Montag, Juli 6, 2026
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3Bears Frühstücksmarke feiert 10 Jahre Wachstum

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3Bears Frühstücksmarke feiert 10 Jahre Sally Özcan und Caroline Nichols

Die 3Bears Frühstücksmarke steht exemplarisch für den erfolgreichen Aufbau eines Food Startups in Europa. In nur zehn Jahren entwickelte sich das Unternehmen vom selbstgemachten Porridge zur etablierten Marke im internationalen Handel.

3Bears Frühstücksmarke und die Anfänge

10 Jahre 3Bears
Vom Porridge aus der eigenen Küche zur internationalen Frühstücksmarke

München, Mai 2026 – Was 2015 mit selbstgemachtem Porridge in der eigenen Küche begann, ist heute eine etablierte Marke im europäischen Handel: 3Bears feiert sein zehnjähriges Bestehen.

Das Münchner Unternehmen rund um die Gründer Caroline und Tim Nichols steht für Haferprodukte ohne Industriezucker und hat sich in nur einem Jahrzehnt vom Start-up zur internationalen Frühstücksmarke entwickelt.

Die Idee entstand aus einer einfachen Beobachtung: Gute Porridge-Produkte waren im Handel kaum zu finden.

„Viele Produkte waren entweder voller Industriezucker oder haben geschmacklich nicht überzeugt. Also haben wir angefangen, unser eigenes Porridge zu entwickeln“, sagt Gründerin Caroline Nichols.

Die ersten Rezepturen entstanden zuhause, die Gründer verkauften ihre Produkte zunächst selbst und präsentierten sie auf Messen. Bereits 2016 ging der eigene Online-Shop live, erste Handelspartner folgten. Einen entscheidenden Wachstumsschub brachte 2017 der Auftritt in der TV-Show Höhle der Löwen, bei dem Investoren einstiegen und die Marke einem breiten Publikum bekannt wurde.

3Bears Frühstücksmarke feiert 10 Jahre ONOXL

3Bears Frühstücksmarke wächst international

Heute blickt 3Bears auf eine erfolgreiche Entwicklung: Weit über 30 Millionen Haferprodukte wurden seit der Gründung verkauft.

Die Marke ist mittlerweile in mehreren europäischen Ländern im Handel vertreten, darunter Deutschland, Österreich, die Schweiz sowie die Niederlande und Belgien.

Inhaltlich hat sich 3Bears dabei kontinuierlich weiterentwickelt. Als einer der ersten Anbieter im deutschen Markt setzte das Unternehmen früh auf den Trend rund um Overnight Oats und prägte diesen maßgeblich mit. Heute zählen sie zu den wichtigsten Wachstumstreibern und stehen für ein modernes, unkompliziertes Frühstück.

Auch auf strategischer Ebene hat 3Bears wichtige Impulse gesetzt:

So stieg 2024 der englische Fußballprofi Harry Kane als Gesellschafter und Markenbotschafter ein und unterstreicht damit die wachsende internationale Relevanz der Marke.

Zudem konnte 3Bears mit Sally Özcan eine der bekanntesten Food-Unternehmerinnen Deutschlands als Investorin gewinnen – ihr erstes Investment in eine externe Marke. Gemeinsam mit Gründerin Caroline Nichols trat sie außerdem auf der OMR Festival auf und sprach über Unternehmertum, Markenaufbau und die Zukunft der Food-Branche.

Seit 2022 ist 3Bears zudem als B Corp zertifiziert und verpflichtet sich damit zu hohen sozialen und ökologischen Standards.

3Bears Frühstücksmarke setzt auf Zukunft

„Unser Ziel war von Anfang an, ein Frühstück zu entwickeln, das genau richtig ist – für Geschmack, Zutaten und Alltag“, sagt Gründer Tim Nichols.

„Dass daraus eine internationale Marke geworden ist, macht uns unglaublich stolz.“

Auch in Zukunft bleibt Hafer im Mittelpunkt: 3Bears plant weiteres Wachstum, neue Produktinnovationen und den Ausbau seiner internationalen Präsenz.

Bild @ 3Bears Foods GmbH

Quelle 3Bears Foods GmbH

waterdrop Finanzierung bringt über 100 Millionen Euro

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waterdrop Finanzierung über 100 Millionen Euro Funding Round waterdrop Founder

Die waterdrop Finanzierung über mehr als 100 Millionen Euro markiert einen neuen Meilenstein für die globale Hydration Brand aus Wien. Mit neuen strategischen Partnern will waterdrop seine internationale Expansion und die Weiterentwicklung der Microdrink Kategorie beschleunigen.

waterdrop Finanzierung stärkt globale Expansion

waterdrop® schließt eine wegweisende Finanzierungsrunde von über 100 Millionen Euro ab. Zudem begrüßt das Unternehmen Aspeya, Atlantic Grupa und Aleksander Aamodt Kilde als Partner für die nächste Phase des globalen Wachstums.

Die globale Hydration-Brand gibt damit ihre bislang größte Kapitalaufnahme bekannt. Gleichzeitig stärkt sie ihre Position als kategoriedefinierender Marktführer im Bereich geschmacksbasierter, funktionaler Hydration.

Wien, 6. Mai 2026 – waterdrop®, die schnell wachsende globale Hydration-Brand, hat sich mehr als 100 Millionen Euro an Finanzierung gesichert. Das Kapital stammt von Aspeya, Atlantic Grupa und dem alpinen Ski-Weltcup-Champion Aleksander Aamodt Kilde.

Die drei Partner schließen sich einer bereits renommierten Gesellschafterbasis an. Dazu gehören Temasek, Döhler und Bitburger sowie zahlreiche weltweit führende Athlet:innen. Gleichzeitig besteht weiterhin die uneingeschränkte Unterstützung des bestehenden waterdrop®-Boards unter dem Vorsitz von Hikmet Ersek. Die Finanzierungsrunde markiert den bedeutendsten Meilenstein in der Unternehmensgeschichte: ein profitables, wachsendes Unternehmen, das jetzt weiter an Tempo gewinnt.

waterdrop® wurde 2016 in Wien mit einer klaren Mission gegründet:

Menschen dabei zu helfen, mehr Wasser auf gesündere und nachhaltigere Weise zu trinken. Dafür entwickelte das Unternehmen den Microdrink. Dabei handelt es sich um einen kompakten, zuckerfreien Würfel aus echten Frucht- und Pflanzenextrakten. Er kommt ohne künstliche Konservierungsstoffe aus, löst sich in Wasser auf und bietet Geschmack sowie funktionalen Nutzen.

Ein Jahrzehnt später ist daraus ein umfassendes Hydration-Ökosystem entstanden. Dazu gehören Getränkewürfel in zahlreichen Geschmacksrichtungen, ergänzt um Microenergy für einen zusätzlichen Koffein-Boost und Microlyte zur Elektrolytversorgung.

Ergänzt wird das Angebot durch designorientierte Trinkflaschen und Wasserfiltersysteme. Diese orientieren sich am tatsächlichen Alltag der Menschen.

Heute betreut waterdrop® weltweit mehr als 5 Millionen Online-Kund:innen. Das Unternehmen erzielt Umsätze von rund 150 Millionen Euro, arbeitet profitabel und ist in über 20.000 Verkaufsstellen vertreten. Hinzu kommen rund 50 eigene Stores in Europa, den USA, Japan und Australien.

waterdrop® hat damit eine eigene Kategorie geschaffen und baut nun die Infrastruktur auf, um diese weltweit anzuführen.

waterdrop Finanzierung treibt Hydration Innovation voran

Dieser Schritt erfolgt in einem besonderen Jahr. 2026 markiert zehn Jahre waterdrop®: Ein Jahrzehnt, in dem die Microdrink-Kategorie geprägt, international expandiert und bewiesen wurde, dass eine Marke, die auf Geschmack, Funktionalität und Convenience basiert, zu einer echten globalen Kraft wachsen kann. waterdrop® ist offizieller Bottle Partner der Australian Open, Gold Partner der ATP Tour und während der gesamten Saison auf den prestigeträchtigsten Tennisbühnen der Welt präsent. Dieses Engagement im Spitzensport ist nicht nur eine Sponsoringstrategie. waterdrop® zählt Weltklasse-Athlet:innen sowohl zu seiner Community als auch zu seinen Gesellschafter:innen. Menschen, die auf höchstem Niveau performen und waterdrop® als festen Bestandteil ihres Trainings, ihrer Wettkämpfe und ihrer Regeneration nutzen. Aleksander Aamodt Kilde, einer der erfolgreichsten alpinen Skifahrer seiner Generation und überzeugter waterdrop®-Nutzer, beteiligt sich in dieser Runde als Markenbotschafter und Investor und ergänzt damit ein wachsendes Netzwerk von Athlet:innen, die an die Vision der Marke glauben.

