Mittwoch, April 8, 2026
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Millioneninvestment für Münchner Energie-Startup

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TWAICE erhält Millionenfinanzierung für Batterieanalytik TWAICE CEO Dr Stephan Rohr

Vorausschauende Batterieanalytik für schnellere Energiewende

Europäische Investitionsbank investiert 24 Millionen Euro in TWAICE

TWAICE, ein führender Anbieter von Batteriespeicheranalytik, hat sich eine Finanzierung in Höhe von 24 Millionen Euro von der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Form eines langfristigen Darlehens und unterstützt durch das InvestEU-Programm gesichert. Die Finanzierung soll das Wachstum von TWAICE beschleunigen.

Wachsende Nachfrage nach prädiktiver Batterieanalytik

Die fortschreitende Elektrifizierung treibt die Märkte für Batteriespeichersysteme (BESS) und Elektrofahrzeuge (EV) stark voran und damit auch die Nachfrage nach prädiktiver Analytik und fundierter Batterie-Expertise. Mithilfe prädiktiver Analytik können Batterieentwickler Degradation frühzeitig erkennen, die Leistung optimieren und die Lebensdauer verlängern, was für zuverlässige, sichere und kosteneffiziente elektrische Speicherlösungen entscheidend ist. Durch die Auswertung umfangreicher Echtzeit- und historischer Daten werden Innovationen in den Bereichen Zelldesign, Steuerungssoftware und Ressourcennutzung beschleunigt, sodass bessere Batterien schneller und zu niedrigeren Gesamtbetriebskosten auf den Markt gebracht werden können.

EIB-Finanzierung als Wachstumstreiber für TWAICE

Ein Bild, das Kleidung, Person, Im Haus, Wand enthält.
KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.

„Die langfristige Finanzierung durch die EIB hilft uns, unser Wachstum, das wir bereits sehen, weiter zu beschleunigen“, sagt Dr. Stephan Rohr, Co-CEO von TWAICE, und führt fort: „Wenn Speicherbetreiber ihre Flotten vergrößern, benötigen sie einen Betrieb, der genauso mitwächst. Auf Basis tiefer Batterie-Expertise unterstützen wir Teams dabei, Performance und Profitabilität zu steigern, bei deutlich weniger manuellem Aufwand.“

Batterien als Schlüssel für Europas Energiezukunft

„Batterien sind das Herzstück von Europas umweltfreundlicher Energiezukunft. Sie treiben die Elektromobilität an, stabilisieren die Netze mit erneuerbarer Energie und machen unsere Versorgungsnetze widerstandsfähiger. Mit der Unterstützung von TWAICE stärken wir nicht nur die technologische Führungsrolle Europas in der modernen Batterieanalytik, sondern fördern auch Innovationen, die eine intelligentere und effizientere Nutzung umweltfreundlicher Energie in der gesamten Wirtschaft ermöglichen. Diese Investition ist Teil des umfassenderen Engagements der EIB, bahnbrechende Technologien zu beschleunigen, die die Dekarbonisierung vorantreiben, die Energieunabhängigkeit stärken und dazu beitragen, hochleistungsfähige Batterielösungen in Europa und weltweit zu verbreiten“, so Nicola Beer, Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank.

Operative Herausforderungen im BESS-Betrieb

Mit dem steigenden Anteil von Solar- und Windenergie wächst der Bedarf an Batteriespeichern. Doch mit dieser Entwicklung entstehen neue operative Herausforderungen: Teams müssen mehr Anlagen mit gleichbleibenden Ressourcen betreiben und dabei Sicherheit, Verfügbarkeit und Erträge absichern. Laut den Ergebnissen der neuen TWAICE-Umfrage unter BESS-Profis erleben 45 % der Betreiber mindestens einmal im Monat unerwartete Probleme vor Ort. TWAICE unterstützt Betreiber daher mit betriebstauglicher Analytik für Echtzeitentscheidungen, vorausschauender Wartung und die Automatisierung von Arbeitsabläufen.

Zusammenarbeit mit Batterieherstellern und EV-OEMs

Neben dem BESS-Geschäft arbeitet der Geschäftsbereich TWAICE Battery Experts eng mit führenden Batterieunternehmen und EV-OEMs zusammen. Unternehmen binden Batterieinformationen in ihre Produkte ein, von der Analyse auf Zellebene bis zu Leistungskennzahlen während des Betriebs.

Skalierung des internationalen Geschäfts

Die EIB-Finanzierung unterstützt TWAICE dabei, die Produktentwicklung zu beschleunigen und den internationalen Kundenstamm auszubauen. Betreiber wollen zunehmend weg von reaktiver Fehlerbehebung hin zu einem proaktiven, datengetriebenen Betrieb. Das BESS-Geschäft von TWAICE hat sich im Jahr 2025 fast verdreifacht, ein deutliches Zeichen für die wachsende Nachfrage nach operativen Lösungen, mit denen Betreiber ihre Flotten sicher und effizient skalieren können. Für BESS-Betreiber zeigt sich der Nutzen in der verfügbaren Speicherleistung und der Arbeitsbelastung. Durchschnittlich konnten Kunden mithilfe von TWAICE ihre verfügbare Speicherleistung um 5 % verbessern. Gleichzeitig sorgen automatisierte Reports und Arbeitsabläufe für 80–90 % weniger Analysezeit pro Anlage.

Bild TWAICE Co-CEO Dr. Stephan Rohr @TWAICE

Quelle PR13

Wie kann unser Umgang mit Lebensmitteln im Alltag bewusster werden?

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Seal it! Lebensmittel Nachhaltigkeit im Alltag Teambild

Seal it! entwickelt nachhaltige Küchengeräte, mit denen Lebensmittel länger frisch bleiben und bewusster genutzt werden können

Was ist Seal it! und wer sind die Menschen hinter dem Startup?

Seal it! ist ein Online-Shop für innovative, nachhaltige Küchengeräte, den ich im Herbst 2024 gemeinsam mit zwei guten Freunden gegründet habe. Wir entwickeln Geräte, die praktisch, klein und hochqualitativ sind und als durchdachtes Ökosystem zusammenpassen, statt ein zufälliges Sammelsurium an Küchengeräten zu sein.

Wie ist die Idee entstanden, mit Seal it! eine Lösung gegen Lebensmittelverschwendung zu entwickeln?

Die Idee ist während einer gemeinsamen Höhlenexpedition in Vietnam entstanden, wo wir fünf Tage ohne Tageslicht und Internet viel Zeit zum Nachdenken hatten. Dort wurde der Wunsch konkret, zusammen ein Unternehmen zu gründen, und kurz danach haben wir erkannt, wie viel Spielraum es bei Küchengeräten für echte Verbesserungen gibt. Das war der Grundstein für Seal it! und unseren Fokus auf weniger Lebensmittelverschwendung.

Welche persönliche Motivation treibt euch an, Frische und Nachhaltigkeit im Haushalt neu zu denken?

Uns treibt vor allem Nachhaltigkeit an, weil wir Lebensmittel länger genießbar machen möchten, statt sie wegzuwerfen. Unsere Produkte sollen Frische alltagstauglich verlängern und damit bewusstes Konsumverhalten erleichtern, und zusätzlich spenden wir pro Bestellung für die Säuberung der Weltmeere und konnten so bereits über 500.000 m² Meeresfläche mitreinigen.

An wen richtet sich Seal it! konkret und welche Probleme im Küchenalltag wollt ihr damit lösen?

sealit.shop richtet sich im Grunde an sehr viele Haushalte, weil die Einsatzgebiete breit sind und sich an unterschiedliche Lebenssituationen anpassen. Wir lösen typische Küchenprobleme wie zu kurze Haltbarkeit, unpraktische Aufbewahrung, Platzmangel und unnötigen Verpackungsmüll. Vom Aufbewahren geöffneter Babynahrung über Pflanzenmilch im Kühlschrank bis hin zur trockenen Lagerung von Ernte aus dem Garten.

Wie sorgt euer Vakuumierkonzept dafür, dass Lebensmittel länger haltbar bleiben und einfacher aufbewahrt werden?

Unser Konzept funktioniert, indem der Sauerstoff aus dem Glas entfernt wird, wodurch Oxidation deutlich reduziert wird und Lebensmittel länger frisch bleiben. Gleichzeitig entsteht eine sehr trockene Umgebung im Glas, was besonders bei Trockenlagerung hilft, und durch die Aufbewahrung im Glas wird das Handling im Alltag einfacher und ordentlicher.

Was unterscheidet Seal it! von klassischen Aufbewahrungslösungen oder anderen Vakuumierprodukten am Markt?

Der größte Unterschied ist, dass wir im Glas vakuumieren statt in Plastikbeuteln, was mehrere praktische Vorteile bringt. Es geht schneller, weil keine Beutel vorbereitet werden müssen, es ist wiederverwendbar, flüssige Lebensmittel wie Suppen lassen sich problemlos vakuumieren, und das System ist insgesamt platzsparender und nachhaltiger als viele klassische Vakuumierlösungen.

Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und bewusster Konsum in eurer Produktentwicklung?

Nachhaltigkeit ist bei uns kein Zusatz, sondern das zentrale Kriterium bei jeder Produktentscheidung. Wir entwickeln Produkte so, dass sie wiederverwendbar sind, Abfall reduzieren und in ein stimmiges Ökosystem passen. Aktuell arbeiten wir an Adaptern und Deckeln, damit möglichst viele Gläser – auch die, die Kundinnen und Kunden bereits zuhause haben – mit dem EcoSeal Pro kompatibel werden.

seal it! produktbild gruppe Seal it! Lebensmittel Nachhaltigkeit im Alltag

Mit welchen Herausforderungen seid ihr als Startup bisher konfrontiert gewesen und wie geht Seal it! damit um?

Am Anfang hatten wir typische Startup-Hürden wie wenig Startkapital, wenig Branchenerfahrung und viele rechtliche Anforderungen. Weil wir von Buchhaltung über Produktentwicklung und IT bis Marketing vieles selbst gemacht haben, sind Fehler passiert, die auch Geld gekostet haben, aber genau dadurch war die Lernkurve extrem steil und wir konnten Prozesse schnell verbessern und professionalisieren.

Wie wollt ihr eure Vision in den kommenden Jahren weiter vorantreiben und welche Entwicklungen sind geplant?

Wir wollen unser Ökosystem konsequent ausbauen und weitere Geräte entwickeln, die zu den bestehenden Produkten passen und echte Probleme im Alltag lösen. Als nächster großer Schritt kommt der Yog it! ab Ende März. Ein moderner Inkubator, der mit unseren Gläsern kompatibel ist und mit Starterkulturen mit nur rund zwei Minuten Vorbereitung eigen erzeugtes Joghurt ermöglicht.

Welche Rückmeldungen aus eurer Community haben euch bislang besonders geprägt?

