Akteure, die gar nicht wie Wettbewerber aussehen.

Und genau dort entsteht die eigentliche Gefahr.

Der gefährlichste Konkurrent kommt heute nicht mehr aus der eigenen Branche.
Er kommt von außen.

Disruption folgt keiner Branchenlogik

Märkte definieren sich längst nicht mehr über klassische Kategorien. Technologie, Plattformmodelle und Kapital verschieben die Spielregeln.

Xiaomi war Smartphone Hersteller und baut heute Elektroautos.

Tesla kam nicht aus der klassischen Automobilindustrie und hat sie dennoch neu definiert.

Amazon startete als Buchhändler und wurde zur globalen Infrastruktur für Handel und Cloud.

Keiner dieser Player wurde anfangs als typischer Wettbewerber wahrgenommen.
Genau das war ihr strategischer Vorteil.

Der Denkfehler liegt im System

In etablierten Strukturen wie auch in Startups entsteht schnell ein Tunnelblick.

Man optimiert innerhalb der eigenen Logik.
Man verteidigt das bestehende Modell.
Und man vergleicht sich mit ähnlichen Anbietern.

Doch Disruption entsteht nicht innerhalb einer Kategorie.
Sie entsteht, wenn jemand die Kategorie infrage stellt.

Die größte Bedrohung ist deshalb nicht der direkte Wettbewerber, sondern die eigene Denkbegrenzung.

In meinem Buch Mut zur Zukunft beschreibe ich genau dieses Phänomen. Wer nur seine Branche beobachtet, erkennt Veränderungen zu spät. Wer nur schrittweise optimiert, übersieht exponentielle Entwicklungen.

Selbstkannibalisierung ist eine strategische Stärke

Eine Frage taucht immer wieder auf:

Würde ich mein Geschäftsmodell heute genauso bauen wie vor drei Jahren?

Diese Frage ist unbequem.
Aber sie trennt defensive von zukunftsfähigen Unternehmen.

Erfolgreiche Organisationen stellen ihr eigenes Modell infrage, bevor es andere tun.
Nicht aus Unsicherheit, sondern aus Weitsicht.

Wer das eigene Produkt nicht angreift, wird es verteidigen.
Und Verteidigung ist selten Innovationsmotor.

Drei Perspektivfragen für Gründer

Statt nur auf direkte Konkurrenz zu schauen, lohnt ein anderer Blick:

Welche Technologie könnte unser Modell in fünf Jahren ersetzen

Welches branchenfremde Unternehmen hätte die Ressourcen, uns anzugreifen

Wo denken wir noch in alten Kategorien

Die Antworten sind oft ernüchternd.
Aber sie schaffen strategische Klarheit.

Warum diese Perspektive jetzt entscheidend ist

Künstliche Intelligenz, Plattformökonomie und globale Skalierung haben Markteintrittsbarrieren drastisch gesenkt.

Heute kann ein Softwareunternehmen in den Finanzmarkt einsteigen.
Ein Elektronikkonzern kann Autos bauen.
Ein Plattformmodell kann Bildung, Handel oder Mobilität neu strukturieren.

Branchen lösen sich auf.
Wertschöpfung verschiebt sich.
Geschwindigkeit ersetzt Besitz.

Nicht die Branchenkenner gewinnen die Zukunft.
Sondern die Grenzgänger.

Und wer bereit ist, die eigene Denkgrenze regelmäßig zu sprengen, bleibt nicht Getriebener des Wandels, sondern gestaltet ihn.

Bild Bildcredits: Stephan Jung Fotograf: Tim Bruns

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Zwischen Klinik und Freiheit: Wie Pflegeservice Zug eine kritische Lücke im System schließt

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Pflegeservice Zug FORA Reintegration im Alltag der Pflege Pflegeservice Zug Gerrit Langer Gründer Medicoin Fotostudio Wetzikon Yannik Scrugli

Menschen werden aus psychiatrischen Kliniken oder aus dem Straf- und Maßnahmenvollzug entlassen – doch oft nicht in einem stabilen Leben, sondern in einer Phase großer Unsicherheit. Tagesstruktur fehlt, verbindliche Begleitung ebenfalls. Genau in dieser Übergangsphase entstehen hohe Risiken für Rückfälle, erneute Krisen oder erneute Straffälligkeit.

An dieser Stelle setzt Gerrit Patrick Langer an. Mit der Pflegeservice Zug baut er im DACH-Raum ein ambulantes Versorgungsmodell auf, das Menschen mit schweren psychischen Belastungen oder forensischem Hintergrund genau dort begleitet, wo viele Systeme enden – im realen Alltag.

Gemeinsam mit einem spezialisierten Team und Partnern verbindet Pflegeservice Zug psychiatrische Fachpflege, psychosoziale Stabilisierung und forensische Reintegration in einem strukturierten Programm:

​FORA – Forensische Reintegration Ambulant

Im Zentrum stehen keine theoretischen Konzepte, sondern konkrete Stabilisierung: Tagesstruktur, Krisenprävention, Begleitung zu Behörden, Aufbau stabiler Beziehungen und kontinuierliche Unterstützung. Schritt für Schritt – vom Übergang aus der Klinik oder dem Vollzug zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

Sabine Elsässer: Gerrit, du bist treibende Kraft hinter der Pflegeservice Zug. Du bist gebürtiger Berliner und lebst seit über 20 Jahren in der Schweiz. Wie ist die Pflegeservice Zug entstanden und welche Erfahrungen haben dich dazu bewegt, diese Lücke zwischen psychiatrischer Versorgung, Justizsystem und Alltag zu schließen?

Wenn du über Jahrzehnte in der Pflege arbeitest, erkennst du bestimmte Muster. Eine der größten Bruchstellen entsteht gerade im Übergang: Menschen verlassen die Klinik oder den Vollzug, doch die Unterstützung im Alltag ist häufig zu fragmentiert oder zu kurz gedacht.

In über 30 Jahren als Pflegefachmann, Spitex-Inhaber und in leitenden Funktionen habe ich immer wieder erlebt, wie hoch das Risiko für Rückfälle, erneute Hospitalisierungen oder auch erneute Straffälligkeit ist, wenn dieser Übergang nicht professionell begleitet wird.

Genau hier setzt Pflegeservice Zug an. Wir verbinden psychiatrische Spitex, psychosoziale Stabilisierung und aufsuchende Begleitung mit einer klaren Struktur und enger Zusammenarbeit mit Kliniken, Justiz und Sozialdiensten.

Ich glaube weniger an wohlklingende Konzepte als verlässliche Standards im Alltag: feste Routinen, stabile Bezugspersonen, Bewegung, Gespräche und praktische Unterstützung. Reintegration ist kein Schlagwort – sie ist tägliche Arbeit, Schritt für Schritt zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

Sabine Elsässer: Wer sind die Menschen hinter dem Pflegeservice Zug und dem FORA-Programm?

Pflegeservice Zug ist ein Team aus Fachpersonen mit langjähriger Erfahrung in psychiatrischer Pflege, Krisenintervention, Forensik und sozialer Stabilisierung.

Viele von uns haben über Jahre mit Menschen gearbeitet, die sich in komplexen Lebenssituationen befinden – und wissen aus der Praxis, wie fragil seine Stabilität sein kann.

Wir nutzen dabei Kompetenz, die psychoanalytische Perspektiven, neurowissenschaftliche Ansätze und strategische Unternehmensentwicklung verbindet und die uns hilft, komplexe Versorgungssituationen in klare, tragfähige Strukturen zu übersetzen.

Darüber hinaus arbeiten wir mit Fachpersonen aus Justizvollzug, Bewährungsdiensten und Case-Management zusammen. Sie kennen die Realität der Reintegration und wissen, wie man auch schwierige Fälle stabil begleiten kann.

Unser gemeinsamer Nenner ist einfach: Wir bleiben dran – gerade dann, wenn es schwierig wird.