„Wir haben zehn Jahre lang etwas aufgebaut, von dem wir wirklich überzeugt sind: eine Marke, die es Menschen einfacher und angenehmer macht, mehr Wasser zu trinken, und ein Unternehmen, das sich sein Wachstum verdient hat“, sagt Gründer und CEO Martin Murray. „Aspeya und Atlantic Grupa bringen die strategische Tiefe, die Vertriebskraft und die langfristige Überzeugung mit, die dieses nächste Kapitel erfordert. Wir sind profitabel, wir wachsen, und mit diesen Partnern an unserer Seite sind wir bereit, schneller voranzugehen. Und weiter zu kommen, als je zuvor.“

Aspeya, das eine Pipeline von Wellness-Produkten und -Marken entwickelt und vermarktet, erwirbt eine Minderheitsbeteiligung im Rahmen seiner Strategie, Unternehmen zu unterstützen, die die Zukunft des Consumer-Wellness-Bereichs gestalten.

„waterdrop® hat etwas Seltenes geschafft: Es hat eine Kategorie geschaffen, einen loyalen globalen Kund:innenstamm aufgebaut und Profitabilität erreicht, ohne seine Mission zu kompromittieren“, sagt Michael Kunst, CEO von Aspeya. „Aspeya wurde gegründet, um Unternehmen zu unterstützen, die die Zukunft des Consumer-Wellness-Bereichs aktiv prägen. waterdrop® gehört zu den überzeugendsten, die wir gesehen haben. Wir sind stolz, Teil des nächsten Kapitels zu sein.“

waterdrop Finanzierung unterstützt internationale Skalierung

Atlantic Grupa bringt eine Dimension mit, die genauso wertvoll ist wie das Kapital selbst. Als eine der etabliertesten Lebensmittel- und Getränkegruppen in Süd- und Osteuropa und bereits als Distributionspartner von waterdrop® in Österreich, Kroatien, Serbien und Slowenien vertieft Atlantic Grupa sein Engagement mit einer zweistelligen Millionen-Euro-Investition und einem Sitz im Investitionsausschuss. „Wir haben waterdrop® aus nächster Nähe wachsen sehen. Die Marke trifft bei europäischen Verbraucher:innen einen Nerv und spiegelt gemeinsame Trends und Ziele wider: Premiumisierung, funktionale Hydration und ein kompromissloser Qualitätsanspruch beim Geschmack. Diese Investition ist Ausdruck unserer Überzeugung in das langfristige Potenzial von waterdrop® und unseres Engagements, es gemeinsam in Europa und darüber hinaus weiterzuentwickeln“, sagt Lada Tedeschi Fiorio, Group Vice President Corporate Strategy and Investments bei Atlantic Grupa.

Die Investition wird gezielt eingesetzt.

Im Fokus steht zunächst die Expansion in Europa: der Ausbau des Retail-Geschäfts, die Stärkung lokaler Teams und die Skalierung der Direct-to-Consumer-Aktivitäten in zentralen Märkten. Parallel dazu wird die Produktentwicklung mit der nächsten Generation an Innovation vorangetrieben. Die Partnerschaft mit Ricola zur gemeinsamen Entwicklung einer Kräuter-Hydration-Range, die zwei ikonische Marken mit einem gemeinsamen Anspruch an funktionale und geschmacklich überzeugende Produkte vereint, zeigt die Art von Kooperationen, die waterdrop® künftig in größerem Maßstab umsetzen kann.

Was als Nächstes kommt, ist ebenso ambitioniert wie alles, was die Marke bisher umgesetzt hat. Die Hydration-Saison hat begonnen und mit ihr die umfassendste Marketingkampagne in der Geschichte von waterdrop®. Eine vollständig integrierte Kampagne über Out-of-Home, digitale Kanäle und Live-Aktivierungen läuft in den wichtigsten europäischen Märkten. Getragen wird sie von der Präsenz bei der ATP Tour in diesem Sommer und verstärkt durch Athlet:innen, die waterdrop® zu ihrer bevorzugten Hydration gemacht haben. Neue Geschmacksrichtungen und Produktinnovationen werden in den kommenden Monaten ebenfalls eingeführt. Lokale Teams werden europaweit weiter aufgebaut und gestärkt. Die von waterdrop® geschaffene Kategorie wächst und die Marke, die sie geschaffen hat, will sie anführen.

Bild Funding Round waterdrop Founder Shot @waterdrop

Quelle AVANTGARDE Gesellschaft für Kommunikation mbH

Weibliche Macht: „Sei die große Schwester, die Verantwortung übernimmt”

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Macht für Frauen und Verantwortung neu denken Eva Thöne Autorin Leitet das Kulturressort von DER SPIEGEL © Asja Caspari

Die Welt hat unzählige Helden, aber nur wenige Heldinnen. Warum sind Macht, Einfluss und Stärke immer noch so stark männlich geprägt? Mit dieser Frage setzt sich die Journalistin Eva Thöne in ihrem Buch „Weibliche Macht neu denken” auseinander. Im Interview erklärt sie, warum wir Macht als Zustand und nicht als Besitz betrachten sollten und warum die große Schwester vielleicht die am meisten erstrebenswerte Machtrolle ist, die es gibt.

„Ein Mann wird für seine Inhalte oder Fehler kritisiert. Macht eine Frau in Führungsposition Fehler, steht sie zudem als Person und als Frau an sich in der Kritik.“

herCAREER: Eva, warum brauchen wir einen neuen Machtbegriff?

Eva Thöne: Unser traditioneller und stark individualisierter Machtbegriff neigt dazu, charismatischen und selbstbewussten Persönlichkeitstypen, die über eine große Überzeugungskraft verfügen – meist Männern –, Macht zu verleihen. Im Moment sehen wir, wie sehr sich Menschen nach einer starken Führungspersönlichkeit sehnen und wie leicht sie dadurch manipulierbar und korrumpierbar werden. Betrachtet man Demokratie als Macht der Vielen, dann steht diese personalisierte Form der Macht dem diametral gegenüber.

herCAREER: Der klassische, machiavellistische Machtbegriff betrachtet Macht als Besitz, den es zu erwerben und zu verteidigen gilt. Du schlägst dagegen vor, Macht vielmehr als Zustand zu betrachten. Warum?

Eva Thöne: Weil das eher demokratischen Werten entspricht. Wir wählen für einen bestimmten Zeitraum Menschen, die unsere Interessen vertreten und ihre Macht nutzen, um etwas zu gestalten. Aber nach vier Jahren werden diese Menschen abgelöst. Was in meinen Augen auch sehr entlastend für alle Beteiligten sein kann. Wenn wir Macht individualisieren und an einzelne Persönlichkeiten binden, dann werden diese sehr kränkbar, sobald ihre Macht infrage gestellt wird. Entmachtete Männer sind immer auch entmännlichte Männer. Frauen scheint es leichter zu fallen, Macht abzugeben.

herCAREER: Du beginnst dein Buch mit der Idee des Helden – einer Figur, der traditionell viel Macht zugesprochen wird. Warum gibt es so viele männliche, aber so wenige weibliche Held:innen in unserer Gesellschaft?

Eva Thöne: In der klassischen Heldenfigur steckt immer ein Mann, der aufgrund seines Muts und seiner Tapferkeit handelt. Er gestaltet die Welt im (oft unausgesprochenen) Auftrag aller – das macht ihn verführerisch und manchmal auch gefährlich: Wir dürfen jegliche Verantwortung an ihn abgeben. Solche Helden müssen inhaltlich gar nicht kompetent sein: Ihre Macht liegt oft im Motto „Move fast, break stuff“. Ihr disruptives Verhalten zementiert ihre Macht. Wir sehen das an der Figur Donald Trump, der für seine MAGA-Follower:innen sicherlich ein Held ist.

herCAREER: Was zeichnet dagegen weibliche Heldenfiguren aus?

