Mittwoch, April 15, 2026
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Wie konnte Bürokratie zum größten Zeitfresser in Kliniken werden?

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aiomics medizinische Daten für Kliniken intelligent nutzen

aiomics entwickelt eine Clinical Data Intelligence Platform, die medizinische Daten strukturiert aufbereitet und Kliniken dabei unterstützt, komplexe Informationen frühzeitig nutzbar zu machen und Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten

Wer steckt hinter aiomics und wie ist das Unternehmen entstanden aus der Perspektive von Gründer und CEO Dr. Sven Jungmann?

Die Idee entstand eigentlich aus purer Frustration. Ich habe selbst als Arzt in der Klinik gearbeitet und irgendwann gemerkt, dass ich mehr Zeit mit ineffizienten Prozessen verbringe als mit meinen Patienten. Als ich mich damals bei einem erfahrenen Kollegen beschwerte, gab er mir den Rat: „Bleib einfach lange genug dabei, dann gewöhnst du dich schon dran.“

Das war für mich der Wendepunkt. Ich wollte mich nicht an schlechte Zustände gewöhnen, ich wollte sie ändern. Ich habe mich jahrelang mit digitalen Lösungen beschäftigt, aber erst die jüngsten Sprünge in der künstlichen Intelligenz haben uns das Werkzeug in die Hand gegeben, um administrative Klinikprozesse wirklich fundamental neu zu denken.

Aber: Medizinische Daten verzeihen keine Fehler. Ein schneller Prototyp reicht hier nicht; man braucht extreme Robustheit und Datensicherheit. Deshalb habe ich nicht einfach damit angefangen, GPT-Wrapper zu Vibecoden, sondern gezielt mit einem Physiker als Datenexperten und einem Juristen für die regulatorische Tiefe. Wir haben im Oktober 2024 angefangen, monatelang ohne Gehalt gearbeitet und Ideen getestet, bis wir den Kern von aiomics gefunden hatten. Im April 2025 haben wir gegründet und konnten kurz darauf Top-Investoren (Norrsken Evolve, Vorwerk, Calm/Storm und renommierte Angels) überzeugen, die verstanden haben, dass wir hier dicke Bretter bohren.

Was bedeutet es für aiomics eine Clinical Data Intelligence Platform zu sein und warum geht dieser Ansatz über ein klassisches Dokumentationstool hinaus?

Es gibt derzeit einen großen Hype um Transkriptions-Software, die Arzt-Patienten-Gespräche aufzeichnet. Das ist technisch beeindruckend (es sei denn, es ist einfach Whispr oder ElevenLabs in neuer Verpackung), greift aber zu kurz. Kliniken können und wollen nicht überall Mikrofone installieren.

Zudem glauben viele Laien, dass das, was in alten Arztbriefen steht, immer korrekt ist. Die Realität ist: Dort schleichen sich Fehler ein, oder wichtige Informationen fehlen schlichtweg. Wenn ein Patient in die Klinik kommt, liegen oft Dutzende Vorbefunde vor. Es ist für einen Menschen fast unmöglich, diese Datenmengen in wenigen Minuten komplett zu durchdringen.

Genau hier setzen wir an. obwohl wir natürlich auch Spracheingaben und Transkriptionen demnächst ermöglichen werden, sind wir keine weitere Transkriptions-App, sondern eine Plattform, die Daten organisiert und zugänglich macht. Wir beginnen am frühesten Kontaktpunkt – oft noch bevor der Patient die Klinik betritt. Wir strukturieren die Informationen so vor, dass die Ärztin sofort den Überblick hat. Wie im echten Leben gilt auch bei medizinischen Daten: Ein gut strukturierter Anfang führt zu einem effizienteren Ablauf am Ende.

Welche konkrete Vision verfolgt aiomics mit dem Anspruch „Return to your calling“ und wie soll diese im Klinikalltag Realität werden?

Fast alle Ärztinnen und Ärzte haben Medizin studiert, weil sie Menschen helfen wollen. In der Klinikrealität werden sie dann zu hochbezahlten Datenerfassern degradiert. Viele junge Mediziner:innen haben darauf schlicht keine Lust mehr und verlassen den Beruf.

Wir steuern in Europa auf eine Lücke von über vier Millionen Fachkräften im Gesundheitswesen zu. Gleichzeitig lassen wir zu, dass das vorhandene Personal 40 Prozent seiner Arbeitszeit mit Aufgaben verschwendet, die keinen direkten Mehrwert für den Patienten bzw. die Patientin haben. Unsere Vision ist simpel: Wir halten Ärzt:innen, Pflegekräften und Therapeut:innen den Kopf frei. Wenn die Software die Fleißarbeit übernimmt, können sich die Menschen wieder auf ihre eigentliche Berufung konzentrieren: die Arbeit am Patienten.

Für welche medizinischen Einrichtungen und Berufsgruppen ist aiomics besonders relevant und welche Probleme löst die Plattform dort ganz konkret?

Gestartet sind wir mit Rehabilitationskliniken, aber das Interesse aus Akutkliniken war schnell so groß, dass wir dort jetzt ebenso aktiv sind. Inzwischen nutzen uns das Medizincontrolling, das Patientenmanagement und sogar ärztliche Fachgutachter. Auch in der funktionellen und präventiven Medizin, wo man sehr komplexe Datenpunkte übersichtlich zusammenführen muss, rennen wir offene Türen ein.

Im Grunde ist aiomics für jeden relevant, der Patient:innen behandelt und dabei große Datenmengen bewältigen muss. Wir helfen all jenen, die nicht mehr im Dokumentationssumpf steckenbleiben wollen und bereit sind, ihre Abläufe neu zu denken.

Wie hilft die Ingestion & Refinement Engine von aiomics dabei Ordnung in unstrukturierte medizinische Daten zu bringen?

Medizinische Daten sind oft chaotisch – ein Mix aus PDFs, handschriftliche Notizen, Fragebögen, Laborwerten und Fließtexten. Unsere Technologie fungiert hier als eine Art Übersetzer und Sortiermaschine. Sie liest diese unterschiedlichen Formate nicht nur, sondern bringt sie in eine einheitliche, nutzbare Struktur.

Das Entscheidende ist dabei die formale Qualitätsprüfung. Das System erkennt Datendiskrepanzen und weist darauf hin. So wird aus einem losen Haufen an Informationen eine vollständige Informationsgrundlage für die ärztliche Beurteilung. Wir machen die Daten „sprechfähig“, damit Ärzte nicht suchen müssen, sondern finden.

Warum setzt aiomics bewusst auf eine europäische Compliance-as-Infrastructure statt auf bestehende Off-the-Shelf-KI-Lösungen?

Weil Vertrauen im Gesundheitswesen keine Option, sondern die Basis ist. Wir können nicht einfach Daten auf amerikanische Server schieben und hoffen, dass es gut geht. Datenschutz muss das Fundament sein, nicht der Anstrich.

Indem wir auf eine streng europäische Infrastruktur setzen, geben wir Kliniken die Sicherheit, modernste KI nutzen zu können, ohne rechtliche Risiken einzugehen. Viele Kliniken wollen Innovation, trauen sich aber aus Sorge vor Datenschutzverletzungen nicht. Wir nehmen ihnen diese Sorge ab, indem wir die Compliance von Anfang an mitliefern.

Welche Rolle spielt der Human-in-the-Loop-Ansatz im Vertrauen medizinischer Fachkräfte in KI-gestützte Prozesse?

Eine zentrale. KI darf in der Medizin keine „Black Box“ sein, die Entscheidungen trifft, die niemand nachvollziehen kann. Bei uns bereitet das System Informationen vor, aber die Kontrolle und die finale Entscheidung liegen immer beim medizinischen Fachpersonal.

Das schafft Vertrauen. Die Nutzer merken schnell, dass die KI sie nicht ersetzt, sondern ihnen zuarbeitet wie ein extrem aufmerksamer Assistent. Diese Kombination aus maschineller Datenaufbereitung und menschlicher Urteilskraft ist weit mächtiger als jedes der beiden Elemente allein.

Welche Hürden begegnen Ihnen beim Verkauf an Krankenhäuser und wie ist es gelungen diesen Prozess deutlich zu beschleunigen?

Normalerweise dauern Verkaufszyklen im Krankenhaus 18 bis 24 Monate. Wir schaffen das derzeit in etwa sieben Monaten. Warum? Weil wir nicht versuchen, der Klinik eine starre Software aufzudrücken, an die sie sich anpassen muss. Wir kommen vom Prozess her und passen uns der Realität der Klinik an.
Wenn wir Geschäftsführern zeigen können, dass sich der Einsatz unserer Plattform finanziell mehr als fünffach rentiert (ROI > 5x), ist die Begeisterung groß. Die größte Hürde ist oft gar nicht technischer Natur, sondern das alte Denken. Viele Kliniken versuchen, neue Technologie in alte Prozesse zu pressen. Das ist, als würde man einen Porsche nur im ersten Gang fahren, weil einem niemand die Gangschaltung erklärt hat. Deshalb investieren wir viel in Bildung. Zusammen mit STREAMED UP haben wir Fortbildungen zu KI entwickelt, um genau dieses Verständnis zu schaffen — und dafür breite Unterstützung u.a. vom Marburger Bund und der Deutschen Adipositas Gesellschaft erhalten.

Was unterscheidet aiomics aus Ihrer Sicht am stärksten von anderen KI-Lösungen im Gesundheitswesen?

Es ist die Kombination unserer DNA. Da unser CTO Physiker mit Medizintechnik- und Remote Patient Monitoring Hintergrund ist, haben wir ein extrem robustes System gebaut, das typische KI-Probleme wie „Halluzinationen“ – also das Erfinden von Fakten – auf ein absolutes Minimum reduziert.

Gleichzeitig sind wir ärztlich geführt. Ich verbringe einen Großteil meiner Zeit direkt in den Kliniken. Wir kommen nicht „von oben herab“ mit einer fertigen Lösung, sondern arbeiten eng mit Institutionen wie der Charité zusammen, die eine riesige Expertise in der Implementierung haben. Wir verstehen, dass gute Software sich den individuellen Bedürfnissen der Klinik anpassen muss, nicht umgekehrt.

