Freitag, Februar 20, 2026
Start Blog Seite 25

Tech for Good – wie Startups mit Technologie echte Probleme lösen

0
Tech for Good: Impact Startups und soziale Innovationen Image by Gerd Altmann from Pixabay

Technologie kann mehr als Profit schaffen. Immer mehr Gründerinnen und Gründer entwickeln Lösungen, die gesellschaftliche Wirkung erzielen. Tech for Good, Impact Startups und soziale Innovationen zeigen, wie Technologie Mensch und Umwelt dienen kann – und dabei wirtschaftlich erfolgreich ist.

Der Wandel im Unternehmertum

Die Startup-Welt steht an einem Wendepunkt. Nach Jahren des „Move fast and break things“ wird das „Move with purpose“ immer wichtiger. Es geht nicht mehr allein um Wachstum, sondern um Sinn. Junge Unternehmen erkennen, dass Technologie kein Selbstzweck ist, sondern ein Werkzeug, um drängende gesellschaftliche Herausforderungen zu lösen.

Von Klimawandel über Bildung bis Gesundheit – Gründer:innen nutzen Technologie, um nachhaltige Veränderung zu schaffen. Dieser Wandel spiegelt sich im Boom der Tech for Good-Bewegung wider, die Innovation und Verantwortung verbindet.

Laut einer Studie der EU-Kommission wächst der Markt für Impact-orientierte Startups jährlich um rund 20 Prozent. Die nächste Gründer:innengeneration denkt nicht nur in Businessplänen, sondern in Wirkungsketten.

Tech for Good – Technologie mit Haltung

Tech for Good beschreibt Startups, die Technologie gezielt einsetzen, um gesellschaftliche, ökologische oder soziale Probleme zu lösen. Das können Plattformen für Inklusion, KI-Lösungen für Nachhaltigkeit oder Apps für mentale Gesundheit sein.

Der entscheidende Unterschied zu klassischen Geschäftsmodellen liegt im Ziel: Impact statt reiner Gewinnmaximierung. Der Erfolg dieser Unternehmen wird daran gemessen, welchen positiven Effekt sie erzielen – nicht nur in der Bilanz, sondern auch im Leben von Menschen.

Ein Beispiel ist das Berliner Startup Ecosia, die grüne Suchmaschine, die ihre Werbeeinnahmen in weltweite Aufforstungsprojekte investiert. Über 200 Millionen Bäume wurden so bereits gepflanzt. Ein anderes Beispiel ist Too Good To Go, das mit einer einfachen App Millionen Mahlzeiten vor der Tonne rettet.

Diese Unternehmen beweisen: Tech for Good ist kein Nischenphänomen, sondern ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell.

Impact Startups – Wirtschaft mit Wirkung

Impact Startups sind die treibende Kraft hinter diesem Wandel. Sie verbinden Unternehmertum mit gesellschaftlicher Verantwortung und schaffen neue Märkte an der Schnittstelle von Technologie, Nachhaltigkeit und Ethik.

Viele dieser Startups arbeiten mit nachhaltigen Lieferketten, offenen Datenmodellen und fairen Geschäftsstrukturen. Sie zeigen, dass es möglich ist, wirtschaftlich erfolgreich zu sein, ohne auf Kosten anderer zu wachsen.

Auch Investoren beginnen umzudenken. Impact Investing gewinnt rasant an Bedeutung, weil Kapitalströme zunehmend in Projekte fließen, die messbare soziale oder ökologische Ergebnisse liefern. Fonds, die speziell in Impact Startups investieren, haben in den letzten Jahren ein Rekordwachstum erlebt.

Diese Entwicklung beweist, dass ethisches Handeln kein Gegensatz zu wirtschaftlichem Erfolg ist – im Gegenteil: Es ist ein Wettbewerbsvorteil.

Soziale Innovationen – wo Technologie Menschlichkeit trifft

Soziale Innovationen entstehen dort, wo Empathie auf Technologie trifft. Gründer:innen, die gesellschaftliche Probleme mit digitalen Mitteln lösen, denken von den Bedürfnissen der Menschen aus.

Das kann eine App sein, die Geflüchteten Zugang zu Bildung ermöglicht, oder eine Plattform, die Obdachlosen hilft, Unterstützungsangebote zu finden. In der Gesundheitsbranche entwickeln Startups Lösungen, die psychische Erkrankungen früh erkennen oder Therapien digital zugänglich machen.

Soziale Innovation ist der Beweis, dass Technologie Menschlichkeit verstärken kann, wenn sie richtig eingesetzt wird. Sie zeigt, dass Fortschritt nicht darin liegt, Menschen zu ersetzen, sondern sie zu befähigen.

Herausforderungen und Verantwortung

Trotz aller Erfolge stehen Tech for Good-Gründer:innen vor besonderen Herausforderungen. Wirkung zu messen ist komplexer als Umsatz zu zählen. Die Balance zwischen Idealismus und Wirtschaftlichkeit erfordert Erfahrung und Geduld.

Zudem müssen Impact-Unternehmen häufig mit geringeren Margen und längeren Entwicklungszeiten rechnen. Doch ihr langfristiger Nutzen überwiegt: Vertrauen, Markenloyalität und gesellschaftliche Relevanz.

Verantwortung spielt dabei eine zentrale Rolle. Ethik, Transparenz und Inklusion gehören zur DNA dieser Startups. Wer Tech for Good ernst meint, denkt nicht nur an Produkte, sondern an Prozesse – von Datenmanagement über Arbeitskultur bis zur Lieferkette.

Ein Blick in die Zukunft – Technologie als gesellschaftliche Kraft

Die Zukunft gehört Unternehmen, die Technologie bewusst einsetzen. In einer Zeit, in der Vertrauen zur neuen Währung wird, gewinnen Startups, die glaubwürdig zeigen, dass Innovation und Werte zusammengehören.

Impact Startups werden zu Vorbildern einer neuen Wirtschaftskultur, in der Sinn und Erfolg kein Widerspruch sind. Ihre Stärke liegt darin, dass sie langfristig denken und nicht auf kurzfristige Gewinne setzen.

Soziale Innovationen werden dabei zur Brücke zwischen Technologie und Menschlichkeit. Sie erinnern uns daran, dass Fortschritt nicht nur in Bytes gemessen wird, sondern in Lebensqualität.

Fazit

Tech for Good ist mehr als ein Trend – es ist ein Paradigmenwechsel. Impact Startups und soziale Innovationen zeigen, dass Technologie Verantwortung übernehmen kann und muss.

Wer mit Haltung gründet, Innovation nachhaltig denkt und den Menschen in den Mittelpunkt stellt, gestaltet eine Zukunft, in der Technologie kein Risiko, sondern eine Chance ist.

Bild Image by Gerd Altmann from Pixabay

Warum Kreativität der Schlüssel für echte unternehmerische Zukunft ist

0
The Fritten zeigt, wie Kreativität Unternehmen stärkt – mit Mut, Strategie und Ideen, die Zukunft und Wachstum neu gestalten. The fritten founderteam

The Fritten ist eine Kreativberatung, die Unternehmen dabei unterstützt, Kreativität als strategischen Werttreiber in Strategie, Kultur und Zukunftsgestaltung zu verankern

Was war der entscheidende Moment, in dem die Idee zu The Fritten entstand und was hat die Gründer:innen dazu motiviert, eine Kreativberatung zu gründen?

Uns hat die Realität um uns herum bewegt, wirtschaftlich wie gesellschaftlich. Mitten in der Omnikrise könnte man uns für verrückt erklären, zu gründen, aber wir halten den Zeitpunkt für genau richtig. Wir haben uns gefragt, was wir mit unseren Skills anders machen können als „nur“ Werbung. Uns hat gestört, dass Kreativität oft nur am Ende der Wertschöpfung stattfindet: als Dekoration, nicht als Treiber. Also haben wir ein Modell gebaut, das kreative Denkweise dorthin bringt, wo Unternehmenswert wirklich entsteht: in Strategie, Kultur und Zukunftsgestaltung.

Wie definieren Sie den Begriff „Kreativität“ im Kontext von The Fritten und worin unterscheidet sich Ihr Ansatz von klassischen Agenturen oder Unternehmensberatungen?

Für uns ist Kreativität kein Selbstzweck, sondern die Fähigkeit, Neues zu sehen, zu verbinden und ins Handeln zu kommen. Wir arbeiten wie Berater, denken wie Kreative und handeln wie Unternehmer. Diese Mischung gibt es so selten und sie verändert die Wirkung.

The Fritten versteht Kreativität als unternehmerischen Werttreiber. Wie gelingt es Ihnen, diesen Anspruch in der täglichen Arbeit mit Kund:innen konkret umzusetzen?

Wir starten nicht mit einem Briefing, sondern mit einem menschlichen Kennenlernen und offenem Blick auf Potenziale. Wir kombinieren Daten, Strategie und Vorstellungskraft und leiten daraus konkrete Hebel ab, die Wirkung zeigen: in Marke, Kultur, Geschäftsmodell. Unser Ziel ist messbarer Wert, nicht schöne Slides.

Welche Vision verfolgen Sie mit The Fritten und wie möchten Sie langfristig zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen in Deutschland beitragen?

Wir wollen Aufbruchstimmung erzeugen. Deutschland braucht mehr Mut, Ideen in unternehmerische Kraft zu verwandeln. Unsere Vision ist ein Wirtschaftsumfeld, in dem Kreativität als Schlüsselkompetenz gesehen wird. Oder anders: Wir wollen die Antwort auf German Angst sein.

Ihre Arbeit richtet sich an Unternehmen mit Zukunfts- und Wachstumsambitionen. Wie gelingt es Ihnen, deren Potenziale zu erkennen und sichtbar zu machen?

Wir sehen, was möglich ist, bevor andere es sehen. Mit einem Blick darauf, was in fünf Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit wichtig sein wird, nicht mit dem Blick auf gestern. Wir analysieren Strukturen, Kultur, Marke und aktivieren ungenutzte Potenziale. Oft liegt der größte Hebel in einer neuen Perspektive.

Was macht The Fritten für Kund:innen besonders attraktiv – worin liegt Ihr einzigartiger Ansatz im Vergleich zu anderen Beratungen?

Wir sind keine Agentur, keine klassische Beratung. Wir bringen das Beste aus beiden Welten zusammen. Wenn man heute an eine Unternehmensberatung denkt, fällt fast nie der Begriff „Kreativität“. Das wollen wir ändern.

Wie gehen Sie mit der Herausforderung um, Entscheider:innen davon zu überzeugen, Kreativität nicht nur als Marketinginstrument, sondern als strategischen Erfolgsfaktor zu begreifen?

