Donnerstag, April 3, 2025
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Wie kann dieser Schmuck deine wertvollsten Erinnerungen verewigen?

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Melanie Mirabel Jewellery

Melanie Mirabel fertigt handgearbeiteten, personalisierten Schmuck, der besondere Momente und emotionale Verbindungen für die Ewigkeit festhält.

Könnten Sie uns Melanie Mirabel Jewellery und die Geschichte hinter Ihrem Unternehmen, das nachhaltigen Schmuck herstellt, kurz vorstellen?

Nach mehreren Jahren im Marketing und Produkt Management von internationalen Unternehmen, zog ich 2011 mit meiner Familie berufsbedingt nach Barcelona. Hier habe ich aufgrund meiner großen Leidenschaft für Produktdesign und Handwerk mein Schmucklabel gegründet mit der Vision, die einzigartigen Geschichten und Verbindungen von Familien in Schmuckstücken zu verewigen. Schmuckstücke, die persönliche Geschichten erzählen, Emotionen ausdrücken und Erinnerungen bewahren.

In Barcelona begann meine Reise, es folgten 6 Jahre in Madrid, wo ich mit meinem Team und einer familiengeführten Goldschmiede meine Kollektionen stetig ausgebaut habe und auf den Online Plattformen Dawanda, Etsy und im eigenen Webshop präsentiere und verkaufe. Jedes Schmuckstück wird bis heute in lokaler Handarbeit individuell gefertigt und graviert. Ende 2021 erfolgte der Umzug nach Berlin, wo ich mit meinem neuen, wundervollen Team jedes Schmuckstück fertige und graviere und die Marke stetig ausbaue und bekannter mache.

Was war Ihre ursprüngliche Motivation, Melanie Mirabel Jewellery zu gründen, und welche Vision verfolgen Sie mit Ihrem nachhaltigen Schmuck?

Meine Vision für Melanie Mirabel Jewellery ist es, die Liebe zur Familie und Freunden zu verewigen und die besonderen Momente im Leben zu feiern. Mit unseren Schmuckstücken begleiten wir unsere Kunden durch die schönsten Meilensteine im Leben – zur Hochzeit, zur Geburt, zur Taufe und Kommunion, zum Muttertag, zum Schulabschluss und zu Jahrestagen – und schaffen so Erinnerungsstücke mit hohem emotionalem Wert. Diese Vision ist meine größte Motivation. Das Besondere ist, dass durch die individuellen Anfertigungen und persönlichen Gravuren jedes Schmuckstück einzigartig ist und somit ein Unikat.

Wie definieren Sie Ihre Zielgruppe, und wie stellen Sie sicher, dass deren spezifische Bedürfnisse in Bezug auf Design, Qualität und Nachhaltigkeit erfüllt werden?

Wir haben eine sehr familienorientierte Zielgruppe, die ihre Familienliebe und -bindung durch zeitlose, individuelle Schmuckstücke zelebrieren möchte. Dazu gehören insbesondere Mütter, Väter und auch Großeltern, die die enge Verbindung zu ihren Kindern und Enkeln symbolisch festhalten möchten. Besonders Mütter sind sehr emotional mit dem Wunsch verbunden, ihre Familie bei sich zu tragen – mit Schmuckstücken, die z.B. die Namen und Geburtsdaten ihrer Kinder tragen.

Zu unserer Kernzielgruppe gehören auch Paare, die sich gegenseitig ein besonderes, emotionales Geschenk machen möchten. Paare, die in personalisiertem Schmuck eine Möglichkeit finden, ihre Beziehung auf eine sehr persönliche Weise zu feiern.

Unsere Kunden legen höchsten Wert auf die Individualität der Schmuckstücke, zeitlose und hochwertige Designs und die liebevolle Gestaltung durch unser Team.

Um unseren Kunden Ihre Wünsche in Bezug auf Design, Qualität und Nachhaltigkeit zu erfüllen, legen wir besonderen Wert auf drei Faktoren

1) Individuelles und maßgeschneidertes Designs – das emotional und personalisiert ist.

Unsere Kunden suchen Schmuck, der ihre individuelle Familiengeschichte widerspiegelt. Deshalb bieten wir nahezu grenzenlose Personalisierungsoptionen, zum Beispiel Gravuren von Namen, Geburtsdaten, Fingerabdrücken oder besonderen Symbolen (zum Beispiel Sternzeichen, Handschriften, Familienwappen). Bei uns wird Schmuck ganz nach persönlichen Wünschen entworfen und gefertigt. Wichtig ist für uns auch, Schmuckstücke und Designs für besondere Momente im Leben zu entwerfen, zum Beispiel für die Geburt eines Kindes, für die Taufe und für Jahrestage. Deshalb steht bei uns die persönliche Beratung und Kundenbetreuung an erster Stelle, ob persönlich vor Ort oder via Telefon und E-Mail. Denn eines ist bei uns klar, die Beziehung zum Schmuckstück geht weit über den materiellen Wert hinaus und deshalb arbeiten wir mit Herzblut und Leidenschaft für unsere Visionen.

2) Hochwertige Qualität basierend auf lokaler Handwerkskunst und langlebigen Materialien – made in Germany

Menschen, die sich ein Erinnerungsstück schaffen oder Geschenke voller Emotionen gestalten möchten, erwarten individuellen Service, liebevoll gestaltete Designs und hohe Qualität. Deshalb arbeiten wir ausschließlich in lokaler Handarbeit. Dank der einzigartigen Expertise unserer Goldschmiede und Gravurmeister entstehen bei uns individuelle Kreationen aus Echtsilber und Echtgold. Jedes Schmuckstück wird von uns persönlich als wunderschönes Geschenk verpackt und versendet. Wir sind bekannt für unseren persönlichen Kundenservice, die Liebe zum Detail und unseren langjährigen Service (zum Beispiel dank unserem Reparatur- oder Aufbereitungsservice).

3) Nachhaltigkeit – durch verantwortungsvolle, lokale Herstellung und umweltfreundliche Materialien.

Wir arbeiten mit Partnern und Produzenten aus Deutschland, die vom Responsible Jewellery Council RJC zertifiziert sind. Unsere Goldschmiede sitzen in Berlin. Wir arbeiten ausschließlich in lokaler Handarbeit. Jedes Schmuckstück wird erst nach Bestelleingang angefertigt. Bei uns liegen keine Schmuckstücke auf Lager und somit verschwenden wir keine Materialien. Alle unsere Verpackungsmaterialien von den Geschenkverpackungen bis zu den Versandkartons bestehen aus recycelten Materialien, frei von Kunststoffen.

Mit welchen Herausforderungen sind Sie bei der Gründung von Melanie Mirabel Jewellery konfrontiert worden, insbesondere im Bereich der nachhaltigen Schmuckproduktion, und wie haben Sie diese gemeistert?

Eine große Herausforderung für mich und mein Team sind die Beschaffung von nachhaltigen Schmuckmaterialien und die damit einhergehende Transparenz und Nachverfolgbarkeit unserer Lieferketten. Viele Materialien in der Schmuckbranche werden über verschiedene Zwischenhändler gehandelt und das Risiko Materialien zu erhalten, die nicht der gewünschten Qualität entsprechen ist immer hoch. Besonders bei vergoldeten Materialien ist die Herausforderung groß, eine Qualität sicherzustellen, die eine langanhaltende Vergoldung garantiert. Deshalb arbeiten wir mit Partnern und Produzenten aus Deutschland, die vom Responsible Jewellery Council RJC zertifiziert sind und setzen auf lokale Handarbeit in unserer Meisterwerkstatt in Berlin. Wir überarbeiten und prüfen stetig unsere Qualitäten und stecken viel Energie in die Materialbeschaffung, um unseren Kunden die bestmögliche Qualität zu bieten.

Was macht Melanie Mirabel Jewellery einzigartig im Vergleich zu anderen Schmuckmarken, und was ist Ihr besonderer USP (Unique Selling Point)?

Wir sind ein persönlich geführtes Unternehmen und arbeiten mit Leidenschaft und Herzblut.

Wir fertigen und gravieren unsere Schmuckstücke lokal in liebevoller Handarbeit und gestalten jedes Schmuckstück individuell nach Kundenwunsch.

Und wir beraten und betreuen unsere Kunden höchstpersönlich – vor & nach dem Einkauf. Dabei begleiten wir unsere Kunden entlang besonderer Momente im Leben

– Wir bieten eine große Vielfalt an Personalisierungsmöglichkeiten, dank verschiedener Gravurtechniken und hoher Expertise durch unsere Goldschmiede- und Gravurmeister und legen dabei hohen Fokus auf bedeutungsvolle und individuelle Designs, so dass die Gravuren jedes Schmuckstück zu einem persönlichen Schatz werden.

Wie stellen Sie die Nachhaltigkeit und Qualität Ihrer Schmuckstücke sicher, und welche Materialien und Herstellungsprozesse verwenden Sie, um umweltfreundlich zu bleiben?

Wir entwerfen klassische und zeitlose Designs, die unsere Kunden viele Jahre hinweg begleiten werden und die als Erbstück weiterleben können. Wir arbeiten mit recycelten Metallen von unseren Partnern und Produzenten aus Deutschland, die vom Responsible Jewellery Council RJC zertifiziert sind. Dank der einzigartigen Expertise unserer Goldschmiede entstehen bei uns individuelle Kreationen aus Echtsilber und Echtgold. Jedes Schmuckstück wird erst nach Bestelleingang angefertigt. Bei uns liegen keine Schmuckstücke vorproduziert auf Lager und somit verschwenden wir keine Materialien.

Unser größter Fokus liegt dabei auf langfristigen Kundenservice und stetige Aufklärung: Wir empfehlen Schmuckpflege und geben mit Videos und Tutorials unseren Kunden Anleitungen, damit Schmuck lang seinen Glanz und Look behalten kann. Bei uns kann Schmuck aufgearbeitet, gereinigt, poliert, nachvergoldet, rhodiniert und repariert werden.

In welche Richtung möchten Sie Melanie Mirabel Jewellery in den kommenden Jahren weiterentwickeln, und welche neuen Schmuckkollektionen oder Entwicklungen sind bereits in Planung?

Ich bin unglaublich stolz auf die bisherigen Erfolge und das stetige Wachstum meines Unternehmens. Um meine Vision von Schmuck, der persönliche Geschichten und Verbindungen von Familien feiert und verewigt, möchte ich weitere Kollektionen entwickeln, die für feierliche Anlässe perfekt sind, zum Beispiel für die Verlobung und Hochzeit. Also Ereignisse, bei denen Schmuck mit besonderer Bedeutung eine große Rolle spielt. Ich möchte weitere Schmuckstücke designen, die den Moment unvergesslich machen und über viele Jahre hinweg Bedeutung haben.

Wie reagieren Sie auf die wachsende Nachfrage nach nachhaltigem Schmuck, und wie passen Sie Ihr Angebot an veränderte Kundenbedürfnisse an?

Siehe oben in den Antworten. Die langjährigen Partnerschaften mit Herstellern aus Deutschland und die lokalen Produktionen stehen für uns immer mehr im Fokus.