Ein oft unterschätzter Aspekt ist dabei die Rechtssicherheit unserer Anwender. Im Gesundheitswesen wird kaum jemand darin ausgebildet, juristisch unanfechtbar zu dokumentieren – obwohl die Anforderungen hier enorm gestiegen sind. Und hier kommt unser Volljurist im Team ins Spiel: Wir sehen uns hier auch als Anwalt der Ärzte: Unsere Plattform achtet darauf, dass alle Inhalte nicht nur medizinisch korrekt, sondern auch formell und rechtlich belastbar sind. Das gibt den Behandelnden die Sicherheit, auch administrativ auf der sicheren Seite zu sein.

Welche nächsten Entwicklungsschritte und strategischen Ziele stehen für aiomics in den kommenden Jahren an?

Unsere Kunden entdecken ständig neue Anwendungsfälle für uns, das treibt die Entwicklung stark voran. Auf unserer unmittelbaren Roadmap stehen Funktionen wie ein Patientenmanagement-Tool im übersichtlichen Kanban-Stil und bessere Visualisierungen für Laborwerte, damit man Verläufe auf einen Blick erkennen kann.

Strategisch geht es jetzt in die Breite. Wir sind in Deutschland und Schweden aktiv, führen aber bereits erste Gespräche in Österreich und der Schweiz. Ziel ist es, dass aiomics im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus zum Standard für intelligente Datenverarbeitung wird.

aiomics medizinische Daten für Kliniken intelligent nutzen
Screenshot

Welche persönlichen Erfahrungen aus Ihrer Zeit als Arzt prägen heute Ihre Entscheidungen als Gründer?

Ich habe oft erlebt, dass Software „anonym“ ist – man fragt sich, ob die Entwickler jemals einen echten Nutzer getroffen haben. Man muss seine Denkweise der Software unterordnen.

Durch meine Studien in Cambridge, Stanford und Harvard und meine Erfahrung in der digitalen Innovation habe ich eines gelernt: Wirklich gute Software ist unsichtbar. Sie fällt gar nicht auf, weil sich die Nutzung völlig natürlich anfühlt. Das ist mein Anspruch an aiomics. Es darf keine weitere Hürde sein, sondern muss sich anfühlen wie eine Erleichterung. Und ich will, dass die Menschen, die unsere Plattform nutzen, auch genau wissen, wer dahinter steckt und wofür wir stehen. Dass wir sie verstehen und ihnen helfen wollen, zurück zu ihrer Berufung zu finden.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben die im hochregulierten Gesundheitsmarkt starten wollen?

Erstens: Verbringe so viel Zeit wie möglich mit den Nutzern. Das klingt wie eine Binsenweisheit, wird aber oft ignoriert. Wir lernen immer noch ständig Neues, nur weil wir zuhören. Und man muss beweisen, dass man Feedback schnell umsetzt. Die meisten Anbieter im Gesundheitswesen sind träge – wer hier schnell und nah am Kunden ist, gewinnt massiv an Loyalität (und Geduld).

Zweitens: Ehrlichkeit gewinnt. Klinikmitarbeiter:innen sind mittlerweile allergisch gegen Hochglanz-PowerPoints, die nichts mit der Realität zu tun haben. Zu oft wurde ihnen das blaue vom Himmel versprochen und es gibt kaum Substanz dahinter. Das schafft Misstrauen. Wenn man offen kommuniziert, was das Produkt schon kann und was noch entwickelt wird, erntet man Respekt und Vertrauen.

Drittens: Werde zur Priorität. Wenn du nicht eines der Top-3-Probleme einer Klinik löst, wirst du ignoriert. Kliniken haben keine Kapazitäten für „nice-to-have“. Viele Gründer:innen treten belehrend auf und wollen erklären, was wichtig ist. Das funktioniert nicht. Man muss den echten Schmerz lindern – sei es Zeitmangel oder Geldnot – und sich den Realitäten anpassen, statt sie belehren zu wollen.

Bildcredits:© Jessica Hanlon

Wir bedanken uns bei Dr. Sven Jungmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: aiomics

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Rosenthaler Straße 72 A
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www.aiomics.de
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Wie können industrielle Prozesse gleichzeitig schneller und zuverlässiger werden?

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INLEAP Photonics, Laserstrahllenksystem und Industrie Geschäftsführer stehend

INLEAP Photonics entwickelt ein digitales Laserstrahllenksystem für die Industrie, das Produktivität steigert und mechanische Grenzen in der industriellen Fertigung überwindet.

Wie ist INLEAP Photonics entstanden und welche Rollen übernehmen die Personen hinter dem Unternehmen?

INLEAP Photonics ist aus dem Laser Zentrum Hannover entstanden. Felix und ich haben dort promoviert und als Gruppenleiter unterschiedlicher Fachbereiche gearbeitet. Während der Arbeit entstand damals die Idee für unser erstes Produkt: INLEAP® FASTLIGHT®, ein innovatives, ultraschnelles und pixelbasiertes Laserstrahllenksystem für industrielle Anwendungen. Anfang 2023 haben wir daraufhin die INLEAP Photonics GmbH gegründet und die Technologie im Rahmen eines EXIST-Forschungstransferprojektes entwickelt, erprobt und 2024 erstmalig verkauft. Ich verantworte heute als CEO das operative Geschäft und die strategische Ausrichtung. Felix ist als CTO für die technologische Entwicklung zuständig. Mit Katharina haben wir früh ein weiteres Gründungsmitglied ins Team geholt, die als CFO die betriebswirtschaftliche Perspektive, Finanzen und Marketing abdeckt.

Aus welchem technologischen oder industriellen Bedarf heraus habt ihr INLEAP Photonics gegründet?

Der ursprüngliche Bedarf kam ganz klar aus der Industrie. Klassische mechanische Laserstrahllenksysteme sind langsam und verursachen dadurch hohe Prozessnebenzeiten. Das begrenzt die Produktivität und treibt Produktionskosten in die Höhe. Wir wollten diese Grenzen aufbrechen und bis dahin noch ungenutzte Potenziale der Lasermaterialbearbeitung ausschöpfen. Deshalb haben wir ein digitales und pixelbasiertes Laserstrahllenksystem entwickelt, das ohne zu bewegende Bauteile, wie Spiegel, auskommt. Ziel war von Anfang an, industrielle Prozesse schneller, stabiler und effizienter zu machen. Nicht als Prototyp, sondern als echtes, industrietaugliches System.

Welche Vision verfolgt ihr mit eurer Laser-Strahllenktechnologie für die industrielle Fertigung?

Unsere Vision ist es, einen neuen Standard für Produktivität, Effizienz und Sicherheit in laserbasierten Anwendungen zu setzen – in der Industrie ebenso wie im Schutz kritischer Infrastrukturen. Wir wollen Laserstrahllenksysteme von den Limitierungen mechanischer Systeme befreien.
Für die industrielle Fertigung heißt das konkret: mehr Durchsatz, stabilere Prozesse und reproduzierbare Qualität. Die Technologie soll sich nahtlos in bestehende Produktionslinien integrieren lassen. Für uns ist entscheidend, dass unsere Systeme im industriellen Alltag funktionieren.

Wie unterstützt eure Technologie konkret Unternehmen in der laserbasierten Materialbearbeitung?

Unsere INLEAP® FASTLIGHT® Technologie lenkt den Laser bis zu 2.500-mal schneller als klassische Systeme. Dadurch entfallen viele Nebenzeiten, die heute industrielle Prozesse ausbremsen. Unternehmen können ihre laserbasierten Anlagen mit unserer Technologie besser auslasten, Prozesse beschleunigen und Energie sparen.

An welche Branchen richtet sich euer Angebot besonders und warum gerade diese?

Heute liegt unser klarer Fokus auf sicherheitsrelevanten Anwendungen im Defence- und Security-Umfeld. Dazu zählen militärische Organisationen, Behörden sowie Betreiber kritischer Infrastrukturen. Hier besteht eine klare Fähigkeitslücke bei der Drohnenabwehr, insbesondere in urbanen und sensiblen Umgebungen, in denen der Schutz von Menschen eine zentrale Rolle spielt.
Parallel bleiben industrielle Anwendungen für uns ein zentraler Technologietreiber, etwa in der Additiven Fertigung oder Batteriezellenproduktion. Diese Anwendungen zeigen, dass unsere Technologie unter realen industriellen Bedingungen zuverlässig funktioniert.

Was unterscheidet INLEAP Photonics von klassischen mechanischen Scannerlösungen im Markt?

Der größte Unterschied ist, dass wir keine mechanischen, beweglichen Spiegel einsetzen. Unsere Laserstrahllenkung ist digital und pixelbasiert. Das macht uns extrem schnell, hochpräzise und deutlich stabiler im Betrieb. Es gibt keinen mechanischen Verschleiß, keine Nachjustierung und deutlich mehr Prozessstabilität. Das eröffnet Einsatzmöglichkeiten, die mit vielen bestehenden Systemen nicht realisierbar sind.

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, eine Deep-Tech-Lösung aus der Forschung in die Industrie zu überführen?

Die größte Herausforderung ist, aus einer sensiblen Hochtechnologie ein robustes, industrietaugliches Produkt zu machen. Optik ist per se anspruchsvoll, gerade wenn sie in rauen Umgebungen eingesetzt wird.
Man muss sehr früh lernen, industriell zu denken: Fertigung, Qualitätssicherung, Zuverlässigkeit über Jahre. Genau deshalb war es uns wichtig, möglichst früh aus dem Labor rauszugehen und unter realen Bedingungen zu testen. Unser Anspruch war von Anfang an klar: kein Forschungsprojekt, sondern ein industriell und operativ einsatzfähiges System zu schaffen.

Wie geht ihr mit den hohen Anforderungen an Präzision, Zuverlässigkeit und Integration in bestehende Produktionslinien um?

Wir entwickeln unsere Systeme modular und kompatibel zu bestehenden Anlagen. Kunden können ihre vorhandenen Laserstrahlquellen weiter nutzen. Die Präzision kommt aus unserer innovativen Technologie, die ultraschnelle, stabile und reproduzierbare Prozesse ermöglicht. Gleichzeitig testen wir unsere Systeme kontinuierlich unter realen Bedingungen. Gerade die Kombination aus Optik-Know-how und Maschinenbau-Erfahrung im Team hilft uns, Zuverlässigkeit nicht nur zu versprechen, sondern auch umzusetzen.

Welche Rolle spielen Effizienz und Nachhaltigkeit in eurer Produktentwicklung?

Effizienz ist einer unserer zentralen Leitwerte. In der Industrie bedeutet das höhere Ausbringung bei geringerem Energieeinsatz. In der Drohnenabwehr heißt Effizienz, dass wir ohne Munition arbeiten und pro Einsatz lediglich geringe Mengen elektrischer Energie benötigen.