Indem wir es beweisen. Wenn Kreativität hilft, neue Geschäftsfelder zu erschließen oder unbeachtete Zielgruppen zu erkennen, verändert sich der Blick automatisch. Wir reden nicht über Werbung, wir reden über Wirkung – und vor allem neue Wirkungsfelder. Natürlich haben wir Business- oder Brand-KPIs im Blick. Aber Ziel kann auch einfach sein, dass ein Kunde nach einem Meeting eine Entscheidung trifft, die zuvor lange ausgesessen wurde – durch Mut und Zuversicht.

Welche Erfahrungen und Kompetenzen bringen Leonie Schüssler, Siyamak Jung und Niels Verlemann ein, um Unternehmen ganzheitlich zu begleiten?

Gemeinsam bringen wir über 40 Jahre Erfahrung in Strategie, Kreativität und Unternehmensführung mit. Wir haben Marken aufgebaut, Pitches gewonnen, Teams geführt und verstanden, wo alte Wege an Grenzen stoßen. Genau da setzen wir an.

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit sprechen Sie von Mut und Zuversicht. Wie leben Sie diese Werte selbst in der Arbeit mit Ihren Kund:innen und im Team?

Indem wir sie vorleben. Wir haben selbst gegründet, als viele andere auf Sicherheit gesetzt haben. Und auf dem Weg lukrative Angebote abgelehnt. Wir wissen, dass Fortschritt immer mit Risiko beginnt, und wir begleiten unsere Kund:innen genau dabei: Chancen zu nutzen, statt nur Risiken zu managen.

Welche Branchen oder Unternehmen möchten Sie mit The Fritten künftig besonders ansprechen und warum?

Hauptsächlich den Mittelstand, Familienunternehmen und Investoren, die gestalten wollen. Also Menschen, die nicht nur verwalten, sondern verändern. Gerade im Generationswechsel, der in den kommenden Jahren über 40 % der Mittelständler erwartet, sehen wir ein Momentum. Dort entsteht Zukunft und daran wollen wir mitarbeiten.

Sie arbeiten mit Partnern wie The Future:Project zusammen. Welche Rolle spielt dieser Austausch in Ihrer Arbeit und welche neuen Perspektiven entstehen dadurch?

The Future:Project hilft uns, Zukunftsfähigkeit greifbarer zu machen. Gemeinsam entwickeln wir einen systematischen Ansatz, der zeigt, wie kreativ, resilient und veränderungsfähig Unternehmen wirklich sind. Und wie viel Verständnis von Zukunftsfeldern ein Unternehmen heute schon besitzt, um sich für morgen auszurichten.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründer:innen geben, die ebenfalls etwas Neues wagen und mit Kreativität echte Wirkung erzielen möchten?

Zeitpunkt: Chancen kann man nicht immer planen, aber wenn sie sich ergeben, muss man zugreifen. Warten auf den perfekten Moment bedeutet oft, dass man ihn verpasst.

Zusammenhalt: Man gründet nicht mit einem Unternehmen, sondern mit Menschen. Am Ende zählt, dass man gemeinsam langfristig an einem Ziel arbeitet – mit allen Höhen und Tiefen.

Zuversicht: In Deutschland sind wir oft sicherheitsliebend und skeptisch. Aber Veränderung braucht Mut. Wer an das Potenzial glaubt, kann Dinge wirklich bewegen. Und es gibt viele Beispiele, dass sich gerade etwas tut – auch wenn es noch nicht genug sind.

Foto: Gründerteambild Fotograf Axmann-Rottler

Wir bedanken uns bei Siyamak Jung, Leonie Schüssler und Niels Verlemann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Zwischen Vision und Wirklichkeit: Der Gründergeist in Deutschland braucht bessere Bedingungen

0
Gründen in Deutschland mit neuem Gründergeist Alexandra Anderson_Copyright GoDaddy

Deutschland gilt als Land der Ingenieur:innen und Erfinder:innen. Doch wenn es um das Gründen geht, zeigt sich ein ambivalentes Bild: Ideen sind reichlich vorhanden, der Mut zur Umsetzung hingegen seltener. Dabei ist Unternehmertum wichtig für Wirtschaft und Gesellschaft. Eine aktuelle, repräsentative Umfrage in Zusammenarbeit mit NIQ GfK zeigt: Unternehmensgeist und Gründungswillen sind da, doch sie treffen auf ein Umfeld voller Hürden.

Wie steht es um den Gründergeist in Deutschland

Laut der Umfrage halten es nur 16 % der Deutschen für wahrscheinlich, in den kommenden zwölf Monaten ein eigenes Unternehmen zu gründen. Eine Zahl, die eher auf eine zurückhaltende Gründungskultur schließen lässt.

Die größten Hürden sind klar benannt: Finanzielle Risiken (41 %), fehlendes Startkapital (37 %) und mangelndes Wissen (30 %) entmutigen potenzielle Gründer:innen. Hinzu kommt ein strukturelles Problem. Denn nur jede:r Sechste fühlt sich durch Schule oder Studium ausreichend auf eine mögliche Selbstständigkeit vorbereitet. Finanzbildung, rechtliche Grundlagen oder unternehmerische Soft Skills – all das kommt im deutschen Bildungssystem kaum vor.

All diese Zahlen wirken ernüchternd, doch das Gesamtbild trügt. 

Wie die Gen Z das Gründen neu denkt

Jung, digital, ambitioniert: Eine ganz andere Perspektive eröffnet sich, wenn man einen Blick auf die neue Generation wirft – denn bei den 18- bis 29-Jährigen liegt die Gründungsbereitschaft bei fast 40 %. Das ist nicht nur bemerkenswert, sondern ein klarer Indikator für ein neues unternehmerisches Selbstverständnis in der jungen Generation.

Doch woran liegt das? Auf die Frage, ob Gründen heute einfacher sei als vor fünf Jahren, antwortet ein Viertel der Deutschen mit Ja, ein Viertel mit Nein, ein Viertel sieht keine Veränderung – der Rest ist unentschlossen. Es ergibt sich also ein gespaltenes Bild. Nur die Generation Z sticht heraus: Jede:r Zweite aus dieser Altersgruppe glaubt, dass Gründen heute einfacher ist.

Für viele von ihnen ist Selbstständigkeit mehr als ein Karriereschritt – es steht für Selbstverwirklichung, Kreativität und eine Zukunft, die man selbst gestaltet. Bei den Älteren überwiegt dagegen Skepsis, häufig geprägt von persönlichen Erfahrungen mit Bürokratie, Regulierungen und Marktbarrieren. Das Ergebnis: Eine fragmentierte Gründungsmentalität, die je nach Alter, Erfahrung und Lebenssituation stark schwankt.

Digitale Werkzeuge als Katalysator für Gründungen

Einer der zentralen Gamechanger ist der technologische Fortschritt. Ob KI-Tools, Website-Baukästen oder Social-Media-Marketing – digitale Technologien senken die Eintrittshürden für Gründungen drastisch. Vor allem bei jungen Gründer:innen sind sie längst Standard: 41 % der Gen Z nutzen bereits KI-basierte Anwendungen für ihre unternehmerischen Projekte, während die ältere Generation der Technologie häufig skeptisch gegenübersteht. Über 90 % in der Altersgruppe 60+ haben daran keinerlei Interesse. 

Dabei sehen die Befragten die Tragweite der Digitalisierung insgesamt durchaus: Fast drei Viertel (74 %) sind überzeugt, dass KI die Arbeitswelt grundlegend verändern wird. Und laut der aktuellen Global Entrepreneurship Survey sparen Unternehmer:innen in Deutschland durch die Nutzung von KI im Schnitt 8 Stunden pro Woche. Diese Zeit fließt laut der Umfrage vor allem in kreative Entwicklung, Weiterbildung und Kundenpflege. So überrascht es kaum, dass fast zwei Drittel (63 %) davon ausgehen, dass KI-Technologien sie zukünftig, insbesondere gegenüber großen Unternehmen, konkurrenzfähiger machen. 

Technisches Know-how allein reicht nicht aus

Um aus Ideen tragfähige Geschäftsmodelle zu machen, braucht es vor allem eins: entschlossenes Handeln und ein unterstützendes Umfeld. Hier ist nicht nur die Politik gefragt, sondern auch Unternehmen, Bildungsinstitutionen und die Zivilgesellschaft. Wer die Gründungskultur ernst nimmt, muss ihr heute die richtigen Werkzeuge und Strukturen an die Hand geben.

Mögliche Handlungsansätze können darin bestehen, Wissen rund um das Thema Unternehmertum frühzeitig zu implementieren, beispielsweise bereits in der Ausbildung. Außerdem ist es wichtig, für gezielte Förderprogramme einen niederschwelligen Zugang zu schaffen sowie Mentoring- und Netzwerk-Angebote für mehr Austausch auszubauen. Nicht zuletzt könnte eine Vereinfachung bürokratischer Prozesse und technischer Tools mehr Freiraum für Innovation und einen Einstieg auch für Gründer:innen ohne Tech-Hintergrund ermöglichen.

Deutschland steckt voller Ideen – und gleichzeitig voller Bedenken. Es zeigt sich klar: Der Nachwuchs ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und Ideen in die Tat umzusetzen. Damit aus guten Ideen auch echte Unternehmen werden können und die wirtschaftliche Innovationskraft langfristig gesichert werden kann, braucht es aber mehr als nur Motivation. Es braucht Mutmacher:innen, einfache Tools und transparente Gründungswege. Die Aufgabe von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ist es nun, diesen Weg zu ebnen und dem Gründergeist mehr Rückenwind zu geben.

Über die Umfrage

Im Auftrag der GoDaddy Deutschland GmbH wurden mit dem NIQ eBUS 1.010 Personen im Alter von 18-74 Jahren befragt, die die deutschsprachige Bevölkerung repräsentieren. Die Befragung wurde im Mai 2025 durchgeführt.

Bild Alexandra Anderson Copyright GoDaddy

Gründerkommunikation im Wandel – warum Storytelling digital neu gedacht werden muss

0
Digitale Gründerkommunikation verändert Markenführung. Erfahre, wie Startup Storytelling und Markenaufbau im Startup Vertrauen schaffen. Image by StartupStockPhotos from Pixabay

Die Art, wie Gründer:innen kommunizieren, hat sich in den letzten Jahren radikal verändert. Digitale Kanäle, Social Media und künstliche Intelligenz haben neue Möglichkeiten geschaffen – aber auch neue Erwartungen. Erfolgreiche digitale Gründerkommunikation, wirkungsvolles Startup Storytelling und konsistenter Markenaufbau im Startup sind heute entscheidender denn je, um Vertrauen, Sichtbarkeit und Relevanz zu schaffen.

Digitale Gründerkommunikation – mehr als Posts und PR

Gründer:innen sind heute nicht nur Unternehmer:innen, sondern auch Kommunikator:innen ihrer Marke. Wer digital sichtbar sein will, muss mehr leisten als Pressemitteilungen und Social-Media-Beiträge.

