Sonntag, November 1, 2026
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Bidivo: Neue Plattform lässt Creator Live-Auktionen für ihre Community starten

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Bidivo: Creator und Community über Auktionen verbinden Thorben Stillahn

Bidivo bringt Creator und Community auf einer Auktionsplattform zusammen und verbindet besondere Gegenstände und Geschichten mit neuen Möglichkeiten der Monetarisierung.

Können Sie Bidivo kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für die Plattform entstanden ist?

Bidivo ist eine Auktionsplattform für Streamer und Content Creator. Creator können dort besondere Gegenstände, Einzelstücke, Erlebnisse oder Produkte mit einer Geschichte direkt an ihre Community versteigern.

Die Idee entstand aus der Frage, welche zusätzlichen Monetarisierungsmöglichkeiten es für kleinere Creator gibt. Twitch, YouTube, TikTok und Instagram erreichen Millionen von Menschen und rund um Creator ist ein großer Markt entstanden. Trotzdem profitieren vor allem reichweitenstarke Accounts von Werbung, Sponsoring und anderen klassischen Einnahmequellen.

Ein kleiner Creator kann bereits eine sehr engagierte Community haben und trotzdem kaum Geld mit seinem Content verdienen. Genau hier möchten wir mit Bidivo eine zusätzliche Möglichkeit schaffen.

Uns geht es dabei nicht darum, einfach einen weiteren Onlineshop für Creator zu bauen. Bei Bidivo steht die Geschichte hinter einem Gegenstand oder einer Auktion im Mittelpunkt. Ein Objekt kann für die Allgemeinheit einen normalen Wert haben, für einen Fan aber etwas Besonderes sein, weil er den dazugehörigen Moment im Stream selbst miterlebt hat.

Wer steht hinter Bidivo, und welche Erfahrungen haben Sie beim Aufbau des Unternehmens besonders geprägt?

Hinter Bidivo stehe ich, Thorben Stillahn, als Gründer.

Die Plattform selbst ist inzwischen fertig entwickelt und technisch einsatzbereit. Aktuell befinden wir uns in der Phase, in der wir das Konzept gemeinsam mit Creatorn in der Praxis testen möchten.

Dafür suchen wir bewusst zunächst kleinere Streamer und Content Creator. Gleichzeitig bauen wir einen Creator Pool auf, über den wir Creator miteinander verbinden und zukünftig gemeinsame Aktionen ermöglichen möchten.

Eine der wichtigsten Erfahrungen beim Aufbau war für mich, dass eine technisch funktionierende Plattform nur ein Teil des Produkts ist. Entscheidend ist, ob Creator tatsächlich einen Mehrwert darin sehen und ob daraus Formate entstehen, die für ihre Communities interessant sind.

Deshalb möchten wir jetzt nicht einfach möglichst viele Nutzer registrieren, sondern gemeinsam mit ausgewählten Creatorn herausfinden, welche Auktionsideen, Funktionen und Content Formate in der Praxis wirklich funktionieren.

Viele kleinere Creator haben bereits eine engagierte Community, erzielen aber noch wenig Einnahmen. Warum sehen Sie gerade hier eine Marktlücke?

Weil Reichweite und Community zwei unterschiedliche Dinge sind.

Ein Creator mit 2.000 oder 5.000 Followern kann eine sehr aktive Community haben. Vielleicht schauen dieselben Menschen regelmäßig die Streams, kennen Insider, beteiligen sich am Chat und verfolgen den Creator schon seit Jahren.

Trotzdem ist diese Reichweite für größere Sponsoren häufig noch nicht interessant genug und auch Werbeeinnahmen oder Abonnements reichen oftmals nicht aus, um damit relevante Einnahmen zu erzielen.

Für einen Fan kann die Beziehung zu diesem Creator aber trotzdem sehr stark sein.

Genau darin sehen wir die Chance. Bei Bidivo muss ein Creator nicht zwingend hunderttausende Menschen erreichen. Wenn eine kleinere Community wirklich engagiert ist, kann ein besonderer Gegenstand oder eine kreative Auktion bereits interessant sein.

Damit möchten wir eine Monetarisierungsmöglichkeit schaffen, bei der nicht ausschließlich die Anzahl der Follower entscheidet.

Bei Bidivo werden Gegenstände versteigert, die durch Streams, Clips oder persönliche Geschichten einen besonderen Wert erhalten. Wie wichtig ist diese emotionale Verbindung für das Konzept?

Sie ist ein zentraler Bestandteil von Bidivo.

Nehmen wir als einfaches Beispiel ein Gaming Headset. Auf einem normalen Gebrauchtwarenportal wird dieses Headset hauptsächlich anhand von Marke, Zustand und ursprünglichem Kaufpreis bewertet.

Wenn es aber das Headset ist, das ein Streamer über Jahre getragen hat und das die Community aus hunderten Streams kennt, verändert sich die Bedeutung.

Ähnlich kann es mit einem Kleidungsstück aus einem bekannten Clip, einem Gegenstand aus dem Hintergrund eines Streams, einem selbst gemalten Bild oder einer Trophäe aus einer Community Challenge sein.

Der materielle Wert und der emotionale Wert sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Bidivo soll einen Ort schaffen, an dem genau diese Geschichten erzählt werden können. Im besten Fall kauft ein Fan also nicht einfach einen Gegenstand, sondern ein Stück Erinnerung an einen Creator und dessen Content.

Creator können Auktionen direkt in ihre Streams integrieren und gemeinsam mit ihrer Community verfolgen. Wie wird aus Monetarisierung dadurch neuer Content?

Das ist für mich einer der spannendsten Aspekte des Konzepts.

Über unser Live Overlay können Auktionen direkt in einen Stream integriert werden. Dadurch können Zuschauer beispielsweise verfolgen, wie sich Gebote entwickeln und wie lange eine Auktion noch läuft.

Creator können daraus aber weit mehr machen als nur einen Verkauf.

Ein Beispiel wäre eine Community Challenge. Schafft die Community eine bestimmte Aufgabe, muss der Streamer einen vorher festgelegten persönlichen Gegenstand zur Auktion freigeben.

Eine andere Idee ist eine Mystery Box aus dem Streaming Zimmer. Der Creator packt während des Streams mehrere Gegenstände hinein, ohne den vollständigen Inhalt zu verraten. Erst später wird aufgelöst, was der Gewinner tatsächlich bekommt.

Auch ein Kunstwerk kann direkt im Stream entstehen. Die Community verfolgt den kompletten Entstehungsprozess und anschließend wird genau dieses Unikat versteigert.

Eine weitere Möglichkeit wäre ein Streamer Battle. Mehrere Creator treten gegeneinander an und jeder stellt einen besonderen Gegenstand zur Verfügung. Am Ende wird verglichen, welche Auktion das höchste Gebot erreicht.

Oder man verbindet Gaming direkt mit der Auktion. Beispielsweise kann bei jedem verlorenen Match ein Gegenstand aus einem vorher festgelegten Pool für eine Auktion freigegeben werden.

Damit wird aus der Monetarisierung selbst ein Content Format. Die Auktion läuft nicht irgendwo im Hintergrund, sondern kann Spannung erzeugen, Interaktion fördern und dem Creator eine neue Idee für seinen Stream geben.

Mit „Creator werben Creator“ möchten Sie Reichweiten miteinander verbinden. Wie kann dieses Prinzip insbesondere kleineren Creatorn beim Wachstum helfen?

Kleinere Creator haben häufig ein klassisches Problem. Um zu wachsen, brauchen sie Reichweite. Gleichzeitig fehlen ihnen am Anfang genau die Reichweite und das Budget, um effektiv Werbung zu machen.

Deshalb möchten wir mit Bidivo einen Creator Pool aufbauen und Creator stärker miteinander verbinden.

Das Prinzip „Creator werben Creator“ soll ermöglichen, dass Creator interessante Auktionen anderer Creator ihrer eigenen Community vorstellen und dafür selbst profitieren können.

Ein Gaming Creator könnte beispielsweise auf die Auktion eines anderen Gaming Creators aufmerksam machen, wenn das Produkt oder die Geschichte für seine eigene Community interessant ist.

Dadurch entsteht nicht nur Werbung für eine Auktion. Gleichzeitig entdeckt ein Teil der Community vielleicht einen neuen Creator.

Besonders spannend wird das bei gemeinsamen Formaten. Zwei Creator könnten gegeneinander antreten, gemeinsam eine Charity Auktion veranstalten oder sich gegenseitig Produkte für eine Challenge zur Verfügung stellen.

Unser Ziel ist ein Netzwerk, bei dem Creator nicht ausschließlich versuchen, ihre eigene Reichweite zu vergrößern, sondern gegenseitig von ihren Communities profitieren können.

Eine zusätzliche Einnahmequelle klingt attraktiv. Wie verhindern Sie gleichzeitig, dass die Beziehung zwischen Creator und Community zu stark kommerzialisiert wird?

Indem nicht die Anzahl der Verkäufe im Mittelpunkt steht, sondern die Qualität und die Geschichte einer Auktion.

Wir möchten nicht, dass ein Creator jeden Tag irgendeinen Gegenstand verkauft. Das würde sehr schnell seinen Reiz verlieren und könnte bei einer Community verständlicherweise als zu kommerziell wahrgenommen werden.

Eine Bidivo Auktion sollte idealerweise einen Anlass haben.

Vielleicht endet eine große Challenge. Oder das Streaming Setup wird umgebaut. Vielleicht ist während eines Streams etwas Besonderes entstanden. Oder die Community entscheidet gemeinsam, welcher Gegenstand versteigert werden soll.

Wenn eine Auktion organisch aus dem Content entsteht, wird sie weniger als klassische Werbung wahrgenommen und kann stattdessen Teil des Community Erlebnisses werden.

