Montag, Januar 12, 2026
Start Blog Seite 27

Cleverer Alltagsschutz mit innovativen Ideen

0
VLIPPY Tür- und Fensterhalter Innovation Alltag und Sicherheit Bianca und Malte Fürstenberg präsentieren den Tür- & Fensterstopper „Vlippy“. Sie erhoffen sich ein Investment von 25.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. Bild@ RTL / Stefan Gregorowius

VLIPPY®, die neueste Erfindung von Bianca und Malte Fürstenberg, wird am 22. September 2025 um 20:15 Uhr in der Höhle der Löwen präsentiert.

Wie ist das Startup entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Wir sind Bianca und Malte Fürstenberg, beide 36 Jahre alt, verheiratet und Eltern von zwei Kindern. Malte hat im dualen Masterstudium bei Airbus Luftfahrt studiert, Bianca hat Betriebswirtschaft studiert – gemeinsam führen wir ein Innovationsunternehmen in Hamburg. In den letzten Jahren haben wir über 20 Patente, Marken und Gebrauchsmuster entwickelt und erfolgreich Produkte auf den Markt gebracht – von der selbstkonternden, vibrationssicheren Schraubenmutter CONU® bis hin zum TreeHugAir®, einem aufblasbaren Baumschutz für Baustellen als moderne Alternative zur klassischen Holzummantelung. Unsere neueste Erfindung ist VLIPPY ® – ein cleverer Tür- und Fensterhalter für mehr Komfort und Sicherheit im Alltag.

In welcher Branche ist das Unternehmen tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Wir lassen uns ungern auf eine einzelne Branche festlegen, und genau das macht uns aus. Als Innovationsunternehmen entwickeln wir Produkte, die in ganz unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz kommen: von Bau und Industrie (z. B. die selbstkonternde Schraubenmutter CONU®) über Umweltschutz (TreeHugAir®, ein mobiler, aufblasbarer Baumschutz für Baustellen) bis hin zu Mobilität (EV Genius®, eine clevere Ladekabelführung für E-Autos) und jetzt mit VLIPPY ® erstmals auch im klassischen B2C-Alltag. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist dabei unsere eigene Produktentwicklungsfirma Richtig Druck, durch die wir in der Lage sind, in kürzester Zeit hochwertige Prototypen und marktreife Produkte umzusetzen. So können wir Ideen schnell, flexibel und mit höchster Qualität entwickeln.

Parallel dazu ist Biancas Marke Harmoniequellen im Bereich Persönlichkeitsentwicklung, Achtsamkeit und Meditation tätig. Dort geht es weniger um physische Produkte, sondern um innere Entwicklung, Selbstführung und mentale Gesundheit. Diese Kombination – auf der einen Seite Innovationen für den Alltag, auf der anderen Seite persönliche Weiterentwicklung – macht unser Gesamtunternehmen besonders vielseitig und einzigartig.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Die Idee entstand in einem ganz normalen Moment: Malte saß im Außenbereich der , die Tür fiel ständig zu – ein Ärgernis ohne einfache Lösung. Zuhause wurde es konkret, als unsere Kinder beinahe die Finger eingeklemmt hätten und unser Kater wegen einer zugefallenen Tür nicht mehr in sein Katzenklo kam. Uns wurde klar: Dieses Problem haben viele, also braucht es eine clevere, dauerhafte Lösung.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

VLIPPY ® besteht aus einer flachen Trägerplatte, die einfach an Rahmen geklebt wird, und einem flexiblen TPU-Finger, der mit einem Handgriff hochgeklappt wird. Damit hält er Türen und Fenster zuverlässig offen. Der Unterschied zu klassischen Türstoppern: VLIPPY® bleibt dauerhaft an Ort und Stelle, kein Verrutschen, kein Suchen, sofort einsatzbereit.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

VLIPPY® verhindert das Zuschlagen von Türen und Fenstern, schützt Kinderhände, sorgt dafür, dass man sich nicht aussperrt, und gibt Haustieren freien Zugang. Es ist klein, clever, sofort einsatzbereit und bietet damit deutlich mehr als ein herkömmlicher Türkeil.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Von der Idee bis zum marktreifen Produkt haben wir rund zehn Monate gebraucht. Es gab zahlreiche Prototypen aus dem 3D-Drucker, Testreihen und Materialprüfungen – umgesetzt bei Richtig Druck. Erste Kundenreaktionen waren durchweg positiv, sowohl online als auch im stationären Handel, wo wir VLIPPY ® in Hamburg in kleiner Stückzahl getestet haben.

Welche Vision verfolgt das Unternehmen? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Unsere Vision ist es, ein starkes Markenportfolio für durchdachte, funktionale und langlebige Produkte aufzubauen. Mit VLIPPY® möchten wir in den nächsten Jahren eine feste Größe im Alltag vieler Menschen werden – europaweit. Parallel entwickeln wir bereits weitere Produkte, die ebenfalls Alltagsprobleme lösen sollen.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei „Die Höhle der Löwen“ zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

VLIPPY® ist ein Produkt, das man sofort versteht, wenn man es sieht. Uns war klar: Dafür braucht es eine große Bühne – und die bietet „Die Höhle der Löwen“ wie keine andere Sendung in Deutschland. Wir wollten die Chance nutzen, unser Produkt einem Millionenpublikum vorzustellen.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an „Die Höhle der Löwen“ angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Für uns steht die Skalierung im Vordergrund, also Reichweite, Vertrieb und Listung im Handel. Wir sind überzeugt, dass VLIPPY ® in vielen Haushalten gebraucht wird, und wollten uns dafür den richtigen Partner an die Seite holen.

Welche nächsten Schritte sind nach „Die Höhle der Löwen“ geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Nach der Ausstrahlung werden wir VLIPPY® breiter in den Handel bringen und die Online-Vertriebskanäle ausbauen. Gleichzeitig arbeiten wir an weiteren Innovationen, die wir Schritt für Schritt zur Marktreife bringen möchten.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Wir haben gelernt: Tempo ist wichtig, aber Qualität entscheidet. Eine gute Idee reicht nicht – sie muss konsequent umgesetzt, getestet und verbessert werden. Außerdem haben wir erfahren, wie wertvoll es ist, als Team zusammenzuhalten und sich gegenseitig zu ergänzen.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Verliebt euch nicht in die Idee allein – verliebt euch in die Umsetzung. Hört auf Feedback, testet so früh wie möglich und bleibt offen für Verbesserungen. Und vor allem: Traut euch, eure Idee sichtbar zu machen – nur so kann sie wachsen.

Sehen Sie Vlippy am 22. September 2025 um 20:15 Uhr in der Höhle der Löwen

Bild: Bianca und Malte Fürstenberg präsentieren den Tür- & Fensterstopper „Vlippy“. Sie erhoffen sich ein Investment von 25.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. 
Bild@ RTL / Stefan Gregorowius

Wir bedanken uns bei Bianca und Malte Fürstenberg für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Chancengleichheit im Sozialstaat neu gedacht

0
LeistungsLotse: Sozialleistungen digital für Behörden

LeistungsLotse ist ein GovTech-Startup, das Sozialleistungen digital zugänglich macht. Das Unternehmen unterstützt BürgerInnen und Behörden mit benutzerfreundlichen und barrierefreien Antragslösungen

Wer sind die Köpfe hinter LeistungsLotse und wie haben Sie zusammengefunden, um dieses Projekt zu starten?

Das Gründerteam hat sich, wie so häufig, über Umwege gefunden. Ich habe im Rahmen eines Gründerstipendiums bereits an der Idee von LeistungsLotse gearbeitet. Über einen ehemaligen Mitgründer habe ich Alan kennengelernt und die Kombination aus Recht und IT hat für das Projekt hervorragend gepasst. Wir waren von der Mission von LeistungsLotse von Anfang an überzeugt und sind direkt in die Umsetzung gestartet. Später kam dann noch unsere Kollegin Schabnam für den Bereich Marketing mit an Board.

Welche Vision verfolgen Sie mit LeistungsLotse und was bedeutet für Sie mehr Chancengleichheit im Sozialstaat?

Etwa die Hälfte der Berechtigten nehmen Sozialleistungen, wie Bürgergeld, Wohngeld oder Grundsicherung, nicht in Anspruch. Gleichzeitig sind die Behörden stark überfordert, denn 90% der eingehenden Anträge sind falsch oder unvollständig. Beides liegt an bürokratischen Verständnis-Barrieren und Überforderung der Bürger. Die bestehenden Online-Dienste orientieren sich sehr an öffentlichen Vorgaben, aber nicht an den BürgerInnen. LeistungsLotse macht Sozialleistungen zugänglicher und den Sozialstaat effizienter. Wir denken, ein Sozialstaat, der nicht zugänglich ist, ist nicht gerecht. Daher braucht der Sozialstaat ein Upgrade.

Wie helfen Sie Menschen dabei, Sozialleistungen einfacher zu beantragen und welche Rückmeldungen haben Sie bisher erhalten?

Die AntragstellerInnen nutzen den Dienst, aber KundInnen sind die Behörden. Wir haben LeistungsLotse nun über einige Zeit im eigenen Online-Betrieb getestet. Über 90% der BenutzerInnen bewerten uns mit 5 Sternen. Am schönsten sind die direkten Nutzer-Feedbacks, da wir auch Menschen in schwierigen Lebenslagen helfen.
Die Antragsqualität wird durch LeistungsLotse erheblich verbessert, denn wir fangen die meisten Fehler schon vor dem Einreichen ab. Das gefällt den Fachabteilungen der Behörden. Oft denkt man dort, dass vieles rechtlich oder technisch nicht ginge, bis wir zeigen, wie es doch geht. Wir halten uns an die gleichen Standards und Regulierungen wie staatliche Dienste. Trotzdem setzen wir nochmal einen drauf und zeigen, dass Digitalisierung besser geht.