Welche Rolle spielen traditionelle Handwerkskunst und moderne Techniken bei der Herstellung Ihres Schmucks, und wie kombinieren Sie beides in Ihrem Designprozess?

Die Kombination von traditioneller Handwerkskunst in den Goldschmieden und modernen Techniken und Gravurmethoden sind das Herzstück der Herstellung unseres Schmucks und verleihen unseren Schmuckstücken ihre Einzigartigkeit und ihren emotionalen Wert. So entsteht bei uns Schmuck, der sowohl den ästhetischen Ansprüchen als auch den Werten der Marke gerecht wird: zeitlos, individuell und nachhaltig. Der Prozess beginnt bei uns stets mit der Ideenfindung, meistens inspiriert von Familiengeschichten, persönlichen Erlebnissen und den vielen Geschichten und Feedbacks unserer Kunden. Unsere Kunden sind unsere größte und schönste Inspirationsquelle.

 Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründern geben, die ein nachhaltiges Produkt auf den Markt bringen möchten, insbesondere im Bereich Mode und Schmuck?

Mein wichtigster Ratschlag ist: finde deine klare Marktnische und definiere deine persönliche Markenidentität. Die Differenzierung im Markt mit Deinen besonderen und relevanten USPs ist Schlüssel zum Erfolg. Führe Deine Marke und Dein Unternehmen mit Leidenschaft und Herzblut. Das macht einen klaren Unterschied, v.a. für Deine Kunden und bringt Dir viel Begeisterung, Respekt und entsprechend auch Erfolg.

Gab es einen besonderen Erfolgsmoment oder eine Kundenrückmeldung, die Ihnen gezeigt hat, dass Melanie Mirabel Jewellery auf dem richtigen Weg ist?

Jedes glückliche Kundenfeedback ist für mich und mein Team die größte Motivation. Unsere Kunden, insbesondere unsere über die Jahre stets wiederkehrenden Kunden, und unser Erfolg zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Ein besonderer Erfolgsmoment zeigte sich in der Pandemie, da wir mit unserem neu überarbeiteten Webshop und unserer neu aufgebauten digitalen Marketingstrategie – rückblickend- bestens vorbereitet waren auf die plötzlich explodierte Nachfrage im Bereich online Shopping. In dieser Zeit haben wir den stärksten Umsatzwachstum erleben dürfen.

Unser jüngster Erfolgsmoment ist unsere neue, liebevoll gestaltete Taufschmuck Kollektion inklusive personalisierbarer Taufkerzen, die sich großer Beliebtheit erfreut. Das zeigt, dass unsere Strategie, auf feierliche Anlässe zu setzen, für uns der richtige Weg ist.

Wie planen Sie, die Marke Melanie Mirabel Jewellery weiter auszubauen und möglicherweise auch international zu wachsen, ohne dabei Ihre Nachhaltigkeitsprinzipien zu gefährden?

Auf jeden Fall plane ich und mein Team, die Marke weiter auszubauen. Wir möchten weitere Kollektionen entwickeln, die für feierliche Anlässe perfekt sind, zum Beispiel für die Verlobung und Hochzeit. Also Ereignisse, bei denen Schmuck mit besonderer Bedeutung eine große Rolle spielt.

Außerdem planen wir nach vielen Jahren Online-Business, immer mehr offline präsent zu sein und unsere Marke und unser Team persönlich erlebbar zu machen. Dazu gehört der Ausbau unseres Studios in Berlin, der Auftritt auf Messen und Designmärkten und die Organisation von Pop-up Events in größeren Städten in Deutschland.

Copyright Melanie Mirabel

Wir bedanken uns bei Melanie Mirabel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up:

Kontakt:

Melanie Mirabel
Unter den Eichen 101
D-12203 Berlin

www.melaniemirabel.com
hello@melaniemirabel.com

Ansprechpartner: Melanie Mirabel

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Wie verändert sich unser Online-Shopping-Erlebnis?

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JOSEPHA Teambild Dr. Silvan Weder und Josef Gitterle

JOSEPHA ist eine innovative Shopping-Plattform, die alle wichtigen Produktinformationen zentralisiert und Konsumenten eine einfache, interaktive Produktauswahl ermöglicht.

Können Sie uns einen Überblick über JOSEPHA geben und die Menschen vorstellen, die hinter diesem innovativen Unternehmen stehen?

JOSEPHA ist eine Shopping-Plattform, die alle relevanten Produktinformationen – von Bewertungen und Angeboten bis hin zu Tutorial-Videos – zentralisiert und interaktiv für Konsumenten zugänglich macht. Das Ziel ist es, den gesamten Einkaufsprozess zu vereinfachen und den Nutzern wertvolle Zeit zu sparen, indem alle Informationen an einem Ort gebündelt werden.

Hinter JOSEPHA stehen Dr. Silvan Weder und Josef Gitterle. Silvan promovierte in Informatik an der ETH Zürich mit Fokus in Künstliche Intelligenz und arbeitete zuvor bei Amazon und Meta. Josef bringt umfangreiche Erfahrung im E-Commerce und hat während seines Studiums in St. Gallen einen Premium-Möbel-Webshops in der DACH-Region aufgebaut.

Was ist die zentrale Vision von JOSEPHA und welche Strategien verfolgen Sie, um diese Vision in die Realität umzusetzen?

Die Vision von JOSEPHA ist es, das führende Shopping-Portal zu werden, das den gesamten Kaufprozess von der Produktsuche bis hin zur Kaufentscheidung vereinfacht und beschleunigt. Unsere Strategie basiert auf der Aggregation aller relevanten Produktinformationen und der Schaffung einer benutzerfreundlichen Plattform, die personalisierte Produktempfehlungen liefert. Durch starke Partnerschaften und die Integration neuester KI-Technologien stellen wir sicher, dass Nutzer stets das passendste Produkt finden.

Wer ist die Hauptzielgruppe von JOSEPHA, und wie stellen Sie sicher, dass deren spezifischen Bedürfnisse und Erwartungen erfüllt werden?

Unsere Hauptzielgruppe besteht aus Online-Shoppern im Alter von 20 bis 44 Jahren, die vorwiegend Elektronik und Haushaltsgeräte auf ihrem Smartphone suchen und kaufen. Diese Nutzer legen großen Wert auf effiziente, schnelle und präzise Produktsuche. Um ihren Anforderungen gerecht zu werden, bieten wir eine Plattform, die Informationen wie Testberichte, Verfügbarkeit, Videos, Bewertungen und Preise schnell und übersichtlich bereitstellt. Unsere Produktentwicklung basiert stark auf dem Feedback dieser Zielgruppe.

Mit welchen besonderen Herausforderungen sieht sich JOSEPHA derzeit konfrontiert, und welche Strategien wenden Sie an, um diese Herausforderungen zu bewältigen?

Die Aggregation und Bereinigung von Produktdaten aus verschiedenen Quellen ist technisch äußerst anspruchsvoll, doch wir haben dies kürzlich erfolgreich umgesetzt. Unsere Strategie setzt von Anfang an auf die neuesten Methoden des maschinellen Lernens, wodurch wir unsere Architektur auf modernste Technologien aufbauen konnten. Dieses Prinzip prägt sämtliche Bereiche unseres Unternehmens. Dank dieser Herangehensweise ist es uns gelungen, mit nur zwei Personen auf über 30.000 monatliche Nutzer zu skalieren – eine Leistung, für die vor wenigen Jahren noch ein Team von zehn Personen erforderlich gewesen wäre.

Was unterscheidet JOSEPHA von anderen Unternehmen in Ihrer Branche, und was macht Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung einzigartig?

JOSEPHA ist die erste Shopping-Plattform, die alle relevanten Informationen zu jedem Produkt sofort und interaktiv zugänglich macht. Im Gegensatz zu klassischen Suchmaschinen bieten wir direkte Antworten auf jede produktbezogene Frage – basierend auf Millionen von Datenpunkten. Unsere Plattform aggregiert alle wichtigen Informationen, von Angeboten und Videos bis hin zu Kundenbewertungen, und stellt sie übersichtlich zur Verfügung. Dadurch entfällt für KonsumentInnen das mühsame Öffnen von 20 Browser-Fenstern, um fundierte Kaufentscheidungen zu treffen.

Wie sieht die zukünftige Entwicklungsrichtung von JOSEPHA aus, und welche neuen Produkte oder Dienstleistungen können wir erwarten?

In den nächsten Wochen werden wir eine App einführen, die das mobile Shopping-Erlebnis komplett verändert. Außerdem planen wir die Erweiterung unserer Produktempfehlungsfunktionen, um Nutzern zu ermöglichen, gezielte Fragen zu stellen und die besten Angebote basierend auf ihren individuellen Anforderungen zu finden. 

Wie integriert JOSEPHA technologische Innovationen in seine Angebote, um wettbewerbsfähig zu bleiben?

Wir nutzen modernste Künstliche Intelligenz (KI), um große Mengen an Produktdaten effizient zu verarbeiten und zu aggregieren. Während meiner Promotion an der ETH Zürich habe ich mich intensiv mit genau diesen Technologien beschäftigt, die wir nun bei JOSEPHA erfolgreich umsetzen: Es geht dabei um die systematische Strukturierung von Millionen unstrukturierter Daten. Da Produktinformationen von Händler zu Händler variieren und oft fehlerhaft sind, stellt unsere Technologie sicher, dass wir die sauberste und genaueste Datenquelle für Produktinformationen bereitstellen.

Können Sie einen bedeutenden Meilenstein oder Erfolg von JOSEPHA nennen, der das Wachstum des Unternehmens entscheidend geprägt hat?

Ein entscheidender Meilenstein für JOSEPHA war das Überschreiten der 40%-Marke beim Product-Market-Fit-Score. Dieser Score, der vom Growth-Experten Sean Ellis entwickelt wurde, gilt als Indikator dafür, dass ein Produkt für mindestens 40% der Nutzer unverzichtbar geworden ist. Dieser Wert zeigt, dass das Produkt bei einer ausreichend großen Anzahl von Nutzern einen so großen Mehrwert bietet, dass sie es nicht mehr missen möchten. Das Erreichen dieses Meilensteins war für JOSEPHA ein klarer Beweis, dass wir den Markt mit dem richtigen Produkt getroffen haben und wir ein klares Problem mit unserer Shopping Plattform lösen. Von hier aus können wir unsere Wachstumsstrategie weiter skalieren und unsere Plattform zielgerichtet weiterentwickeln.

Welche drei wesentlichen Ratschläge würden Sie anderen Unternehmern geben, die in die Startup-Welt einsteigen möchten?

  1. Do things that don’t scale
  2. Testet eure Ideen frühzeitig und validiert sie mit echten Nutzern.
  3. Seid hartnäckig und geduldig – echte Durchbrüche brauchen Zeit.

Wie nutzt JOSEPHA das Feedback von Nutzern, um kontinuierliche Verbesserungen vorzunehmen?

