Montag, Oktober 19, 2026
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Kyrok: Das erste KI-Betriebssystem für die Supply Chain im Pharma- und Chemie-Mittelstand

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Daniel Hofinger CEO Fotograf Guido Schwarz

Kyrok entwickelt ein KI-Betriebssystem, das mit KI-Agenten die Supply Chain mittelständischer Pharma- und Chemieunternehmen automatisiert und vorhandene Systeme intelligent erweitert.

Können Sie Kyrok kurz vorstellen und erzählen, wer das Unternehmen gegründet hat?

Kyrok ist das erste KI-Betriebssystem für Supply-Chain-Teams im Pharma- und Chemie-Mittelstand in der DACH-Region. Unsere branchenspezifischen KI-Agenten übernehmen Routineaufgaben entlang der Supply Chain, beginnend beim Kundenservice.

Kyrok legt sich dabei wie eine smarte Erweiterung über das bestehende Enterprise-Resource-Planning-System (ERP), ohne dass ein Unternehmen sein aktuelles System wechseln muss. Gegründet haben wir Kyrok 2025 zu zweit: mein Mitgründer Lukas Bierfreund und ich kennen uns aus dem Master an der WHU, unser Team sitzt in Berlin.

Wie entstand die Idee, ein KI-Betriebssystem für das Supply-Chain-Management in der Pharma- und Chemieindustrie zu entwickeln?

Lukas und ich haben uns gefragt, wo der Bedarf am größten ist und wo ein echter gesellschaftlicher Mehrwert entsteht. So sind wir beim Mittelstand der Pharma- und Chemiebranche gelandet, der kritischen Infrastruktur für Europa. Den Anstoß gab dann, was wir in den Werken sahen: In Betrieben, die hochkomplexe Medikamente und Chemikalien herstellen, werden Aufträge teils noch ausgedruckt und händisch in die nächste Excel-Tabelle übertragen.

Zwischen Kundenservice, Planung und Einkauf liegen Datensilos, die niemand verbindet. An der Technik fehlt es nicht, es hat nur nie jemand eine Lösung für genau diese Unternehmensgröße und ihre Anforderungen gebaut. Daher haben wir ein Jahr lang über 200 Interviews geführt und viele Betriebe vor Ort besucht, bevor wir die erste Zeile Code geschrieben haben.

Welche Vision verfolgen Sie mit Kyrok, und wie möchten Sie die Arbeit in Planung, Einkauf und Auftragsabwicklung langfristig verändern?

Heute fühlt sich die Arbeit oft wie ständiges Hinterherlaufen an: nachfragen, wo ein Auftrag steht, Tabellen abgleichen, Engpässe erst bemerken, wenn sie da sind. Das wollen wir umdrehen. Das System erledigt die Routine und meldet sich von selbst, bevor etwas auf der Kippe steht.

Die Menschen validieren und entscheiden, statt zu suchen. So wird ein Teil der europäischen Industrie widerstandsfähiger, der heute kaum Aufmerksamkeit bekommt.

Kyrok hat kürzlich 3,1 Millionen Euro in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde eingesammelt. Welche Bedeutung hat diese Finanzierung für die nächsten Entwicklungsschritte des Unternehmens?

Das Geld fließt vor allem in den Ausbau des Betriebssystems. Das Kundenservice-Modul ist bei unseren ersten Kunden im Einsatz und erfasst dort über 90 Prozent auch komplexere Aufträge fehlerfrei. Als Nächstes folgt der Einkauf, 2027 dann Produktions- und Materialplanung.

Parallel erweitern wir unser Team in Berlin. Am wichtigsten ist es uns, das Produkt gemeinsam mit unseren Pilotkunden zu vertiefen und die Ergebnisse zu belegen. Die Runde gibt uns den Spielraum, das in Ruhe und richtig zu tun, statt unter Druck zu wachsen.

Was hat Investoren wie Speedinvest, Arve Capital und erfahrene Branchenexperten davon überzeugt, in Kyrok zu investieren?

Speedinvest, unser Lead-Investor, kannten wir lange, bevor eine Finanzierung das Ziel war. Wir haben früh und viel inhaltlich gesprochen, daraus wuchs Vertrauen. Bei den weiteren Investoren war die Nähe zur Industrie entscheidend.

Arve Capital, das Family Office hinter dem Pharmaverpackungs-Marktführer Sanner, kennt den Pharma-Mittelstand aus der Innensicht. Dazu kommen Menschen wie Dr. Marcell Vollmer, früher Chief Procurement Officer bei SAP, die genau die Systemwelt kennen, auf die wir Kyrok aufsetzen. Diese Industrieexperten gewinnt man nicht mit einem schönen Pitch. Sie sehen sofort, ob ein Produkt die Realität trifft.

In der Pharma- und Chemieindustrie geht mit dem Ruhestand vieler Fachkräfte wertvolles Erfahrungswissen verloren. Wie adressiert Kyrok diese Herausforderung?

In vielen Betrieben steckt das entscheidende Wissen in einzelnen erfahrenen Mitarbeitenden: Wer weiß, wie man eine bestimmte Bestellung richtig einplant, wann es bei einem Lieferanten eng wird, welcher Sonderfall wie zu behandeln ist.

Bis 2040 erreicht in Deutschland rund ein Drittel aller Erwerbspersonen das Rentenalter. Die Produktionsstandorte abseits der Ballungsräume trifft das besonders. Geht so eine erfahrene Person in Rente, geht die Erfahrung mit.

Unsere KI-Agenten erfassen solche auf Erfahrungswissen basierenden Abläufe und machen sie für das ganze Team nutzbar, statt sie an einzelne Personen zu binden. So bleibt das Wissen im Unternehmen, auch wenn die Generation wechselt.

Wie gelingt es Ihnen, vorhandenes Wissen in Unternehmen zu erfassen und für KI-Agenten nutzbar zu machen?

Das beginnt nah an der täglichen Arbeit. Wir schauen uns mit den Teams ihre konkreten Abläufe an, in den Onboarding-Workshops direkt vor Ort in der Produktion. Aus den realen Fällen, den Systemen und dem, was die erfahrenen Mitarbeitenden uns zeigen, leiten wir ab, wie ein Vorgang sauber läuft.

Die Agenten übernehmen dann die wiederkehrenden Schritte, und der Mensch behält die Übersicht und entscheidet. Wichtig ist uns dabei eines: Wir tun das gemeinsam mit der Belegschaft und nicht über ihre Köpfe hinweg.

An welche Zielgruppen richtet sich Kyrok hauptsächlich, und welche konkreten Probleme lösen Sie für diese Unternehmen?

Wir richten uns an mittelständische Pharma- und Chemieunternehmen, typischerweise mit 50 bis 500 Mitarbeitenden. Allein im DACH-Raum sind es rund 3.000 Unternehmen. Diese Gruppe sitzt zwischen den Stühlen: Die großen Enterprise-Suiten sind für sie zu schwer und zu teuer, die KI-Tools am Markt lösen jeweils nur einen Ausschnitt.

Konkret nehmen wir ihnen die wiederkehrende Routine in Kundenservice, Einkauf und Planung ab und vernetzen Abläufe, die heute über getrennte Systeme und Excel-Tabellen verteilt sind. Mit den kommenden Modulen wollen wir dann auch frühzeitig warnen, wenn etwa ein Rohstoff knapp zu werden droht.

Was macht Kyrok aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu anderen KI-Lösungen für Supply-Chain-Prozesse?

Für einzelne Funktionen gibt es spezialisierte Anbieter, für Großkonzerne umfassende Supply-Chain-Suiten. Was es bisher nicht gab, ist ein System, das Kundenservice, Einkauf sowie Produktions- und Materialplanung in einem Betriebssystem zusammenführt und konsequent auf den Pharma- und Chemie-Mittelstand zuschneidet.

Die meisten KI-Tools am Markt sind horizontal gebaut, für alle Branchen zugleich und damit für keine richtig. Wir gehen bewusst den umgekehrten Weg: vertikal, tief in die Chemie- und Pharma-Branche hinein. So bilden wir die branchenspezifischen Abläufe ab, die hier über Erfolg oder Stillstand entscheiden: Endverbleibserklärungen, Gefahrgut, Betäubungsmittellizenzen. All das setzt auf dem vorhandenen ERP auf, statt es zu ersetzen.

Viele Unternehmen stehen KI noch mit Vorsicht gegenüber. Welche Rolle spielen Transparenz, Compliance und menschliche Kontrolle in Ihrem Ansatz?

Diese Vorsicht ist berechtigt, gerade in regulierten Branchen, und wir nehmen sie ernst. Bei uns trifft die KI keine Entscheidung im Alleingang: Die Agenten erledigen Vorarbeit und Routine, während Übersicht und Entscheidung beim Menschen bleiben, besonders in komplexen Fällen.

Dabei ist jeder Schritt nachvollziehbar, das Team sieht, was ein Agent getan hat und warum. Dazu liegen die Daten auf europäischer Infrastruktur, und unser Ansatz ist auf die regulatorischen Anforderungen der Branche ausgelegt.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen beim Aufbau eines KI-Unternehmens für regulierte Branchen wie Pharma und Chemie?

Das Schwierigste an einer regulierten Branche ist, dass man Vertrauen nicht einfordern kann, man muss es sich verdienen. Niemand übergibt einem jungen Unternehmen seine Auftragsabwicklung, weil die Demo gut aussah.