Welche Rolle spielen Benutzerfreundlichkeit und barrierefreie Sprache in Ihrer Arbeit?

Eine erhebliche! Die Anwendung ist barrierefrei gestaltet. Für leichte DIN-konforme Sprache setzen wir auf SUMM AI. Die Balance zwischen hoher Benutzerfreundlichkeit und juristischer Präzision ist eine Herausforderung, aber auch unser USP. Die “Secret Sauce”: Eine Mischung aus Sachkunde und Austesten.

Was war die größte Hürde bei der Entwicklung der Plattform und wie sind Sie damit umgegangen?

Die Anwendung zu entwickeln ist äußerst aufwändig, macht uns aber am meisten Spaß. Wir halten uns aber auch an alle wichtigen Standards und Regularien. Dadurch können wir Schnittstellen nach üblichen Standards zu den Fachverfahren in den Ämtern abbilden.
Leider halten sich viele Fachverfahrens-Hersteller nicht an diese Standards oder schaffen keine Schnittstellen. In einigen Behörden gibt es dadurch noch geschlossene Ökosysteme und große Abhängigkeiten. Wir bauen mittlerweile immer mehr Funktionen selbst nach, um evtl. eines Tages nicht mehr auf Schnittstellen angewiesen zu sein. Wir kämpfen die gleichen Kämpfe wie alle GovTech Start-ups.

Was unterscheidet LeistungsLotse von anderen Angeboten im Bereich digitale Antragsstellung?

Unser Ansatz startet beim größten Problem: Die eine Hälfte der Berechtigten beantragt Sozialleistungen gar nicht, die andere Hälfte beantragt falsch oder unvollständig. Wir haben LeistungsLotse so gebaut, dass Informationsdefizite abgebaut werden – mit integrierten Rechnern, klaren Berechtigungsfragen und verständlicher Sprache. Der Unterschied: Wer nicht für eine Leistung berechtigt ist, wird sofort auf Alternativen hingewiesen und kann direkt den passenden Antrag stellen. Das macht uns einzigartig.

Wie sieht Ihre Zielgruppe konkret aus und auf welche Bedürfnisse gehen Sie besonders ein?

Wir haben Personas in jedem Leistungsbereich identifiziert. Den Bedürfnissen der Personas entsprechend, wurden die Anträge entworfen. Wir müssen und können immer alle Varianten eines Antrags abbilden, haben aber Schwerpunkte gesetzt. So beantragen Wohngeld sehr häufig RenterInnen und alleinerziehende Mütter und Grundsicherung zu 95% nur RenterInnen. Eine gute Benutzerführung zeichnet sich dadurch aus, dass gerade diese Zielgruppen die Anwendung gut benutzen können. Unsere älteste AntragstellerIn ist fast 90.

Welche Bedeutung hat die Zusammenarbeit mit Behörden für den Erfolg Ihres Modells?

Für Behörden ist es neu, dass man versucht, fehlerhafte Anträge durch eine bessere Usability zu lösen, daher ist die Skepsis noch hoch. Wir sind der erste proprietäre private Online-Dienst in diesem Bereich. Offen gesagt: Große Unsicherheit und Entscheidungsträgheit sind Herausforderungen. Gerade den Fachabteilungen gefällt aber die Anwendung, da man dort die Pain-Points kennt. Wir haben auch mit staatlichen IT-Dienstleistern gesprochen und können offen sagen, dort kocht man auch nur mit Wasser.

Wohin soll sich LeistungsLotse in den kommenden Jahren entwickeln und welche neuen Funktionen sind geplant?

An der Mission wird sich nichts ändern, der Fokus wird sich aber erweitern. Der Sozialstaat ist komplex. Auch die neue Sozialstaatsreform sieht vor, das System benutzerfreundlicher und effizienter zu machen. Dafür möchten wir Vorreiter sein. LeistungsLotse hat die Chance, eine vollintegrierte und (teil-) automatisierte Lösung für alle Leistungsbereiche und Sozialträger zu werden.

Gab es ein Erlebnis oder Feedback, das Ihnen gezeigt hat, dass Ihre Arbeit wirklich Wirkung entfaltet?

Letztens habe ich in einem Hotel eingecheckt. Die Dame an der Rezession meinte „Ich habe sie gerade mal gegoogelt. Wissen Sie, ich habe selber einige Jahre Sozialhilfe empfangen und für sowas hätte ich alles gegeben.“. Das war unerwartet, aber sehr schön.

Wie wichtig sind Standards wie OZG-Konformität oder Datenschutz für die Glaubwürdigkeit Ihrer Plattform?

Die Einhaltung von OZG-Standards hat für uns oberste Priorität. Nur dadurch schaffen wir eine Lösung, welche Kommunen hohe Souveränität verspricht. Wir setzen uns als Mitkom Mitglied auch für verbindliche und einheitliche Standards und Schnittstellen ein.
Die Abhängigkeiten der Kommunen, welche sie bei Fachverfahrens-Anbietern oft haben, darf es nicht mehr geben. Außerdem setzen wir bereits OZG-Standards von morgen um, die bisher kaum jemand kennt, wie die DIN 66336.

Welche drei Ratschläge würden Sie aus Ihrer bisherigen Gründungserfahrung anderen Startups mitgeben?

  1. Entwickle das Produkt immer zusammen mit dem Kunden. Abgedroschen, aber es stimmt.
  2. Kenne deine Zielgruppe: Es wird leichter, wenn deine Kunden, etwa Wohngeldstellen, merken, dass du ihre Probleme wirklich verstehst.
  3. Team ist alles: Ihr müsst am Ende performen und dafür muss man sich aufeinander verlassen können

Titelbild: © Markus Poschenrieder People

Wir bedanken uns bei Markus Poschenrieder für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: LeistungsLotse

leistungslotse logo

Kontakt:

LeistungsLotse GmbH
c/o Impact Hub
Rollbergstraße 28A
D-12053 Berlin

https://leistungslotse.com/
markus@leistungslotse.com

Ansprechpartner: Markus Poschenrieder

Social Media:
LinkedIn
Instagram

Wie findet man als Gründer die richtigen Antworten im entscheidenden Moment?

0
Andreas Bruckschlögl: Startup Wissen für Gründer auf der Pits und Pretzels Bühne 2022
Bits &Pretzels 2022

Andreas Bruckschlögl im Interview über sein Buch „Startup!“, in dem er Erfahrungen aus acht Gründungen und die Erkenntnisse von über 200 Gründerinnen, Gründern und Investoren teilt.

Was hat Sie dazu bewogen, nach acht Gründungen und zahlreichen Erfahrungen nun Ihr Buch „Startup!“ zu veröffentlichen?

Andreas Bruckschlögl: Beim Aufbau meiner Firmen gab es viele Momente, in denen ich nicht weiterwusste. Ich zweifelte, war überfordert. In solchen Phasen war mein Coach ein wichtiger Sparringspartner – und er wollte mir klarmachen, wie viel ich eigentlich schon geschafft hatte. Einer seiner Sätze blieb hängen: „Warum schreibst du nicht ein Buch?“ Damals war ich nicht so weit. Aber die Idee ging mir nicht mehr aus dem Kopf.
Im Sommer 2023 lag ich am Strand, hörte den Wellen zu und dachte über mein Leben nach: Höhen, Tiefen, Begegnungen, Chancen. Mir wurde klar: Das war kein Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit, vieler Entscheidungen – und Fehler. Einige davon hätte ich vermeiden können, wenn es früher einen praxisnahen Ratgeber gegeben hätte. Genau so einen wollte ich schreiben: ein Buch, das Mut macht und Antworten liefert, wenn man sie wirklich braucht.

Welche typischen Fehler, die Sie selbst gemacht haben, möchten Sie Gründerinnen und Gründern mit Ihrem Buch ersparen?

Auf 448 Seiten steckt eine Menge – Fehler, Learnings, Tipps. Nicht nur von mir, sondern auch von über 200 Gründern und Investoren. Jede Seite haben wir viermal überarbeitet, geschärft, pointiert. Einen einzelnen Fehler rauszupicken, wäre zu kurz gegriffen. Das Buch ist dafür da, um hunderte Stolperfallen zu umgehen – und so Jahre an Umwegen einzusparen.

Sie haben Ryte an Semrush verkauft – welche zentralen Learnings aus diesem Prozess sind ins Buch eingeflossen?

Andreas Bruckschlögl: Der Verkauf von Ryte fand statt, als wir längst ein Scale-up waren. „Startup!“ konzentriert sich bewusst auf die Anfangsphase: Idee, Team, MVP, Marketing, Finanzierung. Alles, was man wissen muss, um überhaupt dorthin zu kommen, wo ein Verkauf möglich ist. Die Learnings aus dem Exit hebe ich mir für ein zweites Buch auf.

Bits & Pretzels ist heute Europas größtes Gründerfestival – welche Rolle spielt diese Erfolgsgeschichte in „Startup!“?

