Samstag, Mai 23, 2026
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Warum Wettbewerbsdaten ein echter Gamechanger für CRM-Kampagnen sind

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Kampagnen im Markt und CRM richtig steuern Gastautor Heiko Guksch

Planung von CRM Kampagnen im Marktumfeld

CRM-Kampagnen werden oft weit im Voraus geplant. Newsletter und Push-Nachrichten folgen festen Kalendern, Aktionen werden abgestimmt und Inhalte vorbereitet. Im Mittelpunkt stehen dabei häufig Themen, Versandzeitpunkte und Zielgruppen.
Was dabei oft unterschätzt wird, ist der Einfluss des Marktes auf genau diese Entscheidungen.

Kampagnen finden nie ohne den Kontext des Marktes statt. Während ein Unternehmen eine Aktion kommuniziert, laufen parallel zahlreiche andere Kampagnen. Wettbewerber senden Newsletter, spielen Push-Kampagnen aus und setzen gezielt Incentives wie Rabatte, Gutscheine oder zeitlich begrenzte Angebote.
Diese Aktivitäten beeinflussen direkt, wie die eigene Kampagne wahrgenommen wird.

Warum Performance immer relativ ist

Öffnungsraten, Klicks und Conversions werden häufig isoliert betrachtet. Dabei hängen diese Kennzahlen stark davon ab, welche Angebote Nutzer gleichzeitig sehen.
Ein typisches Beispiel: Ein Newsletter mit 20 Prozent Rabatt kann solide performen. Wenn jedoch mehrere Wettbewerber parallel mit 30 Prozent oder zusätzlichen Gutscheinen werben, verändert sich die Erwartungshaltung. Das eigene Angebot wirkt schwächer, obwohl es intern unverändert ist.

Das gleiche gilt für Push-Kampagnen. Wenn Nutzer mehrere Angebote mit ähnlichen oder besseren Incentives erhalten, sinkt die Aufmerksamkeit.
Ohne Sicht auf diese Dynamik werden falsche Schlüsse gezogen. Kampagnen werden angepasst, obwohl das eigentliche Problem im Marktumfeld liegt.

Warum Benchmarking im CRM entscheidend ist

Viele Entscheidungen rund um Promotions basieren auf Erfahrungswerten. Wie hoch sollte ein Rabatt sein? Wann lohnt sich ein zusätzlicher Gutschein? Welche Mechaniken funktionieren aktuell?
Ohne externe Referenzpunkte bleiben diese Fragen unscharf.

Wettbewerbsdaten liefern genau diese Orientierung. Sie zeigen, welches Rabattniveau im Markt üblich ist, welche Incentives eingesetzt werden und wie häufig solche Aktionen kommuniziert werden.
Dadurch entstehen realistische Benchmarks. Teams können besser einschätzen, ob sie unter-, auf- oder über Markt agieren. Entscheidungen zu Rabatten, Gutscheinen oder Kampagnenmechaniken werden fundierter getroffen.

Warum Timing oft wichtiger ist als die Aktion selbst

Im CRM wird Timing häufig unterschätzt. Kampagnen werden nach internen Plänen versendet, ohne zu berücksichtigen, was parallel im Markt passiert.
Dabei entscheidet der Zeitpunkt oft darüber, wie stark eine Kampagne wirkt. Wenn mehrere Wettbewerber gleichzeitig große Rabattaktionen oder Gutschein-Kampagnen fahren, steigt die Konkurrenz um Aufmerksamkeit. Selbst gute Angebote können in solchen Phasen untergehen.

Gleichzeitig entstehen Chancen in ruhigeren Zeitfenstern. Wenn weniger Aktionen im Markt laufen, fallen Kampagnen stärker auf und erzielen mehr Wirkung.
Erfolgreiche Teams vermeiden bewusst solche Überschneidungen. Sie nutzen Zeitfenster, in denen weniger Wettbewerbsdruck herrscht, oder reagieren gezielt auf Marktbewegungen.

Der richtige Zeitpunkt kann eine durchschnittliche Kampagne deutlich verbessern. Schlechter Zeitpunkt kann eine gute Aktion abschwächen.

Wettbewerb als Quelle für Themen und Mechaniken

Wettbewerbsaktivitäten zeigen nicht nur, wann Kampagnen laufen, sondern auch, welche Inhalte und Mechaniken im Markt funktionieren.
Welche Produkte werden gepusht? Welche Rabattmodelle werden genutzt? Und welche Themen stehen im Fokus? Wenn mehrere Unternehmen ähnliche Ansätze verfolgen, deutet das auf zugrunde liegende Muster hin.

Das können saisonale Effekte, Events oder verändertes Nutzerverhalten sein. Diese Signale helfen dabei, Kampagnen besser einzuordnen und gezielter zu planen.
Viele erfolgreiche Kampagnen entstehen nicht aus dem Nichts. Sie greifen bestehende Marktbewegungen auf und übersetzen sie in eigene Aktionen.

Warum Reaktionsfähigkeit im CRM zum Vorteil wird

CRM-Kanäle wie Newsletter und Push bieten einen entscheidenden Vorteil: Geschwindigkeit. Kampagnen lassen sich vergleichsweise schnell anpassen oder neu aufsetzen.
Das ermöglicht es, auf Wettbewerbsaktionen zu reagieren. Startet ein Wettbewerber eine aggressive Rabattkampagne, kann es sinnvoll sein, die eigene Kommunikation anzupassen. Entstehen Lücken im Markt, können diese gezielt genutzt werden.

Marketing wird dadurch dynamischer. Entscheidungen orientieren sich stärker an der aktuellen Situation und weniger an starren Plänen.

Warum Kontext den Unterschied macht

Einzelne Wettbewerbsaktionen sind hilfreich. Ihren vollen Wert entfalten sie jedoch erst im richtigen Kontext.
Erst in Kombination mit Faktoren wie Saisonalität, Events oder allgemeinen Marktbewegungen entsteht ein vollständiges Bild. Es wird sichtbar, warum bestimmte Kampagnen zu einem bestimmten Zeitpunkt stattfinden und welche Dynamiken dahinterstecken.

Für Marketingteams bedeutet das: CRM-Kampagnen sind nicht nur ein Kanal zur Ausspielung, sondern Teil eines größeren Marktgeschehens.

Die zentrale Erkenntnis ist klar:
Die Wirkung von Kampagnen wird nicht nur intern bestimmt. Sie wird maßgeblich durch das beeinflusst, was gleichzeitig im Markt passiert.

Wer diese Dynamiken versteht und systematisch in seine Planung integriert, trifft bessere Entscheidungen und steigert langfristig die Wirkung seiner Kampagnen.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum verlieren selbst starke Marken die Kontrolle über ihren Content?

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Open Wonder KI für Marke und Content im Einsatz Bild V.l.n.r. Johannes Ritzel, Tim Herzog und Marcel Schulz. Fotograf: Manuel Gutjahr

Open Wonder entwickelt KI Lösungen für Marke und Content und bringt Struktur in skalierbare Markenprozesse

Wer steckt hinter Open Wonder und welche Kompetenzen bringen die Gründerinnen und Gründer in das Unternehmen ein?

Hinter unserem Unternehmen stecken drei Gründer, die jeweils eine der Disziplinen abdecken, ohne die ein Produkt wie Open Wonder nicht funktioniert: Technologie, Design und Unternehmensführung.

Marcel Schulz verantwortet als CTO Technologie und Produkt. Er hat AI gestützte Bildgenerierung, automatisierte Anzeigenproduktion und AI SEO erfolgreich in Plattformen mit Millionen von Nutzern integriert. Marcel versteht, wie man AI Systeme baut, die unter realen Bedingungen in großen Organisationen zuverlässig funktionieren.

Johannes Ritzel ist als Chief Creative Partner für Brand und Design verantwortlich. Master in Branding and Identity an der University of the Arts London, Stationen bei AKQA, Strichpunkt, DesignStudio und Ragged Edge. Johannes bringt ein systematisches Verständnis davon mit, wie Markenidentität operativ und strukturell funktioniert.

Ich selbst habe seit 2010 mehrere Unternehmen aufgebaut und skaliert. Bei Open Wonder verantworte ich als CEO die Strategie, den Vertrieb und den Unternehmensaufbau.

Was uns verbindet, ist, dass keiner von uns zum ersten Mal gründet. Und wir haben das Problem, das wir lösen, über Jahre aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt.

Wie ist die Idee zu Open Wonder entstanden und welches Problem im Marken- und Marketingumfeld wollten Sie konkret lösen?

Wir kommen aus über 15 Jahren Markenarbeit. Dabei haben wir gesehen, dass Marken strategisch sauber definiert sind, aber in der operativen Umsetzung scheitern.

Mit dem Aufkommen von AI hat sich dieses Problem verstärkt: Ohne belastbares Markenfundament skaliert man vor allem Inkonsistenz.

Die zentrale Frage war daher, wie sich Markenwissen aus statischen Guidelines in ein operatives System überführen lässt.

Open Wonder positioniert sich als KI-gestützter Branding-Assistent. Wie genau funktioniert Ihr Ansatz, um markenkonforme visuelle Inhalte automatisiert zu erzeugen?

Im Kern übersetzen wir Markenwissen in eine strukturierte, maschinenlesbare Form und machen es damit für generative Systeme nutzbar.

Dafür wird eine Marke nicht nur über einzelne Parameter wie Farben oder Schriften beschrieben, sondern als zusammenhängendes System, etwa in Bezug auf Bildsprache, Komposition, Tonalität und gestalterische Prinzipien. Diese Informationen werden in einem sogenannten Brand Layer gebündelt.

Auf dieser Basis trainieren wir für jede Marke eigene Modelle, die diese visuelle Logik lernen. Wenn ein Nutzer anschließend einen Input gibt, wird dieser automatisch mit dem entsprechenden Markenkontext angereichert. Die Generierung erfolgt also nicht isoliert, sondern immer innerhalb der definierten Markenstruktur.

Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass das System nicht versucht, generische Inhalte nachträglich anzupassen, sondern von Beginn an markenkonform erzeugt. Dadurch entstehen Ergebnisse, die konsistent wirken und sich in bestehende Design- und Marketingprozesse integrieren lassen.

Welche Vision verfolgen Sie mit Open Wonder in Bezug auf die Zukunft von Markenführung und Content-Produktion?

