Freitag, Februar 27, 2026
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Warum verändert der Zugang zu neuen Investments gerade so viel für Privatanleger?

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NAO Investments Private Equity für Privatanleger Robin Bilder NAO @ Izzy Dempsey Photo

NAO ermöglicht Privatanlegern einfachen Zugang zu alternativen Anlageklassen und öffnet damit Investmentchancen, die bisher fast ausschließlich institutionellen Investoren vorbehalten waren

Wie würden Sie NAO einem privaten Anleger erklären, der bisher nur in klassische Anlageformen wie ETFs investiert hat?

NAO ist der erste mobile Broker für Private und Alternative Investments – also Anlageklassen abseits der Börse. Stell Dir vor, Du könntest genauso einfach in Private Equity, Venture Capital oder Infrastrukturprojekte investieren wie in einen ETF, mit drei Klicks und ab 1 Euro. Genau das ermöglichen wir. Unser Co-Investment-Ansatz bringt Anlageklassen, die institutionellen Investoren über Jahrzehnte Überrenditen beschert und die Portfolios besser diversifiziert haben, auf das Smartphone von Privatanlegern.

Was war der entscheidende Impuls zur Gründung von NAO – und wie haben Sie drei Gründer zusammengefunden?

Der Impuls entstand aus einem krassen Kontrast, den ich über Jahre erlebt habe. Ich habe dual bei der Hypovereinsbank studiert und bin dann in ein Midcap-Team eingestiegen, wo ich Mittelständler mit bis zu einer Milliarde Umsatz in Süddeutschland betreut habe. Mein Fokus lag auf komplexen Finanzierungen, wie Firmenkäufe. Einer meiner Kunden verkaufte seine Firma an einen Private-Equity-Fonds und suchte jemanden, der mit ihm in Berlin ein Family Office aufbaut. So kam ich 2020 zur ZEITGEIST GROUP, mit der ich auch später Zeitgeist X Ventures, einen Frühphasen-VC, aufgebaut habe.

Dort habe ich beide Seiten gesehen: Im Family Office hatte ich Zugang zu den besten Private-Market-Deals – Infrastruktur, Private Equity, Venture Capital. Im VC habe ich in Fintechs wie Bling oder UnitPlus investiert, die versuchen, die Geldanlage von Grund auf zu verändern. Dabei wurde mir klar: 99 Prozent der Menschen werden von Vermögensverwaltern und Privatbanken ignoriert, weil ihr Vermögen nicht ausreicht und weil es noch so viel Optimierungspotenziale bei der Geldanlage gibt. Das schien mir nicht fair, da institutionelle Anleger einfachen Zugang zu extrem spannenden Anlagen haben und stark auf Private Market Investments setzen.

Diese strukturelle Ungerechtigkeit wollte ich aufbrechen. Mit Amel Hasanovic habe ich jemanden gefunden, der diese Mission genauso brennend verfolgt. Ich habe NAO 2022 gegründet und er komplettierte das Team Anfang 2023 und löst damit Philipp Novakowski als Interims CTO ab, um genau das möglich zu machen: institutionellen Zugang für alle – ab 1 Euro, komplett digital per App.

Ihr Ziel ist es, den Zugang zu alternativen Anlageklassen zu demokratisieren. Wie setzen Sie diese Vision konkret um?

Demokratisierung bedeutet für uns drei Dinge: Erstens haben wir die Kapitalhürde radikal von bisher typischerweise 200.000 Euro auf 1 Euro gesenkt. Zweitens eliminieren wir die Komplexitätsbarriere durch unsere mobile App. Drittens, und das ist entscheidend, arbeiten wir nur mit Top-Tier-Managern wie Goldman Sachs Asset Management oder Partners Group zusammen. Dadurch bekommen wir Investmentqualität und Konditionen, die normalerweise nur Family Offices bekommen.

Viele Privatanleger scheuen sich vor Investments in Private Equity oder Infrastruktur. Wie nehmen Sie diesen Anlegern die Hemmschwelle?

Die Hemmschwelle ist berechtigt, denn diese Assetklassen sind komplex. Unser Ansatz ist Bildung durch Handeln: Anleger:innen können mit 1 Euro einsteigen und lernen, wie Private Debt, Private Equity und Infrastruktur funktionieren, ohne Angst vor Verlusten zu haben, die wehtun oder existenzbedrohend sind. Darüber hinaus setzen wir auch stark auf Bildungsinhalte und Edukation über diverse Kanäle: nicht nur mit einem Blog, sondern mit persönlichen Gesprächen, einem Podcast oder physischen Events. Außerdem kuratieren wir streng. Nicht jeder Fonds kommt auf die Plattform, sondern nur solche, hinter denen wir auch selbst stehen. Diese Qualitätssicherung schafft Vertrauen. Ich bin beispielsweise in jeden Fonds, den wir auf NAO anbieten, investiert.

Welche Rolle spielt Technologie bei NAO, um komplexe Anlagemöglichkeiten einfach und transparent zu gestalten?

Technologie ist unser Hebel, um etwas zu skalieren, was früher nur mit viel manuellem Aufwand zugänglich war. Wir automatisieren Due-Diligence-Prozesse, Risikobewertungen, Reporting und Tradingprozesse. Im Hintergrund laufen komplexe Schnittstellen zu Depotbanken, Fondsadministratoren und KYC-Systemen. Vorne sieht der/die Nutzer:in nur eine klare Oberfläche: Chance, Risiko, Laufzeit – investieren. Diese Abstraktion ist unsere technologische Kernleistung.

Was unterscheidet NAO von anderen digitalen Investmentplattformen, die ebenfalls in alternative Assets investieren lassen?

NAO steht für kompromisslose Qualität. Nur einer von sieben geprüften Fonds schafft es auf unsere Plattform. Wir arbeiten ausschließlich mit herausragenden Asset-Managern zusammen und bieten nur Fonds an, von denen wir selbst vollkommen überzeugt sind. Dazu kommt der Zugang zu vielfältigen Strategien von Private Equity und Venture Capital über Infrastruktur bis hin zu Private Debt oder Hedgefonds. Bei NAO gibt es all das vorkuratiert ab 1 Euro. Ein weiterer Punkt ist unser persönlicher Service. Wenn unsere Nutzer:innen Fragen haben, bekommen sie werktags innerhalb von 15 Minuten eine Antwort per Chat oder Telefon. Diese Kombination aus institutioneller Qualität, Investmentchancen über alle alternativen Anlageklassen hinweg und echtem Service macht uns einzigartig am Markt.

Welche regulatorischen oder finanziellen Hürden mussten Sie bisher überwinden, um Ihr Angebot auf den Markt zu bringen?

Die größte Herausforderung war das Spannungsfeld zwischen Anlegerschutz und Zugänglichkeit. Alternative Investments sind per Definition weniger liquide und komplexer. Die BaFin stellt hohe Anforderungen an Aufklärung und Prozesse. Und das zu Recht. Wir mussten Strukturen entwickeln, die regulatorisch sauber sind, aber trotzdem Kleinstbeträge ermöglichen. Die Zusammenarbeit mit der Baader Bank als Depotbank und eine sorgfältige Produktstrukturierung waren entscheidend. Da durch Co-Investments die Mindestinvestitionen bei den Fonds selbst nicht wegfallen, sondern nur auf viele Schultern verteilt werden, mussten wir finanziell in den ersten Stunden unserer Aktivität erst mal ausreichend Kapital einsammeln und selbst recht viel investieren. In der Zwischenzeit stellt das aufgrund unseres Wachstums trotz vieler verschiedener Investment-Strategien bei NAO keine Herausforderung mehr dar.

Wie reagieren Banken und traditionelle Finanzinstitute auf Ihr Modell, das den Markt für Privatanleger öffnet?

Positiv! Viele Asset Manager saßen auf hervorragenden Private-Market-Produkten, hatten aber keine Vertriebswege zu Kleinanleger:innen. Privatbanken bedienen in ihren Wealth Management Einheiten meist ab 5.000.000 Euro aufwärts, darunter war ein weißer Fleck beim Private Market Vertrieb. Wir erschließen diesen Markt. Für Banken wie UBS sind wir der Distributionspartner, der eine neue Zielgruppe mit bestehenden Produkten erreicht. Das ist eine Win-win-Situation. Natürlich gibt es auch Skepsis bei manchen traditionellen Playern, aber die Innovation setzt sich durch.

Welche Zielgruppe spricht NAO besonders an – und wie haben sich die Erwartungen dieser Kundengruppe seit dem Start verändert?

Anfangs waren es vor allem Finanz-Nerds, Profis und Early Adopters, die Private Equity schon kannten und Zugang gesucht haben. Heute sehen wir eine Verschiebung: Viele Nutzer:innen kommen neu zu Alternative Investments, weil sie nach Diversifikation jenseits des klassischen 60/40-Portfolios suchen. Sie wollen verstehen, wie professionelle Investoren investieren. Das verändert auch unsere Kommunikation – von „hier ist Dein Access“ zu „hier lernst Du, wie institutionelle Allokation funktioniert“.

Wohin soll sich NAO in den nächsten Jahren entwickeln. Gibt es Pläne, das Angebot oder die Märkte zu erweitern?

Unser Ziel ist klar: NAO soll in Europa zum Synonym für Private-Market-Investments werden. Geografisch expandieren wir schrittweise. Nach unserem Launch in Deutschland in 2023 sind wir mittlerweile auch in Österreich und den Niederlanden aktiv. Weitere Märkte werden folgen.

Wie definieren Sie Erfolg – in einem Umfeld, das stark von Vertrauen und Transparenz geprägt ist?

Erfolg messen wir letztlich an der Zufriedenheit unserer Kund:innen. Metriken wie Nutzerzahlen sind schön – wir haben mittlerweile einen fünfstelligen Kundenstamm – aber entscheidend ist: Bauen Menschen durch NAO wirklich nachhaltig Vermögen auf? Die zweifache Auszeichnung mit dem FinTech Germany Award zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Aber ich messe Erfolg daran, ob jemand in zehn Jahren sagt: „NAO hat mir Zugang zu spannenden Renditechancen gegeben und mein Portfolio stabiler gemacht.“

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben, die ein FinTech im Investmentbereich aufbauen möchten?

Erstens: Unterschätze nie die Regulierung. Sie ist nicht Dein Feind, sondern schafft einen sicheren Rahmen, aber sie wird Dich verlangsamen. Plane sie von Tag eins ein und such Dir früh echte Experten. Zweitens: Im Finanzbereich gewinnt man nicht unbedingt durch die beste Technologie, sondern durch Vertrauen. Transparenz, keine Abkürzungen, kein Marketing-Bullshit. Drittens: Partnerschaften sind alles. Du kannst nicht alleine gegen etablierte Player antreten. Such Dir Verbündete, die Deine Vision teilen, die Glaubwürdigkeit haben, die Dir als Startup fehlt. Und ja: Das dauert. Viel auch länger als erwartet, aber es lohnt sich.

Bild Robin Binder © Izzy Dempsey Photo

Wir bedanken uns bei den Robin Binder für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie gelingt ein Technologiesprung, den viele für unmöglich hielten?

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eleQtron MAGIC-Technologie und Quantencomputing eleQtron CEO Jan Leisse (c) sichtplan

eleQtron entwickelt Quantencomputer auf Basis der MAGIC-Technologie und macht damit leistungsfähiges, skalierbares Quantencomputing bereits heute für Forschung und Industrie nutzbar

Was war der erste Moment, in dem Ihnen klar wurde: Wir haben mit eleQtron eine echte Chance, Quantencomputing marktfähig zu machen?