Durch Bits & Pretzels habe ich unglaublich viel gelernt – und vieles davon ist ins Buch eingeflossen. Wir haben Fehler gemacht, Pivots hingelegt, manches richtig und manches falsch entschieden. Für mich war es die Erfahrung, wie man aus einer kleinen Idee, einem Frühstück unter Gründern, Schritt für Schritt etwas Großes aufbauen kann.

Ihr Buch enthält Einblicke von mehr als 200 Gründern und Investoren. Nach welchen Kriterien haben Sie diese Stimmen ausgewählt?

Andreas Bruckschlögl: Viele der Gründer und Investoren habe ich über die Jahre kennengelernt – manche haben mir mit ihren Impulsen direkt in meinen Firmen geholfen, bei anderen wusste ich einfach: Sie sind auf ihrem Gebiet echte Experten. Diese Kontakte habe ich nach und nach gesammelt und irgendwann angesprochen.
Leicht war das nicht. Vor allem am Anfang, als „Startup!“ nur eine Idee war, musste ich viel Überzeugungsarbeit leisten. So eine Buchanfrage steht selten ganz oben auf der To-do-Liste. Ich habe einige Absagen bekommen, aber wie bei jeder Gründung hieß es: dranbleiben. Mit der Zeit, den ersten Probedrucken und einer klaren Vorstellung vom Buch wurde es einfacher. Manche, die anfangs abgewunken hatten, konnte ich später sogar noch gewinnen. Heute bin ich überzeugt: Dieses Wissen bekommst du sonst nirgendwo so kompakt.

Statt mit einem Verlag zu arbeiten, haben Sie „Startup!“ selbst veröffentlicht. Warum haben Sie diesen Weg gewählt?

Andreas Bruckschlögl: Frank Thelen meinte gleich am Anfang zu mir: „Mach’s im Eigenverlag. Da bleibst du flexibler.“ Er hatte recht. Ich wollte ein interaktives Buch mit QR-Codes, ein agiles Projekt mit Testlesern und Überarbeitungsrunden. Kein Verlag hätte das so mitgemacht. Klar, es war härter als gedacht. Aber das Ergebnis wäre nie so geworden, wenn ich es abgegeben hätte. Genau diese Freiheit macht „Startup!“ besonders.

Ein zentrales Thema im Buch ist der Umgang mit falschen Annahmen und gescheiterten Ansätzen. Wie wichtig ist es, Fehler transparent zu teilen?

Sehr wichtig – aber in der Gründungspraxis oft schwierig. Man kann nicht jede Schwäche offenlegen, weil Mitarbeiter sonst abspringen oder Investoren nervös werden könnten. Heute, nach meinem Exit, kann ich offener darüber reden. Deshalb war jetzt der richtige Zeitpunkt für das Buch.

Resilienz, Storytelling und Mentoring sind Themen, die im Buch von Gastautoren betont werden. Welche dieser Aspekte halten Sie für besonders entscheidend?

Andreas Bruckschlögl: Alle drei. Resilienz trägt dich durch Durststrecken, Storytelling macht dein Produkt sichtbar, Mentoring spart dir viele Umwege.
Jedes Kapitel im Buch ist wichtig – sonst hätten wir es nicht aufgenommen. Man kann „Startup!“ der Reihenfolge nach lesen oder quer einsteigen. Das Inhaltsverzeichnis funktioniert dabei wie ein Kompass: Es zeigt die wichtigsten Themen in einer möglichen Reihenfolge, die man als Gründer im Blick haben sollte. Manche brauchst du sofort, andere erst später. Aber alles, was drinsteht, hilft, besser durchs Gründungschaos zu kommen.

Sie sprechen davon, dass valide Daten wichtiger sind als Bauchgefühl. Wie prägt diese Haltung heute Ihre Entscheidungen?

Daten sind der Tacho, das Bauchgefühl ist der Fahrer. Zahlen zeigen nur, wie schnell du fährst – ob du Gas gibst oder bremst, entscheidest du selbst. Nur auf Daten zu setzen, ist gefährlich. Nur auf Bauchgefühl auch. Gerade im Marketing gibt es Messlücken, die keine Zahl füllt – da brauchst du Intuition. Gleichzeitig erlebe ich viele Gründer, die zu stark nach Bauchgefühl handeln und viel zu wenig Daten erheben. Beides zusammen ist entscheidend – und genau so vermittle ich es auch im Buch.

Welche praktischen Tools und Formate – etwa die QR-Codes im Buch – sollen Lesern helfen, das Wissen direkt umzusetzen?

Andreas Bruckschlögl: Das Buch ist so geschrieben, dass man direkt ins Handeln kommt: kurze Sätze, klare Strukturen, viele Beispiele. Die QR-Codes sind dann das Extra: Sie führen ins Online-Portal mit Videos, Vorlagen und Quellen. So kann jeder selbst entscheiden – reicht der Impuls aus dem Buch oder will ich tiefer einsteigen? Das Portal flankiert die Inhalte, aber der eigentliche Startschuss liegt im Buch selbst.

Was wünschen Sie sich, dass Gründerinnen und Gründer nach der Lektüre von „Startup!“ anders machen als zuvor?

Andreas Bruckschlögl: Dass sie weniger Fehler wiederholen, die wir schon gemacht haben. Dass sie Themen wie Vision, Mission, Werte nicht ignorieren. Dass sie Mitgründer fair einbinden – mit Vesting und Cliff. Dass sie einen Cap Table von Anfang an richtig aufbauen. Und dass sie schneller vorankommen, weil sie einen roten Faden haben.
Am Ende wünsche ich mir, dass Gründer „Startup!“ wie einen Kompass nutzen – ein Buch, das nicht im Regal verstaubt, sondern immer wieder zur Hand genommen wird, wenn man eine Antwort braucht. Genau deshalb ist es auch so gestaltet, dass es nicht nur inhaltlich hilft, sondern als Coffee-Table-Book auch den Schreibtisch aufwertet.

Titelbild: Andreas Bruckschlögl auf der Bits&Pretzels 2022@ Picture People

Wir bedanken uns bei Andreas Bruckschlögl für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Ultimativer Startup-Guide

0
Startup! – Andreas Bruckschlögl veröffentlicht neues Buch
startup

Seriengründer Andreas Bruckschlögl liefert ungeschönte Einblicke ins Gründen

Startup! – Die Wissensquelle für deine erfolgreiche Gründung erscheint am 6. Oktober 2025 und ist ab sofort vorbestellbar.

Acht Gründungen, unzählige Fehler, zahlreiche Erfolge: Andreas Bruckschlögl weiß, wie sich Unternehmertum anfühlt und wie leicht Gründer in typische Fallen tappen. Er verkaufte die von ihm gegründete SaaS-Plattform Ryte 2024 an den US-Konzern Semrush, baute mit Bits & Pretzels Europas größtes Gründerfestival mit über 7.500 Teilnehmern auf – darunter Barack Obama und Arnold Schwarzenegger als Speaker – und gründete mit EPHNY eine Agentur, die führende Marken im digitalen Marketing betreut.

Mit Startup! legt er nun ein 448-seitiges Werk vor, das Praxiswissen und persönliche Learnings bündelt.

Dabei geht er bewusst neue Wege: Statt über einen Verlag zu veröffentlichen, gründete Bruckschlögl kurzerhand selbst, band mehr als 200 Testleser ein und ließ das Buch in Deutschland nachhaltig produzieren. Jede Seite enthält QR-Codes, die zu weiterführenden Inhalten im begleitenden Online-Portal führen – von Artikeln über Templates bis hin zu Videos.

Inhaltlich deckt das Buch die komplette Gründerreise ab, von der Ideenfindung und Teamaufstellung über Marketing bis hin zur Finanzierung. Dabei spielen persönliche Erfahrungen aus Bruckschlögls Karriere eine entscheidende Rolle. So warnt er beispielsweise vor Fehlannahmen bei der Zielgruppendefinition, für die er sich bei der Gründung von Ryte pragmatisch an den eigenen Bedürfnissen orientierte. Das Ergebnis: falsche Prioritäten in Produkt und Marketing. Erst klar entwickelte Personas machten sichtbar, was Rytes Kunden wirklich brauchten. Sein Fazit: Nicht vom Gründer auf den Kunden schließen – valide Daten sind wertvoller als Bauchgefühl.

Auch aus dem Auf- und Ausbau der Bits & Pretzels teilt Bruckschlögl wertvolle Erkenntnisse. Vor allem den Mut, loszulassen und eine gute, ausgereifte und erprobte Idee noch einmal neu zu erfinden und zu verändern. So wurde aus einer kleinen Frühstücksrunde mit wenigen Gründern durch einen gewagten Pivot Europas größtes Gründerfestival. Die Erfolgsgeschichte der Bits & Pretzels zeigt, wie Skalierbarkeit aus kleinen Experimenten entstehen kann, wenn man bereit ist, die Richtung zu ändern.

Mehr als 200 Gründer und Investoren ergänzen das Werk mit ihren wichtigsten Lektionen und verleihen dem Buch zusätzliche Tiefe

Andreas Bruckschlögl: Buch Startup! erscheint im Oktober Buchcover mit gelbem Hintergrund

Frank Thelen schreibt über Storytelling als Schlüssel zum Product-Market-Fit. Carsten Maschmeyer erklärt, warum Vertrieb Chefsache ist. Verena Pausder beschreibt den Wert von Mentoren und wie man sie gewinnt. Lea-Sophie Cramer zeigt, warum Resilienz oft wichtiger ist als die perfekte Idee. Philipp Westermeyer hebt die Macht von Social Proof und Bewertungsplattformen hervor. Christian Vollmann erläutert Pretotyping als Methode, um Ideen zu testen, bevor man sie baut. Und Mario Götze berichtet, nach welchen Kriterien er in Startups investiert und warum Vision, Leidenschaft und Resilienz für ihn entscheidend sind.