Besonders geprägt hat uns, wie stark Kundinnen und Kunden unseren Support hervorheben und wie sehr das die gesamte Kauf-Experience verbessert. Dieses Feedback bestätigt uns darin, bewusst Zeit und Budget in Kundensupport zu investieren, weil Vertrauen, Hilfe bei Fragen und ein gutes Gefühl nach dem Kauf langfristig den größten Unterschied machen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr Gründerinnen und Gründern geben, die ein nachhaltiges Produkt auf den Markt bringen möchten?

Erstens sollte man Kundinnen und Kunden nicht als Einmalkäufer betrachten, denn die Zeit nach dem Kauf entscheidet, ob Menschen weiterempfehlen und eine Marke wachsen kann. Zweitens muss man Steuern und Cashflow sehr genau steuern, weil gerade die Umsatzsteuer bei starkem Wachstum schnell zu gefährlichen Zahlungslücken führen kann. Drittens lohnt es sich, am Anfang möglichst viel selbst zu machen, weil man so in jedem Bereich Grundverständnis aufbaut, das später bei Hiring, Outsourcing und strategischen Entscheidungen enorm hilft.

Bildcredits: @privat

Wir bedanken uns bei Philip Jeschek für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Seal it!

seal it logo schwarz weiss

Kontakt:

Seal it!
Hofgasse 5
2201 Seyring
Österreich

www.sealit.shop
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Ansprechpartner: Philip Jeschek

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Warum bleibt effiziente Dämmung die Ausnahme?

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V21 Dämmung Edelstahl für energieeffiziente Gebäude Teambild

Wie ist V21 entstanden und welche Rollen übernehmen Roland Wiedenroth und Dr. Jens Struckmeier heute im Unternehmen?

V21 wurde 2019 in Hamburg gegründet – aus der Vision, die Dämmstoffindustrie grundlegend zu verändern. Roland Wiedenroth ist Co-Founder und CEO und verantwortet Strategie, Finanzierung und Markteintritt. Dr. Jens Struckmeier ist Co-Founder und CIO und treibt Technologie-Strategie, Innovation und IP voran.

Was war der konkrete Auslöser, sich bei V21 mit dem Thema Dämmung neu auseinanderzusetzen?

Die initiale Idee vor der Gründung von V21 war es, eine Wärmedämmung mit Hilfe sehr dünnwandiger evakuierter Glasröhrchen herzustellen. Grundlage dafür war ein Patent, in dessen Kern der Verbund vieler kleiner Thermoskannen stand. Die große Herausforderung war zu diesem Zeitpunkt jedoch die Skalierung der Produktion. Doch diese Vorarbeit hat den Grundstein für die Technologie der „flachen Thermoskanne“ von heute gelegt.
Diese Lösung adressiert ein klares Marktversagen: Es gibt bis heute kein Material, das hohe Dämmleistung, Robustheit, lange Lebensdauer und Kreislauffähigkeit vereint – obwohl Europa jährlich über 110 Milliarden Euro durch unzureichend gedämmte Gebäude verliert.

Welche Vision verfolgt V21 mit der Edelstahl-Vakuumdämmung und welches Problem soll damit langfristig gelöst werden?

Wir haben die Thermoskanne flach gemacht und bringen sie an die Wand: V21 entwickelt die weltweit erste dauerhaft stabile, kreislauffähige Hochleistungsdämmung aus Edelstahl. Langfristig wollen wir Energieverluste und CO₂-Emissionen dort reduzieren, wo sie besonders relevant sind: in Gebäuden, Logistik und Speicherinfrastruktur – als Baustein zur Erreichung globaler Klimaziele.

Für welche Zielgruppen ist die Lösung von V21 besonders relevant, etwa in der Sanierung, Logistik oder E-Mobilität?

Im Fokus stehen B2B-Anwender, für die Platz, Energieeffizienz und CO₂-Kosten entscheidend sind:
Modularer Gebäudebau (Wohn-, Büro-, Schulmodule)
Sanierung von Bestandsgebäuden, insbesondere Vorhangfassaden
Im nächsten Schritt folgen Kühlcontainer-Logistik, saisonale Wärmespeicher und Batterietechnik für E-Fahrzeuge – langfristig auch der traditionelle Neubau.
Ein weiteres sehr spannendes Feld sind Brandschutzanwendungen, hier haben wir durch unser Basismaterial bereits einen entscheidenden Vorteil.

Wie stellen Sie sicher, dass die Bedürfnisse dieser Anwender in sehr unterschiedlichen Einsatzfeldern erfüllt werden?

Wir starten bewusst in Märkten mit hohem Standardisierungsgrad und festgelegten Modulgrößen – das erleichtert Skalierung und Produkt-Fit. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit Partnern und Pilotkunden zusammen und entwickeln Produktlinien, die auf derselben Kerntechnologie basieren.

Was unterscheidet die Dämmtechnik von V21 fundamental von bestehenden Lösungen am Markt?

ZeroCoreVac kombiniert Eigenschaften, die sonst nicht zusammengehen:
Ultradünn: ca. 3 cm statt 30 cm bei gleicher Dämmwirkung
Hocheffizient: bis zu 60 % Energieeinsparung
Langlebig: 50+ Jahre, extrem robust, nicht brennbar
Zirkulär: wiederverwendbar und vollständig recycelbar
Dazu kommt: Edelstahl macht die Paneele sehr mechanisch belastbar und wetterbeständig – eine Kombination, die bisher kein anderer Dämmstoff erreicht.

Welche Herausforderungen gab es bei der Entwicklung der flachen Vakuumdämmung ohne Stützstruktur?

Die Herausforderung lag darin, ein dauerhaft stabiles Hochvakuum in einer flachen Bauform industriell herstellbar zu machen – mit dauerhaft dichter Hülle, hoher Präzision und Serienfähigkeit, ohne die typischen Schwächen klassischer VIPs (Empfindlichkeit, geringe Formate, Alterung).

Welche Rolle spielen Brandschutz, Recyclingfähigkeit und Regulierung für die strategische Ausrichtung von V21?

Eine absolut zentrale Rolle. Regulatorik und steigende Anforderungen (u. a. aus Dekarbonisierung und Gebäudestandards) erhöhen den Druck auf Materialien, die brennbar, fossilbasiert oder schwer recycelbar sind. Edelstahl ist nicht brennbar und voll wiederverwendbar – das ist für uns kein „Nice-to-have“, sondern Kern des Produktdesigns.

Warum hat sich V21 bewusst für Pilotanwendungen wie Fassaden, Container oder Batteriespeicher entschieden?

Weil man dort den Mehrwert sofort sieht: Platzgewinn, Energieeinsparung und Performance. Gerade im modularen Bau und in Vorhangfassaden sind die Anforderungen an Raumausnutzung und Standardisierung hoch – ideal, um Technologie schnell in die Anwendung zu bringen und skalierbar zu machen.

Welche nächsten technologischen oder marktnahen Entwicklungsschritte plant V21 in den kommenden Jahren?

Mit der aktuellen Finanzierungsrunde treiben wir den Sprung von TRL 5 auf TRL 7: Wir realisieren Pilotprojekte, bauen Pilotproduktion und Anwendungspartnerschaften aus – und starten die ersten Lizenzumsätze. Parallel arbeiten wir an weiteren Produktlinien (Reefer, Storage, Flex).

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die an tiefgreifenden Industrieinnovationen arbeiten?

Ein wichtiger Faktor ist es, an die Innovation zu glauben. Es gibt immer mehr Zweifler als Macher. Ohne Resilienz wird es daher nicht funktionieren. Als Gründer sollte eine gut ausgeprägte Leidensfähigkeit mitgebracht werden.
Das Team ist der entscheidende Faktor. Die Idee kann noch so gut sein, ohne die richtigen Leute ist es fast unmöglich, diese erfolgreich umzusetzen.
Rechtzeitig Feedback vom Markt einholen, ohne die IP des Produktes zu verletzen. Anpassungsfähigkeit geht hier über Stolz.

Bild: Teambild @ V21

Wir bedanken uns bei Roland Wiedenroth und Dr. Jens Struckmeier für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie starke Brands Trends und Popkultur für Kampagnen nutzen

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Kampagnen Trends Geschwindigkeit als Erfolgsfaktor Heiko Guksch credits Maria schulz

Und warum Geschwindigkeit dabei entscheidend ist

Viele der erfolgreichsten Kampagnen stehen nicht Anfang Januar im Kampagnenkalender.
Sie entstehen nicht aus einem Jahresplan, sondern aus dem Moment heraus.

Plötzlich ist das Internet voll mit einer neuen Serien-Staffel.
Ein virales Video sorgt für Gesprächsstoff.
Ein unerwartetes Ereignis wird zum Meme.

Innerhalb kürzester Zeit greifen Marken diese Themen auf. Kreativ, humorvoll und sichtbar. Sie werden Teil eines Moments, über den ohnehin alle sprechen.

Diese Kampagnen haben eines gemeinsam:
Sie waren vorher nicht geplant.

Sie entstehen aus echten Marktdynamiken. Aus Trends, Hypes und kulturellen Momenten, die spontan Aufmerksamkeit bündeln. Marken, die schnell reagieren, profitieren davon. Marken, die zögern, verpassen den Moment.

Warum Trend- und Kulturmomente so gut funktionieren

Trend- und Kulturmomente funktionieren, weil sie Aufmerksamkeit bereits mitbringen. Menschen beschäftigen sich ohnehin damit. Marken müssen diese Aufmerksamkeit nicht neu erzeugen, sondern klug nutzen.

Popkultur ist dabei ein besonders starker Trigger. Serien, Filme oder virale Bilder schaffen sofort Kontext. Kampagnen müssen weniger erklären. Sie fühlen sich vertraut an und wirken relevanter als klassische Werbebotschaften.

Hinzu kommt ein emotionaler Effekt. Trendthemen sind oft aufgeladen. Sie lösen Freude, Überraschung oder Diskussionen aus. Inhalte werden schneller geteilt. Gespräche entstehen. Reichweite entsteht nicht nur durch Budget, sondern durch Beteiligung.

Erfolgreiche Kampagnen verkaufen in solchen Momenten nicht aggressiv. Sie zahlen auf Wahrnehmung ein. Sie wirken nahbar, humorvoll und kulturell anschlussfähig. Genau das macht sie so wirksam.

Warum viele Teams trotzdem zu langsam reagieren

Trotz dieser Effekte reagieren viele Unternehmen zu spät oder gar nicht. Der Grund ist selten fehlende Kreativität. Meist fehlt Struktur.

Kampagnenplanung ist in vielen Organisationen stark nach innen ausgerichtet. Budgets, Timings und Inhalte werden lange im Voraus festgelegt. Wenn ein Trend sichtbar wird, ist der Plan oft schon voll.

Hinzu kommt Unsicherheit. Trendthemen wirken flüchtig. Viele Teams fragen sich, ob ein Thema relevant genug ist oder zur Marke passt. Diese Diskussionen kosten Zeit. Und Zeit ist bei Trends der entscheidende Faktor.

Ein weiteres Problem ist fehlender Überblick. Trend- und Kulturmomente entstehen nicht an einem Ort. Sie kommen aus Popkultur, Medien, gesellschaftlichen Ereignissen oder saisonalen Effekten. Ohne systematische Beobachtung bleiben sie Zufallsfunde.