Dazu kommt, dass jeder Betrieb seine eigenen Sonderfälle hat, von Gefahrgut bis zu betriebsinternen Ausnahmen, die in keiner Standardsoftware sauber abgebildet sind. Wir mussten beweisen, dass wir das verstehen, und zwar im echten Betrieb, nicht auf Folien.

Deshalb arbeiten wir von Anfang an sehr eng mit unseren Kunden: Bevor wir irgendetwas einrichten, sitzen wir vor Ort mit dem Team zusammen und gehen ihre echten Fälle durch. Für das Onboarding gehen wir dann direkt in die Produktion. Genau dort entsteht das Vertrauen.

Welche nächsten Produktentwicklungen und Wachstumsziele stehen bei Kyrok aktuell im Fokus?

Produktseitig führen wir das Betriebssystem Schritt für Schritt zur vollständigen Supply Chain, in der Kundenservice, Einkauf sowie Produktions- und Materialplanung nahtlos ineinandergreifen.

Beim Wachstum geht es uns zuerst um Tiefe statt Breite: mehr Pilotkunden über die Pilotphase hinausführen, die Ergebnisse belegen, das Team in Berlin aufbauen. Mittelfristig sprechen wir denselben Mittelstand über den DACH-Raum hinaus europaweit an.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit KI-Lösungen komplexe Industrieprozesse neu denken möchten?

Erstens: Substanz vor Form. Die echten Erfolgskennzahlen sind Kundennutzen und ein tragfähiges Geschäft. Für mich zählt nicht die Zahl der Finanzierungsrunden oder gewonnenen Pitch-Wettbewerbe. Gerade bei komplexen Industrieprozessen heißt das, früh und viel mit echten Kunden zu sprechen und am Produkt zu arbeiten, statt sich mit „Fake Work“ wie endlosem Networking oder Skalierung vor dem Product-Market-Fit zu verzetteln.

Zweitens: Versteht die Branche, bevor ihr baut. In regulierten Industrien reicht eine clevere KI-Idee nicht, es zählt das echte Verständnis für die Abläufe und Datenbasis dahinter.

Drittens: Fokus schlägt Ressourcen. Gerade ohne unbegrenztes Kapital ist es entscheidend, genau die richtigen Dinge zu tun und den Rest konsequent ruhen zu lassen.

Bildcredits Fotograf Guido Schwarz

Wir bedanken uns bei Daniel Hofinger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Zwischen Förderzweck und Kapitalanlage: Kann das Genossenschaftsmodell die Energiewende finanzieren?

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Mitglieder: Genossenschaft und Energiegenossenschaften Josephine Fritzsche Bildcredits FPS

Der Ausbau erneuerbarer Energien verschlingt Milliarden und viele Kommunen stoßen bei der Finanzierung neuer Wind- und Solarparks an ihre Grenzen. Neben Nachrangdarlehen, geschlossenen Fonds, Crowdinvesting oder Green Bonds hat sich die Beteiligung an Energiegenossenschaften als eigenständiger Weg etabliert. Anders als bei klassischen kapitalmarktorientierten Investments werden Anleger hier nicht nur Kapitalgeber, sondern Mitglieder mit Stimm- und Mitspracherecht. Doch die genossenschaftliche Struktur unterscheidet sich grundlegend von anderen Beteiligungsformen – insbesondere hinsichtlich Handelbarkeit, Bewertung und Einflussnahme.

Was ist eine Energiegenossenschaft?

Eine Energiegenossenschaft ist ein Zusammenschluss von Bürgern, Unternehmen oder Kommunen mit dem Ziel, gemeinsam Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien, wie beispielsweise Photovoltaik-, Wind- oder Wärmeanlagen, umzusetzen. Die Einnahmen aus dem Stromverkauf fließen in Rücklagen, neue Projekte oder als Dividende an die Mitglieder. Im Vordergrund steht dabei nicht die Gewinnmaximierung, sondern der gesetzlich verankerte Förderzweck.

Der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) zählt in Deutschland rund 1.000 Energiegenossenschaften mit etwa 220.000 Mitgliedern. Im Jahr 2024 kamen 125 Neugründungen dazu, 64 davon im Bereich Umwelt, Energie und Wasser.

Wie handelbar sind Genossenschaftsanteile?

Anders als Aktien oder Fondsanteile sind Genossenschaftsanteile nicht über einen Kapitalmarkt handelbar. Die Mitgliedschaft ist grundsätzlich unbefristet und kann ordentlich gekündigt werden, meist mit einer Frist von ein bis zwei Jahren zum Geschäftsjahresende. Anleger haften mit ihren Geschäftsanteilen und im Worst-Case droht ein Totalverlust; eine Nachschusspflicht über die gezeichneten Anteile hinaus kann die Satzung jedoch ausschließen.

Die Mitgliedschaft ist höchstpersönlich und als solche nicht übertragbar. Übertragbar ist nur das Geschäftsguthaben, und zwar ausschließlich an Personen, die der Genossenschaft als Mitglied beitreten oder bereits Mitglied sind. Die Satzung kann die Möglichkeit der Übertragung zusätzlich einschränken.

Die Bewertung folgt dem genossenschaftsrechtlichen Nominalwertprinzip und weicht damit von der Praxis bei Kapitalgesellschaften ab. Ausgezahlt wird grundsätzlich nur der bilanzielle Nominalwert der geleisteten Einzahlung, zu- oder abzüglich etwaiger Gewinn- oder Verlustverrechnungen. Ein Mehrwert etwa aus stillen Reserven oder Goodwill steht dem ausscheidenden Genossen grundsätzlich nicht zu.

Reichweite und Grenzen des genossenschaftlichen Stimmrechts

Das Prinzip „ein Mitglied, eine Stimme“ ist das Markenzeichen der Genossenschaft. Unabhängig vom eingebrachten Kapital zählt jede Stimme gleich. Dieses Kopfstimmprinzip stärkt die Gleichberechtigung und verhindert eine Dominanz kapitalkräftiger Akteure.

Die Satzung kann in bestimmten Fällen Mehrstimmrechte vorsehen, wobei bei überwiegend privaten Mitgliedern keinem Mitglied mehr als drei Stimmen gewährt werden können. Bei Beschlüssen, die eine Dreiviertelmehrheit erfordern, gilt zwingend das Prinzip „ein Mitglied, eine Stimme“.

Lässt die Satzung der Genossenschaft sog. investierende Mitglieder zu (dazu sogleich), muss sichergestellt sein, dass diese die übrigen Mitglieder nicht überstimmen können. Möglich ist auch, dass investierende Mitglieder satzungsmäßig sogar gänzlich vom Stimmrecht ausgeschlossen werden. Die Genossenschaftsstruktur setzt dem Investoreneinfluss damit bewusst Grenzen.

Die Mitgliedschaft in der Genossenschaft als Kapitalanlage

Auch wenn der Förderzweck im Vordergrund steht, schließt das Genossenschaftsrecht eine Ausgestaltung der Mitgliedschaft als Kapitalanlage nicht aus. Die Satzung kann investierende Mitglieder zulassen, also natürliche oder juristische Personen, die keine Güter oder Dienste der Genossenschaft in Anspruch nehmen, sondern ausschließlich Kapitalanlageinteressen verfolgen. So kann die Genossenschaft Eigenkapital einwerben und bei hohem Kapitalbedarf institutionelle Investoren wie Versicherungen und Fonds ansprechen.

Energiegenossenschaften bieten institutionellen Investoren einen strukturell begünstigten, ESG-konformen Zugang zu Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien. Zwar bestehen keine exklusiven Förderprivilegien zugunsten der Genossenschaft als Rechtsform. Die für Bürgerenergiegesellschaften geltenden regulatorischen Erleichterungen, wie etwa die Befreiung von der Ausschreibungspflicht, setzen jedoch Strukturmerkmale voraus, die Genossenschaften typischerweise leichter erfüllen als Kapitalgesellschaften.

Das Genossenschaftsrecht setzt Kapitalanlegern aber zugleich enge Grenzen: Das Kopfstimmprinzip und die mögliche Beschränkung des Stimmrechts investierender Mitglieder verhindern, dass institutionelle Investoren eine Genossenschaft wie eine Aktiengesellschaft dominieren oder kontrollieren. In Verbindung mit dem gesetzlichen Förderzweck macht dies die Rechtsform für rein gewinnorientierte externe Investoren strukturell wenig attraktiv – ihnen fehlt der maßgebliche Einfluss, den sie von anderen Beteiligungsformen gewohnt sind.

Dies wird auch durch den Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der genossenschaftlichen Rechtsform bestätigt, den das Bundeskabinett am 15. Juli 2026 beschlossen hat. Der Entwurf stellt klar, dass die bloße Kapitalanlage keinen zulässigen Förderzweck im Sinne des Genossenschaftsgesetzes darstellt und begrenzt die zulässige Zahl der investierenden Mitglieder auf höchstens 50 % der Gesamtmitgliederzahl.

Fazit

Kann das Genossenschaftsmodell die Energiewende finanzieren? Ja, aber nur als ein Baustein unter vielen. Energiegenossenschaften mobilisieren Bürgerkapital dort, wo klassische Bankkredite oder institutionelle Investoren nicht greifen: bei regionalen, dezentralen Projekten mit überschaubarem Volumen.