Bruckschlögl fasst es im Buch so zusammen:


„Gründen heißt, Fehler machen. Ich habe viele gemacht – manche unvermeidbar, andere völlig unnötig. Und genau so ging es den über 200 Gründern und Experten, die in diesem Buch ihre Erfahrungen teilen. Mir war wichtig, all dieses Wissen zugänglich zu machen, damit andere viele dieser Fehler vermeiden können.“

Startup! ist ab sofort auf Amazon vorbestellbar und erscheint am 6. Oktober 2025.

Über den Autor

Andreas “Andy” Bruckschlögl (geb. 1989) ist Seriengründer und Unternehmer. Er baute acht Unternehmen auf, darunter die SEO-Plattform Ryte, die 2024 an den US-Konzern Semrush verkauft wurde, sowie das Bits & Pretzels Founders Festival mit über 7.500 Teilnehmern. Mit Startup! veröffentlicht er sein erstes Buch und teilt die wichtigsten Erfahrungen aus zwei Jahrzehnten Unternehmertum.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

In Sachen Skalierbarkeit: VPS Hosting für Unternehmen

0
Server Lösungen für Start-ups: VPS Hosting für Unternehmen Foto von charlesdeluvio auf Unsplash

Start-ups und Virtual Private Server

Im Falle junger Unternehmen kommt der Kostenfrage bei der Gestaltung der IT-Landschaft schnell eine größere Bedeutung zu. Auch wenn Kosten immer ein Entscheidungskriterium sind – hier muss oft erst der tatsächliche Bedarf ausgelotet werden. Die Anschaffung sowie der Unterhalt eines eigenen Rechenzentrums sind nicht nur mit initialen Ausgaben verknüpft, sondern erfordern gleichzeitig auch beständige Man-Power und Know-How. VPS Hosting hat sich daher als entlastendes Moment zum Unternehmensstart etabliert. Es bietet:

  • Wartungsarme Rechenleistung (Managed Virtual Server)
  • Hohe Kompatibilität mit div. Betriebssystemen (Windows VPS- / Linux VPS Hosting)
  • Gute Skalierbarkeit bei saisonalen Bedarfs-Spitzen
  • Hohe Individualisierbarkeit (Self-Managed Virtual Server)
  • Unternehmenseigene VPN-Verbindung

Branchen, Aufgabenbereiche und VPS Server

Die Einsatzmöglichkeiten der Virtual Private Servers sind sehr vielseitig und sprechen ein breites Spektrum von Branchen an. Prinzipiell lassen sich alle digitalen Anwendungen auf einen solchen Server auslagern, wodurch die dafür eigentlich notwendige Hardware entfallen kann. Marketing-Agenturen, Onlineshops, Blogs, aber auch Handwerksbetriebe mit hohem Digitalisierungsgrad können sowohl einfache Aufgaben als auch komplexe Prozesse auf virtualisierte Server verlegen. Typische Anwendungsfelder sind:

  • VPS Web Hosting von Unternehmens-Websites, Blogs, Foren, Onlineshops und Kundenportalen mit hoher oder fluktuierender Zugriffszahl
  • Betrieb von Datenbanken für interne Datensätze, Kundenprojekte oder als Archiv
  • Entwicklung/Testumgebungen für eigene Software
  • Einrichtung von E-Mail-Servern für die professionelle Kommunikation und sichere Aufbewahrung der Korrespondenzen
  • Nutzung als Cloud VPS zur einfachen Dateiablage
  • Virtual Private Networks für die Remote-Arbeit

Virtual Server Hosting in Wachstumsphasen

All diese Anwendungsfelder werden gerne branchenübergreifend auf einem ausgelagerten Server ausgeführt und verwaltet. Nicht nur von Start-ups. Doch ist dabei Wachstum möglich? Für VPS Website Hosting und den Umgang mit kurzfristigen Traffic-Spitzen haben viele Provider eine Tarif-Struktur etabliert, die auch spontan eine Erweiterung der gebuchten Leistungen zulässt. Hier wird per Klick einfach dazugebucht.

Wächst ein Unternehmen langfristig und besteht das Tagesgeschäft zu großen Teilen aus Tätigkeiten im digitalen Umfeld (zum Beispiel bei der Software-Entwicklung), ist das für manche ein Anlass, über ein eigenes Rechenzentrum nachzudenken. Hier spiele Faktoren wie Wirtschaftlichkeit und Individualisierbarkeit selbstverständlich eine tragende Rolle. Können proaktive Wartung und alle Sicherheitsaspekte zeiteffizient selbst übernommen werden und profitiert das Unternehmen von der Autonomie? All dies muss bei der Entscheidung berücksichtigt werden.

VPS Hosting: Auch für große Unternehmen eine Option

Ist es jedoch fraglich, ob die zuvor erwähnte Wartung und die relevanten Sicherheitsaspekte eingehalten werden können, ist VPS Hosting sicherlich der bessere Weg. In Sachen Skalierbarkeit haben viele große Provider die ausreichenden Kapazitäten, auch hohe Bedarfe zu decken. Dank Root-Zugriff genießen Unternehmen hier zudem ausreichende Rechte, um die genutzten Ressourcen in vollem Umfang auszuschöpfen und können dennoch von den Vorzügen eines Kundensupports Gebrauch machen.

Titelbild:
Virtual Private Server, kurz VPS, sind seit vielen Jahren Teil der globalen digitalen Infrastruktur und werden von vielen Unternehmen mit Handkuss genutzt. Der Vorteil liegt für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) in der einfachen Einbindung in den Geschäftsalltag. Doch was, wenn Wachstum in Aussicht ist? Foto von charlesdeluvio auf Unsplash

Autor: Martin Voznik

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Startups zwischen Mut, Ideen und Emotionen

0
22. September 2025: Sendung 5 Die Höhle der Löwen Manuela Miller-Feigl (M.) und Franziska Nowak präsentieren die nachhaltige Textilwindel „kniti“. Investorin Dagmar Wöhrl (r.) macht den Praxistest. Bild @RTL / Stefan Gregorowius

Familien, Erfinder und Genuss: Diese Startups kämpfen am 22. September 2025 um ein Investment in Die Höhle der Löwen

Wenn am 22. September 2025 die Sendung 5 am 22. September, 20:15 Uhr bei VOX und ab dem 15. September vorab auf RTL+ ausgestrahlt wird, dürfen sich die Zuschauerinnen und Zuschauer von Die Höhle der Löwen wieder auf eine bunte Mischung aus Familienunternehmen, Alltagshelfern und kulinarischen Ideen freuen. Von traditioneller Pasta aus Regensburg bis hin zu einer innovativen Mobilitätshilfe für Senioren: Der Abend verspricht große Emotionen, spannende Verhandlungen und vielleicht auch Deals, die den Alltag vieler Menschen verändern könnten.

Alla Mamma begeistert am 22. September 2025 mit Pasta wie bei Mama

Den Anfang macht das Vater-Tochter-Duo Guido Mondi (67) und Sarina Mondi (17) aus Regensburg. Mit ihrem Startup Alla Mamma bringen sie echte italienische Pasta-Gerichte auf den Tisch – nach Familienrezepten, die seit mehr als 40 Jahren im eigenen Restaurant erprobt werden.

Die Besonderheit: Die Gerichte sind frei von Konservierungsstoffen, lange haltbar und in nur wenigen Minuten zubereitet. Ganze 21 Sorten, von Klassikern wie Spaghetti Bolognese bis hin zu glutenfreien Varianten, stehen schon im Sortiment. Produziert wird ausschließlich in Italien – ein Versprechen für Qualität und Authentizität.

Die Löwen loben den Geschmack begeistert, doch es gibt auch kritische Stimmen: Ist das Sortiment zu groß? Kann sich Alla Mamma wirklich klar positionieren? Mit ihrem Angebot von 150.000 Euro für zehn Prozent Firmenanteile hoffen Guido und Sarina, die Investoren von ihrer Vision zu überzeugen.

EazyStep präsentiert Innovation am 22. September 2025 in Die Höhle der Löwen

Ein ganz anderes Thema bringen Ayub Elsanukaev (37) und Alexander Banchukov (39) in die Höhle: Mit EazyStep stellen sie ein innovatives Hilfsmittel für Senioren und Menschen mit körperlichen Einschränkungen vor. Das System kombiniert stabile Schienen mit einem mobilen Sitz, um Bewegungen im Badezimmer sicherer zu machen.

Ein Highlight: Die Kosten werden vollständig von den Krankenkassen übernommen, da es sich um eine Maßnahme zur Wohnumfeldverbesserung handelt. Unterstützt werden die Gründer bei ihrem Pitch von zwei Seniorinnen und Senioren, die das Produkt live demonstrieren. Besonders beeindruckend ist Carmen Fensch (84), die trotz ihres Alters noch als Pflegefachkraft arbeitet und ihre Lebenseinstellung mit den Löwen teilt.

Mit einem Angebot von 500.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile wagen die Gründer einen mutigen Schritt. Die Löwen zeigen Interesse, doch auch kritische Nachfragen zur Skalierbarkeit und zum Marktpotenzial lassen nicht lange auf sich warten.