Das Ergebnis ist bekannt:
Im Nachhinein heißt es oft: „Hätten wir auch machen können.“

Was erfolgreiche Marken anders machen

Starke Marken akzeptieren, dass nicht jede Kampagne perfekt vorbereitet sein kann. Sie priorisieren Reaktionsfähigkeit. Geschwindigkeit wird zum strategischen Faktor.

Sie beobachten externe Signale kontinuierlich. Sie erkennen, wenn ein Thema Fahrt aufnimmt. Und sie entscheiden schnell, ob und wie sie einsteigen.

Dabei geht es nicht darum, jeden Hype mitzunehmen. Nicht jedes Thema passt zu jeder Marke. Erfolgreiche Teams wählen bewusst aus. Sie prüfen Kontext, Tonalität und Anschlussfähigkeit.

Wichtig ist auch die Art der Umsetzung. Die besten Kampagnen wirken nicht aufgesetzt. Sie greifen Stil, Sprache oder Humor eines Moments auf, ohne sich zu verbiegen. So entstehen Inhalte, die sich organisch anfühlen und nicht wie klassische Werbung.

Wie externe Signale strukturiert nutzbar werden

Damit Trend- und Kulturmomente nicht dem Zufall überlassen bleiben, brauchen Teams klare Prozesse. Aufmerksamkeit allein reicht nicht.

Externe Signale müssen systematisch beobachtet werden. Dazu gehören Trendthemen ebenso wie Events, Feiertage, Ferientage oder saisonale Muster. All diese Faktoren beeinflussen, wann Menschen offen für bestimmte Botschaften sind.

Der nächste Schritt ist die Übersetzung in umsetzbare Kampagnenideen. Ein Trend allein ist noch keine Kampagne. Erst durch die Kombination aus Timing, Incentives und einem passenden thematischen Aufhänger entsteht Relevanz.

Erfolgreiche Teams verankern diesen Prozess in ihrer Planung. Kampagnen werden nicht nur vorbereitet, sondern laufend hinterfragt und angepasst. So entsteht ein Gleichgewicht zwischen Planungssicherheit und Reaktionsfähigkeit.

Warum Geschwindigkeit zum Wettbewerbsvorteil wird

In einer Welt permanenter Reize ist Aufmerksamkeit begrenzt. Wer schnell reagiert, ist sichtbar. Wer zu lange wartet, wird irrelevant.

Geschwindigkeit bedeutet dabei nicht Aktionismus. Sie bedeutet Entscheidungsfähigkeit. Die Fähigkeit, externe Signale einzuordnen und rechtzeitig zu nutzen.

Trends und Popkultur sind kein Ersatz für langfristige Markenarbeit. Aber sie sind ein Verstärker. Sie machen Kampagnen relevanter, menschlicher und anschlussfähiger.

Für Gründer und Marketingverantwortliche ergibt sich daraus eine klare Erkenntnis:
Kampagnenerfolg entsteht nicht nur im Kampagnenplan. Er entsteht im Zusammenspiel mit dem Markt. Wer dieses Zusammenspiel versteht und strukturiert nutzt, verschafft sich einen echten Vorteil.

Bildcredits/Fotografin: Maria Schulz

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Kann Bezahlen wirklich so einfach werden wie eine App?

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Payline macht mobiles Bezahlen mit oneNow einfach Jackie und Tobi

Payline ist ein vollständig mobiles Bezahlsystem, das bargeldlose Zahlungen direkt über das Smartphone ermöglicht und den Zahlungsprozess für Händler:innen einfach, fair und transparent gestaltet. Als Teil des Pioneers Club entwickelt das Team Payline in engem Austausch mit Mentor:innen und Partnern weiter und treibt so den Aufbau einer modernen europäischen Payment-Infrastruktur voran

Wie ist Payline entstanden und wer sind die Menschen hinter der Idee eines vollständig mobilen Bezahlsystems?

Payline ist aus einer einfachen Frage entstanden. Tobi und ich haben uns gefragt, warum Bezahlen in Europa noch immer stark an Bargeld gebunden ist. Während meiner Zeit in China und später in der Schweiz habe ich erlebt, wie selbstverständlich mobiles Bezahlen dort bereits ist.

Daraus entstand unser Anspruch, bargeldlose Zahlungen für jeden einfach, fair und wirklich zugänglich zu machen.

Hinter Payline steht ein junges Team mit Erfahrung in FinTech sowie im Retail und in der Gastronomie. Durch meine Zeit bei luca und die enge Arbeit an POS Prozessen entwickeln wir Payline praxisnah und konsequent aus dem Alltag von Händler:innen und Nutzer:innen heraus.

Welche Vision verfolgen Sie mit Payline und wie möchten Sie den stationären Handel langfristig verändern?

Wir bauen die Grundlage für eine eigene, moderne europäische Payment-Infrastruktur. Ein System, das sich für Nutzer:innen so selbstverständlich anfühlt wie Kartenzahlung, aber wirklich europäisch gedacht ist, also souverän, sicher und fair.

Gleichzeitig ist unsere Vision sehr konkret. Wir möchten, dass die kleine Bäckerei, das Café oder der Marktstand genauso einfach Zahlungen annehmen können wie ein großer Konzern. Heute verlieren viele Händler:innen Zeit und Energie durch komplexe Verträge, intransparente Gebühren und veraltete Systeme.

Für welche Händler:innen ist Payline besonders geeignet und wie erfüllen Sie deren Wunsch nach einfachen und kostengünstigen Zahlungsprozessen?

Payline richtet sich besonders an Händler:innen, die heute oft zu kurz kommen, etwa mit kleinen Warenkörben, geringem Volumen oder schlechten Erfahrungen mit bestehenden Zahlungsanbietern gemacht haben. Viele von ihnen möchten bargeldlose Zahlungen anbieten, scheitern aber an hohen Kosten oder komplizierten Vertragsmodellen.

Genau hier setzen wir an. Payline läuft nativ auf dem Smartphone. Es braucht keine zusätzliche Hardware, keine Gerätmiete und keine Einstiegshürde. Mit unserer mobilen Zahlungsmethode oneNow machen wir den gesamten Zahlungsprozess so einfach und kosteneffizient wie möglich, ohne die Händler:innen in neue Abhängigkeiten zu bringen.

Wie gelingt es Ihnen, eine Lösung ohne Hardware, Grundgebühr und Vertragslaufzeit anzubieten, die trotzdem verlässlich funktioniert?

Wir haben Payline von heute aus gedacht und nutzen mit oneNow direkt die PSD2- und SEPA-Schnittstellen der EU. Dadurch umgehen wir viele Schritte klassischer Kartenzahlungen und können Transaktionen je nach Anwendungsfall bis zu zwanzigmal günstiger abwickeln.

Da Payline vollständig auf dem Smartphone läuft, ist keine zusätzliche Hardware notwendig. Gleichzeitig basiert unsere Infrastruktur auf etablierten europäischen Standards und ist dadurch sicher, stabil und verlässlich.

Was macht Payline einzigartig im Vergleich zu bestehenden bargeldlosen Zahlungssystemen?

Payline ist innovativ, ohne bestehende Gewohnheiten zu brechen. Unsere App kombiniert klassische Kartenzahlungen mit unserer Account-to-Account-Lösung oneNow. Händler:innen können beides anbieten und Kund:innen zahlen so, wie es sich für sie natürlich anfühlt.

Der Übergang passiert dabei ganz bewusst schrittweise. Über unsere Kunden-App mit Funktionen wie Cashback oder einfachen Peer-to-Peer-Zahlungen erleben Nutzer:innen, dass oneNow nicht nur günstiger, sondern auch praktischer ist. Viele wechseln dadurch ganz von selbst.

Diese Verbindung aus Vertrautem und Neuem macht Payline einzigartig. Wir respektieren bestehende Zahlungsgewohnheiten und öffnen gleichzeitig die Tür zur nächsten Generation von Payments.

Mit welchen Herausforderungen waren Sie beim Aufbau von Payline bisher konfrontiert und wie haben Sie diese gemeistert?

Der Payment-Markt ist groß, stark reguliert und komplex. Als junges Startup kann man hier schnell den Überblick verlieren. Uns war deshalb früh klar, dass wir diesen Weg nicht allein gehen. Wir haben uns von Anfang an einen großen deutschen Acquirer sowie mehrere Startups aus der Branche als strategische Partner gesucht.

Wie stellen Sie sicher, dass Zahlungen wirklich sicher bleiben, wenn alles über das Smartphone läuft?

Sicherheit ist für uns kein Feature, sondern die Grundlage von Payline. Entscheidend ist, dass das Geld zu jeder Zeit entweder auf dem Bankkonto der Kund:innen oder der Händler:innen liegt. Wir selbst halten niemals Kundengelder.

Unsere Lösung basiert auf etablierten europäischen Standards wie PSD2 und SEPA, wodurch wir mit über 5.000 EU Banken zusammenarbeiten können. Zusätzlich setzen wir bewusst auf ein europäisches Setup. Unsere Partner, Daten und Server befinden sich in Deutschland. Für uns bedeutet modernes Payment vor allem Transparenz, Sicherheit und Vertrauen.

Welche technologischen Weiterentwicklungen planen Sie für Payline?

Unser Ziel ist es, Payline schrittweise zu einer echten All-in-one-Plattform zu entwickeln, nicht nur fürs Bezahlen, sondern für den gesamten Zahlungs- und Verkaufsprozess.

Künftig wird sich Payline auch nahtlos in bestehende Terminal- und POS-Infrastrukturen integrieren lassen. So können wir perspektivisch auch größere Retail- und Gastro-Betriebe bedienen, ohne dass sie ihre Hardware austauschen müssen.

Darüber hinaus arbeiten wir an Funktionen rund um Loyalty, Cashback, Kundenkommunikation sowie After Sales Themen wie Belege oder Auswertungen. Wichtig ist uns dabei immer, dass jede neue Funktion Arbeit abnimmt und keine neue Komplexität schafft.

Wie möchten Sie das Bezahlen für kleine Läden langfristig attraktiver machen?

Langfristig soll Payline kleinen Läden nicht nur helfen, Zahlungen anzunehmen, sondern sie aktiv dabei unterstützen, mehr Umsatz und Stammkundschaft aufzubauen. Der Schlüssel dafür ist, mehr Kund:innen zu oneNow hinzubewegen, nicht durch Zwang, sondern durch echten Mehrwert.

Welche drei Ratschläge geben Sie anderen Gründerinnen im Zahlungsbereich?

Erstens, holt euch früh starke Partner an Bord. Der Payment-Markt ist hochreguliert und niemand gewinnt ihn allein.

Zweitens, validiert Idee und technisches Konzept, bevor ihr baut. Compliance-Fragen früh zu klären spart enorm viel Zeit.

Drittens, baut extrem nah an echten Nutzerproblemen. Wer Payments wirklich vereinfacht, hat langfristig die größte Chance, relevant zu bleiben.

Welche Rolle spielt der Pioneers Club für Payline?

