Donnerstag, April 3, 2025
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Fehler zulassen, eingestehst und aus ihnen lernen

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Shaping New Tomorrow Perfect Pants Style Tragekomfort

Shaping New Tomorrow: Perfect Pants kombiniert Style mit Tragekomfort

Stellen Sie sich und das Startup Shaping New Tomorrow doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Kasper Ulrich und ich bin Mitgründer und CEO der dänischen Herrenmodemarke Shaping New Tomorrow. Unser Konzept basiert auf der Idee, für jede Situation im Alltag gut gekleidet zu sein. Ob wir dabei unsere Komfortzone verlassen, oder einfach nur zu Hause auf der Couch entspannen möchten. In unserer Kleidung erlebst du eine neue Dimension des Komforts, die dich im Alltag nie eingeschränkt fühlen lässt. Wir haben die traditionellen Methoden in Frage gestellt und neu definiert, wie sich klassische, zeitlose Herrenmode anfühlen sollte und nach unseren Vorstellungen aussehen sollte. 

Unser Hauptsitz befindet sich in Aalborg, Dänemark und wir haben derzeit vier stationäre Geschäfte im ganzen Land. Am 17. Juni eröffnen wir unseren ersten internationalen Store in Hamburg inklusive unserem ersten internationalen Headoffice. Wir haben derzeit rund 80 engagierte Mitarbeiter und werden in den nächsten Monaten noch weiterwachsen. Wir erzielen mehr als 60% unseres Umsatzes online und 40% in unseren stationären Geschäften. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Die Reise startete im Jahr 2015, als meine beiden Mitgründer, die gleichzeitig auch meine besten Freunde aus Kindertagen sind, und ich uns daran machten, die traditionelle Herrenmode zu revolutionieren. Schon in der Schule standen wir vor einer Herausforderung – als wir unsere Teenagerjahre hinter uns gelassen hatten, wollten wir und schick aber gleichzeitig lässig kleiden. Das Problem war, dass es umso unbequemer wurde, je besser wir uns kleideten. Es sollte so bequem sein wie unsere gewohnten Jogginghosen und so funktional wie unsere Sportbekleidung, um zu jedem Anlass im Alltag zu passen. Diese Herausforderung wurde letztendlich ausschlaggebend für die Idee zum Aufbau einer internationalen Bekleidungsmarke, bei der die Kombination von Stil und Komfort die Grundlage bildete, um unser Leben und das unsere Mitmenschen ein Stück weit zu erleichtern. 

Welche Vision steckt hinter Shaping New Tomorrow?

Wir glauben fest daran, dass die Klamotten in unseren Kleiderschränken nicht nur gut aussehen, sondern sich auch toll anfühlen sollen – in allen Lebenslagen. Unsere Kleidung soll es Männern jeden Alters ermöglichen, sich frei zu fühlen, sich auf ihre Lebensziele zu konzentrieren und es zu wagen, ihre Komfortzone zu verlassen, indem sie einen mentalen Mehrwert schaffen. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Als Startup, das die Herrenbekleidungsindustrie revolutionieren wollte, standen wir jeden Tag vor vielen Herausforderungen. Mit den größten Herausforderungen waren wir in unseren bescheidenen Anfängen und den verschiedenen Phasen der Unternehmensführung konfrontiert. Heute besteht die schwierigste Herausforderung darin, international zu wachsen und eine Marke in neuen Märkten außerhalb der skandinavischen Märkte aufzubauen und zu etablieren. 

SHAPING NEW TOMORROW eröffnet am 17. Juni 2021 den deutschlandweit ersten Store in Hamburg, Neuer Wall 59

Auch wenn wir sehr viel Arbeit und Engagement in unsere Arbeit stecken und ehrgeizige Wachstumsziele verfolgen, ist es uns immer wichtig, den Wachstum selber zu finanzieren und gleichzeitig bestmögliche Qualität zu gewährleisten, die unseren Ansprüchen an Produkten, Service und Erlebnis gerecht wird, egal wo auf der Welt unser Kunde mit unseren Produkten in Berührung kommt. 

Wer ist die Zielgruppe von Shaping New Tomorrow?

Unsere Kernzielgruppe sind Männer zwischen 25 und 45 Jahren, die den Bedarf in erster Linie nachvollziehen können. Da sie bei der Arbeit adrett gekleidet sein müssen, wissen sie am besten, wie unangenehm es für Männer sein kann. In unserer Heimat in Dänemark haben wir allerdings ein breites Spektrum an Kunden im Alter von 15 bis 90 Jahren. Unsere Kunden scherzen darüber, dass man süchtig wird, wenn man die Perfect Pants zum ersten Mal anprobiert hat. Und wir sehen, dass viele unserer Kunden ihren ersten Kauf aufgrund von Empfehlungen von Freunden und Familie tätigen. 

Was ist das Besondere an den Hosen? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Kurz gesagt, wir sehen die Entwicklung von Stoffen als Wissenschaft. Wir verstehen uns nicht als Modemarke, sondern als Technologiemarke. Die Magie entsteht durch viele Phasen der Entwicklung. Vor allem die Auswahl der richtigen Garne, Baumwolle und Elasthan, die es in sehr vielen verschiedenen Variationen gibt. Wir verwenden zum Beispiel Pima-Baumwolle aus Amerika, die längere Fasern als normale Baumwolle hat, was sie weicher und haltbarer macht. Dann verwenden wir Lycra, eine der innovativsten Marken für elastische Fasern.

Aber die echte Magie passiert in der Behandlung, die wir zusammen mit unseren Partnern in Portugal entwickelt haben, und unsere ganz spezielle Web-Methode der Fasern patentiert haben lassen – markenrechtlich geschützt als FreeFibers. Diese Technik ermöglichte es uns, einen Stoff zu entwickeln, der sich um 360 Grad dehnt und sich dem Bein anpasst wie eine zweite Haut. Das Besondere an unserer Perfect Pants ist das Ziel selbst und die Erkenntnis, dass nichts jemals perfekt ist – es ist unser unermüdliches Streben nach Perfektion. 