Eva Thöne: Sie sind häufig moralische Heldinnen, die gegen das Establishment vorgehen. Luisa Neubauer ist das Gesicht der Klimabewegung in Deutschland und Gisèle Pelicot die Speerspitze im Kampf gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen. Heldinnen gestalten selten proaktiv, sondern wollen oft Fehler rückgängig machen und Ungerechtigkeiten bekämpfen. Für einige Frauen ist das eine komfortablere Machtrolle.

herCAREER: Vermeintlich komfortabler. Bekommen diese Frauen nicht auch massiven Gegenwind?

Eva Thöne: Ja, die Rolle der Widerstandskämpferin macht Frauen angreifbar. Während Männer als Individuen heldenhaft und schier unverwundbar sind, stehen Frauen in unserer Wahrnehmung kraft ihrer Person für ganze Bewegungen. Hier schwingt oft auch das Klischee mit, dass Frauen das »moralische Geschlecht« sind – und deshalb knallhart an Moral gemessen werden. Wenn eine Klimaschützerin mit einem Wegwerfbecher fotografiert wird, verliert sie schnell an Glaubwürdigkeit und Einfluss. Mit Männern sind wir viel großzügiger.

herCAREER: Ein Phänomen, das auch im Unternehmenskontext oft zu beobachten ist …

Eva Thöne: Ein Mann wird für seine Inhalte oder Fehler kritisiert. Macht eine Frau in Führungsposition Fehler, steht sie zudem als Person und als Frau an sich in der Kritik.

herCAREER: So kommt es auch zum Phänomen der gläsernen Klippe. Sind mehrere Männer an einer Aufgabe gescheitert, schickt man gerne eine Frau los, um die Situation zu retten. Scheitert sie ebenfalls, reißt man ihr schnell den Boden unter den Füßen weg.

Eva Thöne: Das kann man gerade an der Personalie Marie Louise Eta, der ersten Cheftrainerin einer Bundesliga Fußballmannschaft, beobachten. Sie wirkt wie eine Trümmerfrau, die aufräumen soll, was mehreren männlichen Cheftrainern zuvor nicht gelungen ist. Jetzt hat sie fünf Spiele Zeit, um sich zu beweisen, bevor sie mit großer Wahrscheinlichkeit wieder durch einen Mann ersetzt wird. Natürlich liegt darin auch eine Chance. Man kann viel neu aufbauen, wenn alles in Trümmern liegt. Aber man muss dafür auch verdammt gut sein. Und manchmal ist es schlicht nicht möglich – was dann aber oft nicht an der Frau selbst liegt.

herCAREER: Die einzige machtvolle Rolle, die Frauen uneingeschränkt zugestanden wird, ist die der Mutter. Eine Mutter darf Einfluss nehmen, gestalten, sogar wütend werden – solange sie für ihre Kinder eintritt. Warum darf eine Mutter außerhalb der Familie nicht genauso machtvoll agieren?

Eva Thöne: Für einen Großteil der Menschen ist die Mutterrolle das, was Frausein im Kern ausmacht. Das mag reaktionär und biologisch überhöht wirken, dennoch ist diese Vorstellung immer noch stark verankert. Wie paradox, dass wir seit einigen Jahren über Führungswerte sprechen, die als „weibliche“ Eigenschaften bezeichnet werden können: kümmern, fördern, befähigen.

Natürlich gibt es Führungspersönlichkeiten, die das anders handhaben, aber es ist ein schmaler Grat, wenn man als Frau keinen patriarchalen Führungsstil übernehmen möchte. Angela Merkel ist ein Beispiel für eine Frau, die sich trotz der Zuschreibung „Mutti“ nie in diese Rolle hat drängen lassen und sich ebenso wenig mit männlichen Machtposen profiliert hat.

herCAREER: Das vermeintlich Mütterliche, das man an Angela Merkel, aber auch an anderen machtvollen und einflussreichen Frauen wie Beyoncé oder Luisa Neubauer beobachten kann, ist, dass sie sich schützend vor „ihre Leute“ stellen. Sie verstehen, dass es um die Bevölkerung, um Women of Color oder um Klimagerechtigkeit geht – und nicht um ihr Ego. Ist das die neue weibliche Macht, von der du in deinem Buch sprichst?

Eva Thöne: Für mich impliziert der Buchtitel „Weibliche Macht neu denken“, dass wir den Machtbegriff inklusiver gestalten, aber perspektivisch auch über starre Genderrollen hinaus weiter aufbrechen müssen. Ich plädiere für eine bessere Verteilung von Macht, für Macht als vorübergehenden Zustand und für Macht nicht in Form der Übermutter, sondern eher der großen Schwester.

herCAREER: Sisterhood ist ein fundamentales Element des feministischen Gedankens.

Eva Thöne: Und dennoch wird diese große Forderung des Feminismus ständig durch patriarchale Strukturen unterlaufen, da wir uns in bestehenden Machtgefügen bewegen müssen, um überhaupt Einfluss zu nehmen. Die große Schwester ist eine Person, die Verantwortung übernimmt. Im Gegensatz zu Führung ist Verantwortung ein Machtwert, den ich für zukunftsfähig halte.

herCAREER: Inwiefern?

Eva Thöne: Die große Schwester übernimmt Verantwortung, allerdings nicht für das buchstäbliche Überleben ihrer kleinen Geschwister, sondern für Gespräche, Unterstützung und Erfahrungsaustausch. Die Rolle der großen Schwester ist freiwillig, nicht ständig gefragt und weniger belastend als die der Mutter. Außerdem kann man mehrere große Schwestern haben, aber immer nur eine Mutter. Darum finde ich diese Idee im politischen und unternehmerischen Führungskontext sehr passend.

herCAREER: Es gibt eine neue Währung, die Macht und Einfluss garantiert: die digitale Reichweite. Wie beurteilst du diese Entwicklung?

Eva Thöne: Ich bin der Meinung, dass wir als Gesellschaft den Fehler gemacht haben, Sichtbarkeit mit Macht gleichzusetzen. Denn digitale Reichweite ist vor allem ein Selbstzweck, sie bedeutet nicht automatisch echte Gestaltungsmacht. Dafür muss man sich außerhalb der sozialen Medien zusammenschließen, sich in zivilgesellschaftliche Organisationen einbringen und Lobbyarbeit leisten. Darum plädiere ich dafür, unsere Energie und unsere Leidenschaft umzulenken – weg von individuellen Personen hin zu Inhalten, die wir wirklich verändern und beeinflussen wollen.

herCAREER: Aber wie lenken wir den Fokus auf die Inhalte?

Eva Thöne: Vielleicht müssen wir bei uns selbst beginnen und besser reflektieren: Warum fahre ich eigentlich so auf Robert Habeck oder Heidi Reichinnek ab? Ein Stück zurücktreten und uns fragen, ob wir wirklich eine Leidenschaft für ihre Inhalte haben oder vor allem für ihren Sympathiefaktor und ihr heldenhaftes Image.

herCAREER: Es beginnt also mit dem Bewusstsein, dass wir ein neues Machtverständnis auch aktiv mitgestalten können und müssen?

Eva Thöne: Zum Ende des Buches zitiere ich die Philosophin Bini Adamczak. Sie sagt, dass wir beim Gedanken an Veränderung oft an einem „Revolutions Umsturzfetisch“ festhalten, der ebenfalls patriarchal geprägt ist. Wir werden aber nicht plötzlich nach einem Umsturz in der Utopie einer gleichberechtigten Welt leben. Eine Revolution findet nicht zu einem konkreten Zeitpunkt statt, sondern ist etwas, das wir jeden Tag ein wenig umsetzen. Vielleicht ist es revolutionär, wenn eine Führungskraft den Geburtstagstisch einer Praktikantin dekoriert. Vielleicht ist es revolutionär, wenn ein Mann eine Beförderung verweigert und sagt: „Ich kümmere mich um die Kinder, meine Frau macht jetzt ihren nächsten Karriereschritt.“ Oder es ist machtvoll, zu sagen: „Nein, ich muss nicht alle fremden Erwartungen an mich erfüllen.“

herCAREER: Die Macht liegt also vor allem im „Nein“?

