Dienstag, Juli 7, 2026
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Start-up BW Elevator Pitch Bodensee Oberschwaben Sieger gekürt

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Start-up BW Elevator Pitch Sieger Bodensee Bildcredits IHK/Photoart

Der BW Elevator Pitch Bodensee Oberschwaben bringt innovative Geschäftsideen aus Baden-Württemberg auf die Bühne. Beim Regional Cup sicherten sich Moritz Gloger und Nico Haas mit ihrer Idee KidsBox den Sieg und damit das Ticket für das Landesfinale.

Start-up BW Elevator Pitch Bodensee Oberschwaben im Überblick

Bühne frei für Innovation: Moritz Gloger und Nico Haas aus Uhldingen-Mühlhofen gewinnen den Regional Cup Bodensee-Oberschwaben des „Start-up BW Elevator Pitch 2025/26“ und sichern sich das Ticket fürs Landesfinale

Mit dem Gründungswettbewerb Start-up BW Elevator Pitch sucht das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg in der neuen Wettbewerbsrunde 2025/26 wieder nach den besten Geschäftsideen und engagiertesten Gründerinnen und Gründern im Land. In ganz Baden-Württemberg finden dazu Cups statt, die von engagierten Partnern vor Ort organisiert werden und als Vorentscheide für das Landesfinale dienen.

Start-up BW Elevator Pitch Bodensee Oberschwaben zeigt Innovationen

Der Regional Cup Bodensee-Oberschwaben fand am 21.04.2026 in Weingarten im Rahmen des Gründer- und Jungunternehmertages statt. Das Team KidsBox, setzte sich mit seiner Geschäftsidee, einer bildschirmfreien, intelligenten und sprachgesteuerten Kinderspielzeugbox gegen die Konkurrenz durch und sicherte sich damit das Ticket für das Landesfinale.

Ministerin Hoffmeister-Kraut: „Ich freue mich, dass die IHK Bodensee-Oberschwaben Gründerinnen und Gründern mit dem Vorentscheid eine Bühne für ihre innovativen Ideen bietet. Formate wie der Start-up BW Elevator Pitch zeigen, wie viel Kreativität und Unternehmergeist in Baden-Württemberg stecken.“

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut gratuliert dem Siegerteam:
„Herzlichen Glückwunsch an Moritz Gloger und Nico Haas! Ich freue mich, dass die IHK Bodensee-Oberschwaben Gründerinnen und Gründern mit dem Vorentscheid die Möglichkeit bietet, ihre innovativen Geschäftsideen einem breiten Publikum zu zeigen. Gründerinnen und Gründer prägen mit ihren Ideen die Zukunft unserer Wirtschaft. Mit unserer Landeskampagne Start-up BW möchten wir sie dabei bestmöglich unterstützen – von der ersten Idee bis zum erfolgreichen Geschäftsmodell.

Der Start-up BW Elevator Pitch schafft dafür eine ideale Plattform: Hier können junge Unternehmen ihre Konzepte frühzeitig präsentieren, Feedback erhalten und wertvolle Kontakte für ihre weitere Entwicklung knüpfen.“

BW Elevator Pitch Bodensee Oberschwaben als Sprungbrett

Beim Regional Cup Bodensee-Oberschwaben präsentierten 9 Teams ihre Geschäftsideen vor einer Fachjury und dem Publikum.

Zum „Start-up BW Elevator Pitch“

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg richtet den Wettbewerb Start-up BW Elevator Pitch seit 2013 als Teil der Landeskampagne Start-up BW aus. Die Teilnehmenden haben wenige Minuten Zeit, Jury und Publikum von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Die Gewinnerinnen und Gewinner der Regional Cups qualifizieren sich für das Landesfinale, das einmal jährlich stattfindet.

Kriterien für die Teilnahme am Landesfinale:

  • Mindestalter 18 Jahre am Tag des Vorentscheids
  • Aktive Arbeit an der Geschäftsidee nicht länger als fünf Jahre
  • Reale Geschäftsidee, keine fiktive Gründung
  • Standort des Unternehmens in Baden-Württemberg
  • Teilnahme mit einer neuen Idee

Weitere Informationen:

www.startupbw.de/elevatorpitch

Bildcredits IHK/Photoart

Quelle Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus

Erledigt App Aufgabenmanagement Hotellerie aus Österreich

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Erledigt App für Hotellerie Aufgabenmanagement Das oberösterreichische Softwareunternehmen „Erledigt“ startet mit einer digitalen Lösung für das Aufgabenmanagement in Hotellerie und Gastronomie. Das Team rund um die Initiatoren Gerald Aigmüller (li., vorne) und Matthias Hinterberger (re., vorne) freut sich über die gemeinsam entwickelte Lösung für Tourismusbetriebe. Credit: erledigt.at

Die Erledigt App Aufgabenmanagement Hotellerie setzt neue Impulse für digitale Arbeitsprozesse im Tourismus. Das Start-up aus St. Wolfgang präsentiert eine Lösung, die speziell auf die Anforderungen von Hotels, Gastronomie und Campingbetrieben zugeschnitten ist.

Erledigt App Aufgabenmanagement Hotellerie im Überblick

Hotellerie-Start-up aus St. Wolfgang: Neue App für Aufgabenmanagement

Das oberösterreichische Softwareunternehmen „Erledigt“ startet mit einer digitalen Lösung für das Aufgabenmanagement in Hotellerie, Gastronomie und Campingbranche

(30.04.2026, St. Wolfgang) – Am Wolfgangsee ist mit „Erledigt“ ein neues Start-up an den Markt gegangen, das eine digitale Lösung für das Aufgabenmanagement in der Hotellerie, Gastronomie und Campingbranche bietet. Hinter dem oberösterreichischen Softwareunternehmen steht ein Team mit direktem Bezug zum Tourismus. Die App wurde vor dem Start für den Branchenpreis Tourismusstar 2026 in der Kategorie „Smart Tourism“ nominiert und erhielt dort kürzlich eine Auszeichnung.

Erledigt App Aufgabenmanagement Hotellerie aus der Praxis

Aus der Praxis für den Alltag in Hotellerie, Gastronomie und Campingbranche

Die Software entstand aus konkreten Anforderungen des Arbeitsalltags in Tourismusbetrieben. Zu den Initiatoren zählen neben Tourismus-Marketing-Experte Gerald Aigmüller auch Matthias und Benita Hinterberger, die in St. Wolfgang unter anderem das Hotel Schwarzes Rössl betreiben. Gemeinsam entwickelten sie eine praxisnahe Lösung, die die Koordination von Aufgaben über Abteilungen und Standorte hinweg effizient strukturiert und die Organisation von Mitarbeitenden erleichtert.

„Wir haben bewusst eine Lösung entwickelt, die Arbeitsprozesse klar strukturiert und die interne Kommunikation deutlich vereinfacht. Arbeitsorte, Teams und tägliche Abläufe können zentral verwaltet werden. Das sorgt für mehr Übersicht und weniger Chaos. Obwohl die Anwendung aus der Hotellerie und Gastronomie heraus entstanden ist, sehen wir auch großes Potenzial in anderen Branchen“, erklären die Unternehmensgründer.

Erledigt App Aufgabenmanagement Hotellerie mit smarten Funktionen

Mobile Erfassung, KI-gestützte Sprachfunktion und Bilddokumentation

Zu den zentralen Funktionen der Software gehört die mobile Erfassung von Aufgaben durch Mitarbeitende, die im Hintergrund automatisch den zuständigen Abteilungen zugeordnet werden und sich im Büro über eine Desktop-Oberfläche übersichtlich steuern lassen. Wiederkehrende Aufgaben lassen sich automatisiert anlegen, während Zeitpläne und Checklisten eine strukturierte Tagesplanung ermöglichen. Aufgaben können zudem direkt mit Bildern dokumentiert werden. Eine besondere Innovation ist die KI-gestützte Funktion für 20 Sprachen, die Aufgaben automatisch in die jeweilige Muttersprache der Mitarbeitenden übersetzt.

Die App „Erledigt“ strukturiert Arbeitsprozesse, vereinfacht die Kommunikation und ist branchenübergreifend für Unternehmen mit mobilen Teams von bis zu 100 Mitarbeitenden einsetzbar. Schnittstellen zu bestehenden Systemen wie Gastmanager oder C1 Manager sind vorgesehen. Die Nutzung kostet monatlich 5,90 Euro netto pro Nutzer. Die Datenverarbeitung erfolgt über europäische Serverstandorte mit hoher Datensicherheit und einer zuverlässigen Cloud-Lösung.

Bild Das oberösterreichische Softwareunternehmen „Erledigt“ startet mit einer digitalen Lösung für das Aufgabenmanagement in Hotellerie und Gastronomie. Das Team rund um die Initiatoren Gerald Aigmüller (li., vorne) und Matthias Hinterberger (re., vorne) freut sich über die gemeinsam entwickelte Lösung für Tourismusbetriebe. Credit: erledigt.at

Quelle Erledigt GmbH/PrBüro.at

JuliaHub Series B Finanzierung über 65 Millionen Dollar

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JuliaHub Series B Finanzierung 65 Mio Dollar Product Screenshot-JuliaHub-Dyad

Die JuliaHub Series B Finanzierung markiert einen wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung agentenbasierter KI im industriellen Umfeld. Mit Dyad 3.0 bringt das Unternehmen eine Plattform auf den Markt, die digitale Zwillinge und Engineering-Prozesse grundlegend verändert.

JuliaHub Series B Finanzierung für Dyad 3.0

JuliaHub schließt Series-B-Finanzierung über 65 Millionen Dollar ab und bringt mit Dyad 3.0 agentenbasierte KI in industrielle Digitale Zwillinge

Dyad, die weltweit erste agentenbasierte KI-Plattform für Hardware-Engineering, bringt Physical AI in den Entwurf und Test komplexer Systeme. F&E-Zyklen, die bisher Monate dauerten, schrumpfen auf Tage.

