Samstag, August 8, 2026
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Was passiert, wenn Unternehmer jahrelang unter Dauerstress leben?

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Unternehmer, psychische Belastung und mentale Gesundheit Nadine Herpolsheimer Bildcredits: Herpolsheimer Consulting GmbH & Co. KG

In ihrem Buch „Durch die Hölle ging’s auf High Heels“ verarbeitet Nadine Herpolsheimer eine existenzielle Krise, die ihr Leben und Unternehmertum über Jahre geprägt hat. Im Interview spricht sie über psychische Belastungen von Unternehmern, mentale Gesundheit und die Frage, wie man auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig bleibt.

Können Sie sich und Ihr Unternehmen bitte kurz vorstellen?

Mein Mann Sven und ich kommen aus der Automobilbranche und haben viele Jahre Fahrzeuge ins EU-Ausland verkauft. Dann stand eines Morgens die Steuerfahndung vor unserer Tür. Ein Autohändler in unserer Lieferkette hatte in Spanien jahrelang keine Umsatzsteuer abgeführt, ein sogenanntes Umsatzsteuerkarussell. Der Staat suchte Verantwortliche, die noch greifbar waren, und kam auf uns. Vorwürfe in Millionenhöhe, zehn Jahre Verfahren, obwohl wir nichts falsch gemacht hatten. Von heute auf morgen war unser Handel beendet.

Was wir in dieser Zeit über Behörden, Steuersysteme und unternehmerische Selbstverteidigung gelernt haben, ist heute unser Geschäft: Wir beraten Autohäuser und Händler, die ins EU-Ausland exportieren – damit ihnen nicht passiert, was uns passiert ist.

Unser Geschäftsmodell ist deutschlandweit einzigartig. Was uns damals fast zerbrochen hat, ist heute unser Alleinstellungsmerkmal.

Wie erleben Sie die aktuelle Debatte über mentale Gesundheit am Arbeitsplatz – und warum bleiben Selbstständige und Unternehmer dabei oft außen vor?

Die Debatte wird fast ausschließlich aus der Perspektive von Angestellten geführt. Es geht um Arbeitszeiten, Führungskultur und Überlastung. Was fehlt, ist der Blick auf diejenigen, die das Unternehmen am Laufen halten. Selbstständige können sich nicht einfach aus dem betrieblichen Alltag herausnehmen, ohne dass es Konsequenzen für Mitarbeiter und Kunden hat und die wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel steht.

Dazu kommt ein hartnäckiger Trugschluss: Unternehmer werden mit Wohlstand gleichgesetzt. Aber in Aufbau- oder Krisenphasen fließt alles zuerst in den Betrieb, Gehälter, Fixkosten, Liquidität.

Ich kenne keinen einzigen Unternehmer, der sich jemals aus mentaler Überforderung heraus eine Krankschreibung erlaubt hat. Man funktioniert weiter bis der Körper über kurz oder lang die Notbremse zieht. Die Folgen eines betrieblichen Ausfalls sind dann natürlich weitaus schlimmer. Bei uns war es auch so. Mein Mann hat seit dem Verfahren Schwindelattacken, die keinen medizinischen Hintergrund haben. Er arrangiert sich bis heute damit.

Welche besonderen psychischen Belastungen tragen Unternehmer im Vergleich zu Angestellten oder Führungskräften?

Eine Führungskraft trägt Verantwortung innerhalb eines Unternehmens. Ein Unternehmer trägt Verantwortung für den kompletten Betrieb – für Mitarbeiter, Kunden, rechtliche Risiken, Liquidität.

Es ist also nachvollziehbar, dass der Kopf keinen Feierabend kennt. Du nimmst du alle Themen, die dich begleiten mit, egal wo du gerade bist. Nachts, am Wochenende, im Urlaub. Es gibt keinen Aus-Knopf, weil die Konsequenzen auf allen Ebenen greifen, wenn du ausfällst. Mir ist zum Beispiel Small Talk immer schwerer gefallen. Mein Kopf war permanent im Modus der Lösungsfindung, sodass da kein Platz mehr für Banalitäten war. Das hatte natürlich Auswirkungen auf unser soziales Umfeld.

Eine Führungskraft trägt auch Verantwortung. Aber sie ist selten so existenziell wie die eines Unternehmers.

In Ihrem Buch beschreiben Sie eine existenzielle Krise durch ein langjähriges steuerrechtliches Verfahren. Wie hat diese Situation Ihren Alltag als Unternehmerin geprägt?

Ein langjähriges steuerrechtliches Verfahren ist kein Vorgang im Hintergrund. Es ist eine dauerhafte Belastung, die sich in das gesamte Leben hineinschiebt — bei mir waren es zehn Jahre Daueranspannung.

Die Leichtigkeit war weg. Alles fühlte sich drei- bis fünfmal schwerer an als vorher. Bei jeder Entscheidung musste ich den Dominoeffekt mitdenken: Welche Folgereaktionen löst das aus? Man steht morgens trotzdem auf, führt Gespräche, trifft Entscheidungen, kümmert sich um Mitarbeiter, Kunden, Familie. Aber im Hintergrund läuft immer diese Unsicherheit mit.

Das Schlimmste war für mich nicht der Übergriff selbst. Das Schlimmste war die Erkenntnis danach: dass alles, woran ich vorher geglaubt hatte, für mich nicht mehr existierte. Integrität, Gerechtigkeit, plötzlich spielten sie keine Rolle mehr. Damit brach eine ganze Welt zusammen, weil das, was mir vorher Halt gegeben hatte, einfach nicht mehr da war.

Ich musste mir meine Realität und mein Wertesystem in den Jahren danach neu erschaffen. Das ist die eigentliche Geschichte hinter der Geschichte.

Gab es einen Moment, an dem Sie gespürt haben, dass die Belastung Ihre persönlichen Grenzen überschreitet?

Mein Gedanken wurden immer lauter und meine Kopfschmerzen nahmen zu. Ich war zwar körperlich anwesend, doch permanent in Alarmbereitschaft, als ob hinter der nächsten Tür wieder ein Säbelzahntiger lauerte. Am heftigsten waren für uns die “Zitterfreitage”. Die behördlichen Altpapierumschläge trafen IMMER freitags bei uns ein. Für uns ein absoluter Psychoterror. Sie konnten alles enthalten: von der Einstellung des Verfahrens bis hin zu neuen Vorwürfen, Fristen und Ablehnungen. Über das Wochenende waren wir mit unseren Briefen und deren Inhalt allein, denn kein Steuerberater oder Rechtsanwalt war ab 16 Uhr noch erreichbar.

Am Ende hat mein Körper für mich entschieden. Ich hatte das Gefühl, ich würde ersticken. Ich bin zum Arzt, zum Notarzt, aber körperlich war alles in Ordnung. Es waren Panikattacken. Mein Körper hat das, was mein Verstand jahrelang weggedrückt hatte, übersetzt in „ich kriege keine Luft mehr“.

Warum fällt es vielen Unternehmern schwer, offen über psychische Belastungen oder Überforderung zu sprechen?

Weil Unternehmer mit Stärke gleichgesetzt werden. Wer ein Unternehmen führt, soll souverän, entscheidungsstark, belastbar sein. Schwäche passt nicht in dieses Bild, und viele haben Angst, dass ein offener Umgang mit Ängsten oder Herausforderungen gegen sie verwendet wird – von Banken, Geschäftspartnern, Kunden, Wettbewerbern. Man will nicht den Eindruck erwecken, die Kontrolle zu verlieren. Also schweigt man. Doch genau dieses Schweigen macht die Belastung größer. Man bleibt allein mit Themen, die einen geschützten Raum bräuchten. Genau das möchte ich mit meinem Buch und dem Teilen unserer Geschichte ändern.

Welche Rolle spielen Angst vor Reputationsverlust und wirtschaftlicher Druck in solchen Situationen?

Eine sehr große. Vertrauen ist im Unternehmertum eine wirtschaftliche Währung. Wenn das Umfeld den Eindruck bekommt, jemand sei überfordert oder instabil, hat das reale Auswirkungen auf Geschäftsbeziehungen, Finanzierungen und Aufträge.

Gleichzeitig laufen die Kosten weiter. Gehälter müssen bezahlt, Kunden bedient, Entscheidungen getroffen werden. Behörden, Banken, Vertragspartner warten nicht, bis man emotional wieder stabil ist. Diese Kombination aus innerer Belastung und äußerem Druck ist das, was viele schweigen lässt.

Wie schafft man es, trotz enormer Belastung weiterhin Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für Mitarbeiter und Unternehmen zu übernehmen?

Disziplin war unser Rettungsanker, auf Motivation war kein Verlass in dieser Zeit. Man schafft es, indem man sein Ziel ganz klar vor Augen hat und es fokussiert verfolgt.

Natürlich sind die Probleme damit nicht verschwunden. Aber es ist hilfreich, ihnen nicht die gesamte Energie zu geben. Stattdessen legte ich meinen Fokus auf den nächsten klaren Schritt. Was ist heute zu tun? Was braucht mein Unternehmen? Und was braucht meine Familie? Was brauche ich, um nicht aus meiner Mitte zu fallen?

Für mich gibt es sinnbildlich zwei Feuerkörbe. Der eine steht für Probleme, Ängste, Sorgen. Der andere für meine Ziele, meinen Fokus, meine Familie. Lange habe ich unbewusst den Problemkorb gefüttert. Irgendwann habe ich verstanden: Meine Gedanken sind die Holzscheite. Und ich entscheide, in welchen Feuerkorb ich sie werfe. Der Gegenpol zur Disziplin war für mich die Entschleunigung. Nicht immer weiter funktionieren zu müssen, sondern mir kleine Momente zurückzuholen: morgens bewusst aufzustehen, in Ruhe einen Kaffee zu trinken. Ich habe aufgehört, das Schöne im Alltag als selbstverständlich anzusehen. Stattdessen haben mein Mann und ich ein bewusstes Dankbarkeitsritual am Abend eingebaut.

Jeder hat von seinen ganz persönlichen Momenten des Tages berichtet, die ihm ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Von der netten Verkäuferin beim Bäcker, über das schöne Wetter bis hin zu einem wichtigen Neukunden. Das war für uns ein Gamechanger. Jeden Abend zu spüren, dass es so viel mehr gibt, was einen mit Glück erfüllt, als das rein Materielle.

Welche Auswirkungen haben psychische Krisen auf Familie, Partnerschaft und das persönliche Umfeld von Unternehmern?

Massive. Eine Krise bleibt nie nur im Unternehmen, sondern sie kommt mit nach Hause. Sie sitzt mit am Esstisch. Sie liegt nachts mit im Bett.

Vor allem unsere Tochter spürte die Anspannung, ohne ihre Ursache wirklich greifen zu können. Deswegen änderte ich auch unseren Start in den Tag, bevor es für sie zur Schule ging. Eine Viertelstunde früher aufstehen, damit wir entspannt bei Kerzenschein frühstücken konnten und mit einem Gespräch begannen, worauf wir uns heute freuen. Zudem führte ich den Mamma-Tochter-Tag ein: Montags nach der Schule durfte sie bestimmen, wie wir gemeinsam Zeit verbringen.

Gleichzeitig zogen wir uns aus dem Freundeskreis zurück. Nicht, weil uns diese Menschen egal waren, sondern weil wir uns auf alltägliche Themen kaum noch einlassen konnten, während in unserem Kopf permanent ein Horrofilm lief. Hinzukam, dass wir nicht offen aussprechen wollten, was gerade bei uns los ist.

Unsere Partnerschaft hat in dieser Zeit nur überlebt, weil wir bewusst auf gegenseitige Schuldzuweisungen und Rechthaberei verzichtet haben. Wir mussten beide lernen, nicht alles persönlich zu nehmen und verstehen, dass wir zwar eine große Schnittmenge an Ängsten teilen, doch jeder noch sein ganz persönliches Päckchen mit sich trägt. Diesen Themen haben wir in Gesprächen Raum gegeben, einfach durch zuhören. Wir haben nur geantwortet, wenn dies vom Partner gewünscht war. Das genügte: Offen auszusprechen, was in einem los ist, ohne dafür bewertet zu werden.

Was hat Ihnen persönlich geholfen, in dieser schwierigen Phase handlungsfähig zu bleiben?

Mir hat geholfen, mich immer wieder auf mich selbst zurückzubesinnen und auf meinen inneren Kompass zu vertrauen.

Mein wichtigster Anker in dieser Zeit war eine sehr konkrete Fähigkeit, die ich mir erarbeitet habe: Informationen von Emotionen zu trennen. Was uns dauerhaft krank macht, ist nicht das Thema selbst. Es ist unsere emotionale Reaktion auf das Thema.

Auf der Sachebene kannst du jedes Thema lösen. Du kannst es nüchtern angehen, einordnen, abarbeiten. Aber sobald die Emotion die Sachebene überschreibt, verlierst du den Zugriff.

Diese Trennung war meine größte Challenge und gleichzeitig das, was mich am meisten verändert hat. Ohne sie wäre ich durchgedreht oder hätte alles aus den Augen verloren, wofür ich morgens aufstehe.