Eva Thöne: Ja! Nein Sagen kann sehr empowern. Gerade dann, wenn Frauen ihrem Umfeld, das sie für ständig verfügbar hält, Grenzen aufzeigen.

Das Interview führte herCAREER Redakteurin Kristina Appel.

Bild: Eva Thöne Autorin Leitet das Kulturressort von DER SPIEGEL © Asja Caspari

Quelle messe.rocks GmbH

Die dunkle Seite der Investorensuche – warum du aufhören musst, an Geschichten zu glauben

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Investorensuche bei Start-ups braucht Verantwortung Bildcredits/Fotograf: Fotostudio Wetzikon Yannik Scrugli

Clemens Ressel spricht im Interview über Investorensuche, Verantwortung und Risiken für Start-ups

Warum sprichst du dieses Thema gerade jetzt so deutlich an?

Clemens Ressel: Weil gerade extrem viele Start-ups Zeit, Geld und Fokus verlieren, wenn sie sich bei der Investorensuche auf die falschen Partner verlassen. Wir selbst haben gerade erlebt, wie schnell aus Hoffnung ein echter finanzieller Schaden werden kann.

Was genau ist das Problem an diesen „Investor-Connectoren“?

Clemens Ressel: Es gibt einen wachsenden Markt von Dienstleistern, die dir versprechen, dich mit den richtigen Investoren zu verbinden – ihr Geschäftsmodell basiert aber oft auf Vertrauen und starken Storys, nicht auf messbarer Leistung. Ein Kontakt ist nichts wert, wenn er am Ende nicht konvertiert und kein echtes Investment daraus entsteht.

Du kommst aus dem Spitzensport. Welche Parallelen siehst du zur Investorensuche?

Clemens Ressel: Im Spitzensport zählt am Ende nur Leistung, nicht die Erzählung drum herum. Im Unternehmertum ist das genauso: Performance schlägt Narrative, immer.

Wo liegt aus deiner Sicht das Kernproblem?

Clemens Ressel: Der Markt für Investor-Connectoren ist weitgehend unreguliert. Jeder kann behaupten, er habe ein großes Netzwerk und Top-Zugänge, ohne einen belastbaren Track Record vorlegen zu müssen. Genau diese Intransparenz macht es für Start-ups gefährlich.

Woran erkennt ein Start-up, dass etwas nicht stimmt?

Clemens Ressel: Der wichtigste Warnhinweis ist ein fehlender oder nicht sauber nachweisbarer Track Record. Wenn jemand viele Versprechen macht, aber keine klar benennbaren und überprüfbaren Deals zeigen kann, sollte sofort Vorsicht einsetzen.

Welche Rolle spielen Retainer-Gebühren dabei?

Clemens Ressel: Retainer sind nicht automatisch falsch, aber sie werden oft genutzt, um das Risiko vollständig auf das Start-up zu verschieben. Kritisch wird es immer dann, wenn hohe Vorabzahlungen verlangt werden, ohne dass Leistung, Meilensteine und Ergebnisse klar definiert sind.

Was rätst du Gründerinnen und Gründern ganz konkret, bevor sie etwas unterschreiben?

Clemens Ressel: Keine Retainer ohne klar definierte Leistung, messbare Meilensteine und eine nachvollziehbare Exit-Klausel. Referenzen müssen aktiv geprüft werden, und es muss klar sein, ob wirklich ein direkter Zugang zu Investoren besteht.

Welche typischen Fehler siehst du bei Start-ups in dieser Situation?

Clemens Ressel: Viele Start-ups handeln aus Druck, Hoffnung und Zeitnot. Genau in diesem Moment wird oft zu wenig geprüft und zu viel geglaubt. Profis prüfen, Amateure hoffen – und dieser Unterschied kostet im Zweifel sehr viel Geld.

Wenn du das Ganze auf eine Kernaussage verdichtest – wie lautet sie?

Clemens Ressel: Wenn Leistung nicht messbar ist, ist sie meistens nicht vorhanden. Wer das bei der Investorensuche ignoriert, bezahlt oft mit Geld, Zeit und Vertrauen.

Was ist dein Appell an die Start-up-Szene?

Clemens Ressel: Lies solche Warnungen nicht nur nebenbei und geh dann wieder zum Alltag über. Nimm deine Verträge heute in die Hand, prüfe sie professionell und stoppe jeden Deal, bei dem du keine echten Nachweise bekommst. Sonst wirfst du am Ende genau wie wir schnell mal 10.000 CHF oder mehr an die Wand.

Clemens, wenn eine Gründerin oder ein Gründer dieses Interview liest und sich denkt „Das könnte mir auch passieren“ – was ist der einfachste nächste Schritt, um sich konkret zu schützen, statt nur betroffen zu nicken?

Wenn du bis hierher gelesen hast, dann ahnst du wahrscheinlich, wie dünn die Linie ist zwischen „smarter Investorensuche“ und „teurem Lehrgeld“. Genau deshalb musst du aus diesem Interview mehr mitnehmen als ein kurzes „stimmt schon“ im Kopf.

Wenn du in Zukunft weiser handeln willst, mach es dir einfach:

Geh auf mein LinkedIn-Profil: Clemens Ressel – Ehemaliger Profisportler | Co-Founder eines grossartigen Schweizer Start-ups

Vernetze dich mit mir oder schreibe mir eine kurze Nachricht mit dem Stichwort „Investor-Checkliste“.

Ich schicke dir das PDF mit der Checkliste – ohne Sales Pitch, ohne „letzte Chance“-Angebote, einfach als Werkzeug, damit du bessere Entscheidungen triffst.

Kein Betrug, kein Last Minute Deal, kein Upsell. Nur eine klare Checkliste, die dir hilft, beim nächsten Investor-Connector nicht blind zu vertrauen, sondern professionell zu prüfen. Was du danach daraus machst, ist deine Entscheidung – aber du wirst sie auf einer deutlich besseren Grundlage treffen.

Bildcredits/Fotograf: Fotostudio Wetzikon Yannik Scrugli

Wir bedanken uns bei Clemens Ressel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

QuantWare Quantenprozessoren erhalten 178 Millionen Dollar

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QuantWare baut Quantenprozessoren im Großmaßstab Bild Leadership - CEO and CTO/ Founders (Matthijs (Matt) Rijlaarsdam & Alessandro Bruno)@ QuantWare

Mit der Rekordfinanzierung für QuantWare Quantenprozessoren will das Unternehmen die industrielle Skalierung von Quantencomputing entscheidend vorantreiben. Im Fokus stehen die VIO™ Technologie sowie der Ausbau der offenen Fertigungsplattform KiloFab.

QuantWare Quantenprozessoren erreichen neue Skalierung

QuantWare sammelt 178 Millionen Dollar ein, um die leistungsstärksten Quantenprozessoren der Welt im industriellen Maßstab zu bauen

Größte private Finanzierungsrunde eines spezialisierten Unternehmens für industrielle Quantenprozessoren unter Beteiligung von Intel Capital und In-Q-Tel (IQT)

Die Finanzierung unterstützt die VIO™ Technologie zur Entwicklung der weltweit leistungsstärksten Prozessoren für hyperskalierbares Quantencomputing sowie KiloFab, die weltweit größte spezialisierte offene Fertigungsplattform für Quantenarchitekturen

DELFT, Niederlande — 5. Mai 2026 — QuantWare, das führende Unternehmen für industrielle Quantenprozessoren, hat heute den Abschluss einer Series-B-Finanzierungsrunde über 178 Millionen US-Dollar (152 Millionen Euro) bekannt gegeben. Dies folgt auf die Vorstellung von VIO-40K™, einer Quantenprozessor-Architektur für 10.000 Qubits, die hundertmal größer ist als der heutige Stand der Technik. Das Unternehmen baut derzeit KiloFab, die weltweit größte spezialisierte offene Fertigungsplattform für Quantenarchitekturen, und erhöht damit seine Produktionskapazität um das Zwanzigfache, um der starken globalen Kundennachfrage gerecht zu werden.