Sabine Elsässer: Welche Vision verfolgst du langfristig mit der Pflegeservice Zug und FORA?

Meine Vision ist, dass Modelle wie Pflegeservice Zug und FORA künftig ein selbstverständlicher Bestandteil der Versorgungslandschaft im gesamten DACH-Raum werden.

Es geht darum, die Lücke zwischen Justiz, psychiatrischer Klinik und Alltag dauerhaft zu schließen – mit einer ambulanten Struktur, die Risiken reduziert, Rückfälle verhindert und gleichzeitig die Würde der betroffenen Menschen respektiert.

Langfristig wünsche ich mir für den DACH-Raum eine Struktur, in der psychiatrische und forensische Nachsorge nicht vom Zufall abhängig, sondern nach klaren, messbaren Standards organisiert ist. Eine Struktur, die mit Justiz, Versicherungen und Behörden zusammenarbeitet, digital unterstützt wird und trotzdem den Menschen im Mittelpunkt behält.

Denn wenn Menschen nach schweren Krisen wieder Stabilität finden, ist das seltener Zufall. Es ist das Ergebnis konsequenter, professioneller Begleitung.

Sabine Elsässer: In euren Projekten geht es um hochkomplexe Lebenssituationen. Wie stellt ihr sicher, dass Fachkräfte diese Verantwortung tragen können, ohne sich selbst auszubrennen?

Das ist eine der zentralen Fragen. Wer in der forensischen Reintegration oder mit schwer psychisch belasteten Menschen arbeitet, trägt ein enormes fachliches und emotionales Gewicht. Wenn wir diese Verantwortung auf Einteilung abladen, brennen sie aus – das haben wir in der Branche zu oft gesehen.

Darum bauen wir Strukturen, die nicht nur Klient:innen, sondern auch Mitarbeitende tragen: klare Fallführung, regelmäßige Supervision, interdisziplinäre Fallbesprechungen und ein hoher Stellenwert von Selbstfürsorge. Wir erwarten Professionalität – und bieten im Gegenzug ein Umfeld, in dem man über Überforderung sprechen darf, bevor sie zur Krise wird. Nur so bleibt diese Arbeit langfristig tragfähig.

Sabine Elsässer: Du arbeitest mit Top-qualifizierten Partnern zusammen, um Fachkräfte in die Schweiz zu holen. Welche Rolle spielt dieses Recruiting-Modell für die Zukunft von Pflegeservice Zug und FORA?

Ohne qualifizierte, gut vorbereitete Fachkräfte bleibt jede Vision eine PowerPoint-Folie. Unsere Partner unterstützen uns genau dort: Sie identifizieren Pflegefachpersonen, die fachlich passen und gleichzeitig die innere Haltung mitbringen, die man für diesen Bereich braucht – Klarheit, Belastbarkeit, echte Freude an Verantwortung.

Wichtig ist mir: Es geht nicht darum, Menschen einfach „einzufliegen“, sondern sie wirklich in diesem Arbeitsfeld ankommen zu lassen – mit Begleitung, Wohnraum, kultureller Orientierung. Wenn wir im DACH-Raum ernsthaft über stabile psychiatrische und forensische Versorgung sprechen, dann brauchen wir solche Partnerschaften, die Recruiting, Mentoring und Praxis eng verzahnen.

Sabine Elsässer: Mit deinem Team der MediCoinSwiss AG entwickelt ihr als Unternehmen Lösungen, die weit über den klassischen Produktschutz hinausgehen. Wie lässt sich diese technologische Infrastruktur künftig auf komplexe Dienstleistungsbereiche wie die Pflege übertragen, um dort Transparenz und eine fälschungssichere Dokumentation im Zusammenspiel mit den Krankenkassen zu gewährleisten?

Wir sehen hier ein großes Potenzial. Die Idee ist, dass Pflegeleistungen künftig nicht nur fachlich gut erbracht, sondern auch digital nachvollziehbar, plausibel und fälschungssicher dokumentiert werden können.

Konkret bedeutet das: Die Pflegefachperson dokumentiert ihre Leistung direkt vor Ort beim Klienten – Hand-to-Hand über eine App. Ankunft, Abgang, Leistung und Verlauf werden unmittelbar dort erfasst, wo die Pflege tatsächlich stattfindet. Nicht erst später im Auto oder im Büro. Dadurch entsteht eine wesentlich höhere Transparenz und Verlässlichkeit in der Dokumentation.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Fahrweg zwischen den Klienten. In der ambulanten Pflege ist dieser Teil der Arbeit real und unvermeidbar. Wenn Leistungen künftig sauber digital dokumentiert werden, wird auch sichtbar, welcher Zeit- und Wegaufwand tatsächlich entsteht. Daraus ergibt sich aus unserer Sicht auch eine klare Konsequenz: Fahrzeiten und Dokumentationsaufwand müssen nachvollziehbar erfasst und entsprechend vergütet werden, wenn Pflege wirklich Hand-to-Hand beim Menschen stattfindet.

Ein dritter Aspekt ist die Fälschungssicherheit der Dokumentation. Pflegeberichte, Zeitstempel und Leistungsnachweise sollten nicht beliebig nachträglich verändert werden können. Eine sichere digitale Infrastruktur kann hier helfen, Einträge zeitlich zu signieren und nachvollziehbar zu machen. Das schützt alle Beteiligten – Pflegefachpersonen, Klienten, Leistungserbringer und auch die Krankenkassen.

Langfristig kann daraus eine digitale Pflegeinfrastruktur entstehen, die Transparenz schafft, Vertrauen stärkt und gleichzeitig Bürokratie reduziert. Ziel ist nicht mehr Kontrolle, sondern eine saubere und realitätsnahe Abbildung der tatsächlichen Pflegearbeit.

Wenn Pflege digital unterstützt wird, dann sollte sie vor allem eines tun: die echte Arbeit am Menschen sichtbar, nachvollziehbar und fair bewertbar machen.

Sabine Elsässer: Whats in it for me? Was habe ich davon, dass es die Pflegeservice Zug und das FORA gibt? Warum lohnt es sich, als Partner und Investor dabei zu sein?

Psychiatrische Stabilisierung und Reintegration sind keine Randthemen – sie betreffen Sicherheit, gesellschaftliche Stabilität und individuelle Lebensgeschichten.

Mit Pflegeservice Zug und dem FORA-Programm entsteht im DACH-Raum eine Struktur, die bereits heute praktisch funktioniert: ambulant, vernetzt und skalierbar – in enger Zusammenarbeit mit Kliniken, Behörden und Versicherern.

„Menschen für Menschen“ ist für uns kein Slogan, sondern ein Arbeitsprinzip. Pflegeservice Zug verbindet unternehmerische Tragfähigkeit mit gesellschaftlicher Wirkung.

Wer bewusst in Stabilität, Reintegration und nachhaltige Verantwortung investieren möchte, findet hier einen belastbaren Ansatz. Bei ernsthaftem Interesse an einer Zusammenarbeit oder einer Investition freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme.

Bildcredits/Fotograf: Fotostudio Wetzikon Yannik Scrugli

Wir bedanken uns bei Gerrit Langer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Pflegeservice Zug

Kontakt:

Pflegeservice-Zug GmbH
Sinserstrasse 67
6330 Cham
Schweiz

www.pflegeservice-zug.ch
www.fora-ambulant.ch
info@pflegeservice-zug.ch
info@fora-ambulant.ch

Ansprechpartner: Gerrit Langer
Diplomierter Pflegefachmann HF
Psychiatriespitex

0041 (0)41 520 14 55
0041 076 805 1455

Factorial stellt 10 Millionen Euro bereit, um Europas KI-Adoptionslücke zu schließen

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KI Factorial Initiative 10 Mio Euro Förderung Europa Bernat und Jordi

Factorial startet 10 Millionen Euro KI Initiative

Neue Accelerator Initiative unterstützt europäische Unternehmen dabei, die nächste Dekade der Transformation der Arbeitswelt anzuführen

Barcelona, Spanien, 17. März 2026 – Factorial, die KI gestützte Plattform für Geschäftsprozesse, hat heute den Start der Factorial AI Acceleration Initiative angekündigt eine 10 Millionen Euro Initiative, die die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und die Einführung von Künstlicher Intelligenz in europäischen Unternehmen beschleunigen soll.