Ich bin dankbar für diesen Prozess. Er hat mir eine innere Stärke aufgebaut, die mir heute keiner mehr nehmen kann und den Glaube daran, dass auch aus einer extrem belastenden Zeit etwas entstehen kann, wenn man bereit ist, ehrlich hinzusehen.

Sie sprechen davon, dass aus einem Tiefpunkt auch ein Wendepunkt entstehen kann. Welche Erkenntnisse haben Sie aus dieser Zeit mitgenommen?

Die wichtigste Erkenntnis war: Ich bin nicht das, was mir passiert. Ich bin diejenige, die entscheidet, wie sie damit umgeht.

Ein Tiefpunkt nimmt einem viel: Sicherheit, Leichtigkeit, Vertrauen, manchmal auch den Glauben an Fairness. Aber er kann einen auch zwingen, sehr klar zu werden. Wer steht wirklich an meiner Seite? Welche Werte sind nicht verhandelbar? Wo habe ich mich selbst zu lange übergangen?

Für mich wurde aus dieser Zeit eine radikale Neuausrichtung. Ich habe verstanden, dass äußere Kontrolle nie die Antwort ist. Entscheidend ist die innere Stabilität — die Fähigkeit, in mir selbst Halt zu finden, gerade wenn im Außen nichts mehr sicher ist.

Welche Unterstützung wünschen Sie sich für Selbstständige und Unternehmer im Bereich mentale Gesundheit?

Klassische Angebote greifen für Unternehmer oft zu kurz. Sie berücksichtigen nicht, dass wir uns nicht einfach aus dem System nehmen können, ohne dass Konsequenzen entstehen. Krankschreibung ist keine Option, wenn am nächsten Tag das Unternehmen stillsteht.

Was Unternehmern wirklich fehlt — und enorm helfen könnte — ist ein Austausch unter Gleichgesinnten. Ein wertfreier Raum, in dem man sich gegenseitig Impulse gibt und sich durch die individuellen Wege und Lösungen anderer inspiriert.

Ein Raum, in dem man einfach verstanden wird und ehrlich sein darf. Ein Raum, in dem Schadenfreude ein Fremdwort ist.

Vor allem braucht es Entstigmatisierung. Mentale Belastung ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist die Folge jahrelanger Verantwortung ohne echte Entlastung.

Was sollte sich aus Ihrer Sicht gesellschaftlich und politisch ändern, damit Unternehmer mit psychischen Belastungen nicht länger unsichtbar bleiben?

Gesellschaftlich müssen wir aufhören, Unternehmer nur als Leistungsträger, Steuerzahler oder in ihrer wirtschaftliche Funktion zu betrachten. Hinter jedem Unternehmen steht ein Mensch. Mit einem Körper, einem Nervensystem, einer Familie und persönlichen Grenzen.

Politisch wünsche ich mir ein Bewusstsein dafür, welche psychische Belastung, behördliche Prüfungen, bürokratische Unsicherheit, permanente neue, erweiterte Auflagen zur Entlastung des Staates auslösen können und welche zeitliche und finanzielle Mehrbelastung und welcher wirtschaftliche Druck dadurch entstehen.

Natürlich braucht es Kontrolle, Regeln und Verfahren, aber wenn wir Unternehmern dauerhaft das Gefühl geben, sie seien lediglich die Melkkuh der Nation — dass sie immer mehr Rechte verlieren und ihre Pflichten sich multiplizieren — belastet das den Menschen und damit das ganze System. Unternehmer dürfen nicht erst dann gesehen werden, wenn sie scheitern. Sie brauchen Unterstützung, bevor sie innerlich oder wirtschaftlich zerbrechen.

Welche Botschaft möchten Sie anderen Unternehmern mitgeben, die sich aktuell in einer ähnlichen Situation befinden?

Verwechsle Funktionieren nicht mit Stabilität. Nimm deine Belastung ernst und warte nicht, bis dein Körper dich stoppt. Sprich mit Menschen, denen du vertrauen kannst oder suche Dir gezielt Unterstützung – gerade bei Menschen, die diesen Weg schon gegangen sind.

Häufig besteht Stärke nicht darin, alles allein auszuhalten, sondern darin, ehrlich zu erkennen: So kann ich nicht weitermachen. Genau an diesem Punkt beginnt Veränderung.

Und vielleicht das Wichtigste: Nichts in deinem Leben geschieht ohne Grund. Alles passiert zu einem bestimmten Zweck, auch wenn wir es oft erst Jahre später erkennen.

Was wünschen Sie sich, dass Leserinnen und Leser aus Ihrem Buch „Durch die Hölle ging’s auf High Heels“ mitnehmen?

Man kann durch sehr dunkle Phasen gehen und gestärkt daraus hervorgehen. Aber man kommt nicht unverändert heraus.

Du bist nicht allein. Gerade Unternehmer glauben oft, sie seien die Einzigen, die mit Angst vor Gesichtsverlust, finanziellem Druck und existenziellen Themen kämpfen. Jeder trägt sein Päckchen – nur kennen wir die Geschichten meist nicht, weil sie totgeschwiegen werden.

Deshalb war es mir wichtig, meine Geschichte öffentlich zu machen. Nicht um Applaus zu bekommen, sondern um andere zu ermutigen, mit Krisen offener umzugehen.

Eine Schulter zum Anlehnen, ein ehrlicher Zuhörer, ein aktiver Austausch — das ist in solchen Zeiten Gold wert. Manchmal reicht ein einziger Satz, um die Segel neu zu setzen.

Mein Buch soll zeigen: Die eigene Geschichte ist kein Versagen. Es ist ein Leben. Entscheidend ist nicht, dass immer alles gerade läuft. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen.

Sehen wir uns als Opfer oder als Gestalter?

Du hast immer eine Wahl.

Die Krise war real. Aber sie hatte nicht das letzte Wort. Das hatte ich.

Titelbild Nadine Herpolsheimer Bildcredits: Herpolsheimer Consulting GmbH & Co. KG

Wir bedanken uns bei Nadine Herpolsheimer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wem vertrauen Entscheider, wenn KI die Antworten liefert?

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Kundenbeziehungen, KI und Trusted Advisor im Wandel Giso Weyand Credit Robin Breitmayer

Giso Weyand-Gondorf zu seinem neuen Buch „Vom Dienstleister zum Trusted Advisor – Wie Sie durch echte Beratung unersetzlich werden“

Wie hat sich die Rolle klassischer Beratungen und Expertenorganisationen in den vergangenen Jahren verändert?

Die Rolle hat sich verschoben, und zwar deutlicher, als viele in unserer Branche wahrhaben wollen. Vor zwanzig Jahren bedeutete Beratungs- oder Agenturtätigkeit, ein klar umrissenes Problem zu lösen. Der Kunde hatte einen Engpass, suchte einen Spezialisten, ein Projekt wurde aufgesetzt und sauber abgearbeitet. Das funktionierte, weil Wissen knapp war und Expertise einen exklusiven Wert hatte.

Heute kommt ein Kunde gut informiert ins Erstgespräch. Er hat Methoden recherchiert, kennt Tools, hat sich von der KI Lösungsansätze vorschlagen lassen. Die Anfragen werden präziser. Was er von uns will, formuliert er meistens schon im ersten Satz: „Wir brauchen genau diese Maßnahme.“ Vordergründig ist alles glasklar.

Im Hintergrund wächst die Unsicherheit. Genau deshalb verschiebt sich unsere Rolle: weg vom Spezialisten, der ein Problem abarbeitet, hin zu einer Instanz, die mit dem Entscheider gemeinsam herausarbeitet, was er wirklich braucht. Wer diese Verschiebung verschläft, wird austauschbar.

Warum verliert reine Expertise aus Ihrer Sicht zunehmend ihren exklusiven Wert?

Weil sie verfügbar geworden ist. Ein Geschäftsführer kann heute innerhalb von zehn Minuten mit ChatGPT eine Markenstrategie skizzieren, eine SWOT-Analyse durchspielen oder sich die zehn wichtigsten Hebel zur Prozessoptimierung erklären lassen. Was wir früher in einem Workshop für 8.000 Euro geliefert haben, bekommt er heute in einer halben Stunde.

Das heißt nicht, dass Fachwissen wertlos wird. Es bleibt die Grundlage. Was jedoch an exklusivem Wert verliert, ist die reine Information. Was dagegen an Wert gewinnt, ist die Einordnung, die Erfahrung und das Urteilsvermögen. Ein Markt ist in fast jedem Themenfeld dicht besetzt und exzellente Experten stehen im Wettbewerb mit anderen exzellenten Experten. Sobald das Problem klar definiert ist, wird daher verglichen, verhandelt und der Preis gedrückt. Wer sich allein über fachliche Tiefe definiert, landet im Preiskampf.

Welche Auswirkungen haben KI, Datenplattformen und Automatisierung aktuell auf Beratungen, Agenturen und Professional Services?

Zwei Effekte beobachte ich gerade sehr deutlich. Erstens: Die klassische Brot-und-Butter-Arbeit bricht weg: Recherchen, erste Analysen, Standardberichte, einfache Konzepte. Das wurde früher als selbstverständliche Leistung berechnet. Heute fragt der Kunde sich: Warum sollte ich dafür zahlen, wenn ich es selbst in einer Stunde herausbekomme?

Zweitens: KI greift auch in anspruchsvollere Bereiche ein. Supply-Chain-Optimierung, Preisstrategien, Personalplanung. Eine Studie der Boston Consulting Group hat 2023 gezeigt, dass ihre eigenen Beraterinnen und Berater mit KI rund 40 Prozent leistungsfähiger arbeiten als ohne. Wenn das in den Beratungen so funktioniert, dann funktioniert es auch beim Kunden selbst.

Der gefährliche Reflex in unserer Branche ist gerade: „Wir müssen jetzt schneller, günstiger und KI-gestützter werden.“ Das ist die falsche Antwort, denn in genau diesem Wettbewerb verliert man gegen Tools und Billiganbieter. Die richtige Antwort liegt in der Bewegung in die andere Richtung: nach oben, in die Tiefe der Kundenbeziehung und in die Arbeit an den eigentlichen Zielen.

Sie sprechen von einer Krise der klassischen Expertenorganisation. Woran zeigt sich diese besonders deutlich?

An mehreren Symptomen: Zum einen werden die Anfragezyklen länger. Wo früher ein Projekt nach drei Wochen entschieden war, ziehen sich die Entscheidungen heute über Monate. Projekte, die früher auf 18 Monate angelegt waren, lassen sich oft nur noch in Drei-Monats-Etappen verkaufen. Manche Kunden bestehen auf Testläufe, bevor sie sich auf etwas Größeres einlassen.

Die Honorarverhandlungen finden zunehmend mit dem Einkauf statt, nicht mit der Entscheiderin oder dem Entscheider. Damit verliert man die Augenhöhe. Sobald der Einkauf am Tisch sitzt, geht es um Tagessätze, Standards, Vergleichbarkeit und die strategische Dimension verschwindet.

Und schließlich: Viele Expertenorganisationen sitzen fest in ihrer thematischen Schublade. Sie sind bekannt als „die Datenstrategen“ oder „die Markenrechtler“ und wenn der Kunde ein größeres, übergreifendes Thema hat, kommt er gar nicht auf die Idee, sie anzufragen. Diese Schublade ist ein Geschäftsrisiko, das viele unterschätzen.

Warum wird Orientierung in einer datengetriebenen Welt wichtiger als Information?

Weil wir in Information ertrinken. Jeder Geschäftsführer, jede Vorständin hat heute Zugriff auf mehr Daten, Studien, Reports und KI-generierte Analysen, als ein Mensch jemals verarbeiten kann. Die Frage ist nicht mehr: Wo finde ich die Information? Die Frage ist: Was bedeutet das jetzt? Was ist wichtig, was nicht? Und wie hängt das mit unserer Strategie zusammen?

In meiner Arbeit treffe ich Entscheider*innen, die einen ganzen Stapel an Daten und Vorschlägen vor sich liegen haben und sich trotzdem ratlos fühlen. Sie beschreiben das oft als „Problemwolke“: Sie sehen viele Themen gleichzeitig, spüren Druck von verschiedenen Seiten, müssen Entscheidungen treffen, von denen sie nicht wissen, ob sie richtig sind.

Genau hier braucht es jemanden, der zuhört, Wichtiges von Unwichtigem trennt, klare Worte findet. Sie brauchen keine endgültigen Antworten, sondern einen Sparringspartner, der die Lage ordnet und die Diskussion auf die richtigen Fragen lenkt – das ist Orientierung. Und Orientierung kann eine KI nicht leisten, weil sie das Unternehmen, die handelnden Personen und die feinen politischen Dynamiken nicht kennt.

Was unterscheidet einen Trusted Advisor konkret von einem klassischen Dienstleister?

Ein Dienstleister erledigt Maßnahmen. Ein Experte löst Probleme. Ein Trusted Advisor arbeitet an den Zielen des Kunden. Das klingt nach einer Nuance, ist aber ein grundlegender Unterschied.

