Donnerstag, April 23, 2026
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Warum spricht kaum jemand über dieses alltägliche Thema?

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Vinzent Samuel Kirchberger-Puechlong präsentiert den "Löwen" mit SMARTWAXX eine Lösung für die schmerzfreie Nasen- und Ohrenhaar Entfernung. Er erhofft sich ein Investment von 90.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits / Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

SMARTWAXX entwickelt ein spezialisiertes Haarentfernung Produkt und wird am 2. März 2026 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist das Startup entstanden und welche Personen stehen dahinter?

SMARTWAXX ist nicht am Reißbrett entstanden, sondern aus einer echten unternehmerischen Situation heraus. Ein enger Freund von mir hatte sich selbstständig gemacht und schnell gemerkt, wie herausfordernd es ist, als Einzelunternehmer dauerhaft profitabel zu arbeiten. Während ich ihn strategisch unterstützte, wurde klar, dass vielen Barbieren, Friseuren und Kosmetikern rentable, unkomplizierte Zusatzleistungen fehlen. Genau an diesem Punkt begann die Reise von SMARTWAXX. Hinter dem Unternehmen stehe ich als Gründer, unterstützt von Produktspezialisten, Laborpartnern und erfahrenen Zulieferern, die die Idee technisch auf ein professionelles Niveau gebracht haben.

In welcher Branche ist SMARTWAXX tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

SMARTWAXX bewegt sich in der Kosmetikbranche, genauer im Bereich spezialisierter Haarentfernung. Unser Geschäftsmodell verbindet B2B und B2C. Wir arbeiten mit Großhändlern und professionellen Anwendern zusammen und vertreiben gleichzeitig direkt an Endkunden über unseren Onlineshop. Dadurch bleiben wir nah am Markt, erhalten direktes Feedback und können schnell weiterentwickeln.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Am Anfang stand ein alltägliches, aber unterschätztes Problem: Die bestehenden Methoden zur Entfernung von Nasen- und Ohrenhaaren waren oft umständlich oder an spezielle Geräte gebunden. Für viele Dienstleister bedeutete das zusätzliche Kosten und wenig Flexibilität. Gleichzeitig fehlte eine einfache Möglichkeit, das Angebot zu erweitern und unkompliziert zusätzlichen Umsatz zu erzielen. Genau hier setzte die Idee an: ein System zu entwickeln, das professionell funktioniert, leicht integrierbar ist und sowohl Unternehmern mehr Ertrag ermöglicht als auch Männern eine praktische Lösung für zu Hause bietet.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Das Besondere am Konzept von SMARTWAXX liegt in der konsequenten Vereinfachung eines bisher unnötig komplizierten Prozesses. Auf dem Stick befindet sich bereits eine vorgeformte Wachsglocke, die lediglich mit einem handelsüblichen Haartrockner erwärmt wird. Sie wird kurz eingeführt, härtet kontrolliert aus und entfernt beim Herausziehen gezielt die unerwünschten Haare. Es braucht kein spezielles Gerät und keine zusätzliche Vorbereitung. Innovativ ist dabei vor allem das Zusammenspiel aus Anwendungssystem und Wachszusammensetzung. Das Wachs wurde so entwickelt, dass es primär an den Haaren haftet und nicht an der empfindlichen Haut. Gleichzeitig hält das Ergebnis in der Regel länger an als bei klassischen Methoden wie Trimmern oder Scheren. Bei der Entwicklung wurde zudem bewusst darauf geachtet, die natürliche Schutzfunktion der Nasenhaare nicht zu beeinträchtigen.

Die Innovation liegt somit nicht in einer einzelnen technischen Komponente, sondern in einer durchdachten Gesamtlösung, die Funktionalität, Hygiene und Wirtschaftlichkeit in einem einfachen System vereint.

Welche Vision verfolgt SMARTWAXX? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Die Vision von SMARTWAXX ist es, sich langfristig als fester Bestandteil der täglichen Pflege zu etablieren und nicht als kurzfristiges Trendprodukt wahrgenommen zu werden. Ziel ist es, dass SMARTWAXX genauso selbstverständlich genutzt wird wie klassische Pflegeartikel. In den kommenden Jahren soll das Produkt als Standardlösung in möglichst vielen Badezimmern sowie bei Barbern und Friseuren etabliert werden. Gleichzeitig steht die internationale Expansion im Fokus, insbesondere der Ausbau der Präsenz in ganz Europa. Ein weiterer zentraler Meilenstein ist die Erweiterung des Produktsortiments. SMARTWAXX soll nicht bei einem einzelnen Produkt bleiben, sondern schrittweise um weitere einfache und effektive Lösungen im Bereich spezialisierter Pflege ergänzt werden.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei „Die Höhle der Löwen“ zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Die Entscheidung, SMARTWAXX in der VOX Gründer Show „Die Höhle der Löwen“ zu präsentieren, fiel ganz bewusst. Die Sendung steht für innovative Lösungen mit echtem Mehrwert und genau dafür steht auch SMARTWAXX. Es geht nicht um ein austauschbares Produkt, sondern um eine klare Verbesserung eines bestehenden Prozesses. Gleichzeitig bietet die Plattform jungen Unternehmern die Möglichkeit, ihre Vision einem breiten Publikum vorzustellen und Vertrauen aufzubauen. Für mich war das eine große Chance, SMARTWAXX sichtbar zu machen und die Marke strategisch zu positionieren. Im Vordergrund stand jedoch vor allem eines: Die Löwen sind nicht nur Kapitalgeber, sondern erfahrene Unternehmer mit starken Netzwerken in den relevanten Branchen. Für ein Produkt wie SMARTWAXX ist genau das entscheidend, um schnell, strukturiert und nachhaltig in den Markt zu wachsen.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an der Show angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Es geht mir nicht nur um Kapital, sondern um eine strategische Unterstützung. Im Mittelpunkt steht der Aufbau gemeinsamer Visionen und die langfristige Umsetzung klar definierter Ziele. Eine mögliche Zusammenarbeit soll dazu dienen, SMARTWAXX strukturiert weiterzuentwickeln und die Marke nachhaltig im Markt zu verankern. Die eingebrachten Mittel würden gezielt in Skalierung, Vertriebsausbau, Markenaufbau und Internationalisierung fließen. Ziel ist es, aus einer erfolgreichen Idee mit erster Testphase im Verkauf ein vollwertiges, international ausgerichtetes Unternehmen zu formen, das langfristig Bestand hat.

Welche nächsten Schritte sind nach der Show geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Konkrete Planungen für Wachstum und Skalierung liegen bereits vor. Gleichzeitig hängt der genaue Verlauf der nächsten Schritte natürlich davon ab, wie der Auftritt in der VOX Gründer Show „Die Höhle der Löwen“ ausgeht und welche Partnerschaften sich daraus ergeben. Unabhängig vom Ergebnis steht jedoch eines fest: Ich werde konsequent weiter an der Vision von SMARTWAXX arbeiten. Ob mit oder ohne Investment, das Ziel bleibt, die Marke nachhaltig aufzubauen, weiterzuentwickeln und Schritt für Schritt zu skalieren, bis sie fest im Markt etabliert ist.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Eine der wertvollsten Erkenntnisse auf meinem bisherigen Weg ist, dass gute Dinge Zeit brauchen. Wir leben in einer Welt, in der gerade jungen Menschen über Social Media oft Abkürzungen und schnelle Erfolge vorgelebt werden. Unternehmertum sieht in der Realität jedoch anders aus. Es bedeutet, über lange Zeit an etwas dranzubleiben, auch wenn Ergebnisse noch nicht klar messbar sind. Es bedeutet, an eine Vision zu glauben, selbst wenn zunächst nur man selbst daran glaubt, und bereit zu sein, Zeit, Energie und Kapital zu investieren, ohne Garantie auf unmittelbare Amortisation. Was mir in dieser Phase besonders geholfen hat, war emotionale Intelligenz. Vor allem die 5 Fähigkeiten, die sich hinter ihr verbergen haben mir Stabilität gegeben. Sie helfen, mit Unsicherheit umzugehen, Rückschläge einzuordnen und trotz Druck klar und handlungsfähig zu bleiben.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Aus meinen Erfahrungen lässt sich vor allem eines ableiten: Die persönliche Entwicklung als Unternehmer ist wichtiger als reines kognitives Lernen. Fachwissen kann man sich aneignen, Strategien kann man kopieren, aber die innere Stabilität, Disziplin und Klarheit entstehen nur durch persönliche Reife. Wer sich entscheidet, Unternehmer zu sein, sollte diese Rolle nicht nur spielen, sondern leben. Verantwortung, Ausdauer und langfristiges Denken gehören dazu. Der Rest entwickelt sich mit der Zeit, wenn man bereit ist, dranzubleiben und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Wer Schwierigkeiten hat, diesen Weg ohne klaren Rahmen zu gehen, sollte sich intensiv mit emotionaler Intelligenz beschäftigen, insbesondere mit den fünf zentralen Fähigkeiten dahinter. Sie geben Struktur, Orientierung und mentale Stärke.
Bei Fragen oder Austausch dazu freue ich mich jederzeit über Nachrichten über meinen Social Media Kanal. (https://www.instagram.com/sams.mission)

Sehen Sie SMARTWAXX am 02. März 2026 um 20:15 Uhr auf VOX in der Höhle der Löwen

Bild:Vinzent Samuel Kirchberger-Puechlong präsentiert den „Löwen“ mit „SMARTWAXX“ eine Lösung für die schmerzfreie Nasen- und Ohrenhaar Entfernung. Er erhofft sich ein Investment von 90.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits / Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Christopher Zöllner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum geben sich so viele mit Möbeln zufrieden, die nicht mit dem Leben mithalten?

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Livom modulare Sofas Sofa Showrooms Europa Livom Founder Sandro und Tamara Haag Copyright Livom

Livom entwickelt modulare Sofas mit Fokus auf langlebige Sofa Konzepte und erlebbare Showrooms in ganz Europa

Bitte stellen Sie Livom vor: Wie ist die Idee zu modularen, nachhaltigen Sofas entstanden und wer sind die Köpfe hinter dem Unternehmen?

Wir haben Livom 2021 in der Schweiz gegründet. Die Initialzündung kam während der Pandemie, als wir parallel noch unsere Digital-Marketing-Agentur betrieben. In dieser Zeit wurde vielen bewusst, wie wichtig das eigene Zuhause ist. Uns fiel auf, dass gerade beim Sofa – diesem zentralen Möbelstück, auf dem man so viel Zeit verbringt – kaum jemand wirklich alltagstaugliche und gleichzeitig nachhaltige Lösungen anbot. Der Markt war voll von Produkten, die entweder wenig flexibel oder ökologisch fragwürdig waren. Mit unserer Erfahrung im E-Commerce und dem Wunsch, ein eigenes Produkt zu schaffen, entwickelten wir ein Konzept für modulare Sofas, die Design, Komfort und Nachhaltigkeit zusammenbringen. Damit war Livom geboren.

Welche persönlichen Erfahrungen oder Marktbeobachtungen haben Sie zur Gründung von Livom motiviert?

In der Zeit, als plötzlich alle mehr zuhause waren, haben auch wir unseren Wohnraum mit anderen Augen gesehen. Es wurde uns bewusst, wie sehr Möbel unser Wohlbefinden beeinflussen – besonders das Sofa als Rückzugsort und Treffpunkt. Parallel dazu stellten wir fest, dass der Möbelmarkt hier echte Lücken hatte: wenig Flexibilität, kaum Nachhaltigkeit. Wir wollten schon länger ein eigenes Produkt entwickeln und sahen hier die perfekte Gelegenheit. Unser Anspruch war klar: Wenn wir etwas auf den Markt bringen, dann nur ein Produkt, das den Alltag wirklich einfacher macht und dabei nachhaltig produziert ist.

Livom setzt auf modulare Sofas mit austauschbaren und waschbaren Bezügen. Welche Vision verfolgen Sie damit für die Möbelbranche?