QuantWare Quantenprozessoren basieren auf VIO Technologie

QuantWare ist das einzige Unternehmen, das modulare Quantenprozessoren mit offener Architektur im industriellen Maßstab entwickelt, fertigt und integriert. Die firmeneigene VIO™ Technologie – eine modulare Quantenprozessor-Architektur – ermöglicht die Entwicklung der leistungsstärksten Quantenprozessoren der Welt mit der höchsten Rechenleistung pro Watt.

VIO™ wurde als offene Plattform konzipiert, die Qubit-Chiplets und Designs von Drittanbietern skalieren kann. Damit ermöglicht die Technologie die leistungsfähigsten Quantum Processing Units (QPUs) für die gesamte Branche. QuantWare bedient die globale Lieferkette der Quantenindustrie mit selbst entwickelten QPUs, Foundry-Services und Chiplet-Packaging und ermöglicht es allen Quantencomputing-Unternehmen, auf der VIO™ Architektur von QuantWare zu skalieren.

Bis heute hat QuantWare an mehr als 50 Kunden in 20 Ländern geliefert und ist damit gemessen am Volumen der weltweit größte kommerzielle Anbieter von QPUs. Zu den Kunden zählen Quantencomputing-Unternehmen, nationale Technologieinstitute und große internationale Technologiekonzerne.

QuantWare Quantenprozessoren treiben globale Nachfrage

Zu den neuen Investoren der Runde zählen Intel Capital, IQT und ETF Partners. Bestehende Investoren wie FORWARD.one, Invest-NL Deep Tech Fund, InnovationQuarter Capital, Ground State Ventures und Graduate Ventures beteiligten sich ebenfalls erneut. Die Runde war deutlich überzeichnet und ist die bislang größte private Finanzierungsrunde eines spezialisierten Unternehmens für Quantenprozessoren.

„Im Bereich des supraleitenden Quantencomputings wird Skalierung zunehmend durch Routing, Packaging und Herstellbarkeit begrenzt – und nicht nur durch das Design der Qubits“, sagte Kike Miralles von Intel Capital. „QuantWare hat das früh erkannt und VIO entwickelt, um genau diese Herausforderungen zu lösen. Diese Kombination aus technischer Ambition und Umsetzungsstärke positioniert das Unternehmen als zentrale Grundlage zukünftiger supraleitender Quantensysteme.“

„Der Aufbau eines globalen Unternehmens für Computerhardware erfordert enorme Ambitionen. Das Team von QuantWare bringt genau diesen Antrieb mit, und mit der VIO Technologie hält es den Schlüssel zur Führung in der wachstumsstarken Quantenindustrie in der Hand. Als einer der ersten Investoren freuen wir uns, unsere Unterstützung fortzusetzen – nun im Rahmen der weltweit größten Finanzierungsrunde eines spezialisierten Unternehmens für Quantenprozessoren“, sagte Robin van Boxsel, General Partner bei FORWARD.one.

„Quantencomputing steht kurz vor einem Wendepunkt und ist weltweit zu einer strategischen Priorität geworden“, sagte J.D. Englehart, Senior Director bei IQT. „QuantWare verfügt mit VIO über eine bahnbrechende Skalierungstechnologie und mit KiloFab zugleich über die notwendige industrielle Infrastruktur. Das Unternehmen ist bestens positioniert, um eine zentrale Rolle in der globalen Lieferkette für Quantencomputing einzunehmen.“

„Das Versprechen des Quantencomputings – die Lösung bislang unlösbarer Herausforderungen der Menschheit – kann nur eingelöst werden, wenn die Technologie im großen Maßstab produziert und eingesetzt werden kann. Genau daran arbeiten wir“, sagte Matt Rijlaarsdam, CEO und Mitgründer von QuantWare. „VIO-40K wird Quantenprozessoren mit 10.000 Qubits auf einer offenen Architektur ermöglichen, auf der das gesamte Ökosystem aufbauen kann. KiloFab verschafft uns die industrielle Produktionskapazität, um die schnell wachsende globale Nachfrage zu bedienen. Diese Finanzierung beschleunigt QuantWare und bringt damit das gesamte Ökosystem einen entscheidenden Schritt näher an hyperskalierbares Quantencomputing.“

Bild Leadership – CEO and CTO/ Founders (Matthijs (Matt) Rijlaarsdam & Alessandro Bruno)@ QuantWare

Quelle thoughtldr

TECH 2026: Heilbronn wird zum Zentrum der europäischen Technologieszene

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TECH 2026 bringt Europa und Technologie nach Heilbronn Bild von This_is_Engineering auf Pixabay

TECH 2026: Heilbronn wird vom 31. Mai bis 2. Juni erneut zum Zentrum der europäischen Technologieszene

In genau vier Wochen öffnet die Technology Experience Convention Heilbronn (TECH) zum zweiten Mal ihre Türen. Vom 31. Mai bis 2. Juni 2026 wird die Theresienwiese in Heilbronn wieder zum Treffpunkt der europäischen Technologie Community. Unter dem Leitmotiv „We believe in Europe – Do you?“ diskutieren an drei Tagen 1.800 Teilnehmende. Mit über 220 führenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Technologie, Politik und Wissenschaft über die digitale Zukunft Europas.

Als Plattform für technologische Souveränität, Innovation und strategische Zusammenarbeit bringt die TECH Vordenker:innen und Entscheidungsträger:innen zusammen, die Europas Rolle im globalen Technologiewettbewerb aktiv gestalten wollen. Zu den zentralen Themen der TECH 2026 zählen unter anderem Künstliche Intelligenz, europäische Souveränität, SpaceTech und DeepTech. Ein besonderer inhaltlicher Schwerpunkt liegt zudem auf Sicherheit und Verteidigung – ein Themenfeld, das die aktuelle geopolitische Lage des Kontinents unmittelbar widerspiegelt.

Andrea Wasmuth, CEO der Handelsblatt Media Group: „Wir haben die TECH weiterentwickelt: Damit noch mehr konkrete Fragen zur technologischen Stärke Europas verhandelt und gemeinsame Vorhaben und Allianzen angestoßen werden können. Ich freue mich auf die besondere Energie, die bei der TECH entsteht – wenn es nicht nur darum geht, über die Zukunft Europas zu diskutieren, sondern sie tatsächlich gemeinsam zu gestalten.“

Hochkarätiges Programm auf sechs Bühnen

Mit sechs Bühnen und einem vielfältigen Programm aus Keynotes, Panels, Workshops, Side Events und kuratierten Networking Formaten positioniert sich die TECH 2026 erneut als führende europäische Plattform für Technologiedialog. Zum Speaker Line up gehören unter anderem:

Donya Florence Amer – CIO und CHRO, Hapag Lloyd
Anna Maria Braun – CEO, B. Braun
Gerd Chrzanowski – CEO, Schwarz Gruppe
Eléonore Crespo – Co Gründerin und Co CEO, Pigment
Gernot Döllner – CEO, Audi
Aidan Gomez – Co Gründer und CEO, Cohere
Timotheus Höttges – CEO, Deutsche Telekom
Max Junestrand – CEO, Legora
Stefan Paul – CEO, Kuehne + Nagel International
David Reger – Gründer und CEO, Neura Robotics
Hauke Stars – Mitglied des Vorstands für IT & Digitalisierung, Volkswagen Group
Karsten Wildberger – Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung

„Die TECH entsteht aus der Überzeugung, dass Europa sein technologisches Schicksal selbst gestalten muss – auf Basis gemeinsamer Werte, strategischer Zusammenarbeit und technologischer Souveränität. Dieses Programm ist mit viel Haltung, Neugier und Verantwortung kuratiert: Für Menschen, die nicht nur über Zukunft sprechen, sondern sie in Europa aktiv gestalten wollen,“ sagt Dale Rickert, Managing Director der TECH.

Mehr als eine Konferenz

Die TECH versteht sich nicht nur als Konferenz, sondern als ganzheitliches Technologie Ökosystem. 2026 wird dieses Konzept weiter ausgebaut:

Im House of Defense widmet sich eine eigene Bühne samt Ausstellungsbereich dem Thema Sicherheit und Verteidigung. Entscheidungsträger:innen aus Politik, Industrie und Forschung diskutieren. Wie technologische Innovationen zur Resilienz, Verteidigungsfähigkeit und sicherheitsrelevanten Souveränität Europas beitragen können – von Dual Use Technologien bis zur strategischen Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft.

