Mittwoch, August 26, 2026
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toern erhält 1 Million Euro von Top-Investoren aus Fashion und E-Commerce

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Retouren: toern erhält 1 Million Euro für E-Commerce Gründerteam Bild Jonas zeuner und Alena Schneck

Renommierte Branchenexperten setzen auf die Zukunft des KI-gestützten Retourenmanagements

Das Hamburger Startup toern hat seine Seed-Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen und eine Million Euro für seine Retourenmanagement-Lösung eingesammelt. Die Runde wird vom Hamburger Investoren-Netzwerk Venture League als Lead-Investor angeführt. Zu den neuen Gesellschaftern zählen außerdem die Superangels gemeinsam mit Volker Rofalski, E-Commerce-Größen wie Arndt Brockmann, ehemaliger Managing Director von Inditex und Esprit, Jens Schumann, ehemaliger Mitgründer der Online-Lottoplattform Tipp24, sowie Martina Pfeifer, Co-Founderin von Encourage Ventures.

Sie ergänzen einen bestehenden Kreis renommierter Business Angels, zu dem unter anderem Alexander Gedat zählt, ehemaliger CEO von Marc O’Polo.

Mit dem Investment setzen erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer aus Fashion, E-Commerce und Technologie ein deutliches Signal: Intelligentes Retourenmanagement entwickelt sich zunehmend von einer operativen Notwendigkeit zu einem strategischen Erfolgsfaktor für den E-Commerce.

Starke Marktvalidierung für ein lange unterschätztes Problem

Retouren gehören zu den größten Kosten- und Effizienztreibern im E-Commerce. Für die Investoren liegt genau darin eine der größten ungenutzten Chancen der Branche.

„Allein im DACH-Modehandel wird durchschnittlich jede zweite Bestellung retourniert – mit erheblichen Auswirkungen auf Kosten, Prozesse und Kundenzufriedenheit. Gleichzeitig werden noch immer große Teile der Retourenprozesse manuell abgewickelt. Genau hier setzt toern an: Die KI-gestützte Retourenplattform analysiert Kundenverhalten in Echtzeit und hilft Händlern dabei, aus einem klassischen Kostenfaktor einen echten Werttreiber zu machen. Die bisherigen Zeit- und Kosteneinsparungen bei den Kunden haben uns überzeugt. Wir sind begeistert von der Zusammenarbeit mit Alena Schneck und Jonas Zeuner und freuen uns darauf, die weitere Entwicklung von toern aktiv zu begleiten“, sagt Manuel Brunckhorst, Managing Partner von Venture League.

Für Gründerin Alena Schneck ist die Finanzierungsrunde vor allem eine Bestätigung der Unternehmensentwicklung der vergangenen Jahre:

„Dass sich erfahrene Investoren und Branchenexperten aus Fashion und E-Commerce an toern beteiligen, ist für uns eine starke Bestätigung unseres Weges. Das Thema Retouren wird im Handel zunehmend strategisch betrachtet. Unser Produkt und unser Team sind gut aufgestellt, um jetzt für zahlreiche Onlineshops manuelle Arbeit zu automatisieren und die Customer Journey nach dem Kauf aktiver und positiver zu gestalten.“

Der strategische Pivot: Vom Peer-to-Peer-Modell zur KI-gestützten Retourenplattform

toern wurde 2023 in Hamburg gegründet und startete zunächst mit einem innovativen Peer-to-Peer-Modell für Retouren. Ziel war es, Rücksendungen direkt zwischen Konsumentinnen und Konsumenten zu vermitteln und dadurch unnötige Transportwege zu vermeiden.

Die dabei gewonnenen Erkenntnisse führten 2025 zu einem strategischen Pivot. Kunden, die den innovativen Service nutzten, hatten einen noch größeren Bedarf nach einer automatisierten Retourenlösung, die sie im Alltag entlastet und Prozesse automatisiert. Aus dem Peer-to-Peer-Ansatz entstand eine KI-gestützte Plattform für Retourenmanagement, die heute den gesamten Retourenprozess digitalisiert und Händlern gleichzeitig wertvolle Daten für bessere Geschäftsentscheidungen liefert.

Heute ist toern ein Self-Service-Retourenportal, das Kunden befähigt, ihre Retourenanmeldung, automatisierte Labelerstellung sowie Umtausch- und Gutscheinprozesse selbstständig zu managen. Händler sparen sich die manuelle Kommunikation mit Kunden, Fulfillment-Dienstleistern und ERP-Systemen durch automatisierte Workflows zwischen den Systemen.

Darüber hinaus sind Echtzeit-Analytics sowie intelligente Datenanalysen ein zentraler Bestandteil der Lösung. Händler erhalten dadurch nicht nur ein funktionales Retourenportal, sondern ein Betriebssystem für den gesamten Post-Purchase-Prozess.

Heute vertrauen bereits zahlreiche wachstumsstarke E-Commerce- und Fashion-Brands auf die Lösung von toern, darunter Saint Sass, iPuro, Nordesign, by Aylin Koenig, der 1. FC Köln und Badesofa.

Fokus auf DACH-Expansion und das Shopify-Ökosystem

Das frische Kapital soll vor allem für die weitere Expansion im deutschsprachigen Raum eingesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau der Vertriebsaktivitäten, die stärkere Marktdurchdringung im Shopify-Ökosystem sowie die Weiterentwicklung der Plattform.

Dabei verfolgt toern bewusst einen fokussierten Wachstumskurs.

„Wir werden gezielt Schlüsselpositionen besetzen, möchten unser Team aber bewusst schlank halten. Unser Fokus liegt darauf, unsere Technologie weiter auszubauen und möglichst vielen E-Commerce-Brands dabei zu helfen, Retouren zu reduzieren, bessere Entscheidungen auf Basis von Echtzeitdaten zu treffen und die Customer Journey nachhaltig zu verbessern“, so Schneck.

Die Vision: Aus Retouren einen Wachstumstreiber machen

Während Retouren im Onlinehandel bislang überwiegend als notwendiges Übel betrachtet wurden, verfolgt toern einen anderen Ansatz: Jede Retoure enthält wertvolle Informationen über Produkte, Kundenbedürfnisse und Kaufverhalten.

Mit seiner KI-gestützten Operating-Plattform verwandelt das Unternehmen diese Daten in konkrete Handlungsempfehlungen für Händler. Dadurch entstehen bessere Einkaufserlebnisse, effizientere Prozesse und langfristig höhere Profitabilität.

Mit der erfolgreichen Seed-Finanzierung schafft toern nun die Grundlage, diese Vision im gesamten DACH-Raum zu skalieren und seine Position als führende Plattform für automatisiertes Retourenmanagement weiter auszubauen.

Bild Gründerteam Bild toern

Quelle toern GmbH

Datenchaos frisst KI-Strategie: Warum Startups zuerst aufräumen sollten

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Datenqualität: Warum Automatisierung Housekeeping braucht Bild Lisa Catena Gyger Fotocredits : Susanne Goldschmid

Datenchaos frisst KI-Strategie: Warum Startups vor dem nächsten KI-Tool zuerst aufräumen sollten

KI ist für Startups derzeit das grosse Hebel-Versprechen: Mehr Output mit kleineren Teams, automatisierte Prozesse auf Konzernniveau, schnellere Kundenkommunikation, bessere Entscheidungen. Oder kurz gesagt, smarte Workflows, die Gründerinnen und Gründer von repetitiven Aufgaben entlasten und Wachstum beschleunigen.

Genau deshalb wird in vielen jungen Unternehmen gerade intensiv über KI gesprochen. Welche Tools sollen wir einsetzen? Welche Prozesse lassen sich automatisieren? Wie bauen wir KI in unser Produkt, unser Pitchdeck, unseren Kundensupport oder unser Marketing ein?

Die wichtigere Frage wird dabei oft zu spät gestellt: Auf welcher Datenbasis soll diese KI eigentlich arbeiten?

Denn KI scheitert in der Praxis oft an der Datenqualität. Zum Beispiel doppelten Kundendaten, unvollständigen CRM-Einträgen oder Notion-Seiten, die niemand mehr pflegt. An Dokumenten, die irgendwo zwischen Slack, Google Drive, E-Mail und Projektordnern liegen.

Der Startup-Vorteil wird oft leichtfertig verspielt

Startups hätten eigentlich einen grossen Vorteil: Sie starten nicht mit jahrzehntelang gewachsenen IT-Landschaften und historisch verkrusteten Prozessen mit alten Systemen. Sie könnten Daten von Anfang an sauber strukturieren, Verantwortlichkeiten klären und Wissensablagen so aufbauen, dass sie später skalieren.

In der Realität passiert häufig das Gegenteil. Gerade weil alles schnell gehen muss, entstehen provisorische Lösungen. Am Anfang funktioniert das oft sogar gut. Aber bereits beim Wachstum auf ein Team von rund 7 Leuten kommen diese «ad Hock-Syteme» an ihre Grenzen.

Was in der Frühphase pragmatisch war, wirkt beim Wachstum zur Bremse. Und spätestens wenn KI ins Spiel kommt, wird daraus ein strategisches Risiko.

KI automatisiert nicht nur Prozesse, sie automatisiert auch Chaos.

Viele Unternehmen hoffen, dass ein neues KI-Tool die bestehenden Probleme löst. Doch KI kann nur mit dem arbeiten, was vorhanden ist. Wenn Daten unvollständig, veraltet, widersprüchlich oder schlecht strukturiert sind, werden auch die Ergebnisse unzuverlässig.

Ein KI-Assistent im Vertrieb hilft wenig, wenn im CRM drei verschiedene Versionen derselben Kundin existieren. Eine automatisierte Kundenansprache wird riskant, wenn Branchen, Kaufhistorien oder Zuständigkeiten falsch gepflegt sind. Eine interne Wissenssuche klingt attraktiv, solange die Wissensbasis aktuell ist. Wenn aber alte Preislisten, überholte Produktbeschreibungen und nicht mehr gültige Prozessdokumente nebeneinander liegen, liefert KI zwar Antworten, aber nicht unbedingt die richtigen.

Die typischen Datenfallen junger Unternehmen

Datenprobleme sehen in Startups selten dramatisch aus. Sie beginnen unspektakulär.