Der Moment kam ziemlich schnell nach meinem ersten Gespräch mit Christof und Michael. Was sie mir damals erzählten – dass sie an der Uni Siegen an der weltweit einzigartigen MAGIC-Technologie forschen – klang zuerst total verrückt. Aber gleichzeitig war da dieses klare Gefühl: Wenn das funktioniert, dann kann es richtig groß werden. Als wir dann den ersten Industrieauftrag gewonnen haben, war klar – wir haben hier nicht nur gute Forschung, sondern eine echte Chance, Quantencomputing aus dem Labor in die Industrie zu bringen.

Viele sprechen über Quantencomputer als Zukunftstechnologie. Was macht Ihre Lösung mit der MAGIC-Technologie im Hier und Jetzt bereits real nutzbar?

Wir haben das große Glück – und das große Ziel – mit unserer MAGIC-Technologie etwas anbieten zu können, das heute schon funktioniert. Unsere Qubits werden mit Mikrowellen gesteuert, nicht mit Lasern. Das macht unsere Systeme deutlich besser skalierbar. Unserer Maschinen stehen schon heute beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und im Forschungszentrum Jülich. Quanten Computing made in Germany ist als schon längst Realität.

Warum setzen Sie bei eleQtron auf Mikrowellen statt Laser – und welchen Unterschied macht das konkret in Leistung und Skalierbarkeit?

Systeme, die auf Lasersteuerung von Qubits basieren, sind sehr präzise. Die benötigten Laser allerdings sind extrem teuer, komplex und fehleranfällig. Mikrowellen hingegen sind eine vergleichsweise günstige Technologie, lassen sich besser kontrollieren, sie sind robuster und technisch ausgereift. Genau das nutzen wir bei unserer MAGIC-Technologie. Unsere Qubits lassen sich so genau steuern und die Systeme sind besser skalierbarer. Und genau darum geht es: Wer mit Quantencomputern die großen Probleme der Menschheit lösen will, muss groß denken – und skalierbar bauen.

eleQtron ist eines der ersten deutschen Unternehmen, das funktionierende Quantencomputer verkauft hat. Was war nötig, um diesen Meilenstein zu erreichen?

In erster Linie: Vertrauen in die eigene Vision und ein extrem starkes Team. Wir haben unsere Wurzeln in der Spitzenforschung, der erste Quantencomputer Deutschlands wurde bereits 2012 bei uns an der Uni in Siegen gebaut. Die wissenschaftliche Grundlage ist also hervorragend. Um ein funktionierendes Unternehmen aufzubauen, war es aber entscheidend, Partner zu finden, die bereit sind, mit uns diesen Weg zu gehen. Und natürlich braucht es Förderer und Investoren, die verstehen, dass DeepTech nicht in Quartalszahlen tickt, sondern in Durchbrüchen.

Wie erklären Sie jemandem außerhalb der Tech-Welt, was in einem Quantencomputer wirklich passiert?

Ein klassischer Computer rechnet Schritt für Schritt – wie ein sehr schneller Buchhalter. Ein Quantencomputer ist eher ein Orchester: Er spielt alle Möglichkeiten gleichzeitig durch und findet die beste Lösung. Dadurch kann er Probleme lösen, an denen klassische Rechner scheitern – etwa in der Materialentwicklung oder Medikamentenforschung. Das klingt abstrakt, aber es wird in den nächsten Jahren ganz konkrete Auswirkungen auf unser Leben haben.

In nur fünf Jahren sind Sie vom Laborgerät zum 24/7-System gekommen – was war der Schlüssel zu dieser Geschwindigkeit?

Ehrlich gesagt: unser Team. Wir haben früh auf Vielfalt gesetzt – fachlich und menschlich. Unser Team besteht aus internationalen Expertinnen und Experten aus Physik, Engineering, Software und Business. Diese Kombination macht uns schnell und kreativ in der Lösung von Herausforderungen. Dazu kommt unsere klare Vision: Wir wollen nicht irgendwann marktreif sein – wir wollen jetzt echte Lösungen liefern. Und daran arbeiten wir jeden Tag.

Welche Rolle spielen Ihre Partner wie das DLR oder das Forschungszentrum Jülich bei der Weiterentwicklung von eleQtron?

Unsere Kunden wie das DLR und das Forschungszentrum Jülich spielen natürlich eine bedeutende Rolle. Jülich etwa bringt die Verbindung zu Höchstleistungsrechnern und industriellen Anwendungen. Mit dem Projekt EPIQ zeigen wir, wie ein hybrides Quanten-/Supercomputer-System aus Deutschland Realität wird. Das DLR als öffentlicher Auftraggeber hat auch echte Signalwirkung. Das schafft Vertrauen und öffnet Türen zu neuen Märkten.

Wie bewerten Sie die europäische Position im globalen Wettlauf um Quantencomputing? Braucht Europa eine eigene strategische Tech-Souveränität?

Unbedingt. Wir haben alles, was es braucht: weltweit führende Universitäten, exzellente Forschung, starke Industrie, und eine Politik, die an Fortschritt glaubt – aber wir investieren oft zu zögerlich. Wenn die USA oder China vorlegen, sollten wir nicht nur applaudieren, sondern mit eigener Stärke dagegenhalten. Wir brauchen in Europa mehr Mut, mehr Kapital und mehr strategischen Fokus. Sonst riskieren wir, dass Quantencomputing – trotz bester Voraussetzungen – an uns vorbeizieht.

IBM, Google, Microsoft – die Giganten investieren Milliarden. Was braucht es, um als deutsches DeepTech-Startup in diesem Umfeld zu bestehen?

Wir haben nicht dieselben Budgets – aber wir haben die bessere Technologie. Und die Geschwindigkeit, die ein Startup mit klarem Fokus entwickeln kann, ist nicht zu unterschätzen. Was uns hilft? Mutige Investoren, starke Partner – und ein politisches Umfeld, das DeepTech versteht. In der Quantentechnologie geht es nicht um inkrementelle Verbesserung. Es geht um echte Durchbrüche – und dafür braucht es Rahmenbedingungen, die das zulassen.

Worauf kommt es Ihrer Meinung nach an, damit DeepTech aus Deutschland auch über fünf oder zehn Jahre hinaus erfolgreich bleibt?

Wir brauchen mehr Menschen, die an Zukunft glauben – in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. DeepTech funktioniert nicht nach dem Prinzip „Copy-Paste aus den USA“. Wir müssen unsere eigene Stärke ausspielen – in Engineering, in Systemdenken, in Technologie made in Germany. Aber dafür braucht es auch Kapital, Geduld und eine politische Agenda, die Zukunftstechnologie nicht nur fördert, sondern ermöglicht.

Wie wichtig war die jüngste Förderung durch den European Innovation Council für Ihre weitere Skalierung?

Das EIC-Programm war extrem kompetitiv – umso größer war die Bestätigung, dass unsere integrierte On-Chip-Ionenfalle überzeugt hat. Diese Förderung, bestehend aus einem 2,5 Mio. € Grant und einem Equity-Anteil von 10 Mio. €, wird uns ein neues Level ermöglichen – sowohl technologisch als auch international. Generell können wir mit solchen Förderungen unsere Roadmap beschleunigen und gleichzeitig das Vertrauen privater Investoren stärken.

Was sind die nächsten großen Schritte für eleQtron – technologisch, wirtschaftlich und vielleicht auch politisch?

Technologisch geht es um den Ausbau der MAGIC Plattform, also mehr Qubits, bessere Performance, mehr Anwendungen. Wirtschaftlich wollen wir weitere Systeme in die Industrie bringen – mit starken Partnern an unserer Seite. Und politisch? Da wünsche ich mir, dass wir in Deutschland und Europa schneller dabei werden, unsere technologische Souveränität aktiv voranzutreiben – Startups wie eleQtron kämpfen dafür an vorderster Front.

Welchen Rat geben Sie Gründern, die in hochkomplexen, forschungsnahen Feldern wie Quantencomputing unternehmerisch durchstarten wollen?

Sucht euch ein Team, das euch ergänzt – nicht spiegelt. Geht raus mit euren Ideen, testet sie. Und bleibt beharrlich. Forschung ist der Anfang – Unternehmertum macht daraus Wirkung. Und wenn euch Leute sagen: „Das klingt zu verrückt“ – dann seid ihr wahrscheinlich auf dem richtigen Weg.

Bild: eleQtron CEO Jan Leisse (c) sichtplan

Wir bedanken uns bei den Jan Leisse für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie verändert KI den Zugang zu neuen Medikamenten?

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Cellbyte Wie KI HTA Prozesse im Market Access Bild Felix Steinbrenner, Co-CEO und Mitgründer (links) Daniel Moreira, Co-CEO und Mitgründer (mittig) Samuel Moreira: CTO und Mitgründer (rechts) Fotocredit Cellbyte

Cellbyte entwickelt eine KI Plattform, die Pricing und Market Access Teams in der Pharmaindustrie dabei unterstützt, komplexe Analysen in Sekunden durchzuführen und fundierte Entscheidungen deutlich schneller zu treffen

Wie ist die Idee zu Cellbyte entstanden und welche Erfahrungen aus Ihrem bisherigen Werdegang haben Sie in die Gründung einfließen lassen?

Die Idee zu Cellbyte ist unmittelbar aus Daniels Arbeit bei der Life-Science-Beratung Simon-Kucher entstanden. Dort hat er erlebt, wie mühsam und zeitaufwendig die Vorbereitung zur Markteinführung neuer Medikamente ist: Daten aus klinischen Studien, HTA-Verfahren, Preisverhandlungen und regulatorischen Quellen müssen manuell recherchiert, aufbereitet und auf Fehler geprüft werden. Aus unserer langjährigen Erfahrung im Pharma- und Datenbereich wissen wir daher sehr genau, wo in diesen Prozessen die größten Effizienzverluste entstehen. Gleichzeitig haben wir beobachtet, wie generative KI grundlegend verändert, wie Expertinnen und Experten Informationen suchen und verarbeiten. Cellbyte bringt diese beiden Welten zusammen: tiefes Branchenwissen und modernste KI-Technologie, um P&MA-Teams deutlich schneller, präziser und strategischer arbeiten zu lassen.

Was war der entscheidende Moment, an dem Ihnen klar wurde, dass künstliche Intelligenz den Marktzugang in der Pharmaindustrie revolutionieren kann?

Der entscheidende Moment kam 2023, als wir erstmals erlebt haben, wie leistungsfähig selbst frühe generative KI-Modelle wie GPT-3.5 im Arbeitsalltag von Pricing- & Market-Access-Teams sein können. Plötzlich war es möglich, umfangreiche PDF-Dokumente – etwa HTA-Berichte oder klinische Dossiers – innerhalb von Sekunden zu strukturieren, zu vergleichen und zu analysieren. Arbeitsschritte, die zuvor Stunden oder sogar Tage manueller Recherche erfordert hatten, ließen sich auf Minuten reduzieren. In diesem Moment wurde uns klar: Wenn bereits eine frühe Modellgeneration solche Effizienzsprünge ermöglicht, dann wird jeder weitere technologische Fortschritt den Marktzugang grundlegend verändern. Genau daraus entstand die Idee für Cellbyte – eine Plattform, die generative KI gezielt für die komplexen Anforderungen im P&MA einsetzt und hochqualifizierte Expertinnen und Experten massiv entlastet.

Cellbyte möchte komplexe Analysen im Bereich Pricing & Market Access in Sekunden ermöglichen. Wie funktioniert das konkret und welche Technologie steckt dahinter?

Cellbyte ist eine KI-Plattform, die Fachleuten ermöglicht, komplexe Fragen zu regulatorischen Daten, HTA-Bewertungen, Preisstrategien oder Erstattungsbedingungen in Sekunden zu beantworten. Dafür kombinieren wir vier technologische Ebenen:
Ein Netzwerk proprietärer Datenbanken, das Informationen aus über 100 vertrauenswürdigen Quellen – darunter regulatorische Behörden, öffentliche Preislisten und HTA-Gremien – strukturiert zusammenführt.
Ein hochpräzises Retrieval-System, das diese Daten kontextbezogen filtert, zusammenfasst und optimal für KI-Modelle aufbereitet.
Eigene KI-Modelle, die speziell für die Anforderungen und Fragestellungen im P&MA entwickelt und feinabgestimmt wurden.
Eine natürliche, steuerbare Application Layer, die es erlaubt, über einfache Spracheingaben komplexe Analysen auszulösen – von der Evidenzrecherche bis hin zur Ableitung strategischer Szenarien.
So entsteht eine End-to-End-Plattform, die nicht nur Informationen liefert, sondern faktenbasierte, belastbare und direkt umsetzbare Handlungsempfehlungen.