JuliaHub gibt heute den Start von Dyad 3.0 und den Abschluss einer Series-B-Finanzierungsrunde über 65 Millionen US-Dollar bekannt. Angeführt wird die Runde von Dorilton Capital, beteiligt sind General Catalyst, AE Industrial Partners sowie der Technologieinvestor und ehemalige Snowflake-CEO Bob Muglia. Dyad verändert grundlegend, wie physische Systeme entworfen und gebaut werden: Autonome KI-Agenten übernehmen den digitalen Entwurf und Test industrieller Maschinen. Von der Wärmepumpe über den Satelliten bis zum Halbleiter können Ingenieurteams Entwicklungszyklen von Monaten auf Minuten verkürzen. Mehrere Fortune-100-Unternehmen setzen Dyad und Julia bereits in der Luft- und Raumfahrt, der Verteidigung, der Automobilindustrie, der Gebäudetechnik und der Versorgungswirtschaft ein.

„Systemmodellierung ist eine der strategisch wichtigsten Schichten im KI-nativen Engineering-Stack – dort, wo Physik, Regelungslogik und KI zusammentreffen. JuliaHub hat mit Dyad etwas Außergewöhnliches geschaffen: eine Plattform, die Systeme nicht nur modelliert, sondern kompiliert. Ingenieure gelangen vom Konzept bis zum produktionsreifen Steuerungscode in einer einzigen Umgebung. Wir glauben, dass JuliaHub das Potenzial hat, eines der prägenden Unternehmen im Bereich Physical AI zu werden, und unterstützen das Team mit Überzeugung auf dem Weg zur Marktreife von Dyad.“

– Daniel Freeman, Dorilton Capital

JuliaHub Series B Finanzierung und das Problem im Engineering

Das ungelöste Problem der Hardware-Innovation

Der Maschinenbau und die physische Produktentwicklung gehören zu den größten Wirtschaftssektoren, die von der KI-Revolution bisher kaum profitiert haben. Während Werkzeuge wie Claude Code, Codex und Gemini die Softwareentwicklung transformiert haben, arbeiten Ingenieure in der Industrie weiter mit veralteten Werkzeugen. McKinsey schätzt, dass bis 2040 kumulierte Investitionen von 106 Billionen US-Dollar nötig sind, um den Bedarf an neuer und modernisierter Infrastruktur zu decken. Die Ingenieure, die diese Projekte planen und umsetzen, brauchen Werkzeuge, die mit dem Tempo KI-gestützter Software mithalten. Genau hier setzt Dyad an.

JuliaHub hat Dyad als KI-native Umgebung, in der Ingenieurteams industrielle Systeme modellieren, testen und validieren können, im Juni 2025 erstmals veröffentlicht. Man kann es sich vorstellen wie Claude Code für die physische Welt. Dyad verbindet autonome Agenten mit skalierbaren Physiksimulationen, Regelungstechnik, Sicherheitsanalysen und der Fähigkeit, Code für eingebettete Systeme zu erzeugen. So schließt es die Lücke zwischen Software und realer Welt. Ob Kläranlage oder Automobil: Für die Entwicklung detaillierter Digitaler Zwillinge, die Anpassung von Reglern an spezifische Einsatzszenarien und die Iteration von Hardware-Entwürfen braucht es keinen Doktortitel mehr.

„Es geht nicht darum, Ingenieuren bei einer Aufgabe nach der anderen zu helfen. Es geht um agentenbasiertes Engineering im großen Maßstab: Teams geben eine vollständige Spezifikation in Dyad ein, und die Plattform entwirft das komplette System. Spezifikation rein. Entwurf raus.“

– Viral Shah, CEO von JuliaHub

JuliaHub Series B Finanzierung treibt Physical AI voran

Digitale Zwillinge mit Scientific Machine Learning

Dyads cloudbasierte Agenten durchsuchen kontinuierlich das wissenschaftliche Wissen der Welt, um Modelle stetig zu verbessern. KI-automatisiertes Labortesting wächst, um sicherzustellen, dass Modelle der physischen Realität entsprechen. Streaming-Daten in Verbindung mit Scientific Machine Learning (SciML) ermöglichen es, dass Modelle automatisch dazulernen, während das System Erfahrungen aus der realen Welt sammelt. Dyads Simulationsumgebung und Modellierungssprache bilden das Fundament, auf dem all diese Erkenntnisse an die Ingenieure zurückfließen. Sie prüfen die Prozesse, gleichen Annahmen mit Kundenanforderungen ab und bleiben als Mensch in der Schleife, der die Sicherheit des Endprodukts gewährleistet. Dyads Architektur bedeutet: Ingenieure müssen nicht jede Zeile Code selbst schreiben, um Millionen von Designvarianten zu testen – und behalten trotzdem die Werkzeuge in der Hand, die sicherstellen, dass Flugzeuge in der Luft bleiben.

„Im Engineering-Softwaremarkt findet gerade ein disruptiver Umbruch statt, und Dyad ist an vorderster Front. Frühere Werkzeuggenerationen konnten weder die versprochene Produktivität liefern noch die Integration, um den Wert von KI freizusetzen. Mit Dyad kann man die Physik modellieren, Regelungsalgorithmen mit automatischer Codegenerierung entwickeln und präzise Digitale Zwillinge und Surrogatmodelle für Deep-Learning-Inferenz erstellen – alles KI-gestützt. Dyad arbeitet dort, wo Physik auf Analytik trifft. Davon profitieren Kunden und Aktionäre gleichermaßen.“

– David Joyce, ehemaliger CEO von GE Aviation und Vice Chair von GE

Physical AI im industriellen Einsatz

Allgemeine KI-Systeme können nicht garantieren, dass ein Modell den Gesetzen der Physik gehorcht. Im Maschinenbau ist ein Fehler kein Bug, den man behebt – sondern ein Brückeneinsturz oder ein Batteriebrand. Genau das hat bisher verhindert, dass KI im Hardware-Engineering eine tragende Rolle spielt. Bei einem kürzlich veröffentlichten Benchmark für die Modellierung chemischer Prozesse kamen allgemeine LLM-Systeme wie Codex, Claude Code (Opus) und Gemini kaum über die Grundkonfiguration hinaus. Dyad automatisierte die Erstellung modellprädiktiver Regler zur Optimierung der Ausbeute einer Chemieanlage nahezu vollständig – eine Aufgabe, die manuell Wochen dauert.

Dyads Modellierungssprache ist so gebaut, dass KI-Agenten sie verstehen können. Die zugrundeliegende Logik fußt auf physikalischen Gesetzen: Die Agenten können nachvollziehen, wie Flüssigkeiten durch Maschinen strömen, wie Windgeschwindigkeit und Temperatur Bauteile beeinflussen und wie Grundkräfte wie die Schwerkraft das Design bestimmen. Das Ergebnis sind physikalisch valide Modelle, denen Ingenieure vertrauen können. So hat etwa Binnies – ein Unternehmen mit über 100 Jahren Erfahrung in der Wasserwirtschaft – in Zusammenarbeit mit Williams Grand Prix Technologies und JuliaHub einen SciML-gestützten Digitalen Zwilling entwickelt, der mit nur vier Sensoreingaben Pumpenausfälle in Wasserverteilungssystemen mit über 90 Prozent Genauigkeit vorhersagt.

„Dyad bedeutet einen Paradigmenwechsel für die Wasserwirtschaft: weg vom reaktiven Betrieb, hin zu vorausschauenden, systemweiten Entscheidungen. Es hat das Potenzial, grundlegend zu verändern, wie Unternehmen reale Komplexität modellieren, Ausfälle vorhersagen und ihre Leistung täglich optimieren.“

– Tom Ray, Director of Digital Products & Services, Binnies

Dyad 3.0 Launch-Event

Dyad 3.0 wird am 19. Mai bei einem Live-Event offiziell vorgestellt. Erleben Sie Produktdemonstrationen und hören Sie von Kunden, wie sie Dyad branchenunabhängig einsetzen – von der Luft- und Raumfahrt über Gebäudetechnik und Versorgungswirtschaft bis zur Robotik. Zur Anmeldung: juliahub.com/events/dyad-3.0-launch

Bild Product Screenshot JuliaHub-Dyad

Quelle Milk & Honey PR GmbH für JuliaHub

Legora Series D Finanzierung erreicht 600 Millionen Dollar

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Legora Series D Finanzierung auf 600 Mio Dollar

Die Legora Series D Finanzierung unterstreicht das starke Wachstum im Markt für Legal AI und markiert einen weiteren Meilenstein für das Unternehmen. Mit zusätzlichen 50 Millionen Dollar baut Legora seine Position als führende Plattform für KI-gestützte juristische Arbeit weiter aus.

Legora Series D Finanzierung erreicht neue Dimensionen

Legora erweitert Series D um weitere 50 Millionen US-Dollar und begrüßt Atlassian und NVentures als Investoren
NEW YORK, 30. April 2026 – Legora gibt heute eine Aufstockung der zuvor angekündigten Series-D-Finanzierung um 50 Millionen US-Dollar bekannt. Damit beläuft sich das Gesamtvolumen der Runde auf 600 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 5,6 Milliarden US-Dollar nach der Finanzierung. Die Aufstockung bringt Atlassian und NVentures, den Venture-Capital-Arm von NVIDIA, als strategische Investoren hinzu. Ebenfalls neu beteiligt sind unter anderem Adams Street Partners, Airtree, Barclays, Geodesic Capital, Insight Partners, Liberty Global und Nikesh Arora.