Ein CRM wird eingeführt, aber niemand definiert, welche Felder wirklich gepflegt werden müssen. Notion wächst organisch, aber ohne klare Struktur. Tabellen werden erstellt, um kurzfristig etwas zu lösen, bleiben danach aber als Schatten-System bestehen. Marketing, Sales und Customer Success arbeiten mit unterschiedlichen Kundendefinitionen. Niemand weiss genau, welche Quelle führend ist. Und für wichtige Daten gibt es keine verantwortliche Person.

Besonders kritisch sind fünf Muster:

Erstens: doppelte Wahrheiten. Wenn dieselbe Information in mehreren Tools existiert, aber unterschiedlich gepflegt wird, entsteht Unsicherheit. Welche Zahl stimmt? Welcher Status gilt? Welche Kundendaten sind aktuell?

Zweitens: fehlende Data Owner. Wenn niemand für eine Datenquelle verantwortlich ist, wird sie mit der Zeit zwangsläufig schlechter.

Drittens: ungepflegte Wissensablagen. Wissen wird gesammelt, aber nicht kuratiert. Veraltete Inhalte bleiben liegen und werden später von Menschen oder KI-Systemen wiederverwendet.

Viertens: verwaiste Excel-Listen. Sie entstehen schnell, sind flexibel und praktisch. Doch sie werden gefährlich, wenn sie geschäftskritische Informationen enthalten, aber nicht mehr in klare Prozesse eingebunden sind.

Fünftens: fehlende Standards. Unterschiedliche Schreibweisen, freie Textfelder, unklare Kategorien und lückenhafte Pflichtangaben machen Daten später schwer auswertbar.

Diese Probleme sind nicht nur IT-Themen. Sie betreffen Strategie, Wachstum, Kundenbeziehungen und Investorenfähigkeit.

Was Verschieben kostet

Daten-Housekeeping klingt für viele Gründerinnen und Gründer nicht nach Priorität und wird im hektischen Alltag gerne schnell aussortiert. Doch genau dieses Verschieben kann mit KI teuer werden.

Unsaubere Daten bremsen Skalierung, weil Teams mehr Zeit mit Suchen, Abstimmen und Korrigieren verbringen. Sie verschlechtern KI-Ergebnisse, weil Automatisierungen auf falschen oder unvollständigen Informationen basieren. Sie erschweren Reporting, weil Kennzahlen nicht konsistent berechnet werden. Und sie können bei Investoren Fragen auslösen, wenn zentrale Metriken nicht belastbar sind.

Gerade in Finanzierungsrunden zählt nicht nur die grosse Vision. Es zählt auch die Fähigkeit, das eigene Geschäft sauber zu verstehen und steuerbar zu machen. Wer nicht zeigen kann, welche Daten verlässlich sind, wo sie liegen und wer dafür verantwortlich ist, wirkt weniger reif, als das Produkt vielleicht schon ist.

Warum jetzt der richtige Moment ist

Der Druck steigt von mehreren Seiten. Einerseits wächst die Erwartung, dass Startups KI produktiv einsetzen: in internen Prozessen, im Produkt, im Kundensupport, im Vertrieb oder im Marketing. Andererseits verändern sich die regulatorischen Anforderungen. Seit August 2025 verlangt der AI Act von Unternehmen, die KI-Systeme anbieten oder einsetzen, ein angemessenes Mass an KI-Kompetenz bei den beteiligten Personen.

KI-Kompetenz bedeutet auch, zu verstehen, welche Daten in ein System einfliessen, welche Risiken daraus entstehen und welche organisatorischen Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Wer KI verantwortungsvoll nutzen will, braucht deshalb auch Datenkompetenz. Für Startups ist es eine Chance, früh eine professionelle Datengrundlage zu schaffen.

Daten-Housekeeping in fünf Schritten

Der Einstieg ins Aufräumen muss nicht kompliziert sein. Wichtig ist, rasch und pragmatisch zu beginnen und nicht zu warten, bis Zeit da ist, das perfekte Datenprojekt zu starten.

1. Zentrale Datenquellen inventarisieren

Welche Systeme enthalten geschäftskritische Informationen? Dazu gehören CRM, ERP oder Buchhaltung, Produktdaten, Kundendienst-Tools, Marketingdaten, Wissensablagen, Projektmanagement-Systeme und wichtige Tabellen. Ziel ist nicht Vollständigkeit bis ins letzte Detail, sondern ein klares Bild der wichtigsten Quellen.

2. Datenqualität prüfen

Wo gibt es Dubletten? Welche Pflichtfelder fehlen? Welche Informationen sind veraltet? Und welche Daten widersprechen sich zwischen verschiedenen Systemen? Schon eine einfache Qualitätsprüfung zeigt oft, wo die grössten Risiken liegen.

3. Geschäftskritische Daten priorisieren

Nicht alle Daten sind gleich wichtig. Startups sollten zuerst dort aufräumen, wo der Geschäftsnutzen am höchsten ist: Kundendaten, Umsatzdaten, Prozessdaten, Produktinformationen und internes Wissen. Dort entsteht der grösste Hebel für KI, Automatisierung und Reporting.

4. Verantwortlichkeiten festlegen

Für jede wichtige Datenquelle braucht es eine klare verantwortliche Person. Ein Data Owner muss nicht alles selbst pflegen, aber er oder sie stellt sicher, dass Standards definiert, eingehalten und regelmässig überprüft werden.

5. Datenpflege zur Routine machen

Das Wichtigste zum Schluss: Daten-Housekeeping darf kein einmaliges Aufräumprojekt bleiben. Es braucht einfache Routinen: regelmässige Clean-ups, klare Namenskonventionen, definierte Pflichtfelder, Archivierungsregeln und kurze Reviews. Je früher diese Routinen entstehen, desto leichter lassen sie sich skalieren.

Der eigentliche Wettbewerbsvorteil

KI allein schafft noch keinen Wettbewerbsvorteil. Die meisten Tools sind für alle zugänglich. Der Unterschied entsteht dort, wo Technologie auf sauberes Wissen, gute Prozesse und verlässliche Daten trifft.

Startups, die ihre Datenbasis früh ernst nehmen, können KI schneller, sicherer und wirkungsvoller einsetzen. Sie reduzieren Reibung im Team, verbessern Entscheidungsgrundlagen, schaffen bessere Kundenerlebnisse und erhöhen die Qualität ihrer Automatisierungen.

Der erste Schritt in eine wirksame KI-Strategie ist deshalb oft unspektakulär: aufräumen. Nicht, weil Datenpflege spannender ist als KI. Sondern weil KI ohne Datenpflege ihr Potenzial nicht entfalten kann.

Wer heute sein digitales Housekeeping macht, kauft morgen nicht einfach das nächste Tool. Er baut ein Unternehmen, das überhaupt erst in der Lage ist, KI sinnvoll zu nutzen.

Bild Lisa Catena Gyger Fotocredits : Susanne Goldschmid

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie Startups mit wenig Budget maximale Datensicherheit erreichen

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Unternehmen unter Druck: NIS2-Richtlinie und Sicherheitsvorfälle Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Steigende Cyberbedrohungen und die Anforderungen der NIS2-Richtlinie setzen junge Unternehmen unter Druck

Startups stehen vor einem Dilemma: Einerseits müssen sie das Maximum aus begrenzten Ressourcen herausholen und in Produktentwicklung und Wachstum investieren, andererseits erfordern zunehmende Cyberbedrohungen robuste Sicherheitsmaßnahmen. Der deutsche Markt für IT-Sicherheit wächst um mehr als 10 Prozent – ein Zeichen dafür, dass Unternehmen die Herausforderung ernst nehmen. Wir zeigen, wie Startups trotz knapper Budgets ihre Datensicherheit systematisch aufbauen können.

Die aktuelle Bedrohungslage für junge Unternehmen

Neu implementierte und oft auch improvisierten IT-Strukturen, begrenzte Sicherheitsbudgets und der Fokus auf Geschwindigkeit und Wachstum machen junge Unternehmen leicht angreifbar. Gleichzeitig verarbeiten viele Startups von Beginn an sensible Kundendaten oder entwickeln innovative Technologien. Diese Kombination ist es, die Cyberkriminelle bei Startups aufhorchen lässt.

Die Schäden können beträchtlich sein und weit über das bloße „Lösegeld“ nach einem Ransomware-Angriff hinausgehen. Binnen weniger Minuten kann ein Unternehmen für Tage oder sogar Wochen völlig lahmgelegt werden, während Datenschutzverletzungen nicht nur hohe Bußgelder nach sich ziehen, sondern auch das Vertrauen der Kunden nachhaltig beschädigen können. Hinzu kommt, dass viele Gründer Themen wie Arbeitsorganisation und Marketing-Strategie vom ersten Tag an bewusst verfolgen, IT-Sicherheit aber als eher nachgelagerte Aufgabe betrachten – ein Fehler, der sich rächen kann.

Identity-First Security entwickelt sich dabei zu einem zentralen Trend. Identitäten von Menschen und Maschinen werden zum primären Angriffsziel, was gerade für Startups mit hybriden Cloud-Umgebungen neue Herausforderungen schafft. Automatisierte Systeme, APIs und Bots benötigen eigene Sicherheitskonzepte, die über klassische Benutzerverwaltung hinausgehen.

NIS2-Richtlinie: Neue Pflichten auch für kleinere Unternehmen

Die EU-Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit (NIS2) verschärft die Anforderungen an die Cybersicherheit erheblich. Während die ursprüngliche Richtlinie primär auf größere Unternehmen und kritische Infrastruktur abzielt, haben die nationalen Umsetzungen auch Auswirkungen auf kleinere Betriebe.

Deutsche Startups müssen die Entwicklung genau verfolgen, da sich Compliance-Anforderungen schnell ändern können. Wer früh entsprechende Prozesse etabliert, hat später weniger Anpassungsaufwand. Die Richtlinie fordert unter anderem:

  • Risikomanagement-Maßnahmen für die Netz- und Informationssicherheit
  • Meldung erheblicher Sicherheitsvorfälle binnen 24 Stunden
  • Maßnahmen zur Bewältigung von Sicherheitsvorfällen
  • Business-Continuity-Pläne und Krisenmanagement

Auch Startups, die aus Compliance-Sicht nicht direkt betroffen sind, profitieren von einer frühzeitigen Auseinandersetzung mit diesen Standards, denn Kunden und Investoren erwarten zunehmend nachweisbare Sicherheitsstandards.