KI als entscheidender Wettbewerbsfaktor für Europa

Die Ankündigung markiert einen entscheidenden Moment für die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Laut McKinsey könnte allein generative KI der Weltwirtschaft jährlich Produktivitätsgewinne von bis zu 4,4 Billionen US Dollar ermöglichen. Doch bislang profitieren nur wenige Unternehmen davon. Eine Studie der Boston Consulting Group zeigt, dass derzeit nur etwa 5 Prozent der Unternehmen weltweit in der Lage sind, KI im großen Maßstab erfolgreich einzusetzen und daraus signifikanten Mehrwert zu generieren. Diese Unternehmen erreichen bis zu fünffach höhere Umsätze und dreifach geringere operative Kosten im Vergleich zu ihren Wettbewerbern. Gleichzeitig erzielen rund 60 Prozent der Unternehmen trotz Investitionen in KI keinen messbaren Nutzen.

Initiative schließt Lücke bei KI Nutzung

Die Factorial AI Acceleration Initiative soll genau diese Lücke für europäische Unternehmen schließen. Die Initiative fällt zudem mit dem 10 jährigen Jubiläum von Factorial zusammen ein Meilenstein, der das langjährige Engagement des Unternehmens unterstreicht, stärkere und intelligentere Organisationen in Europa zu ermöglichen.

Die Kosten des Nichtstuns sind erheblich. Unternehmen mit einer klaren KI Strategie sind laut dem Thomson Reuters AI Adoption Reality Check 2025 doppelt so wahrscheinlich in der Lage, die Produktivität pro Mitarbeiter zu maximieren und spürbare Effekte auf ihre Geschäftsergebnisse zu erzielen. Unternehmen ohne entsprechende Strategie riskieren hingegen, in einem zunehmend KI getriebenen Markt zurückzufallen.

„Die nächste Dekade wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit in Europa wird davon abhängen, wie effektiv Unternehmen KI in ihre operativen Prozesse integrieren“, sagt Jordi Romero, CEO von Factorial. „Wir sehen immer wieder, dass Organisationen, die frühzeitig in digitale People Operations investieren, ihren Wettbewerbsvorteil kontinuierlich ausbauen. Mit diesem Engagement über 10 Millionen Euro beseitigen wir Hürden und ermöglichen ambitionierten Unternehmen, ihre Transformation mit Zuversicht zu beschleunigen.“

Herausforderungen bei der digitalen Transformation

Trotz der wachsenden Dringlichkeit stehen viele europäische Organisationen weiterhin vor strukturellen Modernisierungsbarrieren operative Kosten, die durch manuelle und fragmentierte Prozesse unnötig hoch sind, steigende Erwartungen von Mitarbeitenden und Kunden sowie ein anhaltender Mangel an integrierten Echtzeit Daten über die Belegschaft, die strategische Entscheidungen unterstützen könnten. Während KI native Wettbewerber zunehmend effizient skalieren, wächst die Leistungsdifferenz zwischen Vorreitern und Nachzüglern weiter.

Finanzielle Unterstützung und KI Credits

Die Initiative stellt direkte finanzielle Unterstützung für europäische Unternehmen bereit, die in die Digitalisierung von HR, Finance, IT und weiteren Geschäftsprozessen investieren sowie in KI gestützte Automatisierung entlang des gesamten Employee Lifecycle von Recruiting und Onboarding über Payroll und Performance Management bis hin zu Workforce Analytics und strategischer Personalplanung.

So funktioniert die Initiative

Die 10 Millionen Euro sind in zwei gleich große Komponenten aufgeteilt.

Die ersten 5 Millionen Euro werden als direkte Kostenreduktion bereitgestellt. Sie werden unmittelbar beim Vertragsabschluss berücksichtigt und senken so die Einstiegskosten, ohne den Wert der Plattformverpflichtung zu reduzieren.

Die zweiten 5 Millionen Euro werden in Form von AI Credits für die Factorial Plattform vergeben. Damit erhalten Unternehmen zusätzliche Ressourcen, um den Einsatz der KI gestützten Tools von Factorial im Verlauf ihres Transformationsprogramms weiter auszubauen.

Zusammen sollen beide Komponenten sowohl die anfängliche Kostenbarriere als auch die langfristigen Hürden beim Skalieren von KI Anwendungen innerhalb von Organisationen reduzieren.

Unternehmen, die teilnehmen, können zudem Zugang zu einem erweiterten Transformationsprogramm erhalten. Dieses umfasst unter anderem Weiterbildungs Webinare, Zugang zu Thought Leadership Events und Reports sowie Möglichkeiten zur Unternehmensprofilierung und Executive Coaching.

Teilnahmebedingungen für Unternehmen

Die Factorial AI Acceleration Initiative richtet sich an Unternehmen mit 20 bis 1.000 Mitarbeitenden, die erstmals einen Jahresvertrag für das Factorial People Bundle oder die PRO Bundles abschließen.

Die Initiative ist in allen europäischen Märkten verfügbar. Für qualifizierte Unternehmen wird der Vorteil automatisch im Angebotsprozess berücksichtigt.

Die Gesamtsumme von 10 Millionen Euro ist begrenzt. Interessierte Unternehmen werden daher ermutigt, sich frühzeitig zu bewerben.

Europäische Unternehmen, die ihre Transformation vorantreiben möchten, können sich hier bewerben: https://factorialhr.de/factorial-ai-acceleration-fund

Bildcredits Factorial

Quelle Redgert

CleanTech Startup blue activity sichert 8,5 Mio. Euro Seed Finanzierung

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Kühlwasserbehandlung Wassertechnologie blue activity Michael Simon (CTO & Co-Founder) (links) und Lars Havighorst (CEO) (rechts) von blue activity Bildnachweis: blue activity

blue activity sichert 8,5 Mio. Euro für Kühlwasserlösung

Investoren setzen auf nachhaltige Kühlwasseraufbereitung

Heidelberg, Februar 2026 – Das CleanTech Wassertechnologieunternehmen blue activity, gegründet im Jahr 2021, hat eine Seed Finanzierungsrunde in Höhe von 8,5 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen. Die Runde wurde gemeinsam von Wind Capital Paris und Venture Stars München angeführt, unter Beteiligung von Angel Invest Berlin. Das Kapital soll genutzt werden, um die Produktentwicklung zu beschleunigen und die kommerziellen Aktivitäten in europäischen Industriemärkten auszubauen.

Starkes Investorenvertrauen in nachhaltige Wassertechnologie

Das frische Kapital ermöglicht es blue activity, seine innovative Technologie zur chemiefreien und nachhaltigen Behandlung industrieller Verdunstungskühlsysteme weiterzuentwickeln und zu skalieren. In einem Marktumfeld, das durch steigenden Kostendruck im Industriesektor geprägt ist, bietet die Lösung von blue activity signifikante OPEX Einsparungen bis zu 15 Prozent der gesamten Kosten der Kühlwasserbehandlung. Diese entstehen durch reduzierten Chemikalieneinsatz, geringeren Wartungsaufwand sowie eine verlängerte Lebensdauer der Anlagen.

Gleichzeitig bietet die Technologie eine zukunftssichere Alternative zu herkömmlichen, biozidbasierten Behandlungsprogrammen. Da Grenzwerte für Abwassereinleitungen zunehmend verschärft werden und regulatorische Anforderungen steigen, werden traditionelle chemische Verfahren immer kostenintensiver und komplexer in der Einhaltung von Vorschriften. Die Behandlungsmethode von blue activity reduziert den Einsatz von Bioziden deutlich, senkt Risiken im Zusammenhang mit Einleitungen und unterstützt eine langfristige regulatorische Compliance.