Legora Series D Finanzierung treibt Wachstum und Nutzung

„Als führendes Unternehmen im Bereich Legal AI zeigt Legora, wie tief integrierte, kontextbewusste KI komplexe Arbeitsabläufe transformieren kann. Wir sehen eine starke Übereinstimmung mit Atlassians Vision für KI-gestützte Teamzusammenarbeit und freuen uns darauf, die weitere Expansion zu unterstützen“, sagt Sarah Hughes, Head of Corporate Development and Product Partnerships bei Atlassian.

Die erweiterte Finanzierungsrunde folgt auf eine Phase rasanten Wachstums. Legora hat kürzlich die Marke von 100 Millionen US-Dollar Jahresumsatz überschritten und gehört damit zu den am schnellsten wachsenden Enterprise-Software-Unternehmen überhaupt. Im vergangenen Jahr ist Legora von 40 auf 400 Mitarbeitende gewachsen und hat seinen Kundenstamm von 200 auf mehr als 1 000 Organisationen in über 50 Märkten ausgebaut. Inzwischen nutzen Zehntausende Juristinnen und Juristen in großen Rechtsabteilungen wie bei Barclays sowie in führenden internationalen Kanzleien wie White & Case, HSFK und Linklaters die Plattform.

Rechtsabteilungen gehören mittlerweile zu den am schnellsten wachsenden Kundensegmenten von Legora. Die Akzeptanz von KI in Rechtsabteilungen hat sich im vergangenen Jahr beschleunigt, da Inhouse-Teams dieselben KI-Funktionen nutzen möchten, die ihre externen Berater:innen bereits einsetzen. Über alle Einsatzbereiche hinweg zeigen sich messbare Effekte: Befragte Kanzleien berichten im Durchschnitt von 4,3 eingesparten nicht-abrechenbaren Stunden pro Anwalt bzw. Anwältin und Woche. 42 Prozent geben an, dass sie durch den Einsatz von Legora neue Mandate gewonnen haben.

KI-Agenten entwickeln sich von passiven Assistenten zu Systemen, die im Auftrag von Nutzer:innen handeln, Tools verwenden und Arbeitsabläufe eigenständig abschließen können. Das Softwaremodell beginnt sich dadurch von Software-as-a-Service (SaaS) hin zu Agent-as-a-Service (AaaS) zu verschieben. Für juristische Teams bedeutet das den Übergang von isolierten Anwendungsfällen zu integrierten Systemen, die Kanzleidaten, spezifisches Wissen entsprechend der Jurisdiktion und intelligente Agenten kombinieren.

„Enterprise-KI tritt jetzt in eine neue Phase ein“, sagt Max Junestrand, CEO und Mitgründer von Legora. „Foundation-Modelle verbessern sich schnell, aber der eigentliche Durchbruch liegt in ihrer Anwendung – dort, wo KI nicht nur unterstützt, sondern mit der richtigen menschlichen Kontrolle autonom handelt. Mit der Unterstützung unserer Investoren und Kunden bauen wir ein vollständig agentenbasiertes Betriebssystem für juristische Arbeit.“

Bild Legora

Quelle Adel & Link Public Relations GmbH & Co. KG

Ebury Finanzierung über 550 Millionen Pfund für Expansion

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Ebury Finanzierung über 550 Millionen Pfund Bild von Links nach Rechts: Juan Lobato (CEO, Ebury), Ana Botín (Executive Chairman, Santander Group), and Ana Muñoz (CFO, Ebury).

Die Ebury Finanzierung markiert einen wichtigen Schritt für die internationale Expansion der Fintech-Plattform im Bereich grenzüberschreitender Zahlungen. Mit rund 550 Millionen Pfund stärkt das Unternehmen seine Marktposition und treibt Innovationen im globalen Zahlungsverkehr voran.

Ebury Finanzierung stärkt globale Plattform

Ebury, Santanders Fintech für internationale Zahlungen, sichert sich rund 550 Millionen Pfund zur Beschleunigung von Wachstum und globaler Expansion

Die von Centerbridge angeführten Finanzierungsrunden, an denen sich Santander und weitere Bestandsinvestoren beteiligen, stärken Eburys Position als führende globale Plattform für grenzüberschreitende Zahlungen und Handelslösungen.
Santander investiert 50 Mio. £ und bleibt mit 55 % Mehrheitsaktionär. Die Transaktionen sollen die CET1-Quote auf Konzernebene um rund +4 Basispunkte erhöhen.
London/Madrid, 30. April 2026

Santander beteiligt sich an Finanzierungsrunden für Ebury in Höhe von rund 550 Millionen Pfund. Ebury ist die globale Fintech-Plattform der Bank für grenzüberschreitende Zahlungen und Lösungen im internationalen Handel. Eine Investorengruppe unter Führung von Centerbridge setzt die Mittel ein. Zu ihr gehören außerdem die bestehenden Investoren Santander, Vitruvian Partners und 83North, die erneut investieren.

Ebury Finanzierung treibt Wachstum und Innovation

Santander bringt 50 Millionen Pfund ein und hält weiterhin 55 Prozent der Anteile. Damit bekräftigt die Bank ihr langfristiges Engagement und stärkt zugleich Eburys Rolle als strategische Plattform für grenzüberschreitende Zahlungen im KMU-Segment sowie als Treiber für Produktinnovationen. Die Finanzierung erfolgt in zwei separaten Transaktionen, die beide unter dem Vorbehalt der üblichen regulatorischen Genehmigungen stehen.

Ebury ist in 30 regulierten Märkten tätig und bedient weltweit mehr als 27.000 Unternehmen. Das Unternehmen ermöglicht Zahlungen in über 140 Währungen in 160 Ländern. Die technologiegestützte Plattform erlaubt es Kunden, internationale Zahlungen zu senden und zu empfangen, Fremdwährungsrisiken zu steuern, Mittel in Echtzeit zwischen Tochtergesellschaften zu transferieren und sich in ihre Finanzsysteme zu integrieren. Seit dem Einstieg von Santander im Jahr 2020 wächst der Umsatz von Ebury jährlich um über 30 Prozent.

Ebury setzt die Mittel gezielt für weiteres Wachstum ein. Das Unternehmen entwickelt neue Produkte und expandiert in zusätzliche Märkte. Gleichzeitig baut es seine KI-Fähigkeiten aus. Ziel ist es, Zahlungsprozesse zu verbessern, Devisenlösungen zu optimieren und das Kundenerlebnis weiter zu steigern.

Ebury Finanzierung im Kontext der Santander Strategie

Ana Botín, Executive Chair von Banco Santander, sagte:

„Diese Transaktionen stärken das weitere Wachstum von Ebury und unterstützen gleichzeitig Santanders Fokus auf disziplinierte Kapitalallokation und Wertschöpfung. Mit den zusätzlichen Investitionen kann Ebury schneller skalieren und sein Angebot für KMU weltweit ausbauen. Die neuen Partner bringen zudem erheblichen strategischen Mehrwert ein. Sie ergänzen die bestehende Expertise und helfen, das Wachstum zu beschleunigen und das langfristige Potenzial der Plattform auszuschöpfen.“

Juan Lobato, CEO von Ebury, sagte:

„Wir begrüßen Centerbridge als neuen Investor neben unseren bestehenden Anteilseignern. Gleichzeitig setzen wir unsere bestehende Partnerschaft mit Santander fort. Gemeinsam haben wir gezeigt, dass wir durch die Kombination der Stärken einer führenden europäischen Bank mit einem schnell wachsenden Fintech eine weltweit führende Plattform für grenzüberschreitende Zahlungen für Unternehmen aufbauen können. Diese Investitionen erfolgen zu einem entscheidenden Zeitpunkt: Die Weiterentwicklung der digitalen Geldinfrastruktur und agentenbasierter Zahlungsabläufe bieten starken Rückenwind und beschleunigen unser Wachstum weiter.“

Nach Abschluss bilanziert Santander seinen Anteil von 55 Prozent nach der Equity-Methode, was zur Entkonsolidierung der Umsätze und Kosten von Ebury aus der Berichterstattung von Santander führt. Die Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung sind vernachlässigbar. Diese Transaktionen sollen – vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen – rund +4 Basispunkte zur CET1-Quote beitragen. Der Abschluss wird spätestens im ersten Quartal 2027 erwartet.

Alle Ziele für 2026 bis 2028, die Santander am 25. Februar in London vorgestellt hat, bleiben unverändert.

Bis 2028 will die Bank mehr als 210 Millionen Kunden erreichen, ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erzielen und die Gesamtkosten jährlich senken. Dies gilt unabhängig von der Herausnahme der Kostenbasis von Ebury. Daraus sollen ein Gewinn von über 20 Milliarden Euro und eine Eigenkapitalrendite (RoTE) von mehr als 20 Prozent resultieren. Ebury ist Teil des globalen Geschäftsbereichs Payments Solutions von Santander. Dieser Bereich peilt für 2026 bis 2028 ein jährliches Umsatzwachstum von über 15 Prozent an (in konstanten Euro und auf vergleichbarer Basis). Zudem soll die EBITDA-Marge bis 2028 rund 45 Prozent erreichen.

Bild von Links nach Rechts: Juan Lobato (CEO, Ebury), Ana Botín (Executive Chairman, Santander Group), and Ana Muñoz (CFO, Ebury).

Quelle ebury/ edelman Smithfield

LIZZY Ludwigsburg bietet über 100000 Euro für Start-ups

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LIZZY Ludwigsburg Flächen für Start-ups sichern Image by kazuharu kondo from Pixabay

Das LIZZY Ludwigsburg entwickelt sich zu einem zentralen Anlaufpunkt für wachstumsstarke Start-ups und Scale-ups in Deutschland. Mit geförderten Flächen und einem Wettbewerb inklusive Zuschuss von über 100000 Euro schafft die Stadt Ludwigsburg gezielt Raum für Innovation und Skalierung.