Unsere Vision ist eine agentische Brand Operating Platform – ein System, in dem Markenwissen nicht dokumentiert, sondern ausgeführt wird. Die visuelle Content-Generierung ist der Einstiegspunkt.

Der Brand Agent soll Markenkontext verstehen, Aufgaben erfassen und eigenständig markenkonformen Content erstellen. Teams sollen dort interagieren, wo sie bereits arbeiten, etwa in Slack.

Langfristig arbeitet der Agent proaktiv, monitort Kanäle, erkennt Inkonsistenzen und schlägt Optimierungen vor. Die Marke wird so zu einem operativen System, das aktiv steuert und lernt.

An welche Zielgruppen richtet sich Open Wonder vor allem, und welche typischen Herausforderungen dieser Unternehmen adressieren Sie?

Wir richten uns an internationale Unternehmen mit hoher Content-Frequenz und dem Anspruch, Markenkonsistenz operativ zu sichern.

Erstens: Unternehmen mit starken Marken, die international unter ihrem Niveau kommunizieren, weil Skalierung über Märkte und Kanäle zu langsam, zu teuer und fragmentiert ist.

Zweitens: globale Organisationen mit 30 oder mehr Märkten, bei denen die Markenkonsistenz mit jedem zusätzlichen Kanal abnimmt.

Viele Unternehmen kämpfen mit inkonsistenter Markenkommunikation. Wie stellt Ihre Plattform sicher, dass neue Assets wirklich zum bestehenden Look and Feel passen?

Durch eine maschinenlesbare Repräsentation der Marke, die tiefer geht als klassische Brand-Management-Tools.

Unser Brand Layer erfasst eine Marke über acht Dimensionen und übersetzt das Urteilsvermögen eines Brand Designers in operative Infrastruktur. Für jede Marke trainieren wir eigene Modelle auf die spezifische visuelle Sprache.

Jeder Input wird mit Markenkontext angereichert. Die Asset Library baut ein semantisches Gedächtnis auf, wodurch das System mit der Zeit präziser wird.

Das Brand Team definiert die Richtlinien zentral, während andere Teams innerhalb dieser Leitplanken autonom arbeiten. Konsistenz entsteht durch Infrastruktur, nicht durch Kontrollschleifen.

Was unterscheidet Open Wonder von klassischen Design-Tools oder generativen KI-Bildgeneratoren?

Ein Bildgenerator erzeugt Bilder. Open Wonder erzeugt markenkonforme Inhalte innerhalb bestehender Unternehmensprozesse.

Tools wie Midjourney, DALL-E oder Flora lösen kreative Aufgaben für Einzelpersonen, Canva AI demokratisiert Gestaltung. Markenkonsistenz im Enterprise-Kontext adressieren sie nicht.

Open Wonder ist von der Marke her gedacht, nicht von der Technologie. Das System ist Foundation-Model-agnostisch, DSGVO-konform, nutzt EU-Infrastruktur in Frankfurt und integriert sich in bestehende Enterprise-Systeme.

Mit welchen technologischen oder organisatorischen Hürden waren Sie beim Aufbau Ihres KI-Modells konfrontiert, und wie sind Sie damit umgegangen?

Die zentrale Herausforderung war, implizites Expertenwissen zu formalisieren. Ein Designer erkennt sofort, ob etwas zur Marke passt, kann dies aber selten als Regel formulieren. Dieses Wissen in eine maschinenlesbare Struktur zu überführen, ohne Nuancen zu verlieren, erforderte iterative Arbeit zwischen Markenexpertise und technischer Modellierung.

Zudem entwickelt sich die KI-Welt schnell. Deshalb ist das System nicht an ein Modell gebunden: Das Markenverständnis bleibt konstant, während im Hintergrund jeweils das beste Modell genutzt wird.

Wie planen Sie, Open Wonder in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln? Welche Funktionen oder Märkte stehen im Fokus?

Unser Ziel ist es, vom visuellen Einstiegspunkt zur vollständigen Brand Operating Platform zu werden.

Kurzfristig: Character Consistency, also wiederverwendbare Marken-Charaktere über Szenen und Formate hinweg. Image to Video. Ausbau der Integrations-Landschaft in Richtung Microsoft Teams, E-Mail-Kanal, weitere DAM- und CMS-Anbindungen.

Mittelfristig: Agent-Plattform mit neuen Skills wie Copywriting, Kampagnenplanung und automatisierter Markenprüfung bestehender Inhalte. Output-Integrationen in die gesamte Content-Wertschöpfungskette.

Langfristig: Europäische Expansion. EU-Infrastruktur und lokale Präsenz sind in unserem Kundensegment ein echtes Differenzierungsmerkmal gegenüber US-Anbietern. Dazu ein Partner-Modell, in dem Agenturen und Beratungen Open Wonder als Execution-Infrastruktur für ihre Kunden einsetzen.

Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit zwischen Marketing, Design und anderen Teams in Ihrem Produktkonzept?

Sie ist die Grundlage des Produkts. In vielen Organisationen arbeiten Marketing, Design und Brand Management in getrennten Systemen, was Inkonsistenzen und Freigabeschleifen erzeugt.

Open Wonder löst das architektonisch: Das Brand Team definiert die Richtlinien zentral, andere Teams arbeiten innerhalb dieses Rahmens autonom, während die Infrastruktur Markenkonformität sicherstellt.

Wenn Sie auf Ihre eigene Gründungsreise blicken, welche drei konkreten Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben?

Erstens: Löst ein Problem, das ihr selbst operativ erlebt habt. Wir haben über 15 Jahre Markensysteme für Unternehmen gebaut und das Problem, das Open Wonder adressiert, in nahezu jeder Organisation gesehen. Dieses Domänenwissen lässt sich nicht abkürzen.

Zweitens: Seid bereit, euer eigenes Geschäftsmodell zu hinterfragen. Wir haben als Dienstleister ein Produkt gebaut, das Dienstleistungsarbeit automatisiert. Wenn eine Branche sich fundamental verändert, ist es besser, die Veränderung selbst zu gestalten. Die Glaubwürdigkeit, die aus dieser Selbstdisruption entsteht, ist nicht replizierbar.

Drittens: Baut europäisch. Es gibt einen substanziellen Bedarf an Enterprise-Lösungen, die europäische Anforderungen nicht als Compliance-Pflicht behandeln, sondern als Produktmerkmal. Im Enterprise-Segment sind Datenschutz, Datenresidenz und Nähe keine Einschränkungen. Es sind die Gründe, warum Kunden euch gegenüber US-Anbietern den Vorzug geben.

Bild V.l.n.r. Johannes Ritzel, Tim Herzog und Marcel Schulz Bildcredits/ Fotograf: Manuel Gutjahr

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Warum warten so viele Frauen jahrelang auf eine Diagnose?

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LipoCheck Lipödem Patientinnen Diagnose digital lösen Bild: Anina Langhans (l.), Dr. Stefan Rapprich und Helena Rapprich präsentieren den "Löwen" mit „LipoCheck“ die Gesundheitsapp für Lipödem Erkrankte. Sie erhoffen sich ein Investment von 300.000 Euro für 5 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

LipoCheck bietet digitale Lösungen für Lipödem und Patientinnen und wird am 30. März 2026 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist LipoCheck entstanden und welche Personen stehen dahinter?

LipoCheck: LipoCheck ist ein Familienunternehmen – gegründet von Dr. Stefan Rapprich und seinen beiden Töchtern Helena Biber (geb. Rapprich) und Anina Langhans. Unser Vater ist seit über 30 Jahren auf Lipödem spezialisierter Facharzt und Co-Autor der deutschen Lipödem-Leitlinien. In seiner Praxis erlebte er täglich, wie Patientinnen bis zu zwei Jahre auf einen Termin warten mussten – obwohl sie dringend Orientierung, Diagnose und Begleitung gebraucht hätten. Als Töchter haben wir gesagt: Wir helfen ihm, das zu lösen. Anina bringt das technische und konzeptionelle Know-how mit, ich verantworte Strategie, Business Development und Partnerschaften. Aus dieser Kombination – medizinische Tiefe, technologische Umsetzung und unternehmerisches Denken – ist LipoCheck entstanden.

In welcher Branche ist LipoCheck tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

LipoCheck: Wir sind im digitalen Gesundheitsbereich tätig und begleiten Lipödem-Patientinnen sowie behandelnde Ärzte entlang der gesamten Versorgungskette – von der ersten Symptomorientierung bis zur Therapiebegleitung. Unser Geschäftsmodell verbindet zwei Kernprodukte: die LipoCheck-App für Patientinnen mit dem DocReport, unserer Telediagnostik-Lösung – auch für Fachärzte. Ergänzt wird das durch LipoAlly, unser digitales Versorgungsprogramm für Lipödem-Patientinnen. Refinanziert wird das Modell unter anderem über Partnerkrankenkassen. Aktuell arbeiten wir mit vier Krankenkassen und -versicherungen zusammen.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

LipoCheck: Das Problem ist gravierend: Lipödem betrifft rund zehn Prozent der weiblichen Bevölkerung – und dennoch dauert es im Durchschnitt über 10 Jahre, bis eine korrekte Diagnose gestellt wird. Viele Betroffene werden jahrelang fehldiagnostiziert, als übergewichtig abgestempelt oder gar nicht ernst genommen. Unser Vater hat das täglich in seiner Praxis erlebt. Die Inspiration war denkbar direkt: Wir haben einfach angefangen, ihm zu helfen – und gemerkt, dass dieser Bedarf riesig und die Versorgungslücke in der Frauengesundheit in diesem Bereich nahezu unbesetzt ist.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

LipoCheck: Was uns besonders macht, ist die Verbindung von echter medizinischer Expertise mit digitaler Skalierbarkeit. Unsere fachärztliche Telediagnostik DocReport ermöglicht es Patientinnen, ihre Symptome strukturiert digital zu dokumentieren, die dann von spezialisierten Fachärzten telediagnostisch ausgewertet werden. Das spart Wartezeit und überbrückt regionale Versorgungslücken. LipoAlly als digitales Versorgungsprogramm geht noch einen Schritt weiter und begleitet Patientinnen aktiv und strukturiert durch ihre gesamte Therapie und unterstützt im Selbstmanagement. Wir sind nicht nur eine Informationsplattform, sondern ein klinisch validierter Begleiter – entwickelt mit und für Fachärztinnen, Fachärzte und Patientinnen.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