„Wir freuen uns sehr über das Vertrauen unserer Investoren, die unsere Vision einer nachhaltigen Transformation der industriellen Kühlwasserbehandlung klar unterstützen. Diese Finanzierungsrunde ist ein entscheidender Meilenstein, um unsere Technologie in den Markt zu bringen und einen echten Beitrag zu einer nachhaltigeren Industrie zu leisten. Mit der Finanzierung werden wir unser Team auf 15 Mitarbeitende erweitern, um unsere Kunden noch besser begleiten und unterstützen zu können.“
Lars Havighorst, CEO von blue activity

„blue activity bietet eine Lösung, die ökologischen Fortschritt mit wirtschaftlichem Mehrwert verbindet. Genau diese Kombination treibt die industrielle Transformation voran. Eine so hohe Problem Lösungs Passung bei einem Industry Tech Unternehmen ist nahezu einzigartig und genau das, wonach wir als Investoren gesucht haben.“
Raphael Budday, Principal bei Venture Stars

„blue activity adressiert eine der am meisten unterschätzten Ineffizienzen der industriellen Infrastruktur. Wir haben in das Team investiert, weil es tiefgehende Branchenexpertise mit einer wirklich skalierbaren Lösung kombiniert genau die Art von klimatechnologischer Innovation, die Wind unterstützen möchte.“
Thierry Vandewalle, Founding Partner von Wind Capital

Internationales Investorenkonsortium stärkt Wachstum

Das international aufgestellte Investorenkonsortium unterstreicht das wachsende Interesse an zukunftsweisenden Lösungen im Bereich der industriellen Wasseraufbereitung. Mit Venture Stars, Wind Capital und Angel Invest hat blue activity drei strategisch wertvolle Partner gewonnen, die neben Kapital auch umfangreiche Erfahrung sowie starke Netzwerke in den europäischen CleanTech und Industriemärkten einbringen.

Die erfolgreiche Seed Runde positioniert blue activity als einen der vielversprechendsten Akteure im Bereich nachhaltiger Industrietechnologien und schafft die Grundlage für weiteres Wachstum sowie eine beschleunigte Marktdurchdringung in Europa.

Bild Michael Simon (CTO & Co-Founder) (links) und Lars Havighorst (CEO) (rechts) von blue activity Bildnachweis: blue activity

Quelle blue activity

Vom Blind Spot zum Branchenstandard: über 5 Millionen Euro für Logistikbude

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Ladungsträger Software LCMS Logistikbude Wachstum Das Team der Logistikbude: Mit über 5 Millionen Euro aus einer Series-A-Finanzierungsrunde treibt das Unternehmen die internationale Skalierung seiner Software für automatisiertes Ladungsträgermanagement voran. (Foto: Sina Sadegh Nadi / Logistikbude)

Erfolgreiche Series A Finanzierung für die Logistikbude

Durch das Etablieren einer komplett neuen Softwarekategorie in der Systemlandschaft von Produktions-, Logistik- und Handelsunternehmen überzeugt die Logistikbude ein namhaftes Investorenkonsortium und erhält über 5 Millionen Euro in einer Series-A-Finanzierungsrunde. Das Dortmunder Tech-Unternehmen hat eine Softwarelösung entwickelt, mit der Unternehmen Ladungsträger wie Paletten, Behälter oder Gestelle einfach digital steuern können und damit eine Herausforderung gelöst, mit der sich nahezu jedes Unternehmen entlang der Lieferkette herumschlägt. Mit dem frischen Kapital beschleunigt die Logistikbude die Automatisierung von Ladungsträgerprozessen massiv und treibt ihre Internationalisierung weiter voran. Lead-Investor ist Capnamic, einer der führenden Venture-Capital-Investoren in Europa. Daneben beteiligt sich Moguntia Capital, ein renommierter Supply Chain-Investor mit Private Equity und US Footprint. Auch die Bestandsinvestoren der Logistikbude der Fraunhofer Technologie-Transfer Fonds FTTF, Rethink Ventures, der von der Fiege Familie ausgestattete Venture Capital Fonds XPRESS Ventures sowie Golzern erhöhen ihr Engagement und bekräftigen damit ebenfalls ihr Vertrauen.

„Die Logistikbude hat das Potenzial, die Systemlandschaft globaler Lieferketten umzukrempeln und ein Category Leader im B2B Vertical Software As A Service Bereich zu werden“, sagt Jörg Binnenbrücker, Managing Partner und Co-Founder von Capnamic. Dr. Nils Eiteneyer, Partner bei Capnamic, ergänzt: „Die Softwarelösung bildet eine neue Kategorie, die einen wesentlichen und gleichzeitig wenig digitalisierten Kostentreiber in den Prozessketten von Handel, Industrie und Logistik angeht. Wir sind begeistert von der tiefen Domainexpertise des Teams.“ Das Dortmunder Tech-Unternehmen verfolgt die Mission, die globale Verwaltung von Ladungsträgern, zum Beispiel von Europaletten, Gitterboxen oder Gestellen, zu revolutionieren.

10 Milliarden Ladungsträger als systemkritischer Blind Spot

Sie bilden das Rückgrat globaler Lieferketten. Weltweit sind rund 10 Milliarden Ladungsträger im Umlauf, jedes Jahr kommt es zu schätzungsweise 150 Milliarden Übergängen zwischen Unternehmen. Gleichzeitig sind Paletten, Behälter oder Gestelle keineswegs günstige Massenware. Sie stellen gebundenes Kapital dar und verursachen bei Verlust, Beschädigung oder ineffizienter Nutzung erhebliche Kosten. Jeder einzelne Tausch erzeugt Buchungen, Saldenabgleiche, Abstimmungsprozesse und Dokumentation, häufig noch manuell oder fragmentiert über E Mails, Excel Listen und isolierte Systeme hinweg. Diese administrativen Aufwände treiben neben dem gebundenen Kapital die Gesamtkosten in die Höhe. Obwohl Ladungsträger für Industrie, Handel und Logistik systemkritisch und kostenrelevant sind, werden sie in bestehenden IT Systemen trotzdem nur als Nebenprozess behandelt.

LCMS als neue Softwarekategorie für Ladungsträgermanagement

„Genau hier setzen wir an“, sagt Dr. Philipp Hüning, Co-Founder und CEO der Logistikbude. „Unser Ziel ist es, das Ladungsträgermanagement vollständig zu automatisieren und damit den Unternehmen dieses Thema abzunehmen.“ Dafür definiert das Tech-Unternehmen eine gänzlich neue Softwarekategorie. Die Logistikbude ist das erste Load Carrier Management System LCMS. „So wie ein Warehouse Management System Unternehmen bei der Steuerung ihrer Lagerprozesse unterstützt und ein Transport Management System ihre Transportabläufe organisiert, übernimmt ein LCMS das Management aller Paletten, Gestelle und Gitterboxen“, erklärt Hüning.

Dafür bündelt die Plattform Informationen aus bestehenden IT Systemen wie WMS, TMS und Enterprise Resource Planning Systemen. Gleichzeitig schließt sie bestehende Datenlücken, indem sie zusätzliche Informationen etwa über eine eigene App, Internet of Things Sensoren oder die KI gestützte Verarbeitung von Belegen integriert. Diese Daten bilden die Basis für die vollständige Automatisierung aller Prozesse rund um Ladungsträger. Die Kerntechnologie des LCMS dafür ist Künstliche Intelligenz. Sie ermöglicht es, beliebige PDFs und Excel Dokumente automatisiert auszulesen, zu verarbeiten und direkt zu verbuchen, ein bislang stark manueller und fehleranfälliger Prozess. Zudem prüft die KI externe Belege und gleicht sie mit eigenen Buchungen ab. „Dadurch automatisieren wir Arbeitsabläufe, die viele Mitarbeitende jedes Jahr hunderte Arbeitsstunden gekostet haben“, sagt Hüning.