Für die großvolumige, renditeorientierte Finanzierung setzt die Rechtsform wegen der fehlenden Kapitalmarktfähigkeit der Anteile, des Nominalwertprinzips und des begrenzten Investoreneinflusses klare Grenzen.

Wer demokratische Teilhabe an der regionalen Energieversorgung sucht, findet in der Energiegenossenschaft ein rechtlich etabliertes Modell mit hoher Stabilität. Bürgerkapital kann den Bankkredit damit nicht ersetzen, aber dort ergänzen, wo Mitbestimmung und Förderzweck wichtiger sind als Rendite.

Bildcredits FPS

Autor

Dr. Josephine Fritzsche ist Rechtsanwältin bei FPS in Berlin. Sie berät nationale und internationale Unternehmen im Gesellschaftsrecht und bei M&A-Transaktionen. Sie promovierte an der Freien Universität Berlin und ist seit 2025 als Rechtsanwältin zugelassen.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

neo:sense von WEYV Technology: Wie das Startup Schatten-KI in Unternehmen stoppt

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WEYV Technology: neo:sense bringt KI in Unternehmen links: Daniel Schaffeld, rechts: René Tillmann

WEYV Technology entwickelt mit neo:sense eine KI für die regelbasierte Prüfung und Korrektur sensibler Dokumente in Unternehmen.

Können Sie WEYV Technology kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für neo:sense entstanden ist?

WEYV Technology haben Daniel Schaffeld und ich im März 2024 in Köln gegründet. Die Idee zu neo:sense kam nicht am Reißbrett, sondern aus der Praxis: Wir entwickelten zunächst eine Vertragsprüfungslösung für das Berliner Legal-Tech-Start-up Neo.Law. Die Wirtschaftskanzlei orka testete sie ausgiebig und genau aus diesem Praxistest entstand im Juli 2025 neo:sense als eigenständiges Produkt.

Wer steht hinter WEYV Technology, und welche Erfahrungen bringen René Tillmann und Daniel Schaffeld in das Unternehmen ein?

Mit künstlicher Intelligenz beschäftigen Daniel und ich uns schon deutlich länger als der aktuelle Hype, seit rund elf Jahren, unter anderem über unsere hijob GmbH im Recruiting-Bereich. Dazu bringe ich über 20 Jahre Erfahrung im Enterprise-IT-Geschäft mit, unter anderem als Key Account Manager für Data-Center-Lösungen bei Comparex und Inforsacom Logicalis, Daniel über 15 Jahre als Geschäftsführer digitaler Unternehmen, darunter mehr als sechs Jahre an der Spitze der fotocommunity GmbH.

Schatten KI wird für Unternehmen zunehmend zum Risiko. Warum greifen Mitarbeitende Ihrer Erfahrung nach trotzdem auf nicht freigegebene KI Tools zurück?

Meine Hypothese: Es geht schlicht um Zeit. Mitarbeitende sehen jeden Tag, was KI-Tools an Arbeit abnehmen können und wollen genau das für sich nutzen. An Datenschutz, Governance oder mögliche Datenprobleme denken sie in diesem Moment am wenigsten. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil der Zeitdruck im Alltag stärker ist als das abstrakte Risiko.

Welche Vision verfolgen Sie mit WEYV Technology, und wie möchten Sie den sicheren Einsatz von KI in Unternehmen voranbringen?

Heute prüft neo:sense Dokumente, morgen soll es sich an sie erinnern. Wir entwickeln das System gerade vom Prüf- und Korrekturvorgang zu einem echten Gedächtnis für Unternehmen: neo:sense wird sich dann merken, welche Verträge und Unterlagen bereits geprüft wurden, was daran geändert wurde und warum. Ändert sich morgen eine Regel, etwa durch ein neues Gesetz, erkennt das System von selbst, welche Dokumente betroffen sind, und passt sie an. Wir wollen weg von einem Prüf- und Korrekturprozess zu der Instanz, die für Unternehmen jederzeit weiß, wo sie regulatorisch stehen, ohne dass das jemand manuell nachhalten muss.

neo:sense ist bewusst keine eigenständige KI Anwendung. Warum haben Sie sich für die Integration in bestehende Software und Prozesse entschieden?

Weil niemand ein weiteres Tool braucht. Genau das ist ja der Grund, warum Mitarbeitende überhaupt zu ChatGPT und Co. greifen: Sie wollen nicht erst eine neue Anwendung lernen, sondern einfach schneller fertig sein. Also haben wir neo:sense so gebaut, dass es sich in die Programme einfügt, die ohnehin schon genutzt werden, etwa direkt in Word. Je organischer die Integration, desto eher wird sie auch wirklich verwendet und genau darauf kommt es an. Für Unternehmen, die keine passende Umgebung dafür haben, bieten wir neo:sense aber auch als Stand-alone-Lösung an.

Verträge und andere Dokumente werden anhand unternehmensspezifischer Regeln geprüft. Wie funktioniert dieser Ansatz in der Praxis?

In fünf Schritten: Zunächst werden bestehende Verträge, Vorgaben oder Gesetze hochgeladen. Daraus erstellt neo:sense in wenigen Minuten ein sogenanntes Playbook, das Expert:innen bearbeiten und freigeben. Danach kann jede:r im Unternehmen ein Dokument hochladen, ganz ohne Vorkenntnisse. neo:sense prüft es Regel für Regel, begründet jede Änderung, korrigiert regelkonform und kontrolliert am Ende die eigene Arbeit noch einmal nach, inklusive lückenloser Aufstellung aller Änderungen.

Was unterscheidet neo:sense von klassischen KI Lösungen für die Analyse und Bearbeitung von Verträgen?

Zwei Dinge: Erstens arbeiten wir nicht mit offenem Prompting, sondern mit einem festen Regelwerk. Das heißt, niemand muss eine neue „Sprache“ lernen, um damit umzugehen und dasselbe Dokument liefert immer dasselbe Ergebnis, ohne Halluzinationsrisiko. Egal, wer es nutzt. Zweitens bleibt klassische Prüfsoftware zumeist bei reiner Fehlermarkierung stehen, während neo:sense Verstöße auch direkt regelkonform korrigiert, als nachverfolgbares Redlining direkt in Word. Man kann sich das ein bisschen wie einen TÜV für Verträge vorstellen: feste, bekannte Prüfkriterien statt einer Einzelmeinung, die morgen schon wieder anders ausfallen könnte.

Nachvollziehbarkeit und Reproduzierbarkeit stehen bei Ihnen im Mittelpunkt. Warum sind diese Eigenschaften bei sensiblen Dokumenten so entscheidend?

Eine Antwort, die man nicht erklären kann, ist bei Verträgen gefährlich: Jede Änderung muss lückenlos nachvollziehbar sein, sonst ist es nur schneller geraten statt schneller geprüft. Gerade in regulierten Bereichen verlangen Vorgaben wie der EU AI Act oder DORA ohnehin eine belegbare Prüfung. Das können generische KI-Assistenten schlicht nicht liefern.

Wie kann WEYV dazu beitragen, Expertenwissen nicht nur bei einzelnen Mitarbeitern zu belassen, sondern im Unternehmen skalierbar zu machen?

Indem Expert:innen ihr Wissen einmal als Playbook festhalten. Danach steht es der gesamten Organisation in gleicher Qualität zur Verfügung, egal ob das jemand im Einkauf, in der Rechtsabteilung oder im Vertrieb braucht, statt an einzelnen Personen zu hängen und mit ihnen das Unternehmen wieder zu verlassen. Neue Mitarbeitende müssen sich dieses Wissen dann nicht erst mühsam aneignen, sie arbeiten vom ersten Tag an mit demselben Qualitätsstandard wie die erfahrensten Kolleg:innen im Haus. Wichtig ist dabei trotzdem: Die Endverantwortung für das Ergebnis liegt weiterhin beim Menschen. neo:sense skaliert das Wissen, nicht die Verantwortung dafür.

Viele Unternehmen versuchen Schatten KI durch Verbote zu verhindern. Warum reicht dieser Ansatz aus Ihrer Sicht nicht aus?

Ein Verbot lässt das eigentliche Bedürfnis nicht verschwinden, es verschiebt es nur ins Verborgene. Der Zeitdruck, der Mitarbeitende zu privaten KI-Tools treibt, ist am nächsten Tag noch genauso da, nur wird jetzt heimlich statt offen mit privaten Tools gearbeitet. Die IT-Abteilung verliert also nicht nur die Kontrolle, sondern auch die Sichtbarkeit über das Problem. Wirksam wird Governance erst, wenn die sichere Variante mindestens so schnell ist wie die unsichere Abkürzung.

Welche Branchen und Anwendungsfälle stehen für WEYV Technology künftig besonders im Fokus, und wie soll sich neo:sense weiterentwickeln?

Am stärksten wirkt neo:sense schon heute in regulierten Bereichen, überall dort, wo Dokumente festen Regeln folgen, von Verträgen über Datenschutz-Unterlagen bis zu Förderanträgen und Ausschreibungen. Besonders im Fokus stehen für uns Legal, IT-Dienstleister und Behörden, aber wir bleiben aktuell bewusst offen: Auch Banken oder die Pharmabranche haben genau diese Kombination aus strengen Regeln und hohem Dokumentenaufkommen und wir können uns den Einsatz dort sehr gut vorstellen. Wie sich neo:sense dafür weiterentwickeln soll, habe ich ja bereits mit dem Blick auf das Gedächtnis schon beschrieben. Das bleibt unser roter Faden, unabhängig von der Branche.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein KI Unternehmen für regulierte oder besonders sensible Bereiche aufbauen möchten?