Wohin soll sich INLEAP Photonics in den kommenden Jahren entwickeln und welche nächsten Schritte plant ihr?

Wir stehen aktuell am Beginn der nächsten Wachstumsphase. Unser Fokus liegt darauf, unser laserbasiertes Drohnenabwehrsystem INLEAP® FASTLIGHT® SHIELD zu skalieren und im Defence- und Sicherheitsumfeld in den Markt zu bringen.
Gleichzeitig bleibt unser industrielles Produkt ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens. In den kommenden Jahren wollen wir international wachsen, weitere Referenzprojekte aufbauen und unser Team gezielt erweitern. Unser Anspruch ist es, in beiden Anwendungsfeldern einen neuen technologischen Standard zu setzen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr Gründerinnen und Gründern geben, die ein technologiegetriebenes Startup aufbauen wollen?

Baut keine Technologie um der Technologie willen, sondern löst ein echtes Problem. Denkt früh industriell und marktorientiert, nicht nur aus der Forschungsperspektive. Und: Stellt ein Team zusammen, das Technik und Business wirklich zusammenbringt. Am Ende zählt, dass etwas nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern vor allem beim Kunden in der Anwendung.

Bildcredits: @INLEAP Photonics GmbH

Wir bedanken uns bei Marius Lammers für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Laser gegen Drohnen: INLEAP Photonics greift an

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INLEAP Photonics, Laserstrahllenksystem und Industrie Geschäftsführer stehend

INLEAP Photonics positioniert sich als Defence Tech Unternehmen und stellt neue laserbasierte Drohnenabwehr vor

Marktreife Lösung für den Schutz kritischer Infrastrukturen

INLEAP Photonics positioniert sich als neues deutsches Defence Tech Unternehmen für laserbasierte Drohnenabwehr. Das Unternehmen bringt mit INLEAP® FASTLIGHT® SHIELD eine marktreife, augensichere und kosteneffiziente Lösung auf den Markt, um Menschen, kritische Infrastrukturen, urbane Räume und sicherheitsrelevante Einrichtungen zuverlässig vor Drohnen zu schützen. Die Technologie adressiert eine der derzeit drängendsten physischen Bedrohungen für Gesellschaft, Wirtschaft und die staatliche Handlungsfähigkeit in Deutschland und Europa.

INLEAP Photonics entwickelt seine industrielle Hochpräzisions Technologie für sicherheitskritische Einsatzszenarien weiter. Die INLEAP® FASTLIGHT® Technologie von INLEAP Photonics lenkt Laserstrahlen bis zu 2500x schneller als herkömmliche Lösungen. Damit lassen sich industrielle laserbasierte Produktionsprozesse wie beispielsweise in der Additiven Fertigung und Batteriezellenproduktion signifikant beschleunigen. Auf Basis dieser Hochpräzisionstechnik wurde die Technologie kontinuierlich zu einem laserbasierten Gesamtsystem weiterentwickelt, das eine sichere, zuverlässige und effektive Drohnenabwehr ermöglicht.

Mit INLEAP® FASTLIGHT® SHIELD adressiert das Unternehmen einen Wachstumsmarkt und schließt eine sicherheitskritische Fähigkeitslücke. Der hochpräzise und ultraschnelle Laser neutralisiert Drohnen innerhalb von Sekundenbruchteilen gezielt an identifizierten Schwachstellen. Dabei ist das System mobil, benötigt keine Munition und kann Menschen, Equipment und kritische Infrastrukturen schützen.

Finanzierung bestätigt Marktpotenzial

Eine im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossene Finanzierungsrunde unter Führung des High Tech Gründerfonds HTGF bestätigt das hohe Markt und Vertrauenspotenzial der Lösung. Die Finanzierungsrunde ermöglicht INLEAP Photonics, die Skalierung und den Markteintritt im Defence und Sicherheitsumfeld weiter voranzutreiben. An der Runde beteiligten sich zudem Ventis Capital sowie mehrere private Investoren.

Dr. Ing. Marius Lammers, Chief Executive Officer von INLEAP Photonics:

„Die sicherheitspolitischen und technischen Rahmenbedingungen sind herausfordernd. Drohnen stehen vergleichsweise kostengünstig zur Verfügung und sind leistungsfähige Flugobjekte, die sich für Spionage und als Waffen einsetzen lassen oder Schäden an Infrastrukturen wie Stromnetzen oder Störungen im Flugverkehr verursachen können. Eine effektive Drohnenabwehr ist deshalb essentiell für den Schutz von Menschen und kritischen Infrastrukturen. Unsere Technologie löst dabei zentrale operative Herausforderungen. Der Betrieb ist augensicher, das System aufgrund seiner kompakten Abmessungen mobil einsetzbar und zudem kostengünstig – perfekt geeignet für den Einsatz in urbanen und schwer zugänglichen Gebieten.“

Drohnenabwehr dank ultraschnellem Laserstrahl

INLEAP Photonics, das 2024 mit dem niedersächsischen Innovationspreis in der Kategorie Schlüsseltechnologien für seine industrielle Innovation ausgezeichnet wurde, setzt seine Laserexpertise gezielt für sicherheitskritische Anwendungen ein. INLEAP® FASTLIGHT® SHIELD nutzt die innovative Laserstrahllenkung, um Drohnen effizient, verlässlich und sicher unschädlich zu machen. Ein punktgenauer extrem kleiner Lichtfleck mit hoher Energie trifft die Drohne an einer Schwachstelle, die zuvor mittels KI basierter Analyse identifiziert wurde.

Dr. Ing. Felix Wellmann, Chief Technology Officer von INLEAP Photonics:

„Die abgeschlossene Finanzierungsrunde markiert für uns einen wichtigen Meilenstein. Unsere Stärke liegt in der extrem schnellen und präzisen Laserstrahlführung, auch wenn die Umgebung anspruchsvoll und widrig ist. Diese Eigenschaften sind entscheidend, um Drohnen kontrolliert, effizient und ohne Risiken für das Umfeld zu neutralisieren. Die Investitionen erlauben es uns, die industrielle Skalierung sowie die Integration in operative Einsatzszenarien umzusetzen.“

Dr. Koen Geurts, Senior Investment Manager beim HTGF: „Wir vom High Tech Gründerfonds sehen in INLEAP Photonics ein Unternehmen mit klarer technologischer Differenzierung. INLEAP Photonics verbindet industrielle Laserexpertise mit einem hochaktuellen Anwendungsfeld. Das Team adressiert mit seiner Lösung einen stark wachsenden Markt und verfolgt dabei einen technologisch fundierten und skalierbaren Ansatz.“

Nächste Wachstumsphase und internationale Skalierung

INLEAP Photonics bereitet die nächste Wachstumsphase vor, um die internationale Skalierung weiter zu beschleunigen. Parallel dazu baut INLEAP Photonics sein Team weiter aus und plant, in den kommenden Monaten zusätzliche Fachkräfte einzustellen.

Bild INLEAP Photonics Geschäftsführer Bildcredits INLEAP Photonics GmbH

Quelle PIABO PR GmbH

Warum ist Compliance in Europa noch immer ein Expansionshemmnis?

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Bits setzt auf Compliance und Onboarding in Europa Bits Technology Founder Team vltr Robin Lantz, Fredik Eriksson und Jonatan Klintberg Bildcredits: Bits Technology

Bits ist ein in Stockholm ansässiges Unternehmen, das eine paneuropäische Infrastruktur für Compliance und Onboarding für regulierte Finanzunternehmen entwickelt

Wie ist Bits als in Stockholm ansässiger Anbieter für Compliance- und Onboarding-Infrastruktur entstanden, und welche Personen stehen hinter dem Unternehmen?

Bits wurde 2022 in Stockholm von Jonatan Klintberg, Fredrik Eriksson und Robin Lantz gegründet. Das Unternehmen entstand aus unserer direkten Erfahrung in schnell wachsenden Fintech- und Infrastrukturunternehmen, in denen wir immer wieder auf dasselbe Problem stießen. Compliance und Onboarding verlangsamten die Expansion und verursachten einen hohen operativen Aufwand. Unser Ziel war es, eine moderne Infrastruktur zu entwickeln, die Compliance-Prozesse marktübergreifend vereinheitlichen konnte, anstatt Unternehmen zu zwingen, lokale Tools und manuelle Workflows zusammenzusetzen.

Bits wurde von ehemaligen Operatoren von Klarna, AWS und Tink gegründet. Welche Erfahrungen aus dieser Zeit haben das Produkt am stärksten geprägt?

Bei Klarna haben wir aus erster Hand erlebt, wie komplex es ist, Finanzprodukte über viele Länder hinweg zu skalieren und dabei in unterschiedlichen regulatorischen Umfeldern zu bestehen. Aus der Zeit bei Amazon Web Services kommt ein Infrastruktur-Denken, das auf Verlässlichkeit, Skalierbarkeit und modulare Systeme ausgerichtet ist. Tink wiederum brachte uns tiefe Einblicke in die Fragmentierung europäischer Finanzdaten und den dazugehörigen Integrationen. Alle diese Erfahrungen haben Bits zu einer API-orientierten, stark automatisierten Plattform geformt, die Compliance als Kerninfrastruktur behandelt und nicht als nachgelagerte Verwaltungsaufgabe.

Welche Vision verfolgt Bits beim Aufbau einer paneuropäischen Compliance-Plattform für Banken und Fintechs?

Bits will zur zentralen Compliance-Schicht für regulierte Finanzunternehmen werden, die in Europa tätig sind. Die Vision ist eine einheitliche Plattform, die Onboarding, KYC, KYB, Geldwäscheprävention (AML), Risikobewertung, laufende Überwachung und Fallbearbeitung in einem System abdeckt. Compliance soll kein Wachstumshemmnis sein, sondern ein Wegbereiter, der es Unternehmen ermöglicht, mit einheitlichen Prozessen und Kontrollen in neue Märkte zu expandieren.

Warum ist die Fragmentierung von Compliance-Systemen aus Ihrer Sicht eines der größten Wachstumshemmnisse für regulierte Unternehmen in Europa?

Europa verfügt über gemeinsame regulatorische Rahmenbedingungen, aber die zugrunde liegenden Datensysteme, Register und Prozesse unterscheiden sich von Land zu Land erheblich. Dies führt dazu, dass Unternehmen marktspezifische Compliance-Setups mit unterschiedlichen Anbietern und Workflows aufbauen. Die Folge sind höhere Kosten, langsamere Onboarding-Prozesse, mehr manuelle Arbeit und inkonsistente Risikobewertungen. Diese Fragmentierung macht die Expansion zu einem Compliance-Projekt statt zu einer Produktentscheidung. Bits setzt genau hier an und reduziert die Fragmentierung, indem Prozesse und Daten in einer Plattform gebündelt werden.