Mit dem House of Startups, organisiert von den Campus Founders, rückt die TECH gezielt europäische Start ups in den Mittelpunkt. Gründer:innen treffen auf Investor:innen, Unternehmensvertreter:innen und politische Entscheider:innen. Im Fokus stehen Startups, die strategische Zukunftsfelder wie KI, Quantencomputing, Raumfahrt oder Robotik vorantreiben. Sowie der Übergang von der Innovation zur industriellen Skalierung – eingebettet in eines der dynamischsten KI und Forschungsökosysteme des Kontinents.

Das House of Schwarz Digits bietet exklusive Einblicke in die Technologie und Digitalstrategie einer der größten Handelsgruppen weltweit. Im Fokus stehen maßgeschneiderte souveräne Lösungen aus den Bereichen Cloud, Cyber Security, Data & AI, Communication und Workspace.

Rolf Schumann, Co CEO Schwarz Digits, betont: „Globale Herausforderungen lassen sich nicht isoliert lösen – wir brauchen mutige, europäische Antworten, die technologische Exzellenz mit digitaler Souveränität vereinen. Auf der TECH kommen die entscheidenden Akteure zusammen, um nicht nur über souveräne Schlüsseltechnologien zu diskutieren, sondern sie gemeinsam in Wirtschaft, Gesellschaft und im öffentlichen Sektor zu skalieren.“

Ergänzt wird das Erlebnis durch ein Riesenrad, das als außergewöhnliche Networking und Meeting Location dient. Im TECH Forum präsentieren sich zudem zahlreiche Aussteller, darunter die Partnerunternehmen BCG, SAP und UniCredit.

TECH 2026 als Plattform für Europas Zukunft

In vier Wochen bringt die TECH ein weiteres Mal jene Akteur:innen zusammen, die Verantwortung für Europas technologische Zukunft tragen. Branchenübergreifend, international und mit klarem Gestaltungsanspruch. Heilbronn wird damit für drei Tage zum europäischen Denk und Erlebnisraum für Technologie, Innovation und Souveränität.

Weitere Informationen zur TECH Plattform und zur Veranstaltung 2026 finden Sie hier

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Quelle TECH by Handelsblatt

Reel Deutschland Markteintritt mit 15 Millionen Euro

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Reel startet in Deutschland mit 15 Mio Finanzierung team reel

Mit dem Reel Deutschland Markteintritt bringt das dänische Energieunternehmen ein neues Modell für stabile Strompreise und erneuerbare Energien in einen der wichtigsten Energiemärkte Europas. Die Finanzierung über 15 Millionen Euro bildet die Grundlage für den Ausbau in Deutschland.

Reel Deutschland Markteintritt reagiert auf Energiemarkt

Reel, der dänische Stromlieferant und -händler, hat in einer von Future Energy Ventures angeführten Series-A-Finanzierungsrunde 15 Millionen Euro eingesammelt. An der sich die Bestandsinvestoren UVC Partners, Transition und The Footprint Firm beteiligt haben. Mit dem frischen Kapital bringt das Unternehmen sein Geschäftsmodell nach Deutschland – in einem Marktumfeld, in dem Sorgen um Versorgungssicherheit, Preisvolatilität und deren Folgen für die Wirtschaft spürbar zunehmen.

Die Energiewende steht am Wendepunkt. Sie ist das Herzstück der europäischen Bemühungen um energiepolitische Unabhängigkeit – doch hohe Preisvolatilität, sich wandelnde Förderkulissen und sinkende Projektrenditen sorgen für wachsende Verunsicherung bei Unternehmen wie bei Erzeugern erneuerbarer Energien. Daher braucht es ein Modell, das beiden Seiten den Weg durch diesen Markt ebnet.

Reel Deutschland Markteintritt mit neuem Strommodell

Genau hier setzt Reel an: Unternehmen sichern sich über langfristige Stromabnahmeverträge (PPAs) stabile Strompreise, während Projektentwickler im Bereich der erneuerbaren Energien planbare Erlöse erzielen und neue Vorhaben finanzieren können. Möglich wird das durch das Zusammenspiel von Handel über mehrere Strommärkte hinweg, langfristigen Lieferverträgen und der Optimierung von Batteriespeichern. Das Ziel: die Energiewende für alle Akteure im System finanzierbar zu machen.

„Deutschland ist der prägende Energiemarkt dieses Jahrzehnts – das Ausmaß der notwendigen Transformation ist enorm, und das Zeitfenster, sie richtig zu gestalten, ist schmal. Reel hat etwas Seltenes geschaffen: ein Modell, das erneuerbare Energie für Erzeuger profitabel, für Unternehmen kalkulierbar und für das Netz beherrschbar macht. Das ist es, was Deutschland jetzt braucht – und der Grund, warum wir bei Reel investiert haben.” Ohad Mamann, Investment Partner, Future Energy Ventures

Reel Deutschland Markteintritt treibt Energiewende

In Dänemark erprobt, in Deutschland im Aufbau

Seit 2023 hat sich Reel zu einem der am schnellsten wachsenden Energieunternehmen Europas entwickelt. Für Unternehmenskunden senkt Reel die Abhängigkeit von Preisschwankungen, indem es Strom aus Solar- und Windkraft sowie aus Batteriespeichern in einem optimierten Mix bündelt und über langfristige Lieferverträge bereitstellt. So beziehen Unternehmen erneuerbare Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen und gewinnen Planungssicherheit bei den Stromkosten. Auf der Erzeugerseite handeln Reels Algorithmen Strom in Echtzeit über mehrere Märkte hinweg – mit dem Ziel, Erlöse zu maximieren und jene Einnahmen langfristig zu sichern, die für die Finanzierung neuer Projekte nötig sind.

Zu den Kunden zählen Unternehmen aus Branchen wie Industrie, Immobilien, Medien und Hotellerie.

Sowie Energieerzeuger wie Eurowind Energy, Momentum Energy Group und Green Wind. In Deutschland ist Reel bereits aktiv und übernimmt die Vermarktung für Projekte von Erzeugern wie Blue Elephant Energy und greenwind. Mit der Series A im Volumen von 15 Millionen Euro baut Reel nun ein eigenes Vertriebsteam vor Ort auf, das bis Ende 2026 vollständig stehen soll.

„Reel verschafft Unternehmen kalkulierbare Strompreise und Energieerzeugern bessere Renditen auf ihre Erneuerbaren-Anlagen. Wenn beide Seiten des Marktes funktionieren, entstehen neue Projekte – und genau das treibt die Energiewende voran.“ Anders Engtoft Meldgaard, Chief Commercial Officer, Reel

„Erneuerbare Energien sind Europas Weg zur energiepolitischen Unabhängigkeit – aber nur, wenn die Wirtschaftlichkeit für alle Beteiligten stimmt. Hohe Preisvolatilität und sinkende Projektrenditen drohen den Ausbau ausgerechnet zum falschen Zeitpunkt zu bremsen. In Dänemark haben wir Unternehmen und Energieerzeugern geholfen, erneuerbare Energie profitabel und planbar zu halten. Dieses Modell skalieren wir nun gemeinsam mit der Expertise von Future Energy Ventures in Deutschland.“ Jon Sigvert, Chief Executive Officer, Reel

„Zum Zeitpunkt unseres initialen Investments in Reel im Jahr 2022 haben wir eine seltene Kombination gesehen:

Ein tiefgreifendes Verständnis dafür, wie Strommärkte tatsächlich funktionieren, gepaart mit der Überzeugung, ein Modell zu entwickeln, das Erzeuger erneuerbarer Energien, Unternehmen und das Stromnetz aufeinander abstimmt. Zu sehen, wie sie dieses Modell in Dänemark unter Beweis stellen und es nun nach Deutschland. Europas bedeutendstem Energiemarkt – bringen, entspricht genau der Entwicklung, die wir uns erhofft hatten. Reel löst das wirtschaftliche Problem, das im Zentrum der Energiewende steht, und in Deutschland ist dies von größter Bedeutung.“ Alexander Kiltz, Principal, UVC Partners

Bild @ Reel

Quelle Future Energy Ventures GmbH

NRW.BANK eleQtron Investment stärkt Quantencomputer

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NRW.BANK investiert in eleQtron Quantencomputer Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

NRW.BANK eleQtron Investment treibt Innovation voran

NRW.BANK investiert in eleQtron GmbH
Fünf Millionen Euro für Quantencomputer-Scale-up aus Siegen

Über ihren Venture-Capital-Fonds NRW.Venture hat sich die NRW.BANK mit fünf Millionen Euro an der eleQtron GmbH mit Sitz in Siegen beteiligt. Das Investment der Förderbank war Teil einer Series-A-Finanzierungsrunde, in der das Scale-up insgesamt 57 Millionen Euro in Form von Eigenkapital und Fördermitteln einsammelte. eleQtron entwickelt und betreibt Quantencomputer auf Basis von Ionenfallen und treibt die industrielle Nutzung von Quantencomputern voran.