Erstens: Baut nicht für den Prompt, baut für den Prozess. In sensiblen Bereichen zählt nicht die beeindruckendste Antwort, sondern die nachvollziehbarste. Zweitens: Sucht euch früh einen kritischen Praxispartner, der euer Produkt wirklich auf die Probe stellt. Bei uns war das orka, und genau dieser Realitätscheck hat neo:sense zu dem gemacht, was es heute ist. Drittens: Unterschätzt nie, wie viel Vertrauen ihr am Anfang verspielt, wenn ihr Genauigkeit gegen Geschwindigkeit eintauscht. In sensiblen Bereichen holt man verlorenes Vertrauen kaum zurück.

Bild Gründerteam Bildcredits Nullprozente UG (haftungsbeschränkt)

Wir bedanken uns bei René Tillmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Abmahnfalle Social Media: Wie Musik in Reels für Unternehmen teuer wird

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Musik auf Social Media: Abmahnung vermeiden Tim Kniepkamp Bildcredits Suitcase

Social-Media-Videos sind schnell produziert. Ein kurzer Clip wird mit einem bekannten Song unterlegt. Das ist heute der Standard. Doch was privat unproblematisch ist, birgt für Selbstständige und Firmen enorme rechtliche Risiken. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann schnell teuer werden.

Die Plattform-Lizenz schützt Firmen nicht

Der Fehler passiert oft aus Unwissenheit. Viele Nutzer glauben, sie dürfen jedes Musikstück verwenden, das Plattformen wie Instagram oder TikTok anbieten. Technisch ist das Einbinden von Songs über die Musikbibliothek der Apps sehr leicht. Das Problem liegt jedoch in der Lizenzierung. Die Plattformen erwerben die notwendigen Rechte ausschließlich für die private Nutzung. Wenn ein Konto gewerblich ist, greifen diese Lizenzen nicht. Wer dann geschützte Musik ohne eigene Lizenz postet, verletzt das Urheberrecht.

Wann ein Account geschäftsmäßig ist

Die Grenze zwischen privater und gewerblicher Nutzung ist in der Praxis nicht trennscharf. Eindeutig kommerziell sind Accounts von Kapitalgesellschaften oder eingetragenen Kaufleuten. Aber auch Solo-Selbstständige oder Freiberufler handeln im rechtlichen Sinne geschäftsmäßig. Selbst ein scheinbar privater Account wird gewerblich, sobald dort ein Produkt gezeigt oder eine Dienstleistung beworben wird. Ein entscheidendes Indiz ist die Impressumspflicht. Sobald ein Kanal ein Impressum benötigt, ist bei der Nutzung von Musik auf Social Media Vorsicht geboten.

Warum Löschen allein keine Lösung ist

Die erste Reaktion vieler Unternehmen ist Panik. Der betroffene Post wird unverzüglich gelöscht. Das beendet zwar die andauernde Verletzung des Urheberrechts, löst aber nicht das eigentliche Problem. Die Rechtsverletzung ist bereits in der Vergangenheit geschehen. Die Rechteinhaber haben den Verstoß im Vorfeld der Abmahnung meist durch Screenshots oder digitale Archivdienste gerichtsfest dokumentiert. Das Löschen des Videos entbindet also nicht von der Pflicht, sich mit den gestellten Forderungen auseinanderzusetzen.

Was der Verstoß kostet

Rechteinhaber und Musiklabels verfolgen diese Verstöße zunehmend. Betroffene erhalten in der Regel eine formelle Abmahnung. Darin wird eine Unterlassungserklärung gefordert – gepaart mit einer Schadenersatzforderung. Die Berechnung dieses Schadens erfolgt meist nach der sogenannten Lizenzanalogie. Also: Was hätte eine reguläre Lizenz für diesen Beitrag gekostet? Da es für Social Media keine einheitlichen Preistabellen gibt und bislang ein klarer Maßstab in der Rechtsprechung fehlt, schwanken die Forderungen enorm. Sie reichen regelmäßig von niedrigen vierstelligen bis mittleren fünfstelligen Beträgen pro Post.

Außergerichtliche Schlichtung als Alternative

Eine klassische Abmahnung endet oft in einem teuren juristischen Streit. Neben dem Schadenersatz müssen meist die Anwaltskosten der Gegenseite getragen werden. Die strafbewehrte Unterlassungserklärung bindet langfristig und erhöht den Streitwert – in der Folge also auch die Anwaltskosten. Eine Alternative ist die außergerichtliche Konfliktlösung. In digitalen Schlichtungsverfahren einigen sich die Parteien schnell auf eine rein wirtschaftliche Kompensation. Solche Einigungen erfolgen vertraulich und ersparen den Betroffenen die Übernahme gegnerischer Anwaltskosten. Der Fokus liegt auf einer schnellen, gesichtswahrenden Lösung.

Tipps für rechtssicheren Content

Aufklärung ist immer der beste Schutz. Stellen Sie gewerbliche Social-Media-Kanäle konsequent auf lizenzfreie Musik um. Nutzen Sie ausschließlich Sound-Bibliotheken, die explizit für kommerzielle Zwecke freigegeben sind. Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter oder externe Agenturen für dieses Risiko. Im Zweifel gilt: Verzichten Sie auf Musik und setzen Sie stattdessen auf Voice Content. Das schützt vor unerwarteten Abmahnungen.

Hinweis

Wir machen darauf aufmerksam, dass die Inhalte dieses Beitrags lediglich dem unverbindlichen Informationszweck dienen. Sie stellen keine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne dar. Der Inhalt kann und soll eine individuelle und verbindliche Rechtsberatung, die auf Ihre spezifische Situation eingeht, nicht ersetzen. Alle bereitgestellten Informationen verstehen sich ohne Gewähr auf Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

Bildcredits Suitcase

Autor:

Tim Kniepkamp ist Jurist und Geschäftsführer der digitalen Schlichtungsstelle „Suitcase“ in München. Seine Plattform vermittelt außergerichtliche Einigungen u.a. bei Konflikten im Medien- und Urheberrecht. Ziel ist die effiziente Konfliktlösung. 

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Was knapp drei Millionen Marken über Startup-Namen verraten

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Name, Marken und Gründer: Warum Markenrecherche wichtig ist Ron van de Sand Fotograf Jennifer Wickert

Ein Unternehmen zu gründen bedeutet, früh sehr viele Entscheidungen gleichzeitig zu treffen. Produkt entwickeln, erste Kunden gewinnen, eine Landingpage bauen, Social-Media-Kanäle sichern und SEO-Sichtbarkeit aufbauen. Vieles davon lässt sich später noch verändern oder optimieren. Eine Entscheidung zieht sich dagegen von Anfang an durch fast alles: der Name.

Wie soll das Unternehmen oder das Produkt heißen? Die Frage klingt zunächst einfach, zumindest bis man sich intensiv damit beschäftigt. Denn euer Name soll nicht nur kurz sein, sondern gleichermaßen prägnant und modern wirken und am besten sofort vermitteln, was ihr macht. Die passende Domain wäre ebenfalls schön. Am Ende steht dann die alles entscheidende Frage: Sollte ich mir den Namen schützen lassen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn daraus kann schnell ein eigener, mitunter monatelanger Prozess entstehen. Dazu gehören beispielsweise der Gang zum Markenanwalt, die Beschreibung der relevanten Nizza-Klassen und schließlich die Markenanmeldung selbst, etwa beim Deutschen Patent- und Markenamt oder beim EUIPO (Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum).

Ich selbst bin diesen Weg des Öfteren gegangen, und er kann durchaus frustrierend sein. Denn neben der Frage, ob eine Marke grundsätzlich eintragungsfähig ist, entscheidet nicht nur die eigentliche Anmeldung. Relevant ist auch, wie ähnlich eine neue Marke bereits bestehenden Marken klingt, wie sie wirkt und ob sich die dahinterliegenden Waren oder Dienstleistungen inhaltlich überschneiden.

Ganz unabhängig davon, ob ihr euch am Ende für oder gegen eine Markenanmeldung entscheidet: Eine gründliche Recherche zu bereits bestehenden Marken ist unerlässlich. Nicht nur, weil im schlimmsten Fall Abmahnungen, Unterlassungsansprüche oder ein späterer Namenswechsel drohen können. Sondern auch, weil ihr sehr wahrscheinlich schon früh Zeit, Geld und Arbeit in die Sichtbarkeit eurer Marke investiert habt. Domain, Website, SEO, Social Media und erste Marketingmaßnahmen bauen auf diesem Namen auf. Je später ihr feststellt, dass es problematische Überschneidungen gibt, desto teurer und aufwendiger wird es, diesen Fehler zu korrigieren.

Wenn gute Ideen plötzlich ziemlich ähnlich aussehen

Viele Gründer neigen bei der Namenswahl öfter zu ähnlichen Mustern. Ganz konkret habe ich knapp drei Millionen europäische Markennamen ausgewertet. Dabei zeigt sich, dass Namensbestandteile wie „Tech“ (ca. 21.000-mal) oder „eco“ und „smart“ (jeweils ca. 13.000-mal) sowie Endungen wie „io“, „ly“ oder „fy“ tausendfach auftauchen. Das ist kein Zufall. Bei der Namenssuche greifen viele Gründer zu Begriffen, die modern klingen, vertraut wirken und möglichst schnell erklären, was das Unternehmen macht.