Kosteneffiziente Sicherheitsstrategien für das Budget-Management

Der Schlüssel liegt in der intelligenten Priorisierung: Startups sollten ihre wertvollsten Daten identifizieren und diese zuerst schützen. Eine Bestandsaufnahme zeigt schnell, welche Systeme geschäftskritisch sind und wo die größten Risiken lauern.

Cloud-First-Strategien bieten Startups erhebliche Vorteile. Große Cloud-Anbieter investieren Milliarden in Sicherheit und bieten oft besseren Schutz als selbst betriebene Server. Multi-Faktor-Authentifizierung, verschlüsselte Datenübertragung und automatische Updates sind meist bereits integriert.

Besonders effektiv sind Ressourcen im Bereich Datenmanagement eingesetzt. Regelmäßige, automatisierte Backups in getrennte Systeme schaffen beispielsweise Redundanz ohne großen manuellen Aufwand. Viele Tools lassen sich bereits für wenige Euro monatlich nutzen.

Eine Maßnahme, die nahezu keine Ressourcen benötigt, sich aber als echter Lebensretter erweisen kann, ist eine Vorab-Recherche nach spezialisierten IT-Dienstleistern. Wer im Ernstfall die Kontaktdaten von Incident-Response-Teams und Experten für RAID-Datenrettung parat hat, spart Nerven und vor allem wertvolle Zeit.

Open-Source-Sicherheitslösungen ergänzen kommerzielle Tools sinnvoll. Firewalls, Monitoring-Software und Vulnerability-Scanner gibt es oft kostenfrei – allerdings erfordern sie mehr Eigenleistung bei Installation und Wartung.

Aufbau einer schlanken Security-Organisation

Startups benötigen keine große Sicherheitsabteilung, aber klare Verantwortlichkeiten. Ein Teammitglied sollte als Security-Verantwortlicher fungieren und sich kontinuierlich weiterbilden. Diese Person koordiniert Sicherheitsmaßnahmen und dient als Ansprechpartner für Vorfälle.

Externe Expertise kann gezielt eingekauft werden:

Schulungen des Teams zahlen sich schnell aus. Phishing-Simulationen, Workshops zu sicheren Passwörtern und Sensibilisierung für Social Engineering reduzieren das Risiko menschlicher Fehler erheblich. Viele Anbieter haben spezielle Programme für kleine Unternehmen.

Unabhängige Sicherheitsexperten führen Penetrationstests durch, überprüfen Konfigurationen oder unterstützen beim Incident Response. Das ist oft kostengünstiger als eigenes Personal und bringt frische Perspektiven.

Automatisierung spielt eine zentrale Rolle: Patch-Management, Backup-Routinen und Log-Monitoring lassen sich weitgehend automatisieren. Das reduziert nicht nur Kosten, sondern auch die Fehleranfälligkeit manueller Prozesse.

Häufige Fragen

Reicht ein einfaches Cloud-Backup für Startups aus?

Cloud-Backups sind ein wichtiger Baustein, aber nicht ausreichend. Die 3-2-1-Regel empfiehlt drei Kopien der Daten auf zwei verschiedenen Medientypen, eine davon extern. Zusätzlich sollten Backups regelmäßig auf Wiederherstellbarkeit getestet werden.

Wie oft sollten Sicherheitsupdates eingespielt werden?

Kritische Sicherheitsupdates sollten innerhalb von 48 Stunden installiert werden. Für weniger kritische Updates reicht ein monatlicher Rhythmus. Automatisierte Update-Prozesse reduzieren den manuellen Aufwand erheblich.

Was kostet ein Mindestmaß an IT-Sicherheit für Startups?

Mit 200-500 Euro monatlich lassen sich bereits grundlegende Sicherheitsmaßnahmen umsetzen: Cloud-Services mit integrierten Sicherheitsfeatures, Backup-Lösungen, Anti-Malware-Software und gelegentliche externe Beratung. Der Invest ist deutlich geringer als die Kosten eines erfolgreichen Angriffs.

Fazit

Datensicherheit ist für Startups kein Luxus, sondern eine geschäftskritische Notwendigkeit. Mit einer durchdachten Strategie, intelligenter Nutzung von Cloud-Services und gezieltem Einsatz externer Expertise lässt sich auch mit begrenztem Budget ein solides Sicherheitsniveau erreichen. Der Schlüssel liegt in der frühen Integration von Sicherheitsmaßnahmen in die Geschäftsprozesse – nicht in nachträglichen Reparaturversuchen. Wer heute in Prävention investiert, spart morgen die Kosten für Schadensbehebung und verlorenes Vertrauen.

Bild Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Autor Elisabeth Müller

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

MEXI 2026 öffnet sich erstmals für Startups aus ganz Deutschland

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MEXI 2026: Mannheim öffnet Startup-Preis bundesweit

MEXI 2026: Einer der höchstdotierten Nachwuchspreise Deutschlands öffnet sich erstmals für Startups außerhalb Mannheims

Mit einem Gesamtpreisvolumen von über 50.000 Euro zählt der Mannheimer Existenzgründungspreis zu den finanziell stärksten Startup-Awards im deutschsprachigen Raum. 2026 macht der MEXI einen historischen Schritt: Erstmals in seiner über 20-jährigen Geschichte ist eine Kategorie nicht mehr an einen Unternehmenssitz in Mannheim gebunden. Mit Textile öffnet sich eine der fünf Wettbewerbskategorien bundesweit sowie für Österreich und die Schweiz. Parallel dazu schließt die neue Kategorie Scale Up eine Lücke für Unternehmen, die die Gründungsphase bereits hinter sich gelassen haben.

Was ist der MEXI?

Der Mannheimer Existenzgründungspreis (MEXI) zählt zu den bedeutendsten regionalen Startup-Preisen in Deutschland. Ausgerichtet von der Wirtschafts- und Strukturförderung der Stadt Mannheim gemeinsam mit NEXT MANNHEIM, prämiert er jährlich herausragende unternehmerische Leistungen mit einem Gesamtpreisvolumen von über 50.000 Euro in fünf Kategorien. Schirmherr ist Oberbürgermeister Christian Specht.

Neu 2026: Kategorie Scale Up

Eine wichtige Neuerung ist die Einführung der Kategorie Scale Up mit 10.000 Euro Preisgeld, gesponsert von der Zodiac Vermögens-Verwaltungs GmbH. Sie richtet sich an Mannheimer Unternehmen, deren Gründung drei bis sechs Jahre zurückliegt und die eine positive Entwicklung bei Umsatz, Mitarbeitenden und Kundenstamm nachweisen können.

Damit reagiert der MEXI auf eine Lücke im regionalen Förderökosystem: Wachstumsunternehmen, die die typische Early Stage Förderung bereits hinter sich gelassen haben, fanden bislang kaum spezifische Angebote im Rahmen etablierter Startup-Awards.

Neu 2026: Kategorie Textile erstmals ohne regionale Hürde

Weitere Premiere in diesem Jahr: Die bisherige Kategorie Fashion wird zu Textile und durchbricht als erste MEXI-Kategorie überhaupt die bisherige Bindung an einen Unternehmenssitz in Mannheim. Gründerinnen und Gründer aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz können sich bewerben.

Hauptsponsor ist das Fachmagazin TextilWirtschaft (DFV-Mediengruppe) aus Frankfurt. Das Preispaket ist zugleich das umfangreichste im gesamten MEXI-Portfolio und umfasst:

– Mediapreis im Wert von 10.000 Euro sowie 2.500 Euro Preisgeld

– Jahresmitgliedschaft im Fashion Council Germany

– Drei Monate kostenloses Atelier mit Werkstattzugang im Gründungszentrum Textilerei

– Kostenfreie, teilmöblierte Wohnung in der Mannheimer Innenstadt (gesponsert von Hildebrandt & Hees GmbH)

– Ausstellungsfläche im innerstädtischen Pop-up-Store Hometownglory

– Goldener Saisonpass für Veranstaltungen am Hafen49

Alle fünf Kategorien im Überblick

– Technologie – Sponsor: Roche Diagnostics GmbH

– Dienstleistung – Sponsor: Sparkasse Rhein Neckar Nord

– Impact – Sponsor: Essity GmbH

– Scale Up – Sponsor: Zodiac Vermögens-Verwaltungs GmbH

– Textile – Sponsor: Fachmagazin TextilWirtschaft / DFV-Mediengruppe

Pitch-Training und Finalrunde

Alle Finalistinnen und Finalisten erhalten ein gesponsertes professionelles Pitch-Training mit der Agentur dreivondrei, die den MEXI bereits zum dritten Mal begleitet. Das zweistufige Bewerbungsverfahren sieht zunächst eine Onepager-Einreichung vor. Die drei bestbewerteten Bewerberinnen und Bewerber jeder Kategorie werden zur Abschlusspräsentation vor der Jury eingeladen.

Große Preisverleihung am 17. September

„Mannheim bietet Gründer*innen ein starkes Umfeld, um Ideen erfolgreich in die Praxis umzusetzen. Mit dem MEXI machen wir diese Innovationskraft sichtbar und fördern gezielt Unternehmen, die unsere Wirtschaft nachhaltig voranbringen“, so Wirtschaftsbürgermeister Thorsten Riehle.

„Der MEXI zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie vielfältig und zukunftsorientiert die Mannheimer Gründungsszene ist. Diese Dynamik wollen wir weiter stärken und gezielt unterstützen“, betont Christiane Ram, Leiterin der Wirtschafts- und Strukturförderung.

„Was mich am MEXI 2026 besonders freut: Wir trauen uns, die Spielregeln weiterzuentwickeln. Erstmals können sich Gründerinnen und Gründer aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz bewerben – ein klares Signal, dass Mannheim als Gründungsstandort über die eigenen Stadtgrenzen hinausdenkt“, sagt Christian Sommer, Geschäftsführer NEXT MANNHEIM.

Die Bewerbungsphase endet am 31. Juli 2026. Die Gewinner*innen werden von einer unabhängigen Jury ausgewählt. Die große Preisverleihung findet am 17. September 2026 in Mannheim statt.

Organisiert wird das Event von der Wirtschafts- und Strukturförderung der Stadt Mannheim gemeinsam mit NEXT MANNHEIM.