Welche Art von Daten nutzt Ihre Plattform, um Pharmaunternehmen bei Preisgestaltung und Marktzugang zu unterstützen?

Wir vereinen alle wichtigen Datenquellen, die für Pricing- und Market-Access-Teams relevant sind. Dazu gehören klinische Studiendaten, HTA-Berichte und Bewertungsdossiers, Gerichtsurteile, regulatorische Zulassungsinformationen, öffentliche Preisreferenzen und Erstattungsregeln, Evidenz zur Wettbewerbslandschaft und vieles mehr. Cellbyte verknüpft diese Quellen in einer gemeinsamen Struktur, erkennt Beziehungen zwischen Evidenz, Preisentscheidungen und regulatorischen Anforderungen und liefert daraus direkt verwertbare Insights für Preisstrategien und Launch-Planung.

Wie stellen Sie sicher, dass die Datenqualität und Aktualität Ihrer Informationen in einem so regulierten Umfeld wie der Pharmaindustrie gewährleistet sind?

In einem hoch regulierten Umfeld wie der Pharmaindustrie ist Datenqualität nicht verhandelbar. Deshalb setzen wir auf einen mehrschichtigen Ansatz zur Sicherstellung von Genauigkeit und Aktualität:
Regelmäßige, automatisierte Aktualisierungen aller relevanten öffentlichen Datenquellen
Mehrstufige Qualitätssicherung, die sowohl KI-basierte Prüfmechanismen als auch Reviews durch erfahrene Pharmaexpert:innen kombiniert
Validierte Datenpipelines mit strukturierten Qualitätschecks an jeder kritischen Stelle
Transparente Quellenangaben, sodass Nutzer jederzeit nachvollziehen können, auf welchen Dokumenten oder Evidenzen eine Antwort basiert
Strenge KI-Evaluierungsverfahren, speziell für regulatorische, medizinische und HTA-relevante Inhalte.
Darüber hinaus arbeiten wir eng mit Kundenteams zusammen und integrieren kontinuierlich Feedback aus realen Workflows – so stellen wir sicher, dass unsere Daten nicht nur korrekt, sondern auch praxisrelevant und sofort einsatzbereit sind.

Für welche Zielgruppe ist Cellbyte besonders relevant und wie gelingt es Ihnen, deren Bedürfnisse im Alltag wirklich zu treffen?

Unsere primäre Zielgruppe sind globale und lokale Pricing- und Market-Access-Teams in mittelgroßen und großen Pharmaunternehmen. Für sie lösen wir zentrale Herausforderungen des Arbeitsalltags: Informationsüberflutung, zeitintensive Recherchen, heterogene Datenquellen und der permanente Druck, unter anspruchsvollen Deadlines fundierte Entscheidungen zu treffen. Daneben arbeiten wir auch mit Beratungsdienstleistern verschiedener Größen zusammen, die Cellbyte zur Vorbereitung von Strategieprojekten oder Due-Diligence-Prozessen einsetzen. Um sicherzustellen, dass wir die tatsächlichen Bedürfnisse dieser Gruppen treffen, sprechen wir täglich mit Nutzerinnen und Nutzern, testen neue Funktionen in echten Workflows und entwickeln das Produkt gemeinsam mit ihnen kontinuierlich weiter. So stellen wir sicher, dass Cellbyte nicht nur technologisch führend ist, sondern reale Probleme im P&MA-Alltag löst.

Was unterscheidet Cellbyte von anderen datengetriebenen Tools im Pharma- oder Health-Tech-Bereich?

Drei Dinge:
Geschwindigkeit und Tiefe: Cellbyte beantwortet komplexe Fragen nicht nur in Sekunden, sondern liefert gleichzeitig ein außergewöhnlich tiefes, evidenzbasiertes Verständnis – von regulatorischen Details bis zu HTA-Argumentationen und Preisentscheidungen.
Spezialisierung: Wir sind kein generisches KI-Tool. Cellbyte wurde von P&MA-Expert:innen für P&MA-Expert:innen entwickelt und ist vollständig auf die spezifischen Anforderungen von Launch-Planung, Pricing und Erstattung ausgerichtet.
KI-native Plattform: Unsere Daten- und Produktarchitektur ist von Grund auf KI-zentriert aufgebaut. Das bedeutet: Mit jedem Fortschritt in der Modelltechnologie steigt automatisch auch die Leistungsfähigkeit unserer Plattform – in Qualität, Geschwindigkeit und analytischer Tiefe.

Welche Hürden mussten Sie als junges Unternehmen in einem stark regulierten Markt bisher überwinden?

Regulatorik, Datenschutz und Datenqualität sind im Gesundheitswesen nicht nur wichtig, sondern geschäftskritisch. Deshalb haben wir von Anfang an konsequent in robuste Compliance-Prozesse investiert, klare und nachvollziehbare Datenflüsse definiert und unsere KI-Modelle so trainiert, dass sie regulatorische Sensitivitäten und fachliche Nuancen verstehen. Eine weitere große Hürde war der Aufbau von Vertrauen. In dieser Branche trifft niemand Entscheidungen leichtfertig – zu Recht. Wir mussten zunächst zeigen, dass unsere Technologie zuverlässig, sicher und fachlich präzise arbeitet. Heute profitieren wir davon, dass wir dieses Vertrauen Schritt für Schritt durch Transparenz, Validierung und enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden aufgebaut haben.

Wie sehen Sie die Rolle von KI im künftigen Marktzugang von Arzneimitteln – wird der Mensch irgendwann nur noch kontrollieren statt entscheiden?

KI wird Entscheidungen im Marktzugang künftig deutlich unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir sehen die Rollenverteilung klar: Expert:innen definieren den strategischen Rahmen, und KI liefert in Sekunden die bestmögliche Analyse – umfassend, evidenzbasiert und konsistent. Die finale Entscheidung bleibt beim Menschen. Market Access wird damit eine strategische Disziplin bleiben, aber eine, die durch KI massiv beschleunigt und präziser gemacht wird. Statt weniger Verantwortung entsteht mehr Wirkung: Teams können sich auf Strategie, Argumentation und Verhandlung konzentrieren, während KI die datenintensiven Aufgaben übernimmt.

Wohin soll sich Cellbyte in den nächsten Jahren entwickeln. Arbeiten Sie bereits an weiteren KI-Lösungen oder internationalen Märkten?

Unser Ziel ist es, Cellbyte als führende KI-Plattform im Bereich Pricing & Market Access zu etablieren. Dafür entwickeln wir das Produkt in mehreren Dimensionen konsequent weiter:
Kontinuierliche Erweiterung der Datenbasis sowie der von Kundenteams gewünschten Funktionen
Noch stärker integrierte Workflows, die sich nahtlos in den Arbeitsalltag von P&MA-Teams einfügen
Leistungsfähige, globale Pricing-Simulationen, die angesichts der zunehmenden Relevanz von „Most-Favored-Nation“-Mechanismen – insbesondere in den USA – strategisch immer wichtiger werden
Auch geografisch denken wir weiter: Ab 2026 werden wir unsere Expansion in die USA deutlich intensivieren. Der Markt ist nicht nur extrem dynamisch, sondern bringt auch eine enorme Datenkomplexität mit sich – genau das Umfeld, in dem die Cellbyte KI-Plattform ihren größten Mehrwert entfaltet.

Welche persönlichen Lehren haben Sie aus der Gründung gezogen, die Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben möchten?

Sprich früh und ständig mit Kunden. Ehrliches Feedback der Nutzer ist durch nichts zu ersetzen.
Fokussiere dich kompromisslos. Es ist unglaublich leicht, sich von Fundraising, Events oder Nebenprojekten ablenken zu lassen. Die besten Gründerinnen und Gründer konzentrieren sich darauf, etwas zu bauen, das Menschen wirklich wollen – und messen Fortschritt anhand weniger, klarer KPIs.
Bau ein Team auf, dem du vertrauen kannst. Die besten Produkte entstehen nicht aus PowerPoint-Folien, sondern aus echten Problemen und einer Mannschaft, die gemeinsam dafür brennt, sie zu lösen.

Was treibt Sie als Team am meisten an, wenn Sie auf die Zukunft des Gesundheitswesens und die Arbeit von Cellbyte blicken?

Unser Team vereint die Vision, die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden zu fördern, indem wir einen gerechten und zeitnahen Zugang zu Medikamenten für alle Patientinnen und Patienten ermöglichen. Wenn Pricing & Market Access-Teams effizienter arbeiten können, profitieren am Ende Millionen Menschen weltweit. Dieser Impact ist für uns der stärkste Antrieb.

Bild Felix Steinbrenner, Co-CEO und Mitgründer (links) Daniel Moreira, Co-CEO und Mitgründer (mittig) Samuel Moreira: CTO und Mitgründer (rechts) Fotocredit Cellbyte

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie kann smarte Logistik den E-Commerce verändern?

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Quivo: Logistik trifft E-Commerce für smarte Fulfillment Lösungen Quivo Founders Christoph Glatzl und Georg Weiß Fotocredit Quivo

Quivo ist ein technologiegetriebenes Fulfillment-Unternehmen, das E-Commerce-Marken durch automatisierte Logistiklösungen, smarte Software und internationale Lagerstandorte beim effizienten Wachstum unterstützt.

Was war die ursprüngliche Idee hinter Quivo und wie hat sich daraus das heutige Fulfillment-Unternehmen entwickelt?

Am Anfang wollten wir E-Commerce-Logistik einfacher und skalierbarer machen. Viele Start-ups und kleinere Unternehmen kämpften mit zu viel Handarbeit und wenig Struktur. Mit unserem Tech-Hintergrund haben wir den Quivo Connector entwickelt, der Online-Shops verbindet, Bestellungen synchronisiert und den Versand steuert. So können sich unsere KundInnen auf ihr Geschäft konzentrieren, während im Hintergrund alles läuft.

Wer steht hinter Quivo – können Sie uns etwas über das Gründerteam und die Motivation erzählen, in die Logistikbranche einzusteigen?

Wir kommen aus der digitalen Welt, haben aber auch in klassischen Logistikunternehmen gearbeitet. Dort haben wir gesehen, dass es kaum skalierbare und flexible Technologielösungen gibt, um moderne E-Commerce-Prozesse abzubilden. Vor allem kleinere Marken hatten oft keine Chance, weil Abläufe nicht auf ihre Bedürfnisse ausgelegt waren. Diese Lücke wollten wir schließen. Unsere Motivation war von Anfang an, Unternehmen jeder Größe nahtlose Logistik zu ermöglichen. Das treibt uns bis heute an.

Welche Vision verfolgt Quivo im E-Commerce-Fulfillment und wie soll diese in den nächsten Jahren umgesetzt werden?

Unsere Vision ist es, der führende tech-enabled Logistikpartner im E-Commerce zu sein. Wir wollen Abläufe schaffen, die sich nahtlos in jedes Shopsystem und jede Unternehmensgröße einfügen und das Wachstum unserer KundInnen nicht nur ermöglichen, sondern aktiv vorantreiben! Dafür investieren wir in Automatisierung, Datenintegration und klare Prozesse, damit sich Fulfillment wie ein Teil des eigenen Shops anfühlt.

Wie hilft Quivo Onlinehändlern dabei, ihre Logistikprozesse effizienter und skalierbarer zu gestalten?