Vlippy setzt am 22. September auf clevere Alltagserfindungen

Bianca und Malte Fürstenberg (beide 36) aus Hamburg präsentieren mit Vlippy einen simplen, aber genialen Haushaltshelfer: einen Tür- und Fensterstopper mit Klemmschutz. Die Lösung ist robust, langlebig und schützt vor eingeklemmten Fingern – ein Problem, das in vielen Familien und Haushalten allgegenwärtig ist.

Die Gründer fordern 25.000 Euro für 20 Prozent Firmenanteile – und überraschen die Löwen mit einem augenzwinkernden „Goldenen Vlippy-Pokal“. Ihre Erfahrung als Erfinder-Duo mit über 20 Patenten zeigt, dass hinter Vlippy nicht nur ein Produkt, sondern eine ganze Ideenschmiede steckt. Doch reicht das, um die Investoren zu einem Deal zu bewegen?

kniti kämpft am 22. September 2025 gegen das Windel-Müllproblem

Mit einem ernsten Umweltthema treten Manuela Miller-Feigl (34) und Franziska Nowak (33) an. Ihr Startup kniti will den riesigen Müllberg von Einwegwindeln bekämpfen. In Deutschland landen jährlich Milliarden von Windeln im Restmüll – ein ökologisches Problem von gigantischem Ausmaß.

Die Lösung: eine nachhaltige Textilwindel, die die Vorteile von Stoff- und Einwegwindeln vereint. Mit atmungsaktiver Außenhülle und hochsaugfähiger Einlage setzt kniti auf Komfort und Umweltfreundlichkeit gleichermaßen.

Mit einem Angebot von 400.000 Euro für zehn Prozent Firmenanteile steigen die beiden Gründerinnen hoch ein. Während die Löwen vom Konzept begeistert sind, sorgen Umsatz und Unternehmensbewertung für Skepsis. Judith Williams gibt den Gründerinnen jedoch eine zweite Chance – ein spannender Moment in der Sendung.

BetterCakez überzeugt am 22. September mit gesunden Snack-Kuchen

Den Abschluss macht Isabelle Forster (29) aus Köln mit ihrem Startup BetterCakez. Ihre Leidenschaft fürs Backen und ihr persönlicher Umgang mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten führten sie zu einer innovativen Idee: Kuchen, die vegan, glutenfrei, ohne Industriezucker und mit bis zu 30 Prozent Gemüse gebacken sind.

Die Löwen sind überrascht, wie gut diese ungewöhnliche Kombination schmeckt. Ralf Dümmel lobt die Cleverness, Frank Thelen wittert großes Potenzial. Isabelle fordert 150.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile – doch ob am Ende ein Deal zustande kommt, bleibt spannend.

Fazit zur Sendung 5 am 22. September 2025 bei VOX und RTL+

Die Sendung 5 am 22. September, 20:15 Uhr bei VOX und ab dem 15. September vorab auf RTL+ zeigt erneut, warum Die Höhle der Löwen zu den beliebtesten Gründershows gehört: Die Mischung aus Familienunternehmen, nachhaltigen Innovationen und praktischen Alltagshelfern begeistert.

Ob Pasta aus Italien, Mobilität im Badezimmer, Sicherheit für Kinder, nachhaltige Windeln oder gesunde Kuchen – jede Gründung erzählt ihre eigene Geschichte. Der 22. September 2025 verspricht einen Abend voller Emotionen, kulinarischer Genüsse und vielleicht auch bahnbrechender Investments.

Bild Manuela Miller-Feigl (M.) und Franziska Nowak präsentieren die nachhaltige Textilwindel „kniti“. Investorin Dagmar Wöhrl (r.) macht den Praxistest. 
Bild @RTL / Stefan Gregorowius

Didomi Gründer Romain Gauthier über Privacy und Verantwortung

0
Portrait Foto von didomi privacy roman gauthier

Didomi Gründer Romain Gauthier im Gespräch mit Markus Elsässer über Privacy und Verantwortung!

Was inspirierte die ursprüngliche Idee hinter Didomi – gab es einen bestimmten Moment, der den Funken ausgelöst hat?

Romain Gauthier: Die Privatsphäre der Menschen wurde meiner Meinung nach jahrzehntelang durch technologische Entwicklungen vernachlässigt – meist war sie, wenn überhaupt, nur ein nachträglicher Gedanke. Als die Diskussionen um die GDPR begannen, wurde mir klar, dass eine EU-Verordnung mit ausreichend Durchsetzungskraft Veränderungen bewirken könnte – indem sie Unternehmen wie Didomi zwingt, in Privacy zu investieren und den Umgang mit persönlichen Daten zu ändern, um Bußgelder zu vermeiden.

Die Idee, den Fokus auf Consent zu legen, erschien mir als der beste Ansatz für Didomi, da dies für Menschen die natürlichste und intuitivste Art ist, über ihre Privatsphäre nachzudenken.

Was waren die größten Herausforderungen in der Anfangszeit, und wie haben Sie diese überwunden?

Romain Gauthier: Wie bei jedem Startup bestand die größte Herausforderung darin, von unseren ersten Kunden als glaubwürdiger Partner wahrgenommen zu werden – insbesondere in einem Umfeld, in dem unsere Lösungen ihnen helfen sollten, Compliance zu erreichen. Um das zu überwinden, konzentrierten wir uns zunächst auf das Publisher- und Medien-Vertical, was uns sofortige Sichtbarkeit verschaffte, da unsere Lösungen auf den größten und bekanntesten Websites implementiert wurden. Außerdem sicherten wir uns eine offizielle Validierung der Didomi-Compliance durch die CNIL (französische Datenschutzbehörde), was uns aus Sicht der ersten Kunden genug Glaubwürdigkeit verschaffte.

Dann kam – wie bei vielen Unternehmen – die klassische Herausforderung: Talente zu gewinnen. Wir entschieden uns 2017 für eine Remote-first-Kultur, die uns Zugang zu vielfältigen, internationalen Talenten eröffnete und gleichzeitig unsere französischen Wurzeln in den Hintergrund treten ließ. Das half uns, früh global zu gehen.

Eine weitere, weniger häufige, aber schwierige Herausforderung: Wir wurden in den USA von einem Patent-Troll verklagt, der uns wegen angeblicher Patentverletzung angriff – in der Hoffnung, dass wir uns mit einem hohen Vergleich freikaufen. (Sie hatten das Konzept des Consent Managements patentiert.) Uns blieb nichts anderes übrig, als Hunderttausende Dollar in ein komplexes Gerichtsverfahren zu investieren, das wir letztlich auf Bundesebene gewannen. Das war eine komplette Ablenkung und eine Verschwendung von Zeit und Geld, die wir besser ins Wachstum des Unternehmens hätten stecken können.

Gibt es Werte oder Lektionen aus Ihrer Kindheit, die Sie bis heute als Unternehmer prägen?

Romain Gauthier: Wie Mike Tyson einmal sagte: Jeder hat einen Plan, bis er einen Schlag ins Gesicht bekommt. Ich habe immer wieder gelernt, das Unerwartete willkommen zu heißen, es anzunehmen und damit umzugehen. Ich bin so erzogen worden, niemals aufzugeben – und genau das hilft mir heute als Unternehmer.

Wie entwickeln Sie Privacy-Lösungen, die Nutzer nicht nerven oder abschrecken?

Roman Gauthier: Wir betreiben viel Forschung im Bereich Privacy UX und sind das einzige Unternehmen weltweit, das ein Consent Benchmark veröffentlicht, in dem wir die Trends darstellen, die wir durch die tägliche Erfassung von Millionen Consents messen.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei Didomi in der Praxis, und wie setzen Sie das konkret um?

Romain Gauthier: Wir haben unser Engagement für Nachhaltigkeit in den letzten zwei Jahren erheblich verstärkt – sowohl in unseren Produkten als auch in unserer Arbeitsweise. Praktisch bedeutet das: eine verantwortungsvollere Cloud-Infrastruktur auszuwählen, unseren CO₂-Fußabdruck zu messen und alle Mitarbeitenden in sinnvolle Initiativen einzubeziehen.

Es ist ein kollektives Engagement: Wir glauben, dass technologische Innovation Hand in Hand mit sozialer und ökologischer Verantwortung gehen muss. Unser EcoVadis-Silber-Rating und unser erster öffentlicher ESG & Impact Report 2024 zeigen, dass wir gemeinsam vorankommen – denn auf diesem Weg sind wir alle Teil desselben Teams.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben, und welche Prinzipien sind Ihnen im Umgang mit Ihrem Team am wichtigsten?

Romain Gauthier: Meine Rolle ist es, Energie zu geben, allen zu helfen, sich auf unsere Mission zu konzentrieren, und die Menschen zu befähigen, komplexe Probleme gemeinsam zu lösen.

Darüber hinaus wende ich unsere eigenen Produkte auch selbst an, bleibe für jeden zugänglich und versuche, rationale Entscheidungen zu treffen, die unsere Kernwerte respektieren.

Wie gehen Sie mit Fehlern Ihrer Mitarbeiter um, und wie stellen Sie sicher, dass das Team motiviert bleibt?

Romain Gauthier: Man lernt, indem man Fehler macht. Bei Didomi haben die Leute in ihren Jobs viel Autonomie – und dadurch passieren Fehler. Wichtig ist, dass sich alle wohlfühlen, diese Fehler einzugestehen, um daraus zu lernen.