Digitale Gründerkommunikation bedeutet, Haltung zu zeigen, Persönlichkeit zu vermitteln und die eigene Vision in eine klare Sprache zu übersetzen. Das Publikum erwartet Authentizität – und zwar über alle Kanäle hinweg: LinkedIn, Podcast, Newsletter oder Video.

Startups, die erfolgreich kommunizieren, erzählen keine Produktgeschichten, sondern Menschengeschichten. Sie sprechen über Motivation, Herausforderungen und Learnings – Themen, mit denen sich ihre Zielgruppe identifizieren kann.

Gerade Gründer:innen, die sich früh eine kommunikative Identität aufbauen, schaffen langfristig Vertrauen. Denn in einer digitalisierten Welt entscheidet nicht mehr nur das Produkt über Erfolg, sondern die Geschichte dahinter.

Startup Storytelling – Emotion schlägt Information

Startup Storytelling ist die Kunst, aus Fakten Emotionen zu formen. Menschen erinnern sich nicht an Daten, sondern an Geschichten.

Erfolgreiche Startups nutzen Storytelling, um ihre Marke zu emotionalisieren. Sie stellen Werte, Vision und Purpose in den Mittelpunkt. Dabei geht es nicht um Inszenierung, sondern um echte Erlebnisse. Eine gute Gründerstory erzählt, warum es das Unternehmen gibt, welchen Konflikt es löst und welchen Unterschied es macht.

Ein Beispiel: Ein Healthtech-Startup positioniert sich nicht über technische Details, sondern über den emotionalen Kern – etwa, dass es hilft, Leben einfacher oder gesünder zu machen. Diese narrative Ebene schafft Verbindung und hebt sich von reinen Produktbotschaften ab.

Im digitalen Raum ist Storytelling besonders wirkungsvoll. Ob kurze Reels, Blogartikel oder Podcasts – Gründer:innen können ihre Geschichte direkt erzählen, ohne Filter oder Vermittler. Das schafft Nähe und Glaubwürdigkeit.

Markenaufbau im Startup – Konsistenz als Erfolgsfaktor

Markenaufbau im Startup beginnt nicht mit einem Logo, sondern mit einer Botschaft. Eine Marke ist das, was Menschen fühlen, wenn sie an ein Unternehmen denken.

Im Zeitalter digitaler Kommunikation bedeutet das: Klarheit, Wiedererkennbarkeit und Werteorientierung. Jede Botschaft, jeder Post und jedes Interview trägt zur Markenidentität bei. Gründer:innen, die konsistent kommunizieren, schaffen Vertrauen – und Vertrauen ist die härteste Währung der digitalen Wirtschaft.

Digitale Gründerkommunikation und Startup Storytelling sind dabei keine getrennten Disziplinen, sondern Bausteine einer integrierten Markenstrategie. Storytelling schafft Emotion, Branding gibt Richtung. Gemeinsam formen sie den Charakter einer Marke.

Erfolgreicher Markenaufbau im Startup gelingt, wenn alle Berührungspunkte – vom Pitchdeck bis zum LinkedIn-Profil – die gleiche Sprache sprechen.

Der Einfluss von KI und neuen Medien

Die Digitalisierung hat Kommunikation demokratisiert – aber auch komplexer gemacht. KI-gestützte Tools ermöglichen heute Content-Erstellung in Minuten, doch die Herausforderung bleibt: Wie bleibt eine Marke authentisch, wenn Inhalte automatisiert entstehen?

Die Antwort liegt in der Kombination aus Technologie und Persönlichkeit. Digitale Gründerkommunikation funktioniert nur dann, wenn Gründer:innen ihrer Marke eine menschliche Stimme geben. KI kann unterstützen, aber sie ersetzt keine Haltung.

Zugleich entstehen neue Formate: Gründer:innen nutzen Podcasts, um Wissen zu teilen, oder bauen Communities über Newsletter auf. Social Media wird zum Dialograum – nicht zur Werbefläche.

Startup Storytelling als Leadership-Instrument

Storytelling ist heute auch ein Führungsinstrument. Eine klare Erzählung schafft Orientierung – intern wie extern. Mitarbeitende, die wissen, wofür ihr Unternehmen steht, identifizieren sich stärker mit der Mission.

Gründer:innen, die ihr Team mit einer überzeugenden Geschichte führen, schaffen Loyalität und Motivation. Im Alltag bedeutet das: Kommunikation wird Teil der Unternehmenskultur. Jede Entscheidung, jedes Meeting und jede Kampagne trägt dazu bei, die gemeinsame Geschichte weiterzuschreiben.

Markenaufbau im Startup – langfristig denken, menschlich handeln

Markenaufbau im Startup ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Authentische Marken entstehen durch Beständigkeit, Werte und Vertrauen.

Startups, die sich bewusst mit ihrer Kommunikation auseinandersetzen, schaffen Marken mit Persönlichkeit. Sie zeigen nicht nur, was sie tun, sondern warum sie es tun – und genau das bleibt im Gedächtnis.

Die Kombination aus Startup Storytelling, digitaler Gründerkommunikation und konsistentem Markenaufbau im Startup ist die Grundlage für nachhaltigen Erfolg. Denn Menschen folgen Menschen – nicht Produkten.

Fazit

In einer Welt, die von Information überflutet wird, gewinnt, wer Geschichten erzählt, die berühren. Digitale Gründerkommunikation bedeutet, Haltung sichtbar zu machen, Startup Storytelling emotional zu gestalten und Markenaufbau im Startup strategisch zu denken.

Erfolg entsteht heute nicht nur durch Technologie, sondern durch Kommunikation, die Vertrauen schafft – ehrlich, relevant und menschlich

Image by StartupStockPhotos from Pixabay

Warum verbringen wir unsere Freizeit immer noch allein statt gemeinsam?

0
doitactive Freizeit Aktivitäten neu erleben

doitactive ist eine Plattform, die Menschen über gemeinsame Aktivitäten zusammenbringt und echte Begegnungen statt endlosem Scrollen ermöglicht

Was war der ursprüngliche Antrieb, doitactive zu gründen, und wie hat sich die Idee zu einer Plattform für aktive Freizeitgestaltung entwickelt?

Ich hatte schon lange den Wunsch, etwas zu schaffen, das Menschen wieder im echten Leben zusammenbringt. Mir ist aufgefallen, dass viele ihre Freizeit passiv verbringen – online, aber nicht miteinander. Aus dieser Beobachtung entstand die Idee, eine Plattform zu entwickeln, auf der Freizeit wieder aktiv gestaltet wird. Also nicht nur scrollen, sondern wirklich erleben.
Die Idee zu doitactive hatte ich bereits 2013. NRW ist mittlerweile mein fünftes Bundesland, inklusive eines zweijährigen Auslandsaufenthalts. Ich habe über viele Jahre erlebt, wie schwierig es wird, nach jedem Umzug ein neues soziales Umfeld aufzubauen. Oft blieb nur die Arbeit als „Zufluchtsort“, um nicht inaktiv zu werden. Auch auf Geschäftsreisen habe ich gemerkt, wie wenig Möglichkeiten es gibt, spontan neue Menschen kennenzulernen oder passende Aktivitäten zu finden.

Ein weiterer Auslöser war meine zunehmende Dissonanz gegenüber den großen Social-Media-Kanälen – zu viel Konsum, zu wenig echte Begegnung. Nach einem Jobverlust habe ich die Entscheidung getroffen, diese Idee endlich umzusetzen. Es ist nicht einfach, sich gegen die großen Plattformen durchzusetzen, aber ich glaube, dass jetzt die richtige Zeit ist, wieder unabhängiger zu werden und das Leben draußen zu genießen.
doitactive soll Menschen dazu inspirieren, wieder eigene Aktivitäten zu gestalten – vom Spielplatzfest über den Grillabend bis zum gemeinsamen Theaterbesuch. Und gleichzeitig den regionalen Markt stärken, indem Vereine, Betriebe und Veranstalter eine faire Bühne bekommen.

Welche Personen stehen hinter doitactive und welche Erfahrungen oder Leidenschaften haben sie in das Projekt eingebracht?

Hinter doitactive steht ein kleines, aber engagiertes Team aus erfahrenen Partnern. Triboot Technologies begleitet die technische Entwicklung der App, SEO-Retter unterstützt bei Website und Sichtbarkeit, und über Blogger und ausgewählte Social-Media-Partner bringen wir unsere Themen emotional nach außen. Social Media soll langfristig nur noch ergänzend eingesetzt werden – aktuell müssen wir dort jedoch präsent sein, um die Menschen zu erreichen.
Ich selbst komme aus dem Bereich Logistik und Strategie und verbinde diese Erfahrung mit dem Wunsch, etwas Sinnvolles für die Gesellschaft zu schaffen.

Wie beschreibt ihr die Vision von doitactive – was möchtet ihr langfristig in der Gesellschaft oder im Freizeitverhalten verändern?

Unsere Vision ist es, Menschen wieder regional zu vernetzen – auf einfache, positive und sichere Weise. Wir möchten, dass Freizeit nicht nur konsumiert, sondern geteilt wird. Dass Menschen entdecken, was in ihrer Umgebung passiert, und dadurch neue Kontakte, Freundschaften oder sogar Projekte entstehen. Langfristig wollen wir dazu beitragen, dass Freizeit wieder zu echter Lebensqualität führt – unabhängig vom Alter oder Lebensstil.
Unser Ziel ist es, die App Nummer 1 für die Organisation von Aktivitäten und echten Begegnungen zu werden – frei von Algorithmen und Abhängigkeiten großer Social-Media-Konzerne. Freizeit soll wieder Leben und Sinn stiften, nicht Ablenkung.

Eure Plattform vernetzt Menschen über gemeinsame Aktivitäten. Welche Zielgruppen sprecht ihr dabei besonders an und wie schafft ihr es, deren Bedürfnisse gezielt zu erfüllen?

Wir sprechen alle an, die mehr erleben wollen – egal ob jung oder älter. Besonders stark sind wir bei Menschen ab 30, die gezielt nach Freizeitaktivitäten suchen, und bei der Generation 60+, die wieder aktiver am gesellschaftlichen Leben teilnehmen möchte. Gleichzeitig sehen wir großes Potenzial in der Altersgruppe 18 bis 29 – hier wollen wir bewusst den gesellschaftlichen Mehrwert betonen.
Wir kombinieren dabei einfache Technik mit echtem Nutzen: Übersichtliche Suche, lokale Vorschläge, Chat-Funktionen und faire Konditionen für Anbieter und Veranstalter. Jeder kann selbst Aktivitäten einstellen oder Suchanfragen starten – vom Spielplatzfest über den Kochkurs bis zum Lauftreff im Park.