In unserem Logistik-Cockpit, dem Connector, läuft alles zentral zusammen. Bestellungen werden automatisch verarbeitet, Bestände aktualisieren sich live und Versandregeln greifen im Hintergrund. Durch standardisierte Prozesse können wir fast alles abbilden und Systeme trotzdem individuell anpassen. Unsere Analysen zeigen, wo Bestände optimiert werden können, und die Multi-Carrier-Option sorgt für einen effizienten Versand. So schaffen wir maximale Effizienz im Tagesgeschäft.

Welche Zielgruppen sprechen Sie mit Ihrem Angebot besonders an und worauf legen diese Kunden bei der Zusammenarbeit mit einem Fulfillment-Partner am meisten Wert?

Unsere KundInnen sind vor allem D2C-Brands und Unternehmen mit Omnichannel-Ansatz, die wachsen und international expandieren wollen – unabhängig von ihrer Branche. Sie legen Wert auf skalierbare Lösungen, starke Technologie, globale Reichweite und faire Preise, die durch effiziente Prozesse möglich werden. Genau das bieten wir bei Quivo.

Was unterscheidet Quivo von anderen Anbietern im Bereich E-Commerce-Fulfillment und wo sehen Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Bei Quivo treffen Technologie und operative Umsetzung direkt aufeinander. Unsere Lagerstandorte weltweit laufen mit unserer eigenen Software, sodass KundInnen jederzeit wissen, was mit ihren Beständen, Aufträgen und Sendungen passiert. Durch die Zusammenarbeit mit GWC, dem größten Logistikunternehmen Katars, können wir unseren Unternehmen außerdem den einfachen Einstieg in die Golfregion ermöglichen. Diese Mischung aus digitaler Stärke, globaler Struktur und regionaler Nähe ist einzigartig im Fulfillment-Markt.

Welche technologischen Innovationen spielen bei Quivo eine zentrale Rolle, um Abläufe für Ihre Kunden zu automatisieren?

Unsere Plattform basiert auf offenen Schnittstellen und verbindet Shops, Lager und Versanddienstleister automatisch miteinander. So laufen Versandregeln, Etikettenerstellung und Tracking komplett ohne manuelle Eingriffe. Über den Quivo Connector können sich Händler außerdem per Knopfdruck mit Marktplätzen wie Amazon oder Zalando verbinden und neue Vertriebskanäle sofort nutzen. Das macht den Einstieg in neue Märkte so einfach wie nie!

QUIVO v.l.n.r. Christoph Glatzl, Matthew Kearns und GeorgWeiss
QUIVO v.l.n.r. Christoph Glatzl, Matthew Kearns und GeorgWeiss

Wie begegnen Sie den aktuellen Herausforderungen in der Logistikbranche, etwa steigenden Versandkosten oder Nachhaltigkeitsanforderungen?

Wir bieten Multi-Carrier-Versand an, um für unsere KundInnen immer die beste Versandoption zu finden. Durch regionale Standorte und effiziente Abläufe halten wir Wege kurz, senken Kosten und schonen die Umwelt. Einige unserer Standorte sind biozertifiziert, und wir verpacken, wo immer möglich, plastikfrei. Zudem profitieren unsere KundInnen von unseren starken Carrier-Verträgen, deren Vorteile wir bestmöglich weitergeben. Unser Fokus liegt auf Effizienz und Nachhaltigkeit in jedem Schritt.

Welche Rolle spielt Kundenzufriedenheit für Quivo und wie stellt ihr sicher, dass eure Servicequalität konstant hoch bleibt?

Kundenzufriedenheit ist für uns das wichtigste Feedback. Über den Connector können unsere KundInnen jederzeit den Status ihrer Aufträge verfolgen, direkt Support anfragen oder Feedback geben. Natürlich läuft nicht immer alles perfekt, das wäre utopisch. Aber wir arbeiten kontinuierlich daran, Prozesse zu verbessern und Lösungen schnell umzusetzen. So entsteht Vertrauen und eine echte, langfristige Zusammenarbeit.

Wie sieht die Wachstumsstrategie von Quivo aus – sind neue Standorte, Märkte oder Partnerschaften geplant?

Wir sind mit eigenen Fulfillment-Centern in Österreich, Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und den USA aktiv. Gemeinsam mit unserem strategischen Investor GWC aus Katar bauen wir außerdem eine starke Fulfillment-Infrastruktur in der Golfregion auf. So verbinden wir unser internationales Netzwerk mit regionaler Expertise und ermöglichen Unternehmen den Einstieg in Märkte wie Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sowie die Expansion von dort in die ganze Welt.

Was waren bisher die größten Learnings auf eurem Weg als Gründer im Logistiksektor?

Wir haben gelernt, dass echte Skalierung nur funktioniert, wenn man zentrale Prozesse und Systeme selbst in der Hand hat. In der Logistik heißt das: eigene Standorte, eigene MitarbeiterInnen und eigene Technologie. Nur so lassen sich Qualität und Wachstum langfristig sichern. Genauso wichtig ist klare Kommunikation – wenn alle wissen, was wann passiert, bleibt das Geschäft stabil, auch in stressigen Phasen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründern mitgeben, die gerade ein technologiegetriebenes Startup aufbauen möchten?

  1. Es gibt keinen zu gesättigten Markt – du musst einfach besser sein als andere.
  2. Hab hundert Prozent Fokus. Ein Startup funktioniert nur, wenn du alles gibst, ohne Sicherheitsnetz oder Plan B.
  3. Bau das richtige Team auf. Achte nicht nur auf Skills, sondern vor allem auf den Culture Fit. Nur wenn das Team wirklich zusammenpasst, kann es erfolgreich wachsen.

Bild Christoph Glatzl und Georg Weiß Fotocredit Quivo

Wir bedanken uns bei Georg Weiß für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Quvio

Quivo logo schwarz/weiss

Kontakt:

LOGSTA GmbH
Wiedner Gürtel 13 / T24 / 2.OG
1100 Wien
Österreich

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Ansprechpartner: Alexander Schroeder

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Tech meets Impact – wie DeepTech-Startups echte Weltprobleme lösen

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DeepTech Startups: Tech for Impact und nachhaltige Technologie Image by Gerd Altmann from Pixabay

Technologie verändert die Welt – doch immer mehr Gründer:innen wollen mehr, als nur das nächste digitale Produkt erschaffen. Sie wollen echten gesellschaftlichen Fortschritt. DeepTech Startups, die sich auf Tech for Impact und nachhaltige Technologie konzentrieren, stehen für eine neue Gründer:innen-Generation, die Wissenschaft und Unternehmertum miteinander verbindet, um die großen Herausforderungen unserer Zeit anzugehen.

DeepTech Startups – wenn Forschung zu Wirtschaft wird

Unter dem Begriff „DeepTech“ versteht man Startups, deren Innovationen auf wissenschaftlicher Forschung oder technologischen Durchbrüchen beruhen – etwa in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Robotik, Biotechnologie, Quantentechnologie oder Materialwissenschaft.

DeepTech Startups sind keine klassischen Softwareunternehmen. Sie denken langfristig, investieren viel in Entwicklung und bewegen sich oft an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft. Ihr Ziel ist es, Lösungen zu schaffen, die unsere Lebensweise nachhaltig verändern – nicht nur optimieren.

Beispiele gibt es viele: Das Münchner Startup Marvel Fusion arbeitet an sauberer Kernfusion, um nahezu unbegrenzte, emissionsfreie Energie zu erzeugen. Ein anderes, das Berliner Startup PlanBlue, entwickelt Unterwasser-Scanner, die mithilfe von KI den Zustand der Meeresböden überwachen – ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Ozeane.

DeepTech zeigt, wie Wissenschaft zur Triebfeder für sinnstiftendes Unternehmertum werden kann.

Tech for Impact – wenn Technologie Haltung zeigt

Tech for Impact beschreibt den bewussten Einsatz von Technologie, um soziale oder ökologische Wirkung zu erzielen. Startups dieser Art konzentrieren sich nicht auf Wachstum um jeden Preis, sondern auf messbare Wirkung.

Während klassische Tech-Unternehmen oft disruptiv agieren, verstehen sich Tech for Impact-Gründer:innen als konstruktiv: Sie nutzen Technologie, um bestehende Systeme zu verbessern, Ressourcen effizienter zu nutzen und globale Ungleichheiten zu reduzieren.

Ein Beispiel dafür ist Too Good To Go, das mit einer einfachen App Millionen Mahlzeiten vor der Tonne rettet. Oder das Zürcher Startup Climeworks, das CO₂ direkt aus der Luft filtert – eine Innovation, die Klimaschutz greifbar macht.

Tech for Impact steht für Haltung: Technologie als Werkzeug, nicht als Selbstzweck.

Nachhaltige Technologie – Fortschritt mit Verantwortung

Nachhaltigkeit und Technologie schließen sich längst nicht mehr aus. Nachhaltige Technologie bildet das Rückgrat vieler neuer Geschäftsmodelle. Sie verbindet ökonomischen Erfolg mit ökologischer Wirkung – und schafft so langfristigen Mehrwert.

Startups, die nachhaltige Lösungen entwickeln, arbeiten etwa an Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft, grüner Mobilität oder Biotechnologie. Dabei geht es nicht nur darum, bestehende Systeme sauberer zu machen, sondern sie grundsätzlich neu zu denken.

Ein Beispiel: Das Wiener Startup Refurbed bietet aufbereitete Elektronikgeräte an und hat damit eine Branche neu definiert – nachhaltiger Konsum durch smarte Technologie.

Diese Unternehmen beweisen, dass Fortschritt und Verantwortung keine Gegensätze sind. Im Gegenteil: Nachhaltige Technologie ist längst ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor.

DeepTech und Nachhaltigkeit – eine neue Allianz

Die Verbindung von DeepTech Startups und nachhaltiger Technologie ist besonders spannend, weil sie die Brücke zwischen Hightech und gesellschaftlicher Wirkung schlägt.

Während viele Consumer-Startups auf schnelle Skalierung setzen, entwickeln DeepTech-Gründer:innen Lösungen mit tiefem, oft jahrzehntelangem Einfluss. Sie schaffen Grundlagen für die Energieversorgung, Ernährung, Gesundheit und Infrastruktur der Zukunft.

Diese Startups benötigen oft mehr Kapital und Geduld – doch ihr Potenzial ist enorm. Eine Studie von BCG zeigt, dass DeepTech-Unternehmen überdurchschnittlich häufig nachhaltige Geschäftsmodelle verfolgen und gleichzeitig langfristig stabilere Renditen erzielen.

Tech for Impact als globaler Megatrend

Weltweit entstehen neue Fonds, Programme und Hubs, die sich gezielt auf Tech for Impact spezialisieren. Europa positioniert sich dabei als führender Standort: Zwischen Berlin, Zürich, Wien und Stockholm wächst ein Ökosystem, das Wissenschaft, Unternehmertum und Nachhaltigkeit verbindet.

Besonders wichtig: Die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, Universitäten und Startups. Hier entsteht ein Nährboden für Ideen, die aus Laboren in die Praxis kommen.

Auch Investor:innen denken um. Immer mehr Venture-Capital-Fonds legen Impact-Kriterien an und fördern Startups, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich überzeugen.

Herausforderungen für DeepTech Startups

So viel Potenzial, so viele Hürden: DeepTech Startups brauchen oft Jahre, um marktreif zu werden. Lange Entwicklungszeiten, regulatorische Vorgaben und hohe Finanzierungskosten erschweren das Wachstum.

Dennoch lohnt sich der Weg. DeepTech ist kein Sprint, sondern ein Marathon – und wer ihn läuft, verändert die Welt. Erfolgreiche Gründer:innen kombinieren wissenschaftliche Exzellenz mit wirtschaftlichem Denken und schaffen dadurch Innovationen mit Substanz.