Bits hat kürzlich 12 Millionen Euro in einer Series-A-Runde eingesammelt. Welche strategische Bedeutung hat diese Finanzierung für die nächste Phase des Unternehmens?

Die 12-Millionen-Euro-Series-A, angeführt von Alstin Capital, unterstützt den Schritt von der frühen Produktphase hin zu größerer europäischer Skalierung. Das Kapital fließt in eine stärkere Automatisierung der Geldwäsche- und Betrugsprozesse, den Ausbau von Anbindungen an europäische Datenquellen, den Teamaufbau und den Eintritt in weitere Märkte wie DACH und das Vereinigte Königreich. Außerdem hilft die Finanzierung, die Weiterentwicklung im Einklang mit sich wandelnden europäischen AML-Anforderungen voranzutreiben.

Unsere Series-A-Finanzierung in Höhe von 12 Millionen Euro, die von Alstin Capital angeführt wurde, unterstützt den Schritt von der frühen Produktphase zur größeren europäischen Skalierung. Das Kapital wird verwendet, um die Automatisierung in den Bereichen AML und Betrugsbekämpfung zu vertiefen, die Integration mit europäischen Datenquellen auszuweiten, das Team zu vergrößern und zusätzliche Märkte wie DACH und Großbritannien zu erschließen. Außerdem hilft uns die Finanzierung dabei, mit den sich weiterentwickelnden europäischen AML-Vorschriften Schritt zu halten.

Wie hilft Bits regulierten Fintech-Unternehmen und Banken konkret dabei, schneller in neue europäische Märkte einzutreten?

Unternehmen integrieren Bits einmalig, statt für jedes Land neue Compliance-Tools zusammenzustellen. Beim Eintritt in einen neuen Markt werden zusätzliche Datenquellen und die jeweilige regulatorische Logik im selben System konfiguriert. Das reduziert Entwicklungsaufwand, Anbieterkomplexität und den Trainingsaufwand im operativen Team. Compliance wird zu einem skalierbaren Rahmenwerk und muss nicht immer wieder neu gestaltet werden.

Ihre Kunden berichten von deutlich reduzierter manueller Fallbearbeitung und stark verkürzten Onboarding-Zeiten. Welche Prozesse werden dabei besonders stark automatisiert?

Die Automatisierung konzentriert sich auf Identitäts- und Unternehmensprüfung, Risikobewertung, Abgleich gegen Sanktions- und PEP-Listen, Analyse von Betrugssignalen, laufende Überwachung sowie die Fallzuweisung und -steuerung. Die Plattform sammelt und bewertet Daten automatisch und eskaliert nur komplexere oder risikoreichere Fälle an menschliche Prüfer. Hier sind die meisten Einsparungen beim manuellen Arbeitsaufwand zu finden.

Was unterscheidet Bits von marktspezifischen Compliance-Anbietern oder Einzellösungen im Kampf gegen Finanzkriminalität?

Viele Anbieter decken nur eine Funktion ab, etwa Identitätsprüfung oder Screening. Bits hingegen liefert einen durchgängigen Compliance-Prozess, der vom Onboarding über die laufende Überwachung bis zur Fallbearbeitung reicht. Dazu kommen einheitliche Risikologik, konsistente Entscheidungen und ein zentraler, nachvollziehbarer Prüfpfad. Dieser Lebenszyklus-Ansatz reduziert die Tool-Vielfalt und schafft ein kohärenteres Kontrollmodell.

Wie gelingt es Ihnen, hohe regulatorische Sicherheit mit skalierbaren, vollständig digitalen Onboarding-Prozessen zu verbinden?

Bits nutzt strukturierte Daten, regelbasierte Entscheidungslogik und detaillierte Prüfpfade. Automatisierte Prüfungen sind an klare Datenquellen und Risikoregeln gebunden, was den regulatorischen Anforderungen entspricht. Gleichzeitig halten Automatisierung und einheitliche Abläufe das Onboarding digital und schnell, ohne Nachvollziehbarkeit oder Kontrolle zu verlieren.

Welche Rolle spielen integrierte Datenquellen wie Unternehmensregister, PEP- und Sanktionslisten oder Betrugssignale für Ihr Modell?

Integrierte Daten sind von zentraler Bedeutung. Unternehmensregister, Daten zu wirtschaftlichen Eigentümern, Sanktions- und PEP-Listen, Identitätsinformationen und Betrugsindikatoren werden in einer standardisierten Risikobetrachtung zusammengeführt. Dies reduziert den manuellen Datenerfassungsaufwand und verbessert die Qualität und Konsistenz automatisierter Risikobewertungen.

In welche Richtung möchten Sie Bits mit Blick auf Produktentwicklung, Automatisierung und europäische Expansion weiterentwickeln?

Der Fokus liegt auf einer stärkeren Automatisierung der AML- und Betrugsbekämpfung, einer breiteren europäischen Datenabdeckung und der Expansion in weitere Märkte. Ziel ist es, das Bits eine zentrale Compliance-Infrastruktur für Fintechs und Banken in Europa wird, die mit den zukünftigen AML-Rahmenbedingungen der EU im Einklang steht.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die ein Startup in einem stark regulierten und europäischen Markt aufbauen möchten?

Erstens: Regulierung von Anfang an als Teil der Produkt- und Prozessinfrastruktur behandeln.
Zweitens: Früh in Automatisierung investieren, weil manuelle Abläufe die Skalierung begrenzen.

Bits Technology Founder Team vltr Robin Lantz, Fredik Eriksson und Jonatan Klintberg Bildcredits: Bits Technology

Wir bedanken uns bei Jonatan Klintberg für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Was passiert, wenn KI konsequent aus Kundensicht gedacht wird?

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LoyJoy KI Conversational AI für Unternehmen ulf lötschert loyjoy

LoyJoy entwickelt eine Plattform für KI und Conversational AI, mit der Unternehmen ihre Kundeninteraktion proaktiv, sicher und langfristig automatisieren können.

Wie würden Sie LoyJoy und das Gründerteam vorstellen?

Wir sind ein eigenfinanziertes Technologieunternehmen aus Münster und verstehen uns als Gegenentwurf zu anonymen Tech-Konzernen. Mein Mitgründer CTO Dr. Ulrich Wolffgang und ich haben LoyJoy 2018 gegründet, um die einfachste Plattform für Conversational AI zu bauen. Unser Claim lautet „Agents People Love“. Das bedeutet: Wir wollen Technologie an der Kundenschnittstelle schaffen, die nicht nur funktioniert, sondern Freude bereitet. Da wir keine externen Investoren mit kurzfristigen Exit-Zielen im Nacken haben, können wir uns voll auf den langfristigen Erfolg unserer Kunden konzentrieren. Wir sind gekommen, um zu bleiben.

Welche Motivation stand am Anfang von LoyJoy und wie hat sie die Entwicklung der Plattform geprägt?

Am Anfang stand die Überzeugung, dass Freude – Joy – das ultimative Ziel jedes Kundenerlebnisses sein sollte. Wir sahen damals oft Chatbot-Lösungen, bei denen spürbar Kostensenkung statt Kundenerlebnis im Vordergrund standen. Das wollten wir ändern. Unsere Mission ist es, Technologie und menschliche Beziehungen nahtlos zu vereinen. Und diese Erlebnisse sorgen für loyale Kunden, daher das „Loy“ im Namen. Diese Motivation prägt die Plattform bis heute: Wir bauen Software, die Fachabteilungen empowert, selbstständig herausragende Erlebnisse zu schaffen.

Welche Vision verfolgen Sie für KI-gestützte Kundeninteraktion und welche Rolle soll LoyJoy dabei einnehmen?

Wir sehen „Agentic AI“ als den absoluten Gamechanger. Die Vision ist der Wechsel vom reaktiven Support zur proaktiven Unterstützung. KI-Agenten sollen nicht mehr nur antworten, sondern Probleme im Namen des Kunden aktiv und fallabschließend lösen. LoyJoy nimmt dabei die Rolle des Ermöglichers ein: Wir machen diese komplexe KI-Fähigkeit für Unternehmen einfach und sicher nutzbar, damit sie ihre Kundenschnittstelle automatisieren können. Und gleichzeitig die Kunden damit begeistern.

Für welche Unternehmen ist Ihre Conversational-AI-Plattform besonders relevant und wie erfüllen Sie deren Anforderungen?

Wir passen perfekt zu Unternehmen, die einen echten langfristigen Partner suchen und keinen bloßen Software-Lieferanten. Das sind oft Mittelständler und Konzerne, die Wert auf Innovation bei gleichzeitiger Stabilität, Datenschutz und direkten Draht zur Entwicklung legen. Dazu gehören Branchen wie Versicherer, Banken, Energieversorger und Konsumgüterhersteller. Aber auch das Rückgrat der deutschen Wirtschaft: der B2B-Mittelstand und das produzierende Gewerbe mit erklärungsbedürftigen Produkten. So gehören TRUMPF, SCHOTT, Vaillant, R+V Versicherung und Paul Hartmann AG zu unseren Kunden. Hier hilft KI, einen leichtgewichtigen Kanal zum Kunden aufzubauen und Produkte verständlich zu machen. Wir bieten die Agilität eines Startups gepaart mit der regulatorischen Sicherheit, die diese Branchen brauchen. Da wir unabhängig sind, fließen Kundenwünsche bei uns direkt in die Roadmap ein.

Ihr Ansatz kombiniert generative KI mit Prozessautomatisierung. Wo sehen Sie darin den größten Nutzen für Ihre Kundinnen und Kunden?

Der Nutzen liegt in der Geschwindigkeit und Sicherheit: Schon Mitte 2023 waren unsere Kunden im großen Stil live mit generativer KI an der Kundenfront. Da haben die meisten Unternehmen gerade angefangen, sich überhaupt mit dem Thema auseinanderzusetzen. Heute planen und handeln unsere KI-Agenten autonom. Strukturierte Prozesse geben der KI dabei die Leitplanken und sorgen für 100 % Sicherheit, dass jede Interaktion korrekt durchgeführt wird. Das Ergebnis sind nicht nur beantwortete Fragen, sondern gelöste Anliegen der Kunden.