LipoCheck: Für Patientinnen bedeutet LipoCheck vor allem eines: Endlich gehört werden. Statt monatelanger Recherche im Internet oder jahrelanger Irrwege durch das Gesundheitssystem bekommen sie schnell eine fundierte Einschätzung – von echten Fachärzten, digital und niedrigschwellig. Für Ärzte wiederum vereinfacht der DocReport die Dokumentation und ermöglicht eine strukturierte Fallbearbeitung, die auch für die Abrechnung relevant ist. Was uns vom Wettbewerb abhebt: Wir sind tief in der Fachgemeinschaft verankert, wissenschaftlich fundiert und bieten einen ganzheitlichen Ansatz – von der ersten Orientierung über die Diagnose bis zur Therapiebegleitung. Unser Vater und Mitgründer hat an der deutschen Lipödem-Leitlinie mitgeschrieben – das ist eine wissenschaftliche Basis und ein Vertrauen, das man nicht einfach aufbauen kann.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

LipoCheck: Die Entwicklung war von Anfang an eng mit der Praxis verzahnt. Unser Vater und sein Netzwerk an Fachärzten haben die Produkte von Beginn an getestet und mitgestaltet. Patientinnen haben uns früh sehr deutlich gespiegelt, wie groß der Bedarf ist – die emotionalen Rückmeldungen waren oft bewegend. Heute zählen wir über 30.000 aktive Nutzerinnen auf unserer Plattform und mehrere Tausend Fälle wurden mittels unserer Telediagnostik DocReport von spezialisierten Fachärztinnen und Fachärzten befundet. Über 100 weitere Ärzte und Kliniken gehören zu unserem Expertenkreis.

Welche Vision verfolgt LipoCheck? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

LipoCheck: Unsere Vision ist eine Welt, in der keine Frau mit Lipödem jahrelang auf eine korrekte Diagnose warten muss und einfachen Zugang zu Gesundheitsleistungen bekommt. Wir wollen mit Innovation die Versorgungslücke in der Frauengesundheit schließen – und sehen Lipödem dabei als Anfang, nicht als Ende. Mittelfristig können wir uns gut vorstellen, unser Modell auf weitere chronische Erkrankungen auszuweiten, bei denen Frauen ähnlich unterversorgt sind. Konkrete nächste Meilensteine sind der signifikante Ausbau unseres Arzt-Netzwerks, die Vertiefung unserer Krankenkassenpartnerschaften und die Internationalisierung.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren?

LipoCheck: Weil Lipödem endlich die Aufmerksamkeit verdient, die es braucht – und Höhle der Löwen eine Bühne ist, um genau das zu zeigen. Für uns stand im Vordergrund: Wir wollen zeigen, wie relevant das Thema Frauengesundheit und speziell Lipödem ist – gesellschaftlich, medizinisch und wirtschaftlich. Gleichzeitig suchen wir Partnerinnen und Partner, die unsere Mission wirklich verstehen und mit uns gemeinsam etwas bewegen wollen.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt?

LipoCheck: Wir suchen einen Investor oder eine Investorin, die nicht nur Kapital mitbringt, sondern Türen öffnen kann – insbesondere im Bereich Krankenkassen und -versicherungen, Klinikpartnerschaften und dem niedergelassenen Ärztenetzwerk. Unser Fokus liegt darauf, neue Partnerschaften zu erschließen und mehr Menschen international zu erreichen. Wachstum bei LipoCheck bedeutet immer auch: mehr Patientinnen, die schneller die richtige Diagnose und Versorgung bekommen.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant?

LipoCheck: Der Ausbau des Arzt-Netzwerks steht an, neue Krankenkassenpartnerschaften und die ersten Schritte zur Internationalisierung im Fokus. Und wir arbeiten bereits daran, unser Versorgungsmodell auf weitere Erkrankungen auszuweiten – denn die Versorgungslücke in der Frauengesundheit ist größer als Lipödem allein.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

LipoCheck: Zwei Erkenntnisse haben uns früh geprägt: Erstens lässt sich die echte medizinische Expertise nicht ersetzen – wer Ärztinnen und Ärzte überzeugen will, braucht Glaubwürdigkeit, kein Versprechen. Zweitens wollen Patientinnen kein perfektes Produkt. Sie wollen gehört, ernst genommen und unterstützt werden. Beide Einsichten haben geformt, was LipoCheck heute ist.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

LipoCheck: Unser wichtigster Ratschlag: Wartet nicht auf das perfekte Produkt. Wir dachten lange, wir müssen alles fertig und fehlerfrei haben, bevor wir rausgehen. Aber das stimmt nicht. Viel wichtiger ist es, früh Marktfeedback einzuholen – auch mit einer Lösung, die noch nicht vollständig ist, aber ein echtes Problem adressiert. Wir haben unsere App und unsere Services sukzessive, Schritt für Schritt, gemeinsam mit unserer Community entwickelt – mit den Betroffenen selbst. Das war unser größter Lernmoment. Darüber hinaus: Löst ein Problem, das ihr wirklich versteht, und sucht Mitgründerinnen oder Mitgründer, die eure Schwächen ergänzen.

Sehen Sie LipoCheck am 30. März 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Anina Langhans (l.), Dr. Stefan Rapprich und Helena Rapprich präsentieren den „Löwen“ mit „LipoCheck“ die Gesundheitsapp für Lipödem Erkrankte. Sie erhoffen sich ein Investment von 300.000 Euro für 5 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Anina Langhans, Dr. Stefan Rapprich und Helena Rapprich für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum entdecken immer mehr Kinder Yoga für sich?

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YOGITIER Yogamatten Kinderyoga für Kinder entdecken Bild: Fei Schäfer präsentiert mit YOGITIER Kinderyogamatten in Tierform. Sie erhofft sich ein Investment von 100.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/ Fotograf RTL / Bernd-Michael Maurer

YOGITIER entwickelt Yogamatten für Kinderyoga und Kinder und wird am 30. März 2026 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist YOGITIER entstanden und welche Personen stehen dahinter?

In der Corona-Zeit habe ich begonnen, mit meinen Kindern Yoga zu praktizieren. Dabei habe ich schnell gemerkt, wie spielerisch und wertvoll Kinderyoga ist: Tier-Asanas mit Geschichten, Bewegungsübungen mit Freunden und kindgerechte Atemübungen haben eine erstaunliche Wirkung. Gleichzeitig ist mir aufgefallen, dass es keine Yogamatten gibt, die speziell für Kinder entwickelt wurden – und schon gar nicht nachhaltig.
Als Produktentwicklerin mit mehr als 15 Jahren Erfahrung habe ich mir deshalb zur Aufgabe gemacht, genau solche Yogamatten zu entwickeln – nachhaltig und so, dass Kinder sie lieben werden.

In welcher Branche ist YOGITIER tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Online Shop, Instragram, B2B. Story Telling Brand mit mehr als nur Produkte.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Ich hatte kein unternehmerisches Wissen und auch kein Kapital. Die Arbeitsagentur war jedoch sehr von meinem Vorhaben überzeugt und hat mir einen Gutschein für ein Business-Coaching genehmigt. So konnte ich meinen Businessplan schreiben und damit ein Existenzgründungsdarlehen von der Sparkasse erhalten.
Kinderyoga ist zwar schon seit über zehn Jahren in Deutschland aktiv, aber noch eher eine Nische. Gott sei Dank haben Kitas und Schulen nach der Corona-Zeit aktiv mit Yoga und Achtsamkeit begonnen, wodurch das Thema noch einmal einen Aufschwung erlebt hat.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Innovative Form für die Yogamatte, die Kinder motiviert, gut zu Storytelling-Kinderyoga passt und gleichzeitig die Kreativität der Kinder anregt.
Nachhaltig und hochwertig, maschinenwaschbar, sodass die Yogamatte auch als Kinderzimmer-Teppich verwendet werden kann.
Rundum durchdachte Produkte, die es Eltern leicht machen, mit Yoga zu beginnen – mit oder ohne Vorerfahrung.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Zum Falten, als zum Rollen, einfach zum Mitnehmen, egal Urlaub oder Mutter-Kind Kurse
Innovative Tierform plus Gummiband-Tierschwanz
Das Interesse von Kindern langfristig zu halten und Kreativität fördernd. Nicht nur funktional-
Kein Plastik, sondern Naturkautschuk. maschinenwaschbar

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Ich bin die Produktentwicklerin – getestet von Müttern, Kindern, Yogalehrerinnen und Kinderyogalehrerinnen und natürlich auch im Testlabor auf Chemikalien.
Die Kinder lieben die Matten.
Die Kinderyogalehrerinnen verstehen sofort, warum ich sie so entwickelt habe: Storytelling leicht gemacht, die Kinder freuen sich und sind motiviert dabei. Die Matten lassen sich gut transportieren, sodass sie von Kita zu Kita mitgenommen werden können, und die Maschinenwaschbarkeit ist für sie superpraktisch.
Die Mütter berichten mir, dass ihre Kinder gar nicht aufhören, mit dem Memory zu spielen und alles auszuprobieren. Sie sind total stolz darauf, eine eigene Matte zu haben – und dann auch noch so eine schöne.

Welche Vision verfolgt YOGITIER? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

A worldwide mindful movement.
Wir wollen europaweit und weltweit expandieren, nicht nur die Produkte, sondern das Konzept, der Lifestyle. Prints und Multimedien kommen dazu. Auch andere Produktgruppe erweitern, die zum Wohle der Familie dienen.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Kinderyoga braucht mehr Sichtbarkeit, die Produkte brauchen mehr Aufmerksamkeit, und das gesamte Konzept sollte umfassend verstanden werden. Wir wollen Eltern und Einrichtungen zeigen, dass wir uns dafür einsetzen, eine ausgeglichenere nächste Generation zu fördern.
Wir brauchen finanzielle und fachliche Unterstützung, um das Unternehmen auf das nächste Level zu bringen. Die Vision steht über meine Person, daher habe ich den Mut gesammelt, und zu den Löwen gegangen.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Durch die Teilnahme an Höhle der Löwen streben wir vor allem Sichtbarkeit, strategische Partnerschaften und fachliche Unterstützung an. Eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit soll gezielt genutzt werden, um das Unternehmen auf das nächste Level zu bringen: Skalierung der Produktion, Ausbau des Teams in allen Unternehmensbereichen, Marketing und Reichweite, sowie die Weiterentwicklung unserer Produkte und Konzepte.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Marketing und Vertrieb professionell aufsetzen, Team Aufbau, Distribution.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Offen, lernfähig und anpassungsfähig sein, mutig nach draußen gehen, sich mit anderen Gründerinnen austauschen und Hilfe sowie Unterstützung holen. Es gibt mehr Menschen, die helfen wollen, als man sich vorstellen kann.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Dass es enorm wichtig ist, sich selbst zu kennen: Was kann ich am besten, was möchte ich erreichen und wie setze ich mich ein. Der Plan muss viel größer betrachtet werden, damit man nicht wegen kleiner Set-Backs gestoppt wird. Mit Höhen und Tiefen rechnen, immer ein Worst-Case-Szenario haben.