Quelle Bild und Text: mg: mannheimer gründungszentren gmbh

Du bist in der Menopause und deine Frauenärzt:in sagt, da musst du durch? Dann geh zu jemand anderem.

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Wechseljahre: Menopause und Perimenopause verstehen Dr. med. Katrin Schaudig & Katrin Simonsen Autorin und Frauenärztin, spezialisiert auf die Behandlung von Hormonstörungen, und Präsidentin der Deutschen Menopause Gesellschaft e.V. (DMG) Moderatorin und Redakteurin beim Nachrichtenradio MDR AKTUELL © MDR Aktuell Isabel Gruhle

Elf Millionen Frauen sind in Deutschland gerade in den Wechseljahren und viele werden mit ihren Beschwerden allein gelassen. Mit langfristigen Folgen für die Gesundheit – und sogar für die Wirtschaft. herCAREER spricht mit Dr. Katrin Schaudig, Gynäkologin und Hormonspezialistin, und mit der Journalistin Katrin Simonsen. In ihrem Podcast „Hormongesteuert“ und hier erzählen die beiden, warum Wissen der Schlüssel zu einer gesunden Zukunft ist.

„Frauen müssen besser aufgeklärt werden und wir brauchen flächendeckend bessere Therapiemöglichkeiten.“

herCAREER: Frau Dr. Schaudig, Frau Simonsen, Wechseljahre – da denken viele immer noch an Hitzewallungen bei Frauen über 50. Ab wann sollten sich Frauen mit dem Thema befassen?

Dr. Katrin Schaudig: Im Schnitt haben Frauen ihre letzte Regelblutung mit 51 bis 52 Jahren, aber die Perimenopause beginnt bei manchen schon in ihren späten 30ern. Ich würde gern kurz die Begrifflichkeiten klären: Die letzte Regelblutung gilt als die eigentliche Menopause, zur Definition gehört, dass man danach ein Jahr blutungsfrei ist. Ab dann beginnt die Postmenopause. Aber die Wechseljahre fangen eben schon Jahre vorher an, mit der Perimenopause.

herCAREER: Woran erkenne ich, dass die Perimenopause beginnt?

Dr. Katrin Schaudig: Wenn der Zyklus unregelmäßig wird, ist das ein Zeichen. Wenn die Blutung plötzlich mal nach 25 Tagen einsetzt, dann nach 30 Tagen und zwischendurch setzt sie mal aus, vielleicht kommt hinzu, dass die Blutungen nicht mehr gleich stark sind – dann lohnt es, darauf zu achten, ob auch noch andere Symptome auftreten.

herCAREER: Was ist denn typisch?

Dr. Katrin Schaudig: Schlafstörungen sind oft das erste Symptom, vor allem, wenn man plötzlich nicht mehr durchschlafen kann. Ein anderes Zeichen sind depressive Verstimmungen, oder man kann sich schlechter konzentrieren, hat vielleicht Wortfindungsstörungen oder entwickelt eine Panikstörung. Bei manchen Frauen beginnt die Perimenopause zehn Jahre vor der letzten Regelblutung, bei anderen erst ein Jahr vorher.

Katrin Simonsen: Eigentlich wäre es sinnvoll, Mädchen würden schon in der Schule mehr über ihren Zyklus lernen und auch etwas über die verschiedenen Phasen der Wechseljahre. Wir merken bei den Hörerinnenfragen zu unserem Podcast „Hormongesteuert“ immer wieder, wie wichtig es ist, ein besseres Verständnis für den eigenen Körper zu haben.

herCAREER: Vor kurzem habe ich ein T-Shirt mit dem Aufdruck gesehen: „Menopause. Puberty’s Evil Older Sister.“ Beschreibt das die Realität?

Katrin Simonsen: Das ist zu 100 Prozent meine Erfahrung. Die Pubertät war bei mir unproblematisch, und ich war null darauf vorbereitet, was mich in den Wechseljahren erwartet. Ich bekam damals extremes Herzrasen und Herzstolpern und alle meine Ärztinnen und Ärzte, auch die Kardiologen, haben den Zusammenhang zwischen Herzbeschwerden und der Hormonumstellung nicht erkannt. Viele andere Symptome wie Migräne, Schwindel, Wortfindungsstörungen konnte ich erst im Nachhinein zuordnen. (Podcast-Tipp: Warum ist Gendermedizin so wichtig für Frauen?)

Dr. Katrin Schaudig: Es gibt ein paar wesentliche Unterschiede zur Pubertät. Wenn die Eierstöcke für die fertile Phase „angeschaltet“ werden, kommt es zwar zu körperlichen Veränderungen, aber die pendeln sich in den drei, vier, fünf Jahren der Pubertät meist ein. Und das Ganze ist hoffentlich der Start in ein pralles Leben. Dagegen können Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen unbehandelt auch 30 Jahre auftreten, wenn man Pech hat. Aber vor allem ist der Beginn der Wechseljahre für viele der erste Point of no Return im Leben, die fruchtbare Phase geht zu Ende, und oft wird einem zum ersten Mal die eigene Endlichkeit bewusst.

herCAREER: In Ihrem Buch „Hot Stuff“ beschreiben Sie, dass viele es als echtes Hormon-Chaos erleben, wenn der Körper in der Perimenopause die Eierstöcke allmählich „abschaltet“. Was ist da los?

Dr. Katrin Schaudig: Wir beginnen erst in den letzten 10 bis 15 Jahren, die Perimenopause besser zu verstehen. Es gibt verschiedene Hypothesen, zum Beispiel, dass die starken Schwankungen von Östrogen und Progesteron die Symptome verursachen. Es wird auch erforscht, welchen Einfluss die Hypothalamus-Hypophysen-Achse bei den Hormon-Schwankungen hat, das ist das System, das unseren gesamten Hormonhaushalt steuert. Auch Neurotransmitter oder die veränderte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol können eine Rolle spielen. Wahrscheinlich ist es eine Summe von Dingen, die die hormonelle Balance in Gehirn und Körper aus dem Takt bringen.

herCAREER: Zurzeit sind in Deutschland rund elf Millionen Frauen in den Wechseljahren.

Katrin Simonsen: Ja, aber nicht alle spüren die Veränderungen gleich stark. Rund ein Drittel merkt kaum etwas, ein Drittel hat deutliche Symptome, kommt aber gut damit klar, und das letzte Drittel der Frauen reißt es von den Beinen, manche sind länger krankgeschrieben, manche müssen ihre Arbeit reduzieren. Bei der MenoSupport-Studie der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin haben fast 20 Prozent der Frauen über 55 angegeben, dass sie wegen Wechseljahresbeschwerden früher in Rente gehen wollen oder schon gegangen sind.

herCAREER: Droht Frauen damit das Label des „ewigen Mängelwesen“: Erst können sie schwanger werden, dann sind sie abgelenkt durch Care-Arbeit und im Anschluss Opfer ihrer Hormone. Wie lässt sich verhindern, dass die Wechseljahre für Frauen zur Falle werden?

Katrin Simonsen: Es gibt den Vorwurf, die Aufklärung über Wechseljahre würde Frauen auf ihre Hormone reduzieren und sei deshalb antifeministisch. Ich sehe es eher so, dass wir anerkennen müssen, dass Frauen keine „kleinen Männer“ sind. Frauen in ihren biologischen Besonderheiten zu sehen und ernst zu nehmen, bringt uns alle voran. Die MenoSupport-Studie hat auch ermittelt, dass die Wechseljahre einen wirtschaftlichen Schaden von 9,4 Milliarden Euro verursachen, weil Frauen medizinisch eben nicht ernst genommen werden. Das Thema weiter zu bagatellisieren, bringt gar nichts.

Dr. Katrin Schaudig: Im Gegenteil, Frauen müssen besser aufgeklärt werden und wir brauchen flächendeckend bessere Therapiemöglichkeiten. Es gibt durchaus einen gesellschaftlichen Wandel. Männer nehmen heute Elternzeit, ich erlebe auch Paare, die Care-Arbeit wirklich teilen. Gleichzeitig müssen wir aufpassen, dass wir keinen Backlash erleben. Die Rechtspopulisten zelebrieren ja nicht zufällig alte Rollenbilder wie die Tradwives.

herCAREER: Sie waren selbst stark von den Wechseljahresbeschwerden betroffen, Frau Simonsen.

Katrin Simonsen: Ja, ich war ein ganzes Jahr krankgeschrieben und habe zwischendurch gedacht, ich könnte nie wieder arbeiten gehen. Mich hat dann die Hormontherapie gerettet.

herCAREER: Die Hormontherapie wird oft mit Skepsis betrachtet, weil Anfang der 2000er-Jahre der Verdacht aufkam, sie könne das Brustkrebsrisiko erhöhen. Was ist der aktuelle wissenschaftliche Stand?

Dr. Katrin Schaudig: Man geht heute davon aus, dass das Risiko durch die Hormontherapie gering ist, was allerdings auch von der Art und der Dauer der angewandten Therapie abhängt. Übergewicht und Alkohol stellen ein deutlich größeres Krebsrisiko dar, aber darüber wird kaum geredet. Ich muss immer an einen Satz denken, den eine Autorin mal in einer Talkshow gesagt hat: „Wenn Männer Hitzewallungen hätten, gäbe es an jeder Tankstelle Östrogene.“ Mir kommt das manchmal vor wie so eine Art Bibel-Denke, nach dem Motto: „Du sollst unter Schmerzen gebären“ – Frauen sollen einfach aushalten, dass es ihnen schlecht geht und nichts dagegen tun.

Katrin Simonsen: Damit das jede Frau für sich selbst entscheiden kann, ist Aufklärung wichtig. Dazu gehört, auch zu wissen, dass Hormone ein Hilfsmittel in dieser Lebensphase sein können, ohne dass man sie unbedingt bis ans Ende des Lebens nehmen muss. Vielen Frauen hilft allein schon, zu wissen, was hinter ihren Beschwerden steckt. Zu sehen: Ich bin nicht verrückt. Und ich bin nicht die einzige, der es so geht.

herCAREER: Gibt es Alternativen, um Beschwerden effektiv zu lindern?