LIZZY Ludwigsburg im Überblick

100.000 Euro Mietzuschuss für wachstumsstarke Start-ups und Scale-ups

Ludwigsburg, 28.04.2026 – Mit dem LIZZY bietet die Stadt Ludwigsburg im Ludwigsburg Industriezentrum – LIZ – attraktive und bezahlbare Flächen für Entwicklung, Innovation und leichte Produktion. Aktuell können sich fortgeschrittene Start-ups und Scale-ups in einem Wettbewerb für die begehrten Raumkapazitäten bewerben. Der Hauptgewinn: Über 100.000 Euro Mietkostenzuschuss in zwei Jahren. Der Zuschuss ist möglich durch eine Förderung durch den Verband Region Stuttgart.
Der Wettbewerb „Geh den nächsten Schritt für dein Business” soll wachstumsstarke Unternehmen aus ganz Deutschland aktivieren, die den nächsten Skalierungsschritt anstreben: junge Unternehmen mit Bedarf an Flächen für Produktion, Werkstatt, Labor, Entwicklung oder Lager.

Bewerbungsschluss ist am 17. Mai 2026.

LIZZY Ludwigsburg bietet Raum für Wachstum

Start-ups und Scale-ups, die ihre Produktion ausbauen oder den nächsten Wachstumsschritt gehen möchten, können sich bis zum 17. Mai 2026 auf eine der begehrten Flächen im LIZZY und auf den Hauptgewinn im Wert von über 100.000 Euro bewerben. Für den Wettbewerb kooperiert die Stadt Ludwigsburg mit der Inbright Development GmbH und der Patron Capital, den Trägern des LIZ – Ludwigsburg Industriezentrum. Die Stadt gewährt einen Mietkostenzuschuss in Höhe von 4.000 Euro pro Monat für bis zu zwei Jahre. Ergänzend reduzieren die Entwickler des LIZ den Quadratmeterpreis, sodass der Gewinner einen Start-Zuschuss von über 100.000 Euro erhält.

LIZZY Ludwigsburg stärkt das Innovationsumfeld

Mehr Raum für Wachstum

Auf 93.400 Quadratmetern bietet das LIZ flexibel nutzbare Flächen. Das dort angesiedelte LIZZY schließt dabei eine wichtige Lücke im regionalen Ökosystem, indem es produzierenden und technologieorientierten Jungunternehmen Raum für Wachstum bietet. Zudem profitieren die Unternehmen vom Innovationsumfeld vor Ort, in dem bereits Firmen aus Bereichen wie Luft- und Raumfahrt, Greentech, Robotik und Biotech angesiedelt sind.

Der Link zur Bewerbung

Bild Image by kazuharu kondo from Pixabay

Quelle thepublic GmbH

EVERSION Technologies digitalisiert Orthopädie neu

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EVERSION Technologies digitalisiert Orthopädie

EVERSION Technologies und die Digitalisierung eines Lebenswerks

Digitalisierung des Lebenswerkes

Orthopädieschuhtechnikmeister Wolfgang Triebstein suchte jahrelang einen Nachfolger und fand ihn – besser gesagt sie – in einer Patientin. Statt sein Geschäft zu übergeben, brachte er sein Wissen in ein Start-up ein. Gemeinsam gründeten sie die EVERSION Technologies GmbH und überführten 40 Jahre Erfahrung in ein digitales Medizinprodukt.

Konstanz – 30 bis 40 Prozent der Orthopädieschuhtechnik-Betriebe in Deutschland suchen in den nächsten Jahren einen Nachfolger. Viele werden keinen finden und schließen müssen. Andere werden von großen Sanitätshausketten aufgekauft. Wolfgang Triebstein, Meister aus Bebra mit mehr als 40 Jahren Berufserfahrung, hat einen anderen Weg gewählt: Statt sein Geschäft an einen Nachfolger zu übergeben, brachte er sein Wissen in ein junges Team ein – und machte seinen Know-how-Transfer zur Grundlage eines neuen Unternehmens. Seine Geschichte zeigt: Nachfolge muss nicht heißen, dass jemand denselben Betrieb weiterführt. Sie kann auch bedeuten, dass Erfahrungswissen von jungen Menschen aufgegriffen, digitalisiert und in die moderne Welt übersetzt wird. Doch was genau ist das Wissen, das Triebstein über Jahrzehnte aufgebaut hat – und das ohne Digitalisierung mit ihm in den Ruhestand gegangen wäre?

EVERSION Technologies entwickelt neue Lösungen für Eversionswinkel

Eine Erkenntnis aus 40 Jahren Praxis

Über Jahrzehnte beobachtete Triebstein, dass moderne Schuhsohlen immer dicker und weicher geworden sind. Und genau das verändert, wie sich der Fuß beim Gehen bewegt – subtil, aber mit messbaren Folgen. Er stellte fest, dass dadurch der sogenannte externe Eversionswinkel zunimmt: Der Fuß kippt beim Gehen leicht nach außen ab. Was harmlos klingt, überträgt sich als Fehlbelastung nach oben – ins Knie, die Hüfte, die Wirbelsäule. Das Ergebnis: chronische Schmerzen, für die in der klassischen Medizin oft keine Ursache gefunden wird. Nach Auswertung von zigtausenden Patientendaten bestätigte sich: Je höher der Eversionswinkel, desto deutlicher und weitreichender die Beschwerden. Seine Antwort war kein verbessertes Fußbett.

Herkömmliche orthopädische Versorgung stützt den Fuß von oben – mit Polstern, Erhöhungen und Formteilen. Der Körper gewöhnt sich daran, die Muskulatur arbeitet weniger, die Ursache bleibt unbehandelt. Triebsteins 0°-Sohlen funktionieren anders: Sie korrigieren den Eversionswinkel gezielt über die Unterseite der Sohle. Die Oberseite bleibt bewusst flach. Der Fuß wird nicht gestützt, sondern in seine natürliche, neutrale Position zurückgeführt – bei erhaltener Muskelaktivität. „Ich sah, dass die Sohlen der Schuhe meiner Patienten in den letzten Jahrzehnten immer dicker und weicher geworden sind. Und ich sah, welche Beschwerden das auslöst. Das kann kein Zufall sein.“ — Wolfgang Triebstein, Mitgründer EVERSION Technologies

Eine Patientin stellt die entscheidende Frage

Dieses Wissen half Tausenden – aber nur denen, die den Weg nach Bebra fanden. Julia Zimmermann, Wirtschaftsingenieurin aus Konstanz, litt plötzlich unter Hüftschmerzen. Sie suchte Ärzte auf, ging in Kliniken, machte Physiotherapie. Monatelang ohne Ergebnis – bis sie durch Zufall Wolfgang Triebstein kennenlernte. Er identifizierte den Auslöser ihrer Beschwerden und konnte sie beheben. Doch statt Erleichterung kam eine Frage: „Warum gibt es niemand anderen, der das kann? Und warum ist so eine Methode nicht digital verfügbar – unabhängig davon, wo man wohnt?“ — Julia Zimmermann, Geschäftsführerin EVERSION Technologies

EVERSION Technologies als Beispiel für digitale Nachfolge im Handwerk

Gründung als neue Form der Nachfolge

Aus dieser Frage wurde ein Unternehmen – und eine neue Form der Nachfolge. Im November 2023 gründeten Zimmermann und Triebstein gemeinsam mit Lucas Heitele (Mathematiker), Max Starkmann (M.Sc. Sportwissenschaften) und Timon Sutter (Wirtschaftsingenieur) die EVERSION Technologies GmbH. Das Ziel: Triebsteins Methode digitalisieren, skalierbar machen und als Produkt zu den Menschen bringen – direkt nach Hause, ohne dass jemand zufällig an die richtige Tür klopfen muss. Triebstein hatte in seinem eigenen Ganglabor mit der ersten Generation seines Systems bereits 3.000 Patienten versorgt. Dieses Erfahrungswissen bildete das Fundament – ein junges Team übersetzte es in digitale Technologie.

Vom Ganglabor zum digitalen System

Um Triebsteins Methode vom Meister zu lösen und skalierbar zu machen, entwickelte das Team ein sensorbasiertes System: Sensorsohlen werden bis zu 14 Tage im normalen Alltag getragen. Sie messen kontinuierlich die gesamte Schrittabwicklung – nicht nur einen einzelnen Moment, sondern den kompletten Schritt inklusive Standphase und der realen Fußstellung im Schuh. Eine App wertet daraus den individuellen Eversionswinkel aus. Auf dieser Basis werden die 0°-Sohlen gefertigt und dem Patienten direkt zugeschickt. Was früher nur in Triebsteins Ganglabor in Bebra möglich war, funktioniert heute als digitales System – unabhängig vom Standort, ohne persönlichen Termin beim Meister.

Das System ist seit September 2025 als CE-zertifiziertes Medizinprodukt erhältlich. In einer wissenschaftlichen Studie mit 33 Teilnehmern zeigte sich eine deutlich stärkere Schmerzreduktion als bei herkömmlichen orthopädischen Versorgungskonzepten. Die Studie wird derzeit auf 100 Teilnehmer erweitert. „Wolfgang hat in seinem Ganglabor 3.000 Patienten geholfen. Die Frage war: Wie machen wir das zugänglich für die Millionen, die nie zufällig an seine Tür klopfen?“ — Julia Zimmermann

Nachfolge als Know-how-Transfer

Die Geschichte von EVERSION zeigt einen Weg, der für viele Handwerksbetriebe relevant werden könnte: Wenn klassische Nachfolge scheitert, muss das nicht das Ende von Erfahrungswissen bedeuten. Triebsteins Wissen lebt nicht in einem Betrieb weiter, der seinen Namen trägt – sondern in einem digitalen Produkt, das sein Lebenswerk für Millionen von Menschen zugänglich macht. Nachfolge, neu gedacht.

Bild:Julia Zimmermann (Geschäftsführerin) und Wolfgang Triebstein (Erfinder). Bildrecht: EVERSION Technologies GmbH

Quelle EVERSION Technologies GmbH

Der Kulturkampf ist eine konstruierte Spaltungserzählung. Wir kämpfen nicht – wir sollen kämpfen!