Der Schlüssel liegt in Partnerschaften. Kooperationen zwischen Industrie, Wissenschaft und Kapitalgebern sind essenziell, um aus Forschungsergebnissen tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Fazit

DeepTech Startups sind die Architekten einer neuen Wirtschaft, die Technologie mit Verantwortung verbindet. Tech for Impact und nachhaltige Technologie zeigen, dass Fortschritt nicht in Geschwindigkeit, sondern in Tiefe gemessen wird.

Diese Startups beweisen, dass Zukunftsfähigkeit entsteht, wenn Innovation nicht nur intelligent, sondern auch sinnvoll ist. Die Energie, die Ernährung, die Gesundheit und die Umwelt von morgen werden von Gründer:innen gestaltet, die Technologie als Werkzeug für echten Wandel verstehen.

Bild Image by Gerd Altmann from Pixabay

Was erwarten Steuerberater und KMUs heute wirklich von einer modernen Finanzlösung?

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Pennylane stärkt Kanzleien und Unternehmen durch Echtzeit Pennylane Tobias Janiesch Photo: Edda Petursdottir

Pennylane bietet eine moderne KI-gestützte All-in-one-Finanzplattform, die Buchhaltung, Geschäftskonto, Belegmanagement und E-Rechnungen in einem gemeinsamen Workspace vereint

Wie würden Sie die Mission von Pennylane in wenigen Worten beschreiben und was unterscheidet Sie grundlegend von klassischen Anbietern wie DATEV?

Pennylane ist eine moderne KI-gestützte All-in-one-Finanzplattform, die Buchhaltung, Geschäftskonto, Belegmanagement, E-Rechnungen und Kollaboration in Echtzeit vereint. Während DATEV primär ein Fachsystem für Kanzleien ist, zielt Pennylane auf den durchgängigen End-to-End-Prozess zwischen Unternehmen und Steuerberatung – mit intuitiver UX, eingebauter Automatisierung und nahtloser Zusammenarbeit, aber mit der Tiefe eines Fachsystems.

Welche konkreten Herausforderungen sehen Sie aktuell in der Zusammenarbeit zwischen KMU und Steuerberatungen, und wie löst Pennylane diese?

Medienbrüche und Tool-Silos: Belege, Kontoumsätze, E-Rechnungen und Freigaben liegen in verschiedenen Systemen.
Lösung: Ein gemeinsamer Workspace mit direkter Bankanbindung, Belegfluss und Aufgabenmanagement.

Verzögerte Kommunikation: Rückfragen und Freigaben kosten Zeit.
Lösung: Aufgaben, Kommentare und Status in Echtzeit – für KMU und Kanzlei sichtbar.

Fehleranfällige manuelle Erfassung: Hohe Aufwände bei Kategorisierung und Abgleich.
Lösung: KI-gestützte Beleg- und Umsatzklassifizierung, automatische Vorschläge und Lernlogik.

Mangelnde Transparenz: Unternehmensführung sieht erst Wochen später Zahlen.
Lösung: Aktuelle Kennzahlen, Liquiditätsübersicht und E-Rechnungsstatus in Echtzeit.

Inwiefern spielt künstliche Intelligenz in Ihrem System eine zentrale Rolle und welche Prozesse profitieren am stärksten von Automatisierung?

Automatische Belegklassifizierung und Kontoumsatz-Zuordnung
Extraktion von Rechnungsdaten (OCR + Validierung)
Duplikatserkennung und Plausibilitätschecks
Vorschläge für Kontierung und Steuerschlüssel
Intelligent priorisierte Aufgabenlisten für Kanzleien: drastisch weniger Routinearbeit, schnellere Monatsabschlüsse und konsistentere Datenqualität.
KI-Assistent für Training & Insights

Pennylane kombiniert Buchhaltung, Geschäftskonto, Belegmanagement und E-Rechnungen in einem Workspace. Wie verändert diese Integration den Arbeitsalltag von Unternehmerinnen und Unternehmern

Ein Login, ein Datenmodell, ein Workflow: weniger Reibung, weniger Fehler.
Echtzeit-Überblick über Cashflow, Forderungen/Verbindlichkeiten und Rechnungsstatus.
E-Rechnungen senden/empfangen, bezahlen und verbuchen im selben Flow.
Beschleunigte Abschlüsse und weniger „Monatsend-Stress“ – mehr Fokus auf Beratung.

Der deutsche Markt gilt als besonders komplex, gerade im Steuer- und Buchhaltungswesen. Welche Besonderheiten mussten Sie bei Ihrem Markteintritt berücksichtigen?

GoBD- und HGB-Konformität, revisionssichere Archivierung
E-Rechnungs-Standards (ZUGFeRD/XRechnung) und anstehende B2B-E-Invoicing-Pflichten
Hoher Datenschutzanspruch (DSGVO), Datenlokalisierung, Rollenkonzepte und Rechte
Terminologie, Kontenrahmen (SKR03/SKR04), USt-Spezifika und lokale Workflows

Wie sehen Sie die aktuelle Bereitschaft deutscher KMU, auf moderne, KI-gestützte Buchhaltungssysteme umzusteigen?

Die Bereitschaft steigt stark, getrieben durch Fachkräfteengpässe, E-Rechnungs-Pflichten und Kostendruck (Echtzeit Zugriff auf Finanzdaten). Entscheidend sind aber: einfache Migration, transparente Automatisierung (mit Gegenkontrolle) und klare Compliance. Genau hier setzt Pennylane mit geführtem Onboarding und Kanzlei-Einbindung an.

Mit über 600.000 KMU und 6.000 Steuerberatungen in Europa ist Pennylane bereits stark etabliert. Welche Erfahrungen aus Frankreich waren entscheidend für Ihre Deutschlandstrategie?

Co-Pilot-Ansatz mit Steuerkanzleien: Produktentscheidungen gemeinsam mit Partnerkanzleien, diese Entscheidungen schnell und wie vereinbart liefern.
Fokus auf End-to-End-Nutzen statt Einzelfunktion: Höhere Adoption und Engagement.
Radikale Vereinfachung der UX: Komplexität im System, nicht in der Oberfläche.
Migrations-Tooling: Wechsel ohne Friktion.

Welche Rolle spielt das neue Headquarter in München und welche Ziele verfolgen Sie in den kommenden Monaten in Deutschland?

Nähe zu Kund:innen, Kanzleien und Verbänden; schnellere Lokalisierung und Co-Creation.
Aufbau eines deutschen Partnernetzwerks und Support-Teams.
Ziele der nächsten Monate: zertifizierte Integrationen für den deutschen Markt, flächendeckende Kanzlei-Piloten, skalierbares Onboarding und Referenzkunden in Schlüsselbranchen.

Wie gehen Sie mit dem hohen Vertrauen um, das Steuerberater und KMU in traditionelle Systeme wie DATEV setzen? Welche Argumente überzeugen diese Zielgruppen?

gleiche Sicherheitsstandards (ISO 27001 zertifiziert, IDW PS 880 Zertifizierung in Arbeit, Protokollierung und revisionssichere Archivierung (GoBD)
Messbarer Mehrwert: weniger Routinearbeit, höhere Datenqualität, schnellere Abschlüsse.
Transparenz: jede KI-Entscheidung ist nachvollziehbar und vom Menschen übersteuerbar.
Schrittweiser Einstieg: Hybridbetrieb möglich, kein „Big Bang“-Zwang. Kanzleien könnten mit 2-3 Mandaten starten.

Welche Sicherheits- und Datenschutzstandards erfüllen Sie, um insbesondere in Deutschland Vertrauen zu schaffen?

DSGVO-konform, Datenverarbeitung in der EU
Pennylane ist ISO 27001 zertifiziert
Rollen- und Rechtekonzepte, 2FA, Protokollierung und revisionssichere Archivierung (GoBD), arbeiten wie Datev/Addisson mit einem der großen vier Accoutingfirmen (e.g. EY, PwC) an IDW PS 880 Zertifizierung
Strenge Vendor- und Modell-Governance bei KI-Funktionen, Privacy-by-Design
Regelmäßige Penetrationstests und Zertifizierungen gemäß Marktstandard

Wie stark wird Pennylane in Zukunft auf KI-gestützte Finanzanalysen und Handlungsempfehlungen setzen?

Pennylane wird KI zunehmend für prädiktive Liquiditätsplanung und Anomalieerkennung sowie Szenarioanalysen nutzen. Leitbild: „Augmented Accounting“ – Empfehlungen statt Black Box, mit klarer Erklärbarkeit und Kontrolle durch Kanzlei und Unternehmen. Für Pennylane wird der Steuerberater als Experte auch in Zukunft unabdingbar sein. Die KI wird dabei helfen, dem Steuerberater einfache, repetitive Dinge abzunehmen, und mehr Zeit für Beratung schaffen.

Können Sie uns Einblicke geben, wie der Onboarding-Prozess für Steuerberatungen und KMU gestaltet ist, um einen möglichst reibungslosen Wechsel zu gewährleisten?

Persönliches Kickoff und Prozessaufnahme: Rollen, Kontenrahmen, Workflows, Schnittstellen
Datenmigration: Bankanbindungen, Mandantenstammdaten, Belegarchive, Eröffnungsstände
Geführte Konfiguration: SKR, Steuerregeln, E-Rechnungs-Profile, Freigabeprozesse
Schulung und Enablement: rollenbasierte Trainings für Steuerfachangestellte, Buchhalter, Steuerberater, Manager, Best-Practice-Playbooks
Parallelbetrieb mit Qualitätssicherung: Testmandat, Kontrolllisten, Go-Live-Check
Laufendes Success-Monitoring: KPIs wie Durchlaufzeit, Automatisierungsquote, Fehlerquoten
Wir machen das Onboarding immer gemeinsam mit der Kanzlei, wir lassen diese nie alleine. Sie haben durchgehend Ansprechpartner, wir sind vor Ort. Wir haben zusätzlich eine kostenlosen Pennylane Academy in der Cloud, in dem alle Funktionen in leicht verständlichen Videos und Übungen erklärt werden.

Welche langfristige Vision verfolgen Sie für Pennylane in Europa und welche Rolle spielt Deutschland dabei?

Pennylane wird die führende, vernetzte Finanzplattform für KMU und Kanzleien in Europa – mit lokalen Compliance-Standards, aber einem gemeinsamen technologischen Kern. Deutschland als erster internationaler Markt ist dabei Anker- und Innovationsmarkt: komplex, groß, prägend für Standards – ideal, um skalierbare Lösungen für den gesamten EU-Raum zu formen.

Wie sehen Sie die Zukunft der Buchhaltung insgesamt – wird sie in wenigen Jahren vollständig automatisiert und in Echtzeit ablaufen?

Pennylane macht Finanzsteuerung für KMU und Steuerkanzleien einfach, schnell und transparent – in einem gemeinsamen Workspace. Anders als klassische Systeme ist Pennylane eine moderne All-in-one-Plattform, die Buchhaltung, Geschäftskonto, Belegmanagement, E-Rechnungen und Kollaboration in Echtzeit vereint. Während DATEV primär ein Fachsystem für Kanzleien ist, zielt Pennylane auf den durchgängigen End-to-End-Prozess zwischen Unternehmen und Steuerberatung – mit intuitiver UX, eingebauter Automatisierung und nahtloser Zusammenarbeit.

Buchhaltung wird in wesentlichen Teilen, beschleunigt durch die Einführung der E-Rechnung, nahezu in Echtzeit laufen: Belege, Zahlungen, Verbuchung und Abstimmungen werden weitgehend automatisiert. Aber der Steuerberater bleibt entscheidend – für Beurteilung, Beratung und Governance.

Bild Gründerteam Photocredit: Edda Petursdottir

Wir bedanken uns bei den Tobias Janiesch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie schafft man es mit den richtigen Worten, Menschen sofort zu begeistern?