Der Pioneers Club ist für uns aktuell ein wichtiger Incubator/Accelerator. Besonders wertvoll sind die Mentor:innen aus der Branche und der Zugang zu einem starken Netzwerk aus Expert:innen und Investor:innen, das uns hilft, schneller und fokussierter voranzukommen.

Welche Angebote nutzen Sie dort besonders intensiv?

Vor allem die Mentor:innen und die Events. Der direkte Austausch hilft uns, bessere Entscheidungen zu treffen und unser Netzwerk gezielt auszubauen.

Wie unterstützt Sie das Umfeld im Pioneers Club bei der Weiterentwicklung von Payline?

Die Atmosphäre ist offen, unternehmerisch und sehr praxisnah. Man trifft Menschen, die selbst bauen, skalieren oder investieren. Dadurch werden Gespräche schnell konkret und oft entstehen daraus direkt neue Partnerschaften.

Teambild Bildcredits Payline

Wir bedanken uns bei Jackie Weijie und Cheng Tobias Kuffert für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Payline

payline logo blue

Kontakt:

Payline GmbH
August-Bebel-Str. 89
D-14482 Potsdam

https://www.payline.one/
https://pos.payline.one/
info@payline.one

Ansprechpartner: Jackie W. Cheng

Social Media:
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Warum ist Einrichten für viele bis heute so unnötig aufwendig?

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CASA Einrichtungsservice Einrichtung Wohnen Konzepte. Carolin Nagel (l.) und Saskia Metzger (r.) Bildrechte: Isabel Zander, Easily Photography

CASA Einrichtungsservice bietet ganzheitliche Einrichtung für modernes Wohnen, bei der Einrichtung, Umsetzung und Organisation nahtlos zusammengedacht werden

Wie ist CASA Einrichtungsservice entstanden, und welche Menschen stehen heute hinter dem Unternehmen?

CASA Einrichtungsservice ist aus der Kombination von persönlichem Bedarf, einer tiefen Leidenschaft für Interior Design und fundierter Expertise aus der Immobilienbranche entstanden. Wir wollten Einrichtung ganzheitlich denken und einen Full-Service bieten, der Konzeption, Organisation und Umsetzung (alles aus einer Hand) verbindet – besonders für Vermieter, die auf konzeptionelle Expertise angewiesen sind. Hinter CASA stehen wir, Carolin und Saskia: Carolin mit Hintergrund in Design Management und Projekt- sowie Markenentwicklung, Saskia mit über zehn Jahren Erfahrung in Immobilien, Maklertätigkeit und Asset Management. Gemeinsam vereinen wir Designkompetenz, Struktur und Immobilien-Know-how und machen CASA zu einem professionellen Partner für ganzheitliche Einrichtungskonzepte.

Was war der persönliche Auslöser, Wohnraum nicht nur zu gestalten, sondern als ganzheitlichen Service zu denken?

Der Auslöser war die wiederholte Erfahrung, wie komplex und zeitintensiv das Thema Einrichtung für viele Menschen ist. Zeitmangel, mangelnde Kompetenz, eine Vielzahl an Entscheidungen sowie fehlende Abstimmung zwischen Planung, Einkauf und Umsetzung führen häufig zu ineffizienten Prozessen und unbefriedigenden Ergebnissen. Gleichzeitig zeigt sich branchenübergreifend, dass nachhaltige Lösungen nur dann entstehen, wenn Abläufe ganzheitlich gedacht und nicht auf einzelne Schritte reduziert werden. Wir haben erkannt, dass selbst ästhetisch überzeugende Konzepte nicht ausreichen, wenn der Prozess nicht konsequent zu Ende geführt wird. Es gibt viele sehr gute Interior Designer, deren Leistung jedoch oft bei der Planung endet.

Genau hier setzen wir an: mit dem Anspruch, Einrichtung als durchgängigen Service zu verstehen – von der ersten Idee über die vollständige Umsetzung bis hin zur schlüsselfertigen Übergabe. Darüber hinaus begleiten wir unsere Kundinnen und Kunden auch langfristig, etwa während der Haltedauer einer Immobilie. Dazu gehören unter anderem Abnahmen und Übergaben von Wohnungen sowie der Austausch oder die Erneuerung defekter Möbel und Einrichtungsgegenstände. So schaffen wir nachhaltige Lösungen, die über den Moment der Fertigstellung hinaus Bestand haben.

Welche Vision verfolgt CASA Einrichtungsservice, wenn es um modernes Wohnen und Einrichtung geht?

Unsere Vision ist es, Einrichtung als selbstverständlichen Bestandteil eines funktionierenden Wohnkonzepts zu etablieren – professionell, durchdacht und effizient. Modernes Wohnen bedeutet für uns nicht nur ästhetisch ansprechende Räume, sondern Lebensräume, die funktional, langlebig und flexibel auf unterschiedliche Lebenssituationen reagieren. Wir möchten weg von isolierten Einzellösungen und hin zu ganzheitlichen Einrichtungskonzepten, bei denen Design, Nutzung, Wirtschaftlichkeit und Werterhalt zusammengedacht werden. Einrichtung soll Prozesse vereinfachen, Zeit sparen und langfristig Qualität sichern – für Bewohner ebenso wie für Eigentümer und Vermieter. CASA Einrichtungsservice versteht sich dabei als Bindeglied zwischen Design und Immobilienwirtschaft. Unsere Vision ist es, Standards für modernes Wohnen mitzugestalten und Einrichtung als strategisches Instrument zu etablieren, das den Wert von Immobilien nachhaltig steigert und gleichzeitig echte Lebensqualität schafft.

An wen richtet sich Ihr Angebot vor allem, und welche Bedürfnisse Ihrer Kundinnen und Kunden stehen dabei im Mittelpunkt?

Im Mittelpunkt unseres Angebots stehen immer die individuellen Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden. Jede Wohnsituation, jede Nutzung und jede Zielgruppe bringt unterschiedliche Anforderungen mit sich – und genau darauf stimmen wir unsere Konzepte ab. Für uns gibt es keine Standardlösung – wir entwickeln effiziente Einrichtungskonzepte, die sich individuell an Nutzung, Budget, Zielgruppe und gewünschter Aufenthaltsdauer anpassen lassen. Unser Angebot richtet sich an alle, die eine möblierte Wohnlösung suchen.

Dazu zählen u. a. Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden ein komfortables Zuhause bieten möchten, ebenso private und institutionelle Vermieter, die ihre Wohnungen stilvoll und bezugsfertig anbieten wollen. Auch Berufstätige, die einen möblierten Zweitwohnsitz benötigen, sowie Eigentümer von Ferienimmobilien profitieren von unserem Konzept. Unabhängig vom Nutzungskonzept stehen für uns stets Funktionalität, Wirtschaftlichkeit, Designqualität und eine reibungslose Umsetzung im Vordergrund. Unser Anspruch ist es, Räume zu schaffen, die den jeweiligen Anforderungen gerecht werden, langfristig funktionieren und sowohl für Bewohner als auch für Eigentümer einen echten Mehrwert bieten.

Was unterscheidet CASA Einrichtungsservice von klassischen Interior-Design-Studios oder Möbelhäusern?

CASA Einrichtungsservice unterscheidet sich vor allem durch den ganzheitlichen Ansatz und die Verbindung von Design- und Immobilienexpertise. Während klassische Interior-Design-Studios häufig den Fokus auf Konzept und Gestaltung legen und Möbelhäuser primär den Produktverkauf abdecken, begleiten wir unsere Kundinnen und Kunden durch den gesamten Prozess – von der ersten Idee bis zur schlüsselfertigen Übergabe. Unser Leistungsverständnis endet nicht bei der Planung. Wir übernehmen Organisation, Einkauf, Koordination aller Beteiligten sowie die vollständige Umsetzung und sorgen dafür, dass Einrichtungnicht nur gut aussieht, sondern im Alltag funktioniert, wirtschaftlich sinnvoll ist und langfristig Bestand hat. Ein weiterer Unterschied liegt in unserem tiefen Verständnis für immobilienwirtschaftliche Zusammenhänge. Wir denken Einrichtung immer im Kontext von Nutzung, Zielgruppe, Haltedauer und Werterhalt. Dadurch entstehen Lösungen, die nicht nur gestalterisch überzeugen, sondern auch strategisch durchdacht sind.

Welche Rolle spielen Zeitersparnis und Organisation für Ihre Kundinnen und Kunden im Alltag?

Zeitersparnis und Organisation sind für unsere Kundinnen und Kunden essenziell. Viele verfügen im Alltag nicht über die Zeit, sich mit der Vielzahl an Entscheidungen und der Koordination einer Einrichtung auseinanderzusetzen. Wir übernehmen deshalb den gesamten Prozess – von der Planung über Einkauf und Logistik bis zur Umsetzung. Unsere Kundinnen und Kunden werden spürbar entlastet und können sich darauf verlassen, dass ihre Einrichtung effizient, termingerecht und professionell realisiert wird.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, Wohnungen schlüsselfertig einzurichten, und wie gehen Sie damit um?

Die größte Herausforderung bei schlüsselfertigen Einrichtungen liegt in der Koordination zahlreicher Abhängigkeiten. Häufig sind Produkte mit langen Lieferzeiten verbunden oder kurzfristig nicht verfügbar. In solchen Fällen reagieren wir flexibel und greifen auf vergleichbare, qualitativ und gestalterisch gleichwertige Alternativen zurück, um Zeitpläne einzuhalten, ohne Kompromisse bei Qualität oder Konzept einzugehen. Eine weitere zentrale Herausforderung ist die Abstimmung der vielen Lieferungen, die idealerweise zum gleichen Zeitpunkt erfolgen müssen. Hier sorgen wir durch vorausschauende Planung, klare Zeitfenster und enge Abstimmung mit allen Beteiligten für reibungslose Abläufe. Zusätzlich kommt es vor, dass Wohnungen sich noch in der Sanierung befinden und mehrere Gewerke parallel arbeiten. Verzögerungen in diesem Bereich wirken sich zwangsläufig auch auf die Einrichtung aus. Durch unsere Erfahrung in der Immobilienbranche können wir solche Situationen realistisch einschätzen, flexibel reagieren und unsere Abläufe entsprechend anpassen, um den Gesamtprozess bestmöglich zu steuern.

Wie gelingt es Ihnen, individuelle Wohnkonzepte umzusetzen und gleichzeitig effizient zu arbeiten?

Wir setzen individuelle Wohnkonzepte effizient um, indem wir kreative Gestaltung mit klarer Organisation verbinden und unsere Ressourcen gezielt aufteilen, sodass jede von uns das tut, was sie am besten kann. Durch vorausschauende Planung und enge Koordination aller Beteiligten bleiben Qualität und Zeitpläne immer gesichert.

Welche Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Kundinnen und Kunden haben Ihre Arbeit besonders geprägt?

Besonders prägend ist für uns immer wieder die Erfahrung, wie unterschiedlich die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden sind – und dass es keinen „Standardweg“ gibt, der für alle funktioniert. Jede Wohnung, jede Zielgruppe und jede Nutzungssituation erfordert ein individuelles Konzept. Diese Vielfalt hat uns gelehrt, dass ganzheitliche Planung, Flexibilität und enge Abstimmung entscheidend sind, um wirklich passende und funktionierende Lösungen zu schaffen.