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Spaltungserzählung Kulturkampf Macht im Fokus herCAREER - Franz Pfluegl

Gilda Sahebi hat es sich zur Aufgabe gemacht, Spaltungserzählungen in Politik, Medien und Alltag sichtbar zu machen. Im Interview mit herCAREER spricht die Journalistin über Mechanismen und Phänomene, die Spaltung instrumentalisieren – und darüber, warum es so schwer ist, ihnen zu widerstehen. Denn auch wenn Spaltungserzählungen nicht der Wahrheit entsprechen: Die Gefühle, die sie auslösen, sind real. Wer Verbindung wiederherstellen will, muss deshalb zunächst verstehen, wie Spaltung funktioniert.

„Spaltungserzählungen basieren auf Vereinfachungen, die der Komplexität von uns Menschen und der Gesellschaft nicht gerecht werden.“

herCAREER: Du beginnst dein Buch mit dem Konzept des Kulturkampfs. Ein Begriff, der von den Medien gerne für die Auseinandersetzung zwischen Konservativen und Liberalen verwendet wird. Was genau steckt dahinter?

Gilda Sahebi: Der Kulturkampf ist eine konstruierte Spaltungserzählung, die uns aufgezwungen wurde. Wichtig zu verstehen ist: Im Narrativ des Kulturkampfs steckt die Behauptung, dass es zwei Lager gäbe, als würde die gesamte Gesellschaft gegeneinander kämpfen. Aber dafür gibt es keine belastbaren Daten. Wir kämpfen nicht – wir sollen kämpfen!

herCAREER: Warum? Und wogegen? Historisch betrachtet war der Kulturkampf ein Machtstreit zwischen Staat und Kirche. Aber worum geht es im aktuellen vermeintlichen Kulturkampf? Rechte gegen Linke? Tradition gegen Moderne? Männer gegen Frauen?

Gilda Sahebi: Es geht um Gut gegen Böse. Aber diese Auseinandersetzung ist reine Projektion. Denn für die einen ist links böse, für die anderen rechts. Und was heißt überhaupt „links“? Was bedeutet „rechts”? Spaltungserzählungen basieren auf Vereinfachungen, die der Komplexität von uns Menschen und der Gesellschaft nicht gerecht werden.

herCAREER: In deinem Buch beschreibst du an vielen Stellen, wie schnell sich diese Spaltung in nicht wahren, aber sehr wahr wirkenden Erzählungen manifestiert. So kommt es zu Stereotypisierungen wie „alle AfD-Wähler:innen sind rechtsradikal”, „alle Linken gendern” oder „alle Feminist:innen sind vegan”.

Gilda Sahebi: Das sind alles Beispiele für das sogenannte „minimale Gruppenparadigma“. Genauso funktioniert das menschliche Gehirn: Es ordnet, sortiert und assoziiert. In den Medien werden uns ständig Menschen präsentiert, die entweder als „woke” oder „rechts” eingestuft werden und vermeintlich alle Eigenschaften erfüllen, die mit diesen Begriffen assoziiert werden. Wir verallgemeinern und denken dann beispielsweise: Alle, die an einer Pro-Palästina-Demo teilnehmen, seien antisemitische Querdenker:innen, die Hafermilch trinken. Das ist natürlich Quatsch! Während der Stadtbild-Debatte habe ich einen Post geschrieben und gefragt: „Was ist eigentlich mit Menschen, die traditionell leben, konservativ sind, heimatverbunden und vielleicht christlich, aber keine Ausländer hassen? Wen wählen die eigentlich?” Darauf haben mehrere Leute kommentiert: „Solche Leute gibt es doch gar nicht.“ Natürlich gibt es die! Aber die Debatte ist so polarisiert, dass wir diese Menschen nicht mehr sehen.

herCAREER: Wir gegen die. Affektive Polarisierung – auch das beschreibst du im Buch – ist dieses Gefühl, wenn ich den Inhalt der Auseinandersetzung nicht mehr wahrnehme, weil ich bereits emotional in der umfassenden Abwertung der Gegenseite gefangen bin. Warum ist das gefährlich?

Gilda Sahebi: Spaltungserzählungen sind ein Herrschaftsinstrument – vor allem ein Instrument autoritärer Herrschaft – und ohne sie können autoritäre Kräfte nicht aufsteigen. So machen es Donald Trump, die AfD, Benjamin Netanjahu und das iranische Regime. Die stellen sich hin und sagen: „Wir sind die Guten und die dort sind die Bösen. Und damit ihr alle eine bessere Zukunft habt, haben wir hier folgenden Plan.“ In Wirklichkeit bringen sie keine Lösung, sondern ringen um Macht.

herCAREER: Der Soziologe Steffen Mau hat eine Bezeichnung für Menschen, die von Spaltung profitieren. Er nennt sie „Polarisierungsunternehmer:innen“. Wer sind diese Menschen?

Gilda Sahebi: Politiker:innen wie Donald Trump und Alice Weidel, aber auch Unternehmen wie Meta, TikTok, Nius – Julian Reichelt! Der ist derzeit mit einem Buch, das explizit spalten soll, auf Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste (Paperback). Das zeigt, wie gut dieses Konzept funktioniert: Spaltung bringt Profit.

herCAREER: Wer gewinnt, wenn Frauen und Männer gegeneinander ausgespielt werden? Ich spiele da auf die aktuelle Debatte um genderspezifische digitale Gewalt an.

Gilda Sahebi: Auch die Frauen-gegen-Männer-Erzählung wird von den Autoritären instrumentalisiert und befeuert. Es ist ein Fakt, dass Gewalt überwiegend von Männern ausgeübt wird. Aber die Zuspitzung auf „Frauen-gegen-Männer“ ist eine Strategie der Spaltung, eine Ablenkung, die notwendige gesellschaftliche Veränderung ausbremst. So gerät in Vergessenheit, dass es unserer Gesellschaft besser ginge, wenn es überhaupt keine Gewalt und keinen Missbrauch gäbe – und zwar ginge es auch Männern besser, nicht nur Frauen

Und damit will ich nicht sagen, dass Frauen keinen Grund haben, wütend zu sein. Sie haben jeden Grund dazu! Und dann kommt auch noch ein Bundeskanzler dazu, der alles verharmlost und relativiert. Man hat den Eindruck, dass es nicht darum gehen soll, wirklich Verbesserungen zu erwirken.

herCAREER: Friedrich Merz relativiert systematische Gewalt gegen Frauen nicht nur, sondern instrumentalisiert sie für eine rassistische Agenda. Was passiert da?

Gilda Sahebi: Friedrich Merz sagt, dass systematische sexualisierte Gewalt gegen Frauen ein Zuwanderungsproblem sei. Eine klassische autoritäre Spaltungserzählung. Und anstatt sich nach starkem Gegenwind dafür zu entschuldigen und einen Fehler einzugestehen, geht er nicht in eine differenzierte Debatte über seine Aussage, sondern sagt: „Ich werde mich nicht beirren lassen, das Problem mit der Integration anzusprechen.“ Er rationalisiert seine systematische Abwertung, indem er seine Spaltungserzählung zementiert: Er bestimmt immer wieder „die Bösen“ und normalisiert so das Bild von einem „Wir gegen die“. Das nennt sich „Doubling-Down-Effekt“.

herCAREER: Wie könnte der Bundeskanzler in diesem Moment verbinden statt spalten?

Gilda Sahebi: Er hätte die Chance gehabt zu sagen: „Meine Aussage war falsch.“ Oder: „Redet mit mir, ich höre euch zu, ich möchte dazulernen.“ Er nimmt stattdessen in Kauf, dass er den autoritären Kräften, der AfD, in die Hände spielt.

herCAREER: Wer ist dafür verantwortlich, dass diese Spaltungserzählung ständig reproduziert wird?

Gilda Sahebi: Ich mache die demokratischen Parteien dafür verantwortlich. Wenn sich demokratische Politiker:innen dem autoritären Weg anschließen, um ihre eigene Macht und ihre Ämter zu sichern, dann sind sie für den Zerfall der Demokratie verantwortlich. In ihrem Buch „Wie Demokratien sterben” schreiben die Politikwissenschaftler Daniel Ziblatt und Steven Levitsky, dass circa 25 bis 30 Prozent einer Gesellschaft dem autoritären Weg zugeneigt sind, da sie sich Klarheit und starke Führung wünschen. Das sind jedoch nicht genug Menschen, um eine Demokratie zu gefährden – solange sich die demokratischen Parteien nicht falschen Narrativen hingeben. Und natürlich tragen auch mediale Dynamiken Verantwortung. Die Zivilgesellschaft versucht bereits, an vielen Stellen Gemeinschaft herzustellen. Aber ich frage mich auch, was sollen die Bürger:innen noch alles machen? Sie gehen schon auf die Straße, starten Petitionen und jetzt werden den demokratischen Zivilorganisationen auch noch gezielt Gelder entzogen. Es wäre die Aufgabe der demokratischen Parteien, sich für die politische Bildung und den Erhalt der Demokratie einzusetzen.

herCAREER: Warum ergreift nicht jedes Mal ein Politiker das Wort, warum schreibt nicht jede Zeitung auf der Titelseite, dass Friedrich Merz die Unwahrheit gesagt hat? Es gibt klare Daten, die zeigen, dass geschlechtsspezifische Gewalt in Deutschland überwiegend von weißen deutschen Tätern ausgeübt wird.