Auf meiner Seite ist es ebenso wichtig, dass ich als Führungskraft dasselbe tue und dem Team erkläre, wenn ich oder wir einen Fehler gemacht haben, um den Kurs zu korrigieren. Damit das Team motiviert bleibt, ist es entscheidend, sich ständig auf das zu konzentrieren, was wir tun können, anstatt auf das, was wir in der Vergangenheit getan haben.

Welchen praktischen Rat würden Sie Gründern geben, die heute ein Privacy-Tech-Startup starten wollen?

Romain Gauthier: Konzentrieren Sie sich auf ein spezifisches Problem, das viele Unternehmen haben – anstatt zu viele Ziele gleichzeitig zu verfolgen.

Wie stellen Sie bei Mergers & Acquisitions, wie jüngst bei Sourcepoint, eine reibungslose Integration sicher und schaffen eine einheitliche Unternehmenskultur?

Romain Gauthier: Kultur ist ein entscheidender Punkt bei der Auswahl eines Akquisitionsziels – und wohl der wichtigste Erfolgs- oder Misserfolgsfaktor. Dieses Element ist daher zentral im M&A-Prozess.

Wir haben Didomi als ein Unternehmen mit sehr vielfältiger Kultur aufgebaut, das Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen und Ländern willkommen heißt. Jeder neue Kollege ist eine Chance, jemand anderes willkommen zu heißen und seine Einzigartigkeit wertzuschätzen. Das ist unsere Grundlage, um andere Teams bei einer Übernahme zu integrieren.

Wo sehen Sie sich selbst und Didomi in fünf Jahren – was ist Ihre Vision im großen Bild?

Romain Gauthier: Ich sehe Didomi als globalen Marktführer im Privacy-Bereich und als entscheidenden Partner für große Enterprise-Marken weltweit. Ich sehe Privacy als essenzielle Fähigkeit und als Reflex für jeden Data Professional. Und ich sehe mich selbst als Unternehmer, der durch neue Herausforderungen noch weiter gelernt und neue Höhen erreicht hat.

Was ist Ihrer Meinung nach das nächste große Ding in Privacy Tech – vielleicht auch im Zusammenhang mit AI?

Romain Gauthier: Das nächste große Ding für Privacy Tech ist das Konzept von Agent-to-Agent-Privacy-Transactions. Wie wird Ihre Privatsphäre durchgesetzt und respektiert, wenn ein Agent Sie repräsentiert und mit einem anderen Agenten interagiert, der ein Unternehmen oder eine Organisation vertritt? Hier ist noch alles zu erfinden.

Können Sie ein konkretes Beispiel nennen, bei dem Didomis Privacy-Lösungen messbaren Erfolg für Ihre Kunden gebracht haben?

Romain Gauthier: Wir veröffentlichen regelmäßig Case Studies auf unserem Blog – in Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Darin zeigen wir die Probleme, mit denen sie konfrontiert waren, und wie sie Privacy-, Compliance-, Data- und Business-Herausforderungen mit unseren Lösungen gemeistert haben.

Es ist schwer, nur ein Beispiel auszuwählen, aber ein paar stechen hervor:

  • Orange, einer der führenden Telekommunikationsanbieter Frankreichs, war ein früher Anwender unseres Cross-Device-Features und erzielte herausragende Ergebnisse (+10 % Consent-Rate).
  • SNCF Connect & Tech, mit denen wir an einem sehr speziellen Server-to-Server-Use-Case gearbeitet haben.
  • Algeco, ein Unternehmen für modulare Bauweise, das gemeinsam mit Dékuple Didomi und Addingwell implementierte, um seine Datenerfassung zu verbessern – mit messbarem Business-Impact (Opt-in-Rate von 56 % auf 64 %).

Unsere Lösungen sind hochgradig anpassbar, und wir sind stolz darauf, unseren Kunden einen der besten Supports auf dem Markt zu bieten, um ihre spezifischen Anwendungsfälle zu unterstützen.

Wie stellen Sie sicher, dass die Kernwerte Ihres Unternehmens im Alltag und in strategischen Entscheidungen wirklich gelebt werden?

Romain Gauthier: Menschen zu befähigen und ihnen zu vertrauen ist die Lösung. Meine Rolle besteht darin, sicherzustellen, dass jeder unsere Kernwerte als Kompass für seine täglichen Entscheidungen nutzt.

Wie schaffen Sie es als Unternehmer und Vater, Ihre Work-Life-Balance zu wahren – haben Sie bestimmte Strategien?

Roman Gauthier: Als Unternehmer ist das eine komplexe Aufgabe, da das Unternehmen immer irgendwo im Kopf präsent ist. Es erfordert viel Disziplin. Eine Strategie, die ich anwende, ist, mein Smartphone draußen zu lassen, wenn ich mit meiner Familie zusammen bin – um ganz bei ihnen zu sein. Zumindest werde ich so nicht ständig unterbrochen.

Als Unternehmen setzen wir klare Grenzen, z. B. abends oder am Wochenende nicht zu arbeiten, um sicherzustellen, dass Arbeit klare Limits hat. Ich bin fest davon überzeugt, dass die besten Entscheidungen und Ideen entstehen, wenn man ausreichend Zeit zum Auftanken, Abschalten, Bewegen und Schlafen hat.

Was motiviert Sie, immer weiterzumachen – und welche Rolle spielt dabei für Sie persönlich und beruflich die ökonomische und soziale Nachhaltigkeit?

Romain Gauthier: Meine Motivation kommt aus der Tatsache, dass Didomi an einem entscheidenden Problem für die Zukunft der Technologie arbeitet. Privacy ist nicht selbstverständlich.

Sowohl persönlich als auch beruflich zwingt einen das Elternsein, für die Zukunft zu bauen und kurzfristige Strategien zu vermeiden. Gleichzeitig ist es meiner Erfahrung nach schwer, die Regeln eines Spiels zu ändern, während man es spielt – deshalb wird es immer Kompromisse geben müssen zwischen dem Ideal wirtschaftlicher und sozialer Nachhaltigkeit und der Realität: Jedes Business muss zuerst profitabel sein, um nachhaltig zu sein.

Bild: Romain Gauthier

Wir bedanken uns bei Romain Gauthier CEO und Gründer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Kann diese Idee unsere Energieversorgung für immer verändern?

0
Kitepower Drachen Delft – Saubere Energie flexibel nutzen Dr. Pieter Willems CEO Kitepower

Kitepower entwickelt innovative Drachensysteme, die Windenergie effizienter nutzbar machen und neue Möglichkeiten für nachhaltige Stromversorgung eröffnen

Können Sie uns Kitepower kurz vorstellen und erzählen, wer die Gründer sind und wie die Idee entstanden ist?

Kitepower ist ein Spin-off der Technischen Universität Delft. Wir nutzen Drachen, um Windenergie effizienter zu nutzen. Das Unternehmen wurde von Ingenieuren und Unternehmern gegründet, die an der Universität im Bereich der Airborne Wind Energy forschten. Die Initiative wurde von Johannes Peschel, einem deutschen Studenten an der TU Delft, ins Leben gerufen. Die Idee entstand aus einer einfachen Frage: Warum tonnenschwere Stahlmasten bauen, wenn ein leichter Drachen die gleiche Aufgabe erfüllen kann?

Welche Vision treibt Kitepower an und wie wollen Sie diese in den kommenden Jahren realisieren?

Wir möchten saubere Energie überall verfügbar machen – insbesondere an Orten, an denen herkömmliche Windkraftanlagen niemals installiert werden könnten. Unser Ziel ist es, Kitepower als flexible Ergänzung zu Solar- und Windenergie zu etablieren. Zu diesem Zweck führen wir unsere Systeme vom Pilotbetrieb in die Serienproduktion.

Wie unterscheiden sich Ihre Kite-basierten Energiesysteme von klassischen Windturbinen?

Wir brauchen weder einen Turm noch ein Fundament oder Schwerlasttransporte. Unsere Drachen fliegen in Höhen von 200 bis 500 Metern, wo der Wind stärker und konstanter weht. Das macht uns effizienter, mobiler und kostengünstiger.

Welche Zielgruppen sprechen Sie mit Lösungen wie dem Hawk oder dem Falcon konkret an?

Der Hawk wurde für Bauunternehmen und Infrastrukturprojekte entwickelt. Diese Zielgruppe ist an Standorten aktiv, an denen bisher Dieselgeneratoren die einzige Option waren. Unser anderer Markt sind industrielle Großverbraucher von Strom, die in Ballungsgebieten tätig sind. Denken Sie dabei z.B. an produzierendes Gewerbe, Molkereien usw. Wir liefern Strom hinter dem Zähler und ergänzen damit direkt den Strom aus dem Netz.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Technologie zuverlässig auch in abgelegenen Regionen eingesetzt werden kann?

Durch robuste Konstruktion, einfache Bedienung und intelligente Steuerung. Unsere Systeme sind modular aufgebaut, transportabel und wartungsarm. Das Kitepower-System wird in einem 20-Fuß-Container geliefert, wodurch es sehr mobil ist und nur wenig Platz benötigt.

Was war bisher die größte technische oder organisatorische Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?

Die Automatisierung des Fluges. Jeder kann einen Drachen steigen lassen – aber nicht sicher und kontinuierlich in Zyklen fliegen. Zu diesem Zweck haben wir unser eigenes Steuerungssystem entwickelt, das heute zuverlässig funktioniert.