Sehen Sie YOGITIER am 30. März 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Fei Schäfer präsentiert mit YOGITIER Kinderyogamatten in Tierform. Sie erhofft sich ein Investment von 100.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/ Fotograf
RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Fei Schäfer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wem kannst du noch trauen, wenn selbst das Etikett lügen kann?

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MediCoinSwiss Echtheit Verifikation von Produkten und Daten Bildcredits/Fotograf: Fotostudio Wetzikon Yannik Scrugli

MediCoinSwiss ermöglicht Echtheit und Verifikation von Produkten durch eine klare Verbindung zwischen physischer Identität und digitalem Nachweis

Es gibt Themen, die klingen nach „Tech“. Bis du realisierst: Es geht nicht um Tech. Es geht um Menschen. Um Gesundheit. Um Geld. Um Reputation. Und um den Moment, in dem ein Kunde erkennt: Das Produkt, das er gerade gekauft hat, könnte nicht das sein, was draufsteht.

Gefälschte Medikamente sind das extreme Ende. Dort kann der Preis ein Leben sein. Bei Nahrungsergänzungsmitteln ist der Betrug oft banaler, aber genauso brutal: Das Etikett verspricht Vitamin. Der Inhalt ist im Zweifel wertlos oder schlimmstenfalls verunreinigt. Und der normale Mensch hat keine Chance, das zu erkennen.

MediCoinSwiss will genau diese Lücke schließen: die Lücke zwischen digitaler Behauptung und physischer Wahrheit. Im Zentrum stehen zwei Rollen, die aufeinander abgestimmt sind wie Spitzensportler: Gerrit Langer, CEO und Founder, als Erfinder und Produktkopf, und Clemens Ressel als Execution und Go to Market Mann, der aus Hochleistungssport und Unternehmerpraxis kommt.

Und genau da beginnt die Story.

Gerrit, warum ist „Echtheit“ heute kein Nice to have mehr, sondern im Extremfall Leben und Tod?

Weil bei Medikamenten der Inhalt entscheidet, nicht das Etikett. Wenn Wirkstoff fehlt, falsch dosiert ist oder verunreinigt wurde, kann das dramatisch enden. Und das Problem wächst, weil globale Lieferketten komplex sind und Kriminelle professioneller werden.
Was mich stört: Viele Sicherheitslösungen sehen gut aus, aber sie sind nicht alltagstauglich. Sie scheitern an Reibung, an fehlender Durchgängigkeit oder daran, dass sie das physische Produkt nicht eindeutig mit dem digitalen Datensatz verbinden.
Wir wollten eine Lösung, die ein Kunde oder Unternehmen in Sekunden nutzen kann. Nicht nur der Experte mit Spezialgerät.
Ich sehe es aus der Execution-Brille. Wenn etwas nicht einfach ist, wird es nicht genutzt. Du kannst die beste Technologie haben – wenn niemand sie im Alltag anwendet, ist sie tot. Im Spitzensport zählt nicht, was in der Theorie möglich ist. Es zählt, was unter Druck funktioniert. Genau so muss Verifikation funktionieren: schnell, klar, wiederholbar.

Warum reichen QR Codes,Seriennummern und „Zertifikate“ nicht aus?

Ein QR Code und Seriennummern sind eine Referenz. Er sagt: „Schau hier nach.“ Er ist kein Beweis, dass das physische Produkt echt ist. Und er lässt sich kopieren.
Zertifikate und Datenbanken sind hilfreich, aber sie lösen den Kern nicht: den digital physical gap. Selbst wenn die Datenbank mit dem Zertifikat stimmt, kann das physische Produkt ausgetauscht, umgepackt oder nachgemacht sein.
Das ist der Grund, warum wir nicht bei Daten angefangen haben, sondern bei Identität: Das Produkt selbst muss eine eindeutige, nicht klonbare Identität tragen.
Und es gibt eine zweite Wahrheit: App Download, Registrierung, Onboarding, Wallet – das killt Adoption. Du bekommst vielleicht ein Prozent der Nutzer durch. Der Rest macht es nie. Wenn du Sicherheit als Standard willst, darf der Weg dorthin nicht wie ein IT Projekt wirken. Er muss sich wie eine natürliche Bewegung anfühlen: Kamera öffnen, prüfen, fertig.

Erklär es so, dass es jeder Gründer versteht. Was macht ihr anders?

Wir verbinden drei Dinge zu einem System:
Erstens: eine hardwarebasierte Identität am Produkt – ein PUF Transponder. PUF steht für Physically Unclonable Function. Das ist im Kern eine physikalisch einzigartige Signatur, die sich nicht einfach kopieren lässt wie ein Code auf Papier.
Zweitens: einen Trust Anker. Die Transponder und die Signatur wird mit Produktdaten verknüpft und in einer auditierbaren Infrastruktur festgehalten. Das Ziel ist Nachweisbarkeit: Was wurde wann verifiziert, in welchem Zustand, mit welchem Ergebnis?

Drittens: die Nutzerführung. Der Check muss in Sekunden passieren. Und er muss ohne Komplikationen laufen. Darum ist die Verifikation bei uns bewusst so gebaut, dass sie über den Browser funktioniert, ohne App, ohne Wallet, ohne Registrierung.
Das Ergebnis ist kein „Technik Report“ für Nerds. Es ist eine klare Ampel für den Menschen: Echt, Risiko, Fälschung.
Und das ist der Unterschied zwischen „wir haben Security“ und „wir haben ein Verhalten gewonnen“. Die Welt ist nicht voller böser Menschen. Sie ist voller Menschen, die keine Zeit haben. Wenn du willst, dass sie prüfen, musst du es so einfach machen, dass sie es wirklich tun.

Gerrit, wie läuft die Verifikation in drei Schritten ab?

Gerrit Langer Medicoinswiss Bildcredits/Fotograf: Fotostudio Wetzikon Yannik Scrugli
Gerrit Langer Bildcredits/Fotograf: Fotostudio Wetzikon Yannik Scrugli

Schritt 1: Das Produkt trägt den PUF Transponder und erzeugt eine eindeutige Signatur.
Schritt 2: Diese Signatur ist mit Produktinformationen an einen Trust Anker unseren Transponder gekoppelt.
Der nächste Schritt: Beim Scan ( Handy, Handscanner,) prüft das System in Echtzeit, ob Signatur und Trust Anker zusammenpassen – und zeigt das Ergebnis sofort im Browser an.( Echt / Fake )

Wichtig ist: Der Nutzer ( Kunde, Firmen ) muss nichts installieren. Er muss nichts verstehen. Er muss nur prüfen können.
So erreichst du Skalierung. Nicht über „noch ein Feature“, sondern über radikale Einfachheit. Wer den Weg kurz macht, gewinnt den Markt.

Ihr seid mit der Mission gestartet, in der Pharma und Nutrition Welt Leben zu schützen und Echtheit zu garantieren. Inzwischen sieht man euch im Umfeld von High Value Marken und sogar die FinTech Branche zeigt starkes Interesse an eurer Technologie. Warum?

Weil das Muster überall gleich ist: Wo Echtheit wirtschaftlich ist, entsteht Druck. Bei Pharma geht es um Leben. Bei Ersatzteilen geht es um Sicherheit und Haftung. Und bei Luxus geht es um Wert und Marke. Bei Tickets geht es um Betrug. Bei Daten und Dokumenten geht es um sichere Nachweisbarkeit.
Und FinTech ist am Ende ein Vertrauensgeschäft. Sobald physische Assets, Lieferketten oder Dokumente in Transaktionen eine Rolle spielen, brauchst du Verifikation. Wir nennen das: Trust in Products und Trust in Transactions.
Das ist die Perspektive, die plötzlich Türen öffnet, weil es nicht mehr nur um Produktpiraterie geht, sondern um ein Fundament für Märkte.
Ich ergänze es hart: Wenn eine Lösung nur in einem Silo funktioniert, ist sie ein Projekt. Wenn sie überall dort funktioniert, wo Vertrauen Geld ist, ist sie Infrastruktur. Und Infrastruktur gewinnt.

Patent 2 ist bereits veröffentlicht. Was hat das verändert?

Es hat die Qualität der Gespräche verändert. Vorher bekommst du viel Neugier. Danach bekommst du mehr Ernsthaftigkeit. Unsere IP Stack sichtbar zu machen, setzt eine andere Flughöhe.
Es hilft auch in Partnerschaften. Rollen werden klarer. Gespräche werden konkreter. Und es nimmt Diskussionen aus dem Bauch in die Substanz: Was genau ist neu, was genau ist geschützt, was genau ist der nächste Schritt?
Für mich ist es auch ein Commitment Signal. Wenn du in der Welt von Hochleistung und echten Deals unterwegs bist, zählt: Ist jemand bereit, Skin in the Game zu zeigen? Patentveröffentlichung ist so ein Signal. Es sagt: Wir meinen es ernst. Wir bauen nicht nebenbei.

Clemens, du bist bekannt als Trainer von Olympiasiegern und Weltmeistern. Warum passt das zu MediCoinSwiss?

Weil Hochleistung immer gleich ist: Klarheit, Vorbereitung, Execution. Im Sport verlierst du nicht, weil du „zu wenig motiviert“ warst. Du verlierst, weil Details fehlen und der Plan unter Druck nicht hält.
Gerrit hat mich an seine Seite geholt, weil wir hier nicht „eine Idee“ spielen, sondern einen Olymp besteigen. Wir müssen schneller sein als der Markt, sauberer als Regulierung und härter als Betrug.
Mein Job ist: aus Technik ein Produkt machen, aus dem Produkt ein Angebot, aus dem Angebot einen Markt.