Wir möchten zeigen, dass Möbel nicht nach wenigen Jahren auf dem Sperrmüll landen müssen. Das Sofa ist das Herzstück des Zuhauses – und genau hier setzen wir an, um die Branche aufzurütteln. Unsere Vision ist ein System, das sich dem Leben anpasst, nicht umgekehrt. Wenn sich Wohnsituationen ändern, können unsere Sofas mitwachsen indem Elemente sich ergänzen oder umstellen lassen. Ein neuer Look? Einfach den Bezug wechseln. Flecken? Ab in die Waschmaschine. Wir wollen beweisen, dass modernes Wohnen und ökologische Verantwortung sich nicht ausschließen, sondern perfekt ergänzen.

Wie genau soll diese Vision Realität werden. Welche strategischen Schritte stehen dabei im Mittelpunkt?

Unser strategischer Ansatz ist bewusst konzentriert: Wir fokussieren uns komplett auf Sofas. Statt das Sortiment schnell auszuweiten, wollen wir in dieser Kategorie die Nummer eins werden. Das Sofa ist komplex genug – in Herstellung, Logistik und Kundenbedürfnissen. Wir sind überzeugt, dass echte Innovation nur durch absoluten Fokus entsteht. Deshalb arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere modularen Systeme zu verfeinern, neue Modelle anzubieten und noch nachhaltigere Materialien zu entwickeln. Unser Ziel: Wenn Menschen an modulare, nachhaltige Sofas denken, soll Livom die erste Assoziation sein. Diese Strategie hat uns bereits in vier Jahren ermöglicht, komplett eigenfinanziert über die Schweiz hinaus zu expandieren.

An welche Zielgruppe richten sich Ihre modularen Wohnlösungen und welche Bedürfnisse stehen bei der Produktentwicklung im Fokus?

Unsere Zielgruppe sind alle Menschen, die Wert auf ein schönes, durchdachtes Zuhause legen – unabhängig von ihrer aktuellen Lebenssituation. Ob Singles in der ersten eigenen Wohnung, Paare, die zusammenziehen, oder Familien mit Kindern: Unser modulares System passt sich jeder Lebensphase an. Das ist genau der Kern unserer Produktentwicklung – wir wollen ein Sofa schaffen, das mit dem Leben mitwächst. Das bedeutet konkret: Das Sofa, das heute in einer Einzimmerwohnung steht, kann Jahre später mit zusätzlichen Modulen und neuen Bezügen zum Herzstück einer geräumigen Familienwohnung werden.

Im Fokus unserer Entwicklung stehen Menschen, die bewusst leben möchten – die Qualität über Quantität stellen und Gemütlichkeit zuhause schätzen. Menschen, die nicht alle paar Jahre neu kaufen wollen, sondern in etwas investieren möchten, das bleibt. Die Flexibilität unseres Systems bedeutet, dass sich unsere Kund:innen nie wieder von ihrem Sofa trennen müssen, nur weil sich ihre Lebensumstände ändern. Das ist Nachhaltigkeit, die im Alltag funktioniert – ohne Kompromisse bei Design oder Komfort.

Viele Menschen ersetzen Möbel nach wenigen Jahren. Wie gelingt es Livom, Kundinnen und Kunden für Langlebigkeit und Reparierbarkeit zu sensibilisieren?

Wir lösen ein Problem, das jeder kennt: Das Leben ist im Fluss – Umzüge, Familienzuwachs, neue Wohnsituationen. Normalerweise bedeutet das jedes Mal ein neues Sofa kaufen zu müssen. Bei uns nicht. Unsere Sofas passen sich an, weil man Module beliebig kombinieren kann. Das ist gelebte Nachhaltigkeit statt Theorie. Auch bei alltäglichen Missgeschicken wie verschüttetem Rotwein oder Spuren von Schokoladenfingern bleibt man entspannt: Bezug ab, in die Maschine, fertig. Und wer nach Jahren einfach Lust auf Veränderung hat, kauft einen neuen Bezug statt eines neuen Sofas. Wir setzen bewusst auf Materialien, die Jahrzehnte halten – nicht nur ein paar Saisons. Livom soll das letzte Sofa sein, das man kauft.

Was unterscheidet Livom klar von klassischen Möbelherstellern oder großen Einrichtungsketten?

Der entscheidende Unterschied beginnt schon bei der Produktion: Wir fertigen ausschließlich in Europa, während die meisten Mitbewerber auf Massenware aus Asien setzen. Für uns war das keine Option, denn echte Nachhaltigkeit bedeutet für uns auch kurze Transportwege und hohe Qualitätsstandards. Außerdem sind wir konsequent digital aufgestellt. Unser Ansatz ist grundsätzlich anders: Statt geplanter Obsoleszenz bauen wir auf Langlebigkeit durch Modularität. Wir verwenden zertifizierte Materialien – OEKO-TEX® bei den Bezügen, FSC-zertifiziertes Holz für den Rahmen. Unser Steck- und Klicksystem ermöglicht stabile Verbindungen, die trotzdem flexibel bleiben. Das ist das Gegenteil von Fast Furniture.

Der Möbelmarkt ist stark umkämpft. Mit welchen Herausforderungen sehen Sie sich aktuell konfrontiert und wie gehen Sie damit um?

In einem Markt voller Fast Furniture besteht die Kunst darin, Qualität sichtbar zu machen. Wir lassen uns nicht auf einen Preiskampf nach unten ein, der am Ende zu Lasten der Haltbarkeit geht. Stattdessen setzen wir auf Haptik vor Optik: Durch unsere kostenlosen Stoffmuster und persönlichen Beratungen in den SHowrooms machen wir den Qualitätsunterschied von Livom physisch spürbar, noch bevor das Sofa im Wohnzimmer steht.

Wie wichtig sind Nachhaltigkeit und Serviceleistungen wie Lieferung, Montage oder Probesitzen für Ihr Geschäftsmodell?

Nachhaltigkeit ist bei uns gelebte Überzeugung – privat wie geschäftlich. Von Beginn an haben wir Livom komplett digital aufgebaut. Papier sucht man bei uns vergeblich. Wir hinterfragen permanent unsere Prozesse, vom Verpackungsmaterial bis zur Versandlogistik, um unseren ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten. Unser Produkt selbst ist bereits ein Statement gegen Wegwerfmentalität – diese Einstelung zieht sich durch alles, was wir tun.
Beim Service setzen wir auf Einfachheit: Dank unseres Steck- und Klicksystems lassen sich die Sofas werkzeugfrei aufbauen – das gibt Kund:innen Autonomie und Flexibilität. Gleichzeitig sind unsere 15 Showrooms extrem wichtig. Ein Sofa ist eine Investition, die man vor Kauf erleben muss. Deshalb bieten wir die Möglichkeit, vor Ort Probe zu sitzen, Materialien anzufassen und sich in Ruhe zu entscheiden. Dieser Mix aus digitalem Komfort und haptischem Erlebnis ist zentral für unser Geschäftsmodell.

Livom modulare Sofas Sofa Showrooms Europa livom sofa harvey modern minimal copyright livom

Welche Rolle spielen Ihre Showrooms im Zusammenspiel mit dem Onlinegeschäft?

Mittlerweile haben wir 15 Showrooms in vier Ländern – Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien – alle in zentralen Lagen. Die Showrooms sind für uns weit mehr als reine Verkaufsflächen – sie sind ein essentieller Teil unserer Customer Journey. Ein Sofa kauft man nicht wie ein T-Shirt online. Menschen wollen spüren, wie sich die Polsterung anfühlt, wie tief die Sitzfläche ist, ob der Stoff zu ihrem Alltag passt.
Gleichzeitig sind wir digital aufgestellt. Viele Kund:innen informieren sich zunächst online, konfigurieren ihr Wunsch-Sofa auf unserer Website und besuchen dann den Showroom zur Bestätigung. Andere entdecken uns erst vor Ort und kaufen dann bequem von zuhause aus. Diese nahtlose Verzahnung von online und offline gibt unseren Kund:innen die Freiheit, so zu kaufen, wie es für sie am besten passt – die Showrooms schaffen Vertrauen und machen Qualität greifbar, während die digitale Plattform Flexibilität bietet.

Wo soll Livom in fünf Jahren stehen. Welche Entwicklungen oder Erweiterungen planen Sie?

Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Kategorie modulare Sofas in ganz Europa prägen. Erst wenn wir das erreicht haben und jeder bei diesem Thema automatisch an Livom denkt, würden wir über andere Möbelbereiche nachdenken. Aktuell investieren wir unsere gesamte Energie ins Wohnzimmer – hier wollen wir nicht nur mitspielen, sondern führen.

Welche drei konkreten Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Einfach machen & KI nutzen: Wartet nicht auf Perfektion. Dank moderner Tools und KI lassen sich Geschäftsmodelle heute mit minimalem Investment in Rekordzeit testen und validieren.
Wachsen aus eigener Kraft: Setzt auf Bootstrapping. Die finanzielle Unabhängigkeit schärft den Fokus auf echte Profitabilität und hilft dabei, die volle Kontrolle über die eigene Vision zu bewahren.
Social Media als Motor begreifen: Unterschätzt niemals die Macht der sozialen Kanäle. Für uns ist Social Media kein „Nice-to-have“, sondern einer der Haupttreiber unserer gesamten Erfolgsgeschichte.

Bildcredits: @Livom

Wir bedanken uns bei Tamara und Sandro Haag für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Warum entscheidet sich hier, welche Innovationen morgen den Markt prägen?

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de:hub Düsseldorf stärkt Start-ups im GreenTech Bereich Bildcredits Copyright Sabrina Weniger
Digihub, 2025

de:hub Düsseldorf unterstützt Start-ups als GreenTech Hub mit maßgeschneiderten Programmen, Netzwerkzugang und Skalierungsangeboten für nachhaltige Innovationen

Können Sie unseren Leserinnen und Lesern den de:hub Düsseldorf kurz vorstellen und erläutern, welche Rolle dieser Hub im Netzwerk der deutschen Digital Hubs übernimmt?

Lisa Brauer: Wir sind mehr als ein klassisches Gründungszentrum. Wir verstehen uns als Matchmaker. Seit über zehn Jahren arbeiten wir eng mit Gründungsteams aus NRW zusammen. Daraus sind passgenaue Angebote für unterschiedliche Phasen entstanden. Von der ersten Validierung (Gründungstipendium), Pre-Seed (igntion Accelerator) bis zur Skalierung (Scale-up.NRW). Darüber hinaus haben wir noch unsere Community “SHE Innovates Tech Club” für Female Founder. Was uns wirklich auszeichnet, ist unsere Individualität. Wer Teil unserer Community ist, hat immer eine direkte Ansprechperson. Ein Anruf genügt. Wir öffnen Türen zu Hochschulen, Mittelstand und Konzernen. Im Netzwerk der deutschen Digital Hubs bringen wir diese Stärke in eine der wirtschaftlich relevantesten Regionen Deutschlands ein. Als GreenTech Hub treiben wir nachhaltige Innovationen voran, unterstützen visionäre Start-ups und setzen uns dafür ein, dass GreenTech in Deutschland noch stärker in den Fokus rückt.

Was macht Düsseldorf als Standort für einen Digital Hub besonders attraktiv – und welche regionalen Stärken bringt die Region mit?

Lisa Brauer: Düsseldorf liegt im Herzen von Nordrhein-Westfalen und im Zentrum Europas. Die Wege sind kurz und die Anbindung an andere Bundesländer sowie Metropolen ist hervorragend. Für Start-ups bedeutet das schnellen Zugang zu (potenziellen) KundInnen und neue Märkte. In der Region sitzen internationale Konzerne, Familienunternehmen und zahlreiche Hidden Champions. Gleichzeitig verfügen wir über exzellente Hochschulen und eine hohe Talentdichte. Diese Kombination macht unsere geliebte Region aus. Und die aktuellen Zahlen des Startup Verbands zeigen klar: Nordrhein-Westfalen gehört zu den dynamischsten Start-up Regionen Deutschlands, Düsseldorf ist die top 3 Start-up Metropole. Darauf sind wir stolz. Und wir wissen, dass konsequente Vernetzung ein entscheidender Erfolgsfaktor ist.

Auf welche technologischen Schwerpunkte und Branchen fokussiert sich der de:hub Düsseldorf und warum sind diese Themen für die digitale Transformation entscheidend?