Kitepower Charging DIRKSLAND - Kitepower Testdag. KitePower team making a testrun in the patatofield. - FOTO GUUS SCHOONEWILLE
DIRKSLAND – Kitepower Testdag. KitePower team making a testrun in the patatofield. – FOTO GUUS SCHOONEWILLE

Kitepower setzt auf deutlich weniger Material als herkömmliche Windanlagen. Was bedeutet dieser Ansatz für Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit?

Weniger Stahl, weniger Beton, weniger Logistik – das spart Kosten und Emissionen. Jede Tonne, die wir nicht verbrauchen, ist ein Gewinn, sowohl ökologisch als auch ökonomisch. Kitesysteme erfordern geringere Investitionen (CAPEX) und erzielen daher schneller einen positiven ROI als Windkraftanlagen oder Solar-PV-Anlagen.

Welche Rolle spielen Kooperationen mit Partnern wie Energieversorgern oder Bauunternehmen für Ihre Weiterentwicklung?

Ein entscheidender Faktor. Ohne Partner gibt es keinen Marktzugang. RWE testet unser System in Irland und sieht den Offshore- oder netzfernen Einsatz als vielversprechenden Ansatz zur Ergänzung von Photovoltaik oder Batteriespeichern. Bauunternehmen nutzen unser Energy-as-a-Service-Modell: Kitepower erzeugt zuverlässige, emissionsfreie Energie auf Baustellen, beispielsweise zum Laden von Lkw. Dies ist ein wichtiger Schritt für energieneutrale Bauprojekte.

Wo sehen Sie Kitepower in fünf bis zehn Jahren. Gibt es konkrete Pläne zur Skalierung oder zu neuen Produkten?

In fünf Jahren werden wir unser Falcon-System hinter dem Zähler bei verschiedenen Industriekunden in Betrieb genommen haben und profitabel sein. In zehn Jahren wird Kitepower mit Kite-Parks vertreten sein, um Energie in der Nähe von Wohngebieten, Gewerbegebieten und an abgelegenen Standorten zu erzeugen, an denen Windkraftanlagen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht installiert werden können, oder um bestehende großflächige Solar-PV-Anlagen zu ergänzen.

Welche drei Ratschläge würden Sie jungen Gründerinnen und Gründern geben, die ein ähnlich innovatives Projekt starten möchten?

Erstens: Früh raus aus in die Feldarbeit. Zweitens: Rückschläge einkalkulieren. Drittens: Ein Team bauen, das größer denkt als jeder Einzelne.

Wie bewerten Sie das Marktpotenzial für Airborne Wind Energy in Europa und weltweit?

Enorm. Die Welt sucht nach Lösungen für netzferne und überlastete Regionen. Dieselgeneratoren haben ausgedient. Airborne Wind Energy hat das Potenzial Milliardenmärkte zu erschließen und das weltweit an nahezu jedem Standort.

Welche Bedeutung hat für Sie die Verbindung von Forschung, wie an der TU Delft, mit unternehmerischer Umsetzung?

Es ist unser Fundament. Ohne die Grundlagenforschung an der TU Delft hätten wir Kitepower niemals gegründet. Die Tatsache, dass unsere Drachen nun zugelassen, getestet und in ganz Europa kommerziell genutzt werden, hat es uns ermöglicht, die Lücke zwischen Idee und Anwendung erfolgreich zu schließen.

Bild: @Kitepower

Wir bedanken uns bei Dr. Peter Willems für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Kitepower

Kitepower logo blautöne

Kontakt:

KITEPOWER
Schieweg 15, Noord 4, Hall R,
2627 AN Delft
The Netherlands
https://thekitepower.com/

Ansprechpartner: Dr. Peter Willems

Social Media:
Instagram
LinkedIn

Crowdfunding auf FunderNation

Sportmode neu gedacht: Nachhaltig, hochwertig und mit Haltung

0
DSSLR: Sportmode und Nachhaltigkeit mit Quiet Luxury Gründerbild Christoph A Dassler

DSSLR verbindet Sportmode, Quiet Luxury und Nachhaltigkeit zu einer Premium-Marke, die höchste Ansprüche an Design, Qualität und Verantwortung erfüllt.

Wie ist die Idee zu DSSLR entstanden und wer sind die Menschen hinter dem Unternehmen?

1987, mit schon 7 Jahren, als ich realisiert habe, dass die Familie mit dem Verkauf des Unternehmens Puma beschäftigt war.

DSSLR verbindet Sport, Design und Nachhaltigkeit. Was war der Auslöser, diesen Weg einzuschlagen?

Eine über viele Jahre gewachsene Haltung nach der Beobachtung von vielen Fehltritten in der Luxus- und Sportartikelindustrie. Zudem eine persönliche Überzeugung, dass Design und Nachhaltigkeit keine Widersprüche sind.

Welche Vision verfolgt DSSLR mit der Verbindung von Quiet Luxury und Sportmode und wie möchten Sie diese Realität werden lassen?

Eine führende Marke im Highend-/Premium-Sport- und Lifestyle-Umfeld zu werden.

Wen möchten Sie mit Ihrer Marke besonders ansprechen. Welche Bedürfnisse hat Ihre Zielgruppe, die Sie mit Ihren Kollektionen erfüllen wollen?

Kunden und Kundinnen mit höchsten Ansprüchen an Qualität und Design, auf und neben dem Platz. Moralische Integrität wird vorausgesetzt. DSSLR setzt somit auf das Zusammenspiel zwischen Herkunft, Design und Funktion auf höchster Produktqualität.

Die erste Kollektion ist stark vom Tennissport inspiriert. Warum haben Sie diesen Schwerpunkt gewählt und welche Rolle spielt Tennis für die Marke?

Der Tennissport stellt eine wichtige Säule in den geplanten Sportkapiteln der nächsten Jahre dar. Der Tennissport ist sowohl Plattform für sportlichen, kulturellen und modischen Austausch, den DSSLR auf und neben dem Platz bespielt und mitgestalten will. Zudem steckt eine Bewunderung für den Tennissport in meiner DNA, da wir in meiner Familie schon in den 70er Jahren mit den besten Tennisspielern der Welt zusammengearbeitet haben.

Nachhaltigkeit ist ein zentrales Element bei DSSLR. Wie stellen Sie sicher, dass Materialien und Produktion den hohen Ansprüchen gerecht werden?

Zertifizierungen, die überprüft sind und werden. Persönliche Erfahrungen und Erlebnisse inkl. Besuchen entlang der Produktionsorte und ein eigener Code of Conduct. Zudem durch enge und nahezu tägliches Zusammenarbeiten mit den Partnern an den einzelnen Stellen – auch im Rahmen der durch DSSLR gestellten Nachverfolgung der Produktherstellungsprozesse.

Was sind aktuell die größten Herausforderungen im Aufbau von DSSLR und wie gehen Sie im Team damit um?

Die Bekanntheit der Marke substanziell aufzubauen. Entrepreneurial- und Output-orientierte Abläufe zu entwickeln, die tatsächlich den Kunden bzw. die Kundin immer im Mittelpunkt haben.

Viele Marken sprechen über Premium und Nachhaltigkeit. Was macht DSSLR tatsächlich einzigartig und unverwechselbar?

Der Kollektionsaufbau ist durchgehend nachhaltig und nicht nur einzelne Kollektionsstücke zu einem gewissen Anteil von bis zu oder über 50 %, so wie das oftmals im Markt gehandhabt wird.

Wie sehen Sie die Weiterentwicklung von DSSLR in den kommenden Jahren. Welche nächsten Schritte oder Kollektionen sind geplant? Welche langfristigen Ziele verfolgen Sie mit DSSLR. Soll die Marke auf den Tennissport fokussiert bleiben oder breiter aufgestellt werden?

Positionierung auch als kulturell relevante Sport- und Lifestyle-Brand mit dem Fokus Tennis. Eine logische Entwicklung von Tennis sieht DSSLR auch in einer weiteren und dort auch dedizierten Aufmerksamkeit für den Padel-Tennis-Sport. Langfristig stehen sowohl weitere sehr spannende neue Produktsegmente als auch Sportarten für DSSLR auf der Agenda.

Was möchten Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben, die ebenfalls eine Marke im Premiumsegment etablieren wollen?

Haltung. Es braucht klare DON’Ts, nicht nur DOs.
Fokussierung auf Kernprodukte und unverwechselbare DNA.

Wenn Sie auf Ihre bisherige Reise zurückblicken. Welche drei Ratschläge würden Sie Gründern geben, die am Anfang stehen?

Privates Umfeld vollständig einbinden und mitnehmen.
Manifestieren.
Reflektieren.

Titelbild Christoph A. Dassler @DSSLR

Wir bedanken uns bei Christoph A. Dassler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Ist das die Zukunft, wie Industrie wirklich Energie sparen kann?

0
encentive: Industrie und Energie im Wandel. Bild (v. l. n. r.): Torge Lahrsen (COO), Daniel Ehnes (CPO), Nicolás Juhl (CEO), Sascha Greve (CTO).

encentive unterstützt Industrieunternehmen dabei, Energiekosten zu senken und Emissionen intelligent mit KI zu reduzieren.

Können Sie uns encentive kurz vorstellen und erzählen, wer hinter dem Unternehmen steht?

encentive unterstützt Industrieunternehmen dabei, Energiekosten und Emissionen intelligent zu reduzieren. Unsere KI steuert komplexe Industrieanlagen vollautomatisch und erzielt messbare Ergebnisse ab dem ersten Tag. Hinter encentive steht ein interdisziplinäres Team aus IngenieurInnen, Data Scientists und Software DeveloperInnen das die Industrie fit für die Energiewende macht.