Ausgründung aus dem Fraunhofer Umfeld

„Als wir gemeinsam am Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik IML gearbeitet haben, wurde uns schnell klar, wie komplex und ineffizient das Management von Ladungsträgern in vielen Unternehmen noch organisiert ist“, erzählt Michael Koscharnyj, Co-Founder und COO der Logistikbude. „Gleichzeitig waren bestehende Lösungen oft unnötig kompliziert und ließen viele neue technologische Möglichkeiten ungenutzt.“ Diese Beobachtung ließ das Gründerteam nicht mehr los. 2021 gründete Koscharnyj gemeinsam mit Dr. Philipp Hüning, Patrik Elfert und Jan Möller die Logistikbude. Seit der Ausgründung aus dem Fraunhofer IML hat sich das Unternehmen vom Tech Startup zu einem Anbieter entwickelt, der das Ladungsträgermanagement als eigenständige Softwarekategorie im Markt etabliert.

Nächste Wachstumsphase mit Fokus auf Internationalisierung

Bereits 2023 konnte das Unternehmen im Rahmen einer Seed Finanzierung überzeugen und erhielt über 2 Millionen Euro von verschiedenen VCs und Angel Clubs. Mit diesem Kapital entwickelte das Team die Lösung weiter, wuchs von 4 auf 25 Mitarbeitende und verbucht mittlerweile mehr als 50 Millionen Ladungsträger pro Monat für namhafte Kunden wie die Nagel Group und DACHSER. Die Series A Finanzierung knüpft damit an eine Phase validierten Wachstums an und markiert nun den nächsten Meilenstein in der Wachstumsgeschichte der Logistikbude. „Mit dem frischen Kapital skalieren wir unser LCMS international und bauen unsere Führungsposition in dieser neu entstehenden Softwarekategorie konsequent aus. Damit etablieren wir das LCMS als festen Bestandteil in der B2B Systemlandschaft über den DACH Raum hinaus“, erklärt Koscharnyj.

Bild Das Team der Logistikbude: Mit über 5 Millionen Euro aus einer Series-A-Finanzierungsrunde treibt das Unternehmen die internationale Skalierung seiner Software für automatisiertes Ladungsträgermanagement voran. (Foto: Sina Sadegh Nadi / Logistikbude)

Quelle Sputnik GmbH/Logistikbude GmbH

Warum bleiben viele Geldanlagen Privatanlegern verborgen?

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Mintos Investitionen für Anleger auf einer Plattform Martins Sulte CEO Mintos

Mintos betreibt eine digitale Plattform für Investitionen und ermöglicht Anlegern Zugang zu verschiedenen Anlageklassen

Wie ist Mintos entstanden, und wer sind die zentralen Personen, die das Unternehmen aufgebaut und geprägt haben?

Mintos wurde 2015 von Martins Valters (COO) und mir gegründet. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete ich im Finanzbereich und erkannte eine deutliche Lücke im europäischen Markt: Privatanlegern war der Zugang zu Kreditinvestitionen, die typischerweise Institutionen vorbehalten waren, sehr eingeschränkt. Das wollten wir ändern.

Was war die ursprüngliche Idee hinter Mintos, und wie hat sich das Geschäftsmodell seit der Gründung weiterentwickelt?

Die ursprüngliche Idee war es, einen digitalen Marktplatz zu schaffen, der Investoren direkt mit Kreditunternehmen verbindet und Privatpersonen Zugang zu Kreditinvestitionen ermöglicht, die traditionell eher schwer zugänglich waren.

Seitdem hat sich Mintos erheblich weiterentwickelt. So wurden wir im Jahr 2021 zu einer lizenzierten Wertpapierfirma gemäß MiFID II und haben damit unsere regulatorische Grundlage in der gesamten EU gestärkt. Zudem haben wir unser Angebot über Kredite hinaus auf Teilanleihen, ETFs, Immobilieninvestitionen und Cash-Management-Produkte ausgeweitet.

Heute ist Mintos eine regulierte Multi-Asset-Investmentplattform, die sich auf einkommensgenerierende Vermögenswerte und den langfristigen Vermögensaufbau in ganz Europa konzentriert.

Mintos verbindet Anleger direkt mit Kreditvergaben – welche Vision verfolgen Sie mit diesem Ansatz langfristig?

Unsere langfristige Vision ist es, Investitionen – nicht nur in Kredite – für Privatanleger auf dem gesamten Kontinent zugänglicher und transparenter zu machen. Unser Ziel ist es außerdem, verschiedene Anlageklassen unter einem Dach zu vereinen und einen einfachen, sicheren und digitalen Zugang zu Investitionsmöglichkeiten zu bieten. Technologie, Risikomanagement und Regulierung bilden die Grundlage für transparente Produkte, die sich für langfristige Investitionen eignen.

An wen richtet sich Mintos konkret, und wie stellen Sie sicher, dass sowohl private als auch institutionelle Anleger die Plattform verstehen und nutzen können?

Mintos richtet sich in erster Linie an Privatanleger. Unternehmen haben jedoch ebenfalls die Möglichkeit, ein Konto zu erstellen.

Wir legen Wert darauf, Investitionen einfach und transparent zu gestalten. Unsere Plattform bietet automatisierte und manuelle Investitionsoptionen, intuitive Tools, klare Gebührenstrukturen sowie detaillierte Informationen zu Produkten und Risiken. Durch die Einhaltung der EU-Vorschriften wird zusätzlich sichergestellt, dass die Standards für Eignung und Anlegerschutz erfüllt werden.

Unser Ziel ist es, sowohl erfahrene Anleger als auch diejenigen, die sich zu selbstbewussten, diversifizierten Anlegern entwickeln möchten, zu unterstützen.

Was unterscheidet Mintos von klassischen Banken und anderen Investmentplattformen im Bereich Kredite und alternative Anlagen?

Traditionelle Banken bieten Privatkunden in der Regel nur eingeschränkten Zugang zu Privatkrediten oder alternativen einkommensgenerierenden Anlagen.

Mintos hingegen bringt mehrere Anlageklassen wie Kredite, Anleihen, ETFs und Immobilien auf einer regulierten digitalen Plattform zusammen. Im Hinblick auf unsere Vision erweitern wir unser Produktangebot kontinuierlich, sodass künftig noch mehr hinzukommen wird.

Wir legen großen Wert auf Diversifikation, Automatisierung, Flexibilität und Transparenz. Anleger können je nach Präferenz zwischen einem eher passiven und einem aktiveren Ansatz wählen. Diese Kombination aus Zugang, Einfachheit und regulatorischer Aufsicht ist es, die uns von anderen im europäischen Markt unterscheidet.

Das Thema Risiko spielt bei P2P Krediten eine große Rolle – wie begegnet Mintos möglichen Bedenken und schafft Vertrauen bei Anlegern?

Ursprünglich haben wir Mintos als reinen Peer-to-Peer-Kreditmarktplatz gegründet, heute agieren wir jedoch als regulierte Multi-Asset-Investmentplattform. Kredite sind nach wie vor ein wichtiger Teil unseres Angebots, stellen jedoch nur noch eine von mehreren Anlageklassen innerhalb eines breiten, diversifizierten Investment-Umfelds dar.

Da das Investieren immer mit Risiken verbunden ist, sind wir der Überzeugung, dass Anleger unbedingt das von ihnen eingegangene Risikoniveau verstehen sollten. Deshalb legen wir großen Wert auf Transparenz über alle Anlageklassen hinweg. Wir führen Due-Diligence-Prüfungen und eine laufende Überwachung unserer Partner durch, stellen klare und detaillierte Produktinformationen bereit und bieten Tools, die Anlegern dabei helfen, genau zu diversifizieren – über verschiedene Anlageklassen und Risikostufen hinweg.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, eine digitale Investmentplattform in einem stark regulierten Finanzumfeld zu betreiben?