Viele Unternehmen kämpfen mit komplexen oder zeitaufwendigen Service-Prozessen. Wie unterstützt LoyJoy speziell in solchen Situationen?

Wir geben den Fachabteilungen das Werkzeug an die Hand, diese Prozesse selbst zu automatisieren. Mit LoyJoy bauen sie Agenten, die weit über einfache Chatbots hinausgehen. Sie fragen Daten ab, validieren sie und lösen den Fall im Backend. Das entlastet die Teams von Routineaufgaben und schafft Raum für echte Wertschöpfung. Wir verwandeln komplexe Prozesse in einfache Dialoge.

Was macht LoyJoy einzigartig im Vergleich zu anderen Chatbot- oder KI-Agenten-Plattformen?

Ganz klar unsere Unabhängigkeit und Kundennähe. Bei uns arbeiten Kunden nicht mit einem anonymen Ticketsystem, sondern mit einem Team, das ihre Ziele versteht. Ich sage oft: „Schreib mir gerne eine persönliche Nachricht.“ Wir hören zu und liefern. Zudem sind wir keine „Feature-Fabrik“ für Investoren, sondern bauen das, was unseren Kunden echten Mehrwert bringt. Technisch ist es die Kombination aus extrem einfacher Bedienbarkeit (No-Code) und der Intelligenz agentischer KI mit gleichzeitg tiefer Prozessintegration.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Lösung gleichzeitig leistungsfähig und datenschutzkonform bleibt?

Datenschutz ist für uns elementar und tief in der Plattform verwurzelt. Wir entwickeln ausschließlich in Deutschland und hosten verschlüsselt in der EU. Die Datensouveränität ist unser strategischer Anker und das zahlt sich gerade jetzt aus. Seit Ende 2025 verstärken wir auch den Fokus auf selbstgehostete KI-Modelle, um unabhängig von großen Plattformen zu sein. Unsere Kunden erhalten die Power der großen LLMs, aber in einem sicheren Rahmen, der auch in regulierten Branchen wie bei Versicherern und Healthcare funktioniert.

Welche Weiterentwicklungen oder neuen Funktionen stehen bei LoyJoy als Nächstes auf der Roadmap?

Noch im ersten Quartal 2026 wird unser Phonebot veröffentlicht. Dann bearbeiten unsere KI-Assistenten auch telefonische Anfragen möglichst fallabschließend. Die Ergebnisse unserer Beta-Phase sind sehr stark. Und wir sehen gerade eine strategische Lücke, in die wir vorstoßen: Parloa ist vielen Kunden zu teuer und fokussiert sich auf Wachstum außerhalb der EU. Cognigy wurde kürzlich an einen US-Konzern verkauft. Wir bieten KI auf Top-Niveau aus Deutschland, unabhängig von großen Plattformen. Da sehen wir gerade ein riesiges Potenzial.

Wie verändert sich der Markt für Conversational AI aus Ihrer Sicht und wie positioniert sich LoyJoy langfristig?

Der Markt konsolidiert sich, und viele reine „Wrapper“-Lösungen werden verschwinden. Übrig bleiben Plattformen, die tief in die Wertschöpfung integriert sind. LoyJoy positioniert sich hier als die stabile, unabhängige Alternative zu den US-Tech-Giganten und mit Venture Capital aufgeladenen Wettbewerbern. Wir sind der agile Partner, der Unternehmen hilft, ihre eigene KI-Souveränität zu behalten. Langfristige Kundenbeziehungen sind unser Ziel und unsere ersten Kunden aus 2018 sind bis heute enge Partner.

Welche Bedeutung hat es für euch, dass LoyJoy Teil des de:hub Netzwerks ist und welche Vorteile ergeben sich daraus?

Wir sind Mitglied im Insurlab Germany und das ist für uns von entscheidender Bedeutung, dass wir in der Versicherungsbranche Fuß fassen konnten. Begonnen hat unser Engagement in der Branche 2023 beim InsurTech Hub Munich. Dort haben wir die ersten Versicherer als Kunden gewonnen. Ohne das starke Netzwerk und das Engagement der Menschen in den Hubs wären wir heute nicht da, wo wir sind. Versicherer sind die wachstumsstärkste Branche für uns. Wir konnten in Rekordzeit Branchen-Knowhow aufbauen, die Herausforderungen verstehen und so echte Mehrwerte schaffen. Wir sprechen heute die Sprache der Branche, das verdanken wir de:hub.

Würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern empfehlen, ihre Startups ebenfalls im Umfeld des de:hub aufzubauen, und welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Ja, denn es unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Unterfangens und hilft dabei, Fehler zu vermeiden. Der Austausch mit Experten und der niedrigschwellige Zugang zu einem großen Netzwerk ist Gold wert. Man lernt nicht nur von den Erfolgen anderer, sondern auch, wie man Klippen umschifft.

Welche drei Ratschläge möchten Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben, die im Bereich KI oder Customer Experience starten möchten?

Erstens: KI muss Kundennutzen bringen, sonst verliert es schnell den Reiz. Welche KPIs werden konkret verbessert und was ist das für die Kunden wert? Wer das nicht beantworten kann, wird aus der PoC-Phase nicht herauskommen. Zweitens: Bewahrt euch eure Unabhängigkeit, wenn möglich. Das erlaubt euch, langfristig und nachhaltig zu denken. Drittens: Sprecht mit eurer Zielgrupppe. Baut Produkte für echte Menschen und echte Probleme, nicht für Pitch-Decks.

Bildcredits: LoyJoy GmbH

Wir bedanken uns bei Ulf Lötschert für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie ein deutsches Deep-Tech-Startup 50 Millionen Euro einsammelt

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AMERIA AG sammelt 50 Millionen Euro über Companisto Albrecht Metter, CEO AMERIA AG

AMERIA AG sammelt mehr als 50 Millionen Euro über Companisto Business Angel Netzwerk von privaten Investoren ein

Mehr als 50 Millionen Euro Kapital, hunderte Business Angels und ein globaler Produktlaunch mit dem strategischen Partner SONY. Die AMERIA AG (AMERIA) aus Heidelberg zeigt, wie Deep-Tech und die dazugehörige Finanzierung in Deutschland auch jenseits klassischer Venture Capitals (VC) funktionieren kann.

Mehr als 50 Millionen Euro Finanzierung durch Business Angels

Die AMERIA AG hat über mehrere Finanzierungsrunden durch das Companisto Business Angel Netzwerk insgesamt mehr als 50 Millionen Euro eingeworben, davon mehr als elf Millionen Euro in einer kürzlich abgeschlossenen Runde. Dieser Erfolg beweist, dass Deep-Tech-Unternehmen auch in Deutschland jenseits klassischer VC-Strukturen und mit Hilfe von Business Angels skalierbar aufgebaut werden können.

Globaler Produktlaunch mit SONY

Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist der internationale Launch des ersten gemeinsamen Produkts von AMERIA und SONY am 3. Februar 2026. Das innovative „interactive Spatial Reality Displays“ (iSRD) ermöglicht die berührungslose Steuerung dreidimensionaler Inhalte ohne den Einsatz einer VR-Brille und setzt damit neue Maßstäbe für immersive Anwendungen.

Einsatzmöglichkeiten für das Gerät sieht das Heidelberger Unternehmen vor allem in der Medizin, Industrie, Architektur und Immobilien sowie im Konsum- und Luxusgüterhandel. Die Vorstellung erfolgt im Rahmen der Integrated Systems Europe (ISE) in Barcelona, die als zentrale internationale Plattform für digitale und immersive Technologien gilt.

Partnerschaft und Geschäftsmodell

SONY übernimmt im Rahmen der Partnerschaft den weltweiten Vertrieb des Produkts und bringt seine Displaytechnologie sowie sein internationales Vertriebsnetz ein. AMERIA verantwortet die Software für gestengesteuerte Interaktion, Content-Verarbeitung und das Cloud-Betriebssystem. Das Geschäftsmodell basiert auf Software- und Produktlizenzen. Erste kommerzielle Anwendungen befinden sich bereits in der Vorbereitung.

Stimmen aus dem Unternehmen

„Gemeinsam mit SONY bringen wir am 3. Februar unser erstes gemeinsames Produkt auf den Markt. Das ist ein Meilenstein, aber längst nicht das Ende unserer Entwicklung. Mit MAVERICKAI dem KI-Laptop geht es weiter. Damit nehmen wir gezielt den Wettbewerb mit den Big-Tech-Unternehmen auf. Unser Weg zeigt, dass sich auch aus Europa und Deutschland heraus skalierbare, international erfolgreiche Deep-Tech-Unternehmen jenseits klassischer VC-Strukturen aufbauen lassen. Das Vertrauen unserer Investoren, die schon früh an unsere Vision geglaubt haben, ist entscheidend für den Erfolg. Ohne die Unterstützung unseres Investitionspartners Companisto wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen“, sagt Albrecht Metter, Gründer und Vorstand der AMERIA AG.

Perspektive von Companisto

Aus Sicht von Companisto unterstreicht die Investitionsrunde die langfristige Entwicklung des Unternehmens und die Rolle des digitalen Business Angel Netzwerks bei der Begleitung technologieorientierter Wachstumsunternehmen.

„Die AMERIA AG ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie langfristig angelegte Partnerschaften im Companisto Business Angel Netzwerk echten strategischen Mehrwert schaffen. Seit vielen Jahren begleiten wir AMERIA als Investmentpartner und haben die technologische Entwicklung sowie den konsequenten DeepTech-Fokus eng mitverfolgt. Unser Business Angel Netzwerk bringt nicht nur Kapital, sondern unternehmerische Expertise, strategische Perspektiven und ein belastbares Investorenfundament ein. Gerade im Kontext der aktuellen Finanzierungsrunde und der Produktpartnerschaft mit Sony zeigt sich, wie wirkungsvoll diese Form der Zusammenarbeit für nachhaltiges Wachstum und internationale Skalierung ist“, so Sarah Buge, COO von Companisto.

Für Companisto ist die erneute erfolgreiche Finanzierungsrunde der AMERIA AG ein Beispiel, wie sich Unternehmen über mehrere Investmentphasen hinweg entwickeln können. Wiederholte Beteiligungen ermöglichen es privaten Business Angels, die Skalierung komplexer Technologien langfristig zu begleiten und an entscheidenden Entwicklungsschritten teilzuhaben.

Bild Albrecht Metter, CEO AMERIA AG

Quelle Companisto GmbH

Reichen zwei Minuten, um den Wintersport neu zu denken?