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Kurzfristig betrachtet in Skandinavien und fast ganz Europa. Langfristig auch USA und Asien. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Machen! Die beste Idee ist nichts wert, wenn sie nicht umgesetzt wird und ich kann fast garantieren, dass du es beim ersten Mal nicht richtig machst. Deine erste Idee wird sich sehr wahrscheinlich im Laufe der Zeit stark weiterentwickeln. 
  2. Sei bereit, Fehler zu machen, und zwar viele davon. Wichtig ist, dass du Fehler zulässt, sie eingestehst und aus ihnen lernst. 
  3. Zu guter Letzt liebe ich das Zitat von Mario Andretti: “Wenn alles unter Kontrolle zu sein scheint, gehst du einfach nicht schnell genug”. Also entwickele dich immer weiter, mach Dinge kaputt, lerne aus deinen Fehlern und gib niemals auf.  

Wir bedanken uns bei Kasper Ulrich für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Keine Angst haben, Dinge neu zu denken

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trustlog bürgschaften

Trustlog unabhängige und digitale Plattform für das einfache Managen und Verwahren von Bürgschaften

Stellen Sie sich und das Startup Trustlog doch kurz unseren Lesern vor!

Mit Trustlog bieten wir eine unabhängige und digitale Plattform für das einfache Managen und Verwahren von Bürgschaften. Unser Ziel ist es, den aufwendigen Bürgschaftsprozess radikal zu vereinfachen. Dafür bieten wir eine digitale Lösung, die alle Beteiligte am Bürgschaftsmarkt zusammenbringt und sämtliche Schritte im Lebenszyklus einer Bürgschaft digital abbildet. Ich, Jonathan Szejnmann, bin Geschäftsführer der Trustlog GmbH. In den letzten 10 Jahren habe ich sowohl in der Linie im Konzern als auch als Berater bei einer Digitalagentur große digitale Transformationsprojekte verantwortet, nun darf ich als Geschäftsführer mit meinem Team ein heute noch sehr analoges und papierhaftes Produkt digitalisieren: Die Bürgschaft. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Papierbürgschaften haben sich in ihrer Form in den letzten Jahrzehnten kaum weiterentwickelt und der Bürgschaftsprozess ist manuell und zeitlich sehr aufwendig. Es bestand im Markt schon lange der Wunsch, den Prozess zu vereinfachen und zu vereinheitlichen. Für eine Lösung mit echtem Mehrwert musste jedoch der gesamte Bürgschaftsprozess neu und ganzheitlich gedacht werden. 

Unsere Muttergesellschaften, zwei der größten Kautionsversicherer am deutschen Markt, die R+V und die VHV, haben zudem erkannt, dass nur ein holistischer Ansatz nachhaltig sein kann: Die Kunden wünschen keine Insellösung einzelner Bürgen, sondern eine Lösung für alle Beteiligten. 2020 gründeten die beiden Versicherungen daher Trustlog als unabhängiges Unternehmen mit der Mission, eine ganzheitliche und für alle Marktteilnehmer offene Plattformlösung zu entwickeln und zu betreiben. 

Welche Vision steckt hinter Trustlog?

Wir wollen einen neuen Marktstandard für digitale Bürgschaften etablieren und das Bürgschaftsgeschäft ganzheitlich vereinfachen. Wir finden die digitalen Antworten auf die wirklichen Probleme und Herausforderungen unserer Kunden durch den Fokus auf das echte Kundenbedürfnis. Dabei sind unsere Lösungsansätze überraschend anders, aber immer einfach. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Als Corporate Startup bzw. Joint Venture erfolgt die Finanzierung durch unsere Mutterhäuser, die R+V Versicherung und VHV Versicherung, die beide zu jeweils 50% beteiligt sind. Finanzierungsrunden wie bei klassischen Startups stehen daher bei uns derzeit nicht auf der Agenda. Eine der größten Herausforderungen ist sicherlich der Markt, in dem wir uns bewegen: Auf der einen Seite sind wir ein agiles und unabhängiges Startup, auf der anderen Seite zählen wir etablierte Versicherungsunternehmen zu unseren Kunden. Daher erfüllen wir mit unserem Produkt direkt zum Start die hohen Anforderungen an IT-Security, Datenschutz, Compliance und Regulatorik – alles Themen, die bei einem anderen Startup eventuell nicht direkt auf der Agenda stehen würden.  

Wer ist die Zielgruppe von Trustlog?

Als Plattform verbinden wir die verschiedenen Beteiligten des Bürgschaftsgeschäfts, unser aktueller Fokus liegt auf Bürgschaften in der Baubranche. Zielgruppe sind daher alle Auftraggeber, die Bürgschaften im Zusammenhang mit Bauvorhaben erhalten, darunter fallen neben den gewerblichen Bauunternehmen auch die öffentliche Hand. Dazu ist klares Ziel der Plattform, weitere Bürgen (Banken und Versicherungen) anzubinden und auch diesen das Ausstellen von digitalen Bürgschaften zu ermöglichen. 

Wie funktioniert Trustlog? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Bürgschaften werden heutzutage immer noch höchst manuell in Papierformat ausgestellt und den einzelnen Parteien per Post zugestellt. Dies zieht oft auch umständliche Absprachen und aufwendige Korrekturschleifen mit sich. Mit Trustlog können Bürgschaftstexte direkt zwischen den Beteiligten abgestimmt, freigegeben und als Basis für alle zukünftigen Bürgschaften hinterlegt werden. Wiederkehrende Prüfungen und Fehler werden direkt vermieden. 

Auch nach der Ausstellung einer digitalen Bürgschaft bildet Trustlog als Serviceplattform den gesamten Lebenszyklus einer Bürgschaft in papierloser Form ab. Bürgschaften können digital empfangen, geprüft, korrigiert und angenommen werden. Auch die Enthaftung oder die Initiierung einer Inanspruchnahme einer Bürgschaft ist möglich. Während früher hierfür Bürgschaften aus dem Aktenordner bzw. Tresor geholt werden, ein Anschreiben verfasst und Postsendung erstellt werden mussten, reichen jetzt wenige Klicks.   

Alle Bürgschaften liegen dabei zentral an einem Ort, sodass der Zugriff auf die Bürgschaften auch im Home-Office und zu jeder Zeit möglich ist. Neben der Reduzierung der Verwaltungsaufwände bieten wir mit Trustlog zudem eine höhere Sicherheit, da Bürgschaften nicht einfach kopiert werden oder verloren gehen können.   