Ein Beispiel aus einer Agentur, die ich begleite: Ein Mittelständler fragt eine Kampagne an. Budget steht, Zeitrahmen steht, Briefing ist da und die Agentur könnte loslegen. Stattdessen fragt die Geschäftsführerin: „Was soll sich durch die Kampagne verändern? Wozu wollen Sie das eigentlich machen?“ In der Tiefe zeigt sich: Hinter dem Wunsch nach mehr Sichtbarkeit steckt ein Ertragsrückgang, der die ganze Marktposition gefährdet. Kommunikation allein wird das nicht lösen. Es geht um Geschäftsmodell, Vertrieb und Produktpolitik.

Was macht die Agenturchefin? Sie nimmt nicht einfach den Auftrag und wird auch nicht zur Universal-Beraterin, die alles selbst macht, sondern sie geht in eine Metaposition und überlegt gemeinsam mit dem Kunden: Was braucht es wirklich? Was kann der Kunde selbst leisten? Wo holen wir Spezialisten dazu? Was übernehmen wir? Sie wird zur Architektin der Lösung und damit verändert sich auch ihre Rolle dauerhaft: Sie sitzt am Entscheidertisch, nicht am Projekttisch.

Welche Denkfehler machen viele Beratungen aktuell im Umgang mit KI und Automatisierung?

Der erste Denkfehler: „Wir müssen unseren Marktauftritt mit KI füllen.“ Auf einmal sieht jede Website gleich aus, die LinkedIn-Posts klingen alle ähnlich, die Whitepaper sind austauschbar. Wer so kommuniziert, wird unsichtbar in der Content-Flut.

Der zweite: „Wir können dank KI günstiger anbieten und damit Wettbewerbsvorteile gewinnen.“ Das ist ein kurzer Triumph. In einem Jahr kann der Wettbewerb das Gleiche, und der Preis fällt weiter. Wer in den Effizienzwettlauf einsteigt, kämpft gegen eine Maschine, die niemals müde wird.

Der dritte und gefährlichste: „KI nimmt uns die Arbeit ab, also brauchen wir weniger erfahrene Köpfe.“ Das Gegenteil ist richtig. Wenn KI die Standardarbeit übernimmt, wird die Erfahrung dessen, der das Ergebnis einordnet, wertvoller. Das Urteil und die Fähigkeit, einer Vorstandsfrau zu sagen: „Das, was die KI Ihnen da vorschlägt, ist technisch richtig. In Ihrer Unternehmenskultur wird es scheitern. Lassen Sie uns überlegen, was wirklich passt.“ Dieses Urteilsvermögen baut man nicht in Webinaren auf, das entsteht durch Jahre an echten Gesprächen mit echten Entscheidern.

Warum profitieren Trusted-Advisor-Organisationen gerade in volatilen Zeiten besonders stark?

Weil sich Entscheider*innen in unsicheren Phasen nach einer starken Schulter sehnen. Das ist kein Marketingbegriff, das beobachte ich seit Jahren in meiner Arbeit. Wenn die Welt brüchig wird, wenn Pläne über Nacht obsolet werden, wenn nicht klar ist, ob die nächste Investition trägt, dann wollen Menschen einen Gesprächspartner, dem sie vertrauen.

Modelle wie VUCA oder BANI beschreiben diese Welt. Volatil, unsicher, komplex, mehrdeutig. Oder eben: brüchig, ängstigend, nicht-linear, unbegreiflich. In so einer Welt reichen Methoden und Fachwissen nicht. Was zählt, sind Haltung, Erfahrung und Tragfähigkeit der Beziehung und Trusted-Advisor-Organisationen haben diese Beziehung. Sie wurde über Jahre aufgebaut, in vielen Gesprächen, in geteilten Erfahrungen, in schwierigen Situationen. Wenn jetzt ein Kunde unter Druck steht, ruft er nicht erst einen neuen Anbieter an, sondern er ruft den Menschen an, dem er vertraut. Die anderen schauen währenddessen auf ihre Pipeline und wundern sich, warum die Anfragen ausbleiben.

Wie gelingt es Unternehmen, vom reinen Auftragnehmer zu einem strategischen Sparringspartner zu werden?

Der erste Schritt ist eine Haltungsfrage. Solange wir uns als Anbieter verstehen, der dem Kunden gegenübersitzt, bleiben wir in der transaktionalen Logik. Der Kunde fragt, wir antworten. Der Kunde wünscht, wir liefern. Pingpong. Es gibt kein „Wir“.

Den Wechsel beschreibe ich gern mit dem Bild des Schulterschlusses: Sie sitzen nicht mehr gegenüber, sondern sie sitzen daneben und schauen gemeinsam auf das Thema. Das beginnt schon im Erstgespräch, wenn der Kunde sein Anliegen beschreibt. Statt jetzt eine Lösung zu skizzieren, fragen Sie: „Wozu wollen Sie das machen? Was soll sich dadurch verändern? Erzählen Sie mir mehr.“ Diese Fragen sind keine Methode, sondern Ausdruck einer Haltung.

Konkret braucht es drei Dinge. Erstens: das Handwerk, ein Gespräch zu führen, das in die Tiefe geht. Zweitens: die Fähigkeit, mit dem Kunden einen Wertpakt zu schließen, schriftlich festzuhalten, welche Ziele Sie gemeinsam erreichen wollen und welcher Wert damit verbunden ist. Drittens: die Bereitschaft, alle relevanten Entscheider*innen einmal gesprochen zu haben, bevor das Angebot rausgeht. Das ist anstrengend. Aber ein Angebot, das auf gemeinsam entwickelten Zielen basiert, ist einzigartig und kaum vergleichbar. Damit entziehen sich der Austauschbarkeit.

Welche Rolle spielen Vertrauen, Haltung und auch Widerspruch in modernen Kundenbeziehungen?

Vertrauen ist die Basis, denn ohne Vertrauen ruft niemand an, wenn es brennt. Die Haltung bestärkt Vertrauen. Und Widerspruch ist dann der Lackmustest.

In meinen Coachings beobachte ich oft, dass Berater*innen sich nicht trauen, dem Kunden zu widersprechen. Sie haben Angst, ihn zu verärgern, den Auftrag zu verlieren. Das Ergebnis: Sie sagen zu allem Ja, erfüllen jeden Sonderwunsch, opfern Wochenenden für Entwürfe, die niemand wertschätzt. Und je mehr sie sich anpassen, desto weniger werden sie ernst genommen.

Ein Trusted Advisor traut sich, klare Kante zu zeigen. Er sagt: „In dieser Frage sehe ich das anders, und zwar aus folgenden Gründen.“ Oder: „Das, was Sie gerade vorhaben, halte ich für falsch. Lassen Sie uns das diskutieren.“ Das ist keine Provokation, sondern Fürsorge. Wenn Sie sich gegenseitig nichts zumuten, entsteht keine stabile Beziehung.

Hinter dieser Haltung steht ein humanistisches Menschenbild: Ich nehme mein Gegenüber ernst als autonomen, urteilsfähigen Menschen. Genau deshalb sage ich ihm meine ehrliche Einschätzung, auch wenn sie unbequem ist. Die paternalistische Variante wäre, ihm nach dem Mund zu reden. Das hilft niemandem.

Welche drei Ratschläge würden Sie Beratungen, Agenturen und Professional-Service-Unternehmen aktuell mit auf den Weg geben?

Erstens: Überprüfen Sie ehrlich, auf welcher Ebene Sie heute arbeiten. Liefern Sie Maßnahmen, lösen Sie Probleme oder arbeiten Sie an den Zielen Ihrer Kunden? Die Antwort fällt selten so aus, wie man hofft. Viele Unternehmen halten sich für strategische Partner und sind in der Realität reine Auftragsabwickler. Diese ehrliche Standortbestimmung ist der Ausgangspunkt für alles Weitere.

Zweitens: Bauen Sie Ihr Repertoire aus, damit Sie auf Entscheiderebene Gespräche führen können, die in die Tiefe gehen. Das ist Handwerk, kein Charisma. Wie führe ich ein Gespräch, das nicht beim ersten Problem stehen bleibt? Wie helfe ich einem Geschäftsführer, seine Problemwolke zu lichten? Wie schließe ich einen Wertpakt? Das lässt sich lernen und üben. Es braucht ein bis zwei bis drei Jahre konsequente Praxis, dann sitzt es.

Drittens: Investieren Sie in die Beziehungen zu Ihren bestehenden Kunden. Genau dort liegen die verborgenen Schätze, die viele Anbieter übersehen. Wer einen Stammkunden hat, kennt sein Unternehmen, seine Kultur, seine Menschen und seine Strategie. Das ist ein Wissen, das niemand sonst hat. Vereinbaren Sie regelmäßige Jour fixes auf Entscheiderebene und zwar nicht zum Statusbericht, sondern zum strategischen Austausch. Sprechen Sie über das, was den Kunden im nächsten Jahr beschäftigt. Wer diesen Dialog hält, ist nicht ersetzbar.

Bildcredits/Fotograf:  Robin Neu-Breitmayer

Wir bedanken uns bei Giso Weyand-Gondorf für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Wenn 47.600 Euro plötzlich zurück gezahlt werden – Existenzpanik?

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FernUSG: Fernunterricht und Zulassung für Coaches Georgia Geka Rampota

Warum die BGH-Urteile 2026 für Coaches zur Existenzfrage werden

Es beginnt mit einer E-Mail, die niemand erwartet. Ein Coach öffnet morgens das Postfach, und dort liegt ein Anwaltsschreiben. Eine ehemalige Teilnehmerin fordert 24.000 Euro zurück. Das komplette Honorar. Der Coach denkt an einen Irrtum, an einen Versuch, an Dreistigkeit. Doch das Schreiben stützt sich auf ein Gesetz, das er nie auf dem Schirm hatte. Und wenige Monate später bestätigt der höchste deutsche Zivilgerichtshof: Sie bekommt jeden Cent.

Diese Szene ist kein Einzelfall mehr. Sie wiederholt sich gerade in der gesamten Coaching- und Online-Kursbranche. Der Grund trägt ein sperriges Kürzel: FernUSG, das Fernunterrichtsschutzgesetz. Ein Gesetz aus einer Zeit, in der niemand an digitale Mentoring-Programme dachte. Und das genau diese Programme heute zu Fall bringt.

Das Gesetz, das keiner kannte

Die Idee dahinter ist alt und ehrenwert: Lernende sollen vor unseriösen Fernlehrgängen geschützt werden. Wer Fernunterricht anbietet, braucht eine Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht in Köln. Fehlt sie, ist der Vertrag nach Paragraf 7 FernUSG von Anfang an nichtig. Übersetzt heißt das: Der Vertrag gilt, als hätte es ihn nie gegeben. Die Teilnehmenden bekommen ihr Geld zurück. Einen Ausgleich für die geleistete Arbeit gibt es in der Regel nicht.

Ob ein Angebot in diese Falle läuft, entscheidet sich an drei Fragen. Werden gegen Geld Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt? Sind Lehrende und Lernende überwiegend räumlich getrennt? Und wird der Lernerfolg überwacht? Wer dreimal Ja sagt, braucht eine Zulassung. Punkt.

Der Satz, der die Branche erschütterte

Lange klammerten sich viele Anbieter an einen Strohhalm: Das Gesetz schütze nur Verbraucher, hieß es, nicht Unternehmer. Wer also ausschließlich an Selbstständige verkauft, sei fein raus. Diesen Strohhalm hat der Bundesgerichtshof am 12. Juni 2025 zerbrochen (III ZR 109/24). Das FernUSG gilt für alle Teilnehmenden, egal ob privat oder beruflich. Am 2. Oktober 2025 zog das Gericht nach und bestätigte die Linie (III ZR 173/24).

Im Fall, der alles auslöste, ging es um ein hochpreisiges Mentoring-Programm für fast 47.600 Euro. Der Teilnehmer bekam sein Geld zurück, weil der Anbieter keine Zulassung hatte. Die Lektion war brutal einfach: Es zählt nicht der Preis, nicht die Dauer, nicht ob auf der Webseite Coaching, Mentoring oder Ausbildung steht. Es zählt allein, was wirklich passiert.

Inhalt schlägt Etikett

Anfang 2026 legte der Bundesgerichtshof gleich mehrfach nach. Mit dem Urteil vom 15. Januar 2026 (III ZR 80/25) machte er klar: Entscheidend ist das konkrete Leistungsspektrum, nicht der Name des Produkts. Und der Begriff der Wissensvermittlung wird weit ausgelegt. Eine besondere Qualität der Inhalte muss nicht einmal vorliegen.

Noch unangenehmer für viele: Auch die Überwachung des Lernerfolgs ist schnell erfüllt. Es genügt, dass Teilnehmende Fragen stellen dürfen, in Live-Calls, in der Gruppe oder per Chat. Niemand muss aktiv kontrollieren. Die bloße Möglichkeit zur Rückfrage reicht aus. Genau das, was eigentlich gute Betreuung ausmacht, wird so zum rechtlichen Risiko.