Dr. Katrin Schaudig: Es gibt verschiedene Ansätze. Achtsamkeitstraining finde ich für vieles im Leben super. Hypnose und Akupunktur sind Ansätze, und es gibt pflanzliche Präparate, einige davon sind sogenannte Phytoöstrogene …

herCAREER: … sekundäre Pflanzenstoffe, die in ihrer chemischen Struktur dem menschlichen Östrogen ähneln und zum Beispiel bei Hitzewallungen helfen sollen.

Dr. Katrin Schaudig: Ja. Für mich ist immer die wichtigste Frage: Was ist das Hauptproblem der Patientin? Ich erinnere mich an einen Kongress der Menopause Society in den USA: Auf einem Panel zu Depressionen und Schlafstörungen saßen lauter Psychiater, die Antidepressiva und Schlafmittel empfahlen. Und ich dachte: Warum setzt ihr nicht bei der Ursache an und gebt den Frauen die Hormone, die ihnen fehlen? Vielleicht liegt es daran, dass ich weiß, was ich tue, aber ich würde in so einer Situation sehr viel lieber Hormone als ein Antidepressivum nehmen.

herCAREER: Sehen Sie das so auch bei den anderen Wechseljahresbeschwerden?

Dr. Katrin Schaudig: Ja. Natürlich kann man theoretisch bei Hitzewallungen Phytoöstrogene wie Sojaderivate, Hopfen, Rhabarberwurzel oder ähnliches geben. Doch auch da denke ich, ich würde lieber gleich the real stuff nehmen, also Hormone, die die hormonelle Dysbalance ausgleichen. Gezielt kann man einzelne Symptome auch mit nicht östrogenartigen Pflanzenstoffen angehen, zum Beispiel Schlafstörungen mit Baldrian oder Mariendistel, oder depressive Verstimmungen mit Johanniskraut. Oder auch mit der Traubensilberkerzen, die gegen Hitzewallungen helfen soll. Ich setze lieber bei der Ursache der Beschwerden an, als einzelne Symptome zu behandeln. Aber das ist wohl auch eine Frage des Leidensdrucks.

herCAREER: Brauchen wir Anpassungen im Medizinstudium und in der Weiterbildung?

Dr. Katrin Schaudig: Das Problem ist erkannt. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat gerade ein Curriculum aufgelegt für eine bessere Ausbildung angehender Frauenärzt:innen im Hinblick auf Hormone.

Katrin Simonsen: Aber selbst Ärzt:innen, die sich dafür interessieren, haben eigentlich keine Zeit, Frauen wirklich zu beraten, weil sie insgesamt nur sieben Minuten Beratungszeit im Quartal abrechnen können. In Bayern ist gerade als Modellversuch die W1-Beratung für Frauen in den Wechseljahren geplant, die könnte wirklich etwas verändern. (Anm. d. Red.: In der W1-Pilotstudie der Technischen Universität München sollen rund 500 Frauen in einem 30-minütigen Gespräch über die Wechseljahre aufgeklärt werden, wie sich diese auf Knochengesundheit, Herz-Kreislauf, Sexualität, Schlaf, Psyche und Gewicht auswirken können und welche Präventionsmaßnahmen helfen können.)

herCAREER: Die Menopause wird manchmal auch als „Goldener Moment“ im Leben beschrieben, warum?

Dr. Katrin Schaudig: Es ist der Moment, in dem man die Weichen für die nächsten hoffentlich gesunden Lebensjahrzehnte stellen kann. Spätestens dann sollte man Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und über seinen Lebensstil nachdenken. Es ist der Moment, in dem das Östrogen wirklich wegfällt, dadurch steigen die Risiken für bestimmte Erkrankungen, etwa Osteoporose, Diabetes und Bluthochdruck, Frauen holen leider auch beim Herzinfarkt auf. Hier können Hormone einen Nutzen bringen, mindestens so wichtig ist aber eine gesunde Ernährung und körperliche Aktivität.

herCAREER: Und wenn ich den Zeitpunkt verpasst habe?

Dr. Katrin Schaudig: Wenn Sie zehn Jahre nach der letzten Blutung mit einer Hormontherapie beginnen, hat Ihr Herz-Kreislauf-System tatsächlich nichts mehr davon. Aber wenn sie unter Hitzewallungen leiden und keine Lust mehr darauf haben, oder eine Osteoporose diagnostiziert wird, dann kann mit Hormonen auch Jahre nach der Menopause noch begonnen werden. Das muss im Einzelfall gut überlegt sein.

Katrin Simonsen: Wissen ist ein Schlüssel. Ich habe früher gedacht, die Menopause bedeutet, dann blute ich nicht mehr, aber sonst bleibt alles wie vorher. Ich hatte keine Vorstellung, was dieser Hormonmangel in meinem Körper machen kann, und ich glaube, so geht es vielen Frauen. Deshalb lohnt es, sich zu informieren und sich und seinem Körper etwas Gutes zu tun, mehr Sport, bessere Ernährung … Wir wollen ja alle möglichst gesund alt werden und den Schalter dafür können wir in der Lebensmitte umlegen.

herCAREER: Was würden Sie jeder Frau am Anfang der Perimenopause sagen?

Katrin Simonsen: Versorg dich mit gutem Wissen, tausch dich mit anderen Frauen aus und wenn dein:e Frauenärzt:in sagt „Das ist Natur, da müssen Sie durch“, dann geh zu jemand anderem.

Dr. Katrin Schaudig: Das klingt jetzt vielleicht blöd, aber ich würde raten, unseren Podcast zu hören. Dann kann man seinem Arzt oder seiner Ärztin gezielte Fragen stellen. Und der beste erste Schritt ist immer, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was im Körper passiert.

Das Interview führte die freie herCAREER-Redakteurin Silvia Feist.

Dr. med. Katrin Schaudig und Katrin Simonsen werden am 22. Oktober 2026 beim Podcast-MeetUp auf der herCAREER Expo live eine Folge des herCAREER Voice Podcasts zum Thema Menopause aufzeichnen.

Bild Dr. med. Katrin Schaudig & Katrin Simonsen Autorin und Frauenärztin, spezialisiert auf die Behandlung von Hormonstörungen, und Präsidentin der Deutschen Menopause Gesellschaft e.V. (DMG) Moderatorin und Redakteurin beim Nachrichtenradio MDR AKTUELL © MDR Aktuell Isabel Gruhle

Quelle messe.rocks GmbH

KI Agenten Sicherheit treibt NeuralTrust zu 20 Mio. US-Dollar Finanzierung

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KI Agenten Sicherheit bringt NeuralTrust 20 Mio. neural trust team bild

KI Agenten Sicherheit treibt NeuralTrust zu 20 Mio. US-Dollar Finanzierung

Die Bedeutung von KI Agenten Sicherheit wächst rasant, da Unternehmen immer mehr autonome KI-Systeme produktiv einsetzen. NeuralTrust reagiert auf diese Entwicklung und erhält 20 Millionen US-Dollar, um seine Plattform für Überwachung, Steuerung und Absicherung von KI-Agenten weiter auszubauen.

BARCELONA (Spanien), 17. Juni 2026 – NeuralTrust, die Plattform für KI Agenten Sicherheit, gibt eine Seed-Finanzierungsrunde über 20 Millionen US-Dollar bekannt. Damit handelt es sich um die bislang größte Cybersecurity-Seed-Finanzierung aus der Europäischen Union.

Angeführt wird die Runde von Alstin Capital. Außerdem beteiligen sich VentureFriends, Seaya, Kibo Ventures, Banc Sabadell, EA Ventures Plug and Play Fund sowie Finaves, der Venture-Capital-Fonds der IESE Business School.

Mit dem frischen Kapital will NeuralTrust sein Entwicklungsteam ausbauen, die Produktintegration vertiefen und die Expansion in Europa beschleunigen.

KI Agenten Sicherheit wird zur zentralen Herausforderung

Die Finanzierung erfolgt in einer Phase, in der KI-Agenten zunehmend Teil der Unternehmensinfrastruktur werden. Gleichzeitig können viele Unternehmen deren Aktivitäten nur unzureichend überwachen.

Laut Gartner werden bis 2027 rund 40 Prozent der Unternehmen autonome KI-Agenten herabstufen oder abschalten, weil Governance-Probleme erst nach Vorfällen sichtbar werden.

Zudem sollen Fortune-500-Unternehmen bis 2028 jeweils mehr als 150.000 KI-Agenten einsetzen. Dennoch fühlen sich aktuell nur 13 Prozent der Unternehmen ausreichend vorbereitet.

NeuralTrust schafft Kontrolle über autonome Systeme

In vielen Unternehmen entstehen KI-Agenten inzwischen in unterschiedlichen Abteilungen und auf verschiedenen Plattformen.

Dadurch verlieren Sicherheitsteams häufig den Überblick über aktive Systeme, Berechtigungen und potenzielle Risiken.

NeuralTrust löst dieses Problem mit einer zentralen Plattform. Unternehmen erhalten vollständige Transparenz über ihre KI-Agenten, können Berechtigungen steuern und kritische Systeme bei Bedarf sofort stoppen.

KI Agenten Sicherheit schützt Unternehmen vor Risiken

NeuralTrust analysiert täglich Millionen von Agenten-Interaktionen. Nach Angaben des Unternehmens erfordern rund 1,2 Prozent dieser Aktivitäten ein Eingreifen.

Die Plattform erkennt unter anderem Versuche zur Datenextraktion, Tool-Manipulationen und Regelverstöße in Echtzeit. Anschließend stoppt sie diese automatisch.

Dadurch reduziert NeuralTrust Sicherheitsrisiken, bevor Schäden entstehen.

Drei Produkte bilden die Sicherheitsplattform

Die Plattform besteht aus drei zentralen Komponenten.

TrustGate fungiert als Agenten-Gateway und kontrolliert jeden LLM-, MCP- und Tool-Aufruf.

TrustGuard schützt den laufenden Betrieb und erkennt Bedrohungen plattformübergreifend.

TrustLens identifiziert sämtliche KI-Agenten innerhalb eines Unternehmens und überwacht deren Verhalten.

Gemeinsam schaffen diese Lösungen eine integrierte Sicherheitsarchitektur für KI-Agenten.

Führende Unternehmen setzen auf NeuralTrust

Zu den Kunden zählen AirEuropa, Abanca, Iberia und Banc Sabadell. Darüber hinaus nutzen internationale Banken, Fluggesellschaften, Energieunternehmen und Behörden die Plattform.