Gilda Sahebi: An der Frage des „Warum” kann man verzweifeln. Ich denke, weil sie den innerparteilichen Kampf für wichtiger erachten als den gesamtgesellschaftlichen. Wenn man so etwas macht, muss einem die Zukunft der Gesellschaft schon sehr egal sein. Eines ist sicher: Es geht immer um Macht. Und es gibt sie ja, die Abgeordneten, die sich hinstellen und sagen: „Herr Bundeskanzler – Sie reden Schwachsinn.“ Aber es ist schier unmöglich, mit vereinzelten Personen eine etablierte Struktur zu verändern.

herCAREER: Jetzt stellt sich die Frage: Was machen wir damit?

Gilda Sahebi: Die Frage bekomme ich oft gestellt. Aber ich kann sie nicht beantworten, ich habe gewiss nicht alle Antworten. Ich kann nur beschreiben, was ich als Probleme sehe, und mit diesem Wissen zeigen sich oft auch Lösungen. Aber ich kann niemandem sagen, was er oder sie tun soll. Alles, was ich weiß – und das schreibe ich auch in meiner Einleitung zum Buch: „Der erste Schritt ist Wissen.“

herCAREER: Was bedeutet das – dass wir bessere Bildung brauchen? Dass es bei uns selbst beginnt?

Gilda Sahebi: Wir können als Individuen sehr viel bewirken, wenn wir verstehen und handeln. Daran glaube ich fest. Die Welt verändert sich, wenn sich ein Mensch verändert. Das kann eine Erzieherin erreichen, indem sie mit Kindern über Emotionen spricht, oder ein Großvater, der seinem Enkel vorliest. Eine Frau, die sich nicht mehr von ihrem Vorgesetzten abwerten lässt, verändert ebenfalls ein patriarchales Muster. Gleichzeitig geht es in meinem Buch um Strukturen. Um die zu beeinflussen, ist es wichtig, auf den politisch-medialen Raum einzuwirken, so gut wir können. Schreibt den Redaktionen! Wenn euch etwas ärgert, wenn ein Thema politisiert wird – oder auch, wenn etwas besonders differenziert dargestellt wurde. Denn Hater schreiben unentwegt – das führt in den Redaktionen dazu, dass eine Angst davor herrscht, als „links“ betrachtet zu werden. Wir müssen die Strukturen, die Welt und uns selbst besser verstehen, um handeln zu können. Das können wir jetzt tun.

herCAREER: Brauchen wir dennoch Schulfächer wie „Macht und Hierarchie“ und eben „Medienkompetenz“?

Gilda Sahebi: Ich plädiere für das Fach „emotionale Bildung“. Wenn Kinder und Jugendliche verstehen, wie Emotionen funktionieren, lernen sie auch, wie Manipulation funktioniert. Wenn Menschen ihren eigenen Schatten kennen und verstehen, verstehen sie auch Projektion und menschlichen Antrieb. Emotional kompetente Menschen wollen nicht gefallen – sie wollen verstehen.

Sie werden automatisch machtkritisch und haben alle Grundlagen für Medienkompetenz.  Es ist absurd, dass wir in diesem Land Emotionen von allem trennen, auch von Politik.

herCAREER: Was macht dir Hoffnung?

Gilda Sahebi: Menschen. Ich treffe so tolle Menschen, wenn ich beruflich unterwegs bin! Mein Buch richtet sich darum auch an die Gesellschaft und nicht an die Politik. Denn die zeigt sich nicht bereit, etwas zu verändern. Die Menschen dagegen schon.

Das Interview führte herCAREER-Redakteurin Kristina Appel.

Bildcredits: herCAREER – Franz Pfluegl 

Quelle messe.rocks GmbH

Wer versteht eigentlich noch, was in Unternehmensprozessen wirklich passiert?

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Noreja Process Intelligence Knowledge Graph Fokus Noreja Teambild

Noreja entwickelt Process Intelligence auf Basis eines Knowledge Graph, um Unternehmensprozesse transparenter und besser steuerbar zu machen

Wie ist Noreja entstanden und wer steht hinter der Idee der Plattform?

Noreja ist aus dem wissenschaftlichen Kontext heraus entstanden. Wir sind ein Spin off der Wirtschaftsuniversität Wien und haben im Jahr 2021 ausgegründet. Hinter der Idee steht die Überzeugung, dass Unternehmen ihre Prozessdaten deutlich besser nutzen können, wenn diese nicht nur technisch analysiert, sondern in ihrem tatsächlichen fachlichen und organisatorischen Kontext verstanden werden.
Der Ursprung lag in unserer Forschungsarbeit im Bereich Process Intelligence und datenbasierter Prozessanalyse. Gemeinsam mit einem Industriepartner, einem ERP Anbieter aus Salzburg, haben wir uns intensiv mit den Schwachstellen bestehender Process Mining Lösungen beschäftigt. Aus dieser Forschungskooperation heraus entstand schließlich der Impuls, Noreja als eigenständiges Unternehmen aufzubauen.

Was war der Auslöser, sich mit Noreja auf Process Intelligence und datenbasierte Prozessoptimierung zu fokussieren?

Der konkrete Auslöser war die Beobachtung, dass klassische Process Mining Lösungen in der Praxis oft an zwei Stellen an ihre Grenzen stoßen: bei der Datenanbindung und bei der Nutzbarkeit der Ergebnisse.
Viele bestehende Lösungen setzen voraus, dass Daten zunächst aufwendig transformiert und in bestimmte Formate, etwa Event Logs, überführt werden. Das passt aus unserer Sicht aber häufig nicht zur Realität heutiger IT und ERP Systemlandschaften. Unternehmensdaten liegen verteilt, relational, historisch gewachsen und oft sehr komplex strukturiert vor.
Zugleich sind die resultierenden Prozessmodelle häufig so komplex, dass sie nur von sehr spezialisierten Analysten interpretiert werden können. Für Fachbereiche, Process Owner oder Management sind sie dadurch nur eingeschränkt nutzbar. Genau hier wollten wir ansetzen: Wir wollten Process Intelligence so neu denken, dass sie schneller integrierbar, fachlich verständlicher und näher an der tatsächlichen Datenrealität von Unternehmen ist.

Welche Vision verfolgt Noreja im Umgang mit Unternehmensdaten und Entscheidungsprozessen?

Unsere Vision ist es, beliebige IT Systeme miteinander in Verbindung zu setzen und daraus einen umfassenden Knowledge Graph aufzubauen, der die Realität der Unternehmensprozesse möglichst vollständig abbildet.
Dabei geht es nicht nur um operative Prozessdaten, sondern auch um Kontextdaten: also Informationen darüber, warum bestimmte Prozessvarianten entstehen, welche Abhängigkeiten bestehen, welche Systeme beteiligt sind und welche Auswirkungen bestimmte Prozessmuster haben.
Ein zentraler Bestandteil unserer Vision ist die Kombination aus Knowledge Graph, Agentic AI und sogenannten Frontier Agents. Darunter verstehen wir KI Agenten, die im Hintergrund kontinuierlich und zunehmend autonom an Prozessproblemen arbeiten. Sie sollen beispielsweise dauerhaft Root Causes für Prozessabweichungen identifizieren, die Compliance eines Prozesses überwachen oder relevante Risiken und Optimierungspotenziale erkennen.

Entscheidend ist dabei, dass diese Agenten nicht nur Informationen anzeigen, sondern im richtigen Moment auch konkrete Aktionen vorbereiten oder ableiten können – etwa indem sie Verantwortliche informieren, Handlungsempfehlungen geben oder Maßnahmen zur Prozessverbesserung anstoßen. Die Verbindung aus tiefem Prozessverständnis im Knowledge Graph und autonom arbeitenden KI Agenten ist für uns der nächste große Entwicklungsschritt in der Process Intelligence.
Unser Ziel ist es, Unternehmensdaten so aufzubereiten, dass künstliche Intelligenz sie optimal verstehen und nutzen kann. Auf dieser Grundlage sollen Manager, Process Owner und Fachbereiche künftig deutlich besser in ihren Entscheidungsprozessen unterstützt werden – nicht nur durch Dashboards, sondern durch konkrete, kontextbezogene und handlungsorientierte Erkenntnisse.

Wie möchtet ihr diese Vision in den kommenden Jahren konkret umsetzen?

Wir werden unseren Knowledge Graph konsequent weiterentwickeln und ihn noch stärker darauf ausrichten, von KI Systemen verstanden und genutzt zu werden. Bereits heute bildet unsere Lösung sehr differenzierte Zusammenhänge in Unternehmensprozessen ab. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf kausalen Zusammenhängen, nicht nur auf zeitlichen Abläufen.

Das ist ein wichtiger Unterschied: Wir möchten nicht nur zeigen, dass etwas passiert ist oder in welcher Reihenfolge Prozessschritte erfolgt sind. Wir möchten besser verstehen, warum bestimmte Muster entstehen, welche strukturellen Ursachen dahinterliegen und welche Maßnahmen tatsächlich Wirkung zeigen können.

In den kommenden Jahren werden wir deshalb die Schnittstelle zwischen Knowledge Graph und künstlicher Intelligenz weiter ausbauen. Dazu gehören agentenbasierte KI Funktionen, die gezielt Informationen aus dem Graphen abrufen, interpretieren und für konkrete Fragestellungen nutzbar machen. Perspektivisch sollen solche Agenten immer autonomer im Hintergrund arbeiten und Unternehmen kontinuierlich dabei unterstützen, Prozessprobleme zu erkennen, Ursachen zu analysieren und geeignete Maßnahmen abzuleiten.
Damit wollen wir Unternehmen noch präzisere Analysen und bessere Entscheidungsgrundlagen liefern.

An welche Zielgruppen richtet sich eure Lösung und welche Probleme löst ihr für diese konkret?