Das Feedback unserer Nutzer ist der Schlüssel zu unserem Erfolg. Als Startup haben wir den Vorteil, direkt auf Rückmeldungen einzugehen und flexibel darauf zu reagieren. Unsere Stärke liegt darin, die Wünsche unserer Core-User schnell und effizient umzusetzen. Was uns erlaubt, unser Produkt kontinuierlich zu verbessern und an den tatsächlichen Bedürfnissen unserer Nutzer auszurichten.

Welche langfristigen Ziele hat JOSEPHA für die nächsten fünf Jahre, und wie planen Sie, diese zu erreichen?

Unser langfristiges Ziel ist es, JOSEPHA als führende Plattform für den gesamten Online-Einkaufsprozess zu etablieren. In den nächsten fünf Jahren streben wir eine Expansion in weitere europäische Märkte und die USA an. Dabei setzen wir auf eine skalierbare Plattform, die durch strategische Partnerschaften und technologische Innovationen kontinuierlich verbessert wird.

Bildcredits:  JOSEPHA GmbH

Wir bedanken uns bei Dr. Silvan Weder und Josef Gitterle für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Was verändert sich gerade beim Zugang zu psychologischer Hilfe?

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Bernadette Frech Instahelp CEO (c) Die Abbilderei

Instahelp bietet eine digitale Plattform für psychologische Unterstützung und ermöglicht einen schnellen sowie flexiblen Zugang zu professionellen Psycholog:innen

Könnten Sie uns Instahelp und die Personen, die hinter dem Unternehmen stehen, kurz vorstellen?

Instahelp wurde 2015 mit der Vision gegründet, den Zugang zu professioneller psychologischer Unterstützung so einfach wie möglich zu gestalten und die mentale Gesundheit nachhaltig zu fördern. Als eine der führenden digitalen Mental Health Plattformen in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie in Großbritannien und Frankreich bieten wir schnelle, hochwertige Beratung mit über 350 erfahrenen Psycholog:innen und 20 verschiedenen Sprachen. 

Unterstützt werden wir dabei von Investoren wie Mercedes Team-Chef, Formel 1 Toto Wolff, Dr. René Berger sowie den Serial Entrepreneurs Jürgen und Martin Pansy (Nuki) und Florian Gschwandtner (Runtastic). Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, den digitalen psychischen Gesundheitsmarkt zu revolutionieren.

Was war die ursprüngliche Motivation für die Gründung von Instahelp, und welche Vision verfolgen Sie mit Ihrer Plattform?

Seit unserer Gründung verfolgen wir die Vision, die mentale Gesundheit durch einfachen Zugang zu professioneller Unterstützung zu fördern. Bei Instahelp bieten wir daher psychologische Beratung online, zeitlich und örtlich komplett flexibel. Instahelp ermöglicht es den Nutzer:innen, rund um die Uhr auf professionelle psychologische Beratung zuzugreifen – per Video, Audio oder Chat. Unser Ziel ist es, damit präventiv zu handeln, bevor Probleme überhaupt erst entstehen. 

Wie genau unterstützt Instahelp Menschen in psychisch belastenden Situationen, und was unterscheidet Ihre Plattform von anderen Anbietern?

Mit Instahelp schaffen wir ein ergänzendes, einfaches Angebot zum bestehenden Beratungssystem vor Ort. Ratsuchende haben die Möglichkeit, sich online an professionell ausgebildete Psycholog:innen zu wenden und durch onlinebasierte Kommunikation zu einer Lösung zu finden. Instahelp steht für unkomplizierten Zugang, der sowohl zeitlich als auch örtlich flexibel und anonym ist – genau dann, wenn Unterstützung gebraucht wird. Der Fokus liegt hierbei auf präventiver Beratung und Begleitung, um Personen zu unterstützen, bevor Probleme überhaupt entstehen. 

Wer gehört zu Ihrer Hauptzielgruppe, und wie stellen Sie sicher, dass deren Bedürfnisse in Bezug auf psychologische Beratung bestmöglich erfüllt werden?

Unsere Hauptzielgruppe sind Menschen in der Rushhour ihres Lebens, die in alltäglichen oder außergewöhnlichen Belastungssituationen professionelle Unterstützung suchen – ob in Beziehungen, im Beruf oder bei persönlichen Herausforderungen. Bemerkenswert ist dabei, dass sich bei Instahelp fast ebenso viele Männer wie Frauen melden – ein Zeichen für die Niederschwelligkeit unseres Angebots. 

Über 350 erfahrene Klinischen und Gesundheitspsycholog:innen sind über Video-/Audio-Telefonie und Text-Chat da – auch abends und am Wochenende. Einfach, sicher und auf Wunsch völlig anonym. Zudem nutzen über 300.000 Mitarbeitende in mehr als 150 Unternehmen, darunter die Allianz Versicherung, Mercedes-Benz Consulting und Austrian Airlines, Instahelp für ihre betriebliche digitale Gesundheitsförderung.

Welche besonderen Herausforderungen sind Ihnen in der Entwicklung von Instahelp begegnet, und wie haben Sie diese gemeistert?

Als wir mit Instahelp gestartet sind, war Mental Health noch ein Tabuthema, besonders im B2B-Bereich. Viele Unternehmen waren nicht bereit, über mentale Überlastung im Arbeitsumfeld zu sprechen, und es gab oft Absagen. Seit der Corona-Pandemie hat sich das stark verändert. Mental Health ist zunehmend in den Fokus gerückt, und immer mehr Menschen und Unternehmen erkennen die Wichtigkeit offener Gespräche und professioneller Unterstützung. Heute ist Mental Health kein Tabu mehr, sondern wird immer mehr zu einem alltäglichen Thema.

Wie stellen Sie sicher, dass die Qualität der psychologischen Beratungen bei Instahelp stets auf höchstem Niveau bleibt?

Instahelp Psycholog:innen werden mit größter Sorgfalt ausgesucht. Jede:r einzelne ist Klinische:r oder Gesundheitspsycholog:in oder psychologische:r Psychotherapeut:in, bringt mind. 3 Jahre Erfahrung in der Face-to-Face Therapie mit, hat eine Zusatzausbildung in der Online-Beratung absolviert und arbeitet wissenschaftlich fundiert nach den Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie. Die Qualitätssicherung ist ein kontinuierlicher Prozess bei Instahelp – durch regelmäßige Supervisionen stellen wir sicher, dass die Beratungsqualität stets auf dem höchsten Stand bleibt.

Wie hat sich der Bedarf an Online-Psychologie in den letzten Jahren entwickelt? Wie passt Instahelp seine Dienste diesen Veränderungen an?

Der Bedarf an Online-Psychologie ist in den letzten Jahren massiv gestiegen, und der Ruf nach flexibler, leicht zugänglicher Unterstützung wird immer deutlicher. Wir reagieren darauf, indem wir kontinuierlich mehr Beratungsplätze schaffen und den Zugang weiter vereinfachen. Ein wichtiger Schritt ist dabei unser Bestreben, die Online-Beratung bei Instahelp zu einer kassenfinanzierten Leistung zu machen. So wollen wir sicherstellen, dass noch mehr Menschen in belastenden Situationen schnell und unkompliziert Unterstützung erhalten können.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründern geben, die ein Startup im digitalen Gesundheitssektor aufbauen möchten?

Wenn wir drei Ratschläge an Gründer im digitalen Gesundheitssektor geben könnten, wären das. Denkt groß und setzt euch ambitionierte Ziele – der Gesundheitssektor bietet enormes Potenzial. Wählt ein Thema, das euch wirklich begeistert, denn nur mit Leidenschaft könnt ihr auch Herausforderungen meistern. Außerdem ist es wichtig, strukturell auf Wachstum ausgelegt zu sein, um flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Und schließlich: Seid Role Models! Man kann nur hinter einem Projekt stehen, wenn man selbst lebt, was man verspricht, und authentisch dafür einsteht.

Wie sehen Sie die Zukunft der psychologischen Beratung, und welche Rolle wird Instahelp in der Weiterentwicklung dieses Bereichs spielen?

Die Zukunft der psychologischen Beratung wird stark von digitalen und flexiblen Angeboten geprägt sein. Menschen suchen schnelle, unkomplizierte Hilfe, die in ihren Alltag passt – ohne lange Wartezeiten oder bürokratische Hürden. Online-Beratung wird daher immer wichtiger, um niederschwelligen Zugang zu professioneller Unterstützung zu ermöglichen. Instahelp wird in dieser Entwicklung eine zentrale Rolle spielen, indem wir weiterhin technologische Innovationen nutzen, um präventive Beratung und maßgeschneiderte Unterstützung für alle zugänglich zu machen.

Bild: Bernadette Frech Instahelp CEO (c) Die Abbilderei

Wir bedanken uns bei Bernadette Frech für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Dieses Beauty-Produkt verspricht ein neues Hautgefühl über Nacht

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alla und jen Tijen Onaran (l.), Jenny Sternemann Alla Emmerich und Jenny Sternemann (r.) präsentieren mit „alla and jen“ Skintapes für Gesicht und Körper. Investorin Tijen Onaran (l.) macht den Praxistest. +++ Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf RTL+ gestattet. +++ Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Alla und Jen stellt am 7. Oktober in der „Höhle der Löwen“ sein innovatives Beauty-Startup vor, das mit speziellen Skintapes den Alterungsprozess der Haut auf natürliche Weise bekämpfen soll

Kannst du uns eine kurze Einführung in Alla und Jen geben? Wer seid ihr als Gründer?

Wir haben den Schönheitsschlaf revolutioniert. Mit unseren Skintapes helfen wir, den Alterungsprozess der Haut auf die natürlichste Art und Weise aufzuhalten, indem sie die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktivieren und die behandelnden Stellen optimal mit natürlichen Wirkstoffen versorgen. Und dies, ganz entspannt über Nacht. 

Unser Startup heißt so wie wir!

Ich bin Alla Emmerich, 48, komme aus Herdecke und ich bin gelernte Sozialversicherungsangestellte und war mehrere Jahre in leitender Funktion einer Abteilung einer Krankenkasse tätig. Aktuell arbeite ich als Leitung HR und Organisation bei einem mittelständischen Unternehmen aus dem Bereich Brillenfassung/Lifestyle sowie natürlich als Co-Founder von alla and jen. Ich bin verantwortlich für Produktentwicklung, Verwaltung und den allgemeinen kaufmännischen Bereich.

Mein Name ist Jen Sternemann, ich bin 36 und komme aus Dortmund. Ich bin gelernte Kauffrau für Marketingkommunikation und habe nach der Ausbildung während des Jobs dual meinen B.A. gemacht. Ich habe in verschiedenen großen Firmen in der Marketingabteilung gearbeitet und mich nebenbei als Make-up Artist selbstständig gemacht. Aktuell arbeite ich als Leitung Marketing in einem mittelständischen Unternehmen aus dem Bereich Brillenfassung/Lifestyle sowie natürlich als Co-Founder von alla and jen. Ich bin für die Produktentwicklung sowie das ganzheitliche Marketing und den Vertriebsausbau verantwortlich.