Außerdem entscheidet jeder Creator selbst, was er anbietet und wie häufig er Bidivo nutzt. Wir möchten dafür die Infrastruktur bereitstellen, aber nicht vorgeben, dass ständig monetarisiert werden muss.

Der Erfolg eines Marktplatzes hängt davon ab, genügend Anbieter und Käufer zusammenzubringen. Wie möchten Sie diese Herausforderung bei Bidivo lösen?

Das ist sicherlich eine der größten Herausforderungen für jeden neuen Marktplatz.

Bei Bidivo haben wir allerdings einen besonderen Vorteil. Creator bringen einen Teil der potenziellen Käufer bereits selbst mit. Die Community existiert auf Twitch, YouTube, TikTok, Instagram oder anderen Plattformen bereits.

Unser Ziel ist deshalb zunächst nicht, Millionen Nutzer direkt auf Bidivo zu holen. Wir möchten mit einer überschaubaren Anzahl kleiner Creator funktionierende Auktionen und interessante Content Formate testen.

Genau deshalb suchen wir aktuell gezielt kleine Creator für unseren Proof of Concept und bauen parallel unseren Creator Pool auf.

Wenn ein Creator eine spannende Auktion startet, bringt er seine Community mit. Durch unser Creator werben Creator Prinzip kann zusätzlich die Community anderer Creator erreicht werden.

Mit jeder erfolgreichen Auktion lernen wir außerdem mehr darüber, welche Gegenstände und Formate gut funktionieren.

Für uns sind in dieser Phase zehn Creator mit wirklich interessanten Auktionen wertvoller als tausend registrierte Creator, die die Plattform anschließend nicht nutzen.

Twitch, YouTube, TikTok und Instagram bieten Creatorn bereits unterschiedliche Monetarisierungsmöglichkeiten. Was soll Bidivo bewusst anders machen?

Wir möchten diese Möglichkeiten nicht ersetzen, sondern ergänzen.

Subscriptions, Werbung, Donations, Sponsoring, Affiliate Marketing und Merch haben alle ihre Berechtigung.

Bei fast allen diesen Modellen spielt Reichweite allerdings eine sehr große Rolle.

Bidivo setzt an einem anderen Punkt an. Bei uns geht es stärker um die Verbindung zwischen Creator, Community, Gegenstand und Geschichte.

Beim klassischen Merch werden beispielsweise hundert oder tausend identische Produkte hergestellt. Bei Bidivo kann es genau ein einziges Produkt geben.

Ein Gegenstand aus einem besonderen Stream existiert vielleicht nur einmal. Ein Kunstwerk, das live entstanden ist, ist ein Unikat. Ein signierter Challenge Pokal gehört anschließend genau einem Fan.

Wir möchten also nicht einfach noch einen weiteren Merch Shop bauen, sondern eine neue Kategorie innerhalb der Creator Monetarisierung etablieren.

Persönliche Gegenstände und Einzelstücke lassen sich nicht unbegrenzt verkaufen. Wie kann daraus trotzdem ein langfristig skalierbares Geschäftsmodell entstehen?

Die Skalierung soll nicht dadurch entstehen, dass ein einzelner Creator jeden Monat hundert persönliche Gegenstände verkauft.

Sie entsteht durch viele Creator und durch die Vielfalt möglicher Auktionsformate.

Ein persönlicher Gegenstand ist dabei nur eine Möglichkeit.

Creator können beispielsweise Dinge speziell für ihre Community entstehen lassen. Ein Künstler kann während eines Livestreams ein Unikat malen. Ein Streamer kann eine Community Challenge veranstalten und den dazugehörigen Pokal anschließend versteigern. Ein Creator kann eine Mystery Box aus seinem Streaming Zimmer zusammenstellen. Zwei Streamer können bei einem Battle jeweils einen Gegenstand bereitstellen. Ein Gaming Creator kann einen Gegenstand abhängig vom Ausgang eines Matches freigeben.

Dadurch können immer wieder neue Auktionen entstehen, ohne dass ein Creator ständig sein persönliches Eigentum verkaufen muss.

Langfristig ist für uns deshalb nicht nur der Handel mit Gegenständen interessant. Besonders spannend ist die Idee, rund um Auktionen neue wiederkehrende Content Formate aufzubauen.

Wenn tausende Creator jeweils nur wenige besondere Auktionen pro Jahr veranstalten, kann daraus bereits ein sehr großer Marktplatz entstehen.

Welche Vision verfolgen Sie mit Bidivo, und welche weiteren Möglichkeiten für Community-Building und Creator-Kooperationen möchten Sie entwickeln?

Meine Vision ist, dass Bidivo langfristig zu einer Plattform wird, die Creator Monetarisierung, Content und Community miteinander verbindet.

Wenn ein Streamer überlegt, welche besondere Aktion er als Nächstes mit seiner Community machen könnte, soll eine Auktion genauso selbstverständlich als Möglichkeit wahrgenommen werden wie eine Challenge, ein Community Game oder ein besonderes Event.

Der Creator Pool spielt dabei für mich eine wichtige Rolle.

Ich möchte Creator miteinander verbinden, damit daraus gemeinsame Streams, Battles, Charity Aktionen, gegenseitige Empfehlungen und neue Formate entstehen können.

Auch das Live Overlay möchten wir weiterentwickeln. Langfristig soll eine Auktion möglichst interaktiv in einen Stream eingebunden werden können und nicht nur als externer Link daneben existieren.

Ich sehe Bidivo deshalb langfristig nicht ausschließlich als Auktionsplattform. Es soll ein Werkzeug für Creator werden, um neue Einnahmen zu generieren, neue Content Ideen umzusetzen und ihre Community stärker einzubinden.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein Geschäftsmodell rund um die Creator Economy aufbauen möchten?

Erstens: Sprecht früh mit kleinen Creatorn.

Es ist einfach, sich ausschließlich auf große Influencer zu konzentrieren. Dabei machen kleinere Creator einen enorm wichtigen Teil der Creator Economy aus. Ihre Probleme und Bedürfnisse können sich außerdem deutlich von denen großer Accounts unterscheiden.

Zweitens: Baut nicht nur ein Monetarisierungsprodukt.

Creator müssen jeden Tag darüber nachdenken, was sie ihren Zuschauern zeigen. Wenn ein Produkt nicht nur Geld verdienen lässt, sondern gleichzeitig neuen Content, Interaktion oder Community Erlebnisse ermöglicht, wird es deutlich interessanter.

Drittens: Testet so früh wie möglich mit echten Communities.

Eine Plattform kann technisch fertig sein und trotzdem kann niemand am Schreibtisch vorhersagen, wie Zuschauer tatsächlich reagieren. Deshalb befinden wir uns mit Bidivo aktuell genau in dieser Phase. Die Plattform steht und jetzt möchten wir gemeinsam mit kleinen Creatorn herausfinden, welche Ideen wirklich funktionieren.

Für mich ist das wahrscheinlich eine der wichtigsten Lektionen beim Aufbau von Bidivo: Nicht die Theorie entscheidet darüber, ob ein Produkt funktioniert, sondern das Verhalten echter Nutzer.

Bildcredits: Thorben Stillahn, privat

Wir bedanken uns bei Thorben Stillahn für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wenn KI-Agenten mitentwickeln: Was A&D-Startups im Engineering neu ordnen müssen 

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KI-Agenten im Engineering: Chancen für Startups Sören Münker

Wie junge Unternehmen KI im Engineering einsetzen können, ohne die Traceability der Produktdaten, die Zertifizierbarkeit und die Engineering Accountability zu gefährden.

Am Anfang kennt ein kleines Team die Gründe für seine technischen Entscheidungen. Warum eine bestimmte Geometrie gewählt, ein Bauteil verändert oder ein Test wiederholt wurde, ist in einzelnen Dateien und im gemeinsamen Wissen der Entwickler festgehalten. Mit dem ersten Industriepartner, einem größeren Team oder einer anstehenden Zertifizierung reicht dieses vereinzelte und verteilte Wissen nicht mehr aus.

Spätestens dann muss nachvollziehbar sein, welche Anforderung hinter einer Entscheidung stand und welche konkreten Folgen eine Änderung auf welches System hat. Zusätzlich können KI-Agenten künftig viele Aufgaben übernehmen und die Entwickler damit entlasten, zum Beispiel Geometrien optimieren, Simulationen vorbereiten und Anforderungen strukturieren. Für A&D-Startups verändert das die Arbeit im Engineering grundlegend.

Die größten Herausforderungen für A&D-Startups

Für junge Unternehmen im Bereich Aerospace & Defense (A&D) beginnt die erste Herausforderung häufig bei den personellen Ressourcen. Wenige Entwickler müssen Wissen abdecken, das sich in größeren Organisationen auf ganze Spezialistenteams verteilt. Wenn Teammitglieder wechseln oder neue hinzukommen, müssen technische Entscheidungen nachvollziehbar bleiben, damit die Entwicklung nicht vom Wissen einzelner Personen abhängt.

Mit dem Produkt wächst auch der Abstimmungsaufwand. Mechanik, Elektronik, Software und Systemanforderungen sind eng miteinander verbunden. Eine Änderung an einer Komponente kann weitere Schnittstellen oder Freigaben berühren. Gleichzeitig müssen Startups mit begrenzten Ressourcen schnell vom Prototyp zu einem belastbaren Produkt kommen. Sobald Industriepartner oder Behörden beteiligt sind, steigen zusätzlich die Anforderungen an die Nachweispflichten. Die Entwicklungsprozesse müssen deshalb beides ermöglichen: zügiges Arbeiten und eine verlässliche Rückverfolgbarkeit technischer Entscheidungen.