Trustlog, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren haben wir mit Trustlog einen neuen Standard für digitale Bürgschaften etabliert. Während wir uns zum Start auf den Bausektor fokussieren, haben wir bis dahin unser Angebot auf weitere Branchen und Bürgschaftsarten ausgeweitet. Darüber hinaus wollen wir uns in unseren Ideen nicht einschränken, sondern immer offen für Neues sein, um die Kundenwünsche bestmöglich bedienen zu können. Das heißt, dass wir auch in fünf Jahren noch bestehende Standards hinterfragen werden und uns als etablierter, aber gleichzeitig innovativer Partner für unsere Kunden positioniert haben. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Keine Angst haben, Dinge neu zu denken. 

Die Kundenzentrierung nicht verlieren und Feedback auch konkret umsetzen. 

Vertrauen in sein Team haben, denn gemeinsam kann man am meisten erreichen.

Wir bedanken uns bei Jonathan Szejnmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Teile die Unternehmenserträge mit der gesamten Organisation

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SOUNDBOKS ist der lauteste Bluetooth Performance Speaker der Welt

SOUNDBOKS ist der lauteste Bluetooth Performance Speaker der Welt

Stellen Sie sich und das Startup SOUNDBOKS doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Jesper Theil Thomsen und ich habe zusammen mit meinen Freunden Christoffer Nyvold und Hjalte With 2016 SOUNDBOKS gegründet. Wir haben das Unternehmen mit der Mission gestartet, den lautesten Bluetooth Performance Speaker der Welt herzustellen. Unsere Lautsprecher produzieren wir nun schon in der dritten Generation und haben weltweit bereits über 100.000 SOUNDBOKSEN verkauft. Diese Erfolgsgeschichte haben wir vor allem unserem großartigen Team zu verdanken, das mittlerweile aus über 85 tollen Menschen besteht, die an unseren beiden Standorten in Kopenhagen und Los Angeles arbeiten.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Die Idee zur SOUNDBOKS-Gründung ist aus unserer Liebe für die Festivalkultur und unserer Leidenschaft für laute Musik geboren. Denn am Anfang der Geschichte von SOUNDBOKS wollten wir lediglich für uns und einige Freunde einen tragbaren Lautsprecher mit langer Laufzeit bauen, damit wir die bevorstehenden Nächte auf dem Roskildefestival bei bester Soundqualität durchtanzen können. Die bestehenden Lautsprecherlösungen auf dem Markt haben uns alle nicht zu 100% überzeugt. Daher haben wir kurzerhand die nötigen Materialien beschafft, um mit einem 24-köpfigen Team aus dem Freundeskreis in der heimischen Garage Tag und Nacht die Lautsprecher rechtzeitig bis zum Festivalstart herstellen zu können. Wir standen vor der Herausforderung, 400 Lautsprecher innerhalb von nur 14 Tagen herzustellen, damit diese pünktlich zum Roskilde-Festival ausgeliefert werden konnten. Nach dieser ersten erfolgreich gemeisterten Hürde war der Zuspruch aus unserem Umfeld so groß, dass wir beschlossen haben weiterzumachen und haben unser Office in Kopenhagen eröffnet.

Welche Vision steckt hinter SOUNDBOKS?

Wir bei SOUNDBOKS möchten Menschen dazu ermutigen, unvergessliche Feiermomente zu schaffen. Wir möchten mit unseren High Performance Bluetooth Speakern das nötige Equipment dafür bereitstellen, um eben diese unvergesslichen musikalische Erlebnisse zu kreieren. Diese Vision ist für uns der Grundstein, an dem wir nicht nur unsere Strategie, sondern auch unsere Produktentwicklung ausrichten. Daher überprüfen wir auch bei jeder Entscheidung, die wir treffen, ob uns diese auch unserer Vision näher bringt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Im Laufe der vergangenen Jahre haben wir viel ausprobiert und mussten uns auch einige Fehler eingestehen. Die größte Herausforderung für uns war bisher die Zeit nach unserer Kickstarter Kampagne, die für SOUNDBOKS ein voller Erfolg war: in nur einem Monat konnten wir 800.000 Dollar einsammeln und damit 1.500 Lautsprecher produzieren und verkaufen. Leider haben wir aus dieser erfolgreichen Kampagne die falschen Schlüsse gezogen. Für uns war das damals eine einfache Rechnung: Wenn wir es schaffen, 1.500 SOUNDBOKSEN innerhalb eines Monats zu verkaufen, dann sind das 9.000 Einheiten in einem halben Jahr. Also bestellten wir das Material für 10.000 Einheiten, ohne zu wissen, wie wir in dem Maßstab die Lautsprecher herstellen und anschließend auch verkaufen sollen.

Das führte dazu, dass wir für 18 Monate finanziell lahmgelegt waren, da wir für Lautsprecher zahlen mussten, die wir nicht verkaufen konnten, da wir hatten kein Budget für das Marketing eingeplant hatten. Perspektivisch sah es für SOUNDBOKS nicht sonderlich gut aus. Uns hat letztendlich gerettet, dass wir uns den Fehler eingestanden und offen mit dem Team darüber gesprochen haben. Das Ergebnis: das gesamte Team hat uns die Treue gehalten und ist an Bord geblieben. Heute können wir auf die Zeit zurückschauen und stolz auf unser starkes Team sein.

Wer ist die Zielgruppe von SOUNDBOKS?

Bei SOUNDBOKS fühlen wir uns allen verbunden, die eine Liebe für laute Musik haben und dabei nicht auf beste Soundqualität verzichten möchten. Wir wollen mit der SOUNDBOKS den Menschen in den verschiedensten Communities das richtige Tool zur Verfügung stellen, um deren Stimmen zu verstärken. So haben wir verschiedenste Kooperationen sowohl in der Musik- und Kulturszene als auch im Bereich Outdoorsports.

Was ist das Besondere an den Speakern? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Die SOUNDBOKS ist der lauteste Bluetooth Performance Speaker der Welt. Wir haben lange an einer Lösung gearbeitet, damit unsere Nutzer bei der SOUNDBOKS keinerlei Einbußen machen müssen – weder bei der Lautstärke noch bei der Akkulaufzeit. Technisch ist das durch das Zusammenspiel und die genaue Abstimmung des verwendeten Akkus mit dem Code des Motherboards möglich. Bei voller Lautstärke von 126 dB kann die SOUNDBOKS fünf Stunden lang durchhalten, bei halber Lautstärke kann die Batterie sogar bis zu 40 Stunden in Betrieb sein.