In welcher Branche ist Alla und Jen tätig und was ist euer Kernprodukt

Wir sind in der Beauty-Branche tätig und haben uns dem Skintaping gewidmet.

Wie und wann ist die Idee für Alla und Jen entstanden? Gab es ein spezifisches Problem oder eine Marktlücke, die ihr adressieren wolltet?

Alla saß in einer vertrauten „Mädelsrunde“, bei der das Thema „Hautalterung“ aufkam: Es ging darum, was man nicht schon alles ausprobiert hätte, ohne das gewünschte Ergebnis erzielt zu haben. Irgendwann ging es um die Durchblutung sowie den eigenen Abbau von Hyaluron. Sie sprachen darüber, was es bereits gibt, um die Durchblutung zu fördern und so kamen sie zum Thema Taping: Bekannt durch Sport, hilft das Taping bei der Durchblutung und setzt die Haut in eine Art Ruhezustand. Jetzt musste man nur noch die richtigen Wirkstoffe in das Tape bekommen.

Alla ging direkt auf Jen, als Marketing und Beauty Expertin, zu. Jen ist seit vielen Jahren Makeup-Artist und beschäftigt sich intensiv mit der Beschaffenheit der Haut und vor allem mit Wirkstoffen, damit sie am Ende das perfekte Ergebnis bei ihren Kundinnen erzielt. Außerdem kennt sie gefühlt jedes Produkt und jeden Trend auf dem Markt. Und so war die Idee für die Skintapes geboren. 

Was macht euer Produkt im Vergleich zu bestehenden Lösungen einzigartig? Welche innovativen Technologien oderAnsätze verwendet ihr? 

Wir haben einen Sofort-Effekt. Außerdem unterscheiden wir uns durch die unterschiedlich angepassten Tapeformen je Gesichtspartie. Es gibt jeweils ein Set für die Augen-, die Stirn- und die Mundpartie. Außerdem haben wir die Kleberichtung der Gesichtspartie angepasst, den Kleber sensitiv entwickelt und unser Backpaper besteht aus 100% Papier, ohne Kunststofffilm. Wir setzten auf mehrere verschiedene Inhaltstoffe die aufeinander abgestimmt sind. 

Was ist die langfristige Vision von Alla und Jen? Welche spezifischen Ziele wollt ihr in den nächsten 1-5 Jahren erreichen?

Wir haben ganz klar das Ziel Marktführer im Bereich Skintaping zu werden und somit ein erfolgreiches Unternehmen zu führen. Wir haben etliche Ideen, um weitere Bereiche abdecken zu können. 

Warum habt ihr euch entschieden, bei „Die Höhle der Löwen“ zu pitchen? Welche Aspekte eures Startups möchtet ihr besonders hervorheben, um die Investoren zu überzeugen? 

Wir sind auf der Suche nach einem starken strategischen Partner für den breiten Markteintritt und das notwendige Marketing. Neben dem Aspekt, dass wir verstanden haben, dass wir mit unseren Skintapes die körpereigenen Selbstheilungskräfte gegen den Alterungsprozess nutzen können und dies auf einfachste Art und Weise, überzeugen wir auch als Gründerinnen. Wir brennen für unsere Produkte und wollen den Beautymarkt revolutionieren.

Welche Art von Unterstützung oder Investition erhofft ihr euch durch die Show? Wie plant ihr, die Investition oder die Expertise der Löwen zu nutzen?

Wir sind an einer langfristigen Partnerschaft interessiert. Wir denken, wir können gemeinsam mit einem Löwen Großes schaffen und unser Sortiment weiterentwickeln. 

Wie sieht euer Fahrplan für die Entwicklung von Alla und Jen nach „Die Höhle der Löwen“ aus? Gibt es bereits konkrete Pläne für Expansion, Skalierung oder neue Produkte?

Wir würden uns natürlich den Einstieg in den Einzelhandel wünschen. Nicht nur im DACH Bereich, sondern auch die Erweiterung in den internationalen Markt.

Was sind die wichtigsten Lektionen, die ihr auf eurem Weg als Gründer gelernt habt? 

Eine Niederlage ist nicht das Gegenteil von Erfolg – sie ist Teil davon!

Welche Tipps würdet ihr anderen Gründern geben, die in der Startup-Welt Fuß fassen möchten? 

Traut euch. Lasst euch nicht aufhalten oder verunsichern. Glaubt an euch und eure Idee.

Bild: Tijen Onaran (l.), Jenny Sternemann
Alla Emmerich und Jenny Sternemann (r.) präsentieren mit „alla and jen“ Skintapes für Gesicht und Körper. Investorin Tijen Onaran (l.) macht den Praxistest. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie alla und je am 07. Oktober 2024 in #DHDL

Wir bedanken uns bei Jen Sternemann und Alla Emmerich für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie kann dieses Produkt deine Sitzgewohnheiten verändern?

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Backboon Volker Groß präsentiert die Stehwippe „Backboon“. Er erhofft sich ein Investment von 150.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.  Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Backboon bringt am 7. Oktober in der „Höhle der Löwen“ sein Sitzmöbel mit Wippfunktion, das lange Sitzzeiten gesünder macht, in die Show

Stellen Sie sich und das Startup Backboon doch kurz vor!

Ich heiße Volker Groß und ich wohne in der Nähe von Hamburg, in Apensen. Beruflich habe ich mich im Vertrieb um die ergonomische Büroausstattung gekümmert. So war ich bei Mercedes in die Entwicklung der Konstruktionsarbeitsplätze eingebunden, nachdem in den `90ern die Zeichentische durch CAD-Systeme ersetzt wurden. Später habe ich mich intensiv mit ergonomisch optimierten Bürostühlen beschäftigt.

Wie ist die Idee zu Backboon entstanden?

Nachdem ich erfahren habe, dass Sitzen nicht nur Rückenschmerzen macht, sondern den Stoffwechsel negativ beeinflusst und dadurch die Risiken für Diabetes 2, Krebs, Depressionen und viele weitere Krankheiten deutlich erhöht, habe ich eine gesunde Alternative zum Sitzmöbel gesucht und mit Backboon gefunden. 

Welche Vision steckt hinter Backboon?

Ich möchte mit Backboon zeigen, dass es möglich ist die kulturelle Fehlentwicklung des vielen Sitzens zu korrigieren. Die langen Sitzzeiten haben einen negativen Einfluss auf die Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit. Man muss das natürliche Verhalten nicht ändern, um die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit zu erhalten. Backboon sorgt automatisch und intuitiv für die nötige Bewegung.

Wer ist die Zielgruppe von Backboon ?

Jedesmal wenn ich mit Fachleuten spreche, kommen neue Anwendungen für das Backboon-Prinzip hinzu. Die derzeitige Version ist beispielsweise gut geeignet für vorhandene Arbeitsbereiche, Büro, Homeoffice, Leitstellen, Wachdienste, Callcenter und Wartebereiche. Ich habe Backboon auch im Wohnzimmer, er hält mich wach, wenn ich das Ende des Films noch mitbekommen will. Einige Kunden setzen Backboon für Gaming ein, andere therapieren damit ihre Beschwerden. Die erhöhte Konzentrationsfähigkeit auf dem Backboon, macht ihn auch für Seminare, Lernprozesse und die allgemeine Kommunikation interessant.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung Die Höhle der Löwen zu bewerben?

Ich habe mich auf Anregung meines Sohnes dort beworben. Die Öffentlichkeit, die ich damit erreiche, kann hilfreich sein, Mitstreiter für eine gesündere Welt zu gewinnen, doch vor allem erhoffe ich mir, einen starken, erfahrenen Partner zu finden, der mit mir den Backboon groß macht.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet? 

Ich habe mich mit allen Aspekten zu meinem Produkt nochmal beschäftigt und mir außerdem einige Folgen von DHDL und die Vita der Löwen angeschaut.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Das allein ist schon eine unglaubliche Wertschätzung. Ich will meine Chancen auf jeden Fall nutzen.

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem
Gesichtspunkt, dass durch Die Höhle der Löwen viele Interessenten und auch Medien auf Backboon aufmerksam werden?

Die Öffentlichkeit ist für Backboon von großer Bedeutung, denn bisher kennt kaum jemand das Möbel und weiß nicht, welchen Unterschied das Möbel bei der Nutzung machen kann. Über 3 Millionen Zuschauer- so eine Chance für den Vertrieb hatte ich bisher noch nicht. Darüber hinaus wünsche ich mir selbstverständlich einen Löwen überzeugen zu können und damit einen langfrisitgen Partner an meiner Seite zu wissen.

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Ich habe 2 Investoren im Fokus: Ralf Dümmel weil ich hier Netzwerke auch im Möbelhandel und in der Möbelherstellung vermute und Nils Glagau, dessen Lifestyle und Bezug zu leistungsfördernden, beziehungsweise leistungserhaltenden Produkten, zu Backboon passt.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben ? 

1.Führt Gespräche mit Fachleuten außerhalb eures Netzwerkes. Feedback von 

Leuten mit einer anderen Perspektive können sehr hilfreich und inspirierend sein.

2.Begebt euch nicht zu früh in Abhängigkeiten. Nehmt lieber einen Umweg in Kauf, aber bleibt fokussiert und unabhängig.

3.Haltet euch fit, alle Arbeiten und Entscheidungen macht ihr besser, wenn eure Batterien voll sind.

Bild: Volker Groß präsentiert die Stehwippe „Backboon“. Er erhofft sich ein Investment von 150.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.  Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie Backboon am 07. Oktober 2024 in #DHDL

Wir bedanken uns bei Volker Groß für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Bits & Pretzels 2024: Kickstart für Europas Startup-Szene und globale Wettbewerbsfähigkeit

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Bits & Pretzels 2024: Die drei Gründer der Bits & Pretzels (c) Bits & Pretzels

Bits & Pretzels 2024: Mehr Substanz, weniger Stars – das waren die Highlights

Die Bits & Pretzels 2024 hat erneut Maßstäbe gesetzt und ihre Rolle als führendes Startup-Festival Europas weiter gefestigt. Die diesjährige Veranstaltung, die vom 29. September bis zum 1. Oktober parallel zum Münchener Oktoberfest stattfand, zog wieder eine beeindruckende Zahl von Gründer*innen, Investor*innen und Innovator*innen an. Mit hochkarätigen Speakern und visionären Unternehmerpersönlichkeiten bot die Konferenz eine einzigartige Plattform für Inspiration, intensiven Austausch und erfolgreiche Geschäftsanbahnung.

Kickstart Europe: Bits & Pretzels sorgt für Aufbruchstimmung

In diesem Jahr stand die Bits & Pretzels ganz im Zeichen der europäischen Kollaboration. Im Rahmen von hochkarätigen Diskussionen und wegweisenden Keynotes wurde diskutiert, wie Europa seinen Markt stärken muss, um im globalen Wettbewerb mit den USA und Asien mitzuhalten. Gemeinsam mit Rise Europe und McKinsey & Company präsentierte die Bits & Pretzels einen umfassenden Report, der aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in Europa beleuchtet. Branchenexpert*innen boten exklusive Einblicke in die drängendsten Probleme und identifizierten gleichzeitig die größten Chancen für die europäische Startup-Szene. Im Fokus standen konkrete Ansätze, die Europas Innovationskraft steigern sollen.