Marina Krawczack: Unser Schwerpunkt liegt auf B2B-Geschäftsmodellen und besonders auf GreenTech. Über viele Jahre haben wir Innovationen im Bereich nachhaltiger Technologien begleitet. 2024 haben wir uns bewusst entschieden, GreenTech klar zu positionieren. Das ist kein Etikett, sondern eine logische Entwicklung. Energie, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Produktion sind keine Zukunftsthemen mehr. Sie sind wirtschaftliche Realität. Gerade in Nordrhein-Westfalen mit seiner industriellen Struktur entstehen hier enorme Marktchancen für Start-ups.

Wie unterstützt Ihr Hub Startups konkret bei der Entwicklung, Validierung und Skalierung ihrer Geschäftsmodelle?

Marina Krawczack: Wir setzen sehr früh an und hören genau zu. Jedes Start-up hat andere Bedürfnisse und die müssen wir verstehen. Mit unserem Seed Accelerator ignition begleiten wir Teams von der ersten Pilotkundenphase bis in den Markt zu zahlenden Kunden. Dabei arbeiten wir praxisnah und eng am Produkt. Wir schärfen das Angebot. Und wir prüfen das Geschäftsmodell. Wir bringen Start-ups mit potentiellen Kunden zusammen. Und wir bereiten sie gezielt auf Investorengespräche vor. Entscheidend ist unser individueller Ansatz. Start-ups durchlaufen ähnliche Phasen, aber die Herausforderungen sind nie gleich. Ein Hardware Start-up hat andere Anforderungen als ein Software Team, selbst wenn beide am selben Punkt stehen.

Durch das Mentoring, welches die Start-ups bei uns im Programm erhalten, wird dieser individuelle Ansatz umgesetzt. Deshalb arbeiten wir nicht nach Schema F. Wir passen unser Angebot konsequent an das reale Entwicklungsstadium und die konkreten Hürden der Teams an. Keine Gruppenworkshops, sondern individuelles Mentoring. Unser Anspruch ist klar: maßgeschneiderte Unterstützung, die zu messbarer Skalierung führt.

Welche Angebote, Programme oder Matchmaking-Formate bieten Sie Gründerinnen und Gründern, um echte Fortschritte zu erzielen?

Marina Krawczack: Wir begleiten Start-ups entlang der gesamten Gründungsreise. Von der Idee bis zur internationalen Skalierung. Am Anfang steht häufig das Gründungsstipendium. Hierfür sind wir Akkreditierungsstelle und führen Jurysitzungen mit potenziellen StipendiatInnen durch. In unserem Seed Accelerator ignition geht es dann um Validierung, Marktzugang und echte Umsätze. Wenn das Geschäftsmodell trägt, unterstützen wir mit Scale-up.NRW beim nächsten Wachstumsschritt und bei der Internationalisierung. Was uns wichtig ist: echter Fortschritt statt kurze Pitchmomente. Wir bringen Gründerinnen und Gründer gezielt mit InvestorInnen, Corporates und Wissenschaft zusammen. Als offizieller GreenTech Hub legen wir einen klaren Fokus auf nachhaltige Transformation. Gleichzeitig schaffen wir mit dem SHE Innovates Tech Club einen geschützten Raum für Gründerinnen, um Sichtbarkeit und Austausch zu fördern. Mit unserem Flagship-Event Future Tech Fest bieten wir Start-ups eine große Bühne, mit der größten B2B Tech Startup Messe deutschlandweit. Hier bieten wir Strat-ups, Corporates, Mittelstand, InvestorInenn und Poilitik einen Raum für konstruktiven Austausch.

Wie arbeitet der de:hub Düsseldorf mit etablierten Unternehmen, Mittelstand und Forschungseinrichtungen zusammen, und welche Synergien entstehen daraus?

Lisa Brauer: Wir verstehen die Bedarfe beider Seiten. Unternehmen suchen konkrete Lösungen. Start-ups suchen Marktzugang. Wir bringen beides strukturiert zusammen. Daraus entstehen Pilotprojekte, strategische Partnerschaften und langfristige Kooperationen. Wir sind hierbei das Netzwerk in der Mitte, das alle zusammenbringt und -hält. So wird Innovation nicht nur besprochen, sondern direkt umgesetzt.

Welche Innovations- und Technologietrends beobachten Sie aktuell im Hub-Umfeld – und welche treiben Sie besonders aktiv voran?

Marina Krawczack: Wir sehen eine starke Verbindung von GreenTech und künstlicher Intelligenz. Datenbasierte Effizienzlösungen gewinnen massiv an Bedeutung. Auch im Bereich Energie Infrastruktur und industrielle Digitalisierung entsteht viel Dynamik. Wir treiben besonders Lösungen voran, die messbaren Impact für Klima und Wirtschaft verbinden.

Woran messen Sie den Erfolg Ihrer Aktivitäten – sowohl für Startups als auch für die regionale Wirtschaft?

Lisa Brauer: Erfolg für unsere Start-ups zeigt sich in Wachstum, Umsätzen, (Folge-) Finanzierungen und Arbeitsplätzen. Außerdem freuen wir uns, dass sie Gründungsdichte in Düsseldorf durch unsere Arbeit und Sichtbarkeit und das entstandene Ökosystem stetig wächst. Für die Region messen wir Erfolg an konkreten Kooperationen zwischen Start-ups und Unternehmen. Wenn Innovation in Wertschöpfung mündet, haben wir unseren Auftrag erfüllt.

Bildcredits Sabine Weniger

Wir bedanken uns bei Lisa Brauer und Marina Krawczack für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Secfix schließt eine Series-A-Finanzierung über 12 Millionen US-Dollar ab

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Security Compliance Secfix ISO 27001 Series A Secfix Teambild Bildcredits Secfix

Series A Finanzierung für Europas End to End Plattform für Security Compliance

Was als GRC Automatisierung begann, ist heute eine KI native End to End Plattform für Security Compliance in Europa. Sie vereint Compliance Automatisierung, CISO as a Service und kontinuierliches Monitoring für europäische KMU und Mid Market Unternehmen.

Secfix, eine der führenden End to End Security Compliance Plattformen Europas, gibt den erfolgreichen Abschluss einer überzeichneten Series A Finanzierungsrunde in Höhe von 12 Millionen US Dollar bekannt. Die Runde wurde von Alstin Capital angeführt, unter Beteiligung von Bayern Kapital sowie mit weiterer Unterstützung des bestehenden Investors neosfer, dem Frühphaseninvestor der Commerzbank Gruppe. Mit dem Kapital treibt Secfix die Expansion in ganz Europa voran und baut seine KI nativen Funktionen sowie das CISO as a Service Angebot weiter aus.

Bereits heute betreut Secfix Hunderte Kunden in über 15 europäischen Ländern, darunter renommierte Unternehmen wie WorkMotion, Veremark, Trafigura und Orianda ein Unternehmen der Valantic Group sowie Banken, Öl und Energieunternehmen und multinationale Konzerne. Die Finanzierung markiert einen entscheidenden Meilenstein in der Entwicklung von Secfix: vom GRC Automatisierungstool hin zu einer der führenden KI gestützten End to End Security Compliance Plattformen Europas.

Der Anfang Defekte Compliance Prozesse neu gedacht

Europäische Unternehmen standen vor einem massiven Problem: Zertifizierungen dauerten bis zu 18 Monate, erforderten enormen manuellen Aufwand und führten währenddessen zu Millionenverlusten durch verzögerte Abschlüsse. Der Prozess war langsam, teuer und hemmte Wachstum.

Secfix automatisierte Compliance Prozesse für ISO 27001, EU AI Act, NIS2, GDPR, SOC 2 und weitere Standards. Dadurch sparen KMU Hunderte Stunden manueller Arbeit und machen Informationssicherheit sowie Compliance zugänglich und umsetzbar.

Die Weiterentwicklung Vom Tool zum strategischen Partner

Nach der ISO 27001 Zertifizierung wurde vielen Kunden klar: Die Zertifizierung ist nur der Anfang. Mit dem Wachstum steigen auch die Anforderungen an Security und Compliance. Gefragt war nicht nur ein Tool, sondern ein langfristiger Partner.

Security und Compliance sind komplexer geworden und erfordern sowohl Expertenwissen als auch effiziente Werkzeuge. Unternehmen benötigen kontinuierliche Unterstützung, unabhängig davon, ob sie ihre Sicherheitsfunktion neu aufbauen oder bestehende Strukturen professionalisieren.

Secfix entwickelte sich zu einer End to End Security Compliance Plattform, die Compliance Automatisierung mit KI nativem CISO as a Service kombiniert. Dazu gehören kontinuierliches Monitoring, Incident Management, Security Fragebögen, Gap Analysen, Policy Reviews, Access Management, Cloud Security Scanning, Penetrationstests sowie umfassende Security Führung.

Die Dynamik Führend in der europäischen Transformation

Secfix hat sich im DACH Raum eine starke Marktposition aufgebaut und beschleunigt nun die Expansion in ganz Europa.

Die Auswirkung der Plattform ist messbar: Unternehmen reduzieren ihre Zertifizierungsdauer um bis zu 90 Prozent. Gleichzeitig erreichen Kunden eine Audit Erfolgsquote von 100 Prozent und bauen echte Sicherheitskultur auf. Statt reiner Checkbox Compliance etablieren sie nachhaltige Sicherheitspraktiken, die ihr Unternehmen schützen, Enterprise Deals beschleunigen und mit dem Wachstum skalieren.

Die Vision Europas Marktführer für Security Compliance

Mit ISO 27001, NIS2, DORA und dem EU AI Act steigt der regulatorische Druck auf europäische Unternehmen erheblich. Secfix liefert die passende Infrastruktur: eine Plattform, die Automatisierung mit KI Expertise kombiniert. Grundlage sind Hunderte Audits, Kundenfeedback und über 20 Jahre kombinierte Erfahrung in Cybersecurity und Compliance.

Die Series A Finanzierung beschleunigt Secfix Positionierung als eine der führenden End to End Security Compliance Plattformen Europas. Aufbauend auf der starken Marktstellung im DACH Raum expandiert das Unternehmen nun gezielt europaweit, investiert in die Weiterentwicklung seiner KI gestützten Automatisierung. Und skaliert sein CISO as a Service Angebot für die wachsende Nachfrage im Mid Market.

Stimmen von Gründern und Investoren

„Wir haben damit begonnen, Unternehmen schnell und unkompliziert zur Zertifizierung zu bringen“, sagt Fabiola Munguia, CEO und Co Founder von Secfix. „Heute werden wir zu ihrem langfristigen Security und Compliance Partner für alles, was danach kommt. Unsere Vision ist es, Secfix als führende End to End Security Compliance Plattform Europas zu etablieren, die Unternehmen von der ersten ISO 27001 Zertifizierung an durch ihre gesamte Security und Compliance Reise begleitet.“

„Mit NIS2, DORA und dem EU AI Act kommt auf Unternehmen eine Compliance Welle zu, die viele unterschätzen. Secfix hat die Infrastruktur gebaut, um diese Komplexität zu managen – nicht einmalig, sondern permanent. Die Plattform kombiniert AI native Automation mit echtem CISO Expertenwissen und wächst mit den regulatorischen Anforderungen. Als Lead Investor überzeugt uns diese Positionierung als unverzichtbare Compliance Infrastruktur für europäische Wachstumsunternehmen“, sagt Andreas Schenk, Partner bei Alstin Capital.

Bild Secfix Teambild Bildcredits Secfix

Quelle Maschmeyer Group MM Support GmbH

KI trifft auf Neurologie

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myReha: nyra health erhält 20 Mio für KI co founders

nyra health erhält 20 Millionen Euro für den Ausbau zur führenden KI Plattform für Neurotherapie

nyra health, führender Anbieter einer KI basierten Plattform für neurologische Therapie, gibt den erfolgreichen Abschluss einer Series A Finanzierung in Höhe von 20 Millionen Euro bekannt. Die Runde wird von Armira Growth, einem führenden europäischen Wachstumsinvestor mit starkem Netzwerk im Healthcare und Technologiebereich, angeführt. Bestehende Investoren wie Wellington Partners, Crane Venture Partners, die nun die Investments von MassMutual Ventures verwalten, und EVER Pharma beteiligen sich erneut.