Die Tätigkeit im Finanzsektor der EU erfordert eine starke Unternehmensführung, die Einhaltung von Vorschriften, Berichterstattung sowie Produktaufsicht. Jedes neue Produkt muss mit den regulatorischen Standards und Anforderungen zum Anlegerschutz im Einklang stehen.

Die Herausforderung besteht darin, Innovation und Verantwortung bestmöglich zu vereinen. Wir betrachten Regulierung jedoch nicht als Einschränkung, sondern als Grundlage für Vertrauen und langfristige Nachhaltigkeit.

Mintos hat sein Angebot über reine Kredite hinaus erweitert – was steckt strategisch hinter diesem Multi Asset Ansatz?

Die Strategie basiert auf Diversifikation und langfristigen Vermögensaufbau. Anleger profitieren davon, dass sie Zugang zu verschiedenen einkommensgenerierenden Anlagen auf einer einzigen Plattform haben. Dadurch können sie Risiko und Rendite über unterschiedliche Anlageklassen hinweg ausbalancieren.

Im Februar 2026 haben wir außerdem öffentlich bekannt gegeben, dass wir den Prozess zur Beantragung einer Banklizenz bei der Europäischen Zentralbank (EZB) eingeleitet haben. Dieser Schritt spiegelt unser langfristiges Ziel wider, die europäische Finanzinfrastruktur und regulatorische Grundlage weiterhin zu stärken.

Sollte uns die Banklizenz erteilt werden, hätten wir die Chance, unsere Möglichkeiten zu erweitern und unser Dienstleistungsangebot noch weiter auszubauen.

Wie gelingt es Mintos, Renditechancen und Risikomanagement in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen?

Um Chancen und Risiken in Einklang zu bringen, kombinieren wir Partner-Screening, Diversifikation, strukturierte Produkte, Transparenz und regulatorische Sicherheit. So können Anleger fundierte Entscheidungen treffen, während die Risiken über verschiedene Länder, Kreditarten und Produkte hinweg gestreut werden.

Welche nächsten Entwicklungsschritte planen Sie für Mintos, um die Plattform weiter auszubauen und neue Zielgruppen zu erreichen?

Unser Fokus liegt darauf, die Plattform kontinuierlich zu stärken, unser Angebot an Anlageprodukten zu erweitern und zu optimieren und gleichzeitig die allgemeine Benutzererfahrung zu verbessern. Mit der geplanten EZB-Banklizenz möchten wir unser Produktangebot um traditionelle Bankprodukte erweitern und Mintos als führende digitale Multi-Asset- und Banking-Plattform in Europa etablieren.

Wenn Sie auf Ihre unternehmerische Reise mit Mintos zurückblicken, welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern im Fintech Bereich mitgeben?

Meiner Erfahrung nach ist es entscheidend, Technologie und Benutzerfreundlichkeit von Anfang an zu integrieren, sich auf eine sorgfältige Partnerauswahl zu konzentrieren und Regulierung sowie Compliance ernst zu nehmen. Nach diesem Grundsatz lässt sich Vertrauen aufbauen, Partnerschaften ermöglichen und der Grundstein für nachhaltigen Erfolg im Fintech-Sektor legen.

Bild Martins Sulte CEO Mintos Bildcredits: Mintos

Wir bedanken uns bei Martins Sulte für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum scheitern so viele Menschen an der Selbstständigkeit bevor sie überhaupt anfangen?

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FREI App hilft beim Start in die Selbstständigkeit für Gründer Luis Zauchner

FREI ist eine App, die Menschen strukturiert beim Einstieg in die Selbstständigkeit unterstützt und angehende Gründer Schritt für Schritt durch den Weg zur eigenen Gründung begleitet

Wie ist die Idee zu FREI entstanden und was hat Sie persönlich dazu motiviert, eine App für den Weg in die Selbstständigkeit zu entwickeln?

Mit 15 hatte ich einen Impfschaden. Chronische Urtikaria, anaphylaktischer Schock, 50% Behinderung. Meine gesamte Sportkarriere war von einem Tag auf den anderen weg. Ich konnte meine Lehre als Vermessungstechniker nicht abschließen. Und ich hatte keine Ersparnisse, kein Netzwerk, extreme finanzielle Sorgen — und keinen klaren Weg nach vorne. Ich hab stundenlang im Internet nach einem einfachen, strukturierten Einstieg in die Selbstständigkeit gesucht. Den hab ich nicht gefunden. Also hab ich ihn gebaut.

Wer steht hinter dem Startup FREI und welche Erfahrungen aus Ihrem bisherigen Werdegang prägen heute Ihre Arbeit als Gründer?

Ich bin Luis Zauchner, 20 Jahre, aus Klagenfurt. Ich bin der Gründer und mache gerade alles alleine — Entwicklung, Marketing, Vertrieb. Davor war ich Profi-Athlet: Eishockey und ÖSV-Skikader. Beides gleichzeitig. Der Leistungssport hat mir beigebracht, dass Ergebnisse nichts mit Talent zu tun haben, sondern mit Disziplin und der Bereitschaft, länger durchzuhalten als alle anderen. Das ist heute mein stärkstes Werkzeug als Gründer. Und ehrlich gesagt — ohne meine Familie und meine Freundin wäre FREI nicht möglich gewesen. Sie haben mich in den härtesten Phasen komplett getragen. Ich hab Monate lang 16 bis 18 Stunden am Tag gearbeitet, Montag bis Sonntag. Diese Unterstützung war kein Luxus. Sie war die Grundlage.

Sie waren früher Profi-Athlet. Inwiefern haben Erfahrungen aus dem Leistungssport Ihren Blick auf Unternehmertum und Durchhaltevermögen geprägt?

Im Leistungssport lernst du, Schmerz und Fortschritt gleichzeitig zu akzeptieren. Du weißt, dass der Weg lang ist, und du machst es trotzdem. Genau das ist Unternehmertum. Der größte Unterschied: Im Sport gibt es klare Regeln. In der Selbstständigkeit schreibst du die Regeln selbst. Das macht es schwerer — und gleichzeitig freier.

Sie haben FREI bereits mit 20 Jahren gegründet. Wie erleben Sie den Weg als sehr junger Gründer und welche Reaktionen bekommen Sie aus der Startup-Szene?

Viele nehmen mich zuerst nicht ernst. Das ist okay. Ich hab gelernt, dass Glaubwürdigkeit nicht aus dem Alter kommt, sondern aus dem was man tut. Die Reaktionen aus der Startup-Szene sind mittlerweile sehr positiv — weil FREI eine echte Lücke schließt, die offensichtlich ist, wenn man einmal darauf aufmerksam gemacht wird.

Welche Vision verfolgen Sie mit FREI für junge Menschen, die über eine eigene Gründung nachdenken?

Ich will, dass kein junger Mensch im DACH-Raum mehr sagt: Ich weiß nicht wo ich anfangen soll. FREI soll der erste Schritt sein — niedrigschwellig, klar strukturiert, motivierend. Nicht ein weiterer Ratgeber. Sondern ein Begleiter der einen wirklich durch den Prozess führt.

Wie soll die App Nutzer konkret dabei unterstützen, die ersten Schritte in Richtung Selbstständigkeit zu gehen?

FREI führt Nutzer in 12 konkreten Schritten durch alles, was am Anfang wichtig ist — von der Idee über die rechtliche Struktur bis zum ersten Kunden. Ein KI-Assistent beantwortet Fragen in Echtzeit. Ein XP-System und Gamification-Elemente sorgen dafür, dass man dranbleibt. Es fühlt sich nicht wie Bürokratie an. Es fühlt sich an wie ein Game, das man gewinnen kann.

An wen richtet sich FREI genau und welche Bedürfnisse dieser Zielgruppe möchten Sie besonders ansprechen?