92 Prozent der Kunden erzielen einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Zudem stammen 80 Prozent der Kunden aus Europa.

Die Nachfrage wächst stark. Bereits im ersten Quartal 2026 verdoppelte NeuralTrust den gesamten ARR des Jahres 2025.

Forschung stärkt die KI Agenten Sicherheit

NeuralTrust prägt die Entwicklung moderner Sicherheitsstandards für künstliche Intelligenz aktiv mit.

Das Unternehmen identifizierte neue Angriffsmethoden wie „Echo Chamber“ und „Semantic Chaining“. Diese zählen inzwischen zur Taxonomie des OWASP AI Security Project.

Zusätzlich wurde NeuralTrust von Gartner als „Representative Vendor“ eingestuft. Auch KuppingerCole und MarketsandMarkets führen das Unternehmen als Marktführer in ihren Analysen.

Finanzierung beschleunigt das Wachstum

NeuralTrust wurde von Joan Vendrell, Victor Garcia und Alejandro Domingo gegründet. Das Führungsteam bringt Erfahrung aus Unternehmen wie Amazon, Mango, McKinsey sowie regulierten Telekommunikations- und Bankensektoren mit.

Die neue Finanzierung soll die Entwicklung der Plattform beschleunigen und zusätzliche KI-Modelle, Werkzeuge sowie Plattformen absichern.

„KI-Agenten sind mittlerweile fester Bestandteil des Unternehmensbetriebs, doch die Kontrollmechanismen zu ihrem Schutz hinken noch hinterher“, sagt Joan Vendrell, Mitbegründer und CEO von NeuralTrust.

Bis Ende 2026 will das Unternehmen Marktführer für KI Agenten Sicherheit in Europa werden. Anschließend soll die internationale Expansion folgen.

„Wir glauben, dass die Sicherung von KI-Agenten in der Unternehmensinfrastruktur zu einem der entscheidenden Probleme in der Cybersicherheit wird und NeuralTrust am besten aufgestellt ist, um diese Herausforderung zu meistern“, sagt Alexander Meyer-Scharenberg, Partner bei Alstin Capital.

Bildcredits NeuralTrust

Quelle Maschmeyer Group/ MM Support GmbH

Wird der Wocheneinkauf bald nur noch mit einem Klick geplant?

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Sheap: Angebote und Rezepte für den Einkauf

Sheap verbindet Angebote und Rezepte in einer App, die Nutzer bei der Planung ihres Einkaufs unterstützt und passende Mahlzeiten direkt aus aktuellen Supermarktaktionen ableitet

Wer steckt hinter Sheap, und wie entstand die Idee, Supermarktangebote direkt mit passenden Rezepten zu verbinden?

Hinter Sheap stecke ich, Roman Wolf. Ich bin 15 Jahre alt und beschäftige mich schon seit längerer Zeit intensiv mit App Entwicklung, Startups und digitalen Produkten. Die Idee zu Sheap entstand aus einem sehr alltäglichen Problem: Lebensmittel werden teurer, viele Menschen wollen sparen, aber klassische Prospekte sind oft unübersichtlich und nicht direkt mit konkreten Mahlzeiten verbunden. Ich wollte eine App entwickeln, die nicht nur Angebote zeigt, sondern daraus direkt passende Rezeptideen und eine Einkaufsliste macht.

Wie würden Sie die Mission von Sheap in wenigen Sätzen beschreiben?

Die Mission von Sheap ist es, Menschen dabei zu helfen, günstiger, bewusster und einfacher einzukaufen. Sheap verbindet aktuelle Supermarktangebote mit passenden Rezepten und macht daraus eine konkrete Einkaufshilfe für den Alltag. Unser Ziel ist es, dass Nutzer nicht mehr mühsam Prospekte vergleichen müssen, sondern direkt sehen, was sie aus aktuellen Angeboten kochen können.

Welche persönlichen Erfahrungen haben die Entwicklung von Sheap besonders geprägt?

Besonders geprägt hat mich die Erfahrung, wie schwierig es ist, eine gute Idee wirklich umzusetzen. Am Anfang klingt vieles einfach: Angebote sammeln, Rezepte erstellen, Einkaufsliste bauen. In der Praxis steckt dahinter aber sehr viel Arbeit, von der Datenstruktur über das Design bis hin zu rechtlichen und technischen Fragen. Außerdem habe ich gemerkt, wie wichtig echtes Feedback ist. Gespräche mit Nutzern, Läden, anderen Gründern und Medien haben mir sehr geholfen, Sheap Schritt für Schritt besser zu machen.

An welche Zielgruppe richtet sich die App vor allem, und welche Probleme möchten Sie im Alltag dieser Menschen lösen?

Sheap richtet sich vor allem an Menschen, die beim Einkaufen sparen möchten, aber trotzdem abwechslungsreich und sinnvoll essen wollen. Dazu gehören Familien, Studierende, Auszubildende, junge Erwachsene und alle, die bewusster mit ihrem Budget umgehen möchten. Das Problem ist oft nicht nur der Preis selbst, sondern die Planung dahinter: Welche Angebote lohnen sich? Was kann ich daraus kochen? Und wie vermeide ich unnötige Einkäufe? Genau hier soll Sheap helfen.

Viele Verbraucher achten heute stärker auf ihre Ausgaben. Wie unterstützt Sheap dabei, beim Lebensmitteleinkauf bewusster zu planen?

Sheap zeigt nicht nur einzelne Angebote, sondern macht daraus konkrete Rezeptvorschläge. Dadurch sehen Nutzer direkt, welche Mahlzeiten sie mit aktuellen Angeboten planen können. Die App hilft dabei, den Einkauf strukturierter vorzubereiten, Angebote sinnvoll zu nutzen und unnötige Spontankäufe zu reduzieren. In Zukunft soll Sheap noch stärker anzeigen, wie viel man durch bestimmte Rezepte oder Zutaten im Vergleich zum Normalpreis sparen kann.

Was macht Sheap aus Ihrer Sicht anders als klassische Rezept Apps oder reine Angebotsportale?

Klassische Rezept Apps starten meistens beim Rezept. Angebotsportale starten beim Preis. Sheap verbindet beides. Die App denkt vom echten Einkauf aus: Was ist diese Woche im Angebot, was kann ich daraus kochen und wie landet es direkt auf meiner Einkaufsliste? Dadurch entsteht ein praktischerer Ablauf für den Alltag. Nutzer sollen nicht zwischen Prospekt, Rezept App und Notizen wechseln müssen, sondern alles an einem Ort finden.

Wie aufwendig ist es, aktuelle Angebote mit passenden Rezeptvorschlägen sinnvoll zu verknüpfen?

Es ist deutlich aufwendiger, als es auf den ersten Blick wirkt. Angebote müssen zuverlässig erkannt, gefiltert und strukturiert werden. Danach müssen daraus sinnvolle Rezepte entstehen, die wirklich kochbar sind und nicht nur zufällig Zutaten kombinieren. Zusätzlich müssen Preise, Mengen, Kategorien und die Darstellung in der App zusammenpassen. Genau diese Verbindung aus Daten, Logik, KI und Nutzerfreundlichkeit ist einer der spannendsten, aber auch schwierigsten Teile von Sheap.

Welche Herausforderungen sind Ihnen beim Aufbau von Sheap bislang begegnet, und wie haben Sie diese gemeistert?

Eine große Herausforderung war, aus einer Idee ein funktionierendes Produkt zu machen. Ich musste mich in Flutter, App Design, Datenverarbeitung, Supermarktangebote, rechtliche Fragen, App Stores und Nutzerfeedback einarbeiten. Auch technische Fehler gehören ständig dazu. Ich habe gelernt, Probleme Schritt für Schritt zu lösen, statt mich von der Größe des Projekts abschrecken zu lassen. Besonders geholfen haben mir Ausdauer, viel eigenes Lernen und der Austausch mit Menschen, die bereits Erfahrung im Startup oder Tech Bereich haben.

Gab es einen Moment, in dem Sie gemerkt haben, dass aus einer Idee ein echtes Startup werden könnte?

Ja, diesen Moment gab es, als ich gemerkt habe, dass Menschen die Idee sofort verstehen. Wenn ich Sheap erkläre, kommt oft direkt die Reaktion: „Das würde ich benutzen.“ Auch als Läden bereit waren, Flyer auszulegen, und erste Medien sowie Startup Netzwerke Interesse gezeigt haben, wurde mir klar, dass Sheap mehr sein kann als nur ein kleines App Projekt. Spätestens durch Feedback, erste Nutzer und die Teilnahme an Startup Formaten hat sich die Idee für mich viel realer angefühlt.

Wie soll sich Sheap in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

Sheap soll sich zu einer Plattform entwickeln, die Menschen beim gesamten Wocheneinkauf unterstützt. Langfristig möchte ich, dass die App Angebote, Rezepte, Ernährungsvorlieben, Budget und Einkaufsplanung noch intelligenter verbindet. Ziel ist es, dass Nutzer schnell und einfach einen günstigen Wochenplan erstellen können, der zu ihrem Supermarkt, ihrem Alltag und ihren persönlichen Zielen passt.

Welche neuen Funktionen oder Verbesserungen stehen aktuell auf Ihrer Roadmap?

Aktuell arbeite ich vor allem daran, die App stabiler, übersichtlicher und nutzerfreundlicher zu machen. Wichtige Punkte sind bessere Rezeptvorschläge, eine klarere Einkaufsliste, eine schönere Darstellung der Ersparnis und eine bessere Verbindung zwischen Angeboten, Rezepten und Wochenplanung. Außerdem möchte ich das Design weiter verbessern und die Angebotsdaten noch zuverlässiger aktualisieren. Langfristig sind personalisierte Empfehlungen und smartere Filter nach Ernährung, Budget und Vorlieben geplant.

Welche drei Ratschläge würden Sie jungen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Fangt früher an, als ihr euch bereit fühlt. Man lernt beim Machen viel mehr als beim ewigen Planen.

Zweitens: Holt euch echtes Feedback. Nicht nur von Freunden, sondern von Menschen, die eure Idee wirklich nutzen oder kritisch einschätzen können.

Drittens: Gebt nicht zu schnell auf. Fast jedes Problem wirkt am Anfang größer, als es eigentlich ist. Wenn man es in kleine Schritte zerlegt, kommt man viel weiter, als man denkt.