Was braucht ihr jetzt konkret von der StartupValley Community?

Wir suchen Pilotpartner mit echtem Schmerz und schneller Entscheidungsfähigkeit. Unternehmen, die sagen: „Ich will in Wochen testen, nicht in Monaten diskutieren.“
Parallel suchen wir Integrationspartner, die nah an Supply Chains sind und Rollouts mitgestalten können.
Und ja: Wir sprechen auch mit Investoren. Aber nur, wenn klar ist, dass es um Geschwindigkeit Richtung Markt geht – nicht um Pitch Entertainment.
Ich mache es noch klarer: Wer uns einen echten Use Case bringt, bekommt sofort vollen Fokus, maximales Tempo und absolute Verbindlichkeit. Und wer bisher nur reden will oder noch zögert, den werden wir mit der Substanz unserer Lösung und der Klarheit unserer Ergebnisse einfach überzeugen. Wir nehmen die Menschen an die Hand, bis aus dem bloßen Gespräch ein echtes Projekt wird. So gewinnt man nicht nur Vertrauen, sondern baut gemeinsam eine Delle ins Universum.

Bildcredits/Fotograf: Fotostudio Wetzikon Yannik Scrugli

Wir bedanken uns bei Gerrit Langer und Clemens Ressel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: MediCoinSwiss

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Kann ein einfaches Foto wirklich dein Essverhalten verändern?

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CalorieCam Ernährung KI einfach per Foto tracken Georg Hirschi CalorieCam

CalorieCam ermöglicht eine neue Form der Ernährungskontrolle durch den Einsatz von KI, indem Nutzer ihre Mahlzeiten einfach per Foto erfassen und Kalorien sowie Nährwerte im Alltag verständlich und präzise analysieren können

Wie ist die Idee zu CalorieCam entstanden und wer sind die Menschen, die hinter dem Startup stehen?

Die Idee zu CalorieCam entstand aus einer sehr persönlichen Erfahrung: Co-Founder Georg Widschwendter nahm nach mehreren Beinverletzungen deutlich an Gewicht zu. Sein Personal Trainer erinnerte ihn an die 80/20-Regel: 80 Prozent des Abnehmerfolgs hängen von der Ernährung ab, nur 20 Prozent vom Training.
Auf der Suche nach einer Lösung testete er die bekanntesten Ernährungstracker-Apps, war jedoch enttäuscht: Die meisten waren umständlich in der Bedienung, stark manuell geprägt und zudem oft ungenau. Aus diesem Frust heraus entstand die Idee, Ernährung deutlich einfacher und präziser zu erfassen.
Gemeinsam mit Co-Founder Georg Hirschi, der aus dem Human-Coaching-Bereich kommt, entwickelte er daraufhin CalorieCam – eine App, die mithilfe von AI-basierter Bilderkennung Ernährung intuitiv und alltagstauglich macht.
Der Ansatz funktioniert: „Es hat mir geholfen, in nur acht Monaten 13 Kilogramm abzunehmen“, so Widschwendter, der die App bis heute täglich nutzt, um seine Ziele zu verfolgen.

Welche Vision verfolgt CalorieCam im Bereich Ernährung und digitale Gesundheitslösungen?

Wir wollen die Adipositasrate in den nächsten zehn Jahren halbieren. Dieses Ziel ist aus unserer Sicht erreichbar vorausgesetzt, wir verändern unser Verhältnis zur Ernährung grundlegend.
Der Weg zu einer gesunden Ernährung ist dabei kein kurzfristiger Effort, sondern ein Prozess. Gute Gewohnheiten entstehen nicht über Nacht, sie müssen bewusst aufgebaut, verstanden und langfristig verankert werden. Genau hier setzt CalorieCam an.
Wir wollen Menschen dabei unterstützen, vom reinen „Raten“ hin zu einem bewussten Umgang mit Ernährung zu gelangen. Von isolierten Entscheidungen hin zu nachhaltigen Routinen, die mit der Zeit immer stärker wirken. Durch den Einsatz von Technologie, insbesondere AI-gestützter Bilderkennung und in-the-moment Coaching, machen wir Ernährung einfach verständlich, messbar und alltagstauglich.
Wie Georg Hirschi sagt: „Es geht darum, aus einzelnen Entscheidungen echte Gewohnheiten zu entwickeln. Genau darin liegt der Schlüssel für nachhaltige Gesundheit.“

Wie genau funktioniert die Technologie hinter CalorieCam, wenn ein Nutzer ein Foto seiner Mahlzeit aufnimmt?

Mit CalorieCam genügt ein einfaches Foto der Mahlzeit oder des Snacks, um einen präzisen Überblick über Kalorien und Nährwerte zu erhalten. Möglich wird das durch den Einsatz von moderner künstlicher Intelligenz, insbesondere Computer Vision und AI-basierter Bilderkennung.
Die Technologie analysiert das aufgenommene Bild, erkennt die einzelnen Lebensmittel sowie deren Portionsgrössen und berechnet darauf basierend die entsprechenden Nährwerte – ohne manuelle Eingaben.
Die erfassten Daten fliessen direkt in einen personalisiertes Ernährungscoaching ein, der auf individuellen Parametern wie Grösse, Gewicht, Aktivitätslevel und, über Integrationen, auch allen sportlichen Aktivitäten basiert. So entsteht ein dynamisches Gesamtbild, das sich laufend an das Verhalten und die Fortschritte der Nutzer anpasst.
Der persönlicher KI-Coach hilft mit konkreten Empfehlungen zu jeder Zeit, gibt Feedback und hilft dabei, nachhaltige Gewohnheiten aufzubauen immer abgestimmt auf die individuellen Essmuster und persönlichen Zielen.

Für welche Zielgruppe wurde CalorieCam ursprünglich entwickelt und welche Probleme dieser Nutzer möchte das Startup konkret lösen?

CalorieCam wurde grundsätzlich für alle Menschen entwickelt, die ihre Gesundheit aktiv in die Hand nehmen und mit mehr Energie durch den Alltag gehen wollen. Der Fokus liegt dabei nicht auf kurzfristigen Diäten, sondern auf einem nachhaltigen, bewussten Umgang mit Ernährung.
Unsere Nutzer sind entsprechend breit gefächert; Von Top-Athleten, die ihre Performance optimieren möchten, bis hin zu älteren Menschen, die ihre Gesundheit gezielt unterstützen wollen. Die wichtigste Nutzergruppe sind jedoch Frauen zwischen 30 und 45 Jahren, die oft einen anspruchsvollen Alltag zwischen Beruf, Familie und eigenen Zielen managen und nach einer einfachen, verlässlichen Lösung suchen.

Viele Menschen empfinden klassisches Kalorien Tracking als mühsam. Wie verändert CalorieCam den Umgang mit Ernährungstagebüchern?

Klassisches Kalorien-Tracking ist mühsam, zeitaufwendig und stark manuell geprägt.
Wir verstehen uns nicht als klassischer Tracker, sondern als „Nutrition Intelligence“: Durch den Einsatz von Computer Vision und KI wird die Datenerfassung so einfach wie möglich: Ein Foto genügt! Gleichzeitig werden biometrische Daten, individuelle Ziele und Bewegung integriert, um ein ganzheitliches Verständnis zu schaffen.
Darauf aufbauend liefert ein datenbasiertes Coaching konkrete, alltagstaugliche Empfehlungen statt nur Zahlen zu liefern.
Ein Beispiel: Du fragst Dich, was Du heute Abend kochen sollst? Du fotografierst einfach den Inhalt Deines Kühlschranks, und der CalorieCam Coach sagt Dir, was am besten zu Deinen Zielen passt, inklusive Rezept.
So wird aus einem mühsamen Ernährungstagebuch ein intelligenter, persönlicher Begleiter, der Ernährung einfach, relevant und umsetzbar macht.

Welche technischen oder wissenschaftlichen Herausforderungen treten auf, wenn KI Mahlzeiten und Nährwerte anhand von Bildern erkennen soll?

Eine der größten Herausforderungen ist, dass visuelle Informationen oftmals nicht eindeutig genug sind, um Ernährung präzise zu bestimmen. Ein Bild zeigt z. B. ein Curry oder eine Bowl aber nicht die genaue Zusammensetzung, Zubereitungsart oder versteckte Zutaten wie Öle oder Zucker.
Besonders schwierig sind: Erstens: Internationale und gemischte Gerichte: Viele Basis-Modelle sind stark westlich geprägt und tun sich schwer mit komplexen, regionalen oder internationalen Küchen oder „mixed plates“, bei denen mehrere Komponenten ineinander übergehen. Zweitens: Portionsgrößen: Ohne Referenzmaßstab ist es oft schwer zu erkennen, ob etwas 200 g oder 250 g sind – das hat aber direkten Einfluss auf die Nährwerte. Drittens: Visuelle Ähnlichkeit vs. Nährwertunterschiede: Zwei optisch ähnliche Gerichte können sich kalorisch massiv unterscheiden (z. B. gebraten vs. gedämpft).
Technisch geht es also weniger um reines „Erkennen“, sondern um Unsicherheit zu modellieren und mit Kontextdaten zu kombinieren, um verlässliche Werte zu liefern.

Was unterscheidet CalorieCam von anderen Apps im Bereich Ernährung und Kalorien Tracking?

CalorieCam unterscheidet sich klar von klassischen Ernährungstrackern durch drei Dinge:
Erstens: Die einfachste und zugleich genaueste KI-betriebene Analyse. Statt mühsamem, manuellem Tracking genügt ein Foto. Computer Vision und AI liefern präzise Ergebnisse in Sekunden. Zweitens: Die Kombination mit personalisiertem Coaching. Wir verbinden Ernährungsdaten mit biometrischen Daten, Bewegung und individuellen Zielen und übersetzen diese in konkrete, umsetzbare Empfehlungen. Drittens: Die Benutzerfreundlichkeit. Der gesamte Prozess ist intuitiv, schnell und alltagstauglich gestaltet.
Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigt auch unser globales App Store Rating von 4.8 / 5.

Welche Rolle spielen Datenanalyse und künstliche Intelligenz bei der Weiterentwicklung von CalorieCam?