Ein Lichtblick mit Haken

Dann kam die Entscheidung, auf die viele gewartet hatten. Am 5. Februar 2026 urteilte der Bundesgerichtshof, dass überwiegend synchrone Live-Formate keinen Fernunterricht darstellen (III ZR 137/25). Wer also in Echtzeit kommuniziert, im interaktiven Webinar oder im virtuellen Klassenzimmer, unterliegt nicht der Zulassungspflicht. Denn die räumliche Trennung fehlt, wenn beide Seiten direkt miteinander sprechen können.

Doch die Erleichterung hat einen Haken. Überwiegend asynchrone Formate bleiben in der Pflicht: On-Demand-Kurse, zeitversetzte Programme, vorab aufgezeichnete Videos. Und jetzt wird es heikel. Wird ein Live-Call später als Aufzeichnung bereitgestellt, zählt dieser Teil als asynchron. Die alles entscheidende Frage lautet damit: Was überwiegt im Gesamtprogramm wirklich?

Was jetzt zu tun ist

Wer ein digitales Angebot verkauft, sollte ehrlich in den eigenen Kursaufbau schauen. Wie viel ist aufgezeichnet, wie viel echte Live-Interaktion? Welche Rückfragemöglichkeiten könnten als Lernerfolgskontrolle gelten? Wer überwiegend asynchron arbeitet und Wissen vermittelt, sollte eine Zulassung ernsthaft prüfen. Wer auf Live setzt, sollte das belegen können.

Und der Blick zurück lohnt sich, denn Ansprüche aus nichtigen Verträgen verschwinden nicht über Nacht. Auch abgeschlossene Programme können noch zum Bumerang werden. Eine saubere Vertragsgestaltung und eine ehrliche Produktbeschreibung sind heute keine Kür, sondern Schutzwall für das eigene Geschäft.

Die Botschaft der Richter ist unmissverständlich: Es zählt, was tatsächlich angeboten wird, nicht wie es genannt wird. Das nächste Anwaltsschreiben kommt vielleicht nie. Aber wer sein Angebot jetzt auf festen Boden stellt, muss morgens das Postfach wieder ohne Bauchgrummeln öffnen.

Bildcredits/ Fotograf: Fabian Martin Fabian Mepic Photography

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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Dresden, 02. Juni 2026 – Mit dem Launch der neuen Bio-Sheacreme-Kollektion setzt das Dresdner Social-Startup NICAMA neue Maßstäbe in der plastikfreien Hautpflege. Erstmals kombiniert die Marke ihre durchdachten, minimalistischen, wasserfreien Rezepturen mit gezielten Wirkstoffen der Performance-Kosmetik wie Ceramiden, Q10 und Arnika. Damit beweist NICAMA, dass High-Performance-Pflege und ökologische Verantwortung im Badezimmer Hand in Hand gehen können.

Wasserfreie Naturkosmetik für moderne Hautpflege

In einer Welt überladener Pflegeroutinen besinnt sich NICAMA auf das Wesentliche. Durch die Kombination von Bio-Sheabutter mit wissenschaftlich fundierten Actives entsteht eine Produktlinie, die gezielt auf Barriereschutz, Zellregeneration und Hautberuhigung einzahlt, ohne die Haut mit unnötigen Füllstoffen zu belasten.

„Bisher galt Wirkstoffkosmetik oft als kompliziert und überladen. Mit unserer neuen Serie beweisen wir das Gegenteil: Wir kombinieren High-Performance-Inhaltsstoffe wie Ceramide und Q10 mit einer minimalistischen, wasserfreien Rezeptur. Das Ziel war es, eine Pflege zu schaffen, die keine Kompromisse macht, weder bei der Wirksamkeit auf der Haut noch beim Schutz unseres Planeten“, sagt Jannis, einer der Gründer von NICAMA.

Ein zentraler Vorteil der wasserfreien Formulierung ist die lange Haltbarkeit ohne Konservierungsstoffe und die einfache Anwendung: NICAMA empfiehlt, die Bio-Sheacreme nach der Reinigung direkt auf die noch leicht feuchte Haut aufzutragen. So verbindet sich die Creme mit dem Wasser zu einer spontanen Emulsion, die tief einzieht, die Feuchtigkeit einschließt und kein fettiges Gefühl hinterlässt.

Wasserfreie Naturkosmetik mit nachhaltigem Ansatz

Das Versprechen der NICAMA Bio-Sheacremes:

Die NICAMA Bio-Sheacremes vereinen Naturkosmetik mit wirksamen Actives und setzen dabei auf eine minimalistische Rezeptur. Zudem sind die Produkte vegan und bestehen aus 100 Prozent natürlichen Inhaltsstoffen. Gleichzeitig kommen sie ohne Emulgatoren aus und bleiben vollständig wasserfrei. Dadurch sind die Cremes besonders ergiebig und bieten eine reichhaltige Pflege für die Haut. Darüber hinaus entsprechen sie dem COSMOS Organic Standard für zertifizierte Naturkosmetik. Gleichzeitig leistet jeder Kauf einen Beitrag zum Umweltschutz, denn pro Produkt werden 100 Gramm Plastik in Küstenregionen geborgen.

Wasserfreie Naturkosmetik mit Ceramiden Q10 und Arnika

Die Performance-Stars: Drei gezielte Lösungen für jeden Hauttyp

Die Ceramide Bio-Sheacreme Mandel-Vanille ist der Barriere-Spezialist der Produktserie und setzt auf Ceramide, die als natürliche Bausteine der Hautbarriere fungieren. Sie stärken die Lipidmatrix und schützen aktiv vor transepidermalem Wasserverlust. Ideal für trockene, anspruchsvolle Haut, die Schutz und Geborgenheit sucht.

Das enthaltene Coenzym Q10 in der Q10 Bio-Sheacreme Lemon-Lavendel macht diese Creme zum wahren Zell-Aktivator. Q10 schützt die Zellen vor oxidativem Stress und unterstützt den Energiestoffwechsel der Haut. Eine High-Performance-Pflege für ein vitales Hautbild und natürlichen Schutz vor vorzeitiger Hautalterung.

Arnika-Extrakt ist der Goldstandard der traditionellen Wirkstoffkosmetik. In der duftneutralen Arnika Bio-Sheacreme entfaltet er seine volle beruhigende Kraft. Perfekt für sensible Hauttypen, die eine regenerative und reizarme Pflege benötigen.

Wasserfreie Naturkosmetik für jeden Hauttyp und für die tägliche Pflegeroutine

Die zwei Daily Essentials: Pure Pflege für jeden Tag

Die Basisvarianten mit Aloe Vera-Gurke und Rosmarin-Orange verkörpern den Kern von NICAMA: Pure Bio-Sheabutter und wertvolle Öle, die durch ihre pflegenden Eigenschaften überzeugen. Während Aloe-Vera-Gurke durch ihre klare, sanfte Frische belebt und der Haut einen Moment der Leichtigkeit schenkt, aktiviert Rosmarin-Orange durch ätherische Öle die Sinne. Sie sind die perfekten Begleiter für alle, die eine ehrliche, wirksame und natürliche Basispflege lieben.

Bildcredits Apinima GmbH

Quelle Apinima GmbH

Krypto Compliance Plattform CENSE erhält 6,5 Millionen Euro

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CENSE erhält 6,5 Mio. Euro für Krypto Compliance Das Team von G+D Ventures und CENSE (Copyright: G+D)

Die Krypto Compliance Plattform CENSE hat eine Seed-Finanzierung über 6,5 Millionen Euro abgeschlossen. Mit dem frischen Kapital plant das Unternehmen die Expansion in Europa.

München, 2. Juni 2026 – CENSE, Anbieter einer Krypto-Compliance-Plattform für Finanzinstitute, hat G+D Ventures als einen der Lead-Investoren in seiner Seed-Runde über 6,5 Millionen Euro gewonnen. Neben den Haupt-Investoren G+D Ventures und Rabo Investments beteiligen sich auch mehrere Business Angels. Die Plattform schafft Transparenz über die Digital-Asset-Aktivitäten von Kunden. Zudem unterstützt sie Banken und Finanzinstitute bei Compliance-Prüfungen. Mit der neuen Finanzierung plant CENSE die Expansion seiner Aktivitäten in Europa.

Krypto Compliance Plattform für digitale Vermögenswerte

Da digitale Vermögenswerte wie Kryptowährungen und Stablecoins zunehmend breite Akzeptanz finden, stehen Banken vor wachsenden Herausforderungen bei der Nachverfolgung von Geldflüssen zwischen Wallets, Krypto-Börsen und dem traditionellen Finanzsystem. Dies gilt insbesondere dann, wenn digitale Vermögenswerte liquidiert und die Erlöse auf Bankkonten überwiesen werden.

In vielen Fällen fehlt Banken die Transparenz über die Herkunft dieser Gelder und die zugrunde liegenden Aktivitäten. Dadurch können potenzielle Risiken hinsichtlich Geldwäsche, Sanktionsverstößen oder Terrorismusfinanzierung schlecht oder gar nicht beurteilt werden. In der Folge können Transaktionen beziehungsweise Kunden abgelehnt werden. Im schlimmsten Fall führt dies zum Verlust der Geschäftsbeziehung.

Transparenz für Banken und Finanzinstitute

Hier setzt die Plattform von CENSE an, die an der Schnittstelle zwischen digitalen Assets und traditionellem Banking agiert. Die Plattform automatisiert die Due-Diligence und stellt Banken standardisierte sowie prüfbare Dokumentation bereit.

Die Plattform sammelt und analysiert Wallet-, Börsen- und Transaktionsdaten. Dadurch liefert sie konsistentes Reporting und schafft eine verlässliche Grundlage für Entscheidungen von Finanzinstituten.

Krypto Compliance Plattform schließt Marktlücke

Die Lösung schließt eine klare Lücke bestehender Angebote. Traditionelle AML-Systeme sind nicht für digitale Vermögenswerte ausgelegt. Reine Krypto-Analyseplattformen bilden dagegen regulatorische Anforderungen und interne Bankprozesse oft nicht ausreichend ab.

CENSE verbindet diese beiden Welten. Das Unternehmen übersetzt die Komplexität digitaler Asset-Aktivitäten in strukturierte und verwertbare Nachweise. Auf dieser Grundlage können Banken fundierte Entscheidungen treffen.

„Am meisten überzeugt uns das Team hinter CENSE: Die Gründer haben bereits zwei erfolgreiche Unternehmen aufgebaut und sind Experten auf diesem Gebiet. Sie kombinieren Produktexpertise mit nachweislicher unternehmerischer Erfahrung. Ebenso überzeugend ist die Marktchance, getrieben von der institutionellen Adoption digitaler Vermögenswerte und einem zunehmend komplexen regulatorischen Umfeld, das genau solche Lösungen verlangt“, sagt Andreas Barthelmes, Principal, G+D Ventures.

Koen Lenssen, Director bei Rabo Investments, betont: „Rabo Investments freut sich, das Team von CENSE in seiner Entwicklung zu unterstützen. Ihre Plattform schließt eine klare Lücke bestehender Lösungen.“

Investoren setzen auf Wachstum

„Banken benötigen eine vertrauenswürdige Infrastruktur für das Management von digitalen Vermögenswerten. Nur so erreichen sie dieselbe Sicherheit bei Finanzkriminalität und Compliance wie bei traditionellen Assets. Diese Investition bestätigt, dass sich CENSE als vertrauensvolle Infrastruktur für das Management digitaler Asset-Risiken etabliert hat.

G+D Ventures und Rabo Investments bringen tiefes Branchenwissen, starke Bankennetzwerke und operative Erfahrung ein. Damit geben sie uns ein solides Fundament für die weitere Expansion“, sagt Dennis Wohlfarth, CEO von CENSE.

Expansion der Krypto Compliance Plattform in Europa

Ziel der Finanzierungsrunde ist es, das Vertriebsteam auszubauen, die Marktposition in Europa zu erweitern und zusätzliche Privat- und Retailbanken als Kunden zu gewinnen.

Bild Das Team von G+D Ventures und CENSE (Copyright: G+D)

Quelle PR-COM

Verlernen Schüler das Rechnen, bevor sie es richtig beherrschen?

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ClcEasy stärkt Kopfrechnen und Mathe bei Schülern Ripudaman Singh und Gurleen Kaur Gründerteam ClcEasy

ClcEasy bringt Kopfrechnen zurück in den Schulalltag und unterstützt Schüler dabei, mehr Sicherheit in Mathe zu gewinnen

ClcEasy entwickelt eine Lernplattform für Kopfrechnen und zählt aktuell zu den Top 5 der StartupTeens Challenge 2026. Mit ihrer Verbindung aus vedischen Rechenmethoden, KI-Unterstützung und schulnahen Lerninhalten wollen die Gründer Schülern helfen, Mathe-Angst abzubauen – gleichzeitig freuen sie sich über Unterstützung beim laufenden StartupTeens Voting.

Wie ist die Idee zu ClcEasy entstanden, und was hat euch dazu motiviert, dieses Projekt bereits während der Schulzeit zu starten?