Start-up Finanzierung ist keine Wohltätigkeit

Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands, appellierte in ihrem Panel eindringlich: „Wenn wir jetzt erneut zurückhaltend beim Kapital sind und nicht in Deep Tech investieren, werden die USA und China uns überholen. Wir können in Europa mehr Mut zeigen und die Deep-Tech-Ära zu unserer Ära machen. Diese kommende Deep-Tech-Ära gehört uns, und wir werden uns an die Spitze setzen.“ Auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck stärkt den Rücken der Startups: „Startup-Finanzierung ist keine Wohltätigkeit, sondern eine Geschäftsgelegenheit.“ Er betont, dass es notwendig sei, Freiräume für Unternehmen zu schaffen. Weniger Regulierung, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz, sowie mehr Kapital sollen helfen, den Weg für Innovationen „made in Europe“ zu ebnen.

Networking auf höchstem Niveau

Eines der zentralen Highlights der diesjährigen Bits & Pretzels war erneut die beeindruckende Anzahl an Geschäftsabschlüssen und Investitionen. Ganze 85 Prozent der Teilnehmenden waren C-Level oder Gründer*innen – ein Anstieg von fast 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit einem Verhältnis von nur 2-3 Startups pro Investor*in bot das Event ideale Voraussetzungen für erfolgreiche Geschäftsabschlüsse. Auch der European Pitch Contest, bei dem Startups aus 30 Ländern gegeneinander antraten, erwies sich als voller Erfolg: 63 Gründerinnen und Gründer präsentierten ihre innovativen Geschäftsmodelle vor einer internationalen Jury.

Die begehrte goldene Brezel und der Titel des European Pitch Champions 2024 blieben letztlich in Deutschland: Das Münchener Startup ecoplanet überzeugte mit seiner B2B-Energy-Software. Andy Bruckschloegl kommentiert: „Die Bits & Pretzels 2024 hat gezeigt, dass der persönliche Austausch und das Networking in der Startup-Branche unverzichtbar bleiben. Unsere Plattform bietet nicht nur Raum für Wissensaustausch, sondern schafft langfristige Beziehungen, die Innovation und Wachstum fördern.“

Vom Business Frühstück zum globalen Festival: Die Entwicklung von Bits & Pretzels

Was vor über zehn Jahren als kleines Startup-Frühstück auf dem Oktoberfest begann, hat sich zu einem globalen Highlight entwickelt. Die Bits & Pretzels ist heute nicht nur ein bedeutender Treffpunkt für europäische und internationale Gründer*innen, sondern auch eine Plattform für Investor*innen, um die Technologien und Innovationen der Zukunft zu entdecken. „Unsere Reise begann mit dem Ziel, Gründer*innen und Investor*innen zusammenzubringen“, so Bernd Storm van’s Gravesande. „Heute sind wir stolz darauf, eine der wichtigsten Veranstaltungen der Startup-Szene zu sein.“

Vorfreude auf 2025: Bits & Pretzels wächst weiter

Mit einem erfolgreichen Jahr 2024 im Rücken richtet sich der Blick bereits auf das kommende Jahr. Die Nachfrage nach Tickets und Speaker-Slots ist schon jetzt hoch und die Ideen und Ansätze der Gründer für das nächste Jahr versprechen erneut Innovation und wegweisende Technologien in den Vordergrund zu rücken. „Wir haben in den letzten Jahren gesehen, wie wichtig es ist, Trends frühzeitig zu erkennen und unsere Plattform weiterzuentwickeln“, erklärt Felix Haas. „Die neuen Summit-Formate für Investor*innen und für Corporate Leaders waren ein voller Erfolg, genauso wie die konsequente Internationalisierung von Bits & Pretzels. Die Vorbereitungen für 2025 laufen bereits auf Hochtouren und wir freuen uns, bald weitere Details bekannt geben zu können.“

Bild Die drei Gründer der Bits & Pretzels (c) Bits & Pretzels

Quelle PIABO Communications

Kickstart ins neue Jahr

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personalisierte ernährung every foods

Kickstart ins neue Jahr – Personalisierte Ernährung mit every

Die beliebte Wellbeing-Food-Marke every, bekannt für hochwertige Ready-to-Eat-Mahlzeiten im praktischen Abonnement, hat sich auf personalisierte Ernährung spezialisiert. every bietet eine vielfältige Auswahl an Ernährungsplänen und sorgfältig zusammengestellten Boxen, die in Zusammenarbeit mit Ernährungsexperten auf individuelle Ziele abgestimmt sind. Ob für eine bessere Darmgesundheit, mehr Protein oder das persönliche Wohlfühlgewicht. Every macht ganzheitliches Wohlbefinden, das über klassische Ernährung hinausgeht, für alle zugänglich.

Dank einer großen Vielfalt an rein pflanzlichen und köstlich schmeckenden Gourmet-Gerichten sowie Slow-Juice Smoothies und Detox Shots für unsere Entgiftung, wird bei jeder Lieferung stets für ausreichend Abwechslung gesorgt. Denn gutes Essen kennt keine Langeweile.

Essen mit Freude geniessen – ins neue Jahr mit every

Sich gut zu fühlen hängt nicht nur von der Ernährung ab, sondern auch von unseren Gewohnheiten und Routinen. every unterstützt dabei nicht nur kulinarisch, sondern vermittelt fundiertes Wissen zu Ernährungsthemen, damit wir unsere Ziele mühelos in den Alltag integrieren. Zum Jahresstart bietet every nun exklusive Ernährungsprogramme mit einem zertifizierten Ernährungsberater an. Der Coach steht für alle Fragen rund um das Anpassen von Routinen und das Setzen neuer Ziele zur Verfügung, damit wir uns entspannt zurücklehnen und unser Essen einfach genießen können. Die Plätze für das Coaching sind streng limitiert, um jeder:m die volle Aufmerksamkeit und fachliche Expertise zu garantieren.

Die Produkte von every sind unter every-foods.com erhältlich.
Alle Bestellungen müssen mindestens zwei Tage vor dem gewünschten Lieferdatum getätigt werden. Geliefert wird immer Dienstag – Freitag per Expressversand direkt bis vor die Haustür.

Bildcredit © every

Quelle: Sonja Berger Public Relations

Wir müssen uns alle fragen: Was will ich mit meiner Macht erreichen?

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Sophie Pornschlegel Politikwissenschaftlerin und Publizistin, ihre Schwerpunkte sind Europapolitik, deutsch-französische Beziehungen und Zukunft der Demokratie © Andreas Sowa

Kriege, Klimakrise und Rechtsextremismus – die Demokratie befindet sich im Krisenmodus. Die Politikwissenschaftlerin und Autorin Sophie Pornschlegel führt die herrschende Unordnung und Instabilität auf ein überholtes gewaltvolles Verständnis von Macht zurück. Ihr Buch „Am Ende der gewohnten Ordnung“ ist auch ein Appell: Wir brauchen ein neues Machtverständnis, auf dessen Grundlage wir Allianzen und Solidaritätsbewegungen bilden können.

Sophie Pornschlegel: „Wir merken, dass sich die Welt verändert und dass die Stabilitätsanker, die wir einmal hatten, nicht mehr da sind“

herCAREER: Wie ist unser heutiges Verständnis von Macht?

Sophie Pornschlegel: Ich erlebe ein regressives, machiavellistisches Verständnis von Macht, eine individualistische Ellenbogenmentalität. Entsprechend verbinden viele Menschen Macht mit etwas Negativem – das ist sicherlich auch ein Grund für die aktuelle Politikverdrossenheit. Dabei gehen viele Menschen mit dem Ziel in die Politik, Einfluss und Gestaltungsmacht zu erlangen, um Dinge zum Positiven zu verändern.

herCAREER: Du schilderst zu Beginn deines Buches, dass wir uns in einer Zeit der Unsicherheit befinden, in der die „alte Ordnung“ an ihr Ende gelangt ist, wir aber noch keine Idee haben, wohin wir uns bewegen. Kannst Du das näher erläutern?

Wir stellen gerade fest: Unsere Demokratie ist in der Krise, unsere Wirtschaft ist nicht nachhaltig gestaltet; über allem schwebt eine nicht umkehrbare Klimakrise. Das erinnert an das „Interregnum“, das der italienische Antifaschist Antonio Gramsci Ende der 1920er beschrieb – eine Zeit, . Wir merken, dass sich die Welt verändert und dass die Stabilitätsanker, die wir einmal hatten, nicht mehr da sind – nur noch wenige glauben daran, dass die Politik Frieden, Wohlstand und Sicherheit gewährleisten kann oder Menschenrechte verteidigt, wenn im Mittelmeer so viele Flüchtlinge sterben. Wir befinden uns in einer Transformationsphase, aber wir arbeiten weiterhin mit politischen Konzepten und Systemen aus dem 20. Jahrhundert, die immer weiter an ihre Grenzen kommen, je weiter sich die Krisen entfalten und multiplizieren.

herCAREER: Wir befinden uns also am „Ende der gewohnten Ordnung“. Wie zeigt sich das in der Weltpolitik?

Der Westen ist nicht länger das Maß aller Dinge – das ist sicherlich eine massive Veränderung. Damit verliert auch die multilaterale Ordnung, wie wir sie kennen, an Kraft – inzwischen spricht man von einer „multipolaren“ Weltordnung, in der sich verschiedene regionale Pole gebildet haben. Institutionen wie die UNO, die bisher stark westlich geprägt waren, verlieren an Einfluss. Andere Länder – allen voran China und Indien – haben in diesen Foren an Macht hinzugewonnen beziehungsweise nutzen sie für ihre eigenen Interessen aus. Währenddessen steckt Europa in einer Wertekrise und lässt Ungarn – aber auch andere Länder wie Italien oder die Slowakei – demokratische Standards mit Füßen treten.

herCAREER: Und welche Ordnung endet in der Wirtschaft?

Das ist ein riesiges Thema. Wir müssen uns von dem falschen Gegensatz Planwirtschaft vs. Kapitalismus verabschieden – das ist eine Denkweise aus dem 20. Jahrhundert, die die heutigen Verhältnisse nicht mehr widerspiegelt. Fest steht, dass die gegenwärtige Form unserer Wirtschaftsordnung auf der Ausbeutung des Planeten und der Menschen beruht. Profitmaximierung steht über Mensch und Erde – und das muss umgekehrt werden. Für mich hat die ökologische Transformation oberste Priorität. Und zwar nicht punktuell, sondern langfristig, grundlegend und spürbar.