Je stärker sich ein Name an bekannten Begriffen und aktuellen Trends orientiert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass viele andere auf eine ähnliche Idee gekommen sind. Ein guter Name muss deshalb nicht möglichst viel erklären. Er sollte vor allem genug Eigenständigkeit besitzen, um nicht zwischen Hunderten ähnlich klingenden Marken unterzugehen.

Der KI-Boom bringt seinen eigenen Trend mit sich

Die Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 läutete nicht nur eine neue Ära der Effizienzsteigerung und eine bis dahin beispiellose Verbreitung generativer KI ein. Sie wurde zugleich zum Startschuss für eine neue KI-Gründungswelle, die innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Branchen erfasste.

Das zeigt sich nicht nur an der zunehmenden Anzahl registrierter Firmen in Deutschland, sondern auch an der Anzahl der Anmeldungen beim EUIPO. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 wurden knapp 200.000 Marken angemeldet, 2019 waren es noch rund 160.000, ein Zuwachs von nahezu 23 Prozent.

Der KI-Gründungshype zeigt sich aber nicht nur an den reinen Zahlen der Anmeldungen. Auch die Namen selbst zeigen ein deutliches Muster. Rund zwei Drittel aller datierten EU-Markennamen mit „AI“ oder „GPT“ wurden erst nach 2022 registriert, obwohl das Register Jahrzehnte zurückreicht. Bis Ende 2022 waren es nicht einmal 800, seit 2023 kamen bereits 1.470 hinzu, also fast doppelt so viele wie in der gesamten Zeit davor.

Und ganz nebenbei gewann auch das nahezu unbekannte britische Überseegebiet Anguilla augenscheinlich an Attraktivität bei vielen Gründern. Der Grund dürfte allerdings weniger an den Stränden liegen, sondern vielmehr an der Länder-Domain „.ai“, unter der viele der neuen KI-Unternehmen ihre Webseiten registrieren.

Euer Markenname wird nie „perfekt“ sein

Auch wenn es immer schwieriger wird, einen kurzen und selbsterklärenden Namen zu finden, solltet ihr euch davon nicht abschrecken lassen, auch wenn fast täglich neue Marken registriert und auch passende Domains knapper werden. Ein guter Markenname muss nicht alles sofort erklären und schon gar nicht „perfekt“ sein. Viel wichtiger ist, dass er zu euch passt, im Kopf bleibt, bei euren Kunden funktioniert und nicht durch andere bereits besetzt ist.

Fragt deshalb ruhig Kunden, Freunde oder Bekannte, was sie empfinden, wenn sie den Namen zum ersten Mal hören. Was kommt ihnen als Erstes in den Sinn? Woran erinnert sie der Name? Und können sie ihn sich nach kurzer Zeit noch merken?

Am Ende zählt immer das, was ihr daraus macht.

Bildcredits Jennifer Wickert

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Mietminderung bei Wasserschaden: Das steht Mietern zu

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Mieter: Schaden und Minderung richtig handhaben Benjamin Kominek

Ein dunkler Fleck an der Decke, Wasser im Laminat oder ein Rohrbruch in der Wand: Wasserschäden zählen zu den häufigsten Problemen in Mietwohnungen. Für die Bewohner beginnt dann oft ein wochenlanger Ausnahmezustand. Feuchte Wände, aufgequollene Böden und dröhnende Trocknungsgeräte machen das Wohnen zur Belastung. Viele Mieter wissen nicht, dass sie in dieser Zeit weniger Miete zahlen müssen. Dabei ist die Rechtslage eindeutig.

Wann Mieter die Miete mindern dürfen

Die Grundlage steht in Paragraf 536 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Schränkt ein Mangel die Nutzung der Wohnung spürbar ein, ist die Miete automatisch gemindert. Ein Antrag ist nicht nötig. Auch auf die Zustimmung des Vermieters kommt es nicht an. Die Minderung gilt ab dem Tag, an dem der Schaden gemeldet wurde. Gerechnet wird tagesgenau bis zur vollständigen Beseitigung, die Trocknungsphase eingeschlossen. Eine Ausnahme gibt es: Wer den Schaden selbst verursacht hat, darf nicht mindern. Das gilt etwa, wenn der Schlauch der eigenen Waschmaschine platzt.

Ohne Meldung kein Recht

Der wichtigste Schritt ist die Mängelanzeige. Mieter müssen den Schaden unverzüglich melden. Wer das versäumt, verliert das Minderungsrecht für diesen Zeitraum und haftet im schlimmsten Fall sogar für Folgeschäden. Bei laufendem Wasser gilt: sofort anrufen, danach schriftlich nachziehen. Die Anzeige sollte den Schaden konkret beschreiben und eine Frist zur Beseitigung setzen. Fotos mit Datum, kurze Notizen zum Verlauf und Zeugen sichern die Beweislage. Auch die Ankündigung der Minderung gehört in das Schreiben. Das schafft klare Verhältnisse und beugt Streit vor.

Wie hoch darf die Minderung ausfallen?

Eine gesetzliche Tabelle gibt es nicht, die Quote richtet sich nach dem Einzelfall. Aus der Rechtsprechung lassen sich aber Orientierungswerte ableiten. Feuchte Wände ohne echten Nutzungsausfall rechtfertigen etwa fünf bis fünfzehn Prozent. Ist ein Raum nicht mehr nutzbar, sind fünfzehn bis dreißig Prozent üblich. Laufen Trocknungsgeräte in mehreren Räumen, steigen die Quoten wegen Lärm, Abwärme und blockierter Flächen auf dreißig bis sechzig Prozent. Bei einer unbewohnbaren Wohnung entfällt die Miete komplett. Berechnungsgrundlage ist die Bruttomiete, also Kaltmiete plus Nebenkostenvorauszahlung. Wer unsicher ist, zahlt zunächst unter Vorbehalt weiter und fordert den Differenzbetrag später zurück.

Trocknungsgeräte: Der Strom geht auf den Vermieter

Bautrockner laufen meist Tag und Nacht, oft über mehrere Wochen. Je Gerät kommen schnell 15 bis 25 Kilowattstunden am Tag zusammen. Das summiert sich auf über hundert Euro Stromkosten im Monat. Diese Kosten trägt der Vermieter beziehungsweise dessen Versicherung. Mieter sollten den Zählerstand beim Aufstellen und beim Abbau der Geräte fotografieren und die Differenz in Rechnung stellen. Die Minderung wegen Lärm und eingeschränkter Nutzung kommt zusätzlich dazu. Ein Punkt für später: In der Nebenkostenabrechnung haben Trocknungs- und Reparaturkosten nichts verloren.

Wer zahlt was?

Nach einem Wasserschaden sind oft mehrere Versicherungen im Spiel. Schäden am Gebäude, also Wände, Böden und die Trocknung, laufen über die Gebäudeversicherung des Eigentümers. Beschädigte Möbel und Geräte des Mieters ersetzt dessen Hausratversicherung oder der Verursacher. Wichtig zu wissen: Auch wenn der Nachbar den Schaden verursacht hat, bleibt der Vermieter der richtige Ansprechpartner für Minderung und Reparatur. Der Mietvertrag besteht mit ihm. Das Geld holt er sich anschließend beim Verursacher zurück.

Diese Fehler kosten Geld

Der häufigste Fehler ist eine überzogene Quote. Wer über Monate deutlich zu wenig zahlt, riskiert eine Kündigung wegen Zahlungsverzugs. Kritisch wird es ab einem Rückstand von zwei Monatsmieten. Die Zahlung unter Vorbehalt ist deshalb der sichere Weg. Fehler Nummer zwei sind mündliche Absprachen. Was nicht schriftlich festgehalten ist, lässt sich später kaum beweisen. Und schließlich verschenken viele Betroffene schlicht Geld, weil sie ihre Rechte gar nicht erst geltend machen.

Digitale Hilfe für Mieter

Wer sich Formulierungen und Fristen nicht zutraut, muss nicht gleich zum Anwalt. Mieterportale im Netz übernehmen inzwischen viele dieser Schritte. Sie erstellen Mängelanzeigen mit korrekter Fristsetzung, ordnen Fotos des Schadens einer realistischen Minderungsquote zu, erinnern an laufende Fristen und versenden Schreiben direkt an den Vermieter. Auch die spätere Nebenkostenabrechnung lässt sich digital auf unzulässige Posten prüfen. Eine Rechtsberatung im Streitfall ersetzt das nicht. Für die ersten Schritte reicht es aber meistens aus. Wer schnell meldet, sauber dokumentiert und mit Augenmaß mindert, kommt gut durch die nasse Zeit.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sechsstelliges Investment: Indoor-Garten-Startup Everleaf expandiert

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Everleaf: Marketing und Produktentwicklung im Fokus Bild: Christophe Vermeersch vor Indoor Garten @ Everleaf

Everleaf holt mittleren sechsstelligen Betrag und bereitet den Schritt über DACH hinaus vor

Das Wiener Indoor-Garten-Startup Everleaf hat eine neue Finanzierungsrunde im mittleren sechsstelligen Bereich abgeschlossen. Zu den neuen Investoren zählt ein Gründer, der bereits im Silicon Valley ein Unternehmen erfolgreich aufgebaut und verkauft hat. Der größte Teil des Kapitals geht in die Vorfinanzierung der Ware, dazu kommen Marketing und Produktentwicklung. Ab dem kommenden Jahr will das Unternehmen erstmals neue Märkte erschließen.