Zudem können durch unserer Role Selector-Funktion mehrere SOUNDBOKSEN mithilfe der App als kabellose Stereo-Anlage betrieben werden. Mithilfe der patentierten SKAA-Technologie können dadurch zwei bis fünf Lautsprecher miteinander verbunden werden, für die dann mithilfe der Left-Right-Funktion individualisierte Einstellungen vorgenommen und abgespeichert werden können. In unserer Speaker-Kategorie sind wir damit die einzigen, die diese Funktion bereitstellen. Zudem ist der Akku der SOUNDBOKS austauschbar – durchtanzten Partynächten steht also nichts mehr im Wege.

SOUNDBOKS, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Bei SOUNDBOKS wollen wir Erlebnisse kreieren, die durch Musik angetrieben werden und die einen dazu einladen, in dem Moment zu leben. In fünf Jahren hoffe ich, dass es uns gelungen ist, eine Reihe von intuitiven, sorgenfreien Produkten zu entwickeln, die es unseren NutzerInnen ermöglichen, sich wirklich der Musik hinzugeben – und damit Millionen durch Musik angetriebene Erlebnisse auf der ganzen Welt zu ermöglichen und zu verstärken.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  • Es ist ok ein unperfektes Produkt zu launchen! Viele GründerInnen verbringen zu viel Zeit mit ihrem Produkt, bevor sie es in die Hände ihrer NutzerInnen geben. Die Wahrheit ist, dass du nicht herausfinden kannst, was deine NutzerInnen wirklich wollen, bis du sie das Produkt selber ausprobieren lässt.
  • Teile die Unternehmenserträge mit der gesamten Organisation. Dein gesamtes Team ist Teil der Wertschöpfung – und deshalb sollten auch alle bei der Gewinnverteilung berücksichtigt werden. 
  • Der Aufbau einer starken Unternehmenskultur ist wichtiger als eine durchdachte Strategie. Die Welt verändert sich rasant – und wenn z.B. eine Pandemie plötzlich zuschlägt, ist die gut durchdachte Strategie praktisch nutzlos. Was hier wirklich zählt, ist ein Team, das zusammenrückt, wenn es schwierig wird.

Wir bedanken uns bei Jesper Theil Thomsen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Die Leidenschaft niemals verlieren denn das ist das Rezept zum Erfolg

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Veganoom: Faire, nachhaltige vegane Produkte- Lebensmittel, Kosmetik

Veganoom: Faire, nachhaltige und vegane Produkte: von Lebensmittel, Kosmetik bis hin zur Kleidung

Stellen Sie sich und das Startup „Veganoom“ doch kurz vor!

Hallo Sabine, hallo liebe Community. Wir, Fatima Wellnitz und Gazzan Fakih waren schon immer die Typen aus der Familie, die gerne etwas Neues ausprobieren. Wir kennen die Selbständigkeit aus der Gastronomie, noch immer wird von Fatima ein Marktstand für frisch gekochte Lebensmittel mit Leidenschaft betrieben. Mit Veganoom wollen wir ein Einkaufserlebnis schaffen, das Start-Ups fairer, nachhaltiger und veganer Produkte mit der richtigen Zielgruppe verbindet und so Transparenz herstellt. So besteht die Möglichkeit für den Verbraucher, die Hersteller besser kennen zu lernen und neue Produkte bestellen zu können. Alles von einem Lager aus geliefert und alles unter einem Dach.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Wie schon erwähnt sind wir schon in der Gastronomie selbständig gewesen. Wir haben ein tolles Produkt, das wir mit Leidenschaft herstellen und möchten ganz Deutschland ermöglichen, sich dieses zu beschaffen. Über die schon bestehenden Plattformen war uns das nicht ganz recht. Hohe Kosten, schlechtere Sichtbarkeit und dem Kunden wird darüber hinaus nicht die Geschichte, Mission der Hersteller und die des Produktes mitgeteilt. Auch würden sich unsere Grundsätze hier widersprechen. Wir hatten ein Problem und mussten unsere eigene Lösung schaffen. Deshalb haben wir Veganoom gegründet. Fair, vegan und nachhaltig bei der richtigen Zielgruppe.

Welche Vision steckt hinter Veganoom?

Mit Veganoom möchten wir Transparenz auf ganzer Linie schaffen. Den Start-Ups, die es am Anfang ohnehin schon schwer haben, ermöglicht Veganoom, sich und ihre Produkte mit der richtigen Zielgruppe zu teilen und diese dort anzubieten. Auf der anderen Seite möchten wir vermeiden, dass der Kunde hohe und verschiedene Versandkosten zahlen muss, ohne dass die Lieferung/en in Unmengen an Versandverpackungen und von den unterschiedlichsten Versanddienstleister empfangen werden muss. Das Start-Up hat einen weiteren Vertriebskanal und der Kunde kann alles unter einem Dach bekommen. Garantiert fair, vegan und nachhaltig.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Ja, wo fängt man da an? An sich sehen wir es so, dass wir uns an den Herausforderungen messen und wir daran wachsen. Aber sicher haben wir auch Punkte im Verlauf gehabt, wo wir nicht mehr vor und zurück wussten. Als Beispiel: Wieso werden wir von den Herstellern nicht wahrgenommen? Die Zeit, die sich einfach gegen uns gestellt hat, sowie das aufpushen, weiterzumachen und dranzubleiben. Dafür DANKEN wir an dieser Stelle unseren Familien, die uns wirklich unterstützen. Finanziell haben wir uns bis heute selbst getragen, aus Ersparnissen und vielen investierten Eigenstunden.  

Wer ist die Zielgruppe von Veganoom?

Langfristig wollen wir Kunden ansprechen, die nachhaltig und vegan leben. Aber natürlich gibt es bei uns auch Produkte, die nicht nur für eine vegane Lebensweise sorgen, sondern auch ein nachhaltiges Leben garantieren. Somit schaffen wir eine Anlaufstelle, nicht nur für Veganer, sondern auch für Menschen, die sich über Nachhaltigkeit und Veganismus informieren möchten und über Veganoom die Produktvielfalt einsehen können.