Denn in wenigen Jahrzehnten werden wir Versorgungsengpässe und Wasserknappheit haben. Je länger wir so weitermachen wie bisher, desto schlimmer werden die Konsequenzen. Leider wird man bei solchen Aussagen sofort als alarmistisch abgestempelt – wir sind kollektiv nicht in der Lage, mit solchen Szenarien und unserer Angst umzugehen.

herCAREER: Wirtschaft und Politik sind seit jeher eng miteinander verbunden. In deinem Buch beschreibst du zum Beispiel eine neue Qualität der Lobbyarbeit von Tech-Konzernen. Was bedeutet es, wenn die Wirtschaft so viel Macht hat?

Es ist ein großes Problem für die Demokratie, dass Menschen oder Unternehmen mit sehr viel Geld inzwischen mehr Macht haben als demokratisch gewählte Vertreter*innen. Denn das bedeutet im Umkehrschluss, dass diejenigen ohne Geld nichts verändern können. Die soziale Ungleichheit hat sich in den letzten Jahrzehnten verschärft. Finanzielle Macht ist hochproblematisch, weil sie die Politik korrumpiert und die Demokratie schwächt. Kein Elon Musk dieser Welt sollte die Möglichkeit haben, die digitale Öffentlichkeit zu kaufen und nach seinem individuellen Verständnis der “Meinungsfreiheit” zu verändern.

herCAREER: Wenn wir das noch einmal auf unser Machtverständnis übertragen, dann haben wir hier eine klare Hierarchie: Die Menschen und Länder mit den größten Ressourcen haben auch die größte Macht.

Genau. Wir leben aktuell in einer Welt, in der die sozialen Beziehungen in großen Teilen auf Unterdrückung oder Manipulation beruhen und nicht auf Kooperation. Im Englischen kann man das sehr schön ausdrücken: nicht „power to“ oder „power with“, sondern „power over“. Es gilt also, Macht über andere zu erlangen, und nicht etwa um kollektive Ermächtigung oder um konstruktiv in die Gestaltung zu gehen.

herCAREER: Spricht man über Gemeinschaft, Solidarität und Kooperation , kommt man nicht umhin, über Feminismus und Sisterhood nachzudenken. Mir ist aufgefallen, dass du den Begriff Matriarchat im Buch nicht verwendest. Warum nicht?

Ich glaube, Matriarchat ist kein Begriff, der hilfreich gewesen wäre, weil er gerne im gleichen Sinne wie Patriarchat verstanden wird.

herCAREER: Du meinst: Wir verstehen Matriarchat als eine Ordnung, die auf Konsens beruht und in der die Menschen im Sinne der Gemeinschaft handeln. Aber andere hören: „Frauen an die Macht“?

Genau. So wie der Feminismus tatsächlich nur gleiche Chancen für Männer und Frauen anstrebt und kein Männerhass ist. Mir geht es um Gleichheit. Deshalb kritisiere ich den aktuellen Hyperliberalismus sehr. Die Identitätspolitik lässt uns gerne vergessen, dass wir für die gleiche Sache kämpfen. Statt untereinander zu streiten, sollten wir verstehen, dass grundsätzliche Freiheiten wie das Abtreibungsrecht heute auf dem Spiel stehen. Um diese zu verteidigen, brauchen wir starke Allianzen und Solidaritätsbewegungen.

herCAREER: Die Gefahr für unsere demokratischen Werte ist real: Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, die Kontrolle und Zensur der Medien in der Türkei oder das Abtreibungsverbot in den USA sind nur einige Beispiele. Ich glaube, viele Menschen fragen sich: Wenn Macht mit Gewalt konnotiert ist, wie kann man dann Macht ausüben, ohne auf Gegengewalt zurückzugreifen?

Das ist genau der Grund, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Was haben die USA mit der Eröffnung der Foltergefängnisse von Abu Ghraib und Guantanamo signalisiert? Dass man mit Gewalt Macht zementieren kann – ganz im Gegensatz zum Diskurs, dass die „westlichen Werte“ für Menschenrechte stehen. Damit haben sich die Vereinigten Staaten auf die Ebene der Taliban oder der Hamas herabbegeben. Dabei sollten wir gerade im Zuge von Terror und Gewalt mit Menschlichkeit und demokratischen Werten reagieren.

herCAREER: Um es mit Michelle Obamas Worten zu sagen: „When they go low – we go high?“

Ganz genau.

herCAREER: Ich habe das Gefühl, dass dieser Wertedialog gerade im US-Wahlkampf stattfindet. Donald Trump feuert mit sexistischen, rassistischen und klassistischen Kommentaren und Kamala Harris kontert mit kollektiven Werten, dem Versprechen von Freiheit und Vielfalt. Wie erlebst du das?

Das ist aus meiner Sicht ein entscheidender Unterschied zwischen Demokraten und Republikanern: Demokraten haben ein anderes Verständnis von Macht. So hat auch Biden – sicherlich ungern – seine individuelle Macht aufgegeben und Platz gemacht für eine Person, die vielleicht eine größere Chance hat, Gestaltungsmacht zu erlangen.

herCAREER: Was forderst du von den Akteur*innen in Wirtschaft und Politik?

Dass sie sich kritisch(er) mit ihrer Macht auseinandersetzen. Ich habe den Eindruck, dass zu viele Menschen in Machtpositionen nie darüber nachgedacht haben, wie sie Macht definieren und was sie damit erreichen wollen. Sie sind gefangen in ihren eigenen Interessen und dem Gedanken: Wie kann ich meine Macht erhalten oder vergrößern?

herCAREER: Gibt es Hoffnung, dass wir ein neues Machtverständnis in der Gesellschaft erlangen?

Wenn man sich die Welt im Moment anschaut, ist es leicht, die Hoffnung zu verlieren. Aber Pessimismus lähmt. Hoffnung dagegen ist ein Motor, sie spornt zum Handeln an. Entsprechend widerspreche ich Helmut Schmidt, der ja bekanntlich sagte, dass jemand mit Visionen zum Arzt gehen sollte. Wir brauchen heute mehr denn je Zukunftsvisionen. Die europäische Gemeinschaft und anschließend die EU haben es seit 1945 geschafft, Frieden zwischen ihren 27 Mitgliedsländern zu schaffen, obwohl wir uns davor jahrhundertelang bekriegt haben. Diese Errungenschaften sind keine Selbstverständlichkeit. Dafür brauchen wir unermüdliches Engagement – in der Politik, in der Wirtschaft und in der Zivilgesellschaft.

herCAREER: Am Ende des Buches machst du den Schritt vom systemischen Problem zur individuellen Verantwortung. Wo kann ich als Einzelne*r ansetzen, um eine neue Ordnung mitzugestalten?

Hier muss ich Hannah Arendt frei zitieren, die gesagt hat: Sobald es soziale Beziehungen gibt, wird es Machtverhältnisse geben. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir Macht ausüben, egal in welcher privaten oder beruflichen Position wir uns befinden. Und das gilt noch mal besonders für Politiker*innen, Influencer*innen und Medienschaffende, aber auch für Führungskräfte, Lehrkräfte und ältere Geschwister. Das bedeutet, dass wir uns alle fragen müssen: Was will ich mit meiner Macht erreichen? Welche Welt möchte ich mit meinem Einfluss gestalten?
* Adam Gramsci in seinen „Gefängnisheften“: „Die Krise besteht gerade darin, dass das Alte stirbt und das Neue nicht geboren werden kann: In diesem Interregnum treten die vielfältigsten morbiden Erscheinungen auf.“

Das Gespräch führte herCAREER-Redakteurin Kristina Appel.

Über die Person

Sophie Pornschlegel arbeitet als politische Analystin in Brüssel. Sie ist Policy Fellow beim Progressiven Zentrum in Berlin, lehrt an der Sciences Po Paris und forscht zu Europapolitik und der Zukunft der Demokratie. Ihre publizistischen Beiträge erscheinen bei Deutschlandfunk Kultur, ZEIT Online, FAS und im Tagesspiegel. Im Frühjahr 2024 erschien ihr Buch „Am Ende der gewohnten Ordnung Warum wir Macht neu denken müssen. Eine kritische Analyse deutscher und internationaler Macht-Politik“ bei Droemer.

Am 17. Oktober spricht Sophie Pornschlegel, Autorin und politsche Analystin in Brüssel im Rahmen der herCAREER mit Kristina Appel, Journalistin im Bereich Chancengerechtigkeit und Frauen*. Das Podcast-MeetUp trägt dem Titel “Am Ende der gewohnten Ordnung: Warum wir Macht neu denken müssen“. Ort und Zeitpunkt finden Sie im Programm.

Bild Sophie Pornschlegel Politikwissenschaftlerin und Publizistin, ihre Schwerpunkte sind Europapolitik, deutsch-französische Beziehungen und Zukunft der Demokratie © Andreas Sowa

Quelle messe.rocks GmbH

Wird diese einfache Idee die Versandwelt verändern?

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reuse.me Rudolf Siegle links, Bastian Gegenheimer rechts)

reuse.me ist eine Plattform, die durch innovative Mehrwegverpackungen nachhaltige Lösungen für den E-Commerce bietet und so aktiv zur Müllvermeidung beiträgt.

Könnten Sie uns zu Beginn eine kurze Vorstellung von reuse.me geben und erzählen, wer hinter dem Unternehmen steht?

reuse.me ist eine digitale Plattform, die sich auf die Rückgabe und Rückführung von Mehrwegverpackungen spezialisiert hat. Ziel ist es, nachhaltige Lösungen für Verpackungen im E-Commerce und darüber hinaus zu entwickeln und umzusetzen. Mein Name ist Rudolf Siegle, ich bin Gründer und Geschäftsführer von reuse.me. Bevor ich reuse.me gegründet habe, war ich über 11 Jahre in der E-Commerce-Logistik tätig, darunter fünf Jahre bei Amazon und sechs Jahre bei dm-drogerie markt. Dort war ich unter anderem zuletzt für den Einkauf und die Entwicklung von Verpackungsmaterialien im E-Commerce verantwortlich.

Da das Thema Verpackungen nicht nur ein Unternehmensproblem, sondern ein branchenweites Problem darstellt, habe ich vor etwa drei Jahren reuse.me ins Leben gerufen. Ich habe ein Team aus Experten zusammengestellt, das gemeinsam daran arbeitet, innovative Lösungen für die Verpackungsproblematik im E-Commerce zu entwickeln. Unser Ansatz geht jedoch noch weiter: reuse.me soll langfristig als Plattform für jede Art von Mehrwegverpackung dienen.

Welche Vision verfolgt reuse.me und welche konkreten Schritte werden unternommen, um diese Vision zu verwirklichen?

Die Vision von reuse.me ist es, Einwegverpackungen zu reduzieren und so aktiv zur Müllvermeidung und Ressourcenschonung beizutragen. Unser Ziel ist es, ressourcenschonende Alternativen zu entwickeln, die mehrfach verwendet werden können, und gleichzeitig ein Umdenken in der Gesellschaft anzustoßen. Damit diese Vision Realität wird, müssen wir nicht nur wiederverwendbare Verpackungen anbieten, sondern vor allem ein benutzerfreundliches Rückgabesystem etablieren, das die Teilnahme für Endverbraucher attraktiv macht. Ein entscheidender Schritt hierbei ist die Schaffung bequemer Rückgabemöglichkeiten und eines Anreizsystems, das die Rückgabe fördert. Klassische Methoden wie Pfandsysteme oder Couponing spielen dabei eine zentrale Rolle, um die Kunden zur aktiven Teilnahme zu motivieren.