Datenanalyse und KI sind zentral für die Weiterentwicklung von CalorieCam vor allem um genaue Nutzung und Trends zu verstehen. Welche Gerichte Probleme machen, wo Nährwerte danebenliegen oder welche Features wirklich genutzt werden. Kombiniert mit Experimenten und User-Interviews entstehen so kontinuierlich neue Insights, die direkt in bessere Modelle und ein deutlich präziseres Produkt einfließen. Zusätzlich setzen wir auf kontinuierliche Kalibrierung durch Referenzdaten, um verlässliche Ground Truth zu schaffen. Diese Daten nutzen wir, um unsere Modelle systematisch nachzuschärfen und die Genauigkeit der Nährwerte weiter zu erhöhen.

Wie plant CalorieCam die Plattform in Zukunft weiter auszubauen und welche Funktionen stehen auf Ihrer Entwicklungsroadmap?

Wir sehen heute schon, dass unser AI Coach eine enorme Bandbreite an reaktiven Use Cases abdeckt. Von der Analyse von Mahlzeiten über personalisierte Insights bis hin zu konkreten Empfehlungen, etwa bei der Auswahl von Gerichten auf Restaurantmenüs oder dem Zusammenstellen von Mahlzeiten aus einem Kühlschrankfoto.
Darauf bauen wir weiter auf. Der reaktive Teil bleibt zentral. Gleichzeitig erweitern wir die Plattform um proaktive, agentische Funktionen, bei denen der Nutzer jederzeit die Kontrolle behält. Der Coach kann dann auf Wunsch nicht nur beraten, sondern auch Dinge umsetzen: passende Mahlzeiten bestellen, personalisierte Einkaufslisten ausführen, Bluttests oder Gesundheits-Checks organisieren oder Ernährungspläne dynamisch anpassen. Ziel ist es, den Alltag spürbar zu erleichtern ohne die Entscheidungsfreiheit des Nutzers einzuschränken.

Welche Reaktionen oder Rückmeldungen von Nutzern haben Sie besonders überrascht oder geprägt?

Am meisten freuen wir uns, wenn Nutzerinnen und Nutzer berichten, dass CalorieCam ihr ganzes Leben verändert hat und sie mehr Energie haben.
Besonders geprägt hat uns, wie unterschiedlich die App Menschen hilft: von Top-Athleten, die ihre Performance optimieren, bis zu vielbeschäftigten Eltern, die endlich eine einfache Möglichkeit finden, Ernährung in ihren Alltag zu integrieren. Viele berichten, dass sie gar nicht erwartet hätten, wie nahtlos CalorieCam in den Alltag passt und wie motivierend die personalisierten Empfehlungen und Features sind.
Überrascht hat uns oft, wie schnell kleine, datenbasierte Impulse zu spürbaren Veränderungen führen und wie sehr Nutzerinnen und Nutzer die Kombination aus einfacher Handhabung, präziser Analyse und individuellem Coaching schätzen.

Wenn Sie auf die Entwicklung von CalorieCam zurückblicken. Welche Hürden waren bisher am größten?

Die grössten Hürden lagen zu Beginn vor allem darin, die ersten 1’000 zahlenden Nutzer zu gewinnen, ohne App Store / Google Play Ratings oder Reviews. Das ist für jedes Startup die härteste Phase, da Vertrauen aufgebaut und der konkrete Nutzen klar erlebbar gemacht werden muss.
Darüber hinaus haben wir gelernt, dass CalorieCam nicht nur ein klassisches B2C-Geschäftsmodell ist. Wir verfolgen auch ein B2B2C-Modell, bei dem wir mit Healthcare-Providern zusammenarbeiten, um Versicherten präventiv Zugang zu unserer Plattform zu geben (zum Beispiel zur Reduktion von Herz-Kreislauf-Erkrankungen). Gleichzeitig kooperieren wir mit Grossfirmen, um die Gesundheit, Energie und Performance der Mitarbeitenden nachhaltig zu verbessern.

Die Kombination aus Nutzerakquise, technischer Skalierung und der Etablierung dieser partnerschaftlichen Geschäftsmodelle waren die größten Herausforderungen und gleichzeitig sind sie der Schlüssel für das langfristige Wachstum von CalorieCam.
Technisch lag die größte Schwierigkeit darin, aus unstrukturierten Bildern verlässliche Nährwertschätzungen zu machen. Besonders bei komplexen, internationalen Gerichten und variierenden Portionsgrößen. Das erfordert kontinuierliche Modellverbesserung, saubere Referenzdaten und robuste Kalibrierung.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründern geben, die ein Startup im Bereich KI und Health Tech aufbauen möchten?

Das richtige Team: Sucht Gründer:innen oder Mitarbeiter, deren Fähigkeiten sich perfekt ergänzen und deren Werte zu 100 % übereinstimmen. Gleichzeitig gilt: Mit heutiger AI kann ein sehr kleines Team extrem viel erreichen. Zu viele Leute zu früh bremsen oft mehr, als sie helfen. Klare Problemdefinition und differenzierte Lösung: Versteht genau, welches konkrete Problem ihr löst, und entwickelt eine Lösung, die sich klar von bestehenden Angeboten abhebt. Nur echte Differenzierung schafft langfristigen Mehrwert. Schnelles Lernen von echten Nutzer:innen: Bringt euer Produkt so früh wie möglich zu echten Anwendern, lernt von ihren Daten und ihrem Verhalten und passt die Lösung kontinuierlich an. Praxisnahes Feedback ist entscheidend, um AI-gestützte Health-Tech-Produkte erfolgreich zu skalieren.

Bild: Georg Hirschi Bildrechte/Fotograf: CalorieCam

Wir bedanken uns bei Georg Hirschi für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Warum wächst dein Superfood nicht einfach bei dir?

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MySpirulina Spirulina und Algen für zuhause Bild: Sara Farzaneh und Ben Schwedhelm präsentieren mit „MySpirulina“ eine autarke Spirulina-Farm. Sie erhoffen sich ein Investment von 200.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Bildrechte/ Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

MySpirulina bringt Spirulina und Algen direkt nach Hause und pitcht am 30. März 2026 in der Höhle der Löwen

Wie ist das Startup MySpirulina entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Hinter dem Startup stehen Sara und Ben, die eine gemeinsame Geschichte verbindet, die weit vor das Studium zurückreicht:
Die Wurzeln von MySpirulina liegen im Bio-Leistungskurs: Die Geschäftsidee entstand nicht erst im Studium, sondern bereits in der gemeinsamen Schulzeit. Ben lebte von Anfang 2015 bis Dezember 2016 zwei Jahre in Südkorea und entdeckte dort Algen als zukunftsweisendes Nahrungsmittel. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wollte er weiterhin frische Algen konsumieren, fand auf dem Markt jedoch nur hochverarbeitete Pulver oder Tabletten. Dies motivierte ihn, selbst Spirulina zu Hause anzubauen und frisch zu ernten. Sara war von dieser Idee sofort begeistert, und so nahm das Konzept bereits lange vor der eigentlichen Gründung Gestalt an.

Rollenteilung:
Ben: Als Biologe ist er der wissenschaftliche Kopf und für die Produktentwicklung sowie die biologischen Prozesse der Algenfarmen verantwortlich.
Sara: Sie ist die Mitgründerin und treibende Kraft hinter Marketing und Strategie. Sie sorgt dafür, dass das komplexe biologische Thema verständlich und attraktiv für den Endverbraucher kommuniziert wird.

In welcher Branche ist das Unternehmen MySpirulina tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

MySpirulina bewegt sich an der Schnittstelle von zwei wachsenden Märkten:
Food-Tech: Die Nutzung biologischer Prozesse zur direkten Herstellung von Nahrungsmitteln.
Urban Gardening / Home Farming: Der Trend, gesunde Lebensmittel direkt in der eigenen Wohnung auf der Fensterbank oder in der Küche anzubauen, um maximale Frische zu garantieren.
MySpirulina verkauft zum einen die Hardware also die Farm mit der die Kundinnen direkt zuhause Spirulina anbauen können. Das wird in einem Spirulina Starter-Kit verkauft was alles beinhaltet damit man zuhause frische Spirulina ohne weiteren Aufwand anbauen kann.
Dazu wird dann alle 3 Monate das benötigte Nährsalz an unsere Kund
innen geliefert, was dafür sorgt, dass die Spirulina im Leitungswasser schnell und gut wachsen können und so die Kund*innen regelmäßig selbst angebaute frische Spirulina ernten und konsumieren können.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung von MySpirulina? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Die Initialzündung für die Gründung war die Beobachtung, dass Spirulina in Europa fast ausschließlich als stark verarbeitetes, oft fischig schmeckendes Pulver oder in Tablettenform erhältlich ist. Durch die industrielle Trocknung und lange Transportwege gehen jedoch viele wertvolle Enzyme und Nährstoffe verloren, was eine erhebliche Marktlücke für frische, lebendige Algen hinterließ.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Die MySpirulina-Farm regelt den gesamten Prozess der Kultivierung vollautomatisch, sodass man kein biologisches Fachwissen benötigt. Ein intelligentes System im Deckel überwacht kontinuierlich die Lichtverhältnisse und steuert die automatisierte Intervall-Lüftung: Alle 30 Minuten sorgt ein 30-sekündiges Blubbern dafür, dass die Algen in Bewegung bleiben, nicht absinken und optimal mit Sonnenlicht sowie CO₂ versorgt werden.
Dank der integrierten Solartechnik arbeitet das Gerät zudem hochgradig energieeffizient und autark, während ein Nachtmodus sicherstellt, dass das System in den späten Stunden lautlos pausiert.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Die Vorteile des MySpirulina Systems
Wir haben ein System entwickelt, das den Anbau von frischer Spirulina direkt nach Hause bringt. Einfach Wasser hinzufügen und alle zwei Wochen ernten für maximale Frische ohne Kompromisse:
Maximale Nährstoff Power: Der Fokus liegt auf Lebendigkeit statt industrieller Trocknung. So bleiben 100 Prozent der Vitamine und Enzyme erhalten, die in herkömmlichem Pulver verloren gehen.
Neutraler Geschmack: Schluss mit fischigem Beigeschmack. Die frische Alge ist absolut geschmacksneutral und lässt sich perfekt in jedes Gericht mischen.
Volle Kontrolle und Transparenz: Als geschlossenes System garantiert es Reinheit garantiert frei von Pestiziden, Mikroplastik oder langen Transportwegen aus Asien.
Alles aus einer Hand: Wir liefern das komplette Setup. Der Prozess ist so optimiert, dass lediglich Wasser hinzugefügt werden muss, um den Kreislauf zu starten.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen bei MySpirulina?