Viele Menschen suchen heute nach echten Begegnungen statt Social Media Scrollen. Wie trägt doitactive konkret dazu bei, diese Lücke zu schließen?

doitactive bringt Menschen über gemeinsame Interessen zusammen – nicht über Algorithmen. Bei uns steht das gemeinsame Erleben im Mittelpunkt. Ob Kochkurs, Grillabend, Theaterbesuch oder Spaziergang – wer etwas sucht, findet passende Aktivitäten in seiner Nähe. Wer selbst etwas anbietet, erreicht mit wenigen Klicks genau die Menschen, die wirklich interessiert sind. So entstehen reale Begegnungen statt digitaler Ablenkung.
Unser Leben ist schon komplex und unübersichtlich genug – muss es aber nicht sein. Oft wird uns Komplexität verkauft. Wir setzen bewusst auf Einfachheit und Klarheit. Freizeit soll wieder Freude machen, nicht überfordern.
doitactive.de ist die App für alle Aktivitäten – einfach, menschlich und ohne Störung oder Unterbrechung.

Was unterscheidet eure Plattform von anderen Freizeit- oder Event-Apps? Wo seht ihr euren besonderen Mehrwert für Nutzer und Veranstalter?

Unser Ansatz ist fair, regional und transparent. Wir verzichten bewusst auf versteckte Gebühren, starre Premium-Modelle oder aggressive Werbung. Nutzer können sich frei vernetzen und kommunizieren. Veranstalter und Vereine bekommen eine faire Bühne, um sichtbar zu werden – ohne Provisionsdruck oder große Budgets.
Der besondere Mehrwert liegt in der Einfachheit: Jede und jeder kann selbst aktiv werden, neue Menschen kennenlernen oder Aktivitäten organisieren – ganz ohne technische Hürden.

Wie gewinnt ihr neue Nutzerinnen und Nutzer – und welche Rolle spielt dabei die lokale Community?

Ein Großteil unseres Wachstums entsteht durch authentische Empfehlungen. Wir arbeiten mit regionalen Medien, Bloggern und Vereinen zusammen, um unsere App in die Communities zu bringen. Die lokale Vernetzung ist der Schlüssel: Menschen entdecken Aktivitäten in ihrer Umgebung und erzählen anderen davon. Dadurch wächst doitactive organisch und bleibt nah an den Menschen, für die wir es entwickelt haben.

Welche Herausforderungen begegnen euch aktuell bei der Weiterentwicklung von doitactive, und wie geht ihr als Team damit um?

Als Startup müssen wir Prioritäten sehr klar setzen. Es gibt immer mehr Ideen als Zeit und Budget. Unsere größte Herausforderung ist, das Nutzerwachstum mit der technischen Weiterentwicklung in Einklang zu bringen. Wir arbeiten dabei sehr agil mit unseren Partnern zusammen – kurze Wege, ehrliches Feedback und klare Entscheidungen. Das hilft, auch mit begrenzten Ressourcen gute Ergebnisse zu erzielen.
Aktuell liegt der Fokus darauf, noch mehr Menschen zu erreichen und Vereine sowie Betriebe von der Idee hinter doitactive zu begeistern – also zu zeigen, dass die Plattform kein „Spielplatz“, sondern ein echter Begegnungsort für Aktivitäten ist. Das braucht Zeit, Vertrauen und natürlich auch Sichtbarkeit.
Wir sehen diese Phase aber als Chance, die Plattform gemeinsam mit unseren Partnern und der Community weiterzuentwickeln. Wer sich aktiv einbringen oder Kooperationen anstoßen möchte, ist herzlich willkommen, Teil dieser Bewegung zu werden.

Plant ihr, das Angebot künftig um neue Funktionen oder Partnerschaften zu erweitern, um noch mehr Menschen zu erreichen?

Ja, absolut. Wir arbeiten derzeit an einer stärkeren regionalen Ausspielung von Inhalten und an Kooperationen mit Partnern aus dem Freizeit- und Vereinsbereich. Außerdem wollen wir unsere Chat- und Gruppenfunktionen erweitern, damit Nutzer Aktivitäten noch besser planen können.
Langfristig sind auch thematische Kooperationen mit Städten, Veranstaltern oder touristischen Regionen geplant. Ziel ist, dass doitactive zum digitalen Treffpunkt für Freizeit und Gemeinschaft wird.

Wie wichtig ist euch das Thema Nachhaltigkeit oder sozialer Mehrwert in der Entwicklung eurer Plattform?

Sehr wichtig. Nachhaltigkeit bedeutet für uns nicht nur Umwelt, sondern auch soziale Verantwortung. Wenn Menschen durch doitactive neue Kontakte knüpfen, lokale Anbieter unterstützen und Vereinsleben fördern, entsteht automatisch ein gesellschaftlicher Mehrwert. Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, dass Freizeit nicht nur individuell, sondern gemeinschaftlich erlebt wird.
Darüber hinaus legen wir großen Wert auf Sicherheit und respektvollen Umgang. Unter dem Bereich „Chat & Sicherheit“ in der App finden Nutzer klare Hinweise, wie sie sicher mit anderen kommunizieren und Aktivitäten organisieren können – offen, aber achtsam. Auch das verstehen wir als Teil einer nachhaltigen, verantwortungsvollen Plattformkultur.

Was motiviert euch persönlich, doitactive jeden Tag weiter voranzubringen?

Mich motivieren die Geschichten, die durch die Plattform entstehen. Wenn Menschen neue Freunde finden, Aktivitäten ausprobieren oder durch uns auf Veranstaltungen aufmerksam werden, zeigt das: Die Idee funktioniert. Jede Rückmeldung, jeder neue Nutzer ist ein Stück Bestätigung. Das motiviert uns, die Plattform immer weiter zu verbessern.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben, die ebenfalls eine Plattform oder Community aufbauen möchten?

Erstens: Starte mit einer klaren Vision, aber bleib flexibel.
Zweitens: Umgib dich mit Menschen, die dich ergänzen, nicht kopieren.
Drittens: Denk langfristig – eine Community entsteht nicht über Nacht, sondern durch Vertrauen, Ausdauer und echte Begeisterung.

Foto: Eventfotograf Mud Masters Laufs bearbeitet von doitacitve

Wir bedanken uns bei Christos Kosmas für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: doitactive

Kontakt:

doitactive.de
Christos Kosmas
Margarete-Rudoll-Weg 11
D-45239 Essen

https://doitactive.de/
info@doitactive.de

Ansprechpartner: Christos Kosmas

Kann ein Glas Wein wirklich das Leben verändern?

0
Tenuta Golo Wein Montepulciano erleben Teambild Niall & Paari O’Toole

Tenuta Golo ist das Boutique-Weingut von Niall und Paari O’Toole in Montepulciano, das authentische Vino Nobile-Weine mit Leidenschaft, Handwerkskunst und nachhaltigem Weinbau verbindet

Was ist die Geschichte hinter Tenuta Golo, und wie entstand die Idee, ein Boutique-Weingut in Montepulciano zu gründen?

Wir sagen oft scherzhaft: Unsere Geschichte ist ganz einfach – eine „Boy meets Girl, Boy and Girl meet Vineyard“-Romantikkomödie!
Die Wahrheit ist allerdings etwas bodenständiger. Nach langen Karrieren im juristischen Bereich wollten wir beide unser Leben verändern. Also beschlossen wir, eine neunwöchige Auszeit zu nehmen – ohne Geräte, ohne soziale Medien, ohne Ablenkung.
Eines Abends, während wir auf einer Terrasse in der toskanischen Landschaft ein wunderbares Essen genossen, die Sonne unterging und wir ein schönes Glas Wein in der Hand hielten, sahen wir uns an und fragten: „Warum leben wir dieses Leben nicht einfach?“
Es dauerte drei Jahre und mehr als achtzig Besichtigungen, bis wir das richtige Anwesen fanden. Auf unserer Suche zog es uns immer wieder nach Montepulciano. Selbst wenn wir erschöpft zurückkehrten, wussten wir, dass uns dort eine gute Flasche Vino Nobile erwartete – und irgendwie fühlte es sich schon damals wie ein Zuhause an.

Was hat Sie dazu bewogen, die Region Montepulciano zu wählen – und insbesondere den Sangiovese-Klon Prugnolo Gentile?

Als wir hierherkamen, kannten wir ehrlich gesagt noch nicht die Unterschiede zwischen den verschiedenen Sangiovese-Klonen – dem Piccolo aus dem Chianti, dem Grosso aus Montalcino und unserem ganz eigenen Prugnolo Gentile in Montepulciano.
Wir sehen den Vino Nobile als eine wunderbare Verbindung zwischen dem Chianti Classico auf der einen und dem Brunello di Montalcino auf der anderen Seite. Natürlich ist es nicht leicht, wenn man zwei „Gorillas“ in der Nachbarschaft hat – vielleicht wird der Vino Nobile deshalb manchmal übersehen und sicher auch unterschätzt.
Wir sagen jedem, der das gesamte Spektrum des Sangiovese in der Toskana kennenlernen möchte: Man muss über die zwei Gorillas hinausschauen, um die edle Seele der Toskana zu entdecken. Und das ist natürlich der Vino Nobile di Montepulciano. (Das Consorzio würde uns für dieses Zitat lieben!)

Welche persönliche Verbindung haben Sie zum Weinmachen, und welche Rollen spielen Niall und Paari O’Toole in Ihrem Projekt?

Wir selbst hatten ursprünglich keine persönliche Verbindung zur Weinherstellung – aber wir sind seit vielen Jahren leidenschaftliche Weinliebhaber. Wenn wir in die Sprache unserer früheren Karrieren als Wirtschaftsanwälte zurückfallen, sagen wir gern: Diese Etappe unseres Lebens ist einfach ein Beispiel für vertikale Integration!
Niall und Paari O’Toole sind das kreative und technische Herz des Projekts. Niall bringt einen kompromisslosen Qualitätsanspruch mit, während Paari künstlerisches Gespür und ein echtes Verständnis für die Seele des toskanischen Weins einbringt. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass Tenuta Golo in jeder Flasche Präzision und Leidenschaft vereint.

Welche Philosophie verfolgt Tenuta Golo, wenn es darum geht, Tradition, Qualität und moderne Weinbereitung zu verbinden?

Eine großartige Frage! Tatsächlich stellen wir unseren Besuchern bei Verkostungen oft eine ganz ähnliche: Was ist wichtiger für einen großartigen Wein – Tradition oder Technologie? Die Antwort lautet natürlich: Beides.
Tradition ohne Qualität führt nirgendwohin. Gleichzeitig kann man keine wirklich großen Weine erzeugen, ohne die Tradition, die Methoden und die Handwerkskunst zu kennen und zu respektieren – und zu erkennen, wo man sie weiterentwickeln kann.
Wir sind ein sehr kleines Boutique-Weingut, und unser Leitsatz lautet: Qualität über alles. Selbstverständlich nutzen wir moderne Analysen und die neueste Technologie – aber immer im Dienst der Echtheit.
Zudem planen wir den Bau einer neuen Cantina, die es uns ermöglichen wird, das bei der Gärung entstehende CO₂ vollständig zurückzugewinnen. Gleichzeitig sind wir entschlossen, unseren ältesten Weinberg – inzwischen 80 Jahre alt – weiterhin zu pflegen. Sein Ertrag ist zwar gering, doch die Qualität ist einfach außergewöhnlich.