Welche Produkte findet man auf Veganoom? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir sprechen ja nicht nur von Lebensmitteln. Wir möchten auch natürliche Kosmetikartikel, Hygieneprodukte, Schmuck & Accessoires sowie Kleidung verschiedener Hersteller anbieten. Aber alle haben ein gemeinsames Ziel: Tierleid zu unterdrücken und Nachhaltigkeit fördern bei fairen Arbeitsbedingungen. Der Unterschied zu anderen Plattformen? Über uns haben Endkunden die Möglichkeit, die Menschen, die hinter den Produkten stehen kennenzulernen und etwas über die Mission der Hersteller zu erfahren, das finden wir ganz wichtig. Welche Geschichte steckt dahinter? Transparenz! Der Kunde kann über uns neue Produkte kennenlernen und diese ganz einfach bestellen, ohne von Shop zu Shop switchen zu müssen und verschiedene Versandkosten zu bezahlen, aufgrund der nicht erreichten Mindestbestellung und das in jedem Shop. Auch werden durch Käufe weitere soziale Projekte unterstützt. Es ist eine Win-win-win Situation für alle. Mensch-Tier-Umwelt.

Veganoom: Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Vorerst möchten wir uns auf die Menschen in Deutschland konzentrieren. Somit garantieren wir, dass wir hier mit Qualität und optimierten Prozessen in den einzelnen Abteilungen arbeiten. Wir sehen uns in fünf Jahren als eine nicht mehr wegzudenkende Plattform, die viele Vorteile für alle bietet. Auch steht in unseren Plänen, dass wir den B2B-Bereich einfügen und weitere Länder in Europa beliefern möchten.

Welche drei Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Ganz wichtig ist, dass man dranbleibt und die Leidenschaft niemals verliert, denn das ist das Rezept zum Erfolg. 

Dazu sollte man Kritik annehmen können, um daraus das Beste für sein Projekt mitzunehmen. 

Wichtig ist auch, niemals die Familie zu vergessen, die einem den Rücken während der Aufbauphase deckt und sich immer wieder zu bedanken.

Wir bedanken uns bei Fatima Wellnitz und Gazzan Fakih für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Kommunikation is key

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Porn Better VentureVilla porno

Porn Better Teilnehmer im Batch #9 Accelerator-Programm der VentureVilla

Stellen Sie sich und das Startup Porn Better doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Julia und Luna und gründen gemeinsam Porn Better – eine Matchingplattform für ethischen Porno und Menschen, die diesen gern konsumieren möchten. Damit wollen wir eine Alternative zu den Online-Pornoseiten schaffen, die den Markt dominieren, gleichzeitig aber viele User’innen aus gutem Grund abschrecken. 

Luna hat schon erfolgreich im Bereich Filmproduktion gegründet und ist nebenbei Sales Managerin für Dokumentarfilme, ist also in der Medienbranche zu Hause. Sie glaubt an das Gute im Porno, genauso wie ich (Julia). Ich selbst bin queere Akteur*in in der sexuellen Bildung und weiß um die Relevanz von Porno für Menschen und Sexualität.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Wir sehen den Bedarf nach coolen Inhalten in der Pornobranche! Es gibt tolle Seiten, die ethisch produzierten, empowernden, feministischen, queeren und diversen Porno anbieten, aber viel zu wenig Aufmerksamkeit dafür. Mit Porn Better wollen wir Sichtbarkeit und Zugänge zu Pornos schaffen, die alle Menschen ohne schlechte Gefühle genießen können. Und weil es eine Plattform wie Porn Better noch nicht gibt, erschaffen wir sie!    

Welche Vision steckt hinter Porn Better?

Unsere Vision ist, dass Menschen Porno uneingeschränkt genießen können. Bisher ist das Mainstream-Angebot voll von Diskriminierung, Gewalt und illegalen Uploads. Das ist umso problematischer, wenn man bedenkt, dass für viele Menschen Porno schon sehr früh eine wichtige Rolle in der sexuellen Entwicklung und Aufklärung einnimmt. 

Zudem wollen wir Produzierenden, ob Profi oder Amateur*in, die fair, inklusiv, konsensuell und safe arbeiten, den Rücken stärken. So wollen wir zu einem Bewusstseinswandel in der Pornobranche beitragen und zeigen, dass Pornografie so facettenreich, divers und schön sein kann wie die menschliche Sexualität selbst. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir mussten uns darüber klar werden, wie wir unser Unternehmen so aufbauen können, dass wir von Anfang an unseren Werten gerecht werden und auch bleiben können. Daraus ist zum Beispiel resultiert, dass wir lieber langsam und organisch wachsen und uns querfinanzieren wollen, als vorschnell Investor*innen an Bord zu holen. Mit dieser Entscheidung gehen natürlich viele Herausforderungen einher, allen voran ein effizientes Zeitmanagement, um Lohnarbeit und Gründung unter einen Hut zu bekommen. Das hat aber auch einen Vorteil: Es hilft uns, Priorisieren zu lernen.

Wer ist die Zielgruppe von Porn Better?

Unsere Zielgruppe sind vor allem queere Personen und Frauen. Diese Gruppe leidet nach wie vor unter struktureller Benachteiligung und Diskriminierung. Und das gilt auch für Pornografie und die Industrie dahinter, die ausgesprochen männerdominiert und auf einen vermeintlich „typisch männlichen“ Zuschauer zugeschnitten ist; Stichwort male gaze. Der Anteil von Queers und Frauen, die Porno konsumieren, wird aber immer größer. Wer Porno schaut, möchte unbeschwert genießen. Wenn man sich da erst durch diskriminierende Kategorien, sexistische Werbung und stereotype Darstellungen wühlen muss, kann von Genuss kaum die Rede sein. Wir möchten auf unserer Plattform einen safer Space bieten – und zwar natürlich für Menschen jeglichen Geschlechts.

Wie funktioniert Porn Better? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir starten als kostenlose Matching-Plattform. Das heißt, wir hosten keinen eigenen Content, sondern listen Seiten von Drittanbietern, die unseren ethischen Anforderungen entsprechen. Wir haben detaillierte und für alle transparente Kriterien ausgearbeitet, nach denen diese Seiten dann von uns rezensiert und geratet werden. Bei uns kannst Du nach deinen Vorlieben filtern, nach Preisen und natürlich nach Bewertung. Noch dazu wollen wir die Zuschauer*innen mit einbinden und setzen auf Feedback und Bewertungen aus der Community. 