Alles begann mit einfachen Experimenten in einem Limonadenglas, die im Laufe der Zeit durch mehrere technische Prototypen professionalisiert wurden. In intensiven Testphasen sammelte das Team wertvolles Feedback, wodurch Details wie die Lautstärke der Belüftung und die einfache Handhabung bei der Ernte optimiert werden konnten. Nach diesem langjährigen Feinschliff ist das Produkt nun voll ausgereift und bereit für den offiziellen Launch im Mai.

Welche Vision verfolgt das Unternehmen? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Die Vision von MySpirulina ist es, frische Spirulina in jeden Haushalt zu bringen und die Alge als nachhaltiges, transparentes Superfood im Alltag zu etablieren. Sara und Ben möchten zeigen, was Algen wirklich können und Menschen dazu inspirieren, ihre Nährstoffe unkompliziert und frisch in der eigenen Küche zu kultivieren. In den nächsten Jahren soll die eigene Algenfarm so selbstverständlich zur Küchenausstattung gehören wie eine Kaffeemaschine, um eine gesunde Ernährung für jeden zugänglich zu machen.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Der Entschluss, MySpirulina in der Sendung vorzustellen, war ein bewusster Schritt. Es wurde nicht nur nach einem Investment für Wachstum gesucht, sondern vor allem nach Mentoring.
Das Ziel war es, von der Marktexpertise und dem Netzwerk der Löwen zu profitieren, um die Vision vom heimischen Anbau im eigenen System auf das nächste Level zu heben.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Der Weg zur Höhle der Löwen war vor allem die Chance, MySpirulina aus der Prototypen Phase herauszuheben. Es ging darum, die Marktreife durch erfahrene Perspektiven von außen abzusichern. Statt reiner Finanzierung stand der Austausch im Vordergrund, um komplexe Prozesse in Handel und Marketing schneller zu verstehen. Die Erfahrung der Löwen sollte dabei helfen, das System effizienter zu skalieren und den Weg von der Werkstatt direkt in die Haushalte zu finden. Für die eigene Entwicklung als Gründer war dieser Schritt eine wertvolle Erfahrung, um die Vision mit professioneller Unterstützung auf ein solides Fundament zu stellen.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Nach dem Auftritt steht der Launch des ersten Serienprodukts im Mittelpunkt. Die technologische Basis, insbesondere das Monitoring System, wurde bereits erfolgreich getestet.
Das Ziel ist es nun, die Produktion zu skalieren und den Zugang zu frischer, selbst angebauter Spirulina für eine breite Basis zu ermöglichen. Es geht darum, das Bewusstsein für gesunde Ernährung nachhaltig zu prägen und den Eigenanbau als festen Bestandteil eines modernen Lebensstils zu etablieren.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Gründen bedeutet, sich in kürzester Zeit in eine enorme Bandbreite an Themen einarbeiten zu müssen. Es gilt, parallel weitreichende Entscheidungen zu treffen und dabei ständig Neuland zu betreten. Diese Phase ist durch die Herausforderung geprägt, viele Dinge zum ersten Mal zu tun ein Prozess, der ebenso intensiv wie spannend ist. Dabei hat sich gezeigt, dass ein starkes Netzwerk das wertvollste Fundament bildet. Der Austausch mit erfahrenen Mentoren und Personen, die diesen Weg bereits erfolgreich gegangen sind, hilft dabei, die ersten großen Hürden professionell zu meistern.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Unser wichtigster Rat: Habt keine Scheu, nach Hilfe zu fragen. Geht offen mit euren Herausforderungen und Problemen um. Nur wer seine Hürden klar benennt, findet Menschen, die genau diese Hindernisse schon einmal überwunden haben und bereit sind, ihr Wissen zu teilen. Ein offener Austausch ist oft der schnellste Weg zum Erfolg.

Sehen Sie MySpirulina am 30. März 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Sara Farzaneh und Ben Schwedhelm präsentieren mit „MySpirulina“ eine autarke Spirulina-Farm. Sie erhoffen sich ein Investment von 200.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Bildrechte/ Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Sara Farzaneh und Ben Schwedhelm für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum bleibt dein Parfum nie so lange, wie du es willst?

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SCHARFENSTEIN Duft-T-Shirts Mikroverkapselung Kai Sven Brehmer-Scharfenstein (l.) und Tim Scharfenstein präsentieren mit „SCHARFENSTEIN“ Textilien mit einzigartiger Mikroverkapselung die Duft speichern und freisetzen. Sie erhoffen sich ein Investment von 100.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile. Bildrechte/Fotograf RTL / Bernd-Michael Maurer

SCHARFENSTEIN entwickelt Duft-T-Shirts mit Mikroverkapselung und pitcht am 30. März 2026 in der Höhle der Löwen

Wie ist das Startup SCHARFENSTEIN entstanden und welche Personen stehen dahinter?

„Unser Startup entstand aus einer Idee, die ganz entspannt auf der Couch abends geboren wurde. Tim Scharfenstein, 24, und ich, Kai Brehmer-Scharfenstein, 30, wollten schon immer etwas Eigenes aufbauen. Tim bringt seine Erfahrung aus der Pharmabranche ein, ich habe als Medizinstudent die wissenschaftliche Expertise.
Wir haben uns gefragt: Warum gibt es eigentlich keine Möglichkeit, Duft dauerhaft in Kleidung zu integrieren? Die Idee war geboren – ein T-Shirt, das den Lieblingsduft über den Tag verteilt abgibt. Nach langer Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern haben wir unsere Technologie entwickelt: Mikroverkapselungen, die direkt in die Fasern des Textils eingebracht werden und jederzeit durch das Aufsprühen des eigenen Parfums wieder aufgeladen werden können.

Das ersetzt nicht die Wäsche, sondern sorgt dafür, dass man sich den ganzen Tag über wohlfühlt und der Duft anhält – ein Problem, das wohl jeder kennt, der sein Parfum morgens aufträgt und nach ein paar Stunden nichts mehr davon merkt. Unsere Technologie macht genau das möglich und sorgt dafür, dass man sich den ganzen Tag angenehm riechend fühlt.“

In welcher Branche ist das Unternehmen SCHARFENSTEIN tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

„Ursprünglich haben wir mit unseren Duft-T-Shirts gearbeitet und die Technologie vor allem im B2B-Bereich lizenziert. Dabei konnten Unternehmen die Mikroverkapselung in eigenen Produkten nutzen, zusätzlich wurden die T-Shirts auch direkt an Endkunden verkauft.
Nach vielen Gesprächen und Feedback haben wir uns entschieden, diesen Bereich einzustellen und uns auf unsere eigentliche Leidenschaft zu konzentrieren: evidenzbasierte Nahrungsergänzungsmittel im Longevity-Markt. Unser Fokus liegt auf wissenschaftlich fundierten Mikronährstoffen, die Alterungsprozesse unterstützen und sich einfach in den Alltag integrieren lassen.“

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung von SCHARFENSTEIN? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

„Am Anfang stand ein sehr alltägliches Problem: Wer kennt es nicht – man sprüht sein Parfum morgens auf, doch nach ein paar Stunden ist der Duft kaum noch wahrnehmbar. Wir wollten eine Lösung schaffen, mit der der Lieblingsduft den ganzen Tag anhält.
Daraus entstand die Idee für unsere Duft-T-Shirts mit Mikroverkapselung – eine Technologie, die den Duft direkt in die Fasern integriert und ihn über Reibung und Wärme wieder abgibt. Das war eine echte Marktlücke, denn so etwas gab es bisher noch nicht.
Diese Idee hat uns zunächst angetrieben und uns bis zu Die Höhle der Löwen gebracht. Gleichzeitig hat uns die Reise gezeigt, welche Themen uns wirklich begeistern – und so sind wir heute im Bereich Longevity aktiv.“

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

„Unsere Technologie basiert auf einer speziellen Mikroverkapselung, die direkt in die Fasern des Textils eingebracht wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Mikrokapseln, die nach einmaliger Nutzung zerstört werden, können unsere Kapseln wieder aufgeladen werden – einfach durch das Aufsprühen des eigenen Parfums.
Die Kapseln reagieren auf Wärme und Reibung und geben den Duft über den ganzen Tag kontrolliert ab. So bleibt das Shirt angenehm riechend, ohne dass man ständig nachsprühen muss.
Was unser Konzept wirklich besonders macht, ist die Kombination aus Langlebigkeit, Personalisierung und Alltagstauglichkeit: Jeder kann seinen Lieblingsduft auftragen, das Shirt speichert ihn und setzt ihn über Stunden frei. Das war vorher so auf dem Markt nicht möglich und zeigt, wie innovative Materialtechnologie und ein praktischer Nutzen Hand in Hand gehen.“

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

„Mit unseren Duft-T-Shirts hatten die Nutzerinnen und Nutzer den klaren Vorteil, dass ihr Lieblingsduft den ganzen Tag über anhielt – ohne dass sie ständig nachsprühen mussten. Das Shirt reagierte auf Wärme und Bewegung und gab den Duft kontrolliert ab, was im Alltag wirklich praktisch war.
Auch wenn wir dieses Produkt inzwischen eingestellt haben, war die Erfahrung unglaublich wertvoll: Wir haben gelernt, wie man innovative Technologien für den Alltag nutzbar macht und echte Probleme löst. Diese Expertise fließt jetzt in unsere aktuelle Mission ein – die Entwicklung von evidenzbasierten Nahrungsergänzungsmitteln im Longevity-Bereich, die Menschen langfristig und einfach unterstützen.“

Welche Vision verfolgt das Unternehmen? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

„Wir sind der festen Überzeugung: Gesundheit ist kein Zufall. Prävention wird in Deutschland viel zu klein geschrieben – genau da möchten wir ansetzen. Unsere Vision ist es, Prävention für jeden zugänglich zu machen und wissenschaftlich fundierte Unterstützung für ein gesundes Altern in den Alltag zu bringen.
Mit unserem ALL-IN-ONE Longevity Zellkomplex haben wir bereits einen ersten Schritt gemacht. In den kommenden Jahren wollen wir unsere Produktpalette weiter ausbauen, weitere wissenschaftlich fundierte Mikronährstoff-Kombinationen entwickeln und unsere Reichweite national und international vergrößern. Unsere Mission ist klar: Menschen dabei zu unterstützen, länger gesund, und selbstbestimmt zu leben – und dafür nutzen wir jetzt unsere Aufmerksamkeit, Erfahrung und Expertise.“

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

„Wir haben uns entschieden, bei Die Höhle der Löwen mitzumachen, weil es eine einmalige Chance war, unsere Idee vor Millionen von Menschen zu präsentieren. Unsere Duft-T-Shirts standen für ein Produkt, hinter dem wir mit viel Herzblut standen. Wir hatten eine Technologie entwickelt, die es so bisher noch nicht gab – Mikroverkapselungen, die den Lieblingsduft den ganzen Tag über abgaben und sogar wieder aufgeladen werden konnten.
Für uns ging es dabei nicht nur um ein Investment, sondern vor allem darum, unsere Vision und Innovation sichtbar zu machen. Wir wollten ehrliches Feedback bekommen, neue Perspektiven kennenlernen und potenzielle Partner finden, die uns halfen, die Technologie weiterzuentwickeln und zu verbreiten.