Mit dem Kapital baut das Wiener Unternehmen seine Technologieplattform im DACH Raum weiter aus, beschleunigt die Expansion in die USA und verfolgt das Ziel, einen neuen Standard für datengetriebene Neurorehabilitation zu etablieren.

Von 100 Kliniken bis 40 Millionen Versicherten: nyra health bildet die gesamte Patient Journey in der Neurotherapie ab

Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Demenz oder Schädel Hirn Trauma verursachen jährlich 65 Mrd. Euro an Kosten alleine in Deutschland, vor allem, weil die Versorgung nach der Entlassung aus der Klinik häufig abbricht oder deutlich an Intensität verliert. Die Folge sind Versorgungslücken für Betroffene und steigende Kosten durch unzureichende Nachsorge und vermeidbare Langzeitfolgen für Kassen und Kostenträger.

nyra health schließt diese Lücke und ermöglicht eine durchgängige Therapie vom stationären Aufenthalt bis in die langfristige ambulante Versorgung.

Der Ansatz hat breite Akzeptanz gefunden: Die KI basierte Plattform myReha ist heute in über 100 neurologischen Kliniken im Einsatz und erhöht dort die verfügbare Therapiedichte bereits während des Aufenthalts. Mit der Entlassung endet die Behandlung nicht. nyra health ist als anerkannte digitale Anwendung Teil der Regelversorgung der Deutschen Rentenversicherung, dem größten Reha Träger Europas, und sichert eine strukturierte Weiterbehandlung über mehrere Monate.

Zudem zeigt sich, dass sich mit myReha ambulant deutlich mehr Therapiezeit mit starken Kosteneinsparungen verbinden lässt. Schon jetzt erstatten 28 gesetzliche und private Krankenkassen myReha automatisch. Mehr als 40 Millionen Versicherte erhalten damit bereits heute Zugang zu strukturierter, KI basierter Heimtherapie mit Echtzeit Feedback und entlasten damit das kostenintensive Gesundheitssystem.

Adaptive Therapie auf Basis multimodaler KI

Die Plattform von nyra health verbindet Patient:innen und klinische Fachkräfte in einer gemeinsamen digitalen Infrastruktur.

Im Zentrum steht das MDR Klasse IIa zertifizierte Medizinprodukt myReha. Patient:innen trainieren Sprache, Kognition, Feinmotorik und alltagsrelevante Fähigkeiten mit KI gestütztem Echtzeit Feedback. Eigens entwickelte Sprachmodelle analysieren pathologische Sprache auf Ebene von Aussprache, Wortabruf, Syntax und semantischer Struktur. Gleichzeitig werden Reaktionszeiten, Fehlerprofile und Trainingsdynamiken kontinuierlich ausgewertet.

Auf dieser Datenbasis passt sich die Therapie automatisch an Leistungsniveau, Ermüdung und Fortschritt an. Die Wirksamkeit der myReha Therapielösung ist klinisch belegt. In einer randomisiert kontrollierten Studie zeigte die zusätzliche Nutzung von myReha signifikant stärkere Verbesserungen kognitiver und sprachlicher Funktionen im Vergleich zur Standardtherapie.

Parallel strukturiert nyra insights die Steuerung durch Fachkräfte. Therapeut:innen sehen Sprachentwicklungen, Therapieintensität und Verlaufskurven in Echtzeit, passen Programme an und erstellen Dokumentation automatisiert. Ergänzt wird dies durch das KI gestützte Content Studio, das speziell für Therapie Praxen auf Basis individueller Leistungsdaten personalisierte Therapieinhalte dynamisch generiert. So entsteht ein kontinuierlicher Kreislauf aus Analyse, Inhaltsanpassung und Trainingssteuerung.

Internationale Expansion und KI Ausbau

Mit der Series A Finanzierung setzt nyra health seinen Wachstumskurs konsequent fort und fokussiert sich zunächst auf die weitere Marktdurchdringung. Im DACH Raum werden zusätzliche Klinikgruppen angebunden und bestehende Erstattungsmodelle in Deutschland, Österreich und der Schweiz gezielt ausgebaut. Parallel dazu bereitet das Unternehmen den Eintritt in den US Markt vor. Gemeinsam mit einem internationalen Pharmaunternehmen, mit dem eine Markteinführung in den Vereinigten Staaten geplant ist.

Außerdem investiert nyra health in die technologische Weiterentwicklung seiner Plattform. Im Zentrum steht der Ausbau multimodaler KI Modelle für therapeutische Interaktion und Diagnostik. Diese werden im Rahmen eines geförderten Forschungsprojekts mit einem Volumen von 4,2 Millionen Euro entwickelt und gemeinsam mit führenden US Forschungsuniversitäten wissenschaftlich validiert.

Stimmen zur Finanzierung

Christian Figge, Managing Partner, Armira Growth: Neurologische Rehabilitation kann durch digitale Lösungen, besonders im Bereich des Sprachvermögens, deutlich effektiver gestaltet werden. Hier gilt nyra health als echter Category Creator mit einer proprietären KI basierten Lösung, die erstmals die gesamte Versorgungskette von der stationären Therapie über die ambulante Nachsorge bis zur Heimanwendung nahtlos digital verbindet. Besonders überzeugt hat uns zudem die starke klinische Evidenz und die tiefe Integration in die deutsche Regelversorgung, die nyra health bereits heute Zugang zu über 40 Millionen Versicherten verschafft. Auf dieser Basis ist das Unternehmen ideal positioniert, um auch international den Markt für digitale Neurorehabilitation zu definieren.

Moritz Schöllauf, CEO und Mitgründer, nyra health: „Unser Ziel war von Anfang an breite Verfügbarkeit für Betroffene. Jeder Mensch, der nach einem Schlaganfall oder einer anderen neurologischen Erkrankung Therapie benötigt, soll Zugang zu wirksamer, individueller Versorgung haben, unabhängig davon, wo man lebt oder wie gut das eigene Versorgungssystem aufgestellt ist. Mit dieser Finanzierungsrunde gehen wir einen weiteren Schritt in diese Richtung.“

Bild Co Founders Bildquelle: @nyra.health 

Quelle nyra health

Wie finanzieren wir die Energiewende, ohne dass Haushalte ins Risiko gehen?

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Cloover Finanzierung Installateure Energiewende Führungsteam cloover

Cloover integriert Finanzierung und Installateure in einer digitalen Plattform für die Energiewende und ermöglicht so Haushalten den Zugang zu erneuerbarer Energie ohne hohe Vorabkosten

Wie ist Cloover entstanden und wer sind die Köpfe hinter dem Unternehmen?

Wir wurden 2023 von zwei Schweizern (Jodok Betschart und Valentin Gönzcy) und einem Schweden (Peder Broms) gegründet. Zu Beginn befand sich das Headquarter in Stockholm, und Cloover arbeitete mit den ersten 100 Installateuren in Schweden und der Schweiz zusammen. Ende 2023 zog CEO Jodok Betschart nach Berlin, um den deutschen Markt aufzubauen. Innerhalb kurzer Zeit entstand der Großteil des Wachstums in Deutschland. Diese Entwicklung veranlasste Cloover, das Team in Berlin weiter auszubauen. Heute arbeiten dort über 50 Mitarbeitende im Berliner Office. Inzwischen befindet sich auch das Headquarter in Berlin, und wir verstehen uns als deutsches Unternehmen.

Welche konkrete Lücke im Markt für erneuerbare Energien wollte Cloover von Beginn an schließen?

Wir adressieren die fehlende Integration von Finanzierung, Software und Energiemanagement im Markt für dezentrale erneuerbare Energien. Insbesondere fehlen vielen kleinen und mittleren Installationsbetrieben Kapitallösungen und digitale Tools, um Projekte effizient zu verkaufen, zu managen und zu finanzieren. Wir wollen dies durch eine einheitliche Plattform beheben und so die Energiewende beschleunigen.

Cloover bezeichnet sich als Plattform für Energieunabhängigkeit. Wie definieren Sie diese Vision und wie setzen Sie sie operativ um?

Wir wollen möglichst vielen Menschen den Zugang zu erneuerbarer Energie ermöglichen und Haushalte energieunabhängig machen. Mit digital gesteuerten Installationen und ohne hohe Vorabinvestitionen, welche es normalen Haushalten schwer machen sich dafür zu entscheiden. Umgesetzt wird das durch ein KI-gestütztes Betriebssystem, das Finanzierung, Workflow-Tools, Beschaffung, Energiemanagement und Partnerschaften miteinander verknüpft.

An welche Zielgruppen richtet sich Ihr Angebot konkret. Und wie unterscheiden sich deren Bedürfnisse?

Unsere Zielgruppen sind insbesondere Haushalte, die sich erneuerbare Energielösungen zulegen wollen, aber hohe Vorabkosten vermeiden möchten. Hier ermöglichen wir die Finanzierung über monatliche Raten und Einsparungen ab Tag 1. Eine weitere Zielgruppe sind Installateure und Anbieter erneuerbarer Technologien (z. B. PV, Wärmepumpe, Batterien), denen wir digitale Tools, Workflow-Management und eingebettete Finanzierung anbieten, um Projekte besser zu verkaufen und auszuführen.

Die Bedürfnisse unterscheiden sich darin, dass Installateure Tools für betriebliche Effizienz und Zahlungsfluss-Management benötigen, während Endkunden vor allem Zugang zu erschwinglicher Finanzierung und eine einfache, reibungslose Installation suchen.

Wie gelingt es Ihnen, Finanzierung, Installation und Energiemanagement in einer digitalen Lösung zu bündeln?

Wir entwickeln ein KI Operating System mit eingebetteter Finanzierung. Diese Plattform vereint KI Workflow-Management für Installateure, Finanzierungslösungen direkt im Verkaufsprozess, Datenanalyse und die Optimierung von Installationen. Dafür nutzen wir KI und automatisierte Prozesse, welche die verschiedenen Elemente miteinander verknüpfen und so Geschäftsprozesse vereinfachen und beschleunigen.

Was unterscheidet Cloover von klassischen Banken, Energieversorgern oder reinen Solarinstallateuren?

Wir unterscheiden uns dadurch, dass wir nicht nur ein Finanzierer oder Installateurpartner sind, sondern eine integrierte Plattform für das gesamte Ökosystem anbieten: Finanzierung wird direkt im Prozess angeboten, statt über klassische Bankkredite; Installateure erhalten digitale Tools und Kapitalzugang, um Projekte schneller umzusetzen und mehr Kunden zu erreichen. Im Vergleich zu einem klassischen Bankkredit berücksichtigen wir nicht nur die bisherige Kredithistorie einer Person, sondern beziehen auch die zukünftigen Energieeinsparungen in unsere Bewertung ein. Dadurch können wir mehr Menschen den Zugang zu solchen Installationen ermöglichen.

Welche Herausforderungen erleben Sie aktuell im Spannungsfeld aus Regulierung, Finanzierung und Energiewende?

Im Spannungsfeld zwischen Regulierung, Finanzierung und Energiewende erleben wir vor allem eine hohe Dynamik. Regulatorische Rahmenbedingungen und Förderprogramme können sich je nach Markt und politischer Lage verändern – teilweise kurzfristig. Das schafft Unsicherheit für Installateure, Investoren und Endkunden und erfordert flexible Finanzierungsmodelle.

Gleichzeitig sehen wir jedoch eine sehr positive Entwicklung: Durch technologische Fortschritte und kontinuierliche Effizienzsteigerungen sind viele Installationen heute wirtschaftlich tragfähig – zunehmend auch ohne Subventionen. Sinkende Systemkosten, bessere Performance und steigende Energiepreise führen dazu, dass sich Investitionen in erneuerbare Energien immer häufiger rein marktwirtschaftlich rechnen. Das reduziert die Abhängigkeit von Förderprogrammen und macht die Energiewende langfristig stabiler und skalierbarer.

Wie unterstützen Sie Installationsbetriebe konkret dabei, effizienter zu arbeiten und mehr Projekte umzusetzen?