Bildcredits: hydrop systems GmbH

Wir bedanken uns bei Roman Wolf für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

AVILOO startet Batterie-Garantie für gebrauchte E-Autos in Deutschland

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AVILOO bringt eine neue Batterie-Garantie für E-Autos nach Deutschland. Die Lösung basiert auf unabhängiger Batteriediagnose und bietet Käufern zusätzliche Sicherheit beim Kauf gebrauchter Elektrofahrzeuge.

Key Takeaways

  • Die Batterie-Garantie E-Auto von AVILOO bietet Sicherheit beim Kauf gebrauchter Elektrofahrzeuge durch unabhängige Batteriediagnose und finanzielle Absicherung.
  • Diese Garantie verwandelt die Batterie von einem Risiko in ein Verkaufsargument und wird ab Juli 2023 in Deutschland verfügbar sein.
  • AVILOO Connect ermöglicht Händlern die vollständige Übersicht über den Lebenszyklus der Batterie-Diagnosetests und garantiert eine Entschädigung bei niedrigem SoH.
  • Der Rollout erfolgt zusätzlich in Großbritannien, der Schweiz, Finnland, den Niederlanden, Österreich, Belgien und Irland, nach zuvor erfolgter Einführung in Frankreich und Schweden.
  • Die Batterie-Garantie E-Auto schließt eine Vertrauenslücke und setzt einen neuen Branchenstandard für gebrauchte Elektrofahrzeuge.

Mit der neuen Batterie-Garantie für E-Autos erweitert AVILOO sein Angebot für den europäischen Gebrauchtwagenmarkt. Die Lösung kombiniert unabhängige Batteriediagnose mit finanzieller Absicherung und soll Käufern sowie Händlern mehr Sicherheit beim Handel mit gebrauchten Elektrofahrzeugen bieten.

Österreichischer Batteriediagnose-Experte setzt neuen Standard im EV-Remarketing

AVILOO bringt kostenlosen Garantieschutz auf Basis unabhängiger Batteriediagnose in Deutschland auf den Markt

Die AVILOO Batterie-Garantie verwandelt die Batterie vom Risikofaktor in ein verlässliches Verkaufsargument und schafft erstmals eine finanziell hinterlegte Sicherheit im EV-Gebrauchtmarkt. Grundlage ist das unabhängige Batterie-Zertifikat des Marktführers. Nach einer ersten Rollout-Phase in Frankreich und Schweden am 1. Juni wird die Garantie nun im Juli auch in Deutschland ausgerollt.

Eine Batterie-Garantie schafft mehr Sicherheit im Gebrauchtwagenmarkt

Mit der neuen AVILOO Batterie-Garantie eröffnet AVILOO ein völlig neues Kapitel in der Bewertung und Absicherung gebrauchter Elektrofahrzeuge. Erstmals wird eine vollständig unabhängige Batteriediagnose zu einer echten, finanziell hinterlegten Kaufgarantie weiterentwickelt. Damit verwandelt sich der bisher oft kritische Unsicherheitsfaktor Batterie in ein verlässliches Verkaufsargument – sowohl für Händler als auch für Käufer.

„Die AVILOO Batterie-Garantie hebt den deutschen Markt für gebrauchte Elektrofahrzeuge auf ein neues Niveau“, sagt AVILOO CEO Marcus Berger, der ergänzt: „Wir liefern erstmals die Grundlage für eine Garantie, die sich allein auf objektive, unabhängige Messdaten stützt. Das schafft Vertrauen und gibt deutschen Händlern und Käufern eine Sicherheit, die Risiken kalkulierbar macht. Deutschland zählt zu den größten EV-Märkten Europas, und wir erleben sowohl bei Händlern als auch bei Konsumenten ein echtes Interesse daran, diesen Markt richtig aufzustellen. Die Infrastruktur entwickelt sich weiter, die Zahl gebrauchter EVs wächst stetig, und der Markt ist bereit für jene Transparenz und Sicherheit, die nur ein unabhängiges Batterie-Zertifikat schaffen kann.“

Batterie-Garantie für E-Autos basiert auf unabhängiger Batteriediagnose

Prognostizierte Entwicklung des SoH

Die Batterie-Garantie bildet das Herzstück von AVILOO Connect, unserem neuen digitalen Dashboard für professionelles EV-Remarketing. Dort können Händler, Verkaufsplattformen, Flottenbetreiber und Großhändler erstmals den gesamten Lebenszyklus eines Batterietests überblicken – von den eingehenden Daten bis hin zur Ausstellung einer Garantie.

Die Garantie selbst baut auf dem bekannten AVILOO FLASH Test auf, dem einzigen unabhängigen EV Batterie-Schnelltest auf dem Markt, der erst im vergangenen Jahr mit dem neuen unabhängigen Batterie-Zertifikat und dem AVILOO Certified Siegel auf ein neues Level gehoben wurde. Sie wird jedoch als eigenes offizielles Dokument ausgestellt und bleibt klar vom unabhängigen Zertifikat getrennt.

Während das Zertifikat den aktuellen Zustand der Batterie beschreibt, liefert die Batterie-Garantie zusätzlich eine Ausfallsicherung für SoH Defekte, die das Risiko für Käufer erheblich verringert. Das macht sie zu einem völlig neuen Instrument im Gebrauchtmarkt für Elektrofahrzeuge.

Datenbasierte Berechnung – klarer finanzieller Rahmen

Die Absicherung folgt einem transparenten und datenbasierten Ansatz: Für jedes Fahrzeug wird ein individuelles SoH-Limit berechnet, das bei einer Laufleistung von 20.000 Kilometern während der einjährigen Garantielaufzeit nicht unterschritten werden darf.

Grundlage dafür ist die weltweit größte Batterie-Diagnosedatenbank, die AVILOO in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. Käufer haben innerhalb der einjährigen Garantie Zeit, einen FLASH Test durchzuführen. Sollte die Batterie im Garantiezeitraum unter das berechnete Limit fallen, erhalten sie 3.000 Euro Entschädigung sowie die Kosten des FLASH Tests rückerstattet.

Damit setzt AVILOO erstmals einen klaren finanziellen Rahmen, der die Entscheidung für ein gebrauchtes Elektrofahrzeug erheblich vereinfacht.

Der Rollout startet im Juli in Deutschland und wird zudem in Großbritannien, der Schweiz, Finnland, den Niederlanden, Österreich, Belgien und Irland verfügbar sein – nach dem Launch in Frankreich und Schweden im vergangenen Monat.

Ein Schritt, der die Position von AVILOO als weltweit führenden Anbieter unabhängiger Batteriediagnose in Europa weiter stärkt.

Batterie-Garantie für E-Autos schließt Vertrauenslücke bei gebrauchten Elektrofahrzeugen

Zentrale Vertrauenslücke wird geschlossen

Mit der Batterie-Garantie schließt AVILOO eine zentrale Vertrauenslücke im schnell wachsenden Markt gebrauchter Elektrofahrzeuge. Während der technische Zustand einer Batterie bisher oft schwierig einzuschätzen war, schafft die Kombination aus Diagnose und Prognose nun eine bisher unerreichte Klarheit.

Händler können ihren Kunden ein verlässliches Leistungsversprechen geben, ohne dafür eigene Risiken eingehen zu müssen. Käufer wiederum erhalten einen nachvollziehbaren Schutzmechanismus, der die wichtigste – und teuerste – Komponente eines Elektrofahrzeugs planbar macht.

„Mit der Batterie-Garantie setzen wir einen neuen Branchenstandard“, so Berger. „Sie gibt allen Marktteilnehmern in Österreich Orientierung, stärkt die Entscheidung für Elektromobilität und sorgt dafür, dass gebrauchte E-Autos nicht als Risiko, sondern als nachhaltige und vertrauenswürdige Zukunftsoption wahrgenommen werden.“

AVILOO hat im europäischen Automotive-Ökosystem bereits deutliche Zugkraft gewonnen. Mercedes-Benz, Volvo und Porsche Holding haben AVILOO als bevorzugten unabhängigen Anbieter für Batterietests in ihren Handelsbetrieben in ganz Europa ausgewählt, wobei der FLASH Test sowohl für Eigenmarken- als auch für Eintauschfahrzeuge eingesetzt wird.

Im Remarketing nutzen die Leasing-Größen Ayvens und Arval die Tests von AVILOO als Teil ihrer End-of-Lease-Prozesse, während die Auktionsschwergewichte BCA und Cox Automotive sie in ihre europäischen Abläufe integriert haben. Auch große Händlergruppen wie Hedin und Emil Frey sind an Bord. Sämtliche Partnerschaften basieren auf Vereinbarungen auf europäischer Ebene.

Foto/Quelle: AVILOO GmbH

Was macht eine Marke heute wirklich unverwechselbar?

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WHYCONIC: Marken mit Strategie erfolgreich entwickeln Bild (vlnr.): Sebastian Hackelsperger, Stefan Ellenberger, Vero Neubacher und Thomas Stranig – Fotograf/Bildcredits: Christian Vogel

WHYCONIC entwickelt Marken auf Basis fundierter Strategie und verbindet analytische Erkenntnisse mit kreativer Gestaltung, um Unternehmen bei einer klaren und nachhaltigen Positionierung zu unterstützen

Können Sie WHYCONIC kurz vorstellen und erzählen, wer hinter dem Unternehmen steht?

WHYCONIC ist eine Markenagentur, die Strategie, Analyse und Gestaltung konsequent miteinander verbindet. Hinter dem Unternehmen stehen die Markenstrategen von BWS Branding und die Kreativen von Perger & Berger – zwei Teams mit langjähriger Erfahrung in Markenentwicklung und Kommunikation.

Wie entstand die Idee, die Kompetenzen von BWS Branding und Perger & Berger unter dem Dach von WHYCONIC zu vereinen?

Wir haben festgestellt, dass viele Marken entweder strategisch gut gedacht oder gestalterisch gut gemacht sind. Wirklich starke Marken brauchen beides. WHYCONIC entstand aus dem Wunsch, Analyse, Positionierung und Design von Anfang an als einen gemeinsamen Prozess zu denken.

Welche Vision verfolgen Sie mit WHYCONIC, und wie möchten Sie diese in den kommenden Jahren verwirklichen?