Wie möchten Sie CASA Einrichtungsservice in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

In den kommenden Jahren möchten wir selbstverständlich weiterhin viele Wohnungen einrichten und bei jedem Auftrag dazulernen, um unsere Services kontinuierlich zu verbessern. Gleichzeitig wollen wir mit der sich wandelnden Zeit und den neuesten Wohntrends Schritt halten, damit unsere Konzepte stets modern, funktional und nachhaltig bleiben. So entwickeln wir CASA kontinuierlich weiter – als verlässlichen Partner für ganzheitliche Einrichtungslösungen.

Gibt es neue Services oder Angebotsbereiche, die Sie perspektivisch aufbauen möchten?

Ja, perspektivisch möchten wir unser Angebot um Home Staging erweitern. Ziel ist es, Wohnungen gezielt zu inszenieren, um Vermarktung und Vermietung zu beschleunigen und den Wert der Immobilie optimal zu präsentieren – natürlich ganzheitlich und professionell umgesetzt.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die ein serviceorientiertes Startup aufbauen wollen?

Wir würden Gründerinnen und Gründern raten, vor allem mit Leidenschaft an ihr Projekt zu gehen – nur wenn man wirklich für das brennt, was man tut, lässt sich der oft herausfordernde Alltag meistern. Gleichzeitig sollte der Kunde immer im Mittelpunkt stehen: Wer Bedürfnisse versteht und konsequent Lösungen dafür entwickelt, schafft echten Mehrwert. Und schließlich sind Flexibilität und gute Organisation entscheidend, um Prozesse effizient zu steuern und gleichzeitig auf unvorhergesehene Situationen reagieren zu können.

Bild: Carolin Nagel (l.) und Saskia Metzger (r.) Bildrechte: Isabel Zander, Easily Photography

Wir bedanken uns bei Carolin Nagel und Saskia Metzger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Was passiert, wenn Texte plötzlich anfangen, mit dir zu sprechen?

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Unwritten Storytelling Text Dialoge Susann Mürling, Tobias von Dewitz und Stefan Probst

Unwritten entwickelt dialogisches Storytelling, bei dem Text durch KI lebendig wird und Inhalte in persönliche Gespräche überführt werden

Was ist die Idee hinter Unwritten und wie ist das Unternehmen entstanden?

Unwritten dreht das Verhältnis zwischen Inhalten und Nutzer um: Statt dass Menschen statische Inhalte passiv konsumieren, schaffen wir Gefährten, die aktiv mit den Nutzern sprechen, sie dabei kennenlernen und im Ergebnis zuvor starre Inhalte zu einem echten Erlebnis werden lassen.

Die Idee kam direkt aus unserem KI Meetup „Betreute Intelligenz“. Dort hatten wir damit gespielt, Bücher auf diese Weise zum Leben zu erwecken und hatten vom Start weg Gänsehaut-Momente: es ist als ob der Autor für dich in diesem Momenten die nächsten Zeilen weiterschreibt.

Dahinter steht eine wilde Truppe mit 20 Künstlern, Autoren, Kreativen, Machern und Technikern – Susann als Community-Anker, Tobias, der Code-Virtuose, Stefan mit seiner OS-Architektur-Erfahrung, Ruben, Thor, Melanie und andere, alle angetrieben von Projektfaszination. Bewusst ganz ohne klassische Verträge – das funktioniert praktisch, ist aber auch chaotisch. Manche brauchen Klarheit, andere lieben das Offene. Wir haben gelernt, damit zu leben. Auch wenn unsere Wurzeln in der Technologie liegen – ohne die Kultur dazu würde es steril bleiben.

Wer steht hinter Unwritten und welche Hintergründe bringen die Gründer mit?

Wir sind ein buntes Team (die „Unbeschreiblichen“) mit einer bewusst großen Bandbreite über Technik, Kunst, Literatur, Wissenschaft und Lehre. Darin liegt unsere eigentliche Superkraft: unsere Companions spiegeln im Umgang ganz viele Facetten aus diesem wilden Mix wider, den jede Einzelne im Team prägt.

Unser Background reicht von Betriebssystem-Architektur über tiefe KI-Expertise bis zu Wirtschaftsinformatik. Wir leben für offene Ökosysteme statt geschlossener Welten. Unsere Basis ist das gegenseitige Vertrauen – wir kennen und schätzen uns teilweise schon ein halbes Leben lang. Ein enorm wertvolles Fundament.

Die Entscheidung für das KI Meetup spiegelt das Denken der Truppe vielleicht am besten wider: ein Einzelner kann schon lange nicht mehr mit der unfassbaren Geschwindigkeit mithalten, mit der sich das KI-Umfeld jeden einzelnen Tag weiterentwickelt. Aber gemeinsam und auf Augenhöhe kann man auch hier Rückhalt und Orientierung schaffen.

Welche Vision verfolgt Unwritten im Umgang mit Text, Storytelling und KI?

Unsere Vision: Worte werden Welten. Das bedeutet, dass Text nicht durch KI optimiert wird (das ist Tod), sondern dass KI Text überhaupt erst ermöglicht, lebendig zu werden – ihn sprechen zu lassen, ihn weiterzuspinnen, mit ihm zu spielen – basierend darauf, wem er gerade gegenübersteht.

Wir sehen zwei Wege für generative KI: Sie kann Inhalte besser oder Beziehungen echter machen. Unsere Wahl ist der zweite Weg. Das heißt: es entsteht ein Companion, ein Begleiter, der dich versteht, der auf dich eingeht – deine Gedanken, deine Ideen, deine Wünsche. Und das mit dem Text verwebt. Überraschend Neues entstehen lässt.

Echo auf unwritten.studio ist kein Chatbot – es ist ein Spiegel und Versprechen: „Diese Worte werden dich kennen, bevor du sie kennst.“ Und für spezifische Inhalte (Pantopia, Nÿt, Penelope, Wasted Wetware) entstehen immer wieder neue Begleiter – jeder mit seiner eigenen Tonalität, seiner eigenen Aufgabe.

Wie soll aus statischen Inhalten ein dialogisches Erlebnis werden und warum ist dieser Ansatz aus eurer Sicht zeitgemäß?

Wir stellen die Architektur auf den Kopf: Statt dass der Mensch den Text durcharbeitet, arbeitet der Text mit dem Menschen. Das ist zeitgemäß, weil unsere Aufmerksamkeit endlich ist – aber Bedeutung nicht. KI kann unsere Aufmerksamkeit wertschätzen, indem sie Bedeutung konzentriert.

„Statisch“ bedeutet: Der Text wartet. Der Mensch muss kommen, viel Zeit mitbringen, sich erarbeiten, was relevant ist. Das war gut, als Medien knapp waren. Heute hat es sich ins Gegenteil gedreht. Ein dialogisches Erlebnis dagegen bedeutet: Der Text begegnet dir. Er erkennt, wo du stehst. Er antwortet auf deine Fragen, die du noch gar nicht gestellt hast.

Ein Beispiel: Wissensbewahrung. In der Vergangenheit eine Qual für alle Beteiligten – nach einem Jahr Begleitung mit Expert Debriefing liegen 1000 Seiten Totholz auf dem Tisch. Unser „Lagerfeuer“ dagegen bringt Experten aus einem Bereich für einen Tag zusammen, um ihre Lebensgeschichten zu erzählen. Pure Energie. Danach: Ein digitaler Companion zu dem Fachthema, der diese Begeisterung überspringen lässt – und gerade den jungen Kollegen zur Seite steht wie ein Mentor, den sich alle zu Beginn wünschen, mit unendlicher Geduld.

An wen richtet sich Unwritten konkret und welche Bedürfnisse dieser Zielgruppen stehen im Fokus?

Wir richten uns an drei Gruppen: Bildungsinstitutionen, die echte, adaptive Lernbegleiter suchen, keine Chatbots. Verlage und Autoren, die ihre Werke nicht einfach nur durchsuchbar machen, sondern einen lebendigen Gefährten danebenstellen wollen. Organisationen, die Expertise in Narrative übersetzen wollen – für Onboarding, Consulting oder um Verbindung und Engagement zu schaffen.

Die Bedürfnisse sind im Kern ähnlich: Sie alle haben hochwertige Inhalte und merken, dass Effizienz nicht das Problem ist. Das Problem ist Entfremdung. Studierende fühlen sich allein mit ihrer Thesis. Leser würden Klassiker gerne völlig neu entdecken. Techniker sollen dokumentieren oder dröges Schulungsmaterial durchlaufen. Wir bauen Weggefährten, die als Sparringspartner neue Welten aufspannen und Neugier entfachen.

Ob EU AI Act, Nÿt, Penelope, Pantopia, Wasted Wetware oder Expert Debriefing am Lagerfeuer – das sind keine Nischen, sondern Bereiche mit echtem Bedarf und echtem Impact.

Was unterscheidet Unwritten von klassischen Content- oder KI-Plattformen am Markt?

Drei Dinge: Wir behandeln Content als heilig, nicht als Material zum Optimieren. Wir messen an Gänsehaut-Momenten, nicht an Engagement-Metriken. Und wir arbeiten mit Verlagen und Akademie zusammen, nicht gegen sie – als echte Partner.

Die Welt füllt sich mit immer mehr KI-Müll. Agenturen produzieren Berge von AI-Slop, messen Engagement und nennen es Innovation. Für uns ist das keine Innovation, das ist Vandalismus. Innovation ist, wenn ein Student sagt: „Dieser Companion versteht mich besser als mein Professor.“

Wir positionieren Unwritten nicht als ein weiteres generisches Q&A-System. Wir arbeiten mit Literaturwissenschaftlern, Pädagogen und Autoren im Team. Andere sagen das nicht, weil ihnen die Literatur fehlt.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, narrative Inhalte in interaktive Dialoge zu übersetzen?

Die größte Herausforderung ist nicht die Technologie, sondern die Zusammenarbeit mit Autoren. Ein Charakter ist nicht die Summe seiner Sätze – er ist das Bild, das der Autor im Kopf hatte, aber nie vollständig aussprechen konnte. Der Bot muss das verstehen, nicht reproduzieren.

Pantopia zeigte das sehr deutlich. Erst als die Autorin sagte: „Ich hatte das Gespräch meines Lebens mit Einbug“, wussten wir, es funktioniert. Alles davor war notwendiges Scheitern.

Bei Nÿt ging es um die Balance zwischen emotionaler Begleitung und sachlicher Effizienz. Unser Gefährte soll emotional sein – muss dabei aber auch zielgerichtet auf den Punkt kommen. Auch bei Ivy zeigte sich: Tonalität ist komplex, aber entscheidend.

Wie geht Unwritten mit der Balance zwischen Technologie, Kreativität und Verantwortung um?

Unsere Regel ist klar: Technologie dient der Kreativität, nicht umgekehrt. Und Kreativität dient dem Menschen, nicht der Metrik. Verantwortung heißt auch, Nein zu sagen.