Wo KI-Agenten im Engineering helfen

Im Requirements Management können KI-Agenten Anforderungen strukturieren, fehlende Verknüpfungen erkennen, Testfälle vorbereiten und Dokumentation unterstützen. Das reduziert den Aufwand für wiederkehrende Aufgaben enorm. Ob eine Anforderung letztlich erfüllt ist und welcher Nachweis für eine Freigabe ausreicht, entscheidet auch hier weiterhin das verantwortliche Team. Die Aufgabe des Produktentwicklers verschiebt sich damit: Er koordiniert häufiger automatisierte Arbeitsschritte, statt sie selbst durchzuführen. Dafür braucht er ein Verständnis der Systemzusammenhänge und die Fähigkeit, Vorschläge eines KI-Agenten fachlich einzuordnen.

Ein KI-Agent kann wiederkehrende Konstruktionsaufgaben automatisieren und Varianten nach vorgegebenen Kriterien vorbereiten. Er kann Änderungen am Modell anstoßen, wenn Randbedingungen und Zielgrößen bekannt sind. Der Produktentwickler definiert diese Bedingungen und beurteilt, ob der Vorschlag technisch sinnvoll und fertigungsgerecht ist. Bei Simulationen kann ein Agent Eingaben zusammenstellen, Läufe anstoßen, Ergebnisse vergleichen und Auffälligkeiten markieren. Die fachliche Bewertung bleibt dabei immer beim Ingenieur. Modellannahmen und Randbedingungen müssen geprüft werden, bevor aus einem Ergebnis eine technische Aussage wird.

Die Datenbasis entscheidet über den Nutzen

Natürlich kann ein KI-Agent nur mit den Informationen arbeiten, auf die er zugreifen kann. Liegen Anforderungen in einer Datei, CAD-Daten in einem isolierten System, Testergebnisse an einem anderen Ort und Freigaben in E-Mails, entsteht daraus keine verlässliche Entscheidungsgrundlage. Der Agent kann dann zwar eine Antwort formulieren, erkennt aber möglicherweise nicht, ob die Information aktuell ist, zu welcher Produktvariante sie gehört oder ob der zugehörige Test abgeschlossen wurde.

Diese Lücke wird vor allem bei Änderungen kritisch. Wenn eine Komponente ausgetauscht oder eine Softwareversion angepasst wird, muss das Team die Folgen nachvollziehen können. Dafür braucht es eine Verbindung zwischen Anforderung, Produktentscheidung, Test und Freigabe. Der Intelligent Product Lifecycle (IPL) liefert genau diese nötige Grundlage: Er verbindet Informationen aus Application Lifecycle Management (ALM), Computer-Aided Design (CAD) und Product Lifecycle Management (PLM) über den gesamten Entwicklungsprozess hinweg. Startups müssen dafür nicht ihre gesamte Organisation umbauen, sondern können zunächst die Daten verknüpfen, die für technische Entscheidungen und Nachweise gebraucht werden.

Vom Pilotprojekt zum skalierbaren Engineering-Prozess

Für Startups bedeutet das nicht, sofort die gesamte Engineering-Landschaft neu aufzubauen. Sinnvoller ist es, mit einem klar abgegrenzten Prozess zu beginnen. Ein Beispiel wäre eine einzelne Produktfunktion, bei der Anforderungen, Konstruktion und Tests bereits digital miteinander verknüpft werden. So lässt sich früh nachvollziehen, welche Anforderung zu welcher technischen Entscheidung geführt hat und wie ihre Erfüllung nachgewiesen wurde. Darauf können erste KI-Anwendungen aufsetzen. Besonders geeignet sind Aufgaben mit klar definierten Eingaben und Ergebnissen, etwa das Strukturieren von Anforderungen, das Vorbereiten von Testfällen oder das Erkennen fehlender Verknüpfungen. Entscheidend ist, dass der Produktentwickler die Ergebnisse überprüfen kann und die fachliche Verantwortung behält.

Wer diese Strukturen früh etabliert, schafft gleichzeitig eine Grundlage für späteres Wachstum. Neue Mitarbeiter können Entscheidungen leichter nachvollziehen, Nachweise müssen nicht erst kurz vor einer Zertifizierung zusammengesucht werden und KI-Agenten greifen auf verlässlichere Produktinformationen zu. Damit wird aus einem einzelnen KI-Pilotprojekt schrittweise ein skalierbarer Engineering-Prozess.

Der Produktentwickler als Koordinator

Mit KI-Agenten verändert sich die Arbeit im Engineering vor allem dort, wo heute viel Zeit in wiederkehrende Aufgaben fließt. Produktentwickler müssen künftig weniger jeden einzelnen Schritt selbst ausführen, dafür aber stärker bewerten, priorisieren und Zusammenhänge im Blick behalten. Sie entscheiden, welche Vorschläge technisch sinnvoll sind, wo Risiken entstehen und wann menschliche Prüfung erforderlich ist. Gerade für A&D-Startups kann das ein wichtiger Vorteil sein. Kleine Teams können mehr Aufgaben parallel bearbeiten, ohne die Kontrolle über technische Entscheidungen abzugeben. Voraussetzung dafür ist, dass KI-Agenten auf verlässliche und nachvollziehbare Produktinformationen zugreifen können.

Damit wird der Entwickler nicht ersetzt, sondern seine Rolle verändert sich: weg vom Bearbeiter einzelner Routinen, hin zum fachlichen Koordinator eines zunehmend automatisierten Entwicklungsprozesses. Für Startups liegt darin die eigentliche Chance von KI im Engineering: schneller zu arbeiten, ohne bei wachsender Komplexität die technische Kontrolle zu verlieren.

Bildcredits PTC

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Was lernen StartUps von der NBA, wenn überhaupt irgendwas

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Team: Was Liga und NBA Startups beibringen können Bildcredits pexels

Wenn Gründungsteams spätabends im Büro am nächsten Pitch-Deck feilen, suchen sie die Inspiration meist in den typischen Management-Ratgebern aus dem Silicon Valley. Doch ein vertiefter Blick weit über den gewohnten Tellerrand des klassischen Unternehmertums offenbart eine überraschende Goldgrube an pfiffigen Strategien: die legendäre NBA. 

Die beste Liga der Welt ist schließlich längst nicht mehr nur ein reiner Sportbetrieb für begeisterte Fans, sondern eine hochmoderne datengetriebene Unterhaltungsmaschinerie mit gewaltigen Milliardenumsätzen. Zwischen spektakulären Dunks, raffinierten Kader-Analysen und internationalem Markenaufbau bietet die US-Liga handfeste Lektionen für junge innovative Unternehmen, die im hart umkämpften Markt dauerhaft durchstarten wollen.

Datenbasierte Entscheidungen statt Bauchgefühl bei der Talentauswahl

Schaut man sich die großen Franchises in New York, Boston oder Los Angeles genauer an, wird schnell klar dass Erfolg im professionellen Basketball wie im dynamischen Startup-Sektor selten dem puren Zufall überlassen bleibt. Die Teams agieren im Grunde wie extrem agil geführte Wachstumsunternehmen. Wer einmal miterleben möchte, wie im weltberühmten Madison Square Garden modernes Unternehmertum auf sportliche Höchstleistung trifft, kann bewährte Plattformen wie Hellotickets für die NBA-Tickets nutzen um den besonderen Geist der Liga live vor Ort aufzusaugen. Es ist überaus faszinierend zu beobachten, wie aus einer perfekten Kombination aus erstklassigem Talent, tiefer Datenanalyse und klarer langfristiger Vision ein weltweites Phänomen entsteht.

Im modernen Basketball hat die Ära von Moneyball und fortschrittlichen Datenanalysen das gesamte Spiel von Grund auf revolutioniert. Die Franchises überlassen absolut nichts mehr dem vagen Bauchgefühl des Coaching-Stabs, sondern analysieren akribisch jeden einzelnen Spielzug die Trefferquoten aus unterschiedlichen Distanzen und die genauen Bewegungsabläufe der Profis auf dem Feld. Für junge Gründungsteams liegt hier eine der wertvollsten Lektionen verborgen: Echte Skalierung erfordert datenbasierte Klarheit. Startups neigen in der frühen Phase oft dazu, wichtige strategische Entscheidungen aus reinem Enthusiasmus zu treffen anstatt sich konsequent an den echten Kennzahlen des Marktes zu orientieren.

Besonders beim komplexen Recruiting können junge Firmen von den ausgeklügelten Scouting-Prozessen der Liga enorm profitieren. NBA-Teams suchen gezielt nach klugen Fachkräften, deren individuelle Fähigkeiten das Gesamtsystem perfekt ergänzen. Anstatt nur nach den klangvollsten Namen auf dem Papier zu greifen geht es darum, die richtige Chemie im gesamten Team aufzubauen. Wer ein divers aufgestelltes Team zusammenstellt, in dem komplementäre Stärken gezielt eingesetzt werden schafft die beste Grundlage für dauerhaften Erfolg und nachhaltiges organisatorisches Wachstum im gesamten Unternehmen.

Der Mut zum harten Pivot und die Kunst der langfristigen Kaderplanung

Ein weiteres faszinierendes Phänomen der Basketballwelt ist das sogenannte Rebuilding. Wenn ein einst erfolgreiches Team merkt, dass das aktuelle Setup nicht mehr für die absolute Spitze reicht, scheut die Führungsebene keineswegs vor radikalen Schritten zurück. Veraltete Strukturen werden entschlossen aufgelöst, erfahrene Leistungstragende abgegeben und der Fokus komplett auf junge Nachwuchstalente und zukünftige Draft-Picks gelegt. Im modernen Startup-Jargon nennt man diesen Prozess einen beherzten Pivot. Wer Unternehmen leitet, tut gut daran, festgefahrene Strategien rechtzeitig zu hinterfragen bevor das wertvolle Kapital aufgebraucht ist.