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Bischof Snowboards, Snowboards und Maßanfertigung Leo Bischof Gründer Bischof Snowboards

Bischof Snowboards fertigt maßgeschneiderte Snowboards und stellt seine Maßanfertigung am 10. Februar 2026 in der PULS 4 Sendung 2 Minuten 2 Millionen vor.

Können Sie uns und unseren Lesern Bischof Snowboards kurz vorstellen und erklären, welches Problem Sie im Snowboardmarkt lösen?

Bischof Snowboards steht für das Ende der Kompromisse am Berg. Viele Rider kämpfen mit unpassender Massenware – das kostet Kraft, Fahrspaß und erhöht das Verletzungsrisiko. Wir lösen das durch 100% Maßanfertigung. Unser absoluter Gamechanger ist dabei der weltweit erste Echtzeit-Snowboard-Konfigurator: Er berechnet auf Basis biometrischer Daten und Fahrstil in Millisekunden den perfekten Shape und verkürzt die Fertigung auf wenige Tage. So verbinden wir traditionelles Handwerk mit High-Tech und machen maßgeschneiderte Unikate ohne monatelange Wartezeiten zugänglich.

Was ist die Vision hinter Bischof Snowboards und welches langfristige Ziel verfolgen Sie mit Ihrem Startup?

Unsere Vision ist es, dass jeder Snowboarder spürt, wie sich ein Brett anfühlt, das wirklich „ihm“ gehört. Wir wollen weg von der anonymen Massenware hin zu bewusstem Konsum und langlebiger Qualität. Langfristig möchten wir Bischof Snowboards als die erste Adresse für maßgefertigtes Wintersport-Equipment in Europa etablieren und beweisen, dass Individualität auch skalierbar ist.

An wen richtet sich Ihr Produkt konkret und warum sind individuell konfigurierbare Snowboards gerade für diese Zielgruppe besonders relevant?

Wir richten uns an Individualisten – vom ambitionierten Hobby-Rider bis zum Profi, für die Snowboarden kein bloßer Sport, sondern ein Lebensgefühl ist. Genau hier macht unser Konzept den Unterschied: Nuancen in Geometrie und Härte entscheiden darüber, ob ein Tag am Berg nur gut oder legendär wird. Doch Individualität endet bei uns nicht beim Fahrverhalten. Wir bieten auch visuell volle Freiheit: Mit Custom-Grafiken können unsere Kunden ihr Board selbst gestalten. So entsteht ein kompromissloses Unikat, das technisch perfekt performt und optisch zu 100 % den eigenen Stil ausdrückt.

Warum haben Sie sich entschieden, Ihr Startup am 10. Februar in 2 Minuten 2 Millionen zu pitchen?

Der entscheidende Impuls kam von meinen Mentoren Lukas und Julia Watzinger (Reeloq). Ich habe zwar etwas Zeit gebraucht, um diesen Rat tatsächlich in die Tat umzusetzen und mich zu bewerben, doch die wahre Tragweite dieses Schritts wurde uns erst während der intensiven Vorbereitung bewusst. „2 Minuten 2 Millionen“ ist die größte Bühne Österreichs. Wir nutzen diese Chance nicht nur für Kapital, sondern um zu beweisen, dass echte Innovation auch im traditionellen Wintersport möglich ist – und um uns dem Feedback der Top-Experten zu stellen.

Mit welchen Erwartungen und Zielen gehen Sie in die Sendung und gibt es bestimmte Investoren, die Sie besonders überzeugen möchten?

Unser primäres Ziel ist „Smart Money“. Wir suchen einen strategischen Partner, der nicht nur Kapital einbringt, sondern uns mit Netzwerk und Know-how im Markenaufbau und High-End Produktvertrieb voranbringt. Menschlich muss es passen: Wir brauchen jemanden mit dem Herz am rechten Fleck und echter Leidenschaft für den Sport. Ein besonderes Augenmerk haben wir dabei auf Erich Falkensteiner und Christian Jäger geworfen – beide wären für uns ideale Matches. Ob diese Strategie aufgegangen ist? Das sehen die Zuschauer am Dienstag!

Was war für Sie persönlich die größte Herausforderung bei der Vorbereitung auf den Pitch?

Die größte Herausforderung war die radikale Reduktion. Wir leben und atmen dieses Produkt, und es ist unglaublich schwer, jahrelange Entwicklungsarbeit und Herzblut in nur zwei Minuten zu komprimieren. Meine ersten Übungs-Pitches klangen tatsächlich eher wie Rap-Songs, weil ich der festen Überzeugung war, absolut jedes technische Detail unterbringen zu müssen. Ich musste erst lernen, striktes „Kill your darlings“ zu betreiben und mich voll auf die Kernbotschaft zu fokussieren – und das alles, während das Adrenalin so stark pumpt wie noch nie zuvor!

Bischof Snowboards, Snowboards und Maßanfertigung Leo Bischof Gründer Bischof Snowboards
Bildcredits CatchMe Agency

Welche Reaktionen oder Fragen der Investoren erwarten Sie und worauf sind Sie besonders gespannt?

Wir rechnen fest mit kritischen Fragen zur Skalierbarkeit, der Fertigungstiefe und natürlich zum Preispunkt – den klassischen Business-Mechaniken. Besonders gespannt sind wir aber auf die emotionale Resonanz: Springt der Funke über? Begreifen die Investoren, dass wir kein austauschbares Sportgerät verkaufen, sondern ein Erlebnis? Doch wir haben nichts dem Zufall überlassen: Wir haben die letzten vier Staffeln akribisch analysiert und alle jemals gestellten Fragen in einem 27-seitigen Dossier vorab beantwortet. Dazu kamen fünf gnadenlose „Investor-Hot-Seats“ mit Mentoren. Wir stellen uns den Investoren also bestens vorbereitet.

Welche Bedeutung hätte ein Investment für die Weiterentwicklung von Bischof Snowboards?

Ein Investment wäre der absolute Turbolader für unser Wachstum – um die Produktion hochzufahren, das Marketing zu skalieren und den Konfigurator technologisch weiter zu verfeinern. Doch fast noch wichtiger als das Geld ist uns das „Human Capital“: Wir freuen uns auf das Know-how, die Zeit und die Energie unserer Investoren. Wir suchen Partner, die uns blinde Flecken aufzeigen und uns helfen, in neue Geschäftsfelder vorzustoßen, die wir heute vielleicht noch gar nicht auf dem Radar haben.

Was sind die nächsten Schritte für Ihr Startup nach der Sendung und welche Meilensteine möchten Sie in den kommenden Monaten erreichen?

Die Ausstrahlung ist für uns der Startschuss. Oberste Priorität hat jetzt die Customer Experience: Wir wollen, dass jeder neue Kunde vom ersten Kontakt bis zum ersten Turn absolut begeistert ist. Doch wir ruhen uns nicht aus. Hinter den Kulissen bereiten wir bereits den nächsten großen Coup für die kommende Saison vor: Die Expansion in den Skimarkt. Wir übertragen unser Konfigurator-Know-how auf zwei Bretter. Unser Ziel ist es, den medialen Rückenwind voll zu nutzen, um uns endgültig als die Anlaufstelle für maßgefertigten Wintersport – egal ob Board oder Ski – zu etablieren

Abschließend gefragt: Welche Tipps würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die überlegen, ihr Startup in einer TV Startup Sendung zu präsentieren?

Bleibt zu 100 % authentisch. Investoren investieren in Persönlichkeiten – also spielt keine Rolle, sondern zeigt eure echte Begeisterung. Bereitet euch akribisch vor: Eure Zahlen müssen sitzen, aber verpackt sie in eine Geschichte, die berührt. Und vergesst nicht, den Moment zu genießen! Doch mein wichtigster Rat: Sucht euch großartige Mentoren! Ihr braucht Menschen, die euch den nötigen Tritt in den Hintern geben, wenn ihr zögert, und euch wieder aufbauen, wenn es mal nicht nach Plan läuft. Ein riesiges Danke an Lukas und Julia Watzinger von Reeloq – ohne ihren Support und ihre Hartnäckigkeit wäre ich heute gar nicht bei „2 Minuten 2 Millionen“

Bildcredits: André Fritz

Wir bedanken uns bei Leo Bischof für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Bischof Snowboards

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Bischof Snowboards
Sandgasse 36/4
8010 Graz
Österreich

bischof-snowboards.com
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Warum wissen so viele Frauen so wenig über diese Lebensphase?

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MeNotPause Wechseljahre Community für Frauen Dr. Saskia Appelhoff Fotografin: Neda Jarabi

MeNotPause bietet fundiertes Wissen zu den Wechseljahren und stärkt Frauen durch eine aktive Community zur Selbstbestimmung

Wie ist MeNotPause entstanden und wer sind die Menschen, die das Unternehmen gegründet haben und heute prägen?

Ich habe MeNotPause gegründet, weil die Wechseljahre bis heute in einem gesellschaftlichen Vakuum stattfinden. Obwohl jede Frau betroffen ist, fehlt es an Verantwortung, Aufklärung und zeitgemäßen Angeboten – in der medizinischen Ausbildung, in der Politik und im Arbeitskontext. Genau diese Leerstelle wollte ich nicht länger akzeptieren.

Gleichzeitig wissen wir heute mehr über die Wechseljahre als je zuvor, doch dieses Wissen erreicht Frauen oft viel zu spät.

In meiner bisherigen Laufbahn war ich mehrfach früh bei Themen dabei, die zunächst unterschätzt wurden – etwa bei Zalando, als Online-Shopping noch in den Kinderschuhen steckte, oder bei Raisin, als grenzübergreifendes Fest- und Tagesgeld neu gedacht wurde. Genau diese Erfahrung prägt MeNotPause: ein relevantes Thema früh erkennen, klar positionieren und mutig sichtbar machen.

Deshalb setzen wir bewusst früher an und holen Frauen bereits ab Ende 30, Anfang 40 ab – in dem Moment, in dem erste hormonelle Veränderungen beginnen.

Welche persönliche oder gesellschaftliche Lücke wollten Sie mit MeNotPause schließen?

Mit MeNotPause wollten wir die Wechseljahre aus der Tabuzone holen und das Narrativ grundlegend verändern. Weg von Scham und Defizitdenken, hin zu Offenheit, Wissen und Selbstbestimmung. Gleichzeitig fehlte eine zeitgemäße Plattform, die diese Lebensphase modern, digital und generationsübergreifend abbildet. Unser Ziel ist es, Frauen zu empowern, informierte Entscheidungen zu treffen – und die Wechseljahre als das sichtbar zu machen, was sie sind: ein relevanter Übergang, der die ganze Gesellschaft betrifft.