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Copywriting für Texte, die Ihre Zielgruppe bewegen Copywriter jan illemann

Copywriter unterstützt Unternehmen dabei, mit klaren und wirkungsvollen Texten mehr Kunden zu gewinnen

Wie kam es dazu, dass Sie sich als Copywriter selbstständig gemacht haben, und was hat Sie an diesem Bereich besonders fasziniert?

Als Schlagzeuger, Posaunist und Dirigent war Musik viele Jahre der Dreh- und Angelpunkt meines Lebens.

Ich spielte in zahlreichen Orchestern, gewann den europäischen Orchesterwettbewerb und spielte Konzerte rund um die Welt – von Italien, Spanien, über St. Petersburg, bis nach Südafrika und China.

Im Laufe dieser Zeit übernahm ich auch Moderationen für Konzerte.

Diese erfordern einen Mix aus Information und sinnvoller Stückanleitung – aber auch Witz, Humor und Spontanität, um ein anspruchsvolles Publikum zu begeistern, das ja nicht nur für die Musik da ist, sondern auch um gut unterhalten zu werden.

Was mich überrascht hat, war, wie viele Leute im Nachgang auf mich zukamen und sich nicht nur für die Musik bedankten, sondern vor allem auch für die gelungene Moderation.

Da merkte ich, welch riesige Wirkung Worte haben.

Durch meine eigene Erfahrung im Bereich der Immobilienbranche fiel mir auf, wie Inserate oder Angebote mit bestimmten Worten besser performten als andere, sodass offensichtlich Kommunikation auch da eine große Rolle spielt.

Und ich habe gemerkt, das gilt nicht nur für Immobilien.

Denn viele Unternehmen geben im Bereich Marketing extrem viel Geld für Worte aus, um bei Menschen eine Wirkung zu erzielen.

Aber häufig wird genau dieses Geld regelrecht verbrannt, weil ihre Worte die Menschen eben nicht erreichen.

Und so bin ich zum Copywriting gekommen.

Seitdem setze ich dieses Talent ein, um Unternehmen im Rahmen ihrer digitalen Überzeugungsstrategie zu helfen, die richtigen Worte zu finden und in Erinnerung zu bleiben.

Was motiviert Sie täglich an Ihrer Arbeit, Unternehmen dabei zu helfen, ihre Website in einen echten Neukundenmagneten zu verwandeln?

Mich motiviert zu sehen, wie Unternehmen durch meine Worte wachsen.
Und das ist ja mehr als nur die Website. Es sind Newsletter, Webinare, bezahlte Werbeanzeigen, ob bei Social Media oder YouTube u.v.m.. Nahezu überall laufen einem Texte über den Weg, die dafür sorgen, dass ein Produkt / Dienstleistung einen Käufer findet.
Das Spannende daran ist, wie teilweise kleine Veränderung der Worte oder Textstruktur dafür sorgen können, dass sich etwas besser verkauft. Das kann im kleinsten schon der Austausch eines einzelnen Wortes einer Überschrift sein, das den Unterschied macht zwischen Kauf oder nicht Kauf.

Wie würden Sie Ihren Ansatz beim Schreiben verkaufsstarker Texte beschreiben, und was ist Ihnen dabei besonders wichtig?

Zuallererst ist es wichtig, genau zu gucken, wo drückt der Schuh. Nicht immer müssen Texte verkaufspsychologisch optimiert werden. Vielleicht würde die Seite super performen – doch was, wenn niemand von ihr weiß? Dann ist der erste Schritt dafür zu sorgen, dass genügend Menschen von dem Angebot erfahren und die Website besuchen.
Ein ganz entscheidender Punkt dabei ist, die entsprechende Zielgruppe abzuholen. Mir bringen die besten Texte nichts, wenn sie den Falschen erreichen. Daher ist eine fundierte Zielgruppenanalyse ein ganz entscheidender Punkt.
Dann braucht es Klarheit. Also in leicht verständlichen Worten (ohne “Fach-Chinesisch”), dem Kunden einen Mehrwert zu bieten, die Lösung seines Problems aufzuzeigen und ihn zum nächsten Schritt, z.B. zur Anfrage / Kauf zu führen.

Welche Rolle spielt Psychologie, wenn Sie Texte entwickeln, die Emotionen wecken und gleichzeitig überzeugen sollen?

Das ist ein ganz entscheidender Faktor. Wenn ich nichts weiß um die Psychologie des Verkaufens oder darüber, wie Märkte entstehen und sich verändern, wird es schwer Texte mit der richtigen Wirkung zu erstellen.
Viele beginnen ihre Website mit „Herzlichen Willkommen bei XYZ. Schön, dass Sie da sind. Wir freuen uns, Ihnen ABC vorzustellen.” Was super klingt und freundlich gemeint ist, bringt häufig wenig, weil ich überhaupt nichts darüber erfahre, ob mein Problem hier gelöst wird, geschweige denn, dass ich eine emotionale Bindung zum Produkt aufbauen kann.
Das ist ganz wichtig, denn wir Menschen kaufen emotional und begründen logisch.
Wenn ich also nichts über die psychologischen Hebel im Verkauf weiß, ist es abhängig vom Glück, ob Texte bei der Zielgruppe die gewünschte Wirkung erzielen oder nicht.

Wie gehen Sie vor, wenn Sie für ein neues Projekt die passende Tonalität und Sprache für die Zielgruppe finden müssen?

Am Anfang steht eine tiefe Nischenrecherche. Ich muss so viel wie möglich über die Zielgruppe herausfinden. Mein Lieblingsort dafür sind Foren. Hier tauschen sich Menschen anonym (!!!) über die wildesten Themen aus und suchen Lösungen für ein Problem. Ist mein Thema dabei, ist das für eine Copy bares (Text)Gold wert.
Auch Rezensionen oder Kommentare eignen sich dafür hervorragend. Die Infos, die ich dort erhalte, die Worte, die ich lese, sind später die Hauptbestandteile der fertigen Copy.
Es gibt den Spruch: Eine gute Copy wird nicht geschrieben, sondern zusammengebaut. Genau darum geht es. Schlussendlich setze ich die Bausteine der Zielgruppenanalyse zusammen und die Copy schreibt sich fast von alleine.

Was war bisher die größte Herausforderung in Ihrer Selbstständigkeit, und wie haben Sie es geschafft, damit umzugehen?

Mit negativem Kundenfeedback umzugehen. Das war anfangs sehr schwer, weil ich mich dadurch persönlich angegriffen fühlte.
Heute weiß ich, es geht nicht um mich. Ich stelle Fragen, höre zu und finde heraus, was genau dem Kunden nicht gefällt. Feedbackschleifen gehören bei einer neuen Copy zum ganz normalen Prozess dazu. Es kommt wirklich ganz selten vor, dass keine Korrekturen notwendig sind.
Und ganz wichtig ist mir: Auch ich habe blinde Flecken. Daher hole ich mir Feedback zu jedem meiner Texte. Das gibt mir die Sicherheit, umsatzstarke Texte mit der gewünschten Wirkung für meine Kunden abzuliefern.

Wie unterscheiden sich Ihre Texte von typischen Marketingbotschaften, die oft austauschbar wirken?

Wie oben schon erwähnt. Ein „Herzlichen Willkommen auf meiner Seite. Schön, dass Sie da sind.” wird es bei mir nicht geben. Plattitüden und leere Phrasen klingen toll, aber bringen keinen Umsatz.
Wir Menschen haben nur eine kurze Aufmerksamkeitsspanne. Überflüssiges und irrelevantes klicken wir sofort weg. Daher müssen Texte sofort überzeugen. Dafür braucht es Aufmerksamkeit, ich muss Interesse wecken und dann den Wunsch auslösen, den nächsten Schritt zu gehen.

Wenn dann noch das Gefühl entsteht, „ich kann dir vertrauen”, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass jemand kauft. Wie bei einer Rutsche, die geradewegs von oben, ohne Umwege, nach unten zum “Call to Action” führt.
Je mehr irrelevantes auf einer Seite ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, einen Interessenten zu verlieren, bevor er die gewünschte Handlung vollzieht.
Und das kostet mich Umsatz: Denn er kauft ja trotzdem, nur eben woanders. Und das tut richtig weh. Ich sage meinen Kunden manchmal: Die Konkurrenz ist selten besser, sie hat bloß häufig besseres Marketing.

Was bedeutet für Sie Qualität im Copywriting – und wie stellen Sie sicher, dass jede Zeile Wirkung zeigt?

Mithilfe der Zielgruppenanalyse am Anfang erstelle ich mir einen Avatar, den perfekten Endkunden meines Kunden. Und genau für diese imaginäre Person schreibe ich dann.
Dazu stelle ich mir bei jedem Satz die Frage: Ist das wirklich sinnvoll und bringt es den Interessenten dazu, einen Schritt weiter zu gehen?
Eine Überschrift soll neugierig machen und dafür sorgen, dass ich den ersten Satz des Textes lese. Der erste Satz soll dafür sorgen, dass ich den zweiten Satz lese. Und so weiter … Zwischenüberschriften sorgen für Aufmerksamkeit und helfen, die Leute abzuholen, die lieber scrollen statt viel zu lesen.
Schlussendlich sorgt eine klare Handlungsaufforderung dafür, dass ich eine Anfrage stelle oder kaufe. Dem ordne ich jedes Wort unter.
Und am Ende gilt der Grundsatz: Eine Copy ist nicht dann gut, wenn alles drin ist, sondern wenn ich wirklich nichts mehr weglassen kann.

Welche Vision verfolgen Sie mit Ihrer Arbeit und wie möchten Sie sich in den nächsten Jahren weiterentwickeln?

Das Ziel ist klar: Ich möchte weiter wachsen, vor allem im Bereich Consulting.
Assistenten helfen mir in administrativen Bereichen, um trotz aller Backoffice-Arbeit den Kopf für kreative Projekte frei zu haben. Je mehr Umsatz ich für meine Kunden erschreibe, desto mehr Geld kann auch ich damit verdienen.
Dabei spielt auch KI eine immer größere Rolle und kann Unternehmen in vielen Bereichen helfen, schneller und kosteneffizienter zu arbeiten. Bloß wissen das viele noch nicht.
Hier arbeite ich an smarten Lösungen im Bereich Automation, die ich Kunden in Kürze auch anbieten möchte.

Wie gelingt es Ihnen, Kreativität, Strategie und Empathie in Ihrer täglichen Arbeit miteinander zu verbinden?

Ich nehme mir immer wieder Auszeiten. Ich mache Musik, gehe viel joggen und verreise auch gerne, um Platz für Neues zu schaffen und neue Anregungen zu bekommen.
Zusätzlich bilde ich mich permanent weiter. Ich habe einen Coach, der mir mit immer neuen Impulsen hilft, den Fokus richtig auszurichten, über den Tellerrand zu schauen und neue Blickwinkel zu bekommen. Das finde ich unheimlich wichtig, um immer den nötigen Weitblick für wachstumsstarke Strategien und maximalen Umsatz zu behalten.

Was raten Sie Unternehmern, die ihre Website-Texte selbst schreiben möchten, um trotzdem professionell zu wirken?

Die Frage ist: Welches Problem löse ich für welche Zielgruppe? Wenn ich das weiß, bin ich schon einen großen Schritt weiter als viele andere. Stell dir deine Zielgruppe als genau eine Person vor. Wer ist sie? Was fühlt sie? Welche Ängste hat sie? Wie lebt sie? Womit verbringt sie ihre Zeit? etc.
Das bringt mir ein ganz klares Bild von einer Person, die stellvertretend für meine ideale Zielgruppe ist. Und dann schreibe ich jedes Wort der Copy genau so, dass diese Person sich abgeholt fühlt und bereit ist den nächsten Schritt zu gehen.

Welche drei persönlichen Ratschläge würden Sie angehenden Gründern mitgeben, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen?

Niemals aufhören. Ratschläge annehmen von Menschen, die das haben, was du willst. Nicht zu viel darüber nachdenken, sondern einfach mal machen.