Das Festhalten an funktionierenden Teilbereichen bei gleichzeitigem mutigen Umbau des Kerns erfordert gewaltigen Mut von der Geschäftsführung. Wer den schmalen Grat zwischen Ausdauer und notwendiger Kurskorrektur meistert, bleibt im harten Wettbewerb stets handlungsfähig. Die NBA zeigt eindrucksvoll dass ein temporärer Rückschritt sehr oft der einzige vernünftige Weg ist, um ordentlich Schwung für den nächsten großen Sprung an die Spitze zu nehmen.

Personalisierter Markenaufbau und die Strahlkraft stetiger Sichtbarkeit

Kaum eine andere Sportliga versteht die Mechanismen des modernen Storytellings so meisterhaft wie die nordamerikanische Basketballliga. Die Liga hat früh erkannt, dass Fans sich primär mit einzelnen Persönlichkeiten und deren individuellen Geschichten identifizieren. Superstar-Spielende wie LeBron James oder Stephen Curry sind nicht mehr nur herausragende Athletik-Genies auf dem Feld sondern eigene globale Medienmarken. Für die Unternehmensführung wird das Thema Personal Branding dadurch immer relevanter. Kundschaft, Talente und Kapitalgebende kaufen heute längst nicht mehr nur ein abstraktes Produkt sondern die menschliche Geschichte dahinter.

Ein starker, authentischer Auftritt der führenden Köpfe auf beruflichen Netzwerken wie LinkedIn schlägt teure Werbekampagnen oft um Längen. Durch ehrliche Einblicke in den anspruchsvollen Startup-Alltag, das transparente Teilen von Rückschlägen und das Feiern von Meilensteinen entsteht eine hochgradig loyale Community. Wer den Mut hat Gesicht zu zeigen und die eigene Vision nahbar zu vermitteln, sichert dem Unternehmen langfristig wertvolle Aufmerksamkeit und echtes Vertrauen am Markt.

Fehlerkultur auf dem Parkett als Schlüssel für nachhaltige Innovationen

In einem achtzig Spiele umfassenden Saisonverlauf gehört das tägliche Verlieren schlichtweg zum normalen Handwerk. Ein verfehlter Dreier kurz vor der Schlusssirene ist kein Grund zur Verzweiflung, sondern ein willkommener Anlass für die nächtliche Videoanalyse vor dem nächsten Matchday. Diese professionelle Einstellung unterscheidet erfolgreiche Teams von mittelmäßigen Formationen. Im europäischen Startup-Ökosystem wird das Thema Scheitern zwar zunehmend enttabuisiert doch die gelebte Fehlerkultur der Liga setzt hier nach wie vor maßgebliche Maßstäbe.

Fehler werden keineswegs als persönliches Versagen gewertet, sondern als wertvolle Datenpunkte für die nächste Produktiteration verstanden. Startups, die eine solche agile Experimentierfreude fest in ihrer täglichen Firmenkultur verankern, bleiben langfristig anpassungsfähig und innovativ. Am Ende gewinnt im Business wie auf dem Parkett keineswegs die Seite die nie einen Fehlpass spielt, sondern das Team, das am schnellsten lernt und daraus die richtigen Schlüsse zieht.

Bildcredits pexels.com

Autor Bazoom

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

NRW.BANK beteiligt sich erstmals an Defence-Tech-Start-up

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Skylance: NRW.BANK investiert in Drohnenabwehr Image by Gerd Altmann from Pixabay

Förderbank investiert in Drohnenabwehrsystem von Skylance

Die NRW.BANK beteiligt sich erstmals an einem Defence-Start-up und investiert im Rahmen einer Finanzierungsrunde 500.000 Euro in Skylance aus Hürth bei Köln. Dazu wandelt die Förderbank ein Wandeldarlehen in eine Beteiligung um und stellt zusätzliches Kapital bereit. Insgesamt sammelte das Start-up in der Finanzierungsrunde mehr als eine Million Euro von Investoren ein. Skylance entwickelt mit dem „DroneHammer“ ein Drohnenabwehrsystem, das aktuell gemeinsam mit der Bundeswehr erprobt und weiterentwickelt wird.

„Start-ups können mit neuen Technologien einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Resilienz unseres Landes leisten“, sagt Gabriela Pantring, Vorsitzende des Vorstands der NRW.BANK. „Damit aus solchen Ideen marktfähige Lösungen werden, brauchen junge Unternehmen ausreichend Kapital. Mit unserer Beteiligung an Skylance schaffen wir dafür die nötige finanzielle Grundlage.“

Drohnenabwehr gewinnt an Bedeutung

Die Bedrohung durch Drohnen ist in Deutschland deutlich gewachsen. Das Bundeskriminalamt erfasste 2025 mehr als 1.000 verdächtige Drohnenflüge. Wie konkret das Risiko ist, zeigte sich erst jüngst am Flughafen Leipzig/Halle, wo eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt wurde. Entsprechend wächst der Bedarf an Technologien, die Drohnen schnell und kosteneffizient abwehren können.

Kosteneffiziente Technologie zur Drohnenabwehr

An einer solchen Lösung arbeitet Skylance. Das Start-up, das 2025 von Philipp Bohne, Dr. Tobias de Taillez und Dr. Olaf Wollersheim gegründet wurde, entwickelt Technologien zur Drohnenabwehr. Kernprodukt ist der „Dronehammer“, ein lasergesteuerter Lenkflugkörper, der kleinere Drohnen zerstören kann.

Der rund 700 Gramm schwere Flugkörper erreicht eine Geschwindigkeit von mehr als 600 Kilometern pro Stunde. Bei der Zielerfassung und -verfolgung setzt Skylance auf eine Kombination aus Laserenergie, Softwarealgorithmen und Bildverarbeitung. Der Stückpreis für den Dronehammer liegt bei weniger als 3.000 Euro und damit nach Angaben des Unternehmens deutlich unter dem Preis herkömmlicher Systeme. Damit soll auch die Abwehr günstiger Drohnen kosteneffizienter als bislang möglich sein.

Kapital für die weitere Entwicklung

Die NRW.BANK hat Skylance mit einem Wandeldarlehen über 200.000 Euro unterstützt, das nun in eine Beteiligung an dem Unternehmen gewandelt wird. Darüber hinaus investiert sie im Zuge der Finanzierungsrunde 300.000 Euro zusätzliches Kapital. Neben der NRW.BANK beteiligt sich ein Konsortium aus erfahrenen Unternehmern und Investoren aus dem Investment Advisory Club Düsseldorf „IACD e.V.“.

Skylance erprobt und entwickelt die Technologie aktuell gemeinsam mit der Bundeswehr weiter. Das neue Kapital soll vor allem dazu dienen, diese Entwicklung zu beschleunigen und die nächsten Schritte in Richtung Industrialisierung und Serienfertigung vorzubereiten.

Bild Image by Gerd Altmann from Pixabay

Quelle NRW.BANK

NRW.BANK investiert in HyImpulse Technologies

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HyImpulse Technologies: Nordrhein-Westfalen und NRW.BANK Image by Gerd Altmann from Pixabay

Vier Millionen Euro für neues SpaceTech-Innovationszentrum in Nordrhein-Westfalen

Über ihren Venture-Capital-Fonds NRW.Venture hat sich die NRW.BANK mit vier Millionen Euro an der HyImpulse Technologies GmbH beteiligt. Mit dem Geld will das Raumfahrtunternehmen aus Baden-Württemberg ein Innovationszentrum in Nordrhein-Westfalen aufbauen. Das Investment der Förderbank war Teil einer Series-A-Extension-Finanzierungsrunde, in der insgesamt mehr als 50 Millionen Euro zusammenkamen.

„Wir investieren in Ideen und Technologien, die unsere Welt von morgen prägen – und SpaceTech gehört für uns ganz klar dazu“, sagt Gabriela Pantring, Vorsitzende des Vorstands der NRW.BANK. „Deshalb unterstützen wir HyImpulse Technologies dabei, hier in Nordrhein-Westfalen künftig seine Raketenforschung voranzutreiben und damit unser Bundesland als Raumfahrtstandort zu stärken.“

„Europa braucht Startkapazitäten, die souverän, flexibel verfügbar und wirtschaftlich tragfähig sind. Mit unserer proprietären hybriden Antriebstechnologie und unserem Fokus auf suborbitale wie orbitale Dienste sind wir hervorragend aufgestellt, um die starke Nachfrage zu bedienen“, sagt Dr. Christian Schmierer, Co-Founder und CEO von HyImpulse Technologies. „Mit der NRW.BANK gewinnen wir dafür einen starken Partner, der unsere Wachstumspläne unterstützt.“

Innovativen Raketenantrieb entwickelt

HyImpulse Technologies wurde 2018 als Ausgründung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Standort Lampoldshausen gegründet. Es entwickelt und produziert Trägersysteme für den Transport von Satelliten und anderen Nutzlasten ins All.

Bei seinen Raketen setzt das Unternehmen auf einen innovativen Hybridantrieb, der Paraffin und flüssigen Sauerstoff nutzt. Im Vergleich zum klassischen Kerosinantrieb ist das sicherer, umweltfreundlicher und kostengünstiger. Das Ziel: Europas technologische Souveränität und einen unabhängigen Zugang zum Weltraum zu stärken.

Neuer Standort in Nordrhein-Westfalen

Im Zuge der Weiterentwicklung und Kommerzialisierung seiner Raketentechnologie plant das Unternehmen, in den kommenden Jahren ein Innovationszentrum in Nordrhein-Westfalen aufzubauen.