Wie vermitteln Sie Ihren Gästen durch Ihre Weine und Gastfreundschaft das authentische toskanische Erlebnis?

Natürlich stammen wir beide nicht aus der Toskana – aber wir erkennen Authentizität, wenn wir sie sehen und fühlen. Unser Ansatz, Besuchern ein wirklich authentisches toskanisches Erlebnis zu bieten, beginnt damit, selbst authentisch zu sein.
Wir geben uns nicht als etwas aus, das wir nicht sind. Wir sind ein kleines, engagiertes Team, das sich darauf konzentriert, außergewöhnliche Weine zu schaffen und Erlebnisse zu bieten, die informativ, lebendig und vor allem angenehm sind. Unser Ziel ist ganz einfach: dass unsere Gäste mit einem Lächeln, einer Geschichte – und dem Wunsch, wiederzukommen – nach Hause gehen.

Was unterscheidet Tenuta Golo von anderen Weingütern in der Region – was macht es einzigartig?

Ehrlich gesagt, das sind schwierige Fragen – und wir vermuten, dass sich jedes Weingut dasselbe fragt.
Wir sind nicht das einzige familiengeführte Boutique-Weingut in Montepulciano. Wir sind nicht die einzigen, die großartige Weine produzieren. Und wir können sicherlich nicht behaupten, leidenschaftlicher zu sein als unsere Nachbarn – erstens, weil wir sie zu sehr respektieren, und zweitens, weil wir das Wort leidenschaftlich für die Beschreibung unserer selbst verboten haben!

Dennoch gibt es einige Dinge, die uns unterscheiden. Zunächst sind wir gesegnet mit unserer Lage und der Qualität unseres Terroirs und unserer Reben. Wir haben ein fantastisches Team. Unser Fokus liegt auf unseren Kunden und ihrem Erlebnis: Es ist unsere Mission, sie zu herausragenden, fair kalkulierten Weinen zu führen – und dabei hoffentlich auch ein wenig Spaß zu haben.
Wir haben unsere Werte schriftlich festgehalten und leben sie als Unternehmen. Wir sprechen lieber mit unseren Kunden über ihren Geschmack und ihre Vorlieben als über uns selbst – auch wenn uns das nicht immer perfekt gelingt!

Wer ist Ihre Zielgruppe? Sprechen Sie vor allem Weinliebhaber, Sammler oder Reisende an, die ein intensives Weinguterlebnis suchen?

Die einfache Antwort lautet: alle oben genannten. Unser „Geschäftsmodell“, wenn man es so nennen möchte, besteht darin, die bestmöglichen Weine aus unserem Land zu erzeugen und dann genug Menschen zu finden, die sie genießen und in ausreichender Menge kaufen, um uns am Laufen zu halten.
Viele unserer Gäste sind relativ neu in der Weinwelt oder mit italienischem Wein noch nicht vertraut. Es macht uns große Freude, sie auf ihrer Entdeckungsreise zu begleiten. Wir passen unsere Verkostungserlebnisse sorgfältig an das Wissens- und Neugierniveau der Gäste an.
Wenn sie technische Details wünschen, sprechen wir gerne über französische versus slowenische Eiche, die Vor- und Nachteile von „punching down“ versus „pumping over“, Reifezeiten, künstliche Hefestämme, CO₂-Rückgewinnung und Wege, unseren CO₂-Fußabdruck nachhaltig zu reduzieren.
Wenn sie einfach den Wein genießen möchten, gehen wir auf unsere Panorama-Terrasse, nehmen die Aussicht in uns auf und erzählen hoffentlich unterhaltsame Geschichten.

Welche alltäglichen Herausforderungen begegnen Ihnen als kleines Boutique-Weingut, und wie gehen Sie damit um?

Die Wahrheit ist: Es ist schwer, ein Boutique-Weingut zu führen – und noch viel schwerer, ein neues Weingut aufzubauen, mit einem Vertriebsnetz sowohl in Italien als auch im Ausland. Es dauert seine Zeit, Stammkunden zu gewinnen und Direktverkäufe aufzubauen.
Wer weiß? Vielleicht haben wir eines Tages Glück, und George Clooney und seine Freunde schauen bei einer Verkostung vorbei und posten Fotos unserer Weine auf ihren Social-Media-Kanälen. George, falls du das liest – wir sind bereit für dich! Komm jederzeit, und bring bitte Julia Roberts mit.

In der Zwischenzeit werden wir weiterhin, Schluck für Schluck, unsere Weine präsentieren und promoten.
Die Bürokratie in Italien hat sich als deutlich herausfordernder erwiesen, als wir erwartet hatten, auch wenn uns alle im Voraus gewarnt haben. Man muss einfach kreativ sein und durchhalten.
Und tief im Herzen wissen wir: Selbst wenn wir die ganze Bandbreite der Schwierigkeiten gekannt hätten, hätten wir dieselbe Entscheidung getroffen. Man muss die Reise genießen – man kann nicht nur auf den perfekten Moment des Erfolgs warten (auch wenn er zufällig George und Julia beinhaltet!).
[Wenn Sie nach einem Titel für den Artikel suchen: „George Clooney ist bei Tenuta Golo herzlich willkommen!“]

Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Handwerkskunst in Ihrer Weinproduktion?

Es ist interessant, Nachhaltigkeit und Handwerkskunst miteinander zu verbinden, denn beide sind zentral für die Zukunft des Weins. Wie bereits erwähnt, umfasst unsere Planung den Bau einer neuen Cantina, die das während der Gärung entstehende CO₂ vollständig zurückgewinnen wird. Unser nächster Traktor wird elektrisch sein, und wir ersetzen nach und nach alle diesel- und gasbetriebenen Geräte durch Solar- und Batteriesysteme. Wir weigern uns, schwerere Flaschen als nötig zu verwenden, und überprüfen ständig unsere Verpackungen. Wir würden gerne Drohnen und KI einsetzen, um die Eingriffe im Weinberg zu reduzieren, doch einige dieser Projekte müssen aufgrund unserer umfangreichen To-do-Liste warten.

Handwerkskunst ist ebenso entscheidend. Wo fangen wir da an? Unser Önologe Emiliano Falsini und sein Team bringen außergewöhnliches Können in jeden Arbeitsschritt ein. Andrea Pisano, der Designer unserer Etiketten und Produkte, ist ein echtes Genie. Unser Agronom Stefano Dini und sein Team haben unseren Boden in nie dagewesener Bestform. Im Weinberg hat unser Team kürzlich alle Parzellen – außer der Vigna Vecchia – auf ein Guyot-System umgestellt und hervorragende Arbeit geleistet. Unsere Cantina ist stets makellos, und die tägliche Hingabe unseres Teams an den Wein ist wirklich inspirierend.

Wie stellen Sie sich die zukünftige Entwicklung von Tenuta Golo vor – gibt es neue Projekte oder Ideen in Planung?

Wir haben klare Pläne für Tenuta Golo, sowohl auf der Seite der Weinproduktion als auch für unser Agriturismo-Geschäft. Beides unterstützt sich gegenseitig und ist entscheidend für die langfristige Nachhaltigkeit des Unternehmens.
Wir haben gut durchdachte Pläne für eine neue Cantina, die eine null CO₂-Bilanz haben, aus nachhaltigen Materialien gebaut, energieautark sein und das gesamte bei der Gärung entstehende CO₂zurückgewinnen wird. Gleichzeitig möchten wir sicherstellen, dass unsere bestehenden Gebäude bestmöglich genutzt und wiederverwendet werden. Ein neues, glänzendes Gebäude mag zwar optisch ansprechender sein, doch in unseren bisherigen Strukturen ist CO₂ gespeichert – daher ist es wichtig, dass alles effizient genutzt wird.
Bleiben Sie gespannt – es gibt noch viel mehr zu erwarten!

Was treibt Sie persönlich an, Wein mit so viel Leidenschaft Tag für Tag zu machen?

Was treibt uns Tag für Tag an? Entschlossenheit, Begeisterung, unerschütterlicher Optimismus, schiere Hartnäckigkeit – und vor allem die große Freude und Zufriedenheit, wenn wir sehen, dass unsere Kunden unsere Weine genießen oder unsere Weine auf der Weinkarte eines Restaurants entdecken.
Für uns ist Weinmachen eine Lebensstilentscheidung — selbstverständlich eine nachhaltige —, aber vor allem geht es darum, die Reise zu genießen. Und falls wir jemals unglücklich sein wollten, könnten wir immer noch als Wirtschaftsanwälte arbeiten. (Und um das klarzustellen: das ist ebenfalls ein Scherz – wir waren wirklich gesegnet, die Karrieren gehabt zu haben, die wir hatten, und mit den Menschen arbeiten zu dürfen, mit denen wir arbeiten durften).

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründern geben, die mit einem kleinen, hochwertigen Produkt starten?

Drei Ratschläge? Gut, hier sind sie:
Wissen – Wissen Sie genau, was Sie erreichen wollen. Verstehen Sie, wer Sie sind, wofür Ihr Produkt steht, wer Ihre Zielgruppe ist und welche Fähigkeiten Sie entwickeln oder einkaufen müssen.
Geduld und Durchhaltevermögen – Schätzen Sie ein, wie lange es dauert, Ihre Ziele zu erreichen, und verdoppeln Sie diesen Zeitrahmen.
Kapital – Um Neil Diamond frei zu paraphrasieren: Geld mag nicht singen und tanzen, aber es spricht sehr wohl!
Und ein Bonus — nennen wir es #4 von 3: Wenn es schwierig wird, setzen Sie sich mit Ihren Liebsten und Freunden zusammen, öffnen Sie eine Flasche Tenuta Golo, und alles wird sich gleich besser anfühlen. Garantiert.

Bild Niall & Paari O’Toole @ Tenuta Golo

Wir bedanken uns bei Niall & Paari O’Toole für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Ist das die Zukunft unseres täglichen Proteins?

0
Better Nature Tempeh Protein neu entdecken Elin Roberts Better Nature

Better Nature entwickelt pflanzliche Proteine auf Tempeh-Basis und möchte gesunde, nachhaltige Ernährung für alle zugänglich machen

Was ist seit unserem letzten Gespräch 2023 bei euch passiert und welche Meilensteine habt ihr seitdem erreicht?