Ihr seid Teilnehmer im Batch #9 Accelerator-Programm der VentureVilla. Könnt ihr uns das Programm kurz vorstellen?

100 Tage geballtes Wissen und Erfahrungsaustausch! Es gibt vielfältige Workshops, feedbackreiche Pitchtrainings und individuelle Betreuung durch die Mentor*innen. Wir haben schon sehr viel dazugelernt, reflektiert und unser Netzwerk um wertvolle Kontakte erweitern können. Außerdem ist es sehr empowernd, bei der VV Menschen wie Julia Kümper oder Meike Korittko hinter sich zu wissen, die sich für Gleichberechtigung, Inklusion und Diversität in der Startup-Szene stark machen.

Wie geht es jetzt weiter? Was passiert am Demo Day?

Am Demo Day werden wir dem virtuellen Publikum nicht nur unsere Geschäftsidee, sondern auch unsere Landing Page präsentieren können. Die Landing Page ist noch nicht offiziell gelauncht, aber wir sind schon dabei, sie mit Content zu füllen und das Design auszufeilen. Dann wird es auch die ersten Porn Site Reviews auf unserer Seite geben!

Porn Better, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In 5 Jahren sind wir eine etablierte Größe in der alternativen Pornowelt, Menschen empfehlen uns guten Gewissens weiter und unser Team ist größer und diverser geworden. Wir haben noch viele Ideen wie wir unsere Plattform erweitern können, aber wir gehen einen Schritt nach dem anderen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Werte sind kein Unique Selling Point oder Marketingzweck. Deine Werte und die des Unternehmens sind, was euch ausmacht. Deswegen ist es sinnvoll, diese schon in einer frühen Phase zu reflektieren, zu definieren und sie vor allem auch ernst zu nehmen.
Kommunikation is key – ob in romantischen, freundschaftlichen oder geschäftlichen Beziehungen. Ehrliche, wohlwollende Kommunikation ist die Basis für so ziemlich alles, zum Beispiel auch für einen guten Zusammenhalt im Team. 

Stay focused. Gerade am Anfang ist die Gefahr hoch, sich zu verzetteln und dabei die Vision aus den Augen zu verlieren.  

Wir bedanken uns bei Daniel Graf für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Ein gutes eingespieltes Team ist das A und O

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Moanah nachhaltige Wasch- und Reinigungsmittel in Pulverkonzentrat

Moanah nachhaltige und schonende Wasch- und Reinigungsmittel in Pulverkonzentrat

Stellen Sie sich und das Startup Moanah doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Katharina Zurmühlen und neben Salar Armakan, Felix Kleinhenz eine der drei Gründer*innen von Moanah. Wir bieten nachhaltige und schonende Wasch- und Reinigungsmittel in Pulverkonzentrat an. Uns ist es wichtig, Produkte anzubieten, die nicht nur den eigentlichen Zweck – eine gute Reinigungskraft – erfüllen, sondern gleichzeitig auch gut für den Menschen und unsere Umwelt ist – ohne Mikroplastik, leicht biologisch abbaubar, vegan und tierversuchsfrei. Zu unseren Produkten gehören Allzweck-, Bad- und Glasreiniger, die mit Wasser in wiederauffüllbaren Glasflaschen sekundenschnell aufgelöst werden können und ganz neu zwei Vollwaschmittel.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Der Ideengeber war ganz klar Salar. Bereits in seinen Kinderjahren waren nachhaltige Putzmittel für ihn ein wichtiges Thema: Seine Eltern kamen als politische Flüchtlinge nach Deutschland. Als Putzkraft spürte Salars Mutter schnell, dass die meisten handelsüblichen Putzmittel schädlich für ihre Haut sind. Daher begann sie schon vor 30 Jahren Reinigungsmittel selbst herzustellen. Salar griff das Thema erneut auf als er merkte, dass die wenigsten Menschen über die aggressiven Inhaltsstoffe in herkömmlichen Reinigungsmitteln Bescheid wissen. Dann ging er auf seinen ehemaligen Kommilitonen und Freund Felix Kleinhenz zu, der Experte für Produktentwicklung und -optimierung ist. Ich kam 2020 ins Spiel, um mich dem Marketing zu widmen. Das war die Geburtsstunde von Moanah: Nachhaltige und schonende Haushaltsmittel, die nicht nur das Zuhause, sondern auch die Umwelt säubern.

Welche Vision steckt hinter Moanah?

Viele Wasch- und Reinigungsmittel erhalten ihre Putzkraft nur durch aggressive Chemikalien und produzieren nebenbei auch noch Unmengen an Plastikmüll. Mit Moanah setzen wir genau da und bieten eine nachhaltige als auch zugleich schonende Alternative an, die nicht nur plastiksparend ist, sondern auch kraftvoll reinigt. Wir konzentrieren uns darauf ehrliche Produkte zu kreieren. Daher sind wir der Meinung, dass wir Mitverantwortung dafür tragen, Müll zu reduzieren und jeden daran partizipieren zu lassen. Bei Moanah glauben wir fest daran, dass Lösungen erst dann Lösungen sind, wenn sie Natur, Mensch und Unternehmen in Einklang bringen. Dies bedeutet für uns Dinge kritisch zu hinterfragen, aber vor allem Verantwortung zu übernehmen. Nur so können wir unserem Ziel näher kommen.

Deshalb haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die Unmengen an Plastik zu reduzieren, die bei herkömmlichen Produkten anfallen. Durch jedes Nachfüllen unserer Glasflaschen und Nachkaufen unseres Waschmittels wird nicht nur eine Plastikflasche eingespart, sondern gleichzeitig befreien wir gemeinsam mit der Organisation Seven Clean Seas pro verkauftem Jahres- oder Starter Set bzw. Waschmittel in der Größe L, die Meere von Plastikmüll.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Als wir Moanah gegründet haben, hatten wir alle noch Vollzeitjobs. Wir haben uns anfangs komplett selbst finanziert und für unsere Idee auch bereits Preisgelder gewonnen. Letztes Jahr waren wir dann so weit, dass wir uns dazu entschlossen, unsere damaligen Berufe zu kündigen und die gesamte Energie in Moanah zu stecken. Dies war insbesondere am Anfang natürlich mit vielen Unsicherheiten verbunden. Glücklicherweise haben wir Investoren gefunden, die unsere Vision teilen und das nötige Startkapital zur Verfügung stellen. 