Mit dem neuen Standort in Nordrhein-Westfalen rückt HyImpulse Technologies räumlich näher an den Hauptsitz des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln, die RWTH Aachen sowie das Weltraumkommando der Bundeswehr am Niederrhein. Mit diesen Institutionen arbeitet das Unternehmen bereits jetzt zusammen.

Bild Image by Gerd Altmann from Pixabay

Quelle NRW.BANK

Eight Sleep und Bryan Johnson starten „Biological Age“ für den Schlaf

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Biological Age: Eight Sleep erweitert den Pod Bild 8 Sleep Biological Age Creddits Eight Sleep

Eight Sleep führt „Biological Age“ mit Bryan Johnsons Immortals ein und macht Schlafdaten zum Longevity-Indikator

Die neue Funktion kombiniert kontinuierlich vom Pod erfasste biometrische Daten mit verknüpften Fitness- und Gesundheitsdaten und zeigt so, wie sich das biologische Alter des Körpers im Zeitverlauf entwickelt.

Eight Sleep, das führende Unternehmen für „Sleep Fitness“, stellt heute Biological Age vor – eine neue Funktion, die in Zusammenarbeit mit Bryan Johnson, Gründer von Immortals und eine der weltweit bekanntesten Stimmen im Bereich Longevity, entwickelt wurde.

Biological Age gibt Menschen einen fortlaufenden Einblick darin, wie ihr Körper altert, indem über die Zeit gesammelte Gesundheitsdaten analysiert werden. Die Grundlage bilden nächtliche biometrische Daten, die automatisch vom Eight Sleep Pod erfasst werden. Dem intelligenten Schlafsystem des Unternehmens, das die Temperatur des Bettes reguliert und gleichzeitig Schlaf- sowie physiologische Signale misst, ohne dass ein Wearable getragen werden muss.

Nutzer:innen können außerdem Fitness-Tracker wie Apple Health verbinden. In den USA kann zudem eine Gruppe von US-Beta-Mitgliedern über HealthEx sicher medizinische Daten verknüpfen. HealthEx ist eine Plattform, über die Menschen ihre umfassenden Gesundheitsdaten abrufen, teilen und verwalten sowie in die Eight Sleep Plattform integrieren können. Dies ist derzeit in Deutschland nicht möglich.

Das Ergebnis ist ein persönlicher Biological-Age-Wert für jede einzelne Person, der wöchentlich aktualisiert wird. Er hilft dabei zu verstehen, wo man aktuell steht – und wie sich die eigene Entwicklung über die Zeit verändert.

Die Vision, das eigene Bett zu einer Plattform für kontinuierliche Gesundheitsinformationen zu machen, ist seit jeher ein zentraler Bestandteil der langfristigen Strategie von Eight Sleep. Biological Age markiert einen weiteren wichtigen Schritt in diese Richtung: Jede Nacht automatisch erfasste Daten werden in verständliche Einblicke in die langfristige gesundheitliche Entwicklung übersetzt.

Von Schlafdaten zu einem tieferen Verständnis der Gesundheit

Anders als ein Gesundheitstest, der nur ein- oder zweimal pro Jahr durchgeführt wird, misst der Pod den Körper jede Nacht.

Direkt in das Schlafsystem integrierte Sensoren erfassen während der Nacht physiologische Signale wie Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität (HRV), Atemfrequenz, Schlafphasen und Schlafdauer. Ein zusätzliches Wearable muss dafür weder getragen noch geladen werden.

Nutzer:innen können außerdem Fitness-Tracker wie Apple Health verbinden, um Bewegung und Aktivität in die Analyse einzubeziehen. Während der Pod erfasst, was während des Schlafs passiert, zeigt diese zusätzliche Ebene, was tagsüber geschieht: Training, Bewegung und körperliche Belastung. Dadurch erhält Biological Age ein umfassenderes Bild davon, wie sich tägliche Entscheidungen auf den Alterungsprozess auswirken können.

Gemeinsam ermöglichen diese Datenquellen eine langfristige Betrachtung der Gesundheit, die mit der Zeit immer aussagekräftiger wird: nächtliche Schlaf- und Erholungssignale, tägliche Aktivität und medizinischer Kontext in einem einzigen System.

„Die meisten Menschen kennen den Pod dafür, dass er die Betttemperatur automatisch reguliert und so den Schlaf verbessert. Gleichzeitig misst dasselbe System jede Nacht, wie der Körper funktioniert. Biological Age übersetzt diese kontinuierlich erfassten Daten in verständliche und nutzbare Einblicke. Man geht einfach schlafen und erhält mit der Zeit ein immer umfassenderes Bild der eigenen Gesundheit und davon, wie sich persönliche Entscheidungen auf die Langlebigkeit auswirken können.“

– Matteo Franceschetti, CEO und Mitgründer von Eight Sleep

Entwickelt auf Basis eines der ersten groß angelegten Gesundheits-Foundation-Modelle

Biological Age entstand durch eine Zusammenarbeit zwischen Eight Sleep und Immortals, Bryan Johnsons Gesundheitsplattform mit dem Ziel, Langlebigkeit zugänglicher zu machen.

„Ich tracke Tausende von Biomarkern, um meine Alterungsgeschwindigkeit zu bestimmen“, sagt Bryan Johnson. „Der Pod hilft mir seit Jahren dabei, diese Daten zu erfassen. Besonders praktisch ist, dass man dafür nichts weiter tun muss, als bequem zu schlafen. Ich glaube, dass Eight Sleep Kund:innen Biological Age schätzen werden, weil die Funktion dabei helfen kann, besser zu verstehen, wie sich Lebensstilentscheidungen auf die eigene Gesundheit auswirken.“

Eight Sleep hat über den Pod bereits mehr als eine Milliarde Stunden biometrischer Daten gesammelt und damit eine der größten Langzeit-Datenbanken zu menschlichem Schlaf und Physiologie geschaffen.

Für die Entwicklung von Biological Age trainierte Eight Sleep ein neues Gesundheitsmodell mit einem speziell ausgewählten Datensatz aus mehr als 100.000 Teilnehmer:innen und 2,7 Millionen Stunden biometrischer Daten. Ziel war es, zu verstehen, wie physiologische Muster mit dem Alterungsprozess zusammenhängen.

Statt alle Menschen anhand einer einzigen Definition von Gesundheit zu bewerten, berücksichtigt Biological Age die individuelle Historie und Ausgangsbasis einer Person sowie Muster vergleichbarer Alters- und Geschlechtsgruppen und Erkenntnisse aus dem umfassenden Eight Sleep Datensatz.

Ein Einblick darin, wie der Körper altert

Biological Age basiert auf zwei miteinander verbundenen Messwerten:

  • Speed of Aging (Alterungsgeschwindigkeit) zeigt die geschätzte Geschwindigkeit, mit der der Körper im Vergleich zur natürlichen Zeit altert. Ein Wert unter 1,0x bedeutet eine langsamere Alterungsgeschwindigkeit, während ein Wert über 1,0x auf eine schnellere Alterung hinweist.
  • Biological Age (biologisches Alter) übersetzt diese Geschwindigkeit in ein Alter, das mit dem tatsächlichen Lebensalter verglichen werden kann.

Beide Werte werden alle sieben Tage aktualisiert, sobald Eight Sleep weitere Daten sammelt.

Die Eight Sleep App zeigt außerdem Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen – darunter Schlaf, Erholung, Herz-Kreislauf-, Atem- und Aktivitätsdaten. Durch die kontinuierliche Beobachtung dieser Werte können Nutzer:innen sehen, wie sich ihr Biological Age gemeinsam mit ihrem Schlaf, ihrer Erholung und ihrem Verhalten über die Zeit verändert.

Biological Age ist daher nicht als einmaliger Wert gedacht. Es wurde entwickelt, um sich gemeinsam mit der Person weiterzuentwickeln.

Verfügbarkeit

Biological Age ist weltweit für Eight Sleep Mitglieder mit aktiver Mitgliedschaft und einem Pod 4 oder einer neueren Generation verfügbar. Nutzer:innen müssen die aktuellste Version der Eight Sleep App für iOS oder Android herunterladen.

Der Pod ist kein Medizinprodukt. Biological Age und Health Check sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern. Nutzer:innen sollten sich bei gesundheitlichen Fragen an qualifiziertes medizinisches Fachpersonal wenden.

Bild 8 Sleep Biological Age Creddits Eight Sleep

Quelle Schröder+Schömbs PR

NICAMA präsentiert winterliche Geschenkideen für die festliche Jahreszeit

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Haut und Pflege: Winterlicher Duft für die Sinne

Mit dem Winter beginnt eine Zeit der Gemütlichkeit, der Besinnung und der besonderen Geschenke. NICAMA, bekannt für hochwertige und nachhaltige Naturkosmetik, präsentiert ausgewählte Produkte, die Haut und Sinne gleichermaßen verwöhnen. Ob als Geschenk zu Weihnachten oder als wohltuende Begleitung durch die kalte Jahreszeit, diese nachhaltigen Pflegehighlights stehen für bewusste Momente und natürliche Pflege.

NICAMA stellt fünf Naturkosmetik-Geschenkprodukte vor:

Winterseife Minze-Kiefer

Gönnen Sie sich oder Ihren Liebsten einen besonderen Pflegemoment in der kalten Jahreszeit. Der frische Duft von Minze, kombiniert mit der waldigen Tiefe der Kiefer und der nährenden Pflege von Bio-Sheabutter, umhüllt die Haut und sorgt für ein Gefühl von Klarheit und Geborgenheit. Die Winterseife Minze-Kiefer ist eine liebevolle Geschenkidee für den Winter und reinigt Hände, Körper und Gesicht sanft, ohne auszutrocknen.

www.ecco-verde.de
100 g für 8,99 €

Bio-Sheacreme Rosmarin-Orange

Die Bio-Sheacreme Rosmarin-Orange ist eine reichhaltige Pflege für Körper und Gesicht, die deine Haut intensiv verwöhnt und ihr ein geschütztes, gepflegtes Gefühl schenkt. Ein besonderes Highlight ist der natürliche Duft aus ätherischem Bio-Rosmarinöl und Bio-Orangenöl. Rosmarin verleiht der Creme eine klare, belebende Note, die die Sinne sanft aktiviert. Die fruchtige Frische der Orange bringt eine warme Leichtigkeit mit sich und sorgt für ein harmonisches Dufterlebnis.