Seit 2023 haben wir wichtige Listungen gewonnen – im UK bei großen Einzelhändlern wie Tesco, Asda und Ocado und in Deutschland bei Rewe, Globus, Hit und Tegut. Wir sind jetzt schon in über 4.000 Verkaufsstellen in Europa vertreten, halten vier Patente und sind laut NielsenIQ 2025 die Nummer eins unter den Tempeh-Marken mit einem Marktanteil von 38 Prozent in Großbritannien und 30 Prozent in Deutschland. Mein Mitgründer Christopher Kong und ich wurden in die Forbes-Liste „30 unter 30 Europe“ aufgenommen. Zudem haben wir kürzlich 1,1 Mio. £ eingeworben, um Vertrieb, Marketing und neue Produktideen voranzutreiben.

Wie entwickelt sich eure Vision, bis 2030 500 Millionen Menschen mit Tempeh zu erreichen – seid ihr diesem Ziel nähergekommen?

Durch starkes Wachstum kommen wir dem Ziel näher – im zweiten Quartal 2025 sind wir im UK um 128 Prozent gewachsen, in Deutschland um 330 Prozent. Dazu kommen neue Listungen und die internationale Expansion – dieses Jahr haben wir in Österreich und Schweden gelauncht.
Ich bin überzeugt: Tempeh ist das Protein der Zukunft. Unsere Marke steht für „Superprotein“, also Protein, das mehr kann: viele Ballaststoffe, gut für den Darm, reich an Eisen, Kalzium und Antioxidantien. Wenn es ein besseres Protein gäbe, würden wir es genauso unterstützen. Aber bisher kommt nichts an Tempeh heran. Gesunde Ernährung, insbesondere Proteine und Darmgesundheit, sind große Trends. Darum ist es nur eine Frage der Zeit, bis Tempeh überall beliebt ist.

Ihr seid als B-Corp zertifiziert – was bedeutet diese Auszeichnung heute für euch im täglichen Handeln?

Vom ersten Tag an wollten wir unser Unternehmen als Kraft für das Gute nutzen, und die Zertifizierung als B-Corp ist ein wichtiges Teil des Puzzles. Sie steht für hohe Standards bei sozialer Verantwortung, Umwelt, Transparenz und Unternehmensführung – und leitet unser tägliches Handeln. Diese Werte prägen unsere Entscheidungen in allen Bereichen – von der Produktentwicklung bis zur Zusammenarbeit mit Partnern. Und wir spenden ein Prozent unseres Umsatzes zur Bekämpfung von Unterernährung in Indonesien – der Heimat von Tempeh.

Wie lief euer Markteintritt bei großen Handelsketten wie Tesco und welche Erfahrungen habt ihr dabei gesammelt?

Wir sind 2020 mit einer Omnichannel-Strategie gestartet – zuerst über Amazon UK, wo wir schnell zu einem Bestseller wurden, dann über unseren eigenen Online-Shop mit einer Wiederkaufsrate von rund 60 Prozent. Gleichzeitig haben wir mit Gastronomie-Großhändlern wie Bidfood und dem Kochbox-Anbieter Mindful Chef zusammengearbeitet. Darauf folgten die Listungen bei großen Einzelhändlern. Parallel dazu haben wir stark in den Markenaufbau investiert – in PR und Medienarbeit, digitalen Content, Influencer-Kooperationen und viele Verkostungen auf Events. Das hat uns enorm geholfen, Vertrauen aufzubauen und Tempeh bekannter zu machen.

Euer Sortiment wächst stetig – welche neuen Varianten oder Rezeptideen stehen aktuell im Fokus?

Wir haben unseren neuen, verbesserten Bio-Tempeh in Großbritannien gelauncht, Deutschland folgt nächstes Jahr: Durch eine andere Sojabohnensorte enthält der Tempeh jetzt noch mehr Eisen und sogar 44 Protein pro Packung – so viel wie 1 1/3 Hühnerbrust. Außerdem arbeiten wir an neuen Sorten, die schon mariniert sind. Damit wollen wir Tempeh noch schmackhafter und zugänglicher machen, damit der Umstieg von Hähnchen jedem leicht fällt.

Wie positioniert ihr euch gegenüber anderen pflanzlichen Proteinprodukten, gerade im Hinblick auf Natürlichkeit und Nachhaltigkeit?

Tempeh ist ein zu 100 Prozent natürliches, kaum verarbeitetes, nährstoffreiches Nahrungsmittel – mit viel Eiweiß, vielen Ballaststoffen und vielen Vorteilen für den Darm. Durch die Fermentation ist Tempeh leicht verdaulich, er nimmt Aromen sehr gut auf und ist im Alltag so vielseitig wie Hähnchen – bei gleichem Eiweißgehalt. Gleichzeitig ist Tempeh viel nachhaltiger: im Vergleich zu Rindfleisch verursacht er 94 Prozent weniger CO₂, benötigt nur ein Viertel der Energie und deutlich weniger Land und Wasser.

Was war die größte Herausforderung in den letzten Monaten und welche Learnings habt ihr daraus gezogen?

Vor allem Aufklärung. Wenn Menschen ein Produkt nicht kennen, ist es weniger wahrscheinlich, dass sie es kaufen. Und in der kurzen Zeit, in der man die Aufmerksamkeit der Kunden hat, kann man nicht alles erklären. Deshalb muss man zuerst ihre Neugier wecken, damit sie mehr erfahren wollen. Das ist bei Tempeh doppelt schwer: Erstens, weil er vielen völlig fremd ist, und zweitens, weil es so viele Dinge gibt, die wir bei Tempeh hinausposaunen können – vom Protein- und Ballaststoffgehalt über seine Vielseitigkeit bis zu pflanzlich, zu 100 Prozent natürlich und so weiter. Deshalb analysieren wir jeden Markt genau und passen unsere Kernbotschaft an. In Großbritannien steht der Einsatz im Vordergrund, also sagen wir: „Gib dem Hähnchen heute frei.“ In Deutschland zählt mehr die Funktion, also sagen wir: „Protein-Power pur.“

Wie stellt ihr Transparenz bei eurer Lieferkette und der Herkunft der Zutaten sicher?

Tempeh wird traditionell aus nur drei Zutaten hergestellt: Sojabohnen, Wasser und eine Starterkultur. Um Temperatur und Dauer der Fermentation genau zu kontrollieren, nutzen wir Fermentationskammern. Danach pasteurisieren wir den Tempeh, um die Haltbarkeit zu verlängern und ihn für den Handel bereitzumachen – bei minimaler Verarbeitung. Wir verwenden nachhaltig angebaute, gentechnikfreie Sojabohnen aus Kanada, Lebenszyklusanalysen von MyEmissions zeigen unseren sehr niedrigen Fußabdruck.

Wo seht ihr die größten Chancen für Wachstum und Innovation?

Für uns geht es darum, die beste Alternative zu Hähnchen zu sein – ohne es zu imitieren. Je einfacher wir den Umstieg von Hähnchen auf Tempeh machen, desto größer ist unser Potenzial zu wachsen. Hähnchen gehört zu den meistgegessenen Fleischarten in Europa. Der Markt für Geflügel soll 2025 einen Wert von fast 57 Milliarden Dollar erreichen. Wir haben viele Ideen, wie wir das schaffen, und sind gespannt, wohin die Reise uns führt.

Was ist Deine Vision von Better Nature?

In den nächsten fünf Jahren wollen wir in weitere europäische Märkte und in die USA expandieren. Unser langfristiges Ziel ist klar: Wir wollen Hähnchen als Standard-Protein herausfordern. Wenn Menschen an gesundes Protein denken, sollen sie automatisch an Better Nature denken.

Bild @ Better Nature

Wir bedanken uns bei Elin Roberts für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wird KI die Zukunft der Eventplanung wirklich einfacher machen?

0
eventpage.ai macht Events mit KI einfacher eventpage.ai - Lasse Schmidt, Julian Wendorf

eventpage.ai ist eine KI-gestützte Plattform, die Eventplanung vereinfacht und professionelle Veranstaltungen für alle zugänglich macht

Wie würden Sie eventpage.ai in wenigen Sätzen beschreiben – was steckt hinter der Idee einer KI-gestützten Eventplattform?

eventpage.ai ist ein KI-Tool für die einfachste Eventplanung der Welt, mit dem die Organisation von Events für jeden so einfach und intuitiv wie nie zuvor ist. Damit ist eventpage.ai das erste Tool, das den Eventbereich mit KI auf einzigartige Weise zusammenbringt und die Eventplanung auf einem neuen Level demokratisiert.

Was war der Auslöser für die Gründung – gab es ein persönliches Erlebnis oder ein Problem in der Eventbranche, das Sie lösen wollten?

Wir LIEBEN Events und alles, was dazu gehört. Irgendwann haben wir uns gefragt, warum eigentlich immer alle Veranstaltungen mit E-Mails, Excel-Listen, Whatsapp-Gruppen, Google Forms oder überteuerten, komplexen und wenig innovativen Tools geplant werden. Nach einigen Überlegungen und Diskussionen haben wir dann beschlossen, uns dem Problem anzunehmen, um die Eventplanung zu demokratisieren. Ähnlich wie es Canva mit Design gemacht hat – einfach zugänglich, über ein bezahlbares, intuitives Tool, das professionelle Ergebnisse für jede Art und Größe von Events liefert.

Welche Art von Veranstaltungen profitiert am meisten von Ihrer Plattform, und wie unterscheiden sich die Bedürfnisse Ihrer Nutzergruppen?

Mit eventpage.ai können KI-automatisiert Einladungen gemanagt und beworben werden – sowohl im beruflichen als auch im persönlichen Kontext. Mit einem eigenen AppStore lassen sich Events flexibel skalieren. Dazu gehören beispielsweise Funktionen wie eine kostenlose Ticketing-App ohne Plattformgebühr und KI-Apps wie To-Do Listen, Briefings und der passenden Location.

KI spielt bei eventpage.ai eine zentrale Rolle. Wie genau unterstützt künstliche Intelligenz die Veranstalter bei ihrer täglichen Arbeit?

Die Plattform vereint Funktionen von bekannten Tools wie ChatGPT, Canva oder Mailchimp und erstellt auf Basis eines schnellen, individuellen Briefings personalisierte, individuell designte Eventseiten in wenigen Klicks. In der Verbindung von KI und Eventplanung liegt eine Welt voller ungenutzter Möglichkeiten. Nehmen wir die Gestaltung von Bildern, die Generierung von Texten oder Vorschläge in Richtung einer stimmigen Brand-CI – bisher steckt dahinter ein aufwendiger Prozess, in den viel Zeit von mehreren Teammitgliedern fließt. Unsere Idee ist es, mit eventpage.ai eine einfache Lösung für all die Anforderungen zu bieten, vor denen professionelle und private Eventplaner stehen.

Viele Eventtools decken nur einzelne Bereiche ab. Was macht eventpage.ai anders und warum setzen Sie auf eine All-in-One-Lösung?