Welche Vision verfolgt MeNotPause im Umgang mit den Wechseljahren und wie übersetzen Sie diese Vision konkret in Ihre Angebote?

Unsere Vision ist es, die Wechseljahre neu zu denken: offen, informiert und selbstbestimmt. Wir wollen, dass Frauen verstehen, was in ihrem Körper passiert, sich austauschen können und die Möglichkeit haben, aktiv Einfluss auf ihr Wohlbefinden zu nehmen.

Konkret übersetzen wir diese Vision in drei Ebenen: frei zugängliches, fundiertes Wissen für alle, eine starke Community für Austausch und gegenseitige Unterstützung und – für Frauen, die tiefer einsteigen möchten – unser Plus-Programm mit Masterclasses und Kursen. So schaffen wir Angebote, die informieren, verbinden und ins Handeln bringen.

An wen richtet sich MeNotPause in erster Linie und welche Bedürfnisse stehen bei Ihrer Zielgruppe besonders im Fokus?

MeNotPause richtet sich in erster Linie an Frauen zwischen 35 und 55 Jahren – von der Peri- bis zur Postmenopause. Viele erleben hormonelle Veränderungen deutlich früher, als sie erwarten, und stoßen dabei noch immer auf veraltete oder stigmatisierende Erzählungen. Wir setzen bewusst ein modernes Narrativ dagegen: informiert, offen und selbstbestimmt. Im Fokus stehen fundiertes Wissen, ehrlicher Austausch und Begegnung auf Augenhöhe – damit Frauen diese Lebensphase aktiv gestalten können, statt sie einfach „durchzustehen“.

Wie gelingt es MeNotPause, komplexe medizinische und gesundheitliche Themen verständlich und alltagstauglich aufzubereiten?

Indem wir medizinisches Wissen konsequent aus der Perspektive der Nutzerinnen denken. Unsere Inhalte entstehen in Zusammenarbeit mit Ärzt:innen und Expert:innen und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Gleichzeitig übersetzen wir komplexe Zusammenhänge in eine klare, verständliche Sprache und brechen sie in kurze, alltagstaugliche Formate herunter. So wird aus abstrakter Theorie praktisches Wissen, das Frauen wirklich hilft – im Alltag und bei wichtigen Entscheidungen.

Welche Rolle spielen Community und Austausch auf Ihrer Plattform für Frauen in den Wechseljahren?

Community ist das Herzstück unserer Plattform. Die Wechseljahre sind bis heute stark tabuisiert – viele Frauen fühlen sich in dieser Lebensphase allein, unverstanden oder schlicht übersehen. Genau hier setzen wir an. Wir schaffen einen geschützten Raum, in dem Frauen sich offen, ehrlich und auf Augenhöhe austauschen können. Bei uns werden Erfahrungen geteilt, Wissen weitergegeben und Perspektiven sichtbar gemacht. Das Gefühl, nicht allein zu sein, wirkt oft genauso kraftvoll wie jede Information.

Mit welchen Herausforderungen sind Sie als Startup in einem noch immer tabuisierten Gesundheitsbereich konfrontiert und wie gehen Sie damit um?

Die größte Herausforderung ist das Tabu selbst. Die Wechseljahre wurden jahrzehntelang ignoriert, verniedlicht oder problematisiert – mit der Folge, dass Frauen sich anpassen, aushalten oder schweigen sollen. Genau dagegen arbeiten wir. Wir warten nicht darauf, dass das Thema „reif“ ist, sondern machen es sichtbar. Laut, fundiert und ohne Entschuldigungen.

Als Startup in diesem Bereich braucht es Haltung und Ausdauer. Wir setzen bewusst auf Aufklärung, klare Positionierung und Community statt auf leise Kompromisse. Sichtbarkeit ist unbequem – aber sie ist notwendig, wenn man wirklich etwas verändern will.

Was unterscheidet MeNotPause aus Ihrer Sicht von anderen Informations oder Coachingangeboten rund um die Menopause?

MeNotPause ist kein klassisches Informations- oder Coachingangebot. Unser Kern ist eine starke Community – weil echte Veränderung dort entsteht, wo Frauen sich verbinden, Erfahrungen teilen und voneinander lernen. Austausch ist für uns kein Zusatz, sondern der Ausgangspunkt.

Gleichzeitig glauben wir nicht an One-size-fits-all-Lösungen. Deshalb haben wir einen modularen Zugang aufgebaut: kostenloses Wissen zur Orientierung, den MeNotPause Circle als Herzstück für Austausch und Verbindung und vertiefende Formate im Plus-Programm für Frauen, die weitergehen wollen.

Aus einer starken Community entsteht mehr als Information – sie wird zur Plattform für Wissen, Selbstbestimmung und langfristigen Impact. Genau dieses Potenzial heben wir Schritt für Schritt.

Wie stellen Sie sicher, dass die Inhalte und Programme von MeNotpPause wissenschaftlich fundiert und zugleich niedrigschwellig bleiben?

Unsere Inhalte entstehen in enger Zusammenarbeit mit einem großen Netzwerk aus Ärzt:innen und Expert:innen aus verschiedenen Fachrichtungen und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien sowie praktischer Erfahrung. Gleichzeitig hören wir sehr genau unserer Community zu. Die Fragen, Unsicherheiten und Lebensrealitäten der Nutzerinnen bestimmen, welche Themen wir aufgreifen und wie wir sie aufbereiten. Komplexes medizinisches Wissen übersetzen wir in eine klare, verständliche Sprache und machen es in kurzen, kompakten Formaten zugänglich – ohne zu vereinfachen, aber so, dass es wirklich hilft.

Welche nächsten Entwicklungsschritte planen Sie für MeNotPause und in welche Richtung soll sich das Unternehmen künftig weiterentwickeln?

Wir bauen MeNotPause konsequent als starken Raum für Verbindung, Wissen und gegenseitige Unterstützung weiter aus. Unsere Community soll nicht nur wachsen, sondern enger zusammenrücken. Mit dem neuen Format MeNotPause Circle schaffen wir bewusst Räume für tieferen Austausch, ehrliche Gespräche und kollektive Stärke unter Frauen.

Gleichzeitig holen wir die Community noch stärker ins echte Leben: Geplante Events ermöglichen persönlichen Austausch und echte Begegnungen – weil Verbindung offline genauso wichtig ist wie digital.

Neun Millionen Frauen befinden sich allein in Deutschland in den Wechseljahren. Das zeigt: Wir sind nicht in einer Nische, wir stehen am Anfang einer Bewegung. Unser Ziel ist es, die Wechseljahre sichtbar zu machen, neu zu erzählen und Frauen in dieser Phase nachhaltig zu stärken.

Wenn Sie auf Ihre bisherige Reise zurückblicken, welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Bleib dran, bau dir ein starkes Netzwerk und denk größer, als du dich traust – die meisten Grenzen existieren nur im Kopf.

Bild:Dr. Saskia Appelhoff Fotografin: Neda Jarabi

Wir bedanken uns bei Saskia Appelhoff für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Warum bleibt Erfahrung auf dem Arbeitsmarkt so oft ungenutzt?

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Silverjobs – erfahrene Fachkräfte über 50 Silverjobs Geschäftsführerin und Co-Founder Katharina Thölén

Silverjobs vernetzt erfahrene Fachkräfte über 50 gezielt mit Unternehmen und setzt dabei auf ein KI-basiertes Matching, das berufliche Erfahrung sichtbar macht und passgenau mit offenen Positionen zusammenbringt

Wie würden Sie Silverjobs jemandem vorstellen, der das Jobportal für erfahrene Fachkräfte noch nicht kennt?

Silverjobs ist ein Job-Portal, das gezielt erfahrene Fachkräfte über 50 und Firmen miteinander vernetzt. Das Angebot basiert auf einem neu entwickelten, KI-basierten Matching-Verfahren, das schnell und präzise Übereinstimmungen zwischen Bewerberinnen und Bewerbern und offenen Positionen findet.

Wer steht hinter Silverjobs und welche persönlichen Erfahrungen haben zur Gründung des Portals beigetragen?

Hinter Silverjobs steht die Best Ager UG mit Sitz in Berlin. Das Unternehmen wurde 2024 von einem Team erfahrener Entrepreneurs und Management-Persönlichkeiten gegründet, vertreten durch die Geschäftsführerin Katharina Thölén. Die Gründer:innen verfügen nicht nur über tiefgreifende technologische Expertise, sondern auch über eigene langjährige Personalerfahrung. Dabei haben sie immer wieder festgestellt, dass Altersdiversität in Teams ein enormer Pluspunkt ist, sich aber ältere Arbeitnehmer:innen von aktuellen Stellenanzeigen nur selten angesprochen fühlen. Ab einem Alter von 50 kommt der Personalmarkt nahezu zum Erliegen und bei Neueinstellungen bleibt die Generation Erfahrung außen vor.

Welche Vision verfolgt Silverjobs und welches Problem möchten Sie damit langfristig lösen?

Silverjobs will Denkbarrieren im Personalmarkt aufbrechen und die Altersgrenze für berufliche Veränderungen und Neuanfänge aufheben. Mehr als ein Drittel der Beschäftigten in Deutschland ist bereits heute älter als 50 – und der Anteil dieser wirtschaftlich und gesellschaftlich relevanten Gruppe wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Aus der mit YouGov durchgeführten Silverjobs-Studie wissen wir, dass erfahrene Kräfte hohe Wertschätzung erfahren, dass aber trotzdem 22 Prozent der deutschen Unternehmen in den letzten zehn Jahren niemanden über 50 eingestellt haben. Genau hier setzt Silverjobs an.

Für welche Zielgruppen ist Silverjobs besonders relevant und wie erfüllen Sie die Bedürfnisse berufserfahrener Menschen über 50?

Silverjobs richtet sich an Job-Suchende mit langjähriger Erfahrung, bildet eine große Bandbreite beruflicher Möglichkeiten ab und integriert bewusst ganz verschiedene Qualifikationen und Lebensentwürfe von über 50-Jährigen. Das Job-Portal richtet sich gleichermaßen an Fach- und Führungskräfte auf der Suche nach beruflicher Veränderung als auch an Personen im Vorruhestand oder Ruhestand, die weiterhin aktiv am Arbeitsmarkt teilhaben wollen. Erfahrene Fachkräfte schrecken häufig vor der Nutzung herkömmlicher Stellenmarkt-Plattformen zurück, weil sie in den dort veröffentlichten Anzeigen nicht mitgedacht werden und die Suche mühsam und umständlich ist. Das niedrigschwellige Silverjobs-Angebot eröffnet dieser Zielgruppe jetzt einen völlig neuen Kanal mit einem passgenauen Zugang zu offenen Job-Positionen.