Wir zielen auf AI First statt Feature-Denken. Alte Annahmen beerdigen, neue Denkpfade anlegen.

Echo ist inspiriert von Eliza, dem ersten Chatbot der 70er Jahre. Nicht technische Perfektion ist entscheidend, sondern echte menschliche Reaktion.

Welche Rolle spielt Storytelling in einer zunehmend KI-geprägten digitalen Welt?

Menschen definieren ihr Miteinander über Geschichten. Storytelling schafft Wärme, Emotion und Vertrauen – gerade in einer Zeit maximaler Optimierung.

Unsere Companions nehmen Nutzer mit auf ihr persönliches Abenteuer, wie ein Textadventure aus den 80ern, aber maßgeschneidert.

Henry auf Wasted Wetware zeigt, wie Storytelling verstärkt statt optimiert wird. Das ist kein Ende der Literatur, sondern die Frage nach ihrer Zukunft.

Wohin soll sich Unwritten in den kommenden Jahren entwickeln?

Unwritten ermöglicht tiefe Gespräche mit Büchern, Geschichten, Konferenzen oder wissenschaftlichen Publikationen – in einer neuen Intensität. Diese Barriere wollen wir breiter zugänglich machen.

Es geht um Fragen, nicht Features: Wie wird ein Buch zu einem Gefährten? Wie wird Expertise zu Narrativen?

Afterglow lässt Events neu erleben. Es ist komplex, roh und genau deshalb unser Ding.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben?

Die besten Ideen sind wertlos ohne das richtige Team. Ein Startup ist wie eine Ehe – entscheidend ist, mit wem man die Reise geht.

Wenn deine Idee auch von einem Konzern kommen könnte, ist sie nicht gut genug. Frag dich, warum nur du sie umsetzen kannst.

Umgib dich mit Menschen, die in anderen Disziplinen smarter sind als du. Tech, Design, Literatur und Philosophie zusammen schaffen unbeschreibliche Dinge.

Bildcredits @Turn-Motion

Wir bedanken uns bei Susann Mürling, Tobias von Dewitz und Stefan Probst für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Warum setzen Unternehmen zunehmend auf eigene KI?

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Sarian Grosz

LuxAIaaS ermöglicht White Label KI-Agenten für Telefon und Chat ohne eigene Entwicklung

Wie würden Sie LuxAIaaS jemandem erklären, der sich bislang noch nicht mit White Label KI Plattformen beschäftigt hat?

LuxAIaaS ist eine All-in-One-Plattform für Partner, um KI-Agenten für Telefon & Chat in Minuten statt Wochen bereitzustellen – komplett im eigenen Branding und Pricing.
Partner brauchen keine eigene KI-Entwicklung: Compliance (GDPR/EU AI Act), Recording-Automation, Billing/Wallet, Kostentransparenz, Analytics und Human-Eskalation sind bereits integriert – damit lässt sich das Angebot sofort skalieren und monetarisieren.

Wer sind die Menschen hinter LuxAIaaS und welche Erfahrungen haben Sie in den Aufbau des Unternehmens eingebracht?

Hinter LuxAIaaS steht das Team von YOUNEA – ein Team, das nicht aus einem reinen KI-Lab kommt, sondern aus dem Aufbau skalierbarer Software-Plattformen mit klarer Produkt- und Partnerlogik.
YOUNEA kam ursprünglich aus Learning-Management-Systemen und Contenterstellung. In der zweiten Jahreshälfte 2023 wurde der strategische Fokus auf AI-Telephone- und Chat-AI-Lösungen erweitert – inklusive des Launch der ersten europäischen proprietären Telefon-KI in Q1 2024.

Welche Vision verfolgen Sie mit LuxAIaaS und wie soll diesen Schritt für Schritt Realität werden?

Unsere Vision mit LuxAIaaS ist, Partnern eine eigene KI-Plattform zu geben, mit der sie ein skalierbares KI-Geschäft aufbauen können – ohne technischen oder operativen Aufwand.
Als nächsten Schritt entwickeln wir Master-White-Label-Plattformen, über die Partner nicht nur Endkunden, sondern auch weitere Partner anbinden können. So entsteht ein skalierbares Ökosystem: LuxAIaaS liefert die Basis, Partner treiben das Wachstum.

Für welche Zielgruppen ist LuxAIaaS besonders relevant und welche konkreten Probleme lösen Ihre KI Lösungen für diese Unternehmen?

LuxAIaaS ist besonders relevant für Agenturen, IT-Dienstleister, Berater – und auch für Neugründer & Startups, die schnell ein eigenes KI-Angebot aufbauen wollen, ohne selbst KI zu entwickeln. Mit unseren KI-Agenten für Telefon & Chat können ihre Kunden (z. B. Handwerk, Immobilien, Praxen, Dienstleister) Anrufe annehmen, Standardfragen beantworten und Termine vereinbaren – und Teams spürbar entlasten.

Warum setzen immer mehr Unternehmen auf White Label KI Lösungen statt auf fertige Standard Tools?

Weil kluge Unternehmer das Rad nicht neu erfinden wollen. Sie kaufen mit LuxAIaaS eine fertige, sichere und funktionierende Infrastruktur. Sie können sich in diesen schnell wachsenden KI-Markt selbstständig machen und ohne Developer zu sein einen Teil dieses Kuchens abschneiden.

Was unterscheidet LuxAIaaS von anderen AI as a Service Plattformen im Markt?

LuxAIaaS ist konsequent für Partner gedacht. Es gibt zwei Partnerkonzepte: Partner, die KI-Agenten verkaufen, und Master-Partner, die zusätzlich White-Label-Plattformen und Lizenzen an andere Partner oder Unternehmen vertreiben. Dazu kommt, dass ein und derselbe DSGVO-konforme KI-Bot Chat, WhatsApp und Telefon abdecken kann und das hat sonst niemand.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, eine skalierbare und gleichzeitig DSGVO konforme KI Plattform anzubieten?

Eine der größten Herausforderungen ist für uns nicht die LuxAIaaS Plattform selbst, sondern die Anbindung an Fremdsysteme. In der Praxis fehlen bei vielen externen Systemen saubere oder vollständige Schnittstellen-Dokumentationen, was Integrationen aufwendiger macht. Eine weitere wichtige Herausforderung ist die Schulung der Partner, damit sie die Systeme korrekt pflegen, konfigurieren und kontrollieren können. Dazu gehört auch, dass Daten sauber und einheitlich aufbereitet sind, zum Beispiel bei Telefonnummern, die nicht in unterschiedlichen Formaten wie +49, 0049 oder mit führender Null vorliegen sollten. Parallel dazu stellen wir sicher, dass Daten sauber getrennt sind, Rechte klar geregelt bleiben und Datenschutz sowie Sicherheit jederzeit gewährleistet sind.

Wie stellen Sie sicher, dass Unternehmen mit LuxAIaaS die volle Kontrolle über Daten, Branding und Monetarisierung behalten?

Unsere Partner behalten die Kontrolle über ihr Branding, ihre Preise und ihre Kunden. Sie entscheiden selbst, wie sie Pakete bauen und wie sie die Lösung monetarisieren. Master-Partner können zusätzlich eigene White-Label-Lizenzen vergeben und am Umsatz ihres Partnernetzwerks partizipieren.

Welche Rolle spielen Individualisierung und Anpassbarkeit bei der Entwicklung Ihrer KI Agenten?

Eine sehr große. Das ist ja, worum es beim White Labeling geht. Unsere Partner haben unterschiedliche Zielgruppen und Branchen. Deshalb können KI-Agenten in Sprache, Regeln, Inhalte und Datenquellen angepasst werden. So entsteht eine Lösung, die wirklich zum Endkunden passt.

Wohin soll sich LuxAIaaS in den kommenden Jahren entwickeln und an welchen neuen Funktionen oder Einsatzfeldern arbeiten Sie aktuell?

LuxAIaaS soll sich zu einer Plattform entwickeln, mit der Partner komplette KI-Prozesse abbilden können, nicht nur einzelne Antworten. Viele wichtige Schnittstellen, zum Beispiel zu CRM- und ERP-Systemen, gibt es bereits heute. Aktuell bauen wir die Automatisierung weiter aus und entwickeln unsere KI-Avatare gezielt weiter, damit sie natürlicher wirken und in noch mehr Einsatzfeldern genutzt werden können. Gleichzeitig arbeiten wir an Funktionen, die es Master-Partnern leichter machen, ihr eigenes Partnernetzwerk zu skalieren.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die heute ein Technologie Startup im KI Umfeld aufbauen möchten?

Erstens: Baut Lösungen für echte Probleme, nicht nur für technische Möglichkeiten.
Zweitens: Denkt Datenschutz und Skalierung von Anfang an mit.
Drittens: Gebt eurer Zeit einen Wert! Versucht nicht kleines Geld zu sparen, indem ihr alles selbst macht. In der Zeit könntet ihr wunderbar neue Kunden gewinnen, die Umsatz bringen

Bildcredits © LuxAIaaS

Wir bedanken uns bei Sarian Grosz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Was macht ein Steak eigentlich zum Steak?

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NEW ERA FOOD Pilzsteak Fleischalternativen New Era Food Teambild  Timo Dannenmann und Sarah Schlingloff

NEW ERA FOOD entwickelt pilzbasierte Lebensmittel und setzt mit dem Pilzsteak neue Maßstäbe für natürliche Fleischalternativen aus Pilzen

Stellen Sie NEW ERA FOOD vor und die Menschen dahinter, und was hat Sie motiviert, ein pilzbasiertes Steak zu entwickeln?

Sarah Schlingloff: Ich war schon immer ein ganz großer Pilz-Fan. Schon als kleines Mädchen bin ich mit meinem Papa in den Wald gegangen, um Pfifferlinge und Maronen zu sammeln. Je mehr ich über Pilze lerne, desto mehr faszinieren sie mich. Ich sehe ein riesiges Potenzial darin, sie stärker in unser Ernährungssystem einzubinden, um die modernen Herausforderungen der Versorgung zu meistern und uns von innen heraus zu heilen.

Dies war der Grund, warum ich im Rahmen des TUM-Innovations-Wettbewerbs für Getränke und Lebensmittel (IGL #9) eine Idee entwickelt habe, die es uns ermöglicht, den Proteingehalt natürlicher Pilzfruchtkörper gezielt zu erhöhen und gleichzeitig eine faserige, fleischähnliche Textur mit intensivem Umami-Geschmack zu erzeugen.
Unter unserer Konsumentenmarke Justake bringen wir nun zusatzstofffreie Clean-Label Fleischalternativen auf den Markt, die durch ihren authentischen Geschmack, ihre Optik, Saftigkeit und ihre Textur überzeugen. Unser erstes Produkt, das „Mushroom-Steak“, vereint die Nährstoffe von Fleisch mit einem Superfood-Pilz, dem Lion’s Mane. Es lässt sich in nur wenigen Minuten von seiner blutig aussehenden Rohform zu einem Medium-Rare Steak braten, was einem Rindersteak verblüffend ähnlich sieht. So bietet es in der Küche viele Möglichkeiten für die kreative Anwendung.