Unsere Lösung richtet sich vor allem an größere mittelständische Unternehmen sowie an Enterprise Kunden. Besonders relevant sind für uns Unternehmen ab etwa 1.000 Mitarbeitenden bis hin zu Organisationen mit 20.000 Mitarbeitenden oder mehr. Im Markt positionieren wir uns insbesondere unterhalb der sehr großen Fortune 500 Konzerne und sprechen damit Unternehmen an, die komplexe Prozesse und Systemlandschaften haben, aber zugleich pragmatische, schnell integrierbare und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen benötigen.
Wir helfen diesen Unternehmen, Transparenz über ihre Prozesse zu gewinnen, Engpässe und Fehlmuster zu erkennen und operative Verbesserungen datenbasiert abzuleiten. Dabei geht es nicht nur um Analyse, sondern auch um die konkrete Wertgenerierung. Deshalb begleiten wir unsere Kunden im Rahmen unserer Lizenzen aktiv dabei, aus den gewonnenen Erkenntnissen tatsächliche Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten und umzusetzen.

Wie stellt ihr sicher, dass komplexe Prozesse für Unternehmen verständlich und nutzbar gemacht werden?

Wir arbeiten mit unterschiedlichen Prozessdimensionen beziehungsweise Perspektiven. Das bedeutet: Prozesse können bei uns auf verschiedenen Detailebenen modelliert und analysiert werden.
Ein Process Owner, der für einen klar abgegrenzten Teilprozess verantwortlich ist, muss nicht den gesamten End to End Prozess in voller Komplexität sehen. Er bekommt genau die Perspektive, die für seinen Verantwortungsbereich relevant ist. Gleichzeitig kann eine Person, die einen systemübergreifenden End to End Prozess verantwortet, eine übergreifende Perspektive auf den gesamten Ablauf erhalten.
Dadurch machen wir komplexe Prozesse zielgruppengerecht nutzbar. Unterschiedliche Rollen im Unternehmen erhalten unterschiedliche Sichten auf dieselbe Datenbasis – von der operativen Detailanalyse bis zur Managementperspektive. Das reduziert Komplexität, ohne wichtige Informationen zu verlieren.

Was unterscheidet Noreja von klassischen Process Mining oder Analytics Lösungen am Markt?

Ein wesentlicher Unterschied ist, dass wir keinen klassischen Event Log benötigen. Dadurch ist die Datenanbindung deutlich schneller und näher an der Realität bestehender Quellsysteme. Wir können Daten so verarbeiten, wie sie tatsächlich in ERP oder anderen Unternehmenssystemen vorhanden sind, ohne dass sie zuvor umfangreich transformiert werden müssen.

Zweitens verfolgen wir einen anderen algorithmischen Ansatz. Mit unserem Causal Process Mining Ansatz betrachten wir nicht nur zeitliche Abfolgen, sondern auch strukturelle und kausale Zusammenhänge innerhalb von Prozessen. Dadurch können Nutzer bestimmte Fehlermuster und Prozessprobleme präziser identifizieren und besser verstehen, welche Ursachen dahinterliegen.

Drittens unterscheiden wir uns durch unser Preismodell. Klassische Process Mining und Enterprise Analytics Lösungen bewegen sich häufig im mittleren bis hohen sechsstelligen Lizenzbereich; im Enterprise Segment können auch siebenstellige Beträge entstehen. Wir möchten Process Intelligence für den gehobenen Mittelstand deutlich zugänglicher machen – mit einem transparenteren und niedrigeren Pricing, das besser zur Realität dieser Unternehmen passt.
Damit kombinieren wir technologische Tiefe mit einer Marktpositionierung, die nicht nur auf sehr große Konzerne ausgerichtet ist, sondern auch Unternehmen adressiert, die komplexe Prozesse haben, aber wirtschaftlich pragmatische Lösungen benötigen.

Welche Herausforderungen begegnen euch bei der Integration in bestehende Systemlandschaften?

Eine der größten Herausforderungen ist die Datenqualität. In vielen Unternehmen sind Daten historisch gewachsen, uneinheitlich gepflegt oder über mehrere Systeme verteilt. Besonders anspruchsvoll wird es, wenn unterschiedliche Systeme miteinander verbunden werden müssen und die Beziehungen zwischen den Daten nicht sauber dokumentiert oder nicht eindeutig sind.
Ein zentrales Thema sind dabei Schlüsselbeziehungen, also zum Beispiel IDs, Fremdschlüssel oder andere Identifikatoren, über die Objekte und Ereignisse systemübergreifend miteinander verknüpft werden können. Diese Verbindungen müssen korrekt erkannt und gematcht werden, damit ein belastbares Prozessbild entsteht.
Hinzu kommen Anforderungen rund um IT Security, Datenschutz und den Einsatz von KI. Viele Unternehmen stellen sich zurecht die Frage, ob öffentliche Large Language Models oder Cloud Dienste eingesetzt werden dürfen. Deshalb bieten wir auch vollständig lokale und isolierte LLM Setups an, um Datenschutz und Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden.

Wie geht ihr mit der Komplexität großer Datenmengen und unterschiedlicher Datenquellen um?

Unsere Architektur ist darauf ausgelegt, sehr große und heterogene Datenmengen zu verarbeiten. Im Knowledge Graph können auch mehrere Milliarden Objekte abgebildet werden. Dadurch lassen sich komplexe Prozessrealitäten sehr granular modellieren.
Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass Unternehmensdaten häufig nicht linear zusammenhängen. Daten laufen oft divergent und konvergent zusammen: Ein Objekt kann sich in viele Folgeobjekte verzweigen, mehrere Objekte können später wieder in einem gemeinsamen Vorgang zusammengeführt werden. Gerade bei Audit Tabellen oder Änderungsprotokollen entstehen dadurch sehr komplexe Join Bedingungen. Dort liegen teilweise Millionen oder Hunderte Millionen Events vor, die korrekt interpretiert und in ihren tatsächlichen fachlichen Zusammenhang gebracht werden müssen.

Hinzu kommen komplexe Kardinalitäten, etwa 1 n, n 1 oder n m Beziehungen. Klassische Prozessmodelle vereinfachen diese Realität häufig stark. Unser Anspruch ist es dagegen, diese Zusammenhänge so abzubilden, wie sie in den Quellsystemen tatsächlich existieren. Genau dafür eignet sich der Knowledge Graph Ansatz besonders gut, weil er auch komplexe Objektbeziehungen, Abhängigkeiten und Prozessstrukturen flexibel modellieren kann.
Für die Verbindung unterschiedlicher Datenquellen nutzen wir unter anderem sogenannte Makro Entitäten. Damit können Daten aus verschiedenen Quellsystemen miteinander in Beziehung gesetzt werden. Voraussetzung ist in der Regel ein gemeinsamer Identifier oder eine fachlich belastbare Logik, über die sich Datenpunkte aus System A mit Datenpunkten aus System B verbinden lassen.
So entsteht ein übergreifendes Prozessverständnis, das nicht an Systemgrenzen endet. Gerade das ist für viele Unternehmen entscheidend, weil reale Geschäftsprozesse selten nur in einem einzigen System stattfinden.

Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz in eurer Plattform und wie entwickelt ihr diesen Bereich weiter?

Künstliche Intelligenz spielt für uns eine zentrale Rolle. Wir verstehen uns als AI first Unternehmen. Der Knowledge Graph bildet die fachliche, strukturelle und prozessuale Grundlage, damit KI Unternehmensprozesse nicht nur oberflächlich auswertet, sondern in ihrem Kontext versteht.
Dafür haben wir ein agentenbasiertes System entwickelt. Unterschiedliche Agenten übernehmen unterschiedliche Aufgaben: Ein Agent liest Informationen aus dem Graphen aus, ein anderer interpretiert Kontextinformationen, ein weiterer kann externe Informationen recherchieren oder bestimmte Properties und Datenstrukturen analysieren.
Unser Ziel ist es, KI nicht isoliert auf Daten loszulassen, sondern ihr eine strukturierte, kontextreiche Wissensbasis zur Verfügung zu stellen. Dadurch sollen Analysen präziser, Antworten relevanter und Handlungsempfehlungen belastbarer werden. Insbesondere die Weiterentwicklung in Richtung Frontier Agents ist für uns zentral: also KI Agenten, die dauerhaft an Prozessproblemen arbeiten, Ursachen identifizieren, Compliance überwachen und bei relevanten Abweichungen geeignete nächste Schritte ableiten können.
Diesen Bereich werden wir in den kommenden Jahren konsequent weiter ausbauen.

Welche nächsten Schritte und Entwicklungen plant ihr für Noreja?

Der nächste große Schritt ist der gezielte Aufbau von Vertrieb und Customer Success. Wir möchten im DACH Markt bekannter werden, unsere Lösung breiter in den Markt bringen und insbesondere Unternehmen im gehobenen Mittelstand gewinnen.
Ein wichtiger Fokus liegt darauf, gemeinsam mit Kunden konkrete Success Stories aufzubauen. Wir möchten zeigen, welchen messbaren Wert Process Intelligence schaffen kann – etwa durch effizientere Abläufe, bessere Prozesssteuerung, geringere Fehlerquoten oder fundiertere Entscheidungen.
Produktseitig werden wir weiterhin daran arbeiten, Kontext und Content in der Plattform zu verbessern, damit Nutzer noch schneller zu relevanten Erkenntnissen gelangen. Gleichzeitig treiben wir die Weiterentwicklung unseres Knowledge Graphs und unserer KI Funktionen konsequent voran.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründern geben, die datengetriebene Geschäftsmodelle aufbauen möchten?

Erstens: Nicht zu technisch denken. Gerade bei datengetriebenen Geschäftsmodellen ist die Versuchung groß, vom Produkt oder von der Technologie her zu denken. Entscheidend ist aber das konkrete Nutzerproblem. Man sollte sehr genau verstehen, für wen man welches Problem löst und welchen Wert die Lösung tatsächlich schafft. Das haben auch wir im Laufe der Zeit immer stärker gelernt.