Was unterscheidet Silverjobs von klassischen Jobbörsen und worin liegt der besondere Mehrwert Ihrer Matching-Technologie?

Anders als klassische Job-Portale arbeitet Silverjobs mit einem innovativen, KI-basierten Matching-Verfahren, das schnell und präzise Übereinstimmungen zwischen Bewerber:innen und offenen Positionen findet. Statt tausende Stellenanzeigen mit Standard-Merkmalen filtern zu müssen, füllen Job-Suchende einfach einen kurzen Fragebogen aus. Unternehmen profitieren nicht nur von dieser präzisen Zuordnung, sondern auch von einer Plattform ohne versteckte Kosten und ohne Risiko. Sie zahlen pro gesuchter Position für 100 Tage einen transparenten Fixpreis und erhalten dafür ausschließlich Treffer mit garantiertem Interesse auf Seiten der Job-Suchenden. Findet Silverjobs während der Laufzeit kein solches Match, greift der Silverjobs-Cashback. Mit dieser Technologie und dem fairen Preismodell setzt Silverjobs neue Impulse im Personalmarkt, um gezielt erfahrene Fachkräfte und Firmen miteinander zu vernetzen.

Wie gelingt es Silverjobs, Unternehmen und Kandidaten so zu verbinden, dass Erfahrung und Stellenanforderungen optimal zueinanderpassen?

Der für Silverjobs entwickelte, KI-basierte Algorithmus analysiert die Informationen der Job-Suchenden und ordnet sie vorhandenen offenen Stellen zu. Je mehr über die Job-Interessen, Qualifikationen und Erfahrungen der Kandidat:innen bekannt ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für ein perfektes Match mit einem oder mehreren Job-Angeboten.

Wie stellen Sie sicher, dass das Matching zwischen Unternehmen und erfahrenen Bewerbern fair, transparent und wirksam bleibt?

Der Personalmarkt lebt von Vertrauen. Deshalb erfüllt Silverjobs grundsätzlich höchste Standards in punkto Datenschutz und Datensicherheit. Darüber hinaus gilt ein Match bei Silverjobs erst dann als erfolgreicher Treffer, wenn die Job-Suchenden auch tatsächlich Interesse an einer gefundenen Position zeigen. Weil der Umgang mit künstlicher Intelligenz besondere Sensibilität und Sorgfalt erfordert, lernt der Algorithmus durch die kontinuierliche Beobachtung und Beaufsichtigung durch das Silverjobs-Team ebenso dazu wie durch das Feedback von den Nutzer:innen auf Kandidaten- und Unternehmensseite.

Welche Entwicklungen planen Sie für die nächsten Jahre und in welche Richtung soll sich Silverjobs strategisch weiterentwickeln?

Wir planen die konsequente Weiterentwicklung von Angeboten, mit denen Unternehmen und erfahrene Fachkräfte zueinander finden. Das können auf Kandidatenseite beispielsweise zusätzliche Coachings oder Gesprächstrainings sein. Oder auf Unternehmensseite gezielte Weiterbildungsmaßnahmen, um die Zielgruppe älterer Arbeitnehmer:innen besser zu verstehen und in bestehende Teams zu integrieren, damit das Unternehmen in vollem Umfang von gelebter Altersdiversität profitieren kann. Silverjobs soll die selbstverständliche Plattform für den Personalmarkt ab 50 werden.

Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz heute bei Silverjobs und welchen zusätzlichen Nutzen möchten Sie künftig ausbauen?

Das für Silverjobs entwickelte, einzigartige Matching-Verfahren basiert auf künstlicher Intelligenz. Die Technologie steht also im Zentrum des Silverjobs-Angebots und verspricht eine unkomplizierte, schnelle und präzise Zuordnung von Job-Suchenden zu passenden Job-Positionen. Eine völlig neue User Experience für Bewerber:innen und eine enorme Ersparnis von Zeit und Kosten für Unternehmen: Auf diese Benefits setzt Silverjobs und wird sie weiter ausbauen.

Was braucht es aus Ihrer Sicht, damit Menschen 50+ wieder mehr Vertrauen in ihre beruflichen Chancen gewinnen?

Das größte Vertrauen entsteht natürlich durch positive Erfahrungen, sprich: Job-Angebote. Dafür müssen Beschäftigte über 50 auf dem Arbeitsmarkt aber überhaupt stattfinden. Der auf junge Beschäftigte ausgerichtete Personalmarkt braucht dringend einen Strategiewechsel, damit die reellen beruflichen Chancen für Job-Suchende über 50 wachsen. Aktuell bleibt die wertvolle Ressource der Generation Erfahrung weitgehend ungenutzt – obwohl diese Gruppe unter den Erwerbstätigen zunehmend größer wird und Unternehmen diese Arbeitskräfte schätzen. Genau hier setzt Silverjobs an.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben, die ein digitales Angebot für gesellschaftliche Herausforderungen entwickeln möchten?

Im Umfeld gesellschaftlicher Herausforderungen geht es vor allem darum, möglichst nah an der Zielgruppe zu sein: Genau und aktiv zuhören, empathisch sein, dauerhaft im Gespräch bleiben. Das gilt für ein digitales Angebot ebenso wie für jedes analoge Angebot – auch wenn die Mittel der Kommunikation möglicherweise andere sind.

Titelbild Silverjobs Geschäftsführerin und Co-Founder Katharina Thölén

Wir bedanken uns bei Katharina Thölén für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Silverjobs

Kontakt:

SILVERJOBS
Best Ager UG
Weserstraße 39
10247 Berlin

www.silverjobs.de
info@silverjobs.de

Ansprechpartner: Katharina Thölén

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40 Millionen Euro für den nächsten Schritt

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metiundo intelligente Messsysteme Smart Metering Felix Mücke und Dennis Nasrun (v.l.n.r.) Gründer von metiundo (© metiundo)

Energie- und Tech-Scale-up metiundo erhält 40 Millionen Euro von Octopus Energy Generation

Finanzierung beschleunigt den Rollout intelligenter Messsysteme und den Ausbau spartenübergreifender Lösungen für Energie und Wasser

• metiundo sichert sich 40 Millionen Euro vom Octopus Energy Generations Fondsmanagement
Business
• Mit dem Kapital treibt metiundo den Ausbau intelligenter Messsysteme voran und erweitert seine Softwareplattform für innovative, datengetriebene Lösungen in der Energie- und Wasserwirtschaft
• metiundo stärkt seine Position als unabhängiger, wettbewerblicher Messstellenbetreiber – mit bislang über 21.000 installierten Zählern

Das Berliner Energie- und Tech-Scale-up metiundo hat eine Finanzierungsrunde über 40 Millionen Euro aus Fonds von Octopus Energy Generation, dem führenden Investor für erneuerbare Energien und grüne Infrastruktur, gesichert. Mit dem frischen Kapital will metiundo den Rollout intelligenter Messsysteme deutlich beschleunigen und seine Softwareplattform gezielt weiterentwickeln. So sollen neue, datengetriebene Lösungen schneller in die Anwendung kommen – und die Energiewende im Gebäudesektor messbar voranbringen.

metiundo bietet „Smart Metering as a Service“ an und deckt dabei nahezu die gesamte Wertschöpfungskette intelligenter Messsysteme inhouse ab: von Planung und Installation über Betrieb und Marktkommunikation bis hin zur softwareseitigen Integration und Verarbeitung von spartenübergreifenden Messdaten. So entsteht erstmals ein Gesamtbild der Energie- und Wasserverbräuche einer Immobilie und damit eine zentrale Voraussetzung, um Verbrauch und Erzeugung sinnvoll zusammenzudenken, statt einzelne Sparten isoliert zu betrachten.

Mehr Installationen, mehr Software, mehr Tempo

Angesichts des hohen Umsetzungsdrucks beim bundesweiten Smart-Meter-Rollout müssen intelligente Messsysteme zügig in die Fläche gebracht werden. Wettbewerbliche Messstellenbetreiber sind dabei ein zentraler Hebel, um Tempo in den Ausbau zu bringen.

„Der Markt ist gerade deshalb so dynamisch, weil wettbewerbliche Messstellenbetreiber die Umsetzung vorantreiben. Von Anfang an haben wir konsequent in unsere eigene Software investiert und damit eine Qualität und Flexibilität erreicht, die uns vom Wettbewerb abhebt. Mit der neuen Finanzierung gehen wir jetzt entschlossen in die weitere Skalierung: mehr Installationen, höhere Qualität und noch mehr Geschwindigkeit beim Ausbau unserer Plattform.“, sagt Dennis Nasrun, Co-Founder und CEO von metiundo.

Eine All-in-one-Plattform für integriertes Metering über Energie und Wasser hinweg

„Der Gebäude- und Wärmesektor zählt zu den größten CO₂-Verursachern in Deutschland und ist für rund 30 % der energiebezogenen Emissionen verantwortlich. Gleichzeitig entwickelt sich die Messstellenbranche rasant weiter und denkt neu, wie wir Energiesysteme messen, steuern und verbinden. Wenn Lösungen wie die von metiundo skaliert werden, können Haushalte und Unternehmen in Deutschland grüner werden und Kosten senken, indem sie den Einsatz von Technologien wie Photovoltaik und Batteriespeichern vor Ort optimieren. Wir sind stolz, metiundo dabei zu unterstützen, diese dringend notwendige Transformation voranzutreiben.“, Alex Brierley, Co-Head des Fondsmanagement-Geschäfts von Octopus Energy Generation.

Die Finanzierung fließt in die Weiterentwicklung der Softwareplattform sowie in den Ausbau des Installations- und Montageteams. metiundo plant, gezielt zusätzliche Fachkräfte einzustellen – insbesondere in den Bereichen Softwareentwicklung, Installation und Betrieb. Ziel ist der Aufbau integrierter Smart-Meter-Netzwerke über mehrere Liegenschaften hinweg, um datenbasierte Zusatzlösungen für Kundinnen und Kunden zu ermöglichen.

Bild Felix Mücke und Dennis Nasrun (v.l.n.r.) Gründer von metiundo (© metiundo)

Quelle BETTERTRUST

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