Die zart duftende Creme schmilzt bei Hautkontakt sanft, lässt sich mühelos auftragen und zieht schnell ein. Durch ihre wasserfreie Formulierung ist sie besonders ergiebig und begleitet dich lange in deiner täglichen Pflegeroutine.

www.bio-naturel.de
50 ml für 9,95 €

Q10 Bio-Sheacreme Lemon-Lavendel

Das enthaltene Coenzym Q10 in der Q10 Bio-Sheacreme Lemon-Lavendel macht diese Creme zum wahren Zell-Aktivator. Q10 schützt die Zellen vor oxidativem Stress und unterstützt den Energiestoffwechsel der Haut. Eine High-Performance-Pflege für ein vitales Hautbild und natürlichen Schutz vor vorzeitiger Hautalterung.

Die frisch duftende Creme schmilzt bei Hautkontakt sanft, lässt sich mühelos auftragen und zieht schnell ein. Durch ihre wasserfreie Formulierung ist sie besonders ergiebig und begleitet dich lange in deiner täglichen Pflegeroutine.

www.das-zierwerk.de
50 ml für 15,00 €

Weihnachtsseife Zimt-Kakao

Gönnen Sie sich und Ihren Liebsten eine Auszeit in der kalten Jahreszeit. Der wärmende Duft von Zimt, kombiniert mit der sanften Pflege von Bio-Kakao und ätherischen Ölen, umhüllt Sie und lässt den Stress des Alltags abfallen. Diese Special-Edition-Seife ist das ideale Geschenk und perfekt für die Entspannung von Körper und Geist.

www.avocadostore.de
100 g für 8,95 €

Winterliches Gesichtsöl Vanille-Limette

Dieses Gesichtsöl kombiniert pflegende Eigenschaften mit einem vitalisierenden Duft. Erlesene Pflanzenöle werden mit Auszügen aus Kamille vereint, um die Haut zu nähren und mit Feuchtigkeit zu versorgen. Das besondere Highlight ist die festliche Verpackung, die das Gesichtsöl zum idealen Geschenk in der Weihnachtszeit macht.

www.ecco-verde.de
50 ml für 19,99 €

Alle Produkte sind ebenfalls auf www.nicama.de erhältlich.

Bildcredits NICAMA GmbH

Quelle NICAMA GmbH

Naturally Naughty: Sexual Wellness in Die Höhle der Löwen

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Naturally Naughty: Die Höhle der Löwen & Sexual Wellness. Ingwer Sörensen präsentiert mit „Naturally Naughty“ Ingwerbasierte Produkte für mehr Sinnlichkeit. Er erhofft sich ein Investment von 75.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Micaela Schäfer unterstützt ihn bei dem Pitch. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Naturally Naughty verbindet natürliche Inhaltsstoffe mit Sexual Wellness und wird am 7. September 2026 bei Die Höhle der Löwen pitchen.

Wie ist die Idee entstanden, wer steht hinter Naturally Naughty und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Ingwer Soerensen und ich (Ina Neumann) kennen uns seit der Schulzeit – entsprechend direkt war auch unser erstes Gespräch über Naturally Naughty. Ingwer hat die gleichnamige Knolle schon immer geliebt und irgendwann entdeckt, dass sie nicht nur in der Küche spannende Anwendungsmöglichkeiten bietet. Aus dieser Neugier entstand die erste Produktidee. Ich sah sofort das Potenzial, daraus eine moderne Sexual-Wellness-Marke zu entwickeln, und stieg gemeinsam mit Steffen Schwab und unserer Business-Development-Agentur not yet normal in Strategie, Geschäftsmodell und Markteinführung ein. So wurde aus einer Idee unter alten Schulfreunden eine gemeinsame Gründung.

In welcher Branche seid ihr tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

Wir sind im Sexual-Wellness-Markt aktiv, der 2026 weltweit auf rund 46,5 Milliarden US Dollar geschätzt wird und in dem es in den USA bereits sehr wertvolle Brands gibt. Die Kategorie entwickelt sich derzeit aus der Nische zum selbstverständlichen Teil im Leben der Menschen. Wir verkaufen direkt über unseren Onlineshop und schrittweise über den Handel. Unser Produktversprechen – rein natürliche Inhaltsstoffe mit spürbarem Effekt – lässt sich auf ein sehr breites Portfolio ausbauen.

Welches konkrete Problem löst ihr und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Viele klassische Intimprodukte sind klebrig, riechen künstlich oder sehen aus, als wären sie aus den Neunzigerjahren. Gleichzeitig bleiben vermeintlich natürliche Alternativen beim Effekt häufig sehr zurückhaltend. Naturally Naughty verbindet beides: eine reduzierte, natürliche Rezeptur und eine tatsächlich spürbare Wirkung. Und das mit einem Auftritt, den man nicht in der Nachttischschublade verstecken muss.

Warum habt ihr euch für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Naturally Naughty ist in der Kink- und sexpositiven Szene gewachsen und dort bereits etabliert. Der nächste Schritt führt in die Mitte der Gesellschaft – und dafür gibt es kaum eine bessere Bühne als „Die Höhle der Löwen“. Wer vom Szeneshop ins Drogerieregal möchte, kann sehr dankbar sein, diese Bühne zu nutzen.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe bei Die Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Ehrlich gesagt hatten wir zwei. Ralf Dümmel weiß wie kaum ein anderer, wie man aus einem guten Produkt einen Handelserfolg macht. Dazu kommt eine norddeutsche Direktheit, die kulturell sehr gut zu uns passt. Judith Williams wiederum hat die Kosmetikbranche mit neuen Vertriebswegen, starker Inszenierung und viel Kundennähe verändert. Sie versteht vermutlich direkt, warum Naturally Naughty optisch eher ins Beauty-Regal als in die Schmuddelecke gehört.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren bei Die Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Vor allem Reichweite, Vertrauen und Türen, die sich zum Handel öffnen. Sexual Wellness lässt sich auf vielen Plattformen bis heute nicht einfach mit Mediabudget bewerben. Umso wertvoller ist Aufmerksamkeit, die das Thema normalisiert und Menschen erreicht, die uns bislang noch nicht kannten. Kapital beschleunigt – Sichtbarkeit verändert eine Kategorie.

Welche nächsten Schritte sind nach eurem Auftritt bei Die Höhle der Löwen geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen von Naturally Naughty?

Mit Micaela Schäfer beginnt für uns die nächste Wachstumsphase. Sie wird Naturally Naughty als Testimonial im E-Commerce, am Point of Sale und auf Creator-Plattformen sichtbar machen. Die augenzwinkernde Rolle als „Chief Orgasmus Officer“ steht dabei vor allem für Kundenzentrierung: Was wünschen sich Frauen, wie sprechen wir neue Zielgruppen an und welche Produkte fehlen noch? Parallel bauen wir die Präsenz im Handel und das Portfolio weiter aus.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg als besonders wertvoll erwiesen?

Produkt, Marke und Vertrieb darf man nicht nacheinander denken. Wir haben deshalb früh Apotheker, Sexual-Wellness-Expertinnen, Designer, E-Commerce-Spezialisten und Handelspartner eingebunden. Aus meiner Arbeit mit not yet normal weiß ich: Für jede Wachstumsphase braucht es die passende Kombination von Menschen – nicht zwingend das größte Team. Unterschiedliche Fachgebiete, Geschlechter und Lebensrealitäten sind gerade bei Sexual Wellness keine Kür, sondern Produktkompetenz.

Naturally Naughty: Die Höhle der Löwen & Sexual Wellness
Ina Neumann

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen leiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Groß denken, klein anfangen und schnell herausfinden, was wirklich trägt. Unser früherer StartupValley-Tipp von Ingwer Soerensen gilt noch immer: auf den Bauch hören, die Beine in die Hand nehmen und genug Sitzfleisch mitbringen. Eine große Vision ist wichtig – aber am Montagmorgen braucht sie einen konkreten nächsten Schritt.

Was unterscheidet euer Produkt im Supermarktregal oder im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Optisch nutzt Naturally Naughty die Codes hochwertiger Kosmetik statt klassischer Erotikprodukte: reduziert, modern und im Regal sofort verständlich. Inhaltlich steckt der Unterschied bereits im Namen: „Naturally“ steht für wenige, rein natürliche Zutaten, „Naughty“ für den spürbar wärmenden und prickelnden Effekt. Diese Verbindung aus Clean Label, hochwertigem Design und echter Wirkung hebt uns von der Konkurrenz ab.

Wie bereitet ihr eure Lieferkette und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Wir planen den Peak, statt nur auf ihn zu hoffen. Mit Unterstützung unserer Investoren Mathias Muther und Christian Jäger haben wir Ware vorproduziert, arbeiten mit einem skalierbaren Fulfillment-Center und haben den Shop auf hohe Zugriffszahlen vorbereitet. Danach beginnt die eigentliche Arbeit: Mit Performance Marketing und gezielter Kundenansprache machen wir aus einem großen Fernsehabend möglichst viele langfristige Kundenbeziehungen.