FREI richtet sich an 18- bis 35-Jährige im DACH-Raum, die das Gefühl haben, dass da mehr in ihnen steckt — aber noch nicht wissen wie und wo sie anfangen sollen. Die größte Hürde dieser Zielgruppe ist nicht fehlende Motivation. Es ist Überforderung. Zu viel Information, zu wenig Struktur. Genau das löst FREI.

Der Weg in die Selbstständigkeit ist für viele mit Unsicherheit verbunden. Wie versucht FREI, diese Hürden durch Struktur, Gamification und KI-Unterstützung zu senken?

Struktur nimmt die Überforderung. Gamification nimmt die Schwere. KI nimmt die Einsamkeit. Wenn man mit 20 nicht weiß ob man ein Gewerbe oder eine GmbH braucht, will man keine 40-seitige Anleitung lesen. Man will eine Antwort in einem Satz. Genau das liefert der KI-Assistent in FREI. Sofort. Persönlich. Verständlich.

Was unterscheidet FREI von klassischen Gründungsratgebern, Onlinekursen oder anderen Lernplattformen?

Ein Buch liest man, schließt es, und macht nichts. Ein Kurs kostet 500 Euro, man schaut drei Videos und gibt auf. FREI begleitet aktiv. Es gibt Fortschrittsanzeigen, Aufgaben, Belohnungen. Man sieht täglich, wie weit man schon ist. Das ist der Unterschied zwischen Wissen und echtem Fortschritt.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell beim Aufbau von FREI und wie gehen Sie damit um?

Die größte Herausforderung ist Reichweite mit null Marketingbudget aufzubauen. Ich arbeite deshalb intensiv an Kooperationen mit Creators und Medien im DACH-Raum, die dieselbe Zielgruppe ansprechen. Und ich vertraue darauf, dass ein Produkt das wirklich hilft, sich von selbst verbreitet — wenn man es in die richtigen Hände bringt.

FREI ist seit März 2026 im Apple App Store verfügbar. Welche nächsten Entwicklungsschritte planen Sie für die Plattform?

Android-Version, Community-Features damit Gründer sich untereinander vernetzen können, und weitere Integrationen mit Partnerplattformen. Mittelfristig soll FREI nicht nur eine App sein, sondern das erste echte Ökosystem für den Einstieg in die Selbstständigkeit im DACH-Raum.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen jungen Menschen geben, die mit dem Gedanken spielen, selbst ein Startup zu gründen?

Fang heute an, nicht wenn du bereit bist — du wirst nie bereit sein. Bau etwas, das du selbst gebraucht hättest. Und akzeptiere, dass der Weg schwerer ist als du denkst und gleichzeitig lohnenswerter als du dir vorstellen kannst.

Bildcredits/Fotograf: privat

Wir bedanken uns bei Luis Zauchner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie verändert künstliche Intelligenz die Entscheidungen in der Versicherungsbranche?

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de:hub Köln – InsurTech Versicherer KI Innovationen InsurLab Teamfoto Bildrechte: © InsurLab Germany e.V.

Der de:hub Köln – InsurTech vernetzt Versicherer, Startups und Technologieanbieter, um Innovationen rund um KI in der Versicherungsbranche schneller in marktfähige Lösungen zu überführen

Wie würden Sie den de:hub Köln – InsurTech unseren Leserinnen und Lesern vorstellen und welche besondere Rolle spielt dieser Hub im deutschen Digital Hub Netzwerk sowie für die Weiterentwicklung der Versicherungsbranche?

Der de:hub Köln – InsurTech, das ist das InsurLab Germany. Wir sind eine von der Branche getragene und für die Branche agierende Initiative der Versicherungswirtschaft, die Versicherer, Start- und Scale-ups sowie Technologie- und Beratungsanbieter strukturiert und mehrwertorientiert zusammenbringt. Unser Anspruch ist es, Austausch in Orientierung, Befähigung und Wirkung zu übersetzen und damit konkrete Entscheidungs- und Umsetzungsfähigkeit in den Unternehmen zu stärken.
Im de:hub Ökosystem bringen wir die Perspektive einer stark regulierten, kapitalintensiven und innovationsfähigen Branche ein, die zugleich unter hohem Transformationsdruck steht. Wir helfen, strategische Fragen und operative Veränderungen so aufzubereiten, dass Unternehmen konkrete Entscheidungen treffen können. Dazu bündeln wir Erfahrungen, machen Entwicklungen vergleichbar und schaffen belastbare Entscheidungsgrundlagen, damit Unternehmen neue Technologien nicht nur testen, sondern wirksam in ihre Organisation überführen können.
In unserem Ökosystem sind zudem bereits Start- und Scale-ups wie Nect, Parloa oder Cognigy eng mit der Branche gewachsen. Sie stehen exemplarisch für eine neue Generation von Technologieanbietern, die aus dem Austausch mit Versicherern heraus marktfähige Lösungen entwickelt haben.

Was macht Köln als Standort für InsurTech-Innovationen attraktiv und welche strukturellen oder wirtschaftlichen Stärken der Region kommen der digitalen Transformation der Versicherungsmärkte zugute?

Köln ist der zweitgrößte Versicherungsstandort Deutschlands. Mehr als 50 Hauptsitze und rund 60 Niederlassungen prägen die Stadt, fast 25.000 Menschen arbeiten hier in der Branche. Diese Konzentration schafft nicht nur wirtschaftliche Bedeutung, sondern vor allem eine hohe Nachfrage nach technologischen Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Für InsurTechs bedeutet das: kurze Wege zu potenziellen Kunden, Pilotpartnern und strategischen Entscheidern.
Hinzu kommen mit der Universität zu Köln und der TH Köln zwei starke wissenschaftliche Anker. Wo Unternehmen, Forschung und Technologieanbieter auf engem Raum zusammenkommen, entstehen belastbare Innovationszyklen. Genau diese strukturelle Dichte macht Köln zu einem Standort, an dem Innovationen – auch unter Beteiligung von Start-ups – nicht nur entwickelt, sondern schnell in reale Marktbedarfe gespiegelt werden können.

Künstliche Intelligenz verändert viele Bereiche der Versicherungswirtschaft. In welchen Segmenten sehen Sie für KI den größten Mehrwert?

KI entfaltet entlang der gesamten Wertschöpfungskette Wirkung. Besonders greifbar ist der Nutzen aktuell bereits in der Schadenbearbeitung, in der automatisierten Dokumentenverarbeitung, in der Betrugserkennung und im Kundenservice. Auch im Underwriting und Pricing entstehen neue Möglichkeiten datenbasierter Risikobewertung.
Der entscheidende Hebel liegt jedoch in der Skalierung. Viele Häuser verfügen über funktionierende Prototypen. Die strategische Frage lautet: Wie werden daraus belastbare Fähigkeiten im Unternehmen und wie entstehen daraus wirtschaftlich tragfähige, profitable Business Cases? KI muss in Prozesse, Datenarchitekturen und Verantwortlichkeiten integriert werden. Erst wenn Effizienzgewinne messbar sind, Kostenquoten sinken oder zusätzliche Ertragspotenziale entstehen, wird aus Technologie nachhaltige Wertschöpfung.

Wie unterstützt der de:hub Köln – InsurTech Startups dabei, KI-basierte Lösungen für reale Herausforderungen in der Versicherungswelt zu entwickeln, zu testen und in bestehende Wertschöpfungsketten zu integrieren?