Der Markt bietet viele spezialisierte Lösungen, sei es für Einladungsmanagement, Gästelisten oder Event-Marketing. Gleichzeitig gibt es KI-Tools, die Impulsgeber für allgemeine Themen sind. Was bisher fehlt, ist eine Plattform, die diese Funktionen in Richtung Eventplanung vereint und dabei so zugänglich ist, dass sie auch von Personen genutzt werden kann, die keine Profis in der Organisation von Veranstaltungen sind.
Viele bestehende Lösungen sind entweder technisch zu komplex, zu teuer oder auf sehr spezifische Anwendungsfälle beschränkt.

Die Idee hinter eventpage.ai war, eine Plattform zu entwickeln, die alle zentralen Aspekte der Eventplanung vereint – von Gästelisten und Check-in über Branding bis hin zu Kommunikation und Reporting – und dabei intuitiv und sofort nutzbar bleibt.
Wir wollten ein Tool schaffen, das so leistungsstark ist wie eine professionelle Eventsoftware, aber so einfach zu bedienen wie Canva oder Notion.
eventpage.ai verbindet Elemente aus Design-, Automations- und KI-Tools und überträgt sie auf den Eventkontext – etwas, das Vibe-Coding-Lösungen wie Lovable nicht abbilden können, weil sie keine domänenspezifische Logik (z. B. Teilnehmermanagement, Zugangsrechte, QR-Workflows, DSGVO-Prozesse) mitbringen.

Wie stellen Sie sicher, dass trotz Automatisierung die persönliche Note und das individuelle Branding eines Events erhalten bleiben?

Wir haben bei eventpage.ai bewusst darauf geachtet, dass Automatisierung keineswegs das Kreative und das Persönliche ersetzt – im Gegenteil: Sie schafft Freiraum für genau diese Aspekte. Nutzerinnen und Nutzer können ihr eigenes Branding mit Logo, Farben, Domain und E-Mail-Absender abbilden – also die Plattform passt sich dem Event an, nicht umgekehrt. Außerdem braucht die KI Unterstützung bei der Text- und Bilderstellung durch ein gutes Briefing vom Veranstaltenden und liefert Vorschläge, keine fertigen Konzepte.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell am häufigsten – technologisch, organisatorisch oder im Markt selbst?

Die Balance zwischen Benutzerfreundlichkeit und Funktionsvielfalt war eine der größten Herausforderungen. Eine Plattform zu schaffen, die komplexe Anforderungen erfüllt und dabei gleichzeitig so intuitiv bleibt, dass sie ohne Vorkenntnisse genutzt werden kann, war ein ständiger Entwicklungsprozess. Das Feedback der ersten Nutzer war dabei besonders wertvoll, um die richtige Balance zu finden. Durch unsere unterschiedlichen Versionen von kostenlosen Optionen bis hin zu Upgrade-Funktionen haben wir gute Lösungen gefunden, sodass ziemlich alle Bedürfnisse auf unterschiedlichen Levels abgedeckt werden können.

Wie wichtig ist das Thema Datenschutz und DSGVO-Konformität für Sie, insbesondere im Umgang mit Gästedaten und Ticketing?

Datenschutz und DSGVO-Konformität sind für uns nicht nur Pflicht, sondern die Grundlage des Vertrauens unserer Kund:innen. Bei eventpage.ai verarbeiten wir sämtliche Daten ausschließlich nach europäischen Datenschutz-Standards und hosten alle Systeme auf Servern in Deutschland.
Auch unsere KI-Funktionen arbeiten ausschließlich mit anonymisierten oder pseudonymisierten Daten. Persönliche Informationen werden weder für Trainingszwecke genutzt noch an Dritte weitergegeben. So bleibt die Verarbeitung sicher, nachvollziehbar und voll DSGVO-konform.

Wo sehen Sie eventpage.ai in den nächsten Jahren. Gibt es Pläne, das Angebot oder die Funktionen deutlich auszubauen?

Unser Ziel ist es, die Art und Weise, wie Events geplant und erlebt werden, grundlegend zu verändern.
Mit dem neu gewonnenen Kapital konzentrieren wir uns auf die Skalierung des Geschäftsmodells und die Festigung unserer Marktführerschaft im deutschsprachigen Raum.
Langfristig soll eventpage.ai ein Synonym für zugängliche und stressfreie Eventplanung werden – so wie Canva im Designbereich. Dabei denken wir Events als Teil eines vernetzten Ecosystems: Über eine wachsende Zahl von (KI-gestützten) Micro-Apps erschließen wir sukzessive neue Bereiche wie Community-Management, Spaces und Belegungsplanung, Networking oder Genehmigungsprozesse. So entsteht Schritt für Schritt eine integrierte Plattform, die nicht nur einzelne Events digitalisiert, sondern ganze Event-Ökosysteme verbindet – von der ersten Idee bis zur langfristigen Community.

Was hat Sie bei der Entwicklung der Plattform am meisten überrascht – gab es Erkenntnisse, die Sie so nicht erwartet hätten?

Eine Erkenntnis, die uns besonders überrascht hat: Wie breit das Bedürfnis nach einer intuitiven, KI-gestützten Eventplattform ist – und zwar nicht nur bei großen Agenturen oder Corporates, sondern auch beim Mittelstand, kleinen Veranstaltenden, Vereinen und Privatpersonen. Schon früh im Markt fanden wir heraus, dass Excel-Listen, WhatsApp-Gruppen oder standardisierte Tools viele Nutzerinnen und Nutzer verzweifeln lassen. Darüber hinaus war es erstaunlich, wie rasch sich Nutzer-Feedback in der Produktentwicklung auszahlt: In wenigen Monaten konnten wir in Pilotprojekten von bekannten Marken bereits signifikantes Umsatz- und Nutzungswachstum sehen.

Wie verändert sich Ihrer Meinung nach die Eventbranche durch KI und Automatisierung in den kommenden Jahren?

Eventplanung ist oft eine komplexe und zeitintensive Aufgabe: von Gästelisten über Einladungen bis hin zu Marketing und Logistik. Genau hier zeigt KI ihre Stärke. Sie kann ausgewählte Aufgaben übernehmen, Daten analysieren, intelligente Vorschläge machen und den organisatorischen Aufwand minimieren. Gleichzeitig bleibt der kreative Kern, der Events einzigartig macht, unangetastet. KI ermöglicht es, den Fokus auf die Gestaltung der besonderen Momente zu legen, die ein Event ausmachen.
Ganz wichtig ist uns jedoch, dass KI beim Thema Eventplanung unterstützen soll, nicht ersetzen. Die persönlichen, zwischenmenschlichen und kreativen Entscheidungen bleiben unverzichtbar. Die Technologie übernimmt die zeitaufwändigen, repetitiven Aufgaben, sodass mehr Raum für die Gestaltung und die emotionale Komponente eines Events bleibt.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben, die ein technologiegetriebenes Produkt entwickeln wollen?

Wir haben schnell eine erste Version auf den Markt gebracht und wichtige Insights gesammelt – damit sind wir dann direkt auf potentiellen Kunden aus unserem Agenturnetzwerk zugegangen, denn vor allem der Mehrwert des Tools für Business-Cases lag für uns von Anfang an auf der Hand. Das Feedback unserer Kunden war extrem gut – sie wollten das Tool tatsächlich direkt nutzen und waren begeistert, wie einfach alles damit war. Einen ähnlichen praxisorientierten Prozess würden wir jedem Gründer und jeder Gründerin empfehlen, um sicherzustellen, die Bedürfnisse des Marktes im Blick zu haben.

Bild @ eventpage.ai

Wir bedanken uns bei Lasse Schmitt und Julian Wendorf für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

KI-Tools für Gründer – wie künstliche Intelligenz den Startup-Alltag erleichtert

0
KI Tools für Gründer verändern die Arbeitswelt. Erfahre, wie künstliche Intelligenz im Startup zu mehr digitaler Effizienz und Erfolg führt. Image by StartupStockPhotos from Pixabay

Technologie hat die Gründerszene schon immer geprägt, doch selten war ihr Einfluss so tiefgreifend wie heute. KI Tools für Gründer, neue Plattformen und smarte Automatisierung verändern, wie Startups planen, kommunizieren und skalieren. Künstliche Intelligenz im Startup ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Alltag – und wer sie richtig nutzt, gewinnt Zeit, Qualität und Fokus.

Der digitale Assistent im Gründeralltag

Kaum ein Gründerteam arbeitet heute ohne digitale Unterstützung. Von Finanzplanung über Social-Media-Strategie bis hin zur Kundenanalyse – Künstliche Intelligenz kann in fast jedem Bereich Mehrwert schaffen.

KI Tools für Gründer übernehmen repetitive Aufgaben, strukturieren Daten oder liefern Entscheidungshilfen in Sekunden. Das spart nicht nur Zeit, sondern ermöglicht, dass sich Teams auf das Wesentliche konzentrieren: Innovation, Produktentwicklung und Kundenbeziehungen.

Gerade in der Frühphase, wenn Ressourcen knapp sind, wirkt KI wie ein zusätzlicher Teamplayer. Tools wie ChatGPT, Notion AI oder Jasper helfen bei Content-Erstellung, während Plattformen wie Runway oder Synthesia Videos automatisieren. Für die Buchhaltung übernehmen Systeme wie Lexoffice mit KI-gestützter Belegerkennung einen Großteil der Arbeit.

Künstliche Intelligenz Startup – der neue Wettbewerbsfaktor

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Startup ist längst kein Nice-to-have mehr, sondern ein strategischer Wettbewerbsvorteil. Startups, die KI verstehen und sinnvoll integrieren, agieren schneller, datengetriebener und effizienter als die Konkurrenz.

KI kann Marktchancen identifizieren, Kundensegmente analysieren oder Wachstumsprognosen in Echtzeit erstellen. Besonders im Marketingbereich eröffnet sie enorme Potenziale: Ob automatisierte Kampagnenoptimierung, personalisierte Newsletter oder SEO-Analysen – KI hilft, Streuverluste zu minimieren und Zielgruppen gezielter anzusprechen.

Ein Beispiel: Ein E-Commerce-Startup aus München nutzte ein KI-Tool, das anhand von Kundendaten passende Produktempfehlungen ausspielt. Das Ergebnis: 25 % mehr Umsatz durch personalisierte Ansprache – ohne zusätzliches Marketingbudget.

Doch der eigentliche Mehrwert liegt tiefer: KI verändert nicht nur Prozesse, sondern auch Entscheidungen. Gründer:innen, die sich auf datenbasierte Erkenntnisse stützen, treffen strategischere, risikoärmere Entscheidungen.

Digitale Effizienz – wenn Technologie Arbeitskultur prägt

Die besten Tools nützen nichts, wenn sie nicht richtig eingesetzt werden. Digitale Effizienz bedeutet, Technologie in den Arbeitsalltag zu integrieren, ohne den menschlichen Faktor zu verlieren.