Sehen Sie Naturally Naughty am 07. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild Ingwer Sörensen präsentiert mit Naturally Naughty Ingwerbasierte Produkte für mehr Sinnlichkeit. Er erhofft sich ein Investment von 75.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Micaela Schäfer unterstützt ihn bei dem Pitch.  Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Ina Neumann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

NeuralTrust: Wie das Startup Unternehmen vor den Risiken autonomer KI-Agenten schützt

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NeuralTrust: KI-Agenten sicher einsetzen Bild Founder v.l.nr. Victor Garcia, Joan Vendrell und Alejandro Domingo Salvador Bildcredits NeuralTrust

NeuralTrust entwickelt eine Plattform für die Absicherung von KI-Agenten und unterstützt Unternehmen dabei, Sicherheit, Transparenz und Kontrolle beim Einsatz künstlicher Intelligenz zu gewährleisten

Wie entstand die Idee zu NeuralTrust, und welches Problem im Bereich KI-Sicherheit wollten Sie von Anfang an lösen?

Die Veröffentlichung von ChatGPT war ein Wendepunkt. Wie alle anderen haben auch wir das enorme Potenzial erkannt. Aber wir haben auch etwas gesehen, worüber die meisten Menschen noch nicht gesprochen haben. Die Mensch-Computer-Interaktion veränderte sich grundlegend. Natürliche Sprache wurde zur neuen Schnittstelle, und dieser Wandel schuf eine völlig neue Angriffsfläche, für deren Bewältigung bestehende Tools nicht ausgerüstet waren. Herkömmliche Sicherheitsmaßnahmen waren auf strukturierte Eingaben, bekannte Protokolle und deterministisches Verhalten ausgelegt. Natürliche Sprache ist nichts davon. Niemand baute die Infrastruktur auf, um diese neue Welt zu sichern. Das ist das Problem, das wir lösen wollten: Unternehmen vollständige Transparenz, Sicherheit und Kontrolle über ihre KI-Nutzung zu geben.

Wie würden Sie NeuralTrust jemandem erklären, der sich bisher nur wenig mit KI-Sicherheit beschäftigt hat?

Mitarbeiter in allen Abteilungen nutzen KI-Tools und -Agenten, die autonom in ihrem Namen handeln: E-Mails lesen, Datenbanken abfragen, Entscheidungen treffen. Die meisten Unternehmen haben keine Ahnung, was diese Agenten tun, auf welche Daten sie zugreifen oder ob sie manipuliert werden können. NeuralTrust ist die Plattform, die diese Lücke schließt.

Mit welcher Vision wurde NeuralTrust gegründet, und welche Rolle möchten Sie künftig im KI-Ökosystem einnehmen?

Jedes Unternehmen, das KI einsetzt, sollte dies sicher und mit vollem Vertrauen tun können. Nicht, indem die Einführung verlangsamt wird, sondern indem Sicherheit zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Entwicklung und des Betriebs von KI wird. KI wird ebenso grundlegend sein wie die Cloud oder das Internet, und genau wie diese Veränderungen neue Kategorien der Sicherheit geschaffen haben, wird dies auch hier der Fall sein. Wir möchten, dass NeuralTrust die Vertrauensschicht ist, über die jeder KI-Einsatz läuft.

Warum wird das Thema Sicherheit bei generativer KI und KI-Agenten aus Ihrer Sicht immer wichtiger?

Weil die Risiken rapide zunehmen. Frühe Anwendungsfälle der KI beschränkten sich meist auf Frage-Antwort-Systeme. Die Risikofläche war begrenzt. KI-Agenten sind jedoch eine ganz andere Kategorie. Sie ergreifen Maßnahmen, agieren autonom, verbinden sich mit internen Systemen und verarbeiten sensible Daten. Wenn etwas schiefgeht, ist das nicht nur eine falsche Antwort. Es kann zu einer Datenpanne, einem Compliance-Verstoß oder einem aus dem Ruder laufenden Geschäftsprozess kommen, ohne dass es jemand bemerkt. Und natürliche Sprache als Schnittstelle führt Angriffsvektoren ein, auf die herkömmliche Sicherheitstools keine Antwort haben. Man kann eine Eingabeaufforderung nicht hinter einer Firewall abschirmen. Man kann eine Unterhaltung nicht auf Signaturen scannen. Sicherheit ist in dieser Welt kein Luxus, sondern unverzichtbar.

An welche Unternehmen richtet sich NeuralTrust besonders, und welche Anforderungen stehen dabei im Mittelpunkt?

Wir konzentrieren uns auf große Unternehmen in stark regulierten Branchen: Banken, Versicherungsgesellschaften, Energieversorger, Fluggesellschaften. Sie zeigen keinerlei Toleranz gegenüber den Risiken, die eine unkontrollierte KI mit sich bringen kann, gehören aber gleichzeitig zu den eifrigsten Anwendern von KI, da die Vorteile zu bedeutend sind, um sie zu ignorieren. Genau in diesem Spannungsfeld sind wir zu Hause. Am wichtigsten sind für sie Transparenz, Compliance und Kontrolle. Sie müssen jederzeit wissen, was ihre KI-Systeme tun, dies gegenüber den Aufsichtsbehörden nachweisen können und in der Lage sein, einzugreifen, wenn etwas schiefgeht.

Welche Herausforderungen beobachten Sie bei Unternehmen, die KI-Anwendungen produktiv einsetzen möchten?

Das häufigste Missverständnis ist, dass die Herausforderung erst dann beginnt, wenn ein Unternehmen beschließt, KI einzusetzen. In Wirklichkeit ist KI zu diesem Zeitpunkt bereits überall im Unternehmen präsent. Die Mitarbeiter nutzen sie bereits seit Monaten – ohne Genehmigung, ohne Wissen der IT-Abteilung und ohne jegliche Sicherheitsüberprüfung. Doch selbst wenn Unternehmen zu formellen Implementierungen übergehen, verschwinden die Herausforderungen nicht, sondern verlagern sich lediglich. Wie lassen sich KI-Agenten sicher in bestehende Systeme integrieren? Wie stellt man ein konsistentes Verhalten innerhalb definierter Grenzen sicher? Wie gewährleistet man die Einhaltung von Vorschriften, ohne den angestrebten geschäftlichen Nutzen zu beeinträchtigen? Unternehmen, die diesen Prozess gut meistern, betrachten Sicherheit nicht als eine Hürde am Ende, sondern als etwas, das von Anfang an integriert ist.

NeuralTrust schützt KI-Systeme vor Risiken wie Datenlecks oder Prompt-Injection-Angriffen. Welche Bedrohungen werden aktuell noch unterschätzt?

Indirekte Prompt-Injection. Die meisten Menschen stellen sich Prompt-Injection so vor, dass ein Nutzer eine böswillige Anweisung in eine Chat-Oberfläche eingibt. Die gefährlichere Variante verbirgt sich jedoch in Daten, die der Agent während des normalen Betriebs liest: eine Webseite, die er aufruft, eine E-Mail im Posteingang, ein Kommentar im CRM, ein Dokument, das er zusammenfassen soll. Der Agent verarbeitet diese Inhalte und führt unwissentlich die Anweisungen des Angreifers aus. Ein Agent mit Zugriff auf E-Mails, Kalender und internen Tools kann durch eine einzige bösartige E-Mail vollständig gekapert werden. Kombiniert man dies mit der Autonomie, über die moderne Agenten verfügen, können die Folgen schwerwiegend sein.

Was unterscheidet NeuralTrust von anderen Anbietern im Bereich Cybersecurity und KI-Sicherheit?

Die meisten Cybersicherheitsanbieter passen bestehende Tools an eine Welt an, für die sie ursprünglich nicht konzipiert wurden. Das funktioniert bis zu einem gewissen Grad, geht aber nicht auf den Kern des Problems ein. NeuralTrust wurde von Anfang an auf der Prämisse aufgebaut, dass natürliche Sprache die neue Angriffsfläche und Agenten die neue Perimeterverteidigung sind. Das zweite Unterscheidungsmerkmal ist Breite ohne Fragmentierung. Unsere Kunden können es sich nicht leisten, fünf Anbieter miteinander zu kombinieren, um eine einzige KI-Implementierung zu sichern. Wir decken den gesamten Lebenszyklus ab: Sicherheitsstatus, Laufzeitschutz und Red-Teaming – alles auf einer einzigen Plattform. Und drittens: Wir wurden in Europa gegründet. Wir verstehen, was Compliance in der Praxis für eine Bank oder einen Versicherer bedeutet, und bieten private, luftisolierte Implementierungen für Unternehmen an, die dies benötigen.

Wie gelingt der Spagat zwischen hohen Sicherheitsanforderungen und einer möglichst einfachen Nutzung von KI-Systemen?

Gute Sicherheit sollte für den Endnutzer weitgehend unsichtbar sein. Die Kontrollen, die Überwachung, die Durchsetzung von Richtlinien: All das sollte im Hintergrund ablaufen, ohne dass jemand seine Arbeitsweise ändern muss. Die Last liegt bei der Plattform, nicht beim Nutzer. Sicherheit sollte die Einführung von KI ermöglichen, nicht behindern.

Welche Rolle spielen Compliance und regulatorische Vorgaben bei der Weiterentwicklung Ihrer Plattform?

KI-Agenten verarbeiten äußerst sensible Daten: das kritische Wissen eines Unternehmens, seine internen Systeme und die Informationen seiner Kunden. Die darüber liegende Sicherheitsplattform darf keine Blackbox sein, über die der Kunde keine Kontrolle hat. Deshalb bieten wir mehrere Bereitstellungsoptionen an, darunter auch die vollständige On-Premise-Bereitstellung. Darüber hinaus verlangen die Aufsichtsbehörden zunehmend von Unternehmen, dass sie einen vollständigen Überblick über ihren Agentenbestand führen: welche Agenten laufen, auf was sie zugreifen und wie sie sich verhalten. Genau dieses Problem löst NeuralTrust.