Was war die ursprüngliche Idee, die zur Gründung von encentive geführt hat?

Wir kommen ursprünglich aus dem Norden, wo man tagtäglich Windräder sieht, die oft trotz Wind stillstehen. Die Idee entstand aus dieser Beobachtung heraus: Erneuerbare Energien bleiben viel zu oft ungenutzt. Anfangs haben wir getestet, ob sich Haushalte und Gebäude besser auf erneuerbare Erzeugung abstimmen lassen. Schnell war aber klar, dass der größte Hebel in der Industrie liegt, dem größten Energieverbraucher in Deutschland. Also haben wir uns konsequent auf diesen Bereich fokussiert.

Welche Vision verfolgen Sie mit encentive und wie möchten Sie diese in den nächsten Jahren umsetzen?

Die Industrie ist nicht nur in Deutschland, sondern weltweit der größte Energieverbraucher. Unsere Vision ist es, die Industrie zum Motor einer klimaneutralen Zukunft machen, ihre Energie intelligent zu steuern und so wirtschaftlichen Erfolg und Nachhaltigkeit untrennbar zu verbinden. Unternehmen sparen sofort Energiekosten, reduzieren CO₂ und sichern ihre Wettbewerbsfähigkeit. Umsetzen wollen wir das mit unserer KI-Plattform flexOn, die das industrielle Energiemanagement revolutioniert.

Wie unterscheidet sich Ihre Lösung von klassischen Energiemanagementsystemen?

Klassische Systeme zeigen Daten an. Unsere Plattform steuert Anlagen automatisch. Wir bei encentive bringen KI direkt in den Maschinenraum, damit Energieflüsse dort optimiert und gesteuert werden, wo sie entstehen. Für unsere Kunden bedeutet das: bis zu 20 % weniger Energiekosten, geringere Emissionen und höhere Versorgungssicherheit. Und das ohne zusätzlichen Aufwand und ohne Eingriff in Produktionsprozesse.

Welche Branchen oder Unternehmen profitieren besonders von Ihrer Plattform und warum?

Grundsätzlich profitieren alle energieintensiven Industrien mit einem Jahresverbrauch ab 2 GWh. Besonders stark ist der Hebel bei Branchen mit thermischen Prozessen. Unsere Plattform ist aber branchenübergreifend im Einsatz – von Lebensmittelproduktion über Logistik bis hin zu Werkstoffherstellung.

Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen in Ihrem Marktumfeld und wie gehen Sie bei encentive damit um?

Die Energiewirtschaft verändert sich aktuell rasant – und das erfordert ein Umdenken auch in den Unternehmen. Oft dauert es, bis klar wird, welche direkten Auswirkungen die Veränderungen auf Geschäftsmodelle und Wettbewerbsfähigkeit hat. Wir sehen: Das Energiesystem wird dezentraler, die Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie gleichzeitig deutlich volatiler. Unternehmen, die das früh verstanden haben, profitieren heute schon von deutlich niedrigeren Energiekosten.
Damit einher geht der Aufbau von Know-how in den Unternehmen selbst. Viele unserer großen Kunden begleiten wir deshalb schon, bevor die eigentliche Flexibilisierung der Anlagen startet. Wir unterstützen sie auf ihrem Transformationspfad. Hinzu kommt Unsicherheit bei der Regulierung, zum Beispiel rund um die Netzentgelte. Sicher ist nur: Die Regulierung wird so umgestaltet, dass Flexibilität in Zukunft belohnt wird – und genau darauf bereiten wir unsere Kunden vor.

Ihr Ansatz basiert stark auf Künstlicher Intelligenz. Welche Rolle spielt diese Technologie konkret in Ihrer Lösung?

KI ist das Herzstück unserer intelligenten Energiemanagement-Plattform flexOn. Sie verbindet und analysiert die Daten aus Industrieanlagen, Energiepreisen und Erneuerbarer Energieerzeugung und steuert die Anlagen automatisch in Echtzeit. Das heißt: Sie greift nicht nur auf Dashboards zu, sondern steuert tatsächlich direkt in den Maschinenräumen – von Kühlanlagen über Heizprozesse bis hin zu Batterien. KI ist also nicht ein Add-on, sondern der Kern unseres Produktes und schlägt die Brücke zwischen Industrie und Energiewende.

Wie reagieren Ihre Kunden auf das Thema automatisierte Energiekontrolle – überwiegt Begeisterung oder auch Skepsis?

Das ist je nach Unternehmen unterschiedlich. Einige Unternehmen sind sehr offen und gespannt, neue Innovationen einzusetzen. Andere sind zu Beginn skeptisch. Dann starten wir mit einzelnen Anlagen oder Standorten des Unternehmens. Sobald die ersten Ergebnisse sichtbar werden, überwiegt schnell die Begeisterung. Wichtig ist: Wir arbeiten nur innerhalb klar definierter Parameter. Sollte es einmal zu einer Störung kommen, übernimmt sofort die bestehende Anlagensteuerung. Für unsere Kunden besteht also keinerlei Risiko.

Welche Alleinstellungsmerkmale machen encentive aus Ihrer Sicht einzigartig?

Was uns von unseren Wettbewerbern abhebt ist, dass wir die KI auf die Maschine bringen. Wir setzen mit unserer Plattform auf automatisierte Steuerung statt reiner Analyse setzen. Gleichzeitig ist sie als flexibler Baukasten konzipiert, der mit den Anforderungen unserer Kunden wächst und sich modular erweitern lässt. Das ist besonders deshalb möglich, weil wir sie komplett inhouse entwickeln. Unser Team vereint Energiemarktexpertise, Ingenieurwissen und Data Science. Wir kennen sowohl die Anlagen unserer Kunden genau, als auch die Technologie hinter unserer Plattform. Dadurch können wir schnell auf Kundenwünsche reagieren und die Plattform kontinuierlich weiterentwickeln – nah an den Bedürfnissen der Industrie.

In welche Richtung möchten Sie encentive in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

Wir sehen das Flexibilisierungspotenzial der Industrie in drei klaren Wellen. Gestartet sind wir mit Kälte als Energiespeicher. Hier sind wir heute Marktführer. Die zweite Welle sind Batteriespeicher, die gerade mit enormer Dynamik in die Industrie kommen. Unser Ziel ist es, innerhalb des nächsten Jahres der Standard für die Optimierung industrieller Batteriespeicher zu sein. Und parallel bereiten wir uns bereits auf die dritte Welle vor: die Elektrifizierung der Wärme.
Um das zu erreichen, investieren wir massiv in unser Team. In den kommenden Monaten werden wir unsere Kapazitäten im Engineering – sowohl Hardware als auch Software – verdoppeln. Gleichzeitig bauen wir unsere Vertriebsseite über starke Partnerschaften mit Energieversorgern, Netzbetreibern und Stromhändlern aus. So werden wir schon bald den Großteil unserer Kunden über unsere Partner anbinden. Erste Kooperationen laufen bereits – bald bei unserem Event mit FlexPower in Hamburg.

Welche Chancen sehen Sie durch die zunehmende Nachfrage nach Nachhaltigkeit und Energieeffizienz?

Der Druck auf Industrieunternehmen, Kosten zu senken und CO₂ zu reduzieren, wächst rasant. Was früher ein „Nice-to-have“ war, ist heute ein Wettbewerbsfaktor. Für uns heißt das: Unsere Lösung trifft auf einen Markt, der nicht nur wächst, sondern der dringend skalierbare Lösungen braucht. Wir helfen Unternehmen, wirtschaftlichen Erfolg und Nachhaltigkeit zusammenzubringen. Genau darin liegt die größte Chance.

Welche drei Ratschläge würden Sie jungen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Unser wichtigster Rat lautet: Do the hard things first. Wir haben früh entschieden, nicht den einfachen Weg zu gehen. Statt bei Visualisierungen zu bleiben, sind wir in die Maschinenräume der Industrie gegangen, wissend, dass das deutlich komplexer und langwieriger wird. Aber nur so konnten wir eine Lösung entwickeln, die Anlagen wirklich steuert und nicht bloß Daten anzeigt.
Der zweite Rat: Don’t be afraid of the dark. Gerade in Bereichen, die zunächst unübersichtlich, technisch anspruchsvoll oder schwer zugänglich wirken, steckt oft der größte Hebel. Für uns war das der Maschinenraum, dort, wo die eigentliche Wertschöpfung entsteht.
Und drittens: Talk to customers early. Unsere Produktentwicklung wäre ohne die Gespräche mit den ersten Kunden nicht möglich gewesen. Ihr Feedback hat uns gezeigt, wo die echten Probleme liegen und was wirklich zählt – viel früher, als wir es allein durch Planung oder Theorie erkannt hätten.

Bild: Bild (v. l. n. r.): Torge Lahrsen (COO), Daniel Ehnes (CPO), Nicolás Juhl (CEO), Sascha Greve (CTO). @encentive GmbH

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Neueste Beiträge

Frauen Chancengleichheit Unternehmen Natascha Hoffner Fotografin: Sung-Hee Seewald

Warum Chancengleichheit für Frauen noch immer keine Selbstverständlichkeit ist

0
Zum zehnjährigen Bestehen der herCAREER Karrieremesse für Frauen spricht Gründerin Natascha Hoffner im Interview mit StartupValley über Chancengleichheit in der Arbeitswelt. Sie erklärt, welche Verantwortung Unternehmen tragen und warum weibliche Talente noch immer zu häufig verloren gehen.