Um dies konkret umzusetzen, bauen wir ein eigenes Netzwerk an Rücknahmestellen auf, das im ersten Schritt 2000 Standorte in Deutschland umfassen wird. Darüber hinaus haben wir die digitale Plattform reuse.me entwickelt, die aus mehreren Komponenten besteht: einer App für Endkunden, über die jede Art von Belohnung ausgespielt werden kann, einer App für unsere drop points, die eine effiziente Kreislauflogistik ermöglicht, und einem Admin-Panel, mit dem wir alle Prozesse überwachen und nachverfolgen können, wie oft unsere Verpackungen zirkulieren und wie nachhaltig sie im Vergleich zu Einwegverpackungen sind.

Wer zählt zu Ihrer Zielgruppe und wie stellen Sie sicher, dass reuse.me deren spezifische Bedürfnisse optimal erfüllt?

Unsere Zielgruppe umfasst nicht nur nachhaltige Online-Shops, wie man vielleicht zunächst vermuten könnte, sondern jede Art von Versender. Jeder, der Pakete verschickt, kann von unserer Lösung profitieren, da unsere Mehrwegverpackungen nicht nur umweltfreundlich sind, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bieten. Unser Ansatz ist es, nicht nur nachhaltiger zu agieren, sondern zugleich eine ökonomisch sinnvolle Alternative anzubieten.

Wichtig ist uns dabei insbesondere die Zielgruppe im Einkauf, da hier die Entscheidungen getroffen werden, die sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Faktoren berücksichtigen. Jeder Cent, der zusätzlich ausgegeben wird, muss gut begründet sein. Daher legen wir großen Wert darauf, dass unsere Mehrweglösungen auch wirtschaftlich attraktiv sind und langfristig Kosten einsparen können. So stellen wir sicher, dass unsere Lösungen nicht nur der Umwelt, sondern auch den finanziellen Bedürfnissen unserer Zielgruppe gerecht werden.

Was waren bisher die größten Herausforderungen, denen Sie begegnet sind und wie haben Sie diese gemeistert?

Die größte Herausforderung war das Henne-Ei-Problem, das wir zu Beginn lösen mussten. Um unsere Mehrwegverpackungen im Kreislauf zu führen, brauchten wir ein eigenes Netzwerk von Rücknahmestellen. Anders als bei Wettbewerbern war es für uns keine Option, die Verpackungen als Paket oder Brief zurückzuschicken, da dies zusätzliche Kosten von zwei bis drei Euro pro Verpackung verursacht hätte. Stattdessen wollten wir die Verpackungen an Rücknahmestellen konsolidieren und effizient über eine Kreislauflogistik zurückführen.

Um diese Rücknahmestellen zu aktivieren, brauchten wir jedoch gleichzeitig Versender, die unsere Verpackungen nutzen. Anfangs setzten wir stark auf strategische Partner, die sowohl ein Filialnetzwerk als auch eigene Versandprozesse haben. Doch die Entscheidungsfindung in großen Unternehmen erwies sich oft als langwierig. Daher haben wir uns im letzten Jahr dazu entschieden, die Akquise der Rücknahmestellen und der Onlinehändler eigenständig in die Hand zu nehmen. Diese Entscheidung ermöglichte es uns schließlich, Ende letzten Jahres erfolgreich am Markt zu starten.

Was unterscheidet reuse.me von anderen Unternehmen in derselben Branche?

Was reuse.me von anderen Unternehmen in der Branche unterscheidet, ist unser Ansatz, der sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll ist. Während viele unserer Mitbewerber Verpackungen entwickeln, die für zahlreiche Kreisläufe ausgelegt sind, brauchen diese auch mehr Zyklen, um einen ökologischen Vorteil zu erzielen. Unsere Verpackungen hingegen erreichen bereits bei der ersten Wiederverwendung eine CO₂-Einsparung von bis zu 39%.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist unser umfassendes Netzwerk an Rücknahmestellen, das uns ermöglicht, die Verpackungen effizient zu konsolidieren und so wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben. Dadurch können unsere Verpackungen preislich mit Einwegverpackungen mithalten. Andere Unternehmen setzen hingegen auf den Rückversand per Paket oder Brief, was zusätzliche Kosten von zwei bis drei Euro pro Verpackung verursacht. Mit unserem Modell der Kreislauflogistik vermeiden wir diese Mehrkosten und bieten somit eine nachhaltige und gleichzeitig wirtschaftliche Lösung an.

Wie planen Sie, Ihr Unternehmen in den nächsten Jahren weiterzuentwickeln und welche großen Meilensteine streben Sie an?

Wir befinden uns aktuell in einer spannenden Phase: Nach der erfolgreichen Produktentwicklung können wir nun sicher sagen, dass unsere Lösung funktioniert. Der nächste große Meilenstein ist es, die Endkonsumenten davon zu überzeugen, dass Mehrwegverpackungen nicht nur ökologisch sinnvoller sind, sondern auch die Rückgabe an Rücknahmestellen attraktiver ist, als die Verpackungen im Altpapier oder gelben Sack zu entsorgen.

Vor dieser Aufgabe haben wir großen Respekt, denn es ist herausfordernd, das Verhalten der Konsumenten zu ändern. Unser Ansatz ist es, Nachhaltigkeit nicht mit Verzicht oder Zusatzkosten zu verbinden, sondern mit positiven Erlebnissen. In unseren Rücknahmestellen wollen wir den Endkunden einen Moment der Freude bieten, sodass sie gerne wiederkommen und aktiv an der Kreislaufwirtschaft teilnehmen. Wenn wir es schaffen, dass die Konsumenten dieses Gefühl bevorzugen, anstatt das schlechte Gewissen bei der Entsorgung im Altpapier oder gelben Sack, können wir den Markt nachhaltig verändern.

Das Ziel ist es also, die Mehrwegnutzung für die Konsumenten so attraktiv und einfach wie möglich zu gestalten. Dies wird uns helfen, den Markt langfristig zu transformieren und die Akzeptanz für Mehrwegsysteme erheblich zu steigern.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre nachhaltige Ausrichtung bei Ihren Kunden auch wirklich ankommt und verstanden wird?

Das Schlüsselwort ist Kommunikation. Wir haben frühzeitig die Nachhaltigkeit unserer Verpackungen durch Lebenszyklusanalysen in Zusammenarbeit mit der Hochschule Pforzheim untersucht und transparent gemacht. Jede unserer Verpackungen trägt eine eindeutige reuse.me ID, mit der nachverfolgt werden kann, wie oft sie im Kreislauf geführt wurde und wie nachhaltig sie im Vergleich zu Einwegverpackungen ist. So können wir unseren Kunden konkret zeigen, welchen positiven Beitrag sie leisten.

Selbst wenn der Endkonsument den Mehrwert nicht vollständig versteht, bleibt unser System umweltfreundlich. Sollte die Verpackung im Altpapier entsorgt werden, wird sie recycelt und der Umwelt wird kein Schaden zugefügt. Allerdings kann die Umwelt mit jeder zurückgegebenen Verpackung nur gewinnen, da so der Kreislauf gestärkt wird.

Können Sie uns einige Einblicke in die technologischen und organisatorischen Innovationen geben, die reuse.me einzigartig machen?

Die Einzigartigkeit des reuse.me Kreislaufsystems liegt in unserer effizienten Kreislauflogistik und den digitalen Lösungen, die wir entwickelt haben. Von Anfang an war uns klar, dass das Verpackungsproblem nicht allein durch nachhaltige Verpackungen gelöst werden kann. Daher haben wir ein System aufgebaut, das es ermöglicht, Verpackungen nicht nur zurückzuführen, sondern sie auch dort wiederzuverwenden, wo sie abgegeben wurden.

Ein Kernbestandteil dieses Systems ist unser Netzwerk an drop points, an denen Kunden ihre Verpackungen zurückgeben können. Diese Verpackungen können entweder direkt wiederverwendet oder für einen geringen Preis von einem Euro an Endkunden verkauft werden, die beispielsweise für Plattformen wie Etsy oder eBay Kleinanzeigen regelmäßig Kartons benötigen.

Sollten Verpackungen an einem drop point nicht wiederverwendet werden können, werden sie in Transportkisten gebündelt und zurück an uns geschickt. Diese Logistikstruktur ermöglicht es uns, Verpackungen effizient zu managen und den Kreislauf wirtschaftlich sinnvoll zu betreiben.

Zusätzlich haben wir die reuse.me App entwickelt, die es Endkunden ermöglicht, Verpackungen einfach und bequem abzugeben. Die App bietet verschiedene Anreizsysteme wie Pfand, Coupons oder Punktesysteme und hilft den Nutzern, die nächstgelegene Rücknahmestelle zu finden und ihre Verpackungen unkompliziert zurückzugeben. Diese technologische und organisatorische Kombination macht reuse.me zu einem einzigartigen und nachhaltigen System.

Was motiviert Sie und Ihr Team täglich, an der Vision von reuse.me weiterzuarbeiten? Was war der wichtigste Moment in Ihrem bisherigen Reiz mit reuse.me und wie hat dieser Ihre Strategie nachhaltig geprägt?

Die größte Motivation für mich und mein Team sind die Menschen, die an der Vision von reuse.me mitwirken und sie unterstützen. Dazu zählen nicht nur unser eigenes Team und meine Partner, sondern auch die Betreiber unserer drop points, unsere Kunden, Produzenten und all jene, die uns ermutigen und zeigen, dass unser Weg richtig und sinnvoll ist. Es sind die Menschen, die den Wandel vorantreiben, und ihre positive Rückmeldung bestärkt uns täglich in unserem Tun.

Der wichtigste Moment für uns ist daher nicht ein einzelnes großes Ereignis, sondern die vielen kleinen Anerkennungen und Zusprüche. Die wir immer wieder erhalten. Diese häufigen positiven Rückmeldungen sind für uns wertvoller als ein einziger Meilenstein und haben unsere Strategie nachhaltig geprägt. Sie zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und motivieren uns, kontinuierlich an unserer Vision zu arbeiten.

Welchen drei Ratschläge würden Sie angehenden Gründern geben, die ebenfalls in einer nachhaltigen Branche Fuß fassen möchten?

Durchhaltevermögen: Der Weg in der Gründung, besonders in der nachhaltigen Branche, ist oft länger und herausfordernder, als man sich vorstellt. Es ist wichtig, beharrlich zu bleiben und sich nicht entmutigen zu lassen.

Unabhängige Geschäftsmodelle entwickeln: Versuchen Sie, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die Sie aus eigener Kraft und mit Ihren eigenen Mitteln umsetzen können. Unabhängigkeit gibt Ihnen die Flexibilität, Ihre Vision ohne externe Einflüsse zu verfolgen.