Wir setzen bei konkreten Pain Points der Versicherer an und betrachten diese im Kontext von Datenverfügbarkeit, Prozessintegration und Reifegrad der Organisation. KI-Lösungen entfalten nur dann Wirkung, wenn sie in bestehende Entscheidungs- und Steuerungslogiken eingebettet werden. Deshalb bringen wir Problemstellungen in klare Anforderungsprofile, sodass sichtbar wird, wo Datenqualität, Governance oder Skalierbarkeit mitgedacht werden müssen.
Darüber hinaus schaffen wir Räume für Validierung und Pilotierung, in denen Lösungen unter realen Bedingungen getestet werden können. Unser Ziel ist es, Anschlussfähigkeit an bestehende Wertschöpfungsprozesse herzustellen, damit neue Technologien nicht isoliert bleiben, sondern nachhaltig integriert werden. Zugleich schaffen wir Vergleichbarkeit zwischen unterschiedlichen technologischen Ansätzen. Der Dialog zwischen etablierten Versicherern und jungen Technologieanbietern wird so faktenbasiert und priorisierbar.

Welche Bedeutung haben Datenstrategien und Datenökosysteme im InsurTech-Kontext – und wie helfen Sie Gründern, mit Themen wie Datenqualität, Datenhoheit oder Datenschutz rechtssicher umzugehen?

Daten sind das essenzielle Gut der Versicherungswirtschaft. Risikobewertung, Pricing, Schadenregulierung oder Betrugserkennung basieren seit jeher auf Daten – KI verstärkt diese Logik noch einmal erheblich. Wer über strukturierte, qualitativ hochwertige und verantwortungsvoll genutzte Daten verfügt, besitzt einen strategischen Wettbewerbsvorteil.
Ohne klare Datenarchitekturen, Governance-Strukturen und Zuständigkeiten bleibt das Potenzial moderner Technologien begrenzt. Gleichzeitig bewegen wir uns in einem stark regulierten Umfeld mit hohen Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit. Gerade für Gründerinnen und Gründer ist es entscheidend, diese regulatorischen Rahmenbedingungen frühzeitig mitzudenken. Wir unterstützen dabei, relevante Anforderungen transparent zu machen, typische Fallstricke sichtbar zu machen und den Dialog mit etablierten Unternehmen auf eine rechtssichere Grundlage zu stellen. So können Unternehmen fundierter priorisieren und ihre Datenstrategie als echten Wettbewerbsfaktor entwickeln.

Versicherer und Start-ups arbeiten zunehmend zusammen. Wie fördert der Hub diese Kooperationen und welche Formate, Initiativen oder Partnerschaften haben sich dabei als besonders wirkungsvoll erwiesen?

Versicherer und Start-ups unterscheiden sich fundamental in Tempo, Risikoverständnis und Organisationslogik. Kooperation gelingt nur, wenn diese Unterschiede offen adressiert werden. Genau hier setzen wir an: Wir schaffen Transparenz über Erwartungen, Entscheidungswege und Reifegrade auf beiden Seiten.
Besonders bewährt haben sich strukturierte Journeys, thematische Austauschformate sowie Venture-Clienting-Ansätze, in denen Innovationsbedarfe klar definiert und Lösungen systematisch geprüft werden. Start-ups verstehen dadurch besser, welche regulatorischen, technischen und prozessualen Anforderungen tatsächlich relevant sind. Versicherer gewinnen ein klareres Bild davon, wo Technologie echten Mehrwert liefert.
In unserem Netzwerk sind inzwischen mehr als 250 Start-ups aktiv und seit unserer Gründung sind über das InsurLab Germany mehr als 110 konkrete Kooperationen entstanden. Die Zusammenarbeit endet also nicht im Austausch, sondern in konkreter Umsetzung.

Nachhaltigkeit, Fairness und regulatorische Anforderungen stellen die Branche vor neue Anforderungen. Welche Rolle spielt KI dabei?

Versicherer übernehmen eine zentrale Rolle für wirtschaftliche Stabilität und Resilienz. Nachhaltigkeit, Klimarisiken und regulatorische Entwicklungen verändern Geschäftsmodelle und Steuerungslogiken.
KI kann helfen, Risiken präziser zu modellieren und Prozesse transparenter zu gestalten. Gleichzeitig steigt die Bedeutung von Nachvollziehbarkeit und Explainability. Wir unterstützen Unternehmen dabei, diese Entwicklungen strukturiert einzuordnen und strategisch zu priorisieren.

Wie messen Sie den Impact der Aktivitäten des de:hub Köln – InsurTech – sowohl hinsichtlich der Startups, die Sie begleiten, als auch im Hinblick auf Innovationswirkungen für etablierte Versicherer und Kundenerfahrungen?

Impact messen wir strukturiert und formatbezogen. Für unsere Wertangebote definieren wir klare KPIs und erheben regelmäßig Net-Promoter-Scores, um Nutzen und Relevanz transparent zu machen. Entscheidend ist dabei nicht nur Zufriedenheit, sondern ob Unternehmen in ihren strategischen Themen nachvollziehbar vorankommen.
Wir schauen darauf, ob Entscheidungsprozesse klarer werden, Schwerpunkte klarer gesetzt werden und Umsetzungsschritte konsequent in die Organisation getragen werden. Für Start-ups zeigt sich Wirkung daran, ob sie Zugang zu relevanten Entscheidern erhalten und ihre Lösungen unter realen Bedingungen validieren können. Für etablierte Versicherer wird Impact sichtbar, wenn neue Technologien Prozesse beschleunigen, Transparenz erhöhen und die Kundenerfahrung messbar verbessern – etwa durch schnellere Schadenbearbeitung oder personalisierte Interaktion.

Im KI-Bereich erleben wir derzeit einen deutlichen Qualitätssprung. Generative AI wird produktiv eingesetzt – etwa in der Kundenkommunikation, bei der Analyse komplexer Dokumente oder in der Schadenbearbeitung. Gleichzeitig entstehen mit Agentic AI erste Systeme, die nicht nur unterstützen, sondern eigenständig Prozessschritte übernehmen. Mit Agentic Commerce zeichnet sich zudem ab, dass künftig autonome Systeme Angebote vergleichen, auswählen und Transaktionen vorbereiten oder auslösen. Das hat direkte Auswirkungen auf Vertrieb, Produktlogik und Kundenschnittstelle.
Parallel dazu verändert sich die Logik des Geschäftsmodells. Echtzeitdaten und Predictive Analytics ermöglichen es, Risiken früher zu erkennen und präventiv zu steuern. Versicherungsschutz wird zunehmend kontextuell in digitale Services eingebettet.
Wir adressieren diese Entwicklungen, indem wir sie nicht isoliert als Technologiethema betrachten, sondern im Kontext realer Geschäfts- und Organisationsfragen diskutieren. Dafür schaffen wir geschützte Räume, in denen neue Ansätze kritisch reflektiert und mit praktischen Erfahrungen gespiegelt werden können. Dadurch wird schnell klar, was tragfähig ist und was nicht.

Welche strategischen Perspektiven und Entwicklungsziele verfolgt der de:hub Köln – InsurTech in den kommenden Jahren, um den Wandel in der Versicherungsbranche aktiv mitzugestalten und neue Innovationspotenziale zu erschließen?

Wir fokussieren uns konsequent auf drei priorisierte Themenfelder: Scaling AI in Insurance, Venture Clienting for Insurance und Future of Insurance. In den kommenden Jahren wird entscheidend sein, KI flächendeckend in Organisationen zu verankern, Innovationspartnerschaften professionell zu strukturieren und weiterzuentwickeln sowie zentrale Entwicklungen frühzeitig strategisch einzuordnen.
Branche steht vor einer Phase, in der inkrementelle Optimierung nicht ausreicht. Es geht darum, neue Fähigkeiten nachhaltig im Unternehmen zu etablieren, strategische Positionen in digitalen Ökosystemen zu sichern und neue Innovationspotenziale entlang bestehender und zukünftiger Wertschöpfungslogiken zu erschließen. Gleichzeitig arbeiten wir mit unterschiedlichen möglichen Entwicklungspfaden und denken Auswirkungen systematisch in Szenarien. Damit verbinden wir Orientierung, Befähigung und Wirkung auch unter unsicheren Rahmenbedingungen.

Bildrechte: © InsurLab Germany e.V.

Wir bedanken uns bei Thomas Kuckelkorn für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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