„Quantencomputer können Aufgaben lösen, an denen aktuell selbst leistungsstarke Supercomputer scheitern. Genau darin liegt ihr enormes Zukunftspotenzial“, sagt Gabriela Pantring, Vorsitzende des Vorstands der NRW.BANK. „Das Ziel von eleQtron ist es, dieses Potenzial für reale, kommerzielle Anwendungen zugänglich zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen und seine Technologie im industriellen Maßstab zu skalieren, unterstützen wir das Scale-up mit unserer Beteiligung.“

NRW.BANK eleQtron Investment erklärt Quantencomputer Technologie

Deutlich mehr Rechenleistung durch Qubits

Anders als konventionelle Computer arbeiten Quantencomputer nicht mit Bits, sondern mit Qubits. Statt nur die Zustände 0 oder 1 anzunehmen, können Qubits – vereinfacht gesagt – mehrere Zustände überlagernd darstellen. Dadurch lassen sich bestimmte komplexe Berechnungen potenziell um ein Vielfaches schneller lösen als mit heutigen Hochleistungsrechnern.

Allerdings reagieren Qubits äußerst empfindlich auf Störungen aus ihrer Umgebung. Selbst minimale Vibrationen oder Temperaturveränderungen können ihren Quantenzustand beeinträchtigen. Mit steigender Anzahl an Qubits nehmen daher Fehleranfälligkeit und technische Komplexität des Systems überproportional zu. Genau hier setzt die Technologie von eleQtron an. Sie basiert auf Ionenfallen. Dabei werden einzelne geladene Atome (Ionen) in elektromagnetischen Feldern gefangen. Die Ionen dienen als Qubits und werden mit Mikrowellen gesteuert. Im Vergleich zur üblichen Lasersteuerung reduziert dieser Ansatz die Hardware-Komplexität erheblich und ermöglicht so eine kostengünstigere Skalierbarkeit des Systems.

NRW.BANK eleQtron Investment unterstützt Skalierung

Auf dem Weg zur industriellen Skalierung

Die eleQtron GmbH wurde im Mai 2020 als Spin-off der Universität Siegen gegründet. Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 100 Mitarbeitende. Das Kapital aus der aktuellen Finanzierungsrunde fließt in den Aufbau skalierbarer Produktionskapazitäten, den Ausbau eines Cloud-basierten Zugangs zu den Systemen sowie in die Weiterentwicklung der Hardwareplattform und Technologie. Die Finanzierungsrunde markiert damit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur industriellen Skalierung.

Zu den neuen Investoren der Finanzierungsrunde zählen neben der NRW.BANK die VC-Firma Ankaa Ventures aus Frankreich, der Laser-Ausrüstungs-Spezialist Precitec sowie die IFB Hamburg. Lead-Investor ist Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe. Zu den zentralen Investoren und Geldgebern zählt zudem der EIC Fund des European Innovation Council. Neben neuen Investoren beteiligte sich Earlybird als Bestandsinvestor an der Finanzierungsrunde.

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Quelle NRW.BANK Unternehmenskommunikation

Earlybird VIII Südwestfalen bringt 15 Millionen für Start-ups

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Earlybird VIII Südwestfalen 15 Mio für Start-ups Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Earlybird VIII Südwestfalen stärkt regionale Innovation

15 Millionen Euro für Start-ups in Südwestfalen
NRW.BANK und regionale Family Offices investieren in Frühphasenfonds Earlybird VIII

Erstmals investiert die NRW.BANK gemeinsam mit Earlybird aus Berlin und mehreren Family Offices gezielt in Südwestfalen. Beim aktuellen Closing des Frühphasenfonds Earlybird VIII wurden 15 Millionen Euro für Start-ups aus der Region mobilisiert. Ziel ist, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu stärken.

„Innovationen, mit denen wir Zukunft gestalten, entstehen überall im Land – auch abseits der großen Metropolen. Deshalb fördern wir Gründerinnen und Gründer in allen Regionen unseres Landes und treiben so Wandel und Fortschritt aktiv voran“, sagt Johanna Antonie Tjaden-Schulte, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK. „Dass wir gemeinsam mit Earlybird und wichtigen Family Offices in Südwestfalen investieren, ist ein starkes Signal für die Innovationskraft und Attraktivität des Standorts Südwestfalen und für Nordrhein-Westfalen insgesamt.“

Earlybird VIII Südwestfalen bündelt Kapital und Know-how

Erstes regionales Closing im Fonds Earlybird VIII

Neben den fünf Millionen Euro der NRW.BANK beteiligten sich private Investoren am aktuellen Closing. Darunter zum Beispiel die Family Offices großer Familienunternehmen wie Krombacher. Insgesamt stehen so 15 Millionen Euro bereit, um junge und vielversprechende Geschäftsideen aus Südwestfalen insbesondere aus Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Robotik, neue Materialien, industrielle Digitalisierung oder nachhaltige Technologien in tragfähige Unternehmen zu überführen. Das stärkt zugleich die Innovationskraft und die wirtschaftliche Entwicklung der Region insgesamt.

Earlybird VIII Südwestfalen als Impuls für Start-ups

Für Earlybird, einen der renommiertesten Frühphasen-Finanzierer in Deutschland, ist das aktuelle Closing das erste gezielte Engagement in einer Region Nordrhein-Westfalens. Das Fondsmanagement hatte dafür die NRW.BANK gezielt als Partnerin gewonnen, um das Engagement mit zusätzlicher Kompetenz und Erfahrung für die Start-up-Szene in NRW und in Südwestfalen zu stärken. Die Partnerschaft von Earlybird und der NRW.BANK hatte sich bereits in zwei früheren Fonds bewährt. Insgesamt hat der Fonds Earlybird VIII ein Volumen von 360 Millionen Euro, die in Start-ups in ganz Europa fließen. In Südwestfalen bündelt das Earlybird Team InnoVentures Kapital und Know-how aus der regionalen Wirtschaft, um technologiegetriebene Start-ups aus der Region zu fördern und zu finanzieren

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Quelle NRW.BANK Unternehmenskommunikation

Stehen wir vor einem Wendepunkt der Technologieentwicklung

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CCRAFT photonische Chips mit TFLN CCRAFT SA

CCRAFT entwickelt photonische Chips auf Basis von TFLN für ultraschnelle und energieeffiziente Datenübertragung

Wie ist CCRAFT entstanden und wer steht hinter dem Unternehmen?

CCRAFT wurde 2025 als Spin-off des Schweizer Forschungs- und Technologiezentrums CSEM gegründet. Die Entstehung basiert auf sieben Jahren intensiver Forschung und Prozessentwicklung im Bereich Dünnschicht-Lithiumniobat (TFLN), einer der weltweit vielversprechendsten Technologien für photonische Chips. Heute wird CCRAFT vom Gründerteam um Hamed Sattari, Hernan Furci und mir geprägt, während das CSEM weiterhin ein zentraler und wertvoller F&E-Partner bleibt.

Was hat euch dazu bewegt, euch auf photonische Chips und diese spezielle Technologie zu fokussieren?

Uns hat vor allem eine zentrale Beobachtung motiviert: Die heutigen photonischen Chips basieren überwiegend auf Silizium, dem Grundmaterial der Halbleiterindustrie. Für elektronische Schaltungen eignet sich Silizium hervorragend – aber sobald es um Licht geht, stößt das Material an grundlegende Grenzen, insbesondere bei Bandbreite und Energieeffizienz. Diese Limitierungen werden durch den explosionsartigen Anstieg des weltweiten Datenvolumens, getrieben durch Anwendungen wie generative KI, noch deutlich verschärft. Unserem Team war klar, dass TFLN das besser Material für diese Herausforderung ist.