Die Idee entstand aus unserer eigenen Erfahrung im Unterricht. Wir haben täglich gesehen, wie sehr Mitschüler durch die ständige Taschenrechnernutzung an Sicherheit verlieren. Bei Aufgaben, die im Kopf gelöst werden müssten, entsteht oft unnötiger Druck und „Mathe-Angst“. Da wir selbst Wurzeln in Indien haben, kannten wir die vedischen Kopfrechenmethoden und sahen das enorme Potenzial, diese hocheffizienten Methoden mit dem deutschen Lehrplan zu verknüpfen. Wir wollten nicht warten, bis wir „fertig studiert“ haben, sondern das Problem jetzt lösen, weil wir wissen, wie relevant es für unsere Generation ist.

Bitte stellt euch und eure jeweiligen Aufgaben bei ClcEasy kurz vor.

Ripudaman Singh (Finanzen & Produktmanagement): Sein Fokus liegt auf dem strategischen Fundament. Durch seine Leistungskurse in Wirtschaft, Mathematik und Physik bringt er die nötigen analytischen Fähigkeiten mit, um komplexe Probleme effizient zu lösen. Er kümmert sich um die Finanzplanung, das Geschäftsmodell und ist unser zentraler Ansprechpartner für Gespräche mit Experten aus Bildung und Wirtschaft. Zudem setzt er sich seit zwei Jahren mit vedischen Kopfrechenmethoden auseinander, um diese didaktisch nutzbar zu machen.

Gurleen Kaur (Produktentwicklung & Marketing): Sie verantwortet das kreative Zentrum sowie die technische Umsetzung von ClcEasy. Sie hat den MVP unserer Web-App mittels ‘Vibe-Coding’-Tools programmiert und die KI-Integration maßgeblich vorangetrieben. Neben der technischen Entwicklung steuert sie unsere Marketing-Strategie, das Design unserer Präsentationen sowie die gesamte Kommunikation. Zudem sorgt sie mit ihrem Blick für Organisation und Abläufe für die nötige Struktur im Projekt.

Viele Schüler haben Schwierigkeiten beim Kopfrechnen. Warum wird dieses Problem aus eurer Sicht häufig unterschätzt?

Oft wird Kopfrechnen fälschlicherweise als eine ‚veraltete Fähigkeit‘ abgestempelt, die der Taschenrechner doch ohnehin übernimmt – aber genau das ist der Denkfehler. Wenn dieses intuitive Zahlengefühl als Basis fehlt, wird Mathe für Schüler unnötig komplex. Dazu kommt die Realität im Klassenzimmer: Im Unterricht bleibt meistens nicht die Zeit, Kopfrechnen gezielt zu trainieren, da die Lehrplanthemen straff durchgezogen werden müssen. Weil jeder Schüler ein anderes Leistungsniveau hat, ist es für Lehrkräfte zudem kaum möglich, jeden Einzelnen individuell zu fördern.

Dadurch entsteht eine Art Teufelskreis: Wer die Grundlagen nicht sicher im Kopf hat, verliert in Klassenarbeiten wertvolle Zeit und macht Flüchtigkeitsfehler bei eigentlich einfachen Schritten. Weil das mathematische Fundament fehlt, tippen viele Schüler blind Ergebnisse in den Rechner ein, statt die Logik hinter der Aufgabe zu verstehen. Diese Unsicherheit schleicht sich über die Jahre ein und senkt das Selbstvertrauen massiv.

Wir unterschätzen das Problem, weil wir oft den direkten Zusammenhang zwischen sicherem Kopfrechnen und langfristigem mathematischen Selbstvertrauen übersehen – dabei zeigen aktuelle Zahlen aus der Wirtschaft, dass die Folgen längst spürbar sind. Eine Umfrage der IHK Reutlingen unter rund 300 regionalen Betrieben belegt: Unternehmen beklagen bei Schulabgängern aller Schularten deutliche Defizite in grundlegenden Fertigkeiten. IHK-Präsident Johannes Schwörer bringt es auf den Punkt: Unseren Schulabgängern fehlt es teilweise an grundlegenden Fertigkeiten wie Rechnen ohne Taschenrechner. Das fehlende Kopfrechnen ist also kein schulisches Randproblem – es ist ein Defizit, das die Wirtschaft tagtäglich zu spüren bekommt. ( Stichpunkt: PISA Studie)

ClcEasy verbindet vedische Kopfrechenmethoden mit dem deutschen Lehrplan. Wie kam es zu diesem Ansatz?

Die vedische Mathematik ist faszinierend, weil sie auf Logik und Mustern basiert, nicht auf reinem Auswendiglernen. Wir wollten diese Methoden jedoch nicht als isolierte Tricks präsentieren. Deshalb haben wir sie direkt auf die Anforderungen des deutschen Bildungsplans – z.B. in Stochastik, Geometrie oder Prozentrechnung – zugeschnitten. Schüler lernen bei uns nicht nur, wie man rechnet, sondern warum es funktioniert, und können das direkt in der nächsten Mathearbeit anwenden.

Welche Vorteile bietet Kopfrechnen aus eurer Sicht über den Mathematikunterricht hinaus?

Kopfrechnen ist ein echtes Gehirntraining: Es stärkt Konzentrationsfähigkeit, logisches Denken, Arbeitsgedächtnis und mentale Flexibilität und hilft, Rechenwege schneller zu erkennen.

Im Alltag ermöglicht es schnelles Abschätzen von Preisen, Mengen und Zeitspannen, macht unabhängiger von technischen Hilfsmitteln und fördert Selbstständigkeit und Souveränität.

Im Beruf ist es besonders nützlich im Finanzwesen (schnelles Einschätzen von Beträgen, Zinsen, Budgets) und in der Gastronomie (Rechnungen, Trinkgeld, Mengen). Wer sicher im Kopf rechnet, arbeitet schneller, macht weniger Fehler und wirkt im Kundenkontakt professioneller.

Auch beim Berufseinstieg ist Kopfrechnen relevant: In vielen Auswahlverfahren und Assessments werden solche Aufgaben geprüft. In der Schule zeigt sich die Sicherheit im Umgang mit Zahlen in Klassenarbeiten ohne Taschenrechner und im Mathe-Abitur.

Kopfrechnen verbessert die Problemlösungsfähigkeit: Man kann komplexe Probleme schneller angehen und effektivere Lösungen finden. Zudem steigert es das Selbstvertrauen im Umgang mit Mathematik, kann Zahlenängste abbauen und ist eine wichtige Kernkompetenz für Schule, Studium, Beruf und Alltag.

Mit dem KI-Tutor Balu setzt ihr auf individuelle Unterstützung. Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz in eurem Lernkonzept?

Die KI fungiert als persönlicher Nachhilfelehrer, der genau dort ansetzt, wo das Verständnis gerade hakt. Die meisten Apps, die es auf dem Markt für Kopfrechnen gibt, haben keine KI, die bei Fehlern gezielt den strategischen Lösungsweg erklärt – stattdessen wird lediglich die richtige Antwort vorgegeben. Dadurch lernen Schüler weder die Methoden anzuwenden noch die Denkmuster zu entwickeln, die ihnen helfen, einfacher und schneller zu rechnen. Balu dient in unserem Konzept also nicht als ‚Lösungsmaschine‘, sondern als Unterstützung, bis zur richtigen Lösung zu kommen.

Schüler können zudem auch spezifische Rückfragen stellen, etwa ‚Warum muss ich hier diesen Schritt machen?‘, und bekommen eine Antwort, die ihre persönliche Wissenslücke schließt; aber nicht nur das: Balu hilft Schüler auch bei schulischen Themen gleichzeitig.

Was unterscheidet ClcEasy von anderen Lernapps und digitalen Matheangeboten?

Auf dem Bildungsmarkt gibt es bereits Lernapps, wie Anton App, im Überschuss, aber keiner dieser Lernapps fokussiert sich auf das systematische Beibringen von Kopfrechnen.

Während Anbieter, wie MentalMath, nur isolierte, trockene Zahlenreihen abfragen, vermitteln wir echte, hocheffiziente Rechenstrategien, die auf den deutschen Lehrplan abgestimmt sind. Schüler lernen mit ClcEasy nicht einfach nur für die App selbst, sie lernen für ihren Alltag, Beruf und natürlich auch die Schule: Ob Prozentrechnung, Stochastik oder Geometrie – ClcEasy macht Mathe endlich wieder durchschaubar und anwendbar.

Dazu kommt unsere einzigartige technologische Kombination: Wir verknüpfen eine intelligente, KI-gestützte Fehlererklärung – unseren Tutor ‚Balu‘ – mit echten Gamification-Elementen. Das macht Mathe von einer einsamen Pflichtaufgabe zu einer motivierenden Challenge, in der man sich in Klassen-Duellen mit Freunden messen kann.

Nicht zuletzt ist ClcEasy, im Gegensatz zu anderen Kopfrechenapps, von Anfang an für die Schule gemacht. Wir bieten nicht nur ein Tool, das motiviert, sondern eine Lernumgebung, die sicher ist und den hohen Anforderungen an den Datenschutz in Deutschland entspricht. Während viele Apps das eigene Nachdenken durch Technik ersetzen, wollen wir genau das Gegenteil: Wir fördern das eigene Zahlengefühl und machen die Schüler wieder unabhängig vom Taschenrechner. Genau diese Fähigkeit, Probleme ohne Technik im Kopf zu lösen, brauchen Schüler im Unterricht genauso wie später im Berufsleben.

Welche Erkenntnisse habt ihr aus der Testphase mit euren ersten Nutzern gewonnen?

Die Testphase war für uns der ultimative Beweis, dass unser Konzept genau den richtigen Nerv trifft. Die Zahlen sprechen für sich: Unsere Beta-User waren nach nur zwei Wochen intensiver Nutzung im Schnitt 50 % schneller beim Rechnen und haben 25 % weniger Fehler gemacht. Das zeigt uns, dass man durch gezieltes Training der Basis-Methoden extrem schnell aus dem ‚Mathe-Trott‘ ausbrechen kann.

Doch noch viel wichtiger als die Zahlen-Fakten war für uns der psychologische Effekt. Wir haben von den Schülern Rückmeldungen bekommen, die uns total motiviert haben: Viele sagten uns, dass Mathe für sie plötzlich nicht mehr diese lästige Pflichtaufgabe war, vor der sie Angst hatten, sondern eine Challenge, die sie meistern konnten.

Diese Erfahrung hat uns gezeigt, dass Mathe-Schwäche oft gar nicht an fehlender Intelligenz liegt, sondern an fehlender Sicherheit. Wenn ein Schüler merkt: ‚Hey, ich kann das ja doch im Kopf lösen!‘, fällt der ganze Druck ab. Genau dieses neu gewonnene Selbstvertrauen war der größte Erfolg der Testphase. Mathe wurde von einer Bedrohung zu einer Herausforderung, die plötzlich Spaß macht – und genau diese Begeisterung wollen wir mit dem Launch im August in alle Schulen bringen.

Vor welchen Herausforderungen steht ihr als Schüler und Gründer gleichzeitig?

Die größte Herausforderung ist definitiv das Zeitmanagement. Wenn man morgens in der Schule Leistungskurse in Mathe, Physik oder Wirtschaft hat und nachmittags an der Strategie für das eigene Startup arbeitet, verschwimmen die Grenzen zwischen ‚Lernen‘ und ‚Gründen‘ ständig. Das erfordert enorm viel Disziplin.

Dazu kommt die bürokratische Hürde: Als junges Team in das deutsche Bildungssystem einzudringen, ist nicht einfach. Die Abstimmung mit Schulen, die komplexen Datenschutzfragen und die Einholung von Genehmigungen kosten viel Geduld.

Eine der härtesten Erfahrungen war dabei die Suche nach finanzieller Unterstützung. Es ist für junge Gründer in Deutschland extrem schwer, ernst genommen zu werden. Wir haben unzählige Stiftungen und Institutionen angeschrieben – die Antwort war fast immer die gleiche: ‚Tut uns leid, wir können euch nicht unterstützen.‘

Aber anstatt aufzugeben, haben wir genau das als Ansporn genommen. Wir haben einfach weitergemacht, an unserem Konzept gefeilt und uns durchgebissen – und heute stehen wir unter den Top 5 der ‚Startup Teens‘ Challenge. Diese Bestätigung zeigt uns, dass man auch mit jungen Jahren und ohne großes Budget viel bewegen kann, wenn man von seiner Idee überzeugt ist. Genau diese Hartnäckigkeit ist heute unser größter Vorteil: Wir wissen genau, wo der Schuh drückt, weil wir die Probleme im Unterricht täglich selbst spüren. Wir entwickeln keine Theorie am grünen Tisch, sondern ein Produkt von Schülern für Schüler – und das merkt man.

Unser nächstes Ziel, das wir jetzt anstreben, ist es, in den TOP 3 zu kommen und den Sieg für Ludwigsburg bzw. Baden-Württemberg zu holen. Dabei kann uns jeder unterstützen, unabhängig vom Alter.