Ein Faktor, mit dem wir uns sehr lange beschäftigt haben und auch noch weiterhin tun, war es die richtigen Lieferanten und Produktionsfirmen zu finden, die unseren Ansprüchen im Bereich Nachhaltigkeit entsprechen.
Weiterhin war die Corona-Pandemie definitiv eine sehr große Herausforderung für uns. Produktionsketten wurden unterbrochen und die Produktionsentwicklung verzögert. Aus diesem Grund wurde der Verkaufsstart der Moanah Reiniger etwas nach hinten verschoben. Zum Beispiel ist auch die Nachfrage nach Sprühköpfen enorm gestiegen. Das hat die Suche nach der richtigen Produktionsfirma in Europa zusätzlich erschwert. 

Wer ist die Zielgruppe von Moanah?

Moanah richtet sich an alle Menschen, die schonende Produkte nutzen wollen, dabei auf Nachhaltigkeit achten, bewusster Leben als auch konsumieren wollen und gleichzeitig natürlich auch nicht auf die Putzkraft verzichten möchten. Insbesondere trifft dies auch auf Personen zu, die Kinder oder Tiere im Haus haben und somit auf chemische Produkte verzichten wollen und sollten.

Wie funktioniert Moanah? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Bei unseren Reinigern können sich Erstkundinnen ein Starterkit mit Glasflaschen, Reinigungstuch und Reinigungspulver kaufen. Kundinnen haben dann die Möglichkeit, einzelne Refills nachzukaufen oder bekommen diese ganz praktisch im Abo regelmäßig in den Briefkasten gesteckt. Ähnlich sieht es bei den Waschmitteln aus: Die Probiersets und Größe M landen ebenfalls in den Briefkästen (Schleppen ade) und Größe L wird natürlich wie die anderen Größen auch CO2-neutral geliefert. Ab Juni bieten wir auch hier Abo-Modelle für unsere Kundschaft an.

Wir sehen die Vorteile neben einer sauberen Wohnung, ganz klar bei der schonenden Wirkung für Mensch & Umwelt. Durch unser Produkt kann Plastik im eigenen Haushalt reduziert werden, ohne auf die Putzkraft zu verzichten. Durch die Auslieferung in den Briefkasten fallen gleichzeitig auch die spontanen Wege in den Laden oder das schwere Schleppen weg.
 
Wir legen großen Wert auf Transparenz: Wir kommunizieren sehr transparent und teilen klar mit unserer Community, warum wir wo produzieren und welche Auswirkungen das auf die Umwelt hat. Im Vergleich zu anderen Unternehmen haben wir von Anfang an auf Pulverform und Glasflaschen gesetzt. Wir finden aber auch, dass der Markt groß genug für alle ist. Die Produkte unterscheiden sich neben dem Design auch zusätzlich noch in Duftstoffen und so hat jeder Konsumentin die Möglichkeit, je nach eigenen Vorlieben seinen Favoriten auszuwählen. Durch unser familiäres, ehrliches und offenes Team sind wir sehr nah an unseren Kund*innen.

Moanah, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Uns war made in Germany sehr wichtig. Für die Produktion von unserem Reinigungspulver sowie dem Waschmittel haben wir daher bereits tolle Produktionsstätten in Deutschland gefunden. Das Gleiche wollen wir nun auch für unsere Glasflaschen und Sprühköpfe erreichen, die momentan noch in China produziert und mittels Zug inkl. CO2 Ausgleich nach Deutschland geliefert werden. Wir arbeiten stetig an uns und haben uns zum Ziel gesetzt noch nachhaltiger und umweltfreundlicher zu werden. Darum sind wir aktuell sehr daran bestrebt die komplette Produktion nach Deutschland bzw. Europa zu verlegen, um den Transportweg zu verringern. Auch unser Produktsortiment soll sich in den kommenden Jahren noch erweitern, damit noch mehr Menschen umweltfreundlicher Putzen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Der allererste Schritt, den jeder beim Gründen berücksichtigen sollte, ist das richtige Priorisieren. Am Anfang scheint alles wichtig zu sein und die Sorge, etwas zu vergessen, ist ein ständiger Begleiter. All die Ideen wollen umgesetzt werden und am besten alles auch sofort. Doch das ist einfach unmöglich. Daher ist es wichtig, Aufgaben und Erledigungen abzuwägen, zu gewichten und in eine Reihenfolge zu bringen, sonst steht man sich einfach selber im Weg und verzögert den ganzen Prozess. Außerdem würde ich jedemjeder raten, von Anfang an auf einen transparenten und authentischen Markenauftritt zu setzen. Das schafft bei den Kundinnen das gewisse Grundvertrauen in die Marke. Wir bei Moanah legen sehr viel Wert auf Transparenz und darauf mit unseren Kundinnen zu kommunizieren. Ich kann jedemjeder Gründerin beides nur ans Herz legen. 

Mein letzter Tipp wäre, die richtigen Partner*innen zu finden. Ein gutes eingespieltes Team, das einem den Rücken stärkt, ist beim Gründen das A und O. Langwierige Prozesse, kleine Rückschläge, aber auch die ersten Erfolge machen mit dem richtigen Team einfach mehr Spaß. Gleichzeitig ist auch direkt alles leichter zu handhaben, wenn sich alle aufeinander verlassen können und mit dem richtigen Teamgeist dabei sind.

Wir bedanken uns bei Katharina Zurmühlen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Spring nicht zu spät auf den Zug auf, sondern gehört zu den Pionieren

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Sanity Group: Medizinisches Cannabis und Consumer-Goods Cannabinoid

Sanity Group: Pharma- und Lifescience-Unternehmen für medizinisches Cannabis und Consumer-Goods auf Cannabinoid-Basis

Stellen Sie sich und das Startup Sanity Group doch kurz unseren Lesern vor!