Wie wird sich die Sicherheit von KI-Agenten in den kommenden Jahren verändern, und wie bereitet sich NeuralTrust darauf vor?

Die Schnittstelle, über die Menschen mit KI interagieren, verändert sich ständig, und mit jeder Veränderung vergrößert sich der Bereich, der gesichert werden muss. Es begann im Internet, verlagerte sich dann auf den Desktop, und mittlerweile ist KI in die Tools integriert, die Menschen täglich nutzen: Slack, E-Mail, CRMs. KI-Agenten sind nicht mehr auf eine spezielle Schnittstelle beschränkt. Sie sind überall, und die Sicherheit muss ihnen dorthin folgen. Eine Plattform, die nur einen Bereich abdeckt, wird immer unvollständig sein. Genau dafür entwickeln wir unsere Lösung.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die innovative Technologien in einem schnell wachsenden Markt entwickeln?

Erstens: Holt die Zustimmung eurer Kunden ein, bevor ihr etwas entwickelt. Das Wertversprechen, das Verkaufsargument, die Preisgestaltung – testet alles auf Herz und Nieren, bevor ihre euch festlegt.

Zweitens: ICP und GTM-Strategie müssen schnell eingegrenzt werden. Ihr könnt nicht gleichzeitig Großunternehmen, KMUs und Prosumer bedienen, und ihr könnt nicht gleichzeitig verkaufs- und produktorientierte Strategien verfolgen. Entscheidet euch.

Drittens: Seid ehrgeizig, mutig und schnell. Das richtige Markt-Timing ist genauso entscheidend wie die Umsetzung.

Bild Founder v.l.nr. Victor Garcia, Joan Vendrell und Alejandro Domingo Salvador Bildcredits NeuralTrust

Wir bedanken uns bei Joan Vendrell für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: NeuralTrust

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NeuralTrust, S.L.
Llacuna 161
08018 Barcelona
Spain

https://neuraltrust.ai
Agent Security
rodrigo.fernandez@neuraltrust.ai

Ansprechpartner: Rodrigo Fernandez

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DPP-Flash: Wie die KI-Plattform Unternehmen beim digitalen Produktpass hilft

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DPP-Flash: Unternehmen und digitalen Produktpass verbinden

DPP-Flash unterstützt Unternehmen dabei, den digitalen Produktpass mithilfe einer automatisierten Softwarelösung einfacher und schneller umzusetzen

Können Sie DPP-Flash kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für die Plattform entstanden ist?

DPP-Flash ist eine B2B-Softwareplattform, die mittelständischen Unternehmen die Umsetzung des digitalen Produktpasses so einfach wie möglich macht. Die Idee entstand, als Mitgründer Julian Gräfen auf die anstehenden EU-Regulierungen aufmerksam wurde und das enorme Problem erkannte, vor dem der Mittelstand bald stehen würde. Er suchte nach einem passenden Co-Founder, wir haben uns kurzgeschlossen und schnell realisiert, welches Potenzial in der automatisierten Lösung steckt. Aus dieser gemeinsamen Vision ist DPP-Flash entstanden.

Wer steht hinter DPP-Flash, und welche Erfahrungen bringen Sie als Gründerteam in das Unternehmen ein?

Hinter DPP-Flash stehen Julian Gräfen und Nico Bergstreiser. Julian ist als operativer Kopf für den Aufbau und die technische Infrastruktur der Plattform verantwortlich. Nico deckt als Co-Founder die Bereiche Marketing und Vertrieb ab. Durch diese Aufteilung verbinden wir technische Produktentwicklung mit einer zielgerichteten Go-to-Market-Strategie, um den Mittelstand direkt anzusprechen.

Ab 2027 wird der Digitale Produktpass für Unternehmen zunehmend relevant. Welche Herausforderungen entstehen dadurch insbesondere für den Mittelstand?

Große Konzerne haben ganze Abteilungen und enorme IT-Budgets, um Transparenzpflichten umzusetzen. Der Mittelstand steht hingegen vor einer riesigen bürokratischen und vor allem technischen Hürde. Es fehlen oft die Ressourcen, um Daten manuell aus hunderten Dokumenten zusammenzusuchen, Lieferanten nachzutelefonieren und komplexe Compliance-Vorgaben einzuhalten. Ohne spezialisierte Software droht hier ein enormer Zeit- und Kostenaufwand.

Viele mittelständische Unternehmen verfügen nicht über die notwendige eigene IT-Infrastruktur. Wie setzt DPP-Flash genau an diesem Punkt an?

Unternehmen brauchen für DPP-Flash keine eigene, komplexe IT-Infrastruktur und müssen keine teuren IT-Projekte finanzieren. Wir wollen den digitalen Produktpass für jedes Unternehmen zugänglich machen – ganz ohne hohe Investitionskosten oder langwierige Integrationen. Unsere Plattform funktioniert out-of-the-box und ist sofort einsatzbereit.

Ihre Software nutzt KI, um relevante Produktinformationen aus vorhandenen Dokumenten zu extrahieren. Wie verändert das den bisherigen Aufwand für Unternehmen?

Der Aufwand schrumpft von Stunden auf wenige Sekunden. Unsere KI liest unstrukturierte Daten aus PDFs, Datenblättern oder Zertifikaten automatisch aus und bringt sie in das geforderte Format. Der Clou dabei: Fehlen wichtige Dokumente, kontaktiert die KI auf Wunsch sogar automatisiert die Lieferanten und fordert die Unterlagen nach. Erst wenn alles vollständig vorliegt, wird der Pass anschließend generiert. Das nimmt den Teams in den Unternehmen extrem viel manuelle Arbeit ab.

DPP-Flash verspricht eine einfache und rechtssichere Umsetzung. Wie schaffen Sie es, komplexe regulatorische Anforderungen möglichst unkompliziert abzubilden?

Wir machen die juristischen und technischen Anforderungen der EU im Hintergrund einfach verständlich und übersetzen sie in eine benutzerfreundliche Oberfläche. Der Kunde muss sich nicht mit einzelnen Paragrafen oder komplizierten Datenformaten beschäftigen, sondern wird Schritt für Schritt durch den Prozess geführt. Dabei stellt die Plattform sicher, dass alle relevanten Vorgaben eingehalten werden, ohne den Nutzer mit unnötigem Fachjargon zu überfordern.

Der Digitale Produktpass wird zunächst häufig als zusätzliche Pflicht wahrgenommen. Wie kann daraus für Unternehmen ein Wettbewerbsvorteil entstehen?

Wer frühzeitig volle Transparenz über seine Lieferketten und Materialien bieten kann, baut Vertrauen bei Kunden und Geschäftspartnern auf. Mittelständler, die ihren digitalen Produktpass sauber und schnell bereitstellen, zeigen Innovationskraft und Nachhaltigkeit. Aus einer reinen Pflichtaufgabe wird so ein echtes Qualitätsmerkmal im Vertrieb.

Regulatorische Vorgaben können sich verändern und weiterentwickeln. Welche Herausforderung bedeutet das für den Aufbau Ihrer Plattform?

Für uns bedeutet das, dass wir die Infrastruktur von DPP-Flash von Anfang an extrem modular und flexibel gestalten müssen. Neue Richtlinien oder erweiterte Datenfelder der EU lassen sich zentral in unserer Software aktualisieren, sodass die Pässe unserer Kunden automatisch auf dem neuesten Stand bleiben, ohne dass diese selbst aktiv werden müssen.

Transparenz und Nachhaltigkeit werden für Hersteller zunehmend wichtiger. Welche zusätzlichen Möglichkeiten entstehen durch strukturierte Produktdaten?

Strukturierte Daten schaffen Klarheit im eigenen Betrieb. Unternehmen erkennen zum ersten Mal auf einen Blick, wo Schwachstellen in der Lieferkette liegen oder welche Materialien optimiert werden können. Das erleichtert nicht nur die Kreislaufwirtschaft, sondern spart langfristig auch Eindeckungs- und Materialkosten.

Was unterscheidet DPP-Flash von anderen Lösungen rund um Digitale Produktpässe?

Uns unterscheidet vor allem das unkomplizierte Setup, die schnelle Geschwindigkeit und die Automatisierung durch KI. Während andere Lösungen oft komplexe enterprise-level Softwareprojekte erfordern, erstellen wir digitale Produktpässe in Sekunden statt Stunden. Unser Fokus liegt zu 100 % auf der Praxistauglichkeit für den Mittelstand – erschwinglich, schnell und ohne IT-Hürden.

Welche Vision verfolgen Sie mit DPP-Flash, und wie möchten Sie die Plattform in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

Unsere Vision ist es, bis 2027 zur führenden B2B-Datenplattform und zum führenden Anbieter für digitale Produktpässe im DACH-Raum und anschließend in der gesamten EU zu werden. Wir wollen der Standard sein, auf den KMUs vertrauen, wenn es um produktbezogene Transparenz und Compliance geht.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die aus neuen regulatorischen Anforderungen ein Geschäftsmodell entwickeln möchten?

Erstens: Das echte Problem verstehen. Hört den Betroffenen genau zu und findet heraus, wo der größte Schmerz bei der Umsetzung der Regulierung liegt.

Zweitens: Einfachheit. Baut keine überladene Software, sondern eine Lösung, die dem Kunden die Komplexität der Gesetze mit wenigen Klicks komplett abnimmt.

Drittens: Geschwindigkeit vor Perfektionismus. Regulierungen haben strenge Deadline-Vorgaben – wer früh am Markt ist und eine funktionierende Lösung bietet, sichert sich entscheidende Wettbewerbsvorteile.

Fotocredits: privat

Wir bedanken uns bei Nico Bergstreiser für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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