ClcEasy stärkt Kopfrechnen und Mathe bei Schülern  StartupTeens Voting ClcEasy poster

Das Voting dauert keine 30 Sekunden und bringt uns ein gutes Stück näher dran.

Man geht zuerst auf den Link oder scannt den QR-Code: https://www.startupteens.de/challenge-2026/voting/

Education Kategorie -> ClcEasy auswählen

Name + E-Mail eingeben, absenden

Bestätigungsmail im Postfach/Spam klicken, fertig

Wie wichtig ist die Unterstützung durch Lehrkräfte, Bildungsexperten und euer Netzwerk für die Weiterentwicklung von ClcEasy?

Diese Unterstützung ist für uns absolut essentiell – sie ist das Fundament, auf dem wir bauen. Wenn man als Schüler ein Startup gründet, hat man eine tolle Vision, aber man braucht erfahrene Köpfe, die einem zeigen, wie man diese Vision didaktisch und operativ auf das nächste Level hebt.

Bildungsexperten wie Prof. Dr. Christian Spannagel oder Melanie Borzi sind für uns weit mehr als nur Mentoren. Sie geben uns die Sicherheit, dass unsere Methoden nicht nur innovativ sind, sondern auch wissenschaftlich Hand und Fuß haben. Wenn man als Gründer das Feedback von solchen Bildungsexperten bekommt, weiß man: ‚Wir sind auf dem richtigen Weg.‘ Es validiert unsere Arbeit und gibt uns das nötige Vertrauen, um ClcEasy in den echten Schulalltag zu bringen.

Auch unser Netzwerk, wie zum Beispiel bei ‚Startup Teens‘, ist für uns Gold wert. Es sind diese erfahrenen Leute, die uns nicht nur Tipps geben, sondern uns auch Türen öffnen, die für uns als Schüler sonst mit sehr großer Wahrscheinlichkeit verschlossen geblieben wären. Sei es beim ehrlichen Feedback zur App oder wenn es darum geht, den ersten Kontakt zu einer Schule herzustellen – dieses Netzwerk ist unser Kompass, der uns zeigt, welche Schritte als Nächstes wichtig sind.

Es ist ein unglaublich motivierendes Gefühl zu merken, dass diese Profis an unsere Idee glauben, weil auch sie davon überzeugt sind, dass unser Bildungssystem ein Update braucht. Wir lernen jeden Tag etwas Neues dazu, und genau diese Kombination aus unserer eigenen Perspektive als Schüler und dem Know-how unserer Mentoren macht ClcEasy so stark.

Welche Ziele habt ihr euch für die Zeit nach dem offiziellen Launch im August 2026 gesetzt?

Nach dem Launch im August liegt unser Fokus zunächst voll auf dem direkten Weg zu den Schülern. Unser Ziel ist es, in Baden-Württemberg 5.000 Nutzer zu gewinnen und ihnen den Mathe-Alltag spürbar zu erleichtern. Dabei geht es uns nicht nur um Nutzerzahlen, sondern darum, 5.000 Schülerinnen und Schüler zu befähigen, ihre Unsicherheit in Mathe abzulegen.

Im Jahr 2028 schalten wir dann den nächsten Gang ein und starten mit dem B2B-Vertrieb an Schulen. Unser Ziel ist es, ClcEasy fest in den Schulalltag zu integrieren und als Standardwerkzeug gegen Mathe-Angst zu etablieren. Kurz gesagt: Wir wollen nicht nur eine App anbieten, sondern dafür sorgen, dass Mathe-Angst in Baden-Württemberg bald der Vergangenheit angehört – und wir fangen damit genau jetzt an.

Welche langfristige Vision verfolgt ihr mit ClcEasy?

Unsere Vision reicht weit über das hinaus, was eine klassische Lernapp heute leistet: Wir wollen das gesellschaftliche Bild, das wir in Deutschland von Mathematik haben, grundlegend verändern. Wir sind fest davon überzeugt, dass ein ‚mathe-begabt‘ oder ‚mathe-schwach‘ kein festes Schicksal ist, sondern eine Frage der richtigen Strategie und der individuellen Förderung. Unser Ziel ist es, diese starren Grenzen aufzubrechen und Mathe für jeden Schüler zugänglich zu machen – unabhängig von der Schulform oder dem Elternhaus.

Langfristig möchten wir ClcEasy als unverzichtbaren Bestandteil in die deutsche Bildungslandschaft integrieren. Wir sehen unsere App nicht als bloßen Ersatz für Lehrbücher, sondern als den digitalen Begleiter, der Schulen dabei unterstützt, den Unterricht moderner und effektiver zu gestalten. Dabei geht es uns um weit mehr als nur bessere Noten: Wir möchten Schülern eine Kompetenz vermitteln, die sie ihr ganzes Leben begleitet. Ob im hilfsmittelfreien Teil von Klassenarbeiten, bei schnellen Berechnungen im Alltag, im späteren Berufsleben oder bei anspruchsvollen Assessment-Centern – wer ein sicheres Zahlengefühl hat, handelt selbstbewusster und souveräner.

Am Ende unseres Weges soll ein Zustand stehen, in dem der Satz ‚Mathe kann ich nicht‘ aus dem Schulalltag verschwindet. Wir wollen, dass Mathe-Angst in Deutschland kein Thema mehr ist, weil jeder Schüler durch ClcEasy weiß, dass er die nötigen Methoden in der Hand hält, um jedes Problem – ganz ohne Taschenrechner – aus eigener Kraft zu lösen.

Wir bauen keine App für den Moment, sondern eine Lösung für die nächste Generation: Wir wollen, dass Mathematik kein Hindernis mehr auf dem Lebensweg ist, sondern eine Fähigkeit, mit der Schüler ihre Ziele selbstbewusst erreichen können.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen jungen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Auf Basis unserer bisherigen Erfahrung mit CalcEasy sind das die drei Dinge, die uns am meisten geholfen haben:

Baut euch früh ein Netzwerk auf.

Ein Startup allein zu stemmen ist extrem schwer. Schon früh den Austausch mit anderen suchen – ob Mentoren oder Leute, die schon weiter sind als man selbst – bringt einen unglaublich schnell weiter. Es geht gar nicht nur um Kontakte, sondern darum, dass man aus den Erfahrungen anderer lernen kann, anstatt jeden Fehler selbst machen zu müssen. Ein unterstützendes Umfeld ist Gold wert.

Teilt eure Idee, statt sie zu verstecken.

Am Anfang hatten wir auch kurz die Sorge, dass jemand unsere Idee ‚klauen‘ könnte, wenn wir zu viel verraten. Aber wir haben schnell gemerkt: Das ist Quatsch. Eine Idee ist nur so gut, wie man sie am Ende umsetzt. Wer seine Idee teilt und aktiv nach Feedback fragt, lernt extrem viel dazu. Wir haben durch das offene Feedback von Schülern und Lehrern gemerkt, welche Funktionen bei CalcEasy wirklich wichtig sind und wo wir nachbessern müssen.

Wartet nicht auf das perfekte Produkt – fangt einfach an.

Es bringt nichts, monatelang nur am Schreibtisch zu sitzen und an einem ‚perfekten‘ Plan zu feilen. Wir haben uns darauf konzentriert, schnell einen Prototyp zu bauen und den direkt von echten Nutzern testen zu lassen. Das hat uns den größten Fortschritt gebracht. Man merkt erst in der Anwendung, was wirklich funktioniert. Das Motto ‚Build, Measure, Learn‘ ist für uns der Schlüssel: Machen, ausprobieren, verbessern – und dann von vorn.

Bildcredits privat

Wir bedanken uns bei Ripudaman Singh und Gurleen Kaur für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Braucht gute Hautpflege wirklich weniger statt mehr?

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forpeople: Hautpflege und Pflege ohne Wasser Bildcredits: forpeople skincare 

forpeople entwickelt wasserfreie Hautpflege für trockene und beanspruchte Haut. Mit konzentrierten Formulierungen und der Teilnahme an der The Green Deal Show macht das Startup auf nachhaltige Kosmetik aufmerksam

Wie entstand die Idee zu forpeople und was hat euch an herkömmlicher Hautpflege besonders gestört?

Die Idee zu forpeople entstand aus einem sehr konkreten Problem: stark beanspruchte Haut im Klettersport. Die Hände unseres Mitgründers waren durch Chalk, Reibung und Belastung ständig trocken, rissig und offen. Trotz vieler ausprobierter Produkte hat nichts nachhaltig geholfen. Was uns dabei gestört hat: Viele herkömmliche Cremes bestehen zum Großteil aus Wasser, ziehen schnell ein, haben aber kaum langfristige Wirkung. Also haben wir angefangen, selbst eine Lösung zu entwickeln – mit wenigen, konzentrierten Inhaltsstoffen, die wirklich funktionieren.

Was war eure Vision hinter forpeople, als ihr das Unternehmen gegründet habt?

Unsere Vision war von Anfang an, Pflege einfacher, ehrlicher und wirksamer zu machen. Statt komplexer Formulierungen wollten wir Produkte entwickeln, die sich auf das Wesentliche konzentrieren und ein echtes Problem lösen. Gleichzeitig wollten wir zeigen, dass Kosmetik nicht nur „weniger schlecht“, sondern auch regenerativ sein kann – für Haut und Natur.

forpeople setzt auf wasserfreie Hautpflege. Warum ist dieser Ansatz aus eurer Sicht nachhaltiger?

Wir verzichten bewusst auf Wasser in unseren Formulierungen. Dadurch entstehen zwei Vorteile: Zum einen sind unsere Produkte deutlich konzentrierter und ergiebiger. Zum anderen vermeiden wir unnötige Transportwege, da kein Wasser „mittransportiert“ wird. Das reduziert den CO₂-Fußabdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Für uns geht es dabei nicht darum zu sagen, dass Wasser grundsätzlich schlecht ist – sondern dass es für unsere Art von Pflege keinen Mehrwert bringt.

Welche Zielgruppe möchtet ihr mit euren Produkten besonders ansprechen?

Unsere Produkte richten sich an Menschen mit trockener und beanspruchter Haut – egal ob im Alltag, im Job oder beim Sport. Viele unserer Kund sind aktiv, viel draußen oder haben einfach Haut, die mit klassischer Pflege nicht gut zurechtkommt. Gleichzeitig sprechen wir eine Zielgruppe an, die Wert auf ehrliche Produkte, reduzierte Inhaltsstoffe und nachhaltige Lösungen legt.

Was unterscheidet forpeople aus eurer Sicht von klassischen Naturkosmetik Marken?

Viele Naturkosmetik-Marken fokussieren sich auf Inhaltsstoffe oder Zertifizierungen – wir starten beim Problem. Unsere Produkte sind nicht aus einem Trend entstanden, sondern aus einem konkreten Anwendungsfall. Daraus ergibt sich auch unser Ansatz: wasserfrei, minimalistische Rezepturen und klarer Fokus auf Funktion. Wir versuchen nicht, alles abzudecken, sondern Dinge besonders gut zu machen.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, nachhaltige Kosmetikprodukte am Markt zu etablieren?

Nachhaltigkeit allein reicht heute nicht mehr als Differenzierung. Die größte Herausforderung ist es, gleichzeitig wirksam, verständlich und attraktiv zu sein. Viele Konsument sind skeptisch geworden – zu Recht. Deshalb müssen wir nicht nur gute Produkte entwickeln, sondern auch klar und ehrlich kommunizieren, was sie können und was nicht.

Ihr wart am 05. Juni 2026 in der dritten Folge von The Green Deal Show zu sehen. Wie habt ihr die Teilnahme erlebt?

Die Teilnahme war intensiv und gleichzeitig extrem lehrreich. In sehr kurzer Zeit mussten wir unsere Marke und unsere Produkte auf den Punkt bringen. Besonders spannend war das Unboxing, weil sofort sichtbar wurde, ob unser Produkt intuitiv verstanden wird oder nicht.

Mit welchen Erwartungen seid ihr damals in The Green Deal Show gegangen?

Wir sind mit der Erwartung reingegangen, unsere Marke sichtbarer zu machen und ehrliches Feedback zu bekommen. Uns war wichtig, zu sehen, wie Menschen außerhalb unserer Bubble auf das Produkt reagieren und wo wir noch klarer werden müssen.

Gab es nach der Ausstrahlung neue Chancen, Kooperationen oder Reaktionen auf forpeople?

Ja, wir haben deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen – sowohl von Kund als auch von potenziellen Partnern. Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass viele Menschen sich intensiver mit unseren Produkten auseinandersetzen, wenn sie den Kontext dazu verstehen.

Konnte forpeople durch The Green Deal Show einen Deal abschließen oder wichtige Kontakte gewinnen?

Die Show war definitiv ein Türöffner für Gespräche und Kontakte. Am Ende haben wir einen Deal mit Marie Nasemann bekommen und haben uns darüber sehr gefreut, da Sie unsere Wunsch Creatorin war. Gleichzeitig führen wir auch noch weitere Gespräche mit wichtigen Kontakten die wir durch die Green Deal Show knüpfen konnten und sind gespannt was daraus noch alles entsteht!