Frisches Gemüse in der eigenen Wohnung ernten, ohne Garten und ohne grünen Daumen: Mit diesem Versprechen ist Everleaf mit der ersten Version seines vertikalen Indoor-Gartens auf den Markt gegangen. Zuletzt hatte sich im Mai 2025 Bestandsinvestor Michael Grabner, der über „2 Minuten 2 Millionen“ eingestiegen war, an einer sechsstelligen Runde beteiligt. Damals lautete das Ziel, den Umsatz im laufenden Jahr zu verzehnfachen. Dieses Ziel hat Everleaf nach eigenen Angaben beinahe erreicht. Im laufenden Jahr wächst das Unternehmen erneut deutlich.

Jetzt folgt die nächste Runde. Everleaf hat frisches Kapital im mittleren sechsstelligen Bereich aufgenommen und mehrere neue Investoren an Bord geholt.

Silicon Valley Erfahrung im Gesellschafterkreis

Die neuen Investoren beteiligen sich als Business Angels und bringen neben Kapital vor allem Netzwerk und operative Erfahrung mit. Einer von ihnen hat im Silicon Valley selbst ein Unternehmen aufgebaut und erfolgreich verkauft. Auf eigenen Wunsch werden die neuen Gesellschafter nicht namentlich genannt.

„Geld allein löst in unserer Phase wenig. Was uns wirklich weiterbringt, sind Leute, die den Weg vom Startup zum großen Unternehmen schon einmal gegangen sind und wissen, wo es dabei knirscht“, sagt Gründer Christophe Vermeersch.

Stärkung des Working Capital

Ein Großteil der neuen Mittel fließt nicht in Marketing, sondern in die Ware selbst. Für Everleaf ist das die zentrale Herausforderung im Consumer Hardware Geschäft: Produktion und Einkauf müssen Monate vorfinanziert werden, lange bevor ein einziger Garten verkauft ist. Je stärker das Unternehmen wächst, desto größer wird der Kapitalbedarf, der in Lager und Vorproduktion gebunden ist.

Klassische Einkaufsfinanzierungen von Banken greifen in dieser Größenordnung noch nicht. Genau hier setzt die neue Runde an: Sie stärkt das Working Capital und schafft damit die Basis für das geplante Wachstum. Everleaf hält sich außerdem die Option offen, künftig ein weiteres Double Equity zu beantragen, um diesen Bereich dauerhaft abzusichern.

„Bei Hardware entscheidet nicht nur, wie gut du verkaufst, sondern ob du die Ware überhaupt durchgehend vorfinanzieren kannst, ohne dabei Out of Stock zu sein. Diese Hürde wird mit jedem Wachstumsschritt größer“, so Vermeersch.

Creative Diversity: Everleaf sucht Verstärkung im Marketing

Als DTC Marke wächst Everleaf vor allem über Online Marketing. Umsatzwachstum entsteht dort allerdings nicht dadurch, dass man den Geldhahn bei Meta weiter aufdreht. Entscheidend sind Menge und Qualität der Werbemittel, im Fachjargon Creative Diversity. Bisher hat Vermeersch diesen Bereich selbst verantwortet. Für die nächste Skalierungsstufe reicht das nicht mehr.

Everleaf sucht daher ab sofort eine Growth & Marketing Manager mit Erfahrung im E-Commerce oder DTC Umfeld. Die Position ist in Wien angesiedelt.

Produktentwicklung mit 3D-Druckern statt langer Roadmaps

Seit Everleaf die Produktentwicklung vollständig In-house geholt und vor einem Jahr einen eigenen Produktentwickler eingestellt hat, kommen deutlich mehr Produkte auf den Markt, vor allem Zubehör für den Everleaf Garden. Noch in diesem Jahr folgen zwei weitere Produkte, die das Gartenerlebnis erweitern.

Der Ansatz dahinter ist bewusst schlank. In der hauseigenen Werkstatt stehen mehrere 3D-Drucker. Aus einer Idee kann innerhalb einer Woche ein Produkt im Shop werden, das im echten Markt getestet wird. Erst wenn Kundinnen und Kunden es kaufen und mit Qualität und Funktion zufrieden sind, investiert das Team in skalierbare Fertigungsverfahren wie Spritzguss, die immer mit hohen Werkzeugkosten verbunden sind.

Genauso ist Everleaf schon beim Garten selbst vorgegangen. Die erste Version war alles andere als perfekt, kam dafür aber früh auf den Markt und lieferte echtes Feedback. Heute ist das Produkt weitgehend ausentwickelt. Das Team soll auch künftig bewusst klein bleiben, Prozesse werden so weit wie möglich mit KI aufgesetzt.

Vier Jahre Everleaf und der Blick über DACH hinaus

Im August 2022 begann Christophe Vermeersch mit der Konzeptentwicklung von Everleaf, im März 2023 folgte die Gründung der GmbH. Vier Jahre nach der ersten Idee ist der Antrieb derselbe geblieben: die Lebensmittelproduktion wieder näher an die Endverbraucher bringen, mit kurzen Wegen, frischerem Gemüse und ohne Belastung durch Pestizide.

Mit dem neuen Kapital will Everleaf ab dem kommenden Jahr erstmals über den deutschsprachigen Raum hinausgehen.

„Uns war immer wichtig, erst zu zeigen, dass unser Produkt und unser Ansatz in DACH funktioniert, bevor wir in neue Märkte gehen“, sagt Vermeersch. „Inzwischen haben wir ein System gefunden, das funktioniert. Genau das wollen wir jetzt auf weitere Länder übertragen.“

Bild: Christophe Vermeersch vor Indoor Garten @ Everleaf

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

KI für Unternehmenswissen: amber erhält sieben Millionen Euro für weiteres Wachstum

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amber entwickelt KI für Unternehmenswissen und erhält sieben Millionen Euro für Wachstum. Drei Millionen Euro investiert die NRW.BANK in das Start-up. NRW.BANK Gebäude in Düsseldorf mit Fahnen und blick nach oben entlang des Gebäudes!

NRW.BANK investiert drei Millionen Euro in Aachener Start-up. Im Fokus der Investition steht KI für Unternehmenswissen.

Mit seiner KI für Unternehmenswissen will das Aachener Start-up amber Informationen aus unterschiedlichen Systemen zentral zugänglich machen. Mehr als 400 Unternehmen setzen die Business-KI bereits ein. Nun erhält amber sieben Millionen Euro für Produktentwicklung, Teamaufbau und die weitere Expansion in Europa.

KI für Unternehmenswissen: NRW.BANK investiert drei Millionen Euro in amber

Mehr als 400 Unternehmen nutzen bereits die Business-KI von amber, um schneller auf das gesamte Unternehmenswissen zuzugreifen und Arbeitsabläufe zu vereinfachen. Jetzt erhält das Aachener Unternehmen sieben Millionen Euro für sein weiteres Wachstum. NRW.Venture, der Venture-Capital-Fonds der NRW.BANK, steuert drei Millionen Euro bei. amber will damit sein Produkt weiterentwickeln, das Team vergrößern und weitere Märkte in Europa erschließen. Die Bedeutung von KI bei der Organisation und dem Management von Unternehmenswissen wächst stetig.

„In vielen mittelständischen Unternehmen steckt enormes Wissen. Im Arbeitsalltag ist es aber oft nur schwer zugänglich, weil es über viele Systeme verteilt ist“, sagt Johanna Antonie Tjaden-Schulte, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK. „amber löst diese konkrete Herausforderung und macht vorhandenes Wissen direkt nutzbar. Wir unterstützen mit unserem Investment ein Start-up aus Nordrhein-Westfalen, das sich an einen großen europäischen Markt richtet und ganz gezielt die Zukunftsfähigkeit des Mittelstands steigert.“ Für viele Mittelständler bieten sich damit neue Chancen durch den Einsatz von KI für Unternehmenswissen.

KI für Unternehmenswissen bündelt Daten aus verschiedenen Systemen

Das gesamte Unternehmenswissen immer parat Durch den gezielten Einsatz von KI lassen sich viele Herausforderungen rund ums Unternehmenswissen meistern.

amber wurde von Bastian Maiworm, Philipp Reißel und Igli Manaj gegründet, die über langjährige Erfahrung mit künstlicher Intelligenz verfügen. Das Start-up aus dem Umfeld der RWTH Aachen richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen. Viele von ihnen wollen künstliche Intelligenz einsetzen, stehen aber vor der Herausforderung, dass die Daten oftmals über verschiedene Laufwerke und in verschiedenen Programmen, Dokumenten oder E-Mails verteilt sind. Bei der zentralen Sammlung von Unternehmenswissen kann die Integration von KI neue Maßstäbe setzen.

Die Plattform von amber führt dieses Wissen mithilfe eines proprietären AI Data Layers zusammen. Basis dafür ist eine Suchfunktion für interne Unternehmensdaten, ergänzt durch einen KI-Assistenten sowie KI-Agenten, die zunehmend einzelne Aufgaben übernehmen können. Mitarbeitende können Fragen in Alltagssprache stellen und erhalten Antworten auf Grundlage der Informationen ihres Unternehmens. Damit entfällt die langwierige Suche nach Dokumenten und Informationen – hier spielt sich die wahre Stärke von KI im Bereich Unternehmenswissen aus.

amber soll im europäischen Mittelstand wachsen

Wachstum im europäischen Mittelstand Mehr Unternehmen erkennen die Vorteile von KI für Unternehmenswissen.