Bild @privat

Wir bedanken uns bei den Jan Illemann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Kann eine einfache Idee ein lange unterschätztes Problem endlich lösen?

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CERPRO Qualitätssicherung und Qualitätsprozesse neu gedacht Gründerteambild (v. l. n. r.): Henrik Pitz, Frederik Frei, Sascha Müller (c) Peter Mate

CERPRO vereinfacht mit intelligenten Softwarelösungen die Qualitätssicherung in der Fertigungsindustrie und setzt dort an, wo Prüfprozesse heute noch unnötig Zeit und Ressourcen kosten

Wie ist CERPRO entstanden und welche Menschen stehen hinter der Idee, Qualitätssicherung durch intelligente Softwarelösungen zu vereinfachen?

CERPRO wurde vor rund zwei Jahren von Frederik, Sascha und mir gegründet. Die Idee entstand erst nach einem Pivot. Wir hatten ursprünglich ein anderes Produkt entwickelt und merkten dann, dass Kunden es nur wegen eines einzelnen Features nutzten und zwar aus einem ganz bestimmten Grund, Qualitätssicherung. Als wir verstanden, warum dieses Feature so relevant war, haben wir alles andere gestrichen und uns genau darauf konzentriert. So sind wir über Umwege bei der Qualitätssicherung gelandet, einem Bereich, der bisher erstaunlich wenig digitalisiert war, obwohl er das Rückgrat der Fertigung bildet.

Welche Vision verfolgt CERPRO, wenn es um die Zukunft der digitalen Qualitätsprozesse in der Fertigungsindustrie geht?

Wenn man sich heutige Qualitätsprozesse anschaut, wird größtenteils reaktiv gearbeitet: Es wird gefertigt, gemessen und erst am Ende festgestellt, ob das Teil passt. Wenn nicht, beginnt der Prozess von vorn, das kostet Zeit, Geld und oft Material. Wir glauben, dass Qualität schon in der Konstruktion mitgedacht werden muss. Unsere Vision ist, mit CERPRO die Qualitätssicherung dorthin zu bringen, wo sie wirklich beginnt, in den Entstehungsprozess eines Bauteils. Damit wollen wir einen neuen Standard setzen, wie produktive Qualität in Zukunft sichergestellt wird.

Wie genau unterstützt CERPRO kleine und mittlere Auftragsfertiger dabei, ihre Qualitätsprüfung effizienter zu gestalten?

Wir starten dort, wo der Prüfprozess beginnt: bei den technischen Dokumenten. Unsere Software extrahiert automatisch alle relevanten Informationen aus Zeichnungen und legt fest, wie die Qualitätssicherung später durchgeführt werden soll. Gerade kleine und mittlere Zulieferer stehen ständig vor neuen Anforderungen ihrer Kunden. Diese wechselnden Vorgaben machen die Prüfprozesse komplex und zeitaufwändig. CERPRO reduziert diesen Aufwand drastisch – aus Stunden werden Minuten, und der gesamte Ablauf wird klarer, konsistenter und fehlerärmer.

Was war der ausschlaggebende Moment, an dem Sie erkannt haben, dass automatisierte Merkmalsextraktion aus technischen Zeichnungen ein so großes Potenzial birgt?

Ein Kunde zeigte uns eine technische Zeichnung im Format A0 mit über 1.000 Merkmalen. Er nummerierte sie per Hand und tippte alles anschließend in ein Excel-Template. Das dauerte Stunden oder sogar Tage, eine rein manuelle, monotone Aufgabe. In diesem Moment war für uns klar: Das lässt sich mit moderner Technologie automatisieren. Niemand sollte so viel Zeit mit wiederkehrender Routinearbeit verbringen müssen. Dieser Moment war der Startpunkt für CERPROs Fokus auf automatisierte Merkmalsextraktion.

Wie hebt sich CERPRO technologisch und funktional von bestehenden Lösungen im Bereich Qualitätsmanagement und Prüfberichtserstellung ab?

Wir haben ein KI-Modell entwickelt, das branchenübergreifend funktioniert – egal ob Maschinenbau, Medizintechnik oder Schiffsbau. Es erkennt Merkmale auf Zeichnungen unabhängig davon, ob diese als A4 oder A0 vorliegen, ob sie handgezeichnet oder direkt aus CAD-Systemen exportiert sind. Diese Kombination aus Flexibilität und Robustheit ist einzigartig.

Welche Rückmeldungen erhalten Sie von Ihren Kunden – insbesondere aus der Fertigungs- und Zulieferindustrie – zur praktischen Anwendung Ihrer Software?

Unsere Kunden schätzen vor allem die Einfachheit. Für sie zählt nicht, ob im Hintergrund KI arbeitet, sondern dass die Software sofort Ergebnisse liefert. Viele haben zuvor Lösungen ausprobiert, deren Einführung Monate dauerte und deren Mehrwert sich nie wirklich gezeigt hat. CERPRO ist in wenigen Tagen einsatzbereit, intuitiv bedienbar und schafft sofort spürbare Entlastung. Jeder automatisierte Prüfbericht zeigt den Mehrwert direkt und genau das schafft Vertrauen.

Wie wichtig ist Datensicherheit und Transparenz in Ihrer Lösung und wie gewährleisten Sie beides bei der Nutzung von Cloud-Technologien?

Datensicherheit ist für uns ein zentraler Punkt, denn technische Zeichnungen enthalten sensible Konstruktionsinformationen. Wir hosten alle Daten auf dedizierten Servern in Deutschland und legen großen Wert auf Transparenz gegenüber unseren Kunden. Zusätzlich gibt es eine hybride Variante, bei der Daten lokal gespeichert werden. Für besonders sicherheitskritische Industrien, etwa Luft- und Raumfahrt, entwickeln wir aktuell eine vollständige On-Premise-Version.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell bei der Skalierung oder Weiterentwicklung von CERPRO und wie gehen Sie mit diesen um?

Unsere größte Herausforderung liegt darin, die Industrie zu erreichen – nicht, weil sie nicht offen für neue Technologien wäre, sondern weil viele gar nicht wissen, was heute schon möglich ist. Wir kombinieren deshalb klassische Wege wie Messen und Fachveranstaltungen mit modernen Kanälen wie LinkedIn und Instagram. So schaffen wir nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch Verständnis. Oft erleben wir, dass Unternehmen digitale Lösungen gar nicht ablehnen, sondern schlicht nicht wussten, dass es sie gibt.

Wie sehen Sie die Rolle von künstlicher Intelligenz und Automatisierung in der Qualitätssicherung in den nächsten Jahren?

Qualitätssicherung ist geprägt von klaren, wiederholbaren Prozesse. Genau das macht sie prädestiniert für den Einsatz von KI. Automatisierung kann die Dokumentation und Datenauswertung übernehmen, sodass Mitarbeiter sich auf das konzentrieren können, was menschliches Urteilsvermögen erfordert – die Bewertung kritischer Entscheidungen. Gleichzeitig entstehen entlang des gesamten Prozesses enorme Datenmengen, die wiederum zur Verbesserung der Modelle beitragen. KI wird Qualitätssicherung nicht ersetzen, sondern sie einfacher, schneller und besser machen.

Welche nächsten Schritte und Weiterentwicklungen planen Sie, um CERPRO langfristig im Markt zu etablieren?

Heute arbeiten wir hauptsächlich mit Zulieferern, die in der Regel keinen Einfluss auf die Konstruktion haben. In Zukunft wollen wir Qualitätssicherung bereits in die Designphase integrieren – also dorthin, wo entschieden wird, wie Bauteile aufgebaut sind. So lassen sich Abstimmungen und Nacharbeiten zwischen OEMs und Zulieferern deutlich reduzieren. Da viele Konstruktionsnormen international vereinheitlicht sind, wollen wir unser Produkt schrittweise in neue Märkte bringen und Qualität global vernetzbar machen.

Was motiviert Sie persönlich, diesen Weg als Gründer zu gehen, und was treibt Sie täglich an, die Idee weiter voranzubringen?

Wir wollten gründen, weil wir wirklich etwas bewegen möchten. Die Fertigungsindustrie in Europa hat dabei enormes Potenzial, weil hier Startups mit ihren Kunden vor Ort arbeiten können und enorme Mengen an Daten für spannende Lösungen vorhanden sind. Aus unserer Sicht müssten aus dieser Industrie noch viel mehr Startups aus Deutschland kommen, da es für amerikanische Startups schwerer ist, hier Fuß zu fassen. Wenn uns dann unsere Kunden sagen, dass sie seit Jahren genau nach so einer Lösung gesucht haben, bestätigt das, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit einer technischen Lösung in eine etablierte Industrie einsteigen möchten?

Erstens: Hört wirklich auf eure Kunden. Wir haben anfangs zu viel gebaut, weil wir dachten, jedes zusätzliche Feature mache das Produkt besser. Am Ende war es genau das Gegenteil. Der Schlüssel ist das eine Feature, das ein echtes Problem löst.
Zweitens: Probiert verschiedene Wege, um eure Zielgruppe zu erreichen. Auch in konservativen Branchen funktionieren neue Kanäle, in unserem Fall hätten wir beispielsweise nie gedacht, dass Instagram für uns einer der stärksten Vertriebskanäle wird. Wir haben es einfach mit einem kleinen Budget getestet und dann aus den Daten gelernt.
Drittens: Denkt von Anfang an in wiederkehrenden Umsätzen. In etablierten Industrien wird oft mit Pilotprojekten gestartet. Pilotprojekte sind wichtig, aber sie sollten immer der Einstieg in eine langfristige Zusammenarbeit sein. Definiert von Beginn an, wie es nach dem Pilotprojekt weitergeht und was passieren muss, dass das Projekt in eine Subskription übergeht.

Bild Gründerteambild (v. l. n. r.): Henrik Pitz, Frederik Frei, Sascha Müller (c) Peter Mate

Wir bedanken uns bei den Henrik Pitz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: CERPRO

CERPRO Logo transparent

Kontakt:

Cerpro GmbH
Dolomitenstraße 97
D- 13187 Berlin

https://cerpro.io/
info@cerpro.io

Ansprechpartner: Henrik Pitz

LinkedIn

Wie verändert sich Markenwahrnehmung, wenn KI plötzlich zum wichtigsten Touchpoint wird?

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comdaily Markenkommunikation und Marken im Fokus comdaily teambild

comdaily macht Marken in KI-Antworten sichtbar: Generative Engine Optimization

Wie ist die Idee zu comdaily entstanden und wer sind die Köpfe hinter dem Unternehmen?

Die Idee zu comdaily entstand in einem Praxisprojekt an der Hochschule Macromedia. Aus dieser grundlegenden Idee wurde ein Projekt entwickelt und durch das EXIST Gründungsstipendium gefördert. In dieser Zeit konnte das interdisziplinäre Gründerteam den Transfer der theoretischen Modelle in ein valides Geschäftsmodell sowie einen MVP der Software abschließen. Diese fachliche Expertise, die theoretischen Grundlagen und das Know-how aus Medien, Kommunikation, IT und KI mündeten nun in die Veröffentlichung einer SaaS Plattform für Generative Engine Optimization.

Welche Vision verfolgt comdaily im Bereich KI-gestützter Markenkommunikation und welche Schritte sind entscheidend, um dieses Ziel zu erreichen?

Unsere Vision ist es, Marken im Zeitalter der KI-Suche zu Sichtbarkeit, Relevanz und langfristigem Wachstum zu verhelfen. Durch unsere Generative Engine Optimization Features ermöglichen wir Unternehmen bereits heute, durch kontinuierliches Benchmarking eine stringente Steuerung der Markenkommunikation und Einflussnahme auf die Suchergebnisse in Large Language Models wie ChatGPT oder Perplexity. Wir möchten unsere Plattform schrittweise ausbauen und Unternehmen langfristig im gesamten Brand-Management-Prozess vertrauenswürdige Softwarelösungen bereitstellen, damit repetitive Arbeiten minimiert und Kreativität für Marketingkampagnen maximiert werden kann.