Wie ging es nach der Sendung für euch weiter und welche Entwicklungen haben sich seitdem ergeben?

Nach der Sendung haben wir vor allem an unserer Kommunikation gearbeitet und viele Learnings integriert. Wir haben unsere Positionierung geschärft, unsere Produkte klarer eingeordnet und uns stärker auf unsere Kernzielgruppe fokussiert.

forpeople hat in den vergangenen Jahren auch schwierige Phasen erlebt. Was habt ihr aus dieser Zeit gelernt?

Die schwierigsten Phasen waren gleichzeitig die wichtigsten. Wir haben gelernt, dass Klarheit, Fokus und ehrliche Kommunikation entscheidend sind. Außerdem haben wir verstanden, dass man sich nicht an allem orientieren darf, was der Markt gerade macht – sondern an dem, was man selbst wirklich gut kann.

Welche Ziele verfolgt forpeople in den kommenden Jahren?

Wir wollen unsere Produktlinie gezielt weiterentwickeln – vor allem im Bereich Repair-, Sonnen- und SOS-Pflege. Gleichzeitig möchten wir unsere regenerative Vision weiter ausbauen und zeigen, dass Pflege mehr kann als nur „neutral“ zu sein. Langfristig geht es darum, eine Marke aufzubauen, der Menschen vertrauen.

Würdet ihr anderen nachhaltigen Startups empfehlen, bei The Green Deal Show teilzunehmen?

Ja, definitiv. Die Show zwingt einen dazu, die eigene Idee wirklich zu durchdenken und verständlich zu machen. Gleichzeitig bekommt man ehrliches Feedback, das enorm wertvoll ist – egal, ob man einen Deal abschließt oder nicht.

Welche drei Tipps würdet ihr Gründer geben, die heute eine nachhaltige Marke aufbauen möchten?

Startet beim Problem, nicht beim Produkt – nur so entsteht echte Relevanz

Seid ehrlich in eurer Kommunikation – auch über Grenzen und Schwächen

Macht Dinge lieber klar und einfach, statt komplex und perfekt


Bildcredits: forpeople skincare GmbH

Wir bedanken uns bei Marc Seipel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Steht nachhaltige Diagnostik vor dem nächsten Entwicklungsschritt?

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hey mela: Veganer Schwangerschaftstest für mehr NachhaltigkeitPhaeosynt fotograf kevin münkel

hey mela entwickelt den weltweit ersten veganen Schwangerschaftstest auf Basis tierfreier Antikörper und macht durch die Teilnahme an der The Green Deal Show auf nachhaltige Diagnostik aufmerksam

Wie entstand die Idee zu hey mela und was hat euch dazu bewegt, einen veganen Schwangerschaftstest zu entwickeln?

Die Idee entstand aus unserer Forschung an tierfreien Antikörpern. Dabei haben wir festgestellt, dass nahezu alle heute verfügbaren Schwangerschaftstests auf tierischen Komponenten basieren. Mit hey mela wollten wir zeigen, dass zuverlässige Diagnostik auch ohne tierische Bestandteile möglich ist. Das Ergebnis ist der weltweit erste tierfreie Schwangerschaftstest.

Was war eure Vision hinter hey mela, als ihr das Startup gegründet habt?

Unsere Vision war nie nur ein Schwangerschaftstest. Wir möchten die Diagnostikbranche nachhaltiger gestalten und eine Plattform für tierfreie diagnostische Antikörper aufbauen. hey mela ist dabei der erste Beweis, dass unsere Technologie funktioniert und marktfähig ist.

hey mela verbindet Biotechnologie mit Nachhaltigkeit. Warum war euch dieser Ansatz besonders wichtig?

Wir sind überzeugt, dass technologische Innovation und Nachhaltigkeit zusammengehören. Gerade in der Biotechnologie gibt es noch viele etablierte Prozesse, die auf tierischen Rohstoffen basieren. Wir möchten zeigen, dass moderne Diagnostik auch nachhaltiger, ressourcenschonender und ethischer gestaltet werden kann.

Welche Zielgruppe möchtet ihr mit hey mela besonders ansprechen?

Wir richten uns an Menschen, die Wert auf zuverlässige Diagnostik, Nachhaltigkeit und Transparenz legen. Besonders sprechen wir Frauen an, die bewusst konsumieren und sich für innovative Gesundheitsprodukte interessieren.

Was unterscheidet hey mela aus eurer Sicht von klassischen Schwangerschaftstests?

hey mela ist der weltweit erste Schwangerschaftstest, der vollständig ohne tierische Antikörper und andere tierische Komponenten hergestellt wird. Gleichzeitig ist er ein echtes Made-in-Germany-Produkt: Von der Entwicklung über die Produktion bis hin zur Verpackung und Gebrauchsanweisung stammt alles aus Deutschland. Zudem setzen wir auf Biokunststoffe und nachhaltigere Materialien. Diese Kombination aus tierfreier Biotechnologie, Nachhaltigkeit und regionaler Produktion gibt es in dieser Form bislang weltweit nicht.

Wie reagieren Kund auf das Thema nachhaltige und tierfreie Diagnostik?

Viele Menschen sind überrascht, dass klassische Diagnostikprodukte überhaupt tierische Bestandteile enthalten. Sobald wir unsere Technologie erklären, erhalten wir sehr positives Feedback. Das Interesse an nachhaltigen Alternativen wächst stetig.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, ein Medizinprodukt nachhaltig und gleichzeitig zuverlässig zu entwickeln?

Im Bereich der Diagnostik steht die Zuverlässigkeit immer an erster Stelle. Die größte Herausforderung bestand darin, eine tierfreie Alternative zu entwickeln, die dieselbe Leistungsfähigkeit bietet wie bestehende Verfahren. Dafür waren viele Jahre Forschung und Entwicklung notwendig.

Ihr wart am 05. Juni 2026 in der dritten Folge von The Green Deal Show zu sehen. Wie habt ihr die Teilnahme erlebt?

Die Teilnahme war eine spannende Erfahrung. Es war eine großartige Gelegenheit, unsere Technologie einem breiteren Publikum vorzustellen und zu zeigen, welches Potenzial nachhaltige Biotechnologie für die Zukunft der Diagnostik hat.

Mit welchen Erwartungen seid ihr damals in The Green Deal Show gegangen?

Unser Ziel war es, Aufmerksamkeit für das Thema tierfreie Diagnostik zu schaffen und Menschen für nachhaltige Innovationen im Gesundheitsbereich zu begeistern. Gleichzeitig wollten wir wertvolle Kontakte zu potenziellen Partnern und Multiplikator knüpfen.

Gab es nach der Ausstrahlung neue Gespräche, Kooperationen oder Reaktionen auf hey mela?

Ja, die Teilnahme hat direkt zu neuen Gesprächen und Kooperationen geführt. Wir konnten eine Zusammenarbeit mit einer Influencerin vereinbaren. Darüber hinaus hat sich eine weitere Influencerin bei uns gemeldet, die von unserem Produkt und unserer Mission überzeugt ist und hey mela gerne mit ihrer Community teilen möchte. Für uns ist Sichtbarkeit besonders wichtig, da viele Menschen bisher gar nicht wissen, dass herkömmliche Diagnostikprodukte auf tierischen Antikörpern basieren. Genau hier hilft uns die mediale Aufmerksamkeit enorm.

Konnte hey mela durch The Green Deal Show einen Deal abschließen oder wichtige Kontakte gewinnen?

Ja, die Teilnahme hat uns wertvolle Kontakte und neue Kooperationsmöglichkeiten eröffnet. Besonders freuen wir uns über die Influencer-Kooperationen, die direkt aus der erhöhten Sichtbarkeit entstanden sind. Für ein junges Unternehmen wie unseres ist es entscheidend, Menschen für die Themen nachhaltige Diagnostik und tierfreie Biotechnologie zu sensibilisieren. Die Reichweite und Aufmerksamkeit durch die Sendung waren daher für uns sehr wertvoll.

Wie ging es nach der Sendung für euch weiter und welche Entwicklungen haben sich seitdem ergeben?

Wir haben unsere Gespräche mit Industriepartnern weiter ausgebaut, neue White-Label-Projekte vorbereitet und den Markteintritt in Österreich geschafft. Gleichzeitig arbeiten wir daran, unsere Plattform für tierfreie Antikörper weiter zu skalieren.

Plant ihr, die Technologie von hey mela künftig auch für weitere Diagnostiktests einzusetzen?

Ja, definitiv. Schwangerschaftstests sind für uns erst der Anfang. Aktuell arbeiten wir bereits an der Entwicklung weiterer Produkte im Bereich Women’s Health, darunter ein Ovulations- und ein Menopausentest.

Darüber hinaus nutzen wir unsere Technologie bereits für die Entwicklung und Produktion tierfreier Antikörper für Diagnostikunternehmen. Diese Antikörper kommen beispielsweise in Laboren, Arztpraxen und diagnostischen Anwendungen zum Einsatz. Hier arbeiten wir bereits mit deutschen und europäischen Unternehmen zusammen.

Langfristig sehen wir das größte Potenzial darin, herkömmliche Antikörper durch unsere tierfreien Alternativen zu ersetzen. Neben den Nachhaltigkeitsvorteilen bieten wir eine hohe und reproduzierbare Qualität sowie langfristig auch wirtschaftliche Vorteile. Unser Ziel ist es, tierfreie Antikörper als neuen Standard in der Diagnostik zu etablieren.

Würdet ihr anderen nachhaltigen Startups empfehlen, bei The Green Deal Show teilzunehmen?

Ja. Die Show bietet eine hervorragende Möglichkeit, innovative Ideen sichtbar zu machen, Feedback zu erhalten und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Besonders für Startups mit nachhaltigen Lösungen kann dies ein wichtiger Schritt sein.

Welche drei Tipps würdet ihr Gründer geben, die heute ein Startup im Bereich Health oder Biotech aufbauen möchten?

  1. Habt Geduld. Entwicklungen im Gesundheitsbereich brauchen Zeit und Ausdauer.
  2. Sprecht früh mit potenziellen Kund und Partnern, um echte Marktbedürfnisse zu verstehen.
  3. Baut ein starkes Team auf. Die besten Ideen entstehen durch unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen.

Fotograf: Kevin Münkel

Wir bedanken uns bei Stephanie Pfeil-Coenen und Dr. Alina Eilers für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Die Antwort auf „Ist Hacoo vertrauenswürdig?“: Ein Blick in die Architektur der neuen Lifestyle-Community

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Hacoo: Authentizität und Community als Erfolgsmodell Bild von Darwin Laganzon auf Pixabay

Ein Blick in die Architektur der neuen Lifestyle Community

In der digitalen Wirtschaft ist Vertrauen zu einem strategischen Wert geworden. Zielgruppen geben sich nicht länger mit übermäßig polierten Feeds, bearbeiteter Perfektion oder Inhalten zufrieden, die vom echten Leben losgelöst wirken.

Sie suchen praktische Einblicke, ehrliches Feedback und alltägliche Inspiration von Menschen, die tatsächlich erlebt haben, worüber sie sprechen. Bei der Analyse disruptiver Technologieunternehmen stellt sich daher die grundlegende Frage: „Was ist Hacoo?“

Die Antwort definiert die Creator Economy neu: Hacoo ist ein stark gesteuertes Content Ökosystem, das auf Authentizität, Transparenz und communitybasierter Lifestyle Entdeckung basiert.

Hacoo positioniert sich als authentische Lifestyle Community, in der Nutzer reale Erfahrungen, Empfehlungen und ehrliche Meinungen aus eigener Erfahrung teilen. Die Grundidee ist einfach, aber wirkungsvoll: Echte, unvollkommene und sogar kritische Perspektiven können langfristig mehr Wert schaffen als inszenierte Ästhetik.

Die Unfiltered Reality Philosophie

Traditionelle soziale Medien belohnen häufig Inhalte, die makellos, schnell konsumierbar und für Aufmerksamkeit optimiert sind. Hacoo geht einen anderen Weg. Die Plattformarchitektur basiert auf der Überzeugung, dass alltägliche Inspiration an Bedeutung gewinnt, wenn sie Nuancen zulässt.

Eine Lifestyle Empfehlung auf Hacoo muss nicht perfekt inszeniert sein, um wertvoll zu sein. Tatsächlich deutet der Ansatz der Plattform auf das Gegenteil hin: Ehrliches Feedback, einschließlich kritischer Beobachtungen, kann die Entdeckung innerhalb der Community nützlicher machen. Das ist besonders relevant in einem digitalen Umfeld, in dem Nutzer zunehmend vorsichtiger gegenüber übermäßig kuratierten Inhalten werden.

Hacoos Unfiltered Reality Modell zielt darauf ab, Authentizität in die Nutzererfahrung zu integrieren. Die Plattform ermutigt Menschen dazu, zu teilen, was funktioniert hat, was nützlich war und was möglicherweise nicht den Erwartungen entsprach. So entsteht eine fundiertere Form digitaler Validierung, bei der Community Mitglieder aus realen Perspektiven lernen können, statt nur inspirierende Inhalte zu sehen.