Es war eine Gelegenheit, zu zeigen, dass man alltägliche Probleme kreativ lösen kann, und gleichzeitig die Menschen mitzunehmen auf unsere Reise. Die Höhle der Löwen bot uns genau diese Bühne – und wir waren überzeugt, dass unsere Leidenschaft, unser Know-how und unsere Idee dort die Aufmerksamkeit bekommen würden, die sie verdient.“

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

„Auf unserem bisherigen Weg haben wir unglaublich viel gelernt – sowohl über Produkte als auch über uns selbst als Gründer. Mit den Duft-T-Shirts haben wir eine völlig neue Technologie entwickelt und erlebt, wie wichtig es ist, dass Innovation nicht nur clever, sondern auch alltagstauglich sein muss.
Die Teilnahme bei Die Höhle der Löwen hat uns gezeigt, wie wertvoll ehrliches Feedback ist. Wir haben gelernt, unsere Idee klar zu kommunizieren, Perspektiven von Experten einzuholen und kritisch zu hinterfragen, welche Produkte und Märkte wirklich zu unserer Mission passen.
Vor allem aber wurde uns bewusst, dass unsere eigentliche Leidenschaft in der Wissenschaft und Medizin liegt. Diese Erkenntnis hat uns dazu gebracht, den Fokus zu wechseln und unsere Expertise nun auf den Longevity-Bereich zu richten – mit Nahrungsergänzungsmitteln, die wissenschaftlich fundiert, praktisch im Alltag einsetzbar sind.“

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

„Unser wichtigster Rat an andere Gründerinnen und Gründer ist: Gebt niemals auf, auch wenn es Rückschläge gibt. Wer eine Vision hat, darf groß denken und sollte sich voll und ganz darauf einlassen. Gleichzeitig ist es wichtig, den Markt zu beobachten und regelmäßig zu reflektieren, um die Idee anzupassen, ohne vom eigentlichen Gedanken abzukommen.
Und eines möchten wir besonders betonen: Auch wenn man mal hinfällt, ist das kein Versagen. Fehler und Rückschläge gehören zum Gründerleben dazu – man kann immer weitermachen, lernen und stärker werden. Unsere Erfahrung zeigt: Leidenschaft, Ausdauer und Reflektion sind die Schlüssel, um eine Vision erfolgreich umzusetzen.“

Sehen Sie SCHARFENSTEIN am 30. März 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Kai Sven Brehmer-Scharfenstein (l.) und Tim Scharfenstein präsentieren mit „SCHARFENSTEIN“ Textilien mit einzigartiger Mikroverkapselung die Duft speichern und freisetzen. Sie erhoffen sich ein Investment von 100.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile. Bildrechte/Fotograf RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Kai Sven Brehmer-Scharfenstein und Tim Scharfenstein für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz

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Mitarbeitende stärken mit OpenUp für mentales Wohlbefinden Gijs Coppens

OpenUp sichert sich 20 Millionen und will europäischer Champion werden

Die europäische Mental Wellbeing Plattform OpenUp erhält ein Investment von 20 Millionen Euro. Angeführt wird die Runde mit 18 Millionen vom belgischen Venture Capital Fonds Smartfin. Bestandsinvestor Rubio Impact Ventures aus den Niederlanden beteiligt sich mit zwei Millionen.

OpenUp ist derzeit in den Niederlanden, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Belgien aktiv und betreut mehr als 2.000 Unternehmen mit insgesamt 600.000 Mitarbeitenden und deren Angehörigen. Das frische Kapital soll das Wachstum auf dem deutschen Markt stärken sowie eine mögliche Expansion in neue europäische Märkte vorbereiten auf Basis eines bereits profitablen und validierten Geschäftsmodells.

Hoher Bedarf trifft auf überlastetes Gesundheitssystem

Rund 30 Prozent der Beschäftigten in der EU berichten von Stress, Depressionen oder Angstsymptomen. Hinzu kommt ein struktureller Wandel durch KI und geopolitische Unsicherheiten, der den Druck auf Mitarbeitende weiter erhöht. Doch die hohe Nachfrage nach psychologischer Betreuung kollidiert vielerorts mit überlasteten Versorgungsstrukturen des öffentlichen Gesundheitssystems. Die Problematik wirkt sich dadurch stärker auf die Unternehmen aus, die für jeden Beschäftigten, der unter mentalen Gesundheitsproblemen leidet, Kosten von durchschnittlich 2.300 Euro aufgrund von Krankheitstagen tragen müssen.

OpenUp bietet Unternehmen eine Plattform, über die Mitarbeitende unkompliziert Zugang zu Psycholog:innen, Lifestyle Coaches und Finanzexpert:innen erhalten ohne Wartelisten, anonym und in über 35 Sprachen. In Deutschland zählen STRABAG, Statista und Decathlon zu den größten Kunden.

„Arbeitgeber übernehmen eine immer größere Verantwortung für das mentale Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden. Gleichzeitig verändert KI grundlegend die Art, wie wir arbeiten. Unternehmen sollten sich damit auseinandersetzen, wie sie ihre Mitarbeitenden bei dieser Transformation bestmöglich begleiten genau dabei unterstützen wir“, sagt Gründer Gijs Coppens. Der ausgebildete Psychologe und ehemalige Ingenieur ist überzeugt: „Niederschwellige professionelle Beratung für Mitarbeitende sollte in jedem Unternehmen Normalität sein.“

Investor sieht Skalierbarkeit mit Menschlichkeit und KI

Jürgen Ingels, Gründer von Smartfin, begründet das Investment:

„OpenUp verbindet von Anfang an menschliche Nähe mit Technologie. Wir sind überzeugt, dass dieser Ansatz kombiniert mit dem verantwortungsvollen Einsatz von KI mentale Unterstützung zugänglich und skalierbar macht.“

Das Kapital soll OpenUps europäische Expansionsstrategie stärken sowie den Ausbau des Produkt und Expert:innenportfolios vorantreiben.

Bild Gijs Coppens Bildcredits: OpenUp

Quelle getpress GmbH

 

MatheBuddy gewinnt und zieht ins Finale ein

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Start up BW Elevator Pitch MatheBuddy gewinnt Bildcredits/Fotograf: Sinem Ertürk - green bee design

Bühne frei für Innovation Viktor Becker gewinnt den Regional Cup Böblingen des Start up BW Elevator Pitch 2025 26

Mit dem Gründungswettbewerb Start up BW Elevator Pitch sucht das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden Württemberg in der neuen Wettbewerbsrunde 2025 26 wieder nach den besten Geschäftsideen und engagiertesten Gründerinnen und Gründern im Land. In ganz Baden Württemberg finden dazu Cups statt, die von engagierten Partnern vor Ort organisiert werden und als Vorentscheide für das Landesfinale dienen.

Der Regional Cup Böblingen fand am 19.03.2026 in Böblingen statt. Viktor Becker mit MatheBuddy setzte sich mit seiner Geschäftsidee einer digitalen 1 zu 1 Mathe Lernbegleitung für zuhause gegen die Konkurrenz durch und sicherte sich damit das Ticket für das Landesfinale.

Dr. Nicole Hoffmeister Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus: „Ich freue mich, dass der Landkreis Böblingen Gründerinnen und Gründern mit dem Vorentscheid eine Bühne für ihre innovativen Ideen bietet. Formate wie der Start up BW Elevator Pitch zeigen, wie viel Kreativität und Unternehmergeist in Baden Württemberg stecken.“

Glückwünsche der Wirtschaftsministerin

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister Kraut gratuliert dem Siegerteam:
„Herzlichen Glückwunsch an Viktor Becker von MatheBuddy Ich freue mich, dass der Landkreis Böblingen Gründerinnen und Gründern mit dem Vorentscheid die Möglichkeit bietet, ihre innovativen Geschäftsideen einem breiten Publikum zu zeigen. Gründerinnen und Gründer prägen mit ihren Ideen die Zukunft unserer Wirtschaft. Mit unserer Landeskampagne Start up BW möchten wir sie dabei bestmöglich unterstützen von der ersten Idee bis zum erfolgreichen Geschäftsmodell.

Der Start up BW Elevator Pitch schafft dafür eine ideale Plattform Hier können junge Unternehmen ihre Konzepte frühzeitig präsentieren Feedback erhalten und wertvolle Kontakte für ihre weitere Entwicklung knüpfen.“

Zehn Teams präsentieren ihre Ideen

Beim Regional Cup Böblingen präsentierten 10 Teams ihre Geschäftsideen vor einer Fachjury und dem Publikum.

Zum Start up BW Elevator Pitch

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden Württemberg richtet den Wettbewerb Start up BW Elevator Pitch seit 2013 als Teil der Landeskampagne Start up BW aus. Die Teilnehmenden haben wenige Minuten Zeit Jury und Publikum von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Die Gewinnerinnen und Gewinner der Regional Cups qualifizieren sich für das Landesfinale das einmal jährlich stattfindet.

Kriterien für die Teilnahme am Landesfinale

Mindestalter 18 Jahre am Tag des Vorentscheids
Aktive Arbeit an der Geschäftsidee nicht länger als fünf Jahre
Reale Geschäftsidee keine fiktive Gründung
Standort des Unternehmens in Baden Württemberg
Teilnahme mit einer neuen Idee

Weitere Informationen

www.startupbw.de/elevatorpitch

Bildcredits/Fotograf: Sinem Ertürk – green bee design

Quelle Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus

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