Cloover stellt Installateuren Software-Werkzeuge zur Verfügung, die integrierte Finanzierung, Workflow-Management, Dokumentenerstellung, Zahlungsabwicklung und Kundenakquise in einem System bündeln. Partner berichten von bis zu 30 % mehr abgeschlossenen Projekten, weil Prozesse digital optimiert werden und traditionelle Verkaufshürden in der Finanzierung entfallen.

Der Markt für erneuerbare Energien wächst stark. Wie behauptet sich Cloover in diesem dynamischen Wettbewerbsumfeld?

Der Markt wächst schnell – aber er wird auch zunehmend komplexer. Genau hier setzt Cloover an. Wir positionieren uns nicht als weiterer Finanzierer oder als reiner Softwareanbieter, sondern als integrierte Finanzierungslösung für Anbieter von erneuerbaren Energielösungen.

Im Wettbewerb differenzieren wir uns in drei wesentlichen Punkten:

Technologie-First-Ansatz
Unsere Plattform ist API-basiert und lässt sich flexibel in bestehende CRM-, Angebots- oder ERP-Systeme integrieren. Das macht uns skalierbar und attraktiv für wachstumsstarke Partner.

Datengetriebenes Risikomodell
Wir kombinieren Energie-, Asset- und Bonitätsdaten, um Risiken präzise zu bewerten und auch zukünftige Energieeinsparnisse miteinzuberechnen. Das ermöglicht wettbewerbsfähige Konditionen bei gleichzeitig stabiler Portfolioqualität und eine erweiterte Kundengruppe, welche bisher ausgeschlossen wurde.

Fokus auf den B2B2C-Vertrieb
Während viele Player direkt Endkund:innen ansprechen, arbeiten wir eng mit den Unternehmen zusammen, die die Energiewende operativ umsetzen. Wir stärken also unsere Partner, die Installteure und echten Helden der Energiewende, und wachsen mit ihnen.

Welche Rolle spielen KI und datenbasierte Prozesse in Ihrem Geschäftsmodell?

Künstliche Intelligenz und datenbasierte Prozesse sind kein Zusatzmodul bei Cloover – sie sind das Fundament unseres Geschäftsmodells.

Wir entwickeln ein KI-basiertes Betriebssystem für die Energiewende, das Finanzierung, Workflow-Automatisierung, Energiemanagement und Beschaffung intelligent miteinander verknüpft. Dadurch entstehen durchgängige, datengetriebene Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Angebot bis zur laufenden Performance des Assets.

Auf Finanzierungsebene nutzen wir KI Modelle, um Energie-, Nutzungs- und Bonitätsdaten zu kombinieren. Das ermöglicht präzisere Risikobewertungen, schnellere Entscheidungen und bessere Konditionen – sowohl für unsere Partner als auch für Endkund:innen.

Gleichzeitig analysieren wir Installations-, Projekt- und Performance-Daten, um Prozesse zu optimieren: Installateure erhalten datenbasierte Empfehlungen zur Auslegung, Preisgestaltung und Abwicklung. Endkund:innen profitieren von transparenteren Wirtschaftlichkeitsberechnungen und fundierten Investitionsentscheidungen.

Unser Anspruch ist es, Kapital, Technologie und operative Prozesse über Daten intelligent zu verbinden – und so Skalierung, Effizienz und Profitabilität in der Energiewende messbar zu steigern.

Wie soll sich Cloover in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Gibt es neue Produkte oder Märkte im Fokus?

In den kommenden Jahren verfolgen wir eine klare europäische Wachstumsstrategie und bauen gleichzeitig unsere Produktplattform zu einem KI-gestützten Betriebssystem für dezentrale Energie weiter aus.

Geografisch skalieren wir unser Modell Schritt für Schritt in Europa. Seit Februar sind wir offiziell in Österreich aktiv und eröffnen aktuell unser Büro in Wien. Weitere Märkte mit stark wachsendem PV- und Speichersegment stehen bereits auf unserer Roadmap.

Produktseitig erweitern wir unsere Plattform konsequent entlang der Wertschöpfungskette unserer Partner. Ein zentraler Meilenstein für 2026 ist die Einführung von Cloover Pay – einer Materialfinanzierungslösung speziell für Installationsbetriebe. Damit ermöglichen wir es Betrieben, Komponenten und Projekte vorzufinanzieren, ihre Liquidität zu stärken und mehr Anlagen parallel umzusetzen. Das erhöht Geschwindigkeit, Umsatzpotenzial und Skalierbarkeit im operativen Geschäft.

Parallel bauen wir unsere KI-Funktionalitäten weiter aus:

KI-gestützte Risikomodelle, die Asset-, Energie- und Bonitätsdaten in Echtzeit analysieren und Finanzierung noch schneller und präziser machen.

Predictive Cashflow- und Portfolio-Analysen, um Ausfallrisiken frühzeitig zu erkennen und Kapital effizienter zu steuern.

AI-gestützte Installations- und Pricing-Optimierung, die Installateuren datenbasierte Empfehlungen zur Projektkalkulation, Systemauslegung und Margensteuerung gibt.

Perspektivisch ein intelligentes Energy-Performance-Monitoring, das Finanzierungs- und Betriebsdaten verbindet und neue datenbasierte Geschäftsmodelle ermöglicht.

Unser Ziel ist klar: Cloover soll nicht nur Finanzierung ermöglichen, sondern als datengetriebene Plattform Kapital, operative Prozesse und Energie-Assets intelligent vernetzen – und damit die Skalierung der Energiewende in Europa strukturell beschleunigen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die im Bereich ClimateTech oder Energie starten möchten?

Energie ist kein „Impact-Sektor“ – sie ist das Rückgrat der neuen Weltwirtschaft.
AI macht Strom zur strategischsten Ressource unserer Zeit. Ohne günstige, skalierbare Energie gibt es keine Rechenzentren, keine Industrie 4.0, keine Elektromobilität, keine digitale Souveränität. Wenn ihr in ClimateTech gründet, baut an der Infrastruktur des nächsten Wirtschaftszeitalters. Denkt in Gigawatt, nicht in Pilotprojekten.

Baut für Dekaden, nicht für Wahlperioden.
Politische Programme ändern sich. Förderungen laufen aus. Regierungen wechseln. Wer sein Geschäftsmodell auf Subventionen oder kurzfristige Stimmungen aufbaut, wird irgendwann hart landen. Die Energiewende ist unausweichlich – aber sie ist ein 20–30-Jahres-Spiel. Denkt langfristig, strukturell und kapitalmarktfähig.

ClimateTech ist ein Execution-Game.
Viele unterschätzen, wie operativ hart dieser Markt ist. Hardware, Finanzierung, Regulierung, Lieferketten, Installation, Service – alles greift ineinander. Wer hier gewinnt, versteht Kapital genauso gut wie Code. Geschwindigkeit entsteht nicht durch Vision allein, sondern durch die Fähigkeit, Kapital, Technologie und Partner intelligent zu orchestrieren.

Bildcredits: @Cloover

Wir bedanken uns bei Jodok Betschart für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

VoiceLine sichert sich 10 Millionen Euro für Enterprise Voice AI im Außendienst

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Voiceline Founders Nicolas Höflinger und Sebastian Pinkas Bildcredits Voiceline Außendienst VoiceLine Voice AI Series A Finanzierung

VoiceLine sammelt 10 Millionen Euro in Series-A-Runde ein, um Enterprise Voice AI für den Außendienst zu skalieren

VoiceLine, die Voice-AI-Plattform für Enterprise-Frontline-Teams, hat eine Series-A-Finanzierungsrunde über 10 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Alstin Capital und Peak, unter Beteiligung der bestehenden Investoren Scalehouse Capital, Venture Stars und NAP. Mit dem frischen Kapital will VoiceLine seine KI-Plattform weiter skalieren, die internationale Expansion vorantreiben und das Wachstum in weiteren Aussendienst-intensiven Branchen wie Pharma, Medtech, Food & Beverage, Versicherungen und Finanzdienstleistungen beschleunigen.

VoiceLine verzeichnet eine starke Nachfrage bei etablierten Unternehmen, was sich in einem 10-fachen Umsatz-Wachstum gegenüber dem Vorjahr widerspiegelt. Voice AI ist damit mittlerweile ein fester Bestandteil im Alltag des Außendienstes.

Lösung eines zentralen Problems im Arbeitsalltag von Außendienst Teams

Außendienst- und Serviceteams verbringen den Großteil ihres Arbeitstages beim Kunden, reisen zwischen Terminen hin und her, führen Besuche oder Serviceeinsätze durch und koordinieren Folgeaktionen. Dokumentation, CRM-Pflege und die Übergabe an den Innendienst werden häufig auf den Abend verschoben oder ganz ausgelassen. Statt zu verkaufen, Kunden zu betreuen und relevante Beziehungen aufzubauen, gehen so mehrere Stunden pro Woche für administrative Tätigkeiten verloren.

Die Folgen sind erheblich: Berichte sind verspätet oder unvollständig, Folgeaufgaben bleiben liegen und wertvolle Kunden- und Marktinformationen kommen nie im CRM an. Führungskräften fehlt die Echtzeit-Transparenz, und Teams verlieren zwischen Kundeninteraktionen an Momentum.

VoiceLine löst dieses Problem mit einem Voice-KI-Assistenten für Außendienst- und mobile Serviceteams. Nach einem Kundentermin sprechen Mitarbeitende einfach mit dem Assistenten, entweder unterwegs per Sprachnotiz oder direkt per Anruf aus dem Auto.

Im Hintergrund automatisiert VoiceLine den gesamten Frontline-Workflow in Echtzeit. Gesprochene Inhalte werden automatisch in Besuchsberichte, CRM-Einträge, Folgeaufgaben und Besuchsvorbereitungen überführt und nahtlos mit bestehenden CRM-, ERP- und weiteren Enterprise-Systemen synchronisiert.

Für Führungskräfte entsteht dadurch erstmals Zugriff auf strukturierte, qualitativ hochwertige Informationen aus dem Außendienst, die zuvor nicht oder nur unzureichend verfügbar waren. Sie gewinnen Transparenz über Aktivitäten im Feld, Kundenbedürfnisse und Marktsignale und können so schneller auf veränderte Marktbedingungen reagieren, die Organisation gezielt entlang bewährter Erfolgsfaktoren steuern sowie individuellere, stärker personalisierte Kundenerlebnisse ermöglichen.

Nachweisbarer Mehrwert bei führenden Unternehmen

VoiceLine wird bereits von mittelständischen und großen Unternehmen wie DACHSER, ABB, Knauf, KSB und Elis eingesetzt, mit Rollouts in mehreren Ländern und tausenden Nutzern im Außendienst. Kunden berichten unter anderem von:

Bis zu 82% weniger administrativer Aufwand für kundennahe Teams, das entspricht rund 5 Stunden Zeitersparnis pro Vertriebsmitarbeiter pro Woche
Go-live in weniger als einer Woche, häufig innerhalb weniger Tage
Bis zu 400% mehr strukturierte Informationen aus dem Feld, was die Datenqualität bereits in den ersten Monaten deutlich verbessert
Automatisierter Übergabe an den Innendienst, bei der bis zu 96% der Folgeaufgaben innerhalb weniger Minuten weitergeleitet werden und Felddaten noch am selben Tag verfügbar sind

Enterprise Voice AI ohne IT Komplexität

Im Gegensatz zu klassischen Enterprise-Software- oder CRM-Projekten lässt sich VoiceLine innerhalb weniger Tage implementieren. Die proprietäre Implementierungs-Engine ermöglicht es Unternehmen, maßgeschneiderte Voice-AI-Assistenten für Außendienst-Teams mit minimalem IT-Aufwand auszurollen, bei gleichzeitiger Erfüllung höchster Sicherheits- und Compliance-Anforderungen.

Auf Basis von mehrjähriger Erfahrung und über 100 Enterprise-Implementierungen erzielt VoiceLine messbare Ergebnisse dort, wo viele interne KI-Initiativen scheitern: mit einer Pilot-Erfolgsquote von über 95% und ohne die Kosten, Komplexität und Risiken einer Eigenentwicklung.