Ein duales Ökosystem für nachhaltiges Wachstum

Eine der wichtigsten strategischen Designentscheidungen von Hacoo als Startup ist sein duales Ökosystem. Die Plattform unterscheidet klar zwischen regulären Nutzern und professionellen Affiliate Partnern.

Reguläre Nutzer beteiligen sich, indem sie echte Lifestyle Inspiration ungezwungen teilen. Sie bringen persönliche Meinungen, praktische Empfehlungen und reale Beobachtungen ein, die die Community mitprägen. Diese Ebene verleiht Hacoo Offenheit und menschliche Nähe.

Die zweite Ebene besteht aus professionellen Affiliate Partnern. Über das Hacoo Affiliate Programm erhalten unabhängige Creator Zugang zu exklusiven Tracking Links und Backend Daten zu Content Reichweite und Engagement. Diese Infrastruktur ermöglicht es Creators, die Wirkung ihrer Inhalte transparenter und messbarer zu verstehen. Dadurch werden sie weniger als informelle Promoter verstanden, sondern eher als digitale Unternehmer mit nachvollziehbaren Performance Daten.

Authentizität monetarisieren ohne Vertrauen zu verlieren

Der Ausdruck „Authentizität monetarisieren“ mag widersprüchlich klingen, doch Hacoos Modell ist darauf ausgerichtet, dieses Gleichgewicht praktisch umsetzbar zu machen. Die Plattform ermutigt Creator nicht einfach nur dazu, Aufmerksamkeit zu generieren. Sie will vielmehr jene Art von Engagement belohnen, die aus Glaubwürdigkeit entsteht.

In der heutigen digitalen Wirtschaft werden anfängliche Suchanfragen wie „Ist Hacoo seriös“ mit konsequenter Transparenz beantwortet. Das Startup adressiert diese Vertrauensfragen, indem es ein striktes Progressive Penalty System durchsetzt. Diese Governance Struktur ist zentral für Hacoos Selbstverständnis: Hacoo versteht sich nicht als eine von künstlichem Hype getriebene Plattform, sondern als moderiertes Ökosystem, in dem authentische Teilnahme geschützt wird.

Für Affiliate Partner liegt der Wert nicht nur in Sichtbarkeit. Er liegt auch in der Fähigkeit, über die Zeit Vertrauen aufzubauen. Exklusive Tracking Links und Backend Einblicke in die Performance geben Creators die Werkzeuge, um Reichweite und Engagement zu bewerten, während die Community Standards der Plattform dazu beitragen, die Glaubwürdigkeit dieses Einflusses zu bewahren.

Der Critical Feedback Algorithmus

Ein zentraler Bestandteil von Hacoos Ansatz zur Marktveränderung ist der Umgang mit Feedback. Die Plattform belohnt aktiv Affiliate Partner, die ehrliches, kritisches Feedback geben, selbst wenn dieses auf praktische Schwächen von Lifestyle Trends hinweist.

Dies ist eine bedeutsame UX und algorithmische Designentscheidung. Auf vielen Plattformen stehen Creator unter Druck, immer positiv erscheinen zu müssen, da positive Inhalte oft schneller verbreitet werden. Hacoos Modell geht einen anderen Weg, indem es auf authentischen Traffic statt auf künstlichen Hype setzt.

Wenn Creator ermutigt werden, sowohl Vorteile als auch Einschränkungen zu teilen, wird die Community nützlicher. Nutzer können fundiertere Entscheidungen treffen, da sie nicht nur polierte Empfehlungsposts sehen, sondern auch Kontext, Abwägungen und praktische Details von Menschen, die echte Meinungen teilen.

In diesem Sinne baut Hacoo nicht nur eine Community zum Teilen von Inhalten auf, sondern auch eine vertrauensbasierte Informationsschicht für die Lifestyle Entdeckung.

Der Ecosystem Referee Ansatz

Hacoos Plattformarchitektur hängt auch von klaren Governance Strukturen ab. Eine Community, die offenes und ehrliches Feedback fördert, benötigt transparente Systeme, um diese Offenheit vor Missbrauch zu schützen. An dieser Stelle tritt Hacoos Ecosystem Referee Ansatz in den Vordergrund.

Statt sich auf Algorithmen zu verlassen, die viralen Spam fördern oder inauthentisches Engagement belohnen, strebt Hacoo danach, als kompromissloser Schiedsrichter zu agieren. Das Unternehmen investiert in ein Trust and Safety Framework, das darauf ausgelegt ist, irreführende Inhalte einzudämmen und die Integrität der Community Erfahrung zu schützen.

Dieses Framework wird durch ein Progressive Penalty System durchgesetzt, bei dem die Konsequenzen für Verstöße von anfänglichen Einschränkungen auf Inhaltebene bis hin zu stärkeren kontobezogenen Maßnahmen eskalieren können, einschließlich einer dauerhaften Deaktivierung des Kontos bei schwerwiegendem oder wiederholtem irreführendem Verhalten.

Warum Hacoos Community Modell wichtig ist

Hacoos größter strategischer Vorteil könnte in der Erkenntnis liegen, dass Authentizität gestaltet und nicht nur behauptet werden muss. Eine Plattform kann Nutzer nicht einfach auffordern, echt zu sein. Sie benötigt Werkzeuge, Anreize und Governance Systeme, die echte Teilnahme wertvoll machen.

Aus diesem Grund kombiniert Hacoos Modell drei zentrale Ebenen: eine ungefilterte Content Philosophie, eine Infrastruktur zur Monetarisierung von Content Creatorn und skalierbare Trust and Safety Strukturen. Zusammen helfen diese Ebenen der Plattform, eine Community für Lifestyle Entdeckung aufzubauen, in der ehrliches Feedback zu einem nachhaltigen Wettbewerbsvorteil werden kann.

Authentizität als Wettbewerbsvorteil

Hacoos Antwort auf das moderne Vertrauensproblem ist struktureller Natur. Sie vereint offene Community Teilnahme, professionelle Creator Tools, transparente Tracking Infrastruktur und ein Governance Modell, das darauf ausgelegt ist, irreführende Inhalte und inauthentisches Engagement zu reduzieren.

Indem ungefilterte Hacoo Erfahrungen und echte Hacoo Bewertungen aktiv verbreitet werden, zeigt die Plattform, dass authentische Community Validierung der entscheidende Wettbewerbsvorteil ist.

In einer digitalen Wirtschaft, in der Nutzer zunehmend Ehrlichkeit über Perfektion stellen, baut Hacoo eine neue Art von Lifestyle Discovery Community auf: eine, in der echte Stimmen, kritisches Feedback und transparente Creator Infrastruktur die nächste Phase des sozialen Engagements bestimmen.

Bild von Darwin Laganzon auf Pixabay

Autor: Hacoo

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Perk sichert sich private Finanzierung über 300 Millionen US-Dollar

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Perk erhält 300 Mio. Dollar private Finanzierung

Die Perk Finanzierung über 300 Millionen US-Dollar markiert den nächsten Wachstumsschritt des Unternehmens. Besonders bemerkenswert ist, dass es sich um eine private Finanzierung handelt. Damit unterstreichen führende Kreditgeber ihr Vertrauen in die KI-basierte Plattform. Gleichzeitig schafft Perk die Grundlage für weiteres internationales Wachstum.

Perk Finanzierung über 300 Millionen US-Dollar für weiteres Wachstum

Perk sichert sich private Finanzierung über 300 Millionen US-Dollar, um das globale Wachstum seiner KI-basierten Plattform zu beschleunigen

Der von führenden Kreditgebern bereitgestellte Finanzierungsrahmen unterstreicht das Vertrauen in Perks Vision, eine führende KI-basierte Plattform für Reise- und Ausgabenmanagement aufzubauen

Perk startet in die nächste Wachstumsphase – nach einem Umsatzwachstum von 48 Prozent im Jahr 2025, branchenführenden Bruttomargen und einer Plattform, die auf globale Skalierung ausgelegt ist

Die neue Finanzierungslinie erweitert und ersetzt Perks bisherigen Finanzierungsrahmen zu deutlich verbesserten Konditionen und erhöht den verfügbaren Kapitalrahmen, um die bereits starke Bilanz des Unternehmens weiter zu stärken

Perk Finanzierung stärkt die nächste Wachstumsphase

Boston und London, 3. Juni 2026: Perk (ehemals TravelPerk), die intelligente, KI-basierte Plattform für Reise- und Ausgabenmanagement, gibt heute den Abschluss einer privaten Finanzierung über 300 Millionen US-Dollar bekannt. Die Finanzierung wird von Neuberger Specialty Finance angeführt, gemeinsam mit Blue Owl Capital, Inc. (NYSE: OWL), Hercules Capital, Inc. (NYSE: HTGC) und Liquidity.

Die neue Finanzierungslinie erweitert und ersetzt Perks Finanzierungsvereinbarung aus dem Jahr 2024 zu deutlich verbesserten Konditionen. Gleichzeitig stärkt sie die finanzielle Basis des Unternehmens für die kommenden Jahre.

Umsatzwachstum schafft die Basis

Im Jahr 2025 überschritt Perk die Marke von 300 Millionen US-Dollar annualisiertem Umsatz und erzielte ein Umsatzwachstum von 48 Prozent. Damit ist Perk die am schnellsten wachsende globale Plattform für Reise- und Ausgabenmanagement.

Zugleich schaffen branchenführende Bruttomargen eine klare Grundlage für kurzfristige Profitabilität. Im November 2025 stellte Perk seine integrierte Plattform für Reise- und Ausgabenmanagement vor. Diese vereint Reisen, Ausgaben und Events in einer KI-basierten Produkterfahrung.

Private Finanzierung unterstreicht das Vertrauen

Die neue Finanzierung unterstreicht das Vertrauen der Finanzierungspartner in Perks Vision und Strategie. Gleichzeitig zählt sie zu den wenigen Private-Credit-Transaktionen dieser Größenordnung, die ein Technologieunternehmen im aktuellen Marktumfeld abschließen konnte.

Die Mittel sollen genutzt werden, um Investitionen in Produktentwicklung, Technologie und KI weiter zu beschleunigen. Zudem unterstützt die Finanzierung Perks nächste globale Wachstumsphase. Dazu gehört auch der bevorstehende US-Launch der integrierten Spend-Plattform.

KI als Wachstumstreiber bei Perk

„KI ist ein enormer Wachstumstreiber für Perk. Der Einsatz von KI in unserem Produkt hat es uns ermöglicht, unsere Bruttomargen innerhalb von drei Jahren von 40 Prozent auf Werte im mittleren 70-Prozentbereich zu steigern – und dabei gleichzeitig ein Kundenerlebnis auf höchstem Niveau zu gewährleisten. Neben unseren Investitionen in das Produkt wird der weitere KI-Rollout im gesamten Unternehmen dazu beitragen, schneller und effizienter zu skalieren. Wir freuen uns sehr, eine Gruppe führender Kreditgeber an unserer Seite zu haben, die das Potenzial der vor uns liegenden Marktchance erkennen und unsere nächste Wachstumsphase mit großer Überzeugung unterstützen“, sagt Roy Hefer, CFO von Perk.

Investoren setzen auf Perks Marktpotenzial

„Wir freuen uns, diese Finanzierung für Perk anzuführen – ein außergewöhnliches Unternehmen und ein klarer KI-basierter Marktführer in einem enormen Markt“, sagt Laura Johnson, Managing Director bei Neuberger Specialty Finance.

„Das wirtschaftlich robuste Geschäftsmodell, das erfahrene Managementteam und die nachweisliche Umsetzungskraft positionieren Perk hervorragend, um die große Marktchance zu nutzen und grundlegend zu verändern, wie Unternehmen Reisen und Ausgaben managen.“

Perk Finanzierung unterstützt die globale Expansion

„Wir freuen uns sehr, Perk erneut als Partner zu begleiten und Kapital für die nächste Wachstumsphase bereitzustellen“, sagt Kurt Tenenbaum, Senior Managing Director bei Blue Owl Capital.

„Das Unternehmen hat ein außergewöhnlich robustes Geschäftsmodell aufgebaut – mit erstklassigen KI-Fähigkeiten und starkem Wachstum, das in dieser Größenordnung selten ist. Nachdem wir diese Entwicklung in den vergangenen zwei Jahren aus nächster Nähe verfolgen konnten, sind wir stolz darauf, das Team weiterhin bei der Beschleunigung seiner globalen Expansion zu unterstützen.“

Weitere Finanzierung für die nächste Wachstumsphase

„Perk hat eine der überzeugendsten KI-basierten Softwareplattformen aufgebaut und verbindet außergewöhnliches Wachstum mit einem wirtschaftlich robusten Geschäftsmodell und einem klaren Weg zu langfristiger Profitabilität“, sagt Ron Daniel, Co-Founder und CEO von Liquidity. „Wir freuen uns, das Unternehmen in seiner nächsten Wachstumsphase zu unterstützen.“

Bild Product Showcase Landscape

Quelle Maisberger GmbH

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