Das ist aber erst der Anfang.

Mit unserem Unternehmen NEW ERA FOOD wollen wir die Basis für eine neue Generation natürlicher, nährstoffreicher Lebensmittel schaffen. Zukünftig sollen weitere Produktgruppen und innovative Lebensmittel durch die Anwendung unserer Technologie in Verbindung mit Pilzfruchtkörpern auf den Markt gebracht werden.

Timo Dannenmann: Schon immer hat mich der Wunsch angetrieben, an Innovationen zu arbeiten, die einen positiven Beitrag für die Gesellschaft leisten und insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Nachhaltigkeit echten Mehrwert schaffen. Seit meiner Jugend habe ich zudem meine unternehmerischen Aktivitäten stetig weiterentwickelt – von den ersten Schritten wie Taschengeld einsammeln beim Autoputzen über Planspiele in der Schule bis hin zu unternehmerischen Projekten im Studium. Diese Ströme finden heute in meiner Arbeit an NEW ERA FOOD zusammen und eröffnen mir die Möglichkeit, mich inhaltlich und fachlich zu entfalten und etwas Sinnstiftendes zu schaffen.

Welche Vision verfolgt NEW ERA FOOD für die Zukunft des Essens, und wie wollen Sie diesen Wandel aktiv mitgestalten?

Timo Dannenmann: Mit New Era Food wollen wir unser heutiges Ernährungssystem verändern: Hin zu gesunden Produkten aus hochwertigen, natürlichen Zutaten, die durch unsere innovative Deep-Tech-Technologien optimiert werden, weg von stark verarbeiteten, künstlichen Lebensmitteln. Unser Ziel ist es, Lebensmittel zu entwickeln, die gut für Mensch und Umwelt sind – ohne unnötige Zusatzstoffe.
Unsere Pilzprodukte bestehen nicht aus langen Zutatenlisten oder hochverarbeiteten Isolaten, sondern aus dem Fruchtkörper eines Pilzes. Das gibt uns nicht nur einen authentischen Geschmack und eine tolle Textur, sondern auch das Vertrauen der Konsument:innen, die immer stärker auf ihre Ernährung achten und sich im Dschungel der Zutaten verloren fühlen. Während viele Produkte am Markt gerade kritisch gesehen werden, weil diese künstlich wirken, bieten wir eine Lösung, die authentisch ist und zusätzlich von Natur aus viele positive Eigenschaften mitbringt. Pilze sind ein wahres Superfood. Wir glauben, dass sie eine zentrale Rolle in der Ernährung der Zukunft spielen können.

Für wen entwickeln Sie Ihr Mushroom Steak genau, und welche Bedürfnisse erfüllt Ihr Produkt besonders gut?

Timo Dannenmann: Wir entwickeln unser Mushroom Steak für Menschen, die bewusst leben und großen Wert auf gesunde, hochwertige Ernährung legen. Sie suchen Lebensmittel, die nahrhaft sind, gut schmecken und gleichzeitig natürlich produziert werden, ohne lange Zutatenlisten oder künstliche Zusätze.
Viele dieser Verbraucher:innen achten zunehmend darauf, wie sich ihre Ernährung auf ihre Gesundheit auswirkt. Gleichzeitig wünschen sie sich praktische und vielseitige Alternativen zu klassischen Tierprodukten, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen. Genau hier setzt unser Mushroom Steak an.
Wir beobachten zudem, dass der Markt für funktionale Lebensmittel stark wächst, bisher jedoch kaum frische, natürliche Produkte existieren, die echten funktionalen Mehrwert bieten. Mit unserem Ansatz schließen wir diese Lücke. Deshalb sind wir überzeugt, Schritt für Schritt in Europa zu wachsen und unser Produkt langfristig auch weltweit zu etablieren.

Wie gelingt es Ihnen, aus dem Lion’s Mane Pilz eine fleischähnliche Textur zu erzeugen, und welche Rolle spielt Ihre Enzymtechnologie dabei?

Sarah Schlingloff: Das Spannende ist: Der Pilz bringt von Natur aus eine faserige Struktur mit, und wir haben ein Verfahren entwickelt, das diese Eigenschaften gezielt verstärkt und dadurch eine noch authentische und gefrierstabiele Textur ermöglicht. Das ist unser Vorteil auch gegenüber anderen Firmen, die aktuell Pilze als Basis für Fleischalternativen verwenden.

Was unterscheidet Justake grundlegend von anderen pflanzenbasierten Fleischalternativen, die heute bereits auf dem Markt sind?

Timo Dannenmann: Viele der heute erhältlichen pflanzlichen Produkte sind stark verarbeitet und basieren oft auf langen Zutatenlisten, die Verbraucher häufig weder verstehen noch diesen vertrauen. Meistens bestehen die Fleischalternativen aus texturierten Pflanzenproteinen, Bindemitteln, Aromastoffen und Zusatzstoffen – Produkte also, die sich weit von ihrer natürlichen Form entfernen.
Hinzu kommt: Geschmack und Textur bleiben nach wie vor große Hürden. Trotz der Fortschritte der letzten Jahre schaffen es die meisten Alternativen noch immer nicht, das sensorische Erlebnis von echtem Fleisch zu erzielen – also den Genus, die Saftigkeit und das Mundgefühl, das viele Menschen erwarten.

Der entscheidende Unterschied zu bestehenden Produkten liegt sowohl in unserer Rohstoffbasis als auch im Herstellungsverfahren. Pilze eignen sich zudem ideal als Grundlage, da ihre Zellstruktur Wasser bindet und so von Natur aus für Saftigkeit sorgt. Gleichzeitig bringen diese bereits einen ausgeprägten Umami-Geschmack und eine faserige Textur mit, die wir durch unsere Technologie gezielt verstärken. Auf diese Weise entsteht ein Produkt, das saftig, natürlich und nur minimal verarbeitet ist – mit vollmundigem Umami-Aroma und einer beeindruckenden Fleischähnlichkeit.

Welche größten Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell bei der Weiterentwicklung und Skalierung Ihres Produkts?

Sarah Schlingloff: In den kommenden Wochen und Monaten haben wir uns viel vorgenommen: Unser Ziel ist es, das Pilzsteak weiterhin zu optimieren und den Produktionsprozess zu skalieren. Eine Herausforderung besteht dabei sicherlich in der zeitlichen Komponente.
Hinzu kommt, dass wir mit einem völlig neuartigen Produkt arbeiten – es gibt also keine bestehenden Best Practices, an denen wir uns orientieren könnten.
Gleichzeitig ist dies genau der Grund, warum wir dieses Startup aufgebaut haben: Wir möchten an Themen arbeiten, die wirklich neu sind, und Lösungen entwickeln, die es bisher noch nicht gibt.

NEW ERA FOOD Pilzsteak Fleischalternativen Produktbild_JUSTAKE Pilzsteak
JUSTAKE Pilzsteak

Wie gehen Sie mit technologischen und geschmacklichen Hürden um, die bei der Entwicklung eines natürlichen, clean label Produkts entstehen?

Sarah Schlingloff: Wir suchen gezielt nach Lösungen, die die Qualität unseres Produktes nicht einschränken, dies sind natürlich Herausforderungen, vor allem da der Lebensmittelmarkt sehr preissensitiv ist. Jedoch wollen wir unseren Clean Label Status auf jeden Fall behalten und sind bereit dafür auch innovative oder neuartige Methoden was z.B. die Haltbarkeitsoptimierung angeht.
Auch was den Geschmack angeht, gehen wir sehr systematisch vor: Durch detaillierte sensorische Analysen und die gezielte Anpassung einzelner Parameter können wir deren Einfluss präzise bewerten und den Geschmack optimieren.

Inwiefern hat Sie das Innovationsumfeld rund um die TUM dabei unterstützt, Justake in der frühen Phase zu prägen?

Sarah Schlingloff: Es hat uns wirklich sehr geprägt! Der Ursprung von Justake liegt direkt an der Technischen Universität München. Als ich am „Innovation Goes Life Science“ (IGL)-Wettbewerb teilgenommen hatte, konnte ich innerhalb von nur drei Monaten mit Hilfe der TUM-Infrastruktur die Grundlage unserer Technologie sowie das erste Pilzsteak entwickeln. Der Gewinn des Wettbewerbs ermöglichte nicht nur eine finanzielle Starthilfe, sondern auch den Zugang zu wichtigen Ressourcen: dem Baywa – Co-Working-Space in Freising sowie später auch einem lebensmittelzertifizierten Produktionsraum, in dem wir unsere Produktentwicklung kontinuierlich vorantreiben können.

Im Januar 2025 erhielten wir zusätzlich den TUM Booster Grant in Höhe von 50.000 Euro, der uns dabei half, entscheidende Schritte in der Produktentwicklung zu gehen und erste Maschinen für die Produktion anzuschaffen. Parallel dazu waren wir Teil des XPLORE Venture Creator Programs der UnternehmerTUM. Dort hatten wir die Gelegenheit, unser Geschäftsmodell im Austausch mit erfahrenen Expertinnen und Experten weiter zu schärfen sowie unser Netzwerk im Ökosystem auszubauen.

Darüber hinaus stehen wir in engem Kontakt mit Mentoren, Professoren, Gründungsberatern und anderen Gründern aus dem Startup-Ökosystem der TUM. Dieser Austausch liefert uns kontinuierlich wertvollen Input und hilft uns dabei, Herausforderungen gemeinsam zu reflektieren und Lösungsansätze zu entwickeln. Das Innovationsumfeld der TUM hat somit entscheidend dazu beigetragen, dass NEW ERA FOOD heute dort steht, wo wir stehen.

Wo sehen Sie die zukünftige Anwendung Ihres Pilzsteaks – eher in der Gastronomie, im Einzelhandel oder in beiden Bereichen?

Timo Dannenmann: Es eignet sich tatsächlich sowohl für die Gastronomie als auch für den Einzelhandel – perspektivisch auch für den direkten Onlinevertrieb. Langfristig möchten wir weitläufig erhältlich sein.
Zu Beginn werden wir jedoch bewusst den Schwerpunkt auf die Gastronomie legen. Dies ermöglicht uns eine enge Zusammenarbeit mit professionellen Köchen. Deren Feedback ist für uns äußerst wertvoll und fließt direkt in die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Produkte ein.

Welche geplanten Entwicklungsschritte sind für die kommenden Jahre besonders wichtig, um Ihr Produkt in Richtung Marktreife zu bringen?

Sarah Schlingloff: Auf der Seite des Produktes wird die Optimierung des Proteingehalts eine zentrale Rolle einnehmen, da wir noch daran forschen, welche Methode für uns langfristig die beste sein wird. Außerdem möchten wir daran arbeiten, weitere Produktkategorien mit unserer Basis zu erschließen.
Auf der Prozess-Seite ist zu erwähnen, dass die Skalierung sowie die Kostenoptimierung innerhalb des Produktionsprozesses eine wichtige Rolle auf dem Weg zum großangelegten Vertrieb einnehmen wird.