Skalierung von Team und Plattform

Das neue Kapital wird genutzt, um das Team von VoiceLine strategisch zu vergrößern und die Weiterentwicklung der KI-Plattform voranzutreiben. Das Unternehmen plant, seine Mitarbeiterzahl noch in diesem Jahr mehr als zu verdoppeln, insbesondere in den Bereichen Produktentwicklung, Vertrieb, Customer Success und Partnerschaften. Parallel dazu wird VoiceLine seine Plattform auf zusätzliche Frontline-Anwendungsfälle ausweiten und die internationale Präsenz weiter stärken.

Stimmen zur Series A Finanzierung

„Der Außendienst ist und bleibt der wichtigste Umsatztreiber für viele Industrie- und Dienstleistungsunternehmen. Mit VoiceLine revolutionieren wir den Arbeitsalltag im Außendienst end-to-end – von der Besuchsvorbereitung über Dokumentation und Nachbereitung bis hin zu Follow-ups sowie Analytics und Insights – mit Sprache als der natürlichsten Schnittstelle. Wir sind stolz auf diesen Meilenstein und dankbar für das Vertrauen unserer Investoren. Die Series-A-Finanzierung ermöglicht es uns, VoiceLine europaweit weiter zu skalieren und Enterprise Voice AI für noch mehr Frontline-Organisationen verfügbar zu machen“, sagt Nicolas Höflinger, CEO und Co-Founder von VoiceLine.

„Enterprise-Außendienst ist der Motor vieler B2B-Geschäftsmodelle, doch administrative Lasten bremsen ihn aus. VoiceLine macht Voice AI zum Produktivitäts-Hebel für mobile Teams und schafft gleichzeitig eine neue Datenquelle für strategische Entscheidungen. Diese Kombination aus messbarem ROI und skalierbarem Enterprise-Geschäftsmodell hat uns als Lead-Investor überzeugt“, sagt Andreas Schenk, Partner bei Alstin Capital.

„Enterprise-KI setzt sich dann durch, wenn sie sich nahtlos in den Arbeitsalltag integrieren lässt. VoiceLine hat den schwierigsten Teil gelöst: die oft chaotische Realität im Außendienst in strukturierte, verlässliche Prozesse und saubere Systemeinträge zu übersetzen. So entsteht eine operative Ebene für die Arbeit von Frontline-Teams, die jedem Außendienstmitarbeiter mehrere Stunden administrativer Arbeit abnimmt und Führungskräften gleichzeitig Echtzeit-Transparenz über das Marktgeschehen verschafft. Wir freuen uns sehr, dieses starke Team auf seinem Weg zur führenden Voice-AI-Plattform für Frontline-Organisationen zu begleiten.” Tea Elezi, Partnerin bei Peak

Bild Voiceline Founders Nicolas Höflinger und Sebastian Pinkas Bildcredits Voiceline

Quelle Maschmeyer Group MM Support GmbH

Fugen neu gedacht

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Silikonfugen eezee Fuge Die Höhle der Löwen v l Tom Lewis Geffers Ralf Dümmel Sandra Geffers Heiko Geffers Credit RTL Bernd Michael Maurer

eezee macht’s easy – ohne Werkzeug, ohne Wartezeit, mit perfektem Ergebnis

Vom Sanitärbetrieb zur eigenen Produktidee

Wer schon einmal selbst Silikonfugen gezogen hat, kennt das Problem: Es kostet Zeit, Nerven – und sieht am Ende doch selten so aus wie beim Profi. Genau dieses Alltagsärgernis wollte die Familie Geffers nicht länger hinnehmen. Über 20 Jahre stand sie mit ihrem Sanitärbetrieb in Bädern und Küchen, hat unzählige Fugen gesehen, saniert und gerettet. Aus dieser Erfahrung, aus diesem täglichen „Da muss es doch eine bessere Lösung geben!“ ist eezee – die Revolution der Silikonfuge – entstanden.

Eine Gründerfamilie mit Praxiswissen

Hinter eezee steht eine echte Gründerfamilie: Sandra Geffers ist die Stimme nach außen und verantwortet Marketing und Kommunikation. Heiko Geffers bringt als Handwerker, Manager und Planer für Gebäudetechnik das technische und kaufmännische Know-how mit, das in jedem Detail von eezee steckt. Sohn Tom-Lewis kümmert sich um Weiterentwicklung und Produktion und sorgt dafür, dass aus einer Idee am Küchentisch ein serienreifes Produkt wird. Gemeinsam vereint die Familie über zwei Jahrzehnte Praxiswissen mit dem Mut, etwas ganz Neues zu wagen – und macht aus dem „ewigen Problemkind Fuge“ eine einfache, flexible und zum Patent angemeldete Lösung für Profis und Laien.

Die flexible Fertigfuge als Alternative zu Silikon

eezee ersetzt klassische Silikonfugen durch eine flexible Fertigfuge, die sich innerhalb von Sekunden anbringen lässt – ganz ohne Werkzeug, ohne Trocknungszeit und ohne komplizierte Vorbereitung. Statt Kartusche, Abkleben, Glätten und Hoffen gibt es jetzt: Ansetzen, andrücken, nachjustieren – fertig.
Ob Waschbecken, WC, Bidet, Urinal oder vormontierter Waschtisch: Mit den Fugenringen in 800 mm sowie dem Fugenband als Meterware (1,3 m und 5 m) deckt eezee nahezu alle gängigen Sanitärobjekte ab. Für Handwerksbetriebe bedeutet das: schneller planen, sauber kalkulieren und mehr Baustellen in derselben Zeit fertigstellen. Für Heimwerker:innen heißt es zum ersten Mal: eine perfekte Fuge ohne Profi-Werkzeug, ohne Angst vor dem ersten Schnitt und ohne Frust vor dem Waschbecken.

Auftritt in der Höhle der Löwen

Mit dieser Idee tritt die Familie Geffers in der VOX-Gründershow Die Höhle der Löwen an – und erlebt einen Moment, von dem viele Startups nur träumen: Die Löwen verstehen das Problem auf Anhieb, erkennen das Potenzial und liefern sich einen echten Bieter-Wettstreit. Alle fünf Löwen geben ein Angebot ab – ein seltener Gänsehautmoment in der Geschichte der Sendung. Am Ende entscheidet sich die Familie für Investor Ralf Dümmel.

Innovation aus der Region Freiburg

eezee steht damit für Innovation aus Tradition: eine Gründerfamilie, die ihr gesammeltes Praxiswissen nutzt, um ein altes Problem neu zu denken – und eine Fuge, die so einfach ist, dass sie jeder versteht und nutzen kann. Eine Revolution aus der Region Freiburg, die den Markt für Silikonfugen dauerhaft verändern kann.

„Mit eezee wollten wir Optik, Hygiene und vor allem den Arbeitsaufwand beim Fugenziehen grundlegend verbessern – und vor allem schneller machen: für Handwerker genauso wie für Heimwerker. Einfach anbringen, nachjustieren, fertig. Schnell, hygienisch und nachhaltig.“Familie Geffers, Gründer von eezee 

eezee ist wirklich easy – aber vor allem ist es eine dieser Ideen, bei denen man sich fragt: Warum gab es das nicht schon längst? Jeder, der schon einmal mit Silikonfugen gekämpft hat, versteht dieses Produkt in Sekunden. Genau das liebe ich: einfache Lösungen für echte Alltagsprobleme. Ich freue mich riesig, gemeinsam mit der Familie Geffers diese Weltneuheit aus der Praxis in jedes Bad und jede Küche zu bringen.“  Ralf Dümmel Investor und Gesellschafter der DS Gruppe

eezee ist aktuell unter www.eezee-silicone.com ab 14,99 Euro – und im Handel – erhältlich. 

Bild v l Tom Lewis Geffers Ralf Dümmel Sandra Geffers Heiko Geffers Credit RTL Bernd Michael Maurer

Quelle DS Produkte GmbH/ eezee Vertriebs GmbH

Warum ausgerechnet Karlsruhe zum Taktgeber für KI in Deutschland wird

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de:hub Karlsruhe vernetzt KI und Start-ups teambild

Können Sie unseren Leserinnen und Lesern den de:hub Karlsruhe kurz vorstellen und erläutern, welche Rolle der Standort innerhalb des deutschen Digital Hub Netzwerks spielt?

Seit 2017 ist Karlsruhe Teil der bundesweiten de:hub-Initiative – also von Anfang an. In diesem Netzwerk, das seit 2025 rund 25 Standorte umfasst, hat sich der de:hub Karlsruhe als Kompetenzzentrum für angewandte Künstliche Intelligenz etabliert. Kurz gesagt: Wir helfen dabei, KI aus der Theorie in konkrete Lösungen zu bringen – für Unternehmen, Industrie und auch gesellschaftliche Anwendungen.

Dabei arbeiten wir branchenübergreifend, aber mit klarem Technologiefokus auf KI. Genau das macht unsere Rolle im Netzwerk aus: Wir bringen die richtigen Akteure zusammen – aus Wirtschaft, Wissenschaft, Start-up-Szene und öffentlicher Hand – und sorgen dafür, dass daraus Zusammenarbeit entsteht.

Wie machen wir das? Mit praxisnahen Formaten wie Workshops, Events, Matchmaking und Projektbegleitung. Damit unterstützen wir das KI-Ökosystem entlang der gesamten Strecke: vom ersten Anwendungsfall bis zur Umsetzung – sowohl in eigenen Angeboten als auch gemeinsam mit unseren Expertinnen und Experten sowie Partnern wie den regionalen Digital Hubs in Baden-Württemberg, den weiteren de:hub-Standorten bundesweit sowie European Digital Innovation Hubs oder kurz EDIH in Europa.

Unser Anspruch geht dabei über Karlsruhe hinaus: Wir wollen deutsche KI-Kompetenz international sichtbarer machen, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland stärken und vor allem Brücken bauen – zwischen dem Mittelstand und innovativen KI-Anbietern, Start-ups sowie der Forschung. Der de:hub Karlsruhe wird von der DIZ | Digitales Innovationszentrum GmbH koordiniert, in engem Schulterschluss mit dem FZI Forschungszentrum Informatik als Projektpartner, dem CyberForum, dem Karlsruher Institut für Technologie sowie weiteren Stakeholdern am Standort.

Was macht die Region Karlsruhe als Standort für einen Digital Hub besonders attraktiv und welche wirtschaftlichen, wissenschaftlichen oder strukturellen Stärken zeichnen das Ökosystem aus?

Hier kommen Wirtschaft, Forschung und Start-up-Szene auf engem Raum zusammenkommen – und zwar so, dass aus Ideen schnell konkrete Projekte werden. Wirtschaftlich ist die TechnologieRegion Karlsruhe ein echtes Schwergewicht: Rund 4.200 Software- und IKT-Unternehmen mit etwa 30.000 Beschäftigten sind hier ansässig, und der IKT-Umsatz pro Einwohner liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Dazu kommt ein gesunder Branchenmix mit starken Technologieanwendern wie dm, EnBW, Siemens, Bosch und IONOS sowie einem innovativen Mittelstand. Das schafft viele Einsatzfelder – und eine spürbar hohe Nachfrage nach digitalen Lösungen und KI. Bei der letzten Zählung waren außerdem über 50 KI-Start-ups direkt in Karlsruhe und der Region verortet.

Ein zentraler Vorteil ist die außergewöhnlich starke Forschungslandschaft. In Karlsruhe gibt es eine hohe Dichte an Hochschulen und Instituten, darunter das KIT, die Fraunhofer-Institute IOSB, ICT und ISI, das FZI Forschungszentrum Informatik sowie die Hochschule Karlsruhe. Die Stadt gilt als einer der wichtigsten Standorte für Informatik und KI in Deutschland. Und mit rund 10.000 Informatikstudierenden gibt es einen großen Talentpool – als Nachwuchs, als Gründerinnen und Gründer, und als Treiber für anwendungsnahe KI-Projekte.