Zu den Kunden von amber zählen unter anderem Unternehmen aus dem Maschinenbau, der industriellen Produktion und dem Ingenieurwesen. Sie nutzen die Plattform vor allem, um Wissen zu sichern, neue Mitarbeitende schneller einzuarbeiten und Informationen im Arbeitsalltag leichter verfügbar zu machen. Gerade im Mittelstand sorgt die Nutzung fortschrittlicher KI für Produktivitätszuwächse und bessere Nutzung des Unternehmenswissens.

Mit dem neuen Kapital will amber zunächst seine Präsenz in ganz Europa ausbauen. Außerdem plant das Unternehmen, weitere Beschäftigte einzustellen und seine KI-Lösungen weiterzuentwickeln. Die NRW.BANK stellt über ihren Venture-Capital-Fonds NRW.Venture drei Millionen Euro Eigenkapital bereit. In gleicher Höhe ist Ventech investiert, eine international aktive VC-Gesellschaft aus Frankreich. Die restliche Summe kommt von verschiedenen weiteren Investoren. So wird KI für das Unternehmenswissen bei amber künftig eine zunehmend zentrale Rolle bei der Expansion spielen.

Foto/Quelle: NRW.BANK

Robo-Guru: Neue Vergleichsplattform bringt Transparenz in die B2B-Robotik

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Robo-Guru: Roboter für professionelle Robotik Sebastian Hosbach Robo-Guru

Robo-Guru schafft mehr Transparenz im Markt für professionelle Robotik und ermöglicht Unternehmen einen unabhängigen Vergleich verschiedener Hersteller.

Können Sie Robo-Guru kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für eine unabhängige Beratungs- und Vergleichsplattform für professionelle Robotik entstanden ist?

Robo-Guru ist eine herstellerunabhängige Beratungs- und Vergleichsplattform für professionelle Robotik im deutschsprachigen Raum. Unternehmen finden bei uns Orientierung in einem zunehmend unübersichtlichen Markt: Welcher Roboter passt zu meiner Fläche, meinem Budget und meinem Einsatzfall? Was kostet der Betrieb wirklich — und ab wann rechnet sich die Investition? Vom ersten Informieren über den Modellvergleich bis hin zu konkreten Angeboten mehrerer Anbieter begleiten wir den gesamten Entscheidungsprozess.

Die Idee entstand im Dezember 2025. Ich beschäftigte mich damals intensiv mit der Frage, warum es in der professionellen Robotik keinen zentralen Ort für Austausch und Wissen gibt — eine Community mit Erfahrungsberichten aus der Praxis, mit Videos, Bildern und ehrlichen Einschätzungen von Menschen, die diese Maschinen tatsächlich im Einsatz haben. Ich hatte mir sämtliche Marken angesehen, alle einschlägigen Foren durchforstet — und musste feststellen: So etwas existierte schlicht nicht. Dabei war es genau das, was ich mir als Branchenkenner selbst immer gewünscht hatte.

Also habe ich nicht lange überlegt, sondern angefangen. Ich habe die erste Version der Plattform eigenhändig mit WordPress aufgebaut — mit unzähligen Plugins, unzähligen Arbeitsstunden und, ganz ehrlich, auch mit einigen schlaflosen Nächten. Stück für Stück habe ich das Projekt weiterentwickelt und ausgebaut, bis ich irgendwann an einen Punkt kam, an dem klar wurde: Mit WordPress stoße ich an technische Grenzen. Die Plattform, die mir vorschwebte, ließ sich damit nicht mehr sauber und zukunftsfähig umsetzen.

An diesem Punkt habe ich meinen Freund und Entwickler Sebastian Angelone angerufen und ihm meine Idee vorgestellt: eine ganzheitliche, professionelle Plattform für gewerbliche Robotik — unabhängig, fundiert und mit echtem Mehrwert für die Betreiber. Er war sofort Feuer und Flamme. Seine Reaktion war unmissverständlich: Dieses Thema greifen wir gemeinsam an — und wir wollen im Bereich der B2B-Robotikplattformen Marktführer im deutschsprachigen Raum werden. Aus dieser gemeinsamen Überzeugung ist Robo-Guru entstanden.

Wer steht hinter Robo-Guru, und welche Erfahrungen bringen Sie ein?

Hinter Robo-Guru stehen Sebastian Angelone und ich, Sebastian Hosbach. Wir haben das Unternehmen 2026 als GbR mit Sitz in Dortmund gegründet. Ich bringe über 20 Jahre B2B-Vertriebserfahrung mit, davon einen erheblichen Teil in der professionellen Robotik — ich kenne also beide Seiten des Tisches: die Argumentation der Anbieter und die tatsächlichen Fragen der Betreiber. Genau dieses Insiderwissen macht die Plattform glaubwürdig: Wir wissen, wo Datenblätter schönen und wo die echten Kostentreiber liegen.

Welche Vision verfolgen Sie, und wie erleichtern Sie Unternehmen den Zugang?

Unsere Vision: Robo-Guru soll die zentrale Anlaufstelle für gewerbliche Robotik im deutschsprachigen Raum werden — vom ersten Informieren bis zum konkreten Angebot. Konkret erleichtern wir den Zugang dreifach: mit dem Robot-Finder, der aus dem Einsatzprofil passende Modelle filtert, mit Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die aus dem Bauchgefühl eine belastbare Zahl machen, und mit der Anfrage, über die Interessenten bis zu fünf vergleichbare Angebote erhalten — oft bis zu 30 % günstiger als die Listenpreise auf den Websites.

An welche Zielgruppen richtet sich Robo-Guru, und welche Herausforderungen lösen Sie?

Unser Kern sind Gebäudedienstleister, Facility Manager und Betreiber größerer Flächen — Handel, Logistik, Hotellerie, Kliniken, Kommunen. Ihre Herausforderungen sind immer dieselben: Personalmangel, steigende Kosten und ein unübersichtlicher Anbietermarkt. Viele wissen, dass Robotik helfen kann, aber nicht, welches Gerät für ihren Fall taugt und ab wann es sich rechnet. Wir nehmen ihnen die Recherche ab, übersetzen Technik in Betriebswirtschaft und bringen sie mit den passenden Anbietern zusammen.

Warum fällt es Unternehmen trotz des vielfältigen Marktes schwer, die passende Lösung zu finden?

Gerade weil der Markt so vielfältig geworden ist. Es gibt Dutzende Hersteller, ständig neue Modelle, und die Datenblätter sind untereinander kaum vergleichbar — Flächenleistungen werden unter Idealbedingungen gemessen, Folgekosten für Verbrauchsmaterial, Service und Software tauchen oft gar nicht auf. Dazu kommt: Wer beim Hersteller anfragt, bekommt naturgemäß dessen Lösung empfohlen. Ohne neutrale Instanz vergleicht der Kunde Äpfel mit Birnen und entscheidet am Ende nach Sympathie statt nach Fakten.

Was macht Robo-Guru besonders im Vergleich zur direkten Beratung durch Hersteller oder Händler?

Der Hersteller berät im Rahmen seines Portfolios — das ist legitim, aber begrenzt. Wir starten beim Einsatzfall des Kunden und schauen dann über den gesamten Markt, welche Lösung passt. Dazu pflegen wir eine bewusst spezifikationskritische Redaktion: Wo Herstellerangaben unklar oder widersprüchlich sind, benennen wir das offen, statt Marketingtexte zu übernehmen. Und am Ende erhält der Interessent nicht ein Angebot, sondern mehrere im direkten Vergleich — das allein verändert die Verhandlungsposition erheblich.

Wie stellen Sie sicher, dass die Unabhängigkeit langfristig erhalten bleibt?

Durch das Geschäftsmodell selbst. Wir leben nicht von einem einzelnen Hersteller, sondern von der Vermittlung qualifizierter Anfragen — und jede Anfrage geht an bis zu fünf Anbieter gleichzeitig, die sich im Wettbewerb um den Kunden bemühen müssen. Kein Partner bekommt Exklusivität, kein Partner kann sich ein besseres Ranking kaufen. Redaktion und Vermittlung sind sauber getrennt: Was wir über einen Roboter schreiben, hängt nicht davon ab, ob der Hersteller Leads bei uns einkauft. Diese Struktur ist unsere Unabhängigkeitsgarantie — sie ist nicht von gutem Willen abhängig.

Wie wichtig ist der messbare ROI für Unternehmen bei der Entscheidung für Robotik?

Entscheidend. Kaum ein Unternehmen kauft einen Roboter, weil er beeindruckend fährt — gekauft wird, wenn die Rechnung aufgeht. Deshalb ist unser Wirtschaftlichkeitsrechner eines der meistgenutzten Werkzeuge auf der Plattform: Anschaffung oder Miete, Personalkosten, Flächenleistung, Laufzeit — daraus entsteht eine Amortisationsrechnung, mit der ein Facility Manager intern argumentieren kann. Unsere Erfahrung: Sobald der Business Case schwarz auf weiß vorliegt, wird aus „interessant“ sehr schnell „wann können wir starten“.

Welches Potenzial sehen Sie über Reinigungsroboter hinaus bei Service-, Transport- oder humanoiden Robotern?