Zweitens: Risiken eingehen. Als Gründer muss man manchmal Entscheidungen treffen, ohne alles bis ins letzte Detail abgesichert zu haben. Natürlich braucht es Analyse und Vorbereitung, aber zu langes Zögern kann gerade in frühen Phasen gefährlich sein. Man muss bereit sein, Dinge auszuprobieren, zu lernen und bei Bedarf schnell nachzuschärfen.

Drittens: Bei der Personalsuche auf Seniorität achten. Gerade in einem anspruchsvollen technischen Umfeld ist es enorm wertvoll, Menschen ins Team zu holen, die wirklich Verantwortung übernehmen und Arbeit abnehmen können. Natürlich ist das initial teurer, aber sehr juniorige Profile erzeugen am Anfang häufig mehr Betreuungsaufwand, als sie entlasten. Gute Senior Leute können für ein junges Unternehmen ein echter Beschleuniger sein.

Bild Bildcredits @ Noreja

Wir bedanken uns bei Dr. Lukas Pfahlsberger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


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Bruck 12
6914 Hohenweiler
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Ansprechpartner: Dr. Lukas Pfahlsberger

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Steht der Onlinehandel vor seinem größten Umbruch?

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Frontnow Produktdaten KI im E Commerce optimieren

Frontnow entwickelt eine Plattform für Produktdaten und KI im E Commerce, die Daten strukturiert und für intelligente Anwendungen nutzbar macht

Wie ist Frontnow entstanden und wer sind die Köpfe hinter dem Unternehmen?

Gabriel Bobinski: Frontnow wurde 2020 in Berlin von Marc Funk gegründet, mit der klaren Vision, den digitalen Handel datengetrieben weiterzuentwickeln. Von Anfang an stand die Frage im Fokus, wie Produkte online besser verstanden, gefunden und ausgewählt werden können.
Heute besteht das Führungsteam aus Marc Funk als Gründer und Chief Revenue Officer, der sich auf Wachstum und Marktausbau konzentriert, und mir als CEO. Ich verantworte Strategie, Produkt und Organisation und bringe meine Erfahrung aus dem Aufbau und der Skalierung technologiegetriebener Unternehmen ein. Gemeinsam treiben wir die nächste Wachstumsphase von Frontnow voran.

Was war die ursprüngliche Idee hinter Frontnow und wie hat sie sich bis heute weiterentwickelt?

Gabriel Bobinski: Die ursprüngliche Idee war, Produktdaten im E-Commerce besser nutzbar zu machen. Viele Händler kämpfen mit fragmentierten, unvollständigen Daten, die weder für Kunden noch für Systeme optimal funktionieren.
Heute ist daraus ein deutlich umfassenderer Ansatz geworden. Wir sehen Produktdaten nicht mehr nur als operatives Thema, sondern als zentrale Infrastruktur im KI-getriebenen Handel. Unsere Plattform sorgt dafür, dass Daten strukturiert, vollständig und für KI-Systeme nutzbar sind. Ein zentraler Teil unseres Ansatzes ist dabei die intelligente Anreicherung mit externen Datenquellen. Genau darin sehen wir uns als klaren First Mover. Gleichzeitig verbinden wir diese Daten direkt mit Anwendungen im Shop, etwa durch KI-basierte Beratung. So entsteht ein durchgängiges System von der Datenbasis bis zur Kaufentscheidung.

Welche Vision verfolgt Frontnow für den E-Commerce der Zukunft?

Gabriel Bobinski: Wir glauben, dass Produktdaten zur zentralen Infrastruktur des digitalen Handels werden, ähnlich wie Websites oder mobile Apps in früheren Phasen.
Unsere Vision ist es, die Plattform zu sein, die diese Daten systematisch optimiert und für Menschen wie Maschinen nutzbar macht. Gleichzeitig wollen wir das Einkaufserlebnis neu definieren, indem wir KI direkt in die Interaktion zwischen Kunden und Shop integrieren.

Wie möchte Frontnow das Einkaufserlebnis im Onlinehandel konkret verändern?

Gabriel Bobinski: Das Einkaufserlebnis wird sich von einer klassischen Suche hin zu einer geführten, intelligenten Interaktion entwickeln. Nutzer wollen nicht mehr selbst filtern und vergleichen, sondern schneller zur richtigen Entscheidung kommen.
Wir ermöglichen genau das, indem wir strukturierte und angereicherte Produktdaten mit Conversational AI verbinden. Zum Beispiel über intelligente Chatbots, die Nutzer direkt im Shop beraten. Das Ergebnis ist ein deutlich intuitiveres Erlebnis, weniger Reibung im Kaufprozess und bessere Entscheidungen auf Kundenseite.

Welche Zielgruppen stehen bei Frontnow im Fokus und welche Bedürfnisse adressiert ihr besonders?

Gabriel Bobinski: Wir arbeiten vor allem mit E-Commerce-Händlern und Marken, die ihre Sichtbarkeit und Conversion in einem zunehmend KI-getriebenen Umfeld verbessern wollen.
Diese Unternehmen stehen vor der Herausforderung, dass ihre Produkte in klassischen wie generativen Suchumfeldern richtig verstanden und ausgespielt werden. Genau hier setzen wir an: Wir strukturieren und erweitern Produktdaten gezielt, auch mit Hilfe externer Datenquellen, und übersetzen diese Datenqualität direkt in kommerzielle Wirkung.

Wie stellt ihr sicher, dass eure KI-Lösungen wirklich einen Mehrwert für Onlinehändler und deren Kunden bieten?

Gabriel Bobinski: Für uns steht der messbare Impact im Mittelpunkt. Unsere Lösungen sind darauf ausgelegt, konkrete KPIs wie Sichtbarkeit, Conversion und Effizienz zu verbessern.
Wir sehen in der Praxis, dass bessere und kontextreichere Daten zu relevanteren Produktausspielungen führen, Rückfragen reduzieren und die Customer Experience deutlich verbessern. Gleichzeitig messen wir kontinuierlich, wie sich unsere Anwendungen auf das Nutzerverhalten auswirken, etwa durch schnellere Produktfindung oder geringere Absprungraten.

Was unterscheidet Frontnow von anderen Anbietern im Bereich KI im E-Commerce?

Gabriel Bobinski: Viele Lösungen adressieren entweder Daten oder das Frontend. Wir verbinden beides konsequent.
Klassische Systeme helfen vor allem dabei, Produktdaten zu verwalten. Unser Ansatz geht einen Schritt weiter: Wir machen diese Daten für eine KI-getriebene Welt tatsächlich nutzbar. Das heißt, wir denken Daten immer vom Anwendungsfall her und bringen sie direkt in die Interaktion mit dem Kunden. Hinzu kommt unser Ansatz, Produktdaten gezielt mit externen Datenquellen anzureichern. Genau diese Kombination aus Dateninfrastruktur, Anreicherung und Anwendungsebene ist in dieser Form am Markt noch selten.

Welche technologischen Herausforderungen begegnen euch bei der Entwicklung eurer Lösungen und wie geht ihr damit um?

Gabriel Bobinski: Die größte Herausforderung liegt in der Qualität und Komplexität von Produktdaten. Diese stammen aus unterschiedlichen Quellen, folgen keinen einheitlichen Standards und sind oft fehlerhaft oder unvollständig.
Unser Ansatz ist es, diese Daten systematisch zu strukturieren, zu harmonisieren und gezielt anzureichern, damit sie von KI-Systemen wirklich verstanden werden können. Gleichzeitig entwickeln wir unsere Plattform so, dass sie sich flexibel in bestehende Commerce-Systeme integrieren lässt.

Wie reagiert Frontnow auf die schnelle Entwicklung im Bereich Generative AI und den wachsenden Wettbewerb?

Gabriel Bobinski: Die Geschwindigkeit im Markt ist extrem hoch, deshalb setzen wir bewusst auf Fokus und klare Positionierung.
Wir konzentrieren uns auf das, was aus unserer Sicht der zentrale Engpass ist: die Qualität, Vollständigkeit und Nutzbarkeit von Produktdaten. Gleichzeitig entwickeln wir unsere Produkte kontinuierlich weiter und bringen neue KI-basierte Anwendungen schnell in den Markt. Unsere neue Teamstruktur hilft uns dabei, noch fokussierter zu skalieren und schneller auf Veränderungen zu reagieren.

Welche nächsten Schritte plant Frontnow in Bezug auf Produktentwicklung und Wachstum?

Gabriel Bobinski: Unser Fokus liegt klar auf Skalierung. Wir wollen unsere Plattform weiter im Markt verankern, international wachsen und unsere Produktlösungen weiter ausbauen.
Parallel dazu stärken wir unsere Position als zentrale Infrastruktur im KI-getriebenen Handel und bauen unseren technologischen Vorsprung, insbesondere bei der intelligenten Datenanreicherung, weiter aus.

Wo seht ihr Frontnow in den kommenden Jahren im internationalen Wettbewerb?

Gabriel Bobinski: Unser Anspruch ist es, ein prägendes Unternehmen an der Schnittstelle von Produktdaten, KI und Commerce aufzubauen.
Wir sehen uns perspektivisch als globalen Player, der mitdefiniert, wie Produktdaten genutzt werden und wie Kaufentscheidungen im digitalen Handel entstehen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründern geben, die im Bereich KI oder E-Commerce ein Startup aufbauen möchten?

Gabriel Bobinski: Erstens: fokussiert euch auf ein echtes Kernproblem und nicht nur auf die Technologie. KI ist ein Enabler, aber der Mehrwert entsteht durch die Lösung eines konkreten Pain Points.
Zweitens: denkt von Anfang an in skalierbaren Systemen und nicht in isolierten Features. Gerade im E-Commerce entscheidet Integration oft über Erfolg oder Misserfolg.
Drittens: Geschwindigkeit ist entscheidend. Märkte wie Generative AI entwickeln sich extrem schnell. Wer zu lange zögert, verliert den Anschluss.

Bild:@Frontnow

Wir bedanken uns bei Gabriel Bobinski für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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