Auch strukturell ist das Ökosystem stark aufgestellt:

Mit Gründungszentren wie dem Landesaccelerator CyberLab, der KIT Gründerschmiede, der NEXTGN Startup Factory und weiteren Inkubatoren gibt es ein breites Unterstützungsnetzwerk. Eine Besonderheit ist das CyberForum e.V. – als größtes regional aktives Hightech-Unternehmernetzwerk Deutschlands über 1.000 Mitglieder, rund 22.000 Arbeitsplätze, ca. 140 Veranstaltungen pro Jahr vernetzt es Start-ups, KMU und große Unternehmen sehr wirksam.

Nicht zuletzt spielt die Stadt Karlsruhe selbst eine aktive Rolle – mit einer klaren Digitalagenda, Initiativen wie karlsruhe.digital und der Digitalen Agenda Karlsruhe 300+. Formate wie die Bunte Nacht der Digitalisierung alle zwei Jahre mit über 60 beteiligten Wirtschafts- und Forschungseinrichtungen machen Digitalisierung sichtbar und bringen viele Akteure zusammen.

All das ergibt das bekannte „Karlsruher Prinzip der kurzen Wege“: räumliche Nähe, schnelle Abstimmung und eine Kultur der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft. Genau darauf baut der Digital Hub angewandte Künstliche Intelligenz auf: Er verbindet die Akteure, bringt Projekte ins Rollen – und macht die KI-Kompetenz der Region auch überregional und international sichtbarer.

Auf welche technologischen Schwerpunkte und Branchen konzentriert sich der de:hub Karlsruhe und warum sind diese Themen für die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft besonders relevant?

Der de:hub Karlsruhe hat es sich zum Ziel gesetzt, KI-Prinzipien und Methoden wie Machine Learning, LLMs, Deep Learning und Neuronale Netze in die praktische Anwendung zu bringen. KI verstehen wir dabei als Lösungsmöglichkeit für unterschiedliche, praxisorientierte Probleme. Daher ist der Hub auf keine Branche spezialisiert, sondern rein technologisch fokussiert. Seitens der Anwender reicht die Spannbreite vom Hotel und Gastgewerbe über die Nahrungsmittelindustrie bis hin zu Wohnheimbetreibern und Vertretern des produzierenden Gewerbes.

Die Firmengröße spielt bei der Beratung keine entscheidende Rolle, schließlich wollen wir aus dem Netzwerk unserer Partner stets die beste Lösung für das jeweilige Problem vermitteln. Dennoch liegt ein starker Fokus auf KMUs und dem Mittelstand, da diese Unternehmen am stärksten von technologischen Innovationen im Bereich angewandter KI profitieren können, selbst aber meist keine eigene Innovationsabteilung unterhalten. Gleichzeitig ist der Mittelstand Träger des Wohlstands in Baden-Württemberg und für die Gesamtwirtschaftsleistung des Bundeslandes von zentraler Bedeutung. Das spiegelt sich auch in der Auswahl der Zielgruppen spezieller Workshops wider, die wir entlang des Masterplans Mittelstand des Landes Baden-Württemberg mit Förderung durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus durchführen.

Neben der konkreten Identifikation von Einsatzzwecken und der Ausarbeitung von Use Cases ist dabei auch die allgemeine Beratung zu KI-Modellen wichtig.

Denn der Markt ist durch den Hype Zyklus mit Buzzwords regelrecht übersättigt. Hier braucht es einen neutralen Intermediär wie den de:hub, der unabhängig berät und Unternehmen dabei hilft, diese Technologie nutzbringend einzusetzen.

KI ist für die digitale Transformation besonders relevant, weil sie aus Daten lernende Systeme bereitstellt, die Automatisierung, bessere Entscheidungen und völlig neue digitale Dienste erst möglich machen. Sie ist damit ein Effizienzhebel für den unter Druck geratenen Mittelstand, schafft neue Geschäftsmodelle und verändert die digitale Kommunikation nachhaltig. Digitale Transformation und KI verstärken sich dabei gegenseitig: Je digitaler Prozesse und Produkte sind, desto mehr Daten stehen für KI-Lösungen zur Verfügung, und umgekehrt beschleunigt KI die Transformation. Unternehmen, die KI strategisch in ihre Transformationsprogramme einbetten, erzielen überdurchschnittliche Wettbewerbsvorteile, müssen aber gleichzeitig in Kompetenzen, Change-Management und einen verantwortungsvollen Umgang investieren. Genau hier setzt der de:hub in Karlsruhe mit seinem Angebot an.

Wie unterstützt der de:hub Karlsruhe Startups konkret bei der Entwicklung, Validierung und Skalierung ihrer Geschäftsmodelle?

Der de:hub Karlsruhe unterstützt mit seinen Partnern wie CyberLab, KIT Gründerschmiede, FZI, Fraunhofer Instituten, DIZ und weiteren Stakeholdern etablierte Start-ups und Scale-ups dabei, ihr Geschäftsmodell im Markt zu schärfen und gezielt zu skalieren. Kern ist das Matching mit passenden Anwendern, Partnern und potenziellen Kunden, damit Lösungen an realen Anforderungen validiert werden und daraus Pilotprojekte, Referenzen und neue Geschäftsbeziehungen entstehen. Gleichzeitig positionieren wir Scale-ups als Solution Provider im de:hub-Netzwerk – auch über Karlsruhe hinaus. Für Sichtbarkeit und Wachstum binden wir Start-ups in praxisnahe Online- und Workshop-Formate ein und bieten Bühnen wie die jährlich stattfindende deutsch-französische KI-Konferenz AIxIA. Ergänzend ermöglichen wir Zugänge zu nationalen und internationalen Messe- und Konferenzformaten sowie Unterstützung bei Förder- und Funding-Themen über unser Partnernetzwerk.

Welche Programme, Angebote oder Formate bieten Sie Gründerinnen und Gründern, um Innovationen voranzutreiben und nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen?

Unser Hub mit all den Partnern unterstützt Gründerinnen und Gründer vor allem dabei, schneller in den Markt zu kommen: mit den richtigen Kontakten, passenden Pilotkunden, Sichtbarkeit und Zugang zu Förder- und Forschungsstrukturen, das heißt konkret:

Starker Einstieg über das regionale Gründungsnetzwerk

Für frühe Phasen Seed Pre-Seed können wir auf das sehr gut ausgebaute Karlsruher Start-up-Ökosystem zurückgreifen. Dazu gehören u. a. der IT-Landesaccelerator CyberLab, die KIT Gründerschmiede, die NXTGN Startup Factory sowie weitere Landesacceleratoren und -inkubatoren wie der Energieaccelerator AXEL. Diese und weitere Partner sind eng angebunden und Teil des de:hub angewandte KI Karlsruhe – genauso wie Angebote für spätere Phasen, die auch Scale-ups beim Wachstum unterstützen.

Community, Wissenstransfer und echtes Matching in Richtung Markt

Ein Schwerpunkt liegt darauf, die KI-Community zusammenzubringen – also KI-Start-ups, Scale-ups, KI-Mittelstand und ganz wichtig, KI-Anwenderunternehmen aus Industrie, Energie, Handel oder dem öffentlichen Sektor. Über Formate wie unsere TECH.minds-Eventreihe schaffen wir Austausch, Partnerschaften und konkrete Anwendungsanlässe.

Ein weiterer zentraler Baustein ist die deutsch-französische KI-Konferenz, die AIxIA, die seit 2019 jährlich in Karlsruhe stattfindet. Dort bringen wir angewandte KI, Forschung und Wirtschaft zusammen – mit dem klaren Ziel, relevante Use Cases sichtbar zu machen, Best Practices zu teilen und Kooperationen anzustoßen.

In Workshops binden wir Start-ups zudem gezielt als Expertinnen und Experten ein: Sie können ihre Lösungen direkt an realen Use Cases erklären und demonstrieren – und wir unterstützen dabei, daraus Pilotprojekte, Referenzkunden und langfristige Kooperationen zu entwickeln.

Sichtbarkeit auf relevanten Bühnen

Wir unterstützen Start-ups dabei, sichtbarer zu werden – auch überregional. Über die de:hub-Bundesinitiative ermöglichen wir z. B. Messe- und Konferenzplatzierungen etwa Web Summit, Hannover Messe oder VivaTech. Zusätzlich bieten wir Sichtbarkeit über eigene Konferenzen und Veranstaltungen im Netzwerk.

Zugang zu Förderung, Finanzierung und Forschung

Über unser Partnernetzwerk eröffnen wir Zugänge zu Finanzierungsberatung, weiteren Förderoptionen und – je nach Bedarf – auch zu praktischen Themen wie Raumsuche. Außerdem vermitteln wir Start-ups in Forschungsvorhaben zu den passenden Instituten und unterstützen bei der Beantragung von Fördermitteln und der Konsortialbildung.

Unterm Strich ist der de:hub Karlsruhe Connector und Möglichmacher, mit Fokus darauf, dass KI-Innovationen in die Anwendung kommen, tragfähige Partnerschaften entstehen und daraus nachhaltiges Wachstum wird.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen, dem Mittelstand sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen in der Region und welche Synergien entstehen daraus?

Synergien lassen sich vor allem im Bereich geförderter Projekte beobachten. Durch das Zusammenbringen von Start-ups und Hochschulen beziehungsweise Forschungseinrichtungen entstehen hochinnovative Projekte, die die technologische Entwicklung insgesamt voranbringen und es zugleich erlauben, die Lösungen der Start-ups inhaltlich weiterzuentwickeln, begleitet von wissenschaftlicher Exzellenz und Expertise. Theoretische Forschung und praktische Umsetzung gehen so Hand in Hand und führen zu einem gelebten Technologietransfer, der neue Geschäftsideen und Produkte hervorbringt.

In der Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen und dem Mittelstand der Region sowie darüber hinaus agiert der Hub vor allem als neutraler Intermediär. Er kann einerseits jenseits des Marketing Hypes die passenden Start-ups zur Lösung konkreter Probleme bei den anfragenden Unternehmen vermitteln. Andererseits kann er durch Workshops diese direkt als Wissensträger einbinden, dabei helfen, fehlende Innovationsabteilungen zu kompensieren und zum Wissensaufbau bei den Stakeholdern beizutragen. Das schafft wiederum Wettbewerbsvorteile.

Die Start-ups bringen dabei ihre Agilität und neuesten technologischen Erkenntnisse ein, Mittelstand und KMUs wiederum liefern fachliche Expertise innerhalb der jeweiligen Branchen und kennen deren Besonderheiten genau. So profitieren beide Seiten gegenseitig voneinander.

Technologisch beobachten wir aktuell besonders den Trend hin zu agentenbasierten KI-Systemen – also Lösungen, die Aufgaben nicht nur beantworten, sondern auch planen, Teilschritte ausführen und Prozesse unterstützen. Das wird in vielen Unternehmen neue Formen der Automatisierung ermöglichen. Gleichzeitig gewinnt KI für Nachhaltigkeit stark an Bedeutung, etwa bei der Optimierung von Energieverbräuchen, Produktion oder Lieferketten – gerade im industriellen Mittelstand sehen wir hier großes Potenzial.

Gesellschaftlich treibt uns vor allem der verantwortungsvolle KI-Einsatz um. Viele Organisationen fragen sich, was „gute Praxis“ unter dem EU-Rahmen konkret bedeutet. Hier sehen wir unsere Aufgabe. Orientierung geben, Komplexität reduzieren und pragmatische Wege aufzeigen, wie Unternehmen KI konform und trotzdem innovativ einsetzen können.

Woran messen Sie den Erfolg Ihrer Arbeit sowohl mit Blick auf die geförderten Startups als auch auf die regionale Wirtschaft und das Innovationsökosystem insgesamt?

Erfolg messen wir auf zwei Ebenen. Zum einen ganz klassisch über konkrete Ergebnisse: Wie viele belastbare Kooperationen sind entstanden, wie viele Pilotprojekte und Folgeprojekte wurden angestoßen, welche Kundenbeziehungen und Investments konnten vermittelt werden und wie entwickelt sich die wirtschaftliche Performance der begleiteten Start-ups und Scale-ups.