KI kann Routinearbeiten automatisieren – aber sie ersetzt nicht Kreativität, Empathie oder Unternehmergeist. Erfolgreiche Gründer:innen kombinieren beides: technologische Präzision und menschliche Intuition.

Das Ziel ist nicht, alles zu automatisieren, sondern intelligente Schnittstellen zu schaffen, die Zeit und Energie freisetzen. So wird aus „mehr Technik“ tatsächlich „mehr Menschlichkeit“.

Viele Startups entwickeln inzwischen eigene Guidelines für den KI-Einsatz – etwa klare Regeln, wann automatisiert wird und wann persönliche Entscheidung gefragt ist. Diese Balance prägt die neue Gründerkultur.

Chancen und Herausforderungen

Die Vorteile liegen auf der Hand: höhere Geschwindigkeit, geringere Kosten, mehr Flexibilität. Doch auch Risiken sind real. Wer KI nutzt, muss Datenschutz, Bias und Transparenz im Blick behalten.

Ein künstliche Intelligenz Startup steht vor der Herausforderung, technische Innovation mit ethischer Verantwortung zu verbinden. Gerade bei sensiblen Kundendaten oder automatisierten Entscheidungen braucht es klare Richtlinien.

Transparenz wird zum neuen Qualitätsmerkmal. Startups, die offenlegen, wie sie KI einsetzen, schaffen Vertrauen bei Kund:innen und Investor:innen.

KI als Teammitglied – neue Formen der Zusammenarbeit

Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Arbeitsprozesse, sondern auch Teamstrukturen. KI wird zum stillen Mitarbeiter: zuverlässig, analytisch, immer verfügbar.

Doch die beste Technologie entfaltet ihr Potenzial erst in Kombination mit menschlicher Kreativität. Viele Gründer:innen nutzen KI als Sparringspartner – für Ideenfindung, Textentwürfe oder strategische Szenarien. Das führt zu neuen Formen der Zusammenarbeit, in denen Mensch und Maschine gemeinsam Lösungen entwickeln.

Diese Entwicklung bringt auch kulturelle Veränderungen mit sich. Führung wird stärker zur Moderation zwischen Mensch und Technologie. Gründer:innen werden zu Kurator:innen, die entscheiden, wo KI echten Mehrwert schafft und wo menschliches Gespür unverzichtbar bleibt.

Digitale Effizienz als Zukunftskompetenz

In einer Zeit, in der Startups immer agiler und digitaler werden, wird digitale Effizienz zur Schlüsselkompetenz. Sie beschreibt die Fähigkeit, Technologie sinnvoll einzusetzen, Prozesse zu optimieren und gleichzeitig kreative Freiräume zu bewahren.

KI Tools für Gründer bieten dabei die Basis – aber die eigentliche Kunst besteht darin, sie strategisch zu orchestrieren. Erfolgreiche Gründer:innen lernen, KI nicht nur zu nutzen, sondern zu verstehen.

Workflows, die gestern manuell liefen, können heute automatisiert und morgen intelligent gesteuert werden. Das spart Ressourcen und ermöglicht es, sich wieder auf den Kern des Unternehmertums zu konzentrieren: Ideen verwirklichen.

Fazit

KI Tools für Gründer sind längst kein Zukunftsversprechen mehr, sondern ein realer Erfolgsfaktor. Künstliche Intelligenz im Startup ermöglicht schnellere Entscheidungen, neue Geschäftsmodelle und messbare Effizienz.

Doch die wahre Stärke liegt im Zusammenspiel von Technologie und Haltung. Digitale Effizienz entsteht, wenn KI den Menschen unterstützt – nicht ersetzt. Gründer:innen, die das verstehen, gestalten die Zukunft des Arbeitens: intelligent, empathisch und nachhaltig.

Bild: Image by StartupStockPhotos from Pixabay

Purpose Economy – warum Werte das neue Kapital sind

0
Purpose Economy zeigt, wie werteorientiertes Gründen und nachhaltige Unternehmensführung den Unternehmenserfolg der Zukunft prägen. Image by Dorothe Wouters from Pixabay

Immer mehr Gründerinnen und Gründer fragen sich nicht nur, was sie tun, sondern warum. In einer Welt, in der Produkte und Dienstleistungen austauschbar geworden sind, wird Haltung zum echten Unterscheidungsmerkmal. Die Purpose Economy, das Prinzip des werteorientierten Gründens und die Idee der nachhaltigen Unternehmensführung zeigen, dass Sinn das neue Kapital der Zukunft ist.

Vom Profitdenken zur Sinnökonomie

Die Zeiten, in denen Erfolg ausschließlich in Umsatzzahlen gemessen wurde, gehen zu Ende. Immer mehr Startups erkennen, dass reiner Profit nicht reicht, um langfristig zu bestehen. Kunden, Mitarbeitende und Investoren erwarten heute Haltung, Verantwortung und Transparenz.

Die Purpose Economy beschreibt diesen Wandel: eine Wirtschaft, die auf Sinn, Werte und Wirkung baut. Unternehmen, die nach diesem Prinzip handeln, fragen sich nicht nur, wie sie wachsen, sondern wofür.

In dieser neuen Ökonomie stehen soziale Verantwortung, ökologische Nachhaltigkeit und ethisches Handeln im Mittelpunkt. Wachstum wird dabei nicht aufgegeben, sondern neu definiert – als Balance zwischen wirtschaftlichem Erfolg und gesellschaftlicher Wirkung.

Werteorientiertes Gründen – wenn Visionen Verantwortung tragen

Werteorientiertes Gründen bedeutet, ein Unternehmen auf Basis von Überzeugungen zu führen – nicht auf kurzfristige Gewinne ausgerichtet, sondern auf langfristige Wirkung.

Gründer:innen, die diese Haltung verkörpern, wissen, dass Verantwortung kein Zusatz ist, sondern Teil der DNA ihres Unternehmens. Sie fragen sich: Welchen Beitrag leistet mein Unternehmen für die Gesellschaft? Wie beeinflusst mein Handeln Umwelt, Mitarbeitende und Kund:innen?

Ein bekanntes Beispiel ist das Hamburger Unternehmen Viva con Agua, das mit jedem verkauften Produkt den Zugang zu sauberem Trinkwasser fördert. Hier wird Business zum Mittel, um soziale Veränderung voranzutreiben – nicht zum Selbstzweck.

Werteorientiertes Gründen schafft Vertrauen und Bindung. Marken mit Haltung ziehen nicht nur Kund:innen, sondern auch Talente an, die dieselben Werte teilen.

Nachhaltige Unternehmensführung – Verantwortung als Wettbewerbsvorteil

Nachhaltige Unternehmensführung ist weit mehr als ein CSR-Bericht oder ein grünes Etikett. Sie beschreibt eine strategische Denkweise, die ökologische, soziale und ökonomische Ziele miteinander verbindet.

Startups, die nachhaltig geführt werden, denken in Kreisläufen statt in Quartalen. Sie setzen auf faire Lieferketten, ressourcenschonende Prozesse und langfristige Beziehungen. Das zahlt sich aus: Unternehmen mit klarer Nachhaltigkeitsstrategie sind widerstandsfähiger in Krisen und attraktiver für Investor:innen.

Auch für die Startup-Szene ist das relevant. Wer frühzeitig Verantwortung integriert, schafft Strukturen, die Wachstum stabilisieren. Nachhaltigkeit ist kein Hindernis, sondern der Schlüssel zu Glaubwürdigkeit.

Ein Beispiel: Ein Berliner Mode-Startup produziert ausschließlich mit recycelten Materialien und transparenten Lieferketten. Es wächst langsamer – aber gesünder. Statt schnellem Profit entsteht ein stabiler, vertrauensvoller Markenaufbau.

Purpose Economy als kultureller Wandel

Die Purpose Economy verändert nicht nur Geschäftsmodelle, sondern auch Unternehmenskultur. Mitarbeitende wollen heute mehr als Gehalt – sie wollen Sinn. Besonders junge Generationen identifizieren sich mit Unternehmen, deren Werte sie teilen.

Für Gründer:innen bedeutet das: Purpose ist kein Marketingtool, sondern ein Führungsprinzip. Teams, die den Sinn hinter ihrer Arbeit verstehen, sind motivierter, kreativer und loyaler.

Auch Investoren reagieren auf diesen Trend. Impact Investing – also Kapitalanlagen in Unternehmen mit gesellschaftlicher Wirkung – wächst rasant. Geld folgt zunehmend den Werten, nicht nur den Zahlen.

Werte als strategisches Fundament

Ein klar definierter Purpose ist wie ein innerer Kompass. Er hilft, Entscheidungen zu treffen, Prioritäten zu setzen und Krisen zu überstehen. Werteorientiertes Gründen führt zu einer konsequenteren Markenführung und stärkt die interne Kohärenz.

Unternehmen, die nach ihren Werten handeln, müssen weniger kommunizieren – sie werden erlebt. Das schafft Authentizität und Differenzierung.

Gerade im Wettbewerb um Aufmerksamkeit zählt Glaubwürdigkeit mehr als Lautstärke. Kunden erkennen schnell, ob ein Unternehmen wirklich nach seinen Werten lebt oder nur so tut. Die Purpose Economy belohnt Authentizität.

Nachhaltige Unternehmensführung als Zukunftsstrategie

In einer Zeit globaler Herausforderungen – Klimawandel, soziale Ungleichheit, digitale Transformation – ist Verantwortung kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Nachhaltige Unternehmensführung verbindet Innovation mit Ethik und zeigt, dass Zukunftsfähigkeit auf Bewusstsein basiert.

Die Unternehmen von morgen sind nicht die größten, sondern die glaubwürdigsten. Sie erkennen, dass Wachstum ohne Sinn leer bleibt – und Sinn ohne Struktur wirkungslos.

Fazit

Die Purpose Economy ist mehr als ein Trend – sie ist der Beginn einer neuen Gründerära. Werteorientiertes Gründen und nachhaltige Unternehmensführung zeigen, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung zusammengehören.

Gründer:innen, die nach Sinn statt nach Schlagzeilen streben, schaffen Marken, die bleiben. Denn Kapital misst heute mehr als Umsatz – es misst Vertrauen.

Image by Dorothe Wouters from Pixabay

Neueste Beiträge

Andenkraft Yacon aus den Anden bei Höhle der Löwen Justinian Gomez Moreno präsentiert mitAndenkraft Lebensmittel aus der peruanischen Yacon-Wurzel. Er erhofft sich ein Investment von 60.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Was hat es mit dieser fast vergessenen Pflanze auf sich?

0
Andenkraft verbindet traditionelles Wissen aus den Anden mit modernen, alltagstauglichen Produkten auf Basis von Yacon. Am 23. Februar 2026 präsentiert das Startup seine Vision in der Höhle der Löwen.