Enormes. Reinigungsrobotik ist für uns der etablierte Einstieg, nicht die Obergrenze. Der Facility Manager, der heute einen Reinigungsroboter beschafft, ist morgen derselbe Ansprechpartner für Transport-, Service- und Inspektionsroboter — bis hin zu Laufrobotern und humanoiden Systemen. Wir folgen also der Kundenbeziehung, nicht einer einzelnen Technologie. Die Erweiterung unserer Kategoriestruktur läuft bereits, und gerade im humanoiden Bereich bauen wir aktuell aktiv Anbieterbeziehungen auf. Der Markt steht hier erst am Anfang — und genau dann ist neutrale Orientierung am wertvollsten.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen dabei, diesen Markt transparent abzubilden?

Die größte ist die Geschwindigkeit: Modellzyklen werden kürzer, ständig treten neue Anbieter — vor allem aus Asien — in den Markt ein, und die Datenqualität der Hersteller ist sehr unterschiedlich. Herstellerangaben lassen sich nicht immer unabhängig verifizieren; damit gehen wir transparent um und kennzeichnen offene Punkte, statt sie zu glätten. Und schließlich müssen wir Komplexität reduzieren, ohne unseriös zu vereinfachen — ein Vergleich, der alles auf eine Schulnote eindampft, würde dem Thema nicht gerecht.

Welche nächsten Entwicklungsschritte stehen an, und wie möchten Sie die Plattform langfristig ausbauen?

Kurzfristig erweitern wir die Roboter-Segmente deutlich über die Reinigung hinaus. Der größte Schritt ist aber der Ausbau von robo-guru.de zur Community: ein Fachnetzwerk für Betreiber und Anbieter mit Erfahrungsberichten aus der Praxis, Fragen und Antworten, Gruppen nach Branche und Segment sowie einer Academy mit Kursen, Zertifikaten und Live-Webinaren. Denn die ehrlichste Information über einen Roboter kommt von dem, der ihn täglich im Einsatz hat. Langfristig folgt eine native App, damit die Plattform auch mobil das tägliche Werkzeug der Branche wird.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern in einem jungen Technologiemarkt geben?

Erstens: Baut auf Branchenwissen, nicht nur auf eine Idee. In einem jungen Markt ist Glaubwürdigkeit die härteste Währung — die bekommt man nur, wenn man das Geschäft der Kunden wirklich versteht. Zweitens: Verkauft früh. Nicht monatelang im stillen Kämmerlein perfektionieren, sondern mit einem funktionierenden Kern an den Markt und aus echten Anfragen lernen. Drittens: Wachst aus eigener Kraft, wo es geht. Ein profitables, fokussiertes Geschäft gibt einem die Freiheit, langfristig zu denken — und die braucht man in einem Markt, der sich alle sechs Monate neu sortiert.

Bildcredits Privat

Wir bedanken uns bei Sebastian Hosbach für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up:Robo-Guru

Kontakt:

Robo-Guru GbR
Sebastian Angelone & Sebastian Hosbach
Seehang 28
44263 Dortmund
NRW, Germany

www.robo-guru.de
info@robo-guru.de

Ansprechpartner: Sebastian Angelone & Sebastian Hosbach

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Die Rettungsinsel: Carolin Emmerling bringt den mobilen Kiosk direkt auf den Campground

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Die Rettungsinsel: Festival trifft Community mit KI erstellt

Die Rettungsinsel bringt als mobiler Kiosk praktische Versorgung direkt aufs Festival und setzt dabei auf faire Preise, persönliche Nähe und Community.

Können Sie Die Rettungsinsel kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für einen mobilen Festival Kiosk entstanden ist?

„Die Rettungsinsel“ ist ein mobiler Festival-Kiosk, der direkt auf den Campgrounds dorthin rollt, wo die Versorgung auf den weitläufigen Campingflächen oft mühsam ist. Die Idee ist schlicht aus eigener Praxiserfahrung auf Festivals entstanden. Wenn nach einer langen Nacht oder mitten im Festivalgeschehen Kleinigkeiten fehlen oder die Wege zum offiziellen Supermarkt kilometerweit sind, braucht es einen unkomplizierten Anlaufpunkt direkt vor Ort.

Wer steht hinter Die Rettungsinsel, und welche Erfahrungen aus Ihrer Arbeit auf Festivals fließen in das Konzept ein?

Hinter dem Projekt steht Carolin Emmerling. Die direkte Praxiserfahrung aus der Arbeit an Festivalständen – zuletzt in einer Art Festival-Drogerie – fließt unmittelbar in das Konzept ein. Dort wurde hautnah miterlebt, dass es zwar Drogerieprodukte gab, aber vor Ort leider oft schlicht die richtigen Artikel fehlten, die man in dem Moment wirklich gebraucht hätte.

Welche Situationen auf Festival Campgrounds haben Ihnen gezeigt, dass es einen solchen mobilen Kiosk braucht?

Es sind die klassischen, wiederkehrenden Situationen. Die Wege zum zentralen Festival-Supermarkt sind bei Hitze oder Erschöpfung viel zu weit, wichtige Dinge gehen aus, oder man braucht einfach eine schnelle, unkomplizierte Versorgung direkt im Zeltbereich, ohne stundenlang unterwegs zu sein.

An welche Festivalbesucher richtet sich Ihr Angebot, und welche Produkte dürfen auf der Rettungsinsel auf keinen Fall fehlen?

Das Angebot richtet sich an alle Festivalbesucher, die das autarke Camping schätzen, aber den Alltag im Zelt durch kluge Helfer erleichtern möchten. Auf der Rettungsinsel geht es nicht um Lebensmittel oder Getränke, sondern um die unverzichtbaren Problemlöser. Von hochwertigen Ohrstöpseln für die nötige Nachtruhe über Ersatzbatterien bis hin zu essenziellen Hygieneartikeln und Camping-Gadgets – genau die Dinge, die den Unterschied zwischen einem mühsamen Aufenthalt und einem entspannten Festivalerlebnis ausmachen.

Faire Preise sind ein wichtiger Teil Ihres Konzepts. Wie möchten Sie diese trotz der besonderen Bedingungen auf Festivals gewährleisten?

Durch eine schlanke Logistik, effiziente Abläufe und den Verzicht auf unnötige Zwischenstrukturen gelingt es, die Preise bodenständig und fair zu halten, anstatt die besonderen Bedingungen für übertriebene Aufschläge zu nutzen.

Was unterscheidet Die Rettungsinsel von klassischen Festival Shops oder anderen Verkaufsständen auf Veranstaltunggeländen?

Klassische Shops stehen meist starr am Rand oder zentral im Event-Bereich. Die Rettungsinsel holt die Versorgung direkt dorthin, wo das echte Festivalleben stattfindet – nah an die Community, mobil und mit einem unkomplizierten Ansatz.

Sie möchten bewusst Herzlichkeit und persönlichen Kontakt mit einem praktischen Angebot verbinden. Welche Rolle spielt dieser Community Gedanke für das Projekt?

Der Community-Gedanke ist das Fundament. Ein Festival lebt vom Miteinander, vom direkten Austausch und von einer Atmosphäre der Offenheit. Genau dieses persönliche, herzliche Gefühl soll der Kiosk widerspiegeln, statt eine anonyme Verkaufsbude zu sein.

Für den Start setzen Sie auf Crowdfunding. Warum ist dieser Finanzierungsweg für Die Rettungsinsel besonders passend?

Crowdfunding ermöglicht es, die ersten logistischen Hürden direkt gemeinsam mit den Menschen zu nehmen, die das Konzept unterstützen wollen. Es ist der direkteste Weg, um unabhängig zu starten und die Community von Beginn an einzubinden.

Als Dankeschön erstellen Sie handgemachte Kunstwerke. Wie verbinden sich Ihre Arbeit als Künstlerin und Ihre Festival Erfahrung in diesem Projekt?

Die künstlerische Arbeit und die Festival-Praxis ergänzen sich perfekt. Beide Welten basieren auf Kreativität, Haltung und echtem Handwerk. Als Dankeschön fließen handgemachte Unikate ein, die dem Projekt eine ganz persönliche, unverwechselbare Note geben.

Welche Herausforderungen erwarten Sie beim Aufbau und Betrieb eines mobilen Kiosks, der auf unterschiedlichen Festivals eingesetzt werden soll?

Die größten Herausforderungen liegen in der Logistik, den wechselnden Bedingungen vor Ort auf den Geländeplätzen und der präzisen Touren- und Einsatzplanung während der Festivalsaison.

Wie soll sich Die Rettungsinsel nach dem erfolgreichen Start weiterentwickeln, und welche Perspektive sehen Sie langfristig für das Konzept?

Nach dem erfolgreichen Start soll das Konzept stabil etabliert und die Präsenz auf weiteren Festivals Schritt für Schritt ausgebaut werden, um die mobile Infrastruktur langfristig zu festigen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die aus einer persönlichen Erfahrung eine Geschäftsidee entwickeln möchten?

  1. Dem eigenen Instinkt vertrauen und die Idee konsequent durchziehen, anstatt sich von äußeren Zweifeln bremsen zu lassen.
  2. Nah an der Realität bleiben und echte Probleme lösen, statt am Reißbrett vorbei zu planen.
  3. Pragmatisch bleiben und die Ressourcen auf das Wesentliche fokussieren.

Bild mit KI erstellt

Wir bedanken uns bei Carolin Emmerling für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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