Was war der Auslöser, Markenkommunikation und Künstliche Intelligenz so eng miteinander zu verknüpfen?

Wir haben festgestellt, dass das Monitoring und die Analyse von Markenkommunikation sehr repetitive und zeitaufwändige Prozesse sind. Durch die Entwicklung großer Sprachmodelle wurde es zunehmend möglich, diese Prozesse mit KI zu automatisieren und Marketing- sowie Brand-Management-Teams erstmals datengestützte Insights zu liefern. Gleichzeitig wird mehr Freiraum für Kreativität und die Entwicklung einzigartiger Kampagnen geschaffen. Dies erfolgt stets konsistent in Bezug auf die eigene Marke und vorteilhaft für das Ranking in den KI-Systemen.

Wie unterstützt comdaily Marken konkret dabei, ihre Identität und Konsistenz über verschiedene Kanäle hinweg zu wahren?

Mit GEO unterstützt comdaily Marken dabei, ihre Identität und Konsistenz über verschiedene Kanäle hinweg zu wahren. Die Plattform misst die Sichtbarkeit, Tonalität sowie den Content-Anteil der Marke in KI-basierten Antworten und gibt gezielte Empfehlungen zur Optimierung.

Welche Rolle spielt generative KI in eurer täglichen Arbeit und wie stellt ihr sicher, dass sie wirklich markentreu bleibt?

Generative KI ist ein zentraler Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Einerseits bildet sie das Kernprodukt unserer Plattform, andererseits unterstützt sie auch unsere täglichen Arbeitsprozesse innerhalb des Start-ups. Dadurch können wir unsere eigene Effizienz steigern und das bestmögliche Produkt entwickeln.

Welche typischen Herausforderungen begegnen euch in der Zusammenarbeit mit Marken oder Agenturen und wie geht ihr damit um?

Typische Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit Marken und Agenturen sind die Sicherstellung der Konsistenz in der Markenkommunikation. Diesen begegnen wir durch transparente Analysen, regelmäßiges Monitoring und individuelle Consulting-Slots.

Was macht comdaily in euren Augen einzigartig im Vergleich zu anderen Tools für Markenanalyse oder Kampagnenmanagement?

Nach unserer Ansicht macht uns unsere tiefgreifende Expertise einzigartig auf dem Markt. Wir beschäftigen uns nicht erst seit dem Hype um Generative Engine Optimization mit dem Thema, sondern forschen bereits seit über zwei Jahren an der Operationalisierung tiefgehender Kontextanalyse durch KI. Dieses Know-how sehen wir langfristig als unser größtes Asset für die Weiterentwicklung der Plattform.

Wie entwickelt sich die Plattform in Zukunft weiter. Gibt es neue Funktionen oder Märkte, die ihr erschließen wollt?

Die Plattform wird laufend weiterentwickelt und erhält demnächst generative Textfunktionen, zusätzliche Brand-Management-Funktionen sowie eine umfassende Benchmarking-Datenbank. Mittelfristig planen wir die Expansion in den US- und UK-Markt sowie den Ausbau exklusiver KI-Module.

Wie wichtig ist für euch das Thema Datenschutz, insbesondere im Hinblick auf Echtzeitdaten und KI-Auswertungen?

Datenschutz hat für uns einen sehr hohen Stellenwert. Wir verarbeiten alle Daten innerhalb Europas auf eigenen Servern, und nach der Auswertung werden keinerlei Daten gespeichert. Als exklusiver Microsoft-Partner ermöglichen wir es Unternehmen zudem, auch firmeninterne Dokumente zu analysieren. Auch unsere übrigen Auswertungen erfolgen DSGVO-konform und transparent, nach dem Grundsatz der vertrauenswürdigen KI.

Was motiviert euch persönlich am meisten, comdaily weiterzuentwickeln und im Markt zu etablieren?

Die persönliche Motivation des Teams resultiert aus dem Wunsch, dass Personen im Brand Management und Marketing mehr Zeit für kreative Aufgaben haben und weniger Zeit mit repetitiven Tätigkeiten verbringen. Außerdem ermöglicht unser Ansatz, Entscheidungen erstmals auf einer soliden Datengrundlage zu treffen. Aus diesem Grund arbeiten wir eng mit unseren Kundinnen und Kunden zusammen, um die bestmögliche Plattform zu entwickeln.

Welche drei Ratschläge würdet ihr Gründerinnen und Gründern geben, die selbst ein KI-basiertes Startup aufbauen möchten?

Drei zentrale Ratschläge an Gründerinnen und Gründer: Erstens sollte man sich stets auf die täglich relevanten Probleme der Kundinnen und Kunden konzentrieren. „Nice to have“ ist, wie der Name schon sagt, in wirtschaftlich entspannten Phasen ausreichend, in herausfordernden Zeiten sollte der Fokus jedoch immer auf echten Problemen liegen. Zweitens sollte das Produkt so gestaltet sein, dass die Kundinnen und Kunden den ROI sofort erkennen können, damit sie die Nutzung des Produkts oder der Dienstleistung auch intern optimal rechtfertigen können. Drittens sollte die Produktentwicklung auf dem Nutzungsverhalten der Kundinnen und Kunden basieren und nicht auf Annahmen über die eigenen Präferenzen.

Bild Gründerteambild (c) David Wiestner, comdaily

Wir bedanken uns bei den David Wiestner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Kooperation statt Konkurrenz – warum Netzwerkdenken Startups stärker macht

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Kooperation im Startup: Netzwerkdenken und Startup Ökosystem Image by Gerd Altmann from Pixabay

Erfolg entsteht heute nicht mehr im Alleingang. In einer vernetzten Wirtschaft sind Partnerschaften wichtiger als Patente, Vertrauen wertvoller als Vorsprung. Kooperation im Startup, gelebtes Netzwerkdenken und die Stärke eines Startup Ökosystems entscheiden zunehmend darüber, wer wächst – und wer stehen bleibt.

Kooperation im Startup – von der Idee zur Allianz

In der Frühphase setzen viele Gründer:innen auf Eigenständigkeit. Doch je weiter ein Unternehmen wächst, desto wichtiger wird Zusammenarbeit. Kooperation im Startup bedeutet nicht, Kontrolle abzugeben, sondern Potenziale zu multiplizieren.

Startups, die mit anderen jungen Unternehmen oder etablierten Playern kooperieren, profitieren von Know-how, Ressourcen und Marktzugang. Besonders in Branchen wie Tech, Nachhaltigkeit oder Mobilität entstehen dadurch wertvolle Synergien.

Ein Beispiel: Ein Berliner Mobilitätsstartup entwickelte gemeinsam mit einem Energieversorger eine Ladeinfrastruktur für E-Autos – schneller, günstiger und skalierbarer, als es allein möglich gewesen wäre. Kooperation schafft nicht nur Effizienz, sondern auch Innovationskraft.

Netzwerkdenken als neue Gründerhaltung

Netzwerkdenken ist weit mehr als Networking auf Events. Es ist eine Haltung, die auf Teilen statt Abschotten basiert. Gründer:innen, die im Netzwerk denken, verstehen, dass Wettbewerb nicht das Gegenteil von Zusammenarbeit ist – sondern deren Motor.

In erfolgreichen Startup-Hubs wie Berlin, München oder Amsterdam zeigt sich: Austausch fördert Innovation. Wer Wissen teilt, bekommt Impulse zurück. Statt Konkurrenzdenken dominiert dort Co-Creation – also gemeinsames Entwickeln von Lösungen.

Ein lebendiges Netzwerk bedeutet Zugang zu Ideen, Investoren, Partnern und Talenten. Es macht Startups resilienter, weil sie Teil eines größeren Ökosystems werden, das in Krisen trägt.

Kooperation im Startup beginnt oft klein – etwa durch Community-Projekte, gemeinsame Events oder Content-Partnerschaften – und wächst dann zu langfristigen Allianzen.

Startup Ökosystem – die Kraft des Miteinanders

Ein starkes Startup Ökosystem ist wie ein lebendiger Organismus: Gründer:innen, Investor:innen, Universitäten, Politik und Medien wirken zusammen. Jedes Element stärkt das andere.

In solchen Ökosystemen entstehen neue Ideen schneller, weil Austausch selbstverständlich ist. Programme wie Accelerator, Incubator oder Coworking-Spaces schaffen Räume für Zusammenarbeit.

Beispielsweise hat sich das Berliner Ökosystem durch Kooperation zwischen Startups, Investoren und Wissenschaftseinrichtungen zu einem der dynamischsten Innovationsstandorte Europas entwickelt. Das Prinzip: Wissen fließt frei – und dadurch wächst das Ganze.

Netzwerkdenken ist damit kein Soft Skill, sondern eine wirtschaftliche Strategie. Kooperation schafft Skalierbarkeit, Marktzugang und Glaubwürdigkeit – drei Faktoren, die über langfristigen Erfolg entscheiden.

Kooperation als Innovationstreiber

Innovation entsteht selten in Isolation. Ideen brauchen Reibung, Austausch und Perspektivenvielfalt. Kooperation im Startup bringt genau das: Sie verbindet unterschiedliche Kompetenzen, Märkte und Denkweisen.

Gerade bei komplexen Herausforderungen – etwa Nachhaltigkeit, Digitalisierung oder Mobilität – können einzelne Startups kaum allein Lösungen liefern. Gemeinsam gelingt, was einzeln unmöglich wäre.

Viele erfolgreiche Produkte sind das Ergebnis von Partnerschaften: Hardware-Startups arbeiten mit Software-Teams, Biotech-Gründer:innen mit Datenanalyst:innen, Food-Startups mit Lieferdiensten. Diese Schnittstellen erzeugen Geschwindigkeit und Qualität.

Vertrauen als Währung des Netzwerkdenkens

Kooperation funktioniert nur, wenn Vertrauen da ist. In einer Szene, die lange von Konkurrenz geprägt war, ist das ein Kulturwandel. Doch Vertrauen lässt sich aufbauen – durch Transparenz, offene Kommunikation und gegenseitigen Respekt.

Gründer:innen, die bereit sind, Wissen zu teilen, gewinnen oft mehr, als sie geben. In der Praxis zeigt sich: Offene Kooperation führt zu mehr Sichtbarkeit, besserem Feedback und neuen Geschäftsmöglichkeiten.

Netzwerkdenken heißt also nicht Naivität, sondern strategische Offenheit. Wer teilt, wächst – weil Wachstum heute auf Verbindung basiert.

Das Startup Ökosystem als Beschleuniger

Ein funktionierendes Startup Ökosystem ist der Nährboden für erfolgreiche Kooperation. Es bietet Mentoring, Finanzierung, Wissenstransfer und Sichtbarkeit. In Deutschland gewinnen regionale Hubs wie Hamburg, Leipzig oder Karlsruhe an Bedeutung, weil sie starke Netzwerke zwischen Wirtschaft, Forschung und Politik fördern.

Solche Ökosysteme schaffen Vertrauen – und Vertrauen wiederum ermöglicht Risikobereitschaft. Das Zusammenspiel von Startups, Corporates und Kapitalgebern ist der Schlüssel, um Innovationen skalierbar zu machen.

Fazit

Die Zukunft des Gründens ist vernetzt. Kooperation im Startup, echtes Netzwerkdenken und starke Startup Ökosysteme ersetzen das alte Dogma der Konkurrenz durch eine Kultur des Miteinanders.

Gründer:innen, die Partnerschaften pflegen, statt Grenzen zu ziehen, schaffen mehr Wirkung, Innovation und Stabilität. Erfolg ist heute kein Solo-Projekt mehr, sondern ein Gemeinschaftswerk – und genau darin liegt seine Stärke.

Image by Gerd Altmann from Pixabay

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