Mindestens genauso wichtig ist für uns die zweite Ebene: die nachhaltige Wirkung im Ökosystem. Erfolg bedeutet, wenn aus einer guten Idee ein dauerhaft tragfähiges Unternehmen wird – idealerweise ein wachsender Mittelständler mit stabilen Teams, klarer Marktposition und echten Referenzen. Und wenn diese Unternehmen wiederum die Region stärken, weil sie qualifizierte Arbeitsplätze schaffen, Innovation in die Anwendung bringen und die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung und Start-up-Szene dauerhaft intensiver wird.

Wie profitieren Startups im de:hub Karlsruhe vom Austausch mit anderen de:hub Standorten und internationalen Partnern und welchen konkreten Mehrwert bietet dieses Netzwerk?

Unsere Start-ups profitieren vom Netzwerk auf vielfältige Weise. Internationale Partner und die Germany Trade and Invest eröffnen ihnen Zugänge zu Märkten, die ihnen sonst nicht offengestanden hätten, etwa durch Markterkundungsreisen, Ecosystem Visits und Eventteilnahmen. Gleichzeitig findet darüber ein technologischer Austausch über aktuelle Entwicklungen und neueste Trends innerhalb des Segments statt.

Ein prägnantes Beispiel ist die Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung, in dessen Zuständigkeit der de:hub Karlsruhe fällt. Für dessen Agentic AI Hub fragte das Ministerium bei uns nach Partnern an, die in diesem Segment Lösungen bereitstellen und die wir empfehlen würden. Diese wurden in der Folge eingeladen. So profitiert der Bund bei seinen Digitalisierungsvorhaben von den Kompetenzen und Innovationen der Start-ups, während diese ihrerseits potenziell starke Ankerkunden gewinnen können, indem sie durch unsere Empfehlung ein Gütesiegel erhalten.

Genau das ist über das Netzwerk der de:hub Initiative möglich: ein konzertiertes Auftreten, das einen direkten Vektor in die Bundespolitik darstellt und weit über Baden-Württemberg hinausreicht.

Abschließend gefragt: Welche strategischen Ziele verfolgt der de:hub Karlsruhe in den kommenden Jahren und wie soll sich der Standort weiterentwickeln, um noch mehr Innovations und Startup Potenzial zu entfalten?

In den kommenden Jahren wollen wir den de:hub Karlsruhe als führenden Knotenpunkt für angewandte KI weiter ausbauen – mit drei klaren Schwerpunkten. Erstens möchten wir die internationale Sichtbarkeit des Karlsruher KI-Ökosystems deutlich erhöhen. Die Region vereint eine außergewöhnliche Dichte an Forschung, Talenten und innovativen Unternehmen – aus unserer Sicht ist dieses Potenzial international noch nicht so bekannt, wie es sein könnte. Das wollen wir ändern, unter anderem durch den Ausbau unserer Formate und durch die gezielte Einbindung internationaler Partner. Zweitens wollen wir den Weg vom Start-up zum nachhaltigen Wachstum noch stärker unterstützen.

Das heißt: mehr Matching zwischen KI-Anbietern und Anwendern, mehr Kooperationsprojekte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und ein noch engeres Zusammenspiel mit den Landesacceleratoren sowie den weiteren de:hub-Standorten bundesweit. Drittens rücken wir die gesellschaftliche Dimension von KI stärker in den Fokus. Vertrauen entsteht nicht allein durch Technologie, sondern durch Transparenz, Aufklärung und offenen Dialog. Karlsruhe bringt als Wissenschafts- und Technologiestandort die Kompetenz und Glaubwürdigkeit mit, diesen Austausch aktiv zu gestalten und Impulse über die Region hinaus zu setzen.

Unser Ziel ist, Karlsruhe als KI-Ökosystem weiterzuentwickeln, das nicht nur über KI spricht, sondern sie konsequent in die Anwendung bringt – und dabei Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammenführt.

Bild Teambild Karlsruhe (c) Raik Schache/de:hub

Wir bedanken uns bei Samira Dahl für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Millionen Deals große Emotionen und harte Forderungen: Das erwartet Sie in Folge 2

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2. März 2026 Die Höhle der Löwen Folge 2 V.l.: Sebastian Janus, Stefan Siemer und Sebastian Heidrich präsentieren „Streamcheck“, den Urologen-Check für zu Hause. Sie erhoffen sich ein Investment von 1.000.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/ Fotograf: Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Am 2. März 2026 wird es wieder spannend, wenn Die Höhle der Löwen zur Primetime um 20:15 Uhr bei VOX ihre Türen öffnet und fünf Startups in Folge 2 am 2. März um Kapital, Aufmerksamkeit und strategische Partnerschaften kämpfen.

Bereits ab dem 23. Februar ist die Episode vorab im Stream auf RTL+ verfügbar, doch die große Bühne gehört dem Fernsehabend. Zwischen nachhaltigen Superfoods, medizinischer Hightech Vorsorge, innovativen Spirituosen, einem Beauty Tool mit persönlicher Geschichte und einer ambitionierten AR Lern App zeigt sich einmal mehr, wie breit das Spektrum unternehmerischer Visionen ist.

Die Höhle der Löwen am 2. März 2026: Nachhaltige Shots und Millionen für Vorsorge

Gleich zwei Gründerteams setzen in Die Höhle der Löwen auf starke Wachstumsargumente, jedoch in völlig unterschiedlichen Märkten.

Hansegrün aus Hamburg

Lukas Jordan 34 und Till Soll 31 erfüllen sich mit ihrem Pitch einen lange gehegten Traum. Ihr Startup Hansegrün steht für Superfoods im Shot Format zum Selbstmixen. Statt fertiger Ingwer Shots in Einwegflaschen setzen sie auf überwiegend gefriergetrocknete Bio Zutaten in Pulverform. Die Idee dahinter ist ebenso simpel wie nachhaltig. Vitamine und Nährstoffe bleiben bestmöglich erhalten, während Verpackungsmüll deutlich reduziert wird. Eine Dose ersetzt nach Angaben der Gründer bis zu 60 Einwegflaschen.

Das Sortiment umfasst Ingwer und Guarana Shots, einen grünen Shot sowie einen Daily Shot mit über 20 Superfoods. Geschmack, einfache Zubereitung und Nachhaltigkeit bilden die drei tragenden Säulen des Konzepts. Wirtschaftlich präsentieren sich Lukas und Till selbstbewusst. Hansegrün wächst stark, arbeitet profitabel und erzielt den Großteil der Umsätze im Onlinehandel.

Für 350.000 Euro bieten sie zehn Prozent der Firmenanteile an. Eine ambitionierte Bewertung. Die Frage, die sich den Löwen stellt: Reichen Profitabilität, Direct to Consumer Modell und Nachhaltigkeitsargumente aus, um den Deal zu rechtfertigen?

Streamcheck aus Vierkirchen

Noch größer dimensioniert ist das Angebot von Streamcheck. Dr. Stefan Siemer, Urologe mit über 30 Jahren Erfahrung, sowie die Unternehmer Sebastian Janus 37 und Sebastian Heidrich 44 fordern 1.000.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

Ihr Produkt adressiert ein medizinisches Tabuthema, die urologische Früherkennung beim Mann. Jeder zweite Mann entwickelt im Laufe seines Lebens Prostataprobleme, doch nur etwa 20 Prozent nehmen regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahr. Streamcheck will diese Lücke schließen mit einem Medizinprodukt für die Anwendung zu Hause.

Beim Wasserlassen misst das Gerät den Urinfluss und analysiert mithilfe integrierter Teststreifen Biomarker wie Blut, Glukose oder Entzündungswerte. Die Daten werden per App ausgewertet, dokumentiert und können frühzeitig Warnsignale liefern. Die klare Empfehlung lautet bei Auffälligkeiten eine ärztliche Abklärung.

Mit einem Verkaufspreis von 199 Euro, Made in Germany und medizinischer Expertise im Gründerteam positioniert sich Streamcheck als ernstzunehmender Healthtech Case. Doch ist das Modell skalierbar und wie bewerten die Löwen regulatorische Hürden und Markteintrittskosten?

Folge 2 am 2. März: Micro Spirits Beauty Innovation und junge Visionäre

Neben Gesundheit und Nachhaltigkeit stehen in Folge 2 am 2. März auch Genuss, persönliche Geschichten und technologische Bildung im Fokus.

KOYI MICRO SPIRITS aus Hamburg

Yuka Suzuki 52 und Dr. Hauke Günther 46 bringen mit KOYI MICRO SPIRITS eine Innovation in die Getränkewelt. In der kleinsten Destille Hamburgs produzieren sie preisgekrönten Gin und wurden bereits zweimal als Worlds Best Gin ausgezeichnet. Doch ihr neuestes Produkt denkt Spirituosen neu.

KOYI sind sogenannte Micro Spirits, hochkonzentrierte Gin und Rum Spirituosen. Statt 40 Millilitern reichen wenige Hübe, um einem Longdrink volles Aroma zu verleihen. Das Ergebnis sind bis zu 90 Prozent weniger Alkohol bei gleichem Geschmackserlebnis.

Das Verfahren basiert auf einem eigens entwickelten Destillationsprozess, konzipiert von dem promovierten Biologen Hauke Günther. Für 120.000 Euro bieten die Gründer zehn Prozent ihrer Anteile an. Ihr Ziel ist der Markenaufbau, intensives Marketing und die Entwicklung neuer Produktlinien. In Zeiten wachsender Nachfrage nach bewussterem Alkoholkonsum könnte KOYI den Nerv der Zeit treffen.

SMARTWAXX aus Dubai

Vincent Samuel Kirchberger Puechlong 26, genannt Sam, präsentiert mit SMARTWAXX eine Lösung zur schmerzarmen Entfernung von Nasen und Ohrenhaaren. Entwickelt für Barbershops soll das Produkt perspektivisch auch im Heimgebrauch Anwendung finden.

Das speziell entwickelte Wachs wird innerhalb weniger Sekunden mit einem handelsüblichen Föhn einsatzbereit gemacht. Angereichert mit Olivenöl und Bienenwachs haftet es laut Gründer hauptsächlich am Haar und nicht an der Haut. Die Form sorgt dafür, dass nur die vorderen Nasenhaare entfernt werden und die natürliche Schutzfunktion erhalten bleibt.

Neben dem Produkt berührt vor allem Sams persönliche Geschichte. Er spricht offen über seine Adoption, seine Zeit im Heim und die Bedeutung emotionaler Intelligenz. Judith Williams bezeichnet ihn als einen der besonderen Menschen, die wir je in der Höhle hatten. Für 90.000 Euro bietet er zehn Prozent der Anteile an. Doch reicht diese Mischung aus Produktinnovation und Persönlichkeit für einen Deal?

20:15 Uhr bei VOX: Kein Welpenschutz für AR Physics

Zum Abschluss sorgt AR Physics aus Bad Wünnenberg für eine der härtesten Verhandlungen des Abends. Die drei 18 jährigen Gründer Philipp Siedhoff, Jost Reelsen und Felix Lachtrup wollen mit ihrer App physikalische Experimente per Augmented Reality auf jeden Tisch bringen.

Statt teurer Geräte können Schülerinnen und Schüler komplexe Versuche digital simulieren. Acht interaktive Experimente für die Oberstufe sind bereits verfügbar, ergänzt durch spielerische Elemente wie ein KI Quiz.

Für 225.000 Euro bieten sie 15 Prozent ihrer Firmenanteile. Doch Carsten Maschmeyer geht in die Offensive und fordert 50 Prozent gegen Kapital. Eine drastische Bedingung, die die Jungunternehmer vor eine Grundsatzentscheidung stellt. Kontrolle behalten oder mit einem starken Mentor skalieren.

Am 2. März 2026 um 20:15 Uhr bei VOX zeigt sich, wer Nervenstärke beweist, wer strategisch denkt und wer bereit ist, für den Deal seines Lebens viel zu riskieren. Die Höhle der Löwen bleibt damit nicht nur ein Schaufenster für Innovation, sondern auch ein Spiegel unternehmerischer Charaktere.

Bild V.l.: Sebastian Janus, Stefan Siemer und Sebastian Heidrich präsentieren „Streamcheck“, den Urologen-Check für zu Hause. Sie erhoffen sich ein Investment von 1.000.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile.
Bildcredits/ Fotograf: Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

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