Welche Vision verfolgt CCRAFT im Bereich Datenübertragung und Computing?

Unsere Vision ist es, die nächste Generation der globalen Daten- und Recheninfrastruktur mit ultraschneller, energieeffizienter Photonik zu ermöglichen. CCRAFT möchte eine zentrale Rolle darin spielen, wie Daten künftig übertragen, verarbeitet und vernetzt werden. Schon heute übernimmt Photonik in modernen Rechenzentren einen immer größeren Anteil der Arbeit – weil elektronische Ansätze bei Bandbreite und Energieeffizienz an ihre Grenzen stoßen. Damit große KIRechenzentren effizient skalieren können, braucht es genau jene spezialisierten photonischen Chips, die wir produzieren. Unsere Technologie liefert die Geschwindigkeit und Energieeffizienz, die nötig ist, damit KIInfrastruktur ihr volles Potenzial entfalten kann.

Wie funktioniert euer Ansatz, Chips mit Licht statt mit elektrischen Signalen zu betreiben?

Daten werden schon seit vielen Jahren über optische Signale in Glasfasern übertragen. Damit das funktioniert, müssen elektrische Signale zunächst von so genannten Transceivern, die spezielle optoelektronische Modulatoren verwenden in Licht übersetzt werden. Bislang basierten diese Modulatoren meist auf Siliziumchips – schlicht weil das Material aus der Halbleiterindustrie verfügbar war. Doch für heutige Anforderungen ist diese opto-elektrische Umwandlung zu langsam und verbraucht unverhältnismässig viel Energie. Deshalb setzt sich nun TFLN durch: ein Material, mit dem sich Licht deutlich schneller und wesentlich energieeffizienter modulieren lässt.

Wer gehört zu eurer Zielgruppe und welche Anforderungen haben diese Kunden an eure Technologie?

Unsere Kunden sind Unternehmen, die extreme Datenraten und maximale Energieeffizienz brauchen – allen voran Hersteller von HochgeschwindigkeitsTransceivern sowie Betreiber großer KI und CloudRechenzentren. Diese Firmen stehen heute unter massivem Druck: Die Datenmengen wachsen immer schneller, der klassische SiliziumPhotonik sind aber feste Grenzen gesetzt. Sie benötigen also Komponenten, die schneller, effizienter und skalierbarer sind als alles, was bisher verfügbar war.

Was sind aktuell die größten Herausforderungen bei der Entwicklung und Produktion photonischer Chips?

TFLN ist technologisch führend – aber nicht kompatibel mit der klassischen Halbleiterfertigung. TFLNChips lassen sich nicht einfach in bestehenden Siliziumfabriken produzieren. Zum einen, weil die Anlage dann für Siliziumchips-Produktion unbrauchbar wäre und zum anderen, weil völlig eigenes ProzessKnowhow erforderlich ist. Gleichzeitig sind die heutigen Stückzahlen zu gering für die asiatische Volumenfertigung, die nur bei enormen Produktionsmengen wirtschaftlich arbeitet.
Genau deshalb hat die Branche so lange an der SiliziumPhotonik festgehalten: Man konnte die vorhandene Infrastruktur nutzen und der Umstieg auf andere Materialien wie TFLN erschien nicht attraktiv.

Mit der rasanten KIEntwicklung bricht dieses Paradigma auf. Die Industrie braucht dringend eine neue Generation von photonischen Chips, und hier haben wir in Europa einen echten Vorteil: Photonik benötigt heute noch nicht die gigantischen Volumen, welche die klassische Halbleiterproduktion praktisch nur noch in Asien möglich machen.
Wir schreiben hier ein neues Kapitel: In der Photonik jenseits von Silizium zählt heute vor allem Prozessbeherrschung, Know-How und der Aufbau neuer, spezialisierter Produktionsanlagen inklusive der entsprechenden Lieferketten. Hier hat sich Europa bereits eine starke Position erarbeitet. Das verschafft uns eine reale Chance, eine Schlüsseltechnologie der nächsten Computergeneration aus Europa heraus zu prägen.

Was unterscheidet CCRAFT von anderen Chip-Herstellern oder Foundries im Markt?

Es gibt heute weltweit keine Foundry, die TFLNChips mit hoher Ausbeute und in ausreichenden Volumen produzieren kann – die meisten wurden bisher in Forschungsinstituten gefertigt. Der Übergang in die industrielle Fertigung läuft jetzt unter Hochdruck, weil der Markt durch KI plötzlich massiv Bedarf hat.
Hier liegt der einzigartige Vorsprung von CCRAFT: Wir haben vor Jahren am CSEM damit begonnen, die kompletten TFLNProzesse auf industriellen Anlagen zu entwickeln und zu stabilisieren – lange bevor andere überhaupt mit dem Technologiewechsel begonnen haben. Das macht uns heute zur weltweit ersten produktionsreifen TFLNFoundry – und zu dem Anbieter, der liefern kann, während andere noch aufholen.

Welche Rolle spielt eure Technologie für Bereiche wie KI, Rechenzentren oder Telekommunikation?

Heute sind unsere Chips vor allem für die effiziente und extrem schnelle Datenübertragung innerhalb und zwischen Rechenzentren unverzichtbar. Das ist genau dort entscheidend, wo KIModelle und CloudServices enorme Datenmengen bewegen müssen. In Zukunft werden unsere TFLNChips aber nicht nur Daten transportieren, sondern auch zunehmend Rechenprozesse übernehmen:
insbesondere bei KIAlgorithmen, sowie in der Quanteninformatik, wo TFLN aufgrund seiner nichtlinearen Eigenschaften ideal geeignet ist.

Wie gelingt es euch, von der Entwicklung bis zur Serienproduktion skalierbar zu arbeiten?

Wir haben in den vergangenen Jahren ganz bewusst die Industrialisierung unserer Fertigungsprozesse priorisiert. Der nächste Schritt – und darauf liegt heute unser Fokus – ist die Skalierung: Wir übertragen unsere qualifizierten Prozesse systematisch auf immer mehr Anlagen, bauen die Kapazitäten aus und stellen sicher, dass Qualität und Ausbeute auf hohem Niveau noch weiter steigen. Das ist die Grundlage für den Übergang von der Entwicklung zur echten Serienproduktion – wiederholbar, stabil und in industriell relevanten Volumina.

Woran arbeitet CCRAFT derzeit konkret und welche nächsten Schritte stehen an?

Aktuell bauen wir vor allem das Team aus, glücklicherweise finden wir genügend hochqualifizierte Leute, auch weil der Standort Schweiz mit der hohen Lebensqualität und politischen Stabilität für viele attraktiv ist.

Wie schätzt ihr die zukünftige Entwicklung von photonischen Chips im Vergleich zu klassischen Halbleitern ein?

Photonische Chips werden immer mehr Aufgaben übernehmen und gleichzeitig werden neu Aufgabenfelder entstehen. Es wird aber sicherlich noch weiterhin Halbleiter- und andere photonische Chips brauchen. Auch weil es nicht nur eine Klasse von photonischen Chips gibt, sondern verschieden. Wir werden wohl verschiedenste, hybride Vermischungen der Technoligen sehen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern im Deep-Tech-Bereich geben?

Im Deep-Tech Bereich muss man sich möglichst schnell sich von der staatlichen Förderung unabhängig machen und private Geldgeber suchen. Denn ohne viel Geld, geht es Im Deep-Tech Bereich in der Regel nicht. Das ist zwar in Europa noch immer schwieriger als in den USA, aber schon deutlich einfacher als noch vor einigen Jahren. Ich bin überzeugt, dass gute technologische Innovation auch in Europa finanzierbar ist.
Wenn sich Investoren nicht von einer Technologie überzeugen lassen, dann ist diese wahrscheinlich auch nicht reif für den Markt.
Genau zuhören, insbesondere dem eigenen Team und vor allem den Kunden.

Bildrechte: © CCRAFT SA

Wir bedanken uns bei Andreas Voelker für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


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