Was würden Sie Gründerinnen und Gründern raten, die ebenfalls ein nachhaltiges FoodTech Produkt aufbauen möchten?

Timo Dannenmann: Gründerinnen und Gründern ist zu raten, so früh wie möglich mit potenziellen Kundinnen und Kunden ins Gespräch zu gehen. Je besser man deren Bedürfnisse und Erwartungen versteht, desto gezielter lässt sich ein Produkt entwickeln, das wirklich für die Zielgruppe passend ist und eine Kaufbereitschaft vorhanden ist. Gleichzeitig sollte man offen für Feedback bleiben und bereit sein, das eigene Konzept kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Sarah Schlingloff: Von der technischen Seite her ist es wichtig, die IP zu schützen und potentielle Lösungen vorher noch nicht im Detail zu veröffentlichen.

Welche drei wichtigsten Erfahrungen aus der Entwicklung von Justake würden Sie anderen Startup Teams mitgeben, die noch ganz am Anfang stehen?

Sarah Schlingloff: Ich möchte gerne drei Erfahrungen besonders hervorheben: Erstens ist es entscheidend, früh zu validieren – also schnell herauszufinden, was funktioniert und was nicht bzw. was ist von den Kunden gewünscht und was nicht.
Zweitens hilft es enorm, konsequent zu priorisieren, denn gerade am Anfang kann nicht alles gleichzeitig umgesetzt werden und es ist wichtig, einen Fokus zu setzen.
Und drittens: Neugierig bleiben und keine Scheu haben, Unterstützung anzunehmen. Viele Herausforderungen haben andere Gründerinnen und Gründer bereits durchlebt, und dieser Erfahrungsaustausch kann enorm wertvoll sein.

Bildcredits © NEW ERA FOOD

Wir bedanken uns bei Timo Dannenmann und Sarah Schlingloff für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: NEW ERA FOOD

Kontakt:

NEW ERA FOOD
https://www.newerafood.de
timo@newerafood.de

Ansprechpartner: Timo Dannenmann

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Was wäre, wenn Gehen wieder selbstverständlich wäre?

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Turn-Motion Orthesen Orthopädietechnik Orthesenversorgung Gründerteam Bild stehend

Turn-Motion entwickelt KI-basierte Orthesen, die mithilfe automatisierter Fertigung die Orthesenversorgung effizienter, individueller und für Orthopädietechnik weltweit skalierbar machen

Wie ist die Idee zu Turn-Motion entstanden und wer sind die Menschen, die hinter dem Unternehmen stehen?

Die Idee zu Turn-Motion entstand aus der persönlichen Erfahrung des Gründers Georg Popp, der als Kind durch eine Polio-Impfung an den Beinen gelähmt und deformiert wurde. Viele sagten ihm damals, er werde für den Rest seines Lebens an den Rollstuhl gebunden bleiben – doch das hat er nie akzeptiert. Im Laufe der Jahre testete er alle möglichen Orthesen und Exoskelette, um seinen Körper zu unterstützen, und erlangte nach jahrzehntelangen Schmerzen, Anstrengungen und Durchhaltevermögen schließlich wieder die Fähigkeit zu gehen.

Doch dabei wollte er nicht stehen bleiben: Er lernte, dass alles möglich ist, wenn man daran glaubt hart dafür arbeitet und immer wieder aufsteht. Deshalb gründete er Turn-Motion®, um die Orthopädietechnik auf ein völlig neues Niveau zu heben – damit seine Lebenserfahrung Millionen von Patientinnen und Patienten weltweit helfen kann. Neben Georg Popp steht Chien-hua Huang, ein international anerkannter Experte für Strukturoptimierung und maschinelles Lernen, als Co-Gründer hinter dem Unternehmen. Das Team vereint technische Expertise, operative Exzellenz und eine tiefe Verbindung zu den Bedürfnissen von Endnutzern.

Was hat euch motiviert, die Orthopädietechnik mit künstlicher Intelligenz und automatisierter Fertigung zu verbinden?

Die Motivation lag darin, die strukturellen Probleme der Branche zu überwinden: lange Wartezeiten, hohe Kosten, fehlende Skalierbarkeit und die fortschreitende Knappheit an qualifizierten Orthopädietechnikern. Durch KI und automatisierte Fertigung können wir individuellere, präzisere und dynamischere Lösungen schneller und effizienter bereitstellen, die echte Lebensqualität bieten und gleichzeitig die Arbeit von Orthopädietechnikern erleichtern.

Wie würdet ihr die Mission von Turn-Motion in wenigen Worten beschreiben?

Millionen von Menschen mit körperlichen Einschränkungen weltweit in ihrer Bewegungsfähigkeit stärken.

Welche Vision verfolgt ihr für die Zukunft der Orthesenversorgung und welchen Beitrag leistet Turn-Motion dazu?

Wir verfolgen die Vision, die Orthesenversorgung global zu revolutionieren, indem wir durch digitale Prozesse, KI und automatisierte Fertigung die individuelle Anpassung, die Funktionalität und die Zugänglichkeit für alle verbessern. Turn-Motion trägt dazu bei, leichtere, dynamischere und individuell optimierte Hilfsmittel zu schaffen, die echte Lebensqualität bieten und die Versorgungskette entlasten.

Wie verbessert eure Technologie die Arbeit von Orthopädietechnikerinnen und Orthopädietechnikern konkret?

Unsere Technologie ermöglicht es Orthopädietechnikern, bis zu 30–40 individuelle Orthesen pro Stunde zu produzieren, statt wie bisher nur eine pro Tag. Die KI-basierte Plattform berechnet automatisch die optimale Struktur und Positionierung des Materials, wodurch manuelle Anpassungen überflüssig werden und der gesamte Prozess beschleunigt wird. Die Technologie reduziert die internen Produktionskosten signifikant und erhöht die Margen der Partnerwerkstätten deutlich.

Was unterscheidet Turn-Motion von klassischen Herstellern orthopädischer Hilfsmittel?

Der aktuelle Produktionsprozess umfasst zahlreiche manuelle Schritte – vom Schleifen des Positivmodells über das Laminieren und Tempern bis zu mehreren Anproben. Dadurch entstehen Durchlaufzeiten von Wochen bis Monaten – ein Workflow, der in Zukunft nicht tragfähig ist. Wir produzieren vollautomatisch innerhalb von nur 24 Stunden. Das erweitert nicht nur den Zugang zu hochwertiger Versorgung, insbesondere für unterversorgte Patienten, sondern eröffnet auch skalierbare Marktchancen, die mit herkömmlichen Methoden unmöglich wären.

Wie sieht der Weg von der Datenerfassung bis zur fertigen Orthese aus und welche Rolle spielt dabei die KI?

Der Prozess beginnt mit der Erfassung relevanter Patientendaten wie Gewicht, Körpermaße, Fußfehlstellung und Muskelstatus. Ein KI-Algorithmus berechnet daraufhin tausende dynamische Simulationen in nur Sekunden für die optimale Form und Materialverteilung resultierend in maximale Stabilität bei minimalem Gewicht. Die Orthese wird anschließend mit unseren eigens entwickelten Produktionsmaschinen gefertigt, wobei die KI auch die Faserplatzierung steuert.

Welche Herausforderungen begegnen euch beim Aufbau eines MedTech-Startups und wie geht ihr mit ihnen um?

eim Aufbau eines MedTech-Startups sind die größten Herausforderungen die Finanzierung, die Skalierung der Technologie und der Aufbau eines passenden Teams. Zu Beginn waren wir nicht ambitioniert genug und konzentrierten uns auf kleinere Förderprogramme, die nur begrenzte Studien abdeckten – viele wurden abgelehnt, wodurch wir fast das Momentum mit potenziellen Partnern verloren hätten. Um in dieser kritischen Phase nicht stehenzubleiben, finanzierte ich die ersten Studien schließlich aus meinem Privatvermögen. Daraufhin überdachten wir unsere Strategie grundlegend, strebten größere Förderungen und Investitionen an und erweiterten unser Team um namhafte Fachleute. So konnten wir 1,5 Millionen Euro an nicht verwässernder Förderung sichern und ein DeepTech-Team aufbauen, das in seiner Zusammensetzung einzigartig ist.

Wie wichtig ist für euch die Zusammenarbeit mit medizinischen Partnern und Patientinnen und Patienten?

Die Zusammenarbeit mit medizinischen Partnern und Patienten ist für Turn-Motion essenziell, um die Produkte kontinuierlich zu verbessern und die Bedürfnisse aller Beteiligten optimal zu berücksichtigen. Patientenfeedback und klinische Studien fließen direkt in die Produktentwicklung ein, und durch enge Kooperation mit Partnern können wir regulatorische und technische Anforderungen besser umsetzen.

Welche Entwicklungen oder Innovationen plant ihr für die kommenden Jahre, um das Angebot weiter auszubauen?

Wir planen, verschiedene Produkte zu veröffentlichen, die auf unterschiedliche Eingabedaten ausgelegt sind – von Orthesen mit Gelenken globaler Hersteller bis zu Prothesenschäften. Anschließend adressieren wir neue Märkte mit adaptiven Exoskeletten für Senioren und Arbeiter.

Was treibt euch persönlich an, die Orthopädietechnik neu zu denken und zu digitalisieren?

Der persönliche Antrieb war zunächst, dass der Gründer Georg Popp in Zukunft weiterhin gehen kann, weil die Entwicklungen im Markt es vermutlich nicht mehr erlauben würden, wenn er sich nicht aktiv für Veränderung einsetzt. Doch während des Aufbaus des Unternehmens hat sich die Motivation weiterentwickelt: Unsere Technologie ist so einzigartig und spannend, dass sie sich breit anwenden lässt und jede Herausforderung innerhalb des Unternehmens extrem motivierend und faszinierend ist. Inzwischen wissen wir auch, dass wir damit weniger privilegierte Menschen versorgen können, und wir sehnen uns alle nach dem Moment, in dem wir das tatsächlich möglich machen können.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern geben, die im Gesundheits- oder MedTech-Bereich starten möchten?

Unser erster Rat lautet: Entrepreneurship ist ein Teamsport. Es reicht nicht, die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben – es geht darum, die Vision am Weg nicht zu verlieren, das richtige Team, vor allem das Founder-Team, aufzubauen und darauf zu achten, dass andere an eure Vision glauben und investieren. Zweitens: Bleibt agil und flexibel, denn Sturheit und Alleingang killen ein Startup. Gebt anderen die Chance, sich damit zu identifizieren, und engagiert euch zu 100 Prozent, denn das wird euer Leben verändern. Drittens: Haltet euch nicht von Ratschlägen verunsichern, sondern nehmt sie auf, verarbeitet sie und zeigt eure Idee offen – spricht mit vielen Menschen, verfolgt mehrere Strategien gleichzeitig und seid bereit, von vorne anzufangen, hinzufallen, aufzustehen und neu zu konfigurieren.

Bildcredits @Turn-Motion

Wir bedanken uns bei Georg Popp für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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