Austausch suchen: Umgeben Sie sich sowohl mit gleichgesinnten Menschen, die Sie unterstützen und inspirieren, als auch mit kritischen Stimmen, die Ihnen helfen, die Herausforderungen und den Umfang der notwendigen Veränderungen besser zu verstehen. Dieser Austausch ist entscheidend, um zu erkennen, dass Sie nicht allein sind und um von den Erfahrungen anderer zu lernen.

Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit mit Partnern oder Investoren in der Wachstumsstrategie von reuse.me?

Die Zusammenarbeit mit Partnern und Investoren ist für die Wachstumsstrategie von reuse.me von zentraler Bedeutung. Sie sind ebenso wichtig wie unsere Endkonsumenten, Großkunden und drop points, die das System erst möglich machen. Die Umsetzung unserer Idee hängt maßgeblich von den Menschen ab, die täglich Entscheidungen für eine nachhaltige Zukunft treffen.

Im Hinblick auf Investoren ist ihre Rolle besonders entscheidend, da wir ein enormes Marktpotenzial haben. In Deutschland werden jährlich viereinhalb Milliarden Pakete versendet, und das Vereinigte Königreich hat ein ähnliches Marktvolumen. Weltweit sind es sogar 131 Milliarden Pakete pro Jahr. Um in diesem großen Markt schnell zu wachsen, planen wir mehrere Finanzierungsrunden. Diese werden es uns ermöglichen, unser Geschäftsmodell zügig zu skalieren und effektiv umzusetzen. Um unser Ziel einer nachhaltigeren Verpackungslösung zu erreichen.

Wir bedanken uns bei Rudolf Siegle und Bastian Gegenheimer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: reuse.me

Kontakt:

wir.kiste.kreis. GmbH
Östliche Karl-Friedrich-Straße 28
D-75175 Pforzheim

we@reuse.me
reuse.me

Ansprechpartner: Rudi Siegle

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Wie lässt sich echte Transparenz in globalen Lieferketten erreichen?

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Traceparency bietet Unternehmen eine Plattform, um ihre Lieferketten transparent und nachvollziehbar darzustellen, sodass Kunden und Partner die Herkunft und den Weg von Produkten in Echtzeit verfolgen können

Wie entstand die Idee zu Traceparency, und welche Personen stehen hinter dem Unternehmen?

Den Impuls gab EcoFinia: Der Bochumer Schokoladenhersteller wollte die Lieferkette seiner Bio-Schokoladenmarke iChoc noch transparenter darstellen. Der lange Weg des Kakaos sollte sichtbar werden, so dass Endkonsumenten ihn jederzeit per QR-Code auf der Schokoladenverpackung verfolgen können. Mit meinen Co-Gründern René Arrieta und Jonas Wedel habe ich das Tool dafür entwickelt, in enger Zusammenarbeit mit unserem Ideengeber und Adviser Gerrit Wiezoreck, dem Geschäftsführer von EcoFinia.

Als ehemaliger Leiter Daten- & KI-Strategie und Transformation bei E.ON Digital Technologies brachte Gerrit viel Erfahrung im Bereich Digitalisierung mit. Aber das Verknüpfen der Daten aus dem Herkunftsland mit der Produktion in der Schokoladenfabrik in Herford war eine große Herausforderung – und die Geburtsstunde von Traceparency.

Was ist die langfristige Vision von Traceparency und welche konkreten Schritte unternehmt Ihr, um diese zu erreichen?

Wir möchten mit Traceparency eine Plattform für all jene Unternehmen schaffen, die Kunden oder Geschäftspartnern ihre Lieferketten transparent offenlegen möchten. Unser nächstes Ziel ist es, eine makellose Integration für diverse Schnittstellen zu schaffen. Außerdem arbeiten wir an weiteren optimalen Visualisierungen, die das Interagieren mit unserer Plattform noch einfacher machen.

Wer gehört zur Zielgruppe von Traceparency, und wie stellt ihr sicher, dass ihre Bedürfnisse optimal erfüllt werden?

Für Unternehmen wird es immer wichtiger, ihren Impact nachzuweisen – nicht zuletzt durch stetig steigende gesetzliche Anforderungen an die Kontrolle von Lieferketten. Aber auch der Anspruch der Konsumentinnen und Konsumenten wächst: Immer mehr Menschen legen Wert auf fair und transparent produzierte Produkte. Unternehmen, die diesem Anspruch gerecht werden wollen und kein Greenwashing betreiben, gehören für uns zur Zielgruppe – unabhängig von der Branche. Mit EcoFinia haben wir zwar einen Kunden aus der Lebensmittelindustrie, aber natürlich lässt sich unser Tool auch für andere Industriezweige nutzen. 

Welche besonderen Herausforderungen begegnet ihr in der Schokoladenbranche, und wie geht ihr als Startup mit diesen Hürden um?

Die Bereitschaft zur Transparenz ist groß, aber die fehlenden Lieferketten-Daten der Inhaltsstoffe sind ein großes Problem. Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir mit EcoFinia und dessen Zulieferer Pronatec Partner haben, die großen Ehrgeiz zeigen, diese Daten zu erheben. Normalerweise werden die Kakaobohnen mehrerer Kooperativen vermischt und anschließend in verschiedenen Fabriken weiterverarbeitet. Selbst zu einer einzigen Kooperative gehören oft Tausende von Kakaofarmen. Bei der iChoc-Schokolade lässt sich der Kakao über die Kooperative hinaus bis zu den einzelnen Kleinbauern rückverfolgen. Wir arbeiten daran, auch mit anderen Produzenten und Lieferanten Schnittstellen zu finden, um detaillierte Lieferketten-Daten zu erhalten.

Was unterscheidet Traceparency von anderen digitalen Tracking-Plattformen, und worin liegt euer Unique Selling Point?

Unser Daten-Modell und unsere Lösung zur grafischen Veranschaulichung ermöglicht eine sehr effiziente Visualisierung von Daten und lässt sich ganz flexibel anpassen. Viele andere Tracking-Plattformen greifen dagegen auf bestehende Datenbank-Modelle oder Visualisierungslösungen zurück. Dadurch sind sie weniger flexibel und eignen sich nicht immer für die jeweiligen Anforderungen eines Unternehmens.

Wie stellt ihr die Transparenz bei den Lebensmittel-Lieferketten sicher, und warum ist das so wichtig für die Hersteller?

Wir arbeiten eng mit unseren Kunden und deren Zulieferern zusammen, um die Qualität und die Authentizität der Lieferketten-Daten zu verifizieren. Falls vorhanden, ziehen wir auch Zertifikate und Audits von seriösen Drittparteien hinzu oder erstellen selbst ein Audit. Mit diesen Daten erarbeiten wir dann mit unserem Kunden ein maßgeschneidertes Transparenz-Konzept, das auf die jeweilige Zielgruppe – B2B oder B2C – zugeschnitten ist. Dabei stellen wir uns auch der Herausforderung, mit unseren bestehenden oder individuell neu entwickelten Modulen dynamische Lieferketten optimal darzustellen.

Gibt es Pläne, das Produktsortiment von Traceparency in naher Zukunft zu erweitern oder neue Märkte zu erschließen?

Wir bei Traceparency stehen dafür, dass wir unsere Plattform kontinuierlich weiterentwickeln und verbessern. Unser Anspruch ist es, die höchsten Standards für Transparenz in Lieferketten zu setzen. Mit Innovationsgeist und großem Engagement entwickeln wir immer neue Wege und Tools, um die komplexen Lieferketten einfach und verständlich nachvollziehbar zu machen – heute und in der Zukunft.

Wie seht ihr die Entwicklung des Marktes für Tracking-Software, und wie plant ihr, euch in diesem dynamischen Umfeld weiter zu positionieren?

Der Markt für Tracking-Software entwickelt sich rasant, getrieben von den steigenden Anforderungen an Transparenz, Nachhaltigkeit und Compliance in globalen Lieferketten. Wir sehen eine zunehmende Nachfrage nach intelligenten Lösungen, die nicht nur Daten sammeln, sondern diese auch in wertvolle Einblicke verwandeln. Das heißt, sie helfen der Kundschaft dabei, relevante Daten für ihre Lieferketten zu generieren. Wir setzen hier auf kontinuierliche Innovation, indem wir frühzeitig technologische Trends erkennen und in unsere Plattform integrieren. So entwickeln wir immer neue Tools, mit denen unsere Kunden komplexe Lieferketten effizient, nachvollziehbar und datengetrieben gestalten können – und gewährleisten höchste Standards in der Nachverfolgbarkeit.

In welchen Bereichen strebt Traceparency weitere technologische Innovationen an, und wie integriert ihr diese in eure Produktionsprozesse?

Aktuell arbeiten wir vor allem daran, Daten-Schnittstellen zu entwickeln und unser Grundprodukt kontinuierlich zu verbessern. Unser Fokus liegt darauf, unsere Plattform noch leistungsfähiger und benutzerfreundlicher zu gestalten, um den Anforderungen unserer Kunden optimal gerecht zu werden.

Wenn ihr anderen Gründern drei wichtige Ratschläge geben könntet, welche wären das?

Für uns ist es eine Herzenssache, dass wir das Thema Nachhaltigkeit auch in den Kern unserer eigenen Unternehmensstrategie integriert haben. Nur so können wir unsere Kunden glaubwürdig und kompetent beraten. Außerdem sind verlässliche und innovative Kooperationspartner wesentlich – ohne EcoFinia wäre der Erfolg unseres Pilotprojekts nicht möglich gewesen. Und drittens: Baut ein starkes Team, in dem Ihr Euch mit Euren Kompetenzen ideal ergänzt.

Was war bisher der größte Erfolg von Traceparency, und wie habt ihr diesen Meilenstein erreicht?

Mit EcoFinia haben wir es geschafft, den Weg des Kakaos der iChoc-Schokoladentafeln bis zum einzelnen Farmer zurückzuverfolgen. Jedes Tracking löst zudem eine automatische Spende aus, die der Community entlang der „iChoc Kakaoroute“ zu Gute kommt. Den Erfolg dieses Projekts haben wir der partnerschaftlichen Kommunikation mit EcoFinia und den Kakao-Lieferanten in der Dominikanischen Republik zu verdanken, die wir so zur Mitwirkung motivieren konnten. Das Projekt zeigt, wie man durch technologische Innovation und durch Interaktion auf Augenhöhe echte Transparenz in Lieferketten erreichen kann.

Welche langfristigen Ziele habt ihr für Traceparency, und was können wir in den nächsten Jahren von euch erwarten?

Wir wollen die führende Plattform für transparente und nachhaltige Lieferketten werden. In den nächsten Jahren werden wir unsere Technologien weiterentwickeln, um noch präzisere Tools anzubieten und die Transparenz in den Wertschöpfungsketten verschiedener Branchen zu fördern. Mit unseren innovativen Lösungen unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Nachhaltigkeitsstandards zu verbessern und Lieferketten einfacher nachvollziehbar zu machen.

Bild: Teambild EcoFinia Weinrich Pronatec Yacao Bildcredits: EcoFinia GmbH

Wir bedanken uns bei Louis Enste für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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