Wir wollen Marken entwickeln, die nicht nur auffallen, sondern eine klare Bedeutung haben. Dafür setzen wir auf echte Erkenntnisse statt Vermutungen und verbinden strategische Tiefe mit kreativer Umsetzung.

An welche Zielgruppen richtet sich WHYCONIC besonders, und welche Bedürfnisse stehen bei Ihren Kunden im Mittelpunkt?

Wir arbeiten vor allem mit Unternehmen, Organisationen und Destinationen, die ihre Identität schärfen oder sich für die Zukunft neu positionieren möchten. Im Mittelpunkt steht immer die Frage: Was macht diese Marke wirklich einzigartig und relevant?

Viele Unternehmen suchen nach einer klaren Positionierung. Wie unterstützt WHYCONIC dabei, Marken nachhaltig erfolgreich zu machen?

Wir beginnen nicht mit Design, sondern mit dem Verstehen. Durch Interviews, Analysen und Workshops identifizieren wir den eigentlichen Markenkern. Darauf bauen wir Positionierung, Kommunikation und Erscheinungsbild auf.

Was unterscheidet WHYCONIC von anderen Agenturen im Bereich Strategie, Branding und Gestaltung?

Unser Ansatz verbindet analytische Markenforschung mit kreativer Exzellenz. Wir verlassen uns nicht auf Trends oder generische KI-Muster, sondern auf Erkenntnisse von echten Menschen und übersetzen diese in starke Marken.

Welche Rolle spielt die enge Verbindung von Strategie und Design in Ihrer täglichen Arbeit?

Für uns ist Design kein letzter Schritt, sondern Teil der Strategie. Gute Gestaltung macht sichtbar, was eine Marke ausmacht. Deshalb arbeiten Strategen und Designer bei uns von Anfang an gemeinsam.

Mit welchen Herausforderungen sehen Sie sich als junge Kooperation konfrontiert, und wie gehen Sie damit um?

Die größte Herausforderung ist, einen neuen Namen am Markt zu etablieren. Gleichzeitig profitieren wir von der Erfahrung und den Referenzen zweier etablierter Unternehmen. Dadurch können wir von Beginn an mit hoher Kompetenz auftreten.

Gab es seit dem Start von WHYCONIC bereits Erkenntnisse oder Erfahrungen, die Ihre Erwartungen besonders bestätigt haben?

Ja. Viele Kunden suchen heute nach mehr Orientierung und Authentizität. Die Resonanz bestätigt uns darin, dass der Bedarf an fundierter Markenarbeit größer ist denn je.

Welche Entwicklungen und Schwerpunkte planen Sie für WHYCONIC in den kommenden Jahren?

Wir möchten unsere Methoden zur Markenanalyse weiter ausbauen, neue Branchen erschließen und Unternehmen dabei unterstützen, in Zeiten von KI und Informationsüberfluss eine unverwechselbare Identität zu entwickeln.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die heute eine starke Marke aufbauen möchten?

Beginnen Sie mit dem Warum – nicht mit dem Logo.

Hören Sie Ihren Kunden genauer zu als Ihren Wettbewerbern.

Bleiben Sie konsequent und langfristig in Ihrer Markenführung.

Wenn Sie auf die Zukunft blicken: Wo soll WHYCONIC in fünf Jahren stehen?

Wir möchten als Agentur bekannt sein, die Marken aus echten Erkenntnissen entwickelt und Strategie und Gestaltung auf außergewöhnliche Weise verbindet. Unser Ziel ist es, zu den relevanten Markenpartnern für Unternehmen und Organisationen im deutschsprachigen Raum zu gehören.

Bild: (vlnr.): Sebastian Hackelsperger, Stefan Ellenberger, Vero Neubacher und Thomas Stranig – Fotograf/Bildcredits: Christian Vogel

Wir bedanken uns für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Frauen als Impulsgeberinnen für Innovation 

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Ingenieurinnen und Frauen stärken Deutschland Bildquelle mayer bährle Geschäftsführerin Melanie Waldmann

Warum Ingenieurinnen wichtig sind für den Wirtschaftsstandort Deutschland

Deutschland als Wirtschaftsstandort steht derzeit vor vielfältigen Herausforderungen, etwa im Bereich Infrastruktur, Wohnungsbau oder Klimaschutz. Viele Unternehmen suchen zudem fortwährend nach geeigneten Fachkräften. Beispielsweise die Baubranche ist überdurchschnittlich stark vom Fachkräftemangel betroffen. Laut dem VDI/IW-Ingenieurmonitor für das dritte Quartal 2023 gibt es besonders im Bereich Bau, Vermessung, Gebäudetechnik und Architektur die größten Fachkräfteengpässe. Auf 100 arbeitssuchende Ingenieurinnen und Ingenieure kommen dort inzwischen mehr als 300 offene Stellen. Angesichts der Personalnot sollte deshalb verstärkt auf das Potenzial von Frauen gesetzt werden.

Frauen fehlen in industriellen Kernbranchen

Die Ursachen für den Personalmangel sind vielfältig. Viele Fachkräfte scheiden in den kommenden Jahren altersbedingt aus dem Berufsleben aus. Gleichzeitig fehlen Nachwuchskräfte, um diese Lücken zu schließen. Frauen in Ingenieur- und Informatikberufen könnten den Mangel abfedern. Aktuelle Zahlen eines Gutachtens des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag des VDI (Verein Deutscher Ingenieure) zeigen deutlich: Würden die Potenziale von Frauen in Ingenieur- und Informatikberufen konsequenter genutzt und bis 2035 zusätzlich 56.100 weibliche Fachkräfte gewonnen werden, könnte das eine zusätzliche Wertschöpfung von rund 7 Milliarden Euro pro Jahr ermöglichen. Viele Ingenieurinnen erleben jedoch immer noch unterschwellige Zweifel an ihrer fachlichen Kompetenz, herablassende Kommentare oder strukturelle Hürden im Berufsalltag.

Einige entscheiden sich deshalb bewusst gegen industrielle Kernbranchen oder verlassen ihren eigentlichen Tätigkeitsbereich und arbeiten häufiger in wissensintensiven Bereichen wie Forschung, Lehre oder Bildung. In industriellen Schlüsselbranchen wie Maschinenbau oder Elektrotechnik sind Ingenieurinnen beispielsweise stark unterrepräsentiert. Im Maschinenbau liegt der Frauenanteil bei 9 %, in der Elektroindustrie bei 9,5 %. Das ist nicht nur ein Problem der Gleichstellung, sondern auch ein wirtschaftlicher Verlust für Deutschland.

Vorteile durch diverse Teams

Frauen bringen nicht nur fachliche Kompetenz mit, sondern häufig auch besondere Stärken in Kommunikation, Organisation und Zusammenarbeit. Gerade in der Baubranche, in der viele unterschiedliche Gewerke, Planer, Bauherren und Behörden zusammenarbeiten müssen, sind Empathie, Konfliktfähigkeit und Teamorientierung entscheidende Erfolgsfaktoren. Auch insgesamt bieten diverse Teams Vorteile. Studien aus verschiedenen Branchen zeigen, dass diese Teams dazu neigen, Entscheidungen kritischer zu hinterfragen und kreative Lösungen zu entwickeln. In der Baubranche kann dies zu innovativeren Planungsansätzen, effizienteren Prozessen und einer höheren Qualität der Projektergebnisse führen. Denn Bauprojekte werden zunehmend komplexer. Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Energieeffizienz, urbane Verdichtung oder altersgerechtes Bauen erfordern unterschiedliche Sichtweisen und Kompetenzen.

Rahmenbedingungen für berufstätige Mütter verbessern

Um das Potenzial von Frauen in Ingenieur- und Informatikberufen als Hebel für Wachstum und Innovation in Deutschland zu nutzen, muss sich jedoch strukturell etwas ändern. Respekt und Chancengleichheit könnten mehr Frauen für eine Karriere als Ingenieurin überzeugen. Insbesondere braucht es aber bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Im Jahr 2024 hat laut Statistischem Bundesamt fast jede zweite Frau (49 %) in Teilzeit gearbeitet. Dabei lag die Teilzeitquote von erwerbstätigen Müttern höher als bei den erwerbstätigen Frauen insgesamt: 68 % aller Mütter mit Kindern unter 18 Jahren arbeiteten in Teilzeit.

Doch die Ergebnisse einer Studie der Prognos AG im Auftrag des Bundesfamilienministeriums im September 2025 zeigen: Fast die Hälfte der teilzeitbeschäftigten Mütter (45 %) würde ihre Arbeitszeit erhöhen, wenn betriebliche Bedingungen wie Flexibilität, Kommunikation und Karriereperspektiven verbessert würden. Denn oft wird qualifizierten Frauen auch nach der Elternzeit mit Vorbehalten begegnet. Studien belegen sogar, dass sie seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden. Stattdessen hängen sie in Jobs fest, für die sie überqualifiziert sind. Flexible Arbeitszeitmodelle, mit denen sich Kinder und Karriere vereinen lassen, sowie gezielte Weiterbildungs- und Re-Skilling-Angebote sind deshalb notwendig.

Vorbilder sichtbar machen, Netzwerke stärken

Gleichzeitig gilt es, mehr Frauen für Führungspositionen zu gewinnen. Laut Statistischem Bundesamt war 2024 nur knapp jede dritte Führungskraft weiblich und dieser Anteil veränderte sich seit 2012, dem Zeitpunkt der Einführung der aktuellen Klassifikation, nur wenig. Sichtbare Vorbilder und starke Netzwerke müssen deshalb stärker im Fokus stehen. Eine Studie der kanadischen Psychologin Penelope Lockwood von der University of Toronto fand beispielsweise heraus, dass gleichgeschlechtliche Vorbilder für Frauen wichtiger sind als für Männer. Die teilnehmenden Probandinnen identifizierten sich mit dem vorgelegten weiblichen Vorbild deutlich stärker als mit dem männlichen Pendant. Gleichzeitig sahen sie dadurch ihre Erfolge auch für sich selbst als realistisch erreichbar an. Mentoring-Programme im technischen Bereich können Frauen etwa zeigen, dass der Weg als Ingenieurin nicht nur möglich, sondern auch erfüllend und zukunftsrelevant ist.

Bildquelle mayer bährle Geschäftsführerin Melanie Waldmann

Autor Melanie Waldmann

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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