Finn Hänsel: Fabian und ich haben 2018 zusammen die Sanity Group gegründet, ein Pharma- und Lifescience-Unternehmen mit dem Schwerpunkt Cannabinoide und Naturwirkstoffe. Wir versorgen Menschen in Europa mit Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten auf Cannabinoidbasis und schaffen die dafür notwendige Infrastruktur.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Finn Hänsel: Ich habe in der Vergangenheit internationale Unternehmen mit aufgebaut oder als CEO geführt, hatte aber nie selbst wirklich gegründet. Mir war klar, dass, wenn ich selbst gründe, es ein Herzensthema sein muss – ich wollte nie nur gründen, um gegründet zu haben. Cannabis ist ein solches Herzensthema für mich: Den medizinischen Nutzen der Pflanze habe ich bereits als Jugendlicher in meinem direkten Umfeld bei Eltern von Freunden erlebt und seitdem beschäftigt mich das Thema. Vor knapp 20 Jahren habe ich mich dann als Mitglied der Jungen Union in Flensburg für eine Cannabis-Reform eingesetzt, mit dem Ziel, die Pflanze mit ihren positiven Eigenschaften zurück in die Gesellschaft zu holen. Auch Fabian hat sich bereits vor einigen Jahren mit dem Thema beschäftigt.

Als dann medizinisches Cannabis 2017 in Deutschland legalisiert wurde, war Fabian und mir klar, dass wir aktiv werden wollen. Neben dem rein pharmazeutischen Nutzen sind wir schnell auf CBD aufmerksam geworden, was in den USA und Israel zu der Zeit schon ein großer Trend war. Früher wollten alle wacher, leistungsfähiger werden und besser funktionieren. Seit einigen Jahren gibt es ein Umdenken hin zu mehr Balance im Leben. Wir sind heute so andauernd überreizt, dass wir uns nach Ruhe sehnen. Ich habe für mich gemerkt, dass ich sehr gut über mehrere Tage hinweg hart arbeiten kann, aber zwischendurch Auszeiten brauche. Und die braucht jeder, wenn er leistungsfähig bleiben will. Wenn man immer nur ackert, kann das schnell dazu führen, dass man in einen ungesunden Lebensstil rutscht. 

Welche Vision steckt hinter Sanity Group?

Fabian Friede: Wir sind der Auffassung, dass jeder Mensch ein gesundes, ausgeglichenes Leben führen können sollte und glauben an das therapeutische Potenzial von Cannabis. In der Forschung zeigt sich immer mehr, was die Menschen schon vor Tausenden von Jahren wussten: dass Cannabis einen positiven Einfluss auf das Leben der Menschen haben kann. Unser Ziel ist es deshalb, die Vorteile von Cannabis für die Gesundheit und das Wohlbefinden zu erforschen, zu „heben” und sie den Menschen zugänglich zu machen. Wir möchten der Cannabis-Pflanze eine neue Chance geben, denn was die Leute damit in Verbindung bringen, basiert auf alten Vorurteilen

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Finn Hänsel: Zu den größten Herausforderungen zählte (und zählt) sicherlich der Widerstand, der einem noch immer hin und wieder widerfährt, wenn man sich für die Pflanze Cannabis einsetzt, bei Banken, Investoren oder auch Behörden. Und auch darüber hinaus verbinden einige Menschen Cannabis immer noch mit einer „illegalen Droge”, obwohl die Pflanze – die ja seit Jahrhunderten als Heilpflanze gilt – auch in Deutschland vor früher ganz legal in Apotheken erhältlich war.

Im 19. Jahrhundert haben Ärzte die Pflanze vermehrt als Schmerzmittel eingesetzt. Der Konsum von Cannabis war in Deutschland bis zum Jahr 1872 sogar komplett unreguliert und ist erst seit 1929 gesetzlich verboten. Heute ist es auch durch viele Studien und zuletzt auch durch die WHO und UN anerkannt worden, dass Cannabinoide in verschiedener Hinsicht einen sehr positiven Einfluss auf die menschliche Gesundheit haben können. Darüber aufzuklären und Cannabis raus aus der „dunklen Ecke” zu führen – sowohl im medizinischen als auch im Wellbeing-Bereich – ist sicher eine der größten Herausforderungen. Es ist viel Aufklärung zu tun. Das erfordert Durchhaltevermögen, aber das war ich schon von Movinga gewohnt. 

Fabian Friede: Wir werden finanziell und strategisch von verschiedenen VCs und Business Angels unterstützt, u. a. von HV Capital, SevenVentures, Atlantic Food Labs, Cherry Ventures, Bitburger Ventures und prominenten Investor:innen wie Will.i.am, Mario Götze, André Schürrle, Dennis Aogo, Klaas Heufer-Umlauf, Alyssa Milano und Stefanie Giesinger.

Wer ist die Zielgruppe von Sanity Group?

Fabian Friede: Eine einzelne Zielgruppe gibt es für die Sanity Group nicht; unsere Mission ist es, Menschen in Europa mit Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten auf Cannabinoidbasis zu versorgen. Mit unserem medizinischen Geschäftsbereich möchten wir das Leben von Patient:innen nachhaltig verbessern und richten uns uns mit unserem Angebot auch an Ärzt:innen, Apotheker:innen und Kostenträger; mit unserer Wellbeing-Sparte u. a. mit den Marken VAAY und This Place bieten wir Lösungen für Alltagsprobleme und sprechen dort von Young Professionals bis Best Agern ganz unterschiedliche Zielgruppen an.

Wie funktioniert Sanity Group? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Finn Hänsel: Die Sanity Group ist breit und innovativ aufgestellt: Zum einen sind wir, wie zuvor schon erläutert, im medizinischen Bereich tätig, um innovative Arzneimittel auf Cannabinoidbasis und Technologien sowie digitale Gesundheitsanwendungen für Patient:innen, Ärzte:innen, Apotheker:innen und Kostenträger zu entwickeln und zu vertreiben. Wir sind nicht einfach nur Großhändler wie einige andere Anbieter im Bereich Medizinalcannabis, sondern verfolgen hier als Cannabisexperten mit einem Team aus Branchenkennern, Pharma, Medizin und Forschung wirklich das Ziel, dem individuellen Patientenwohl zu dienen und Innovation zu treiben. Zum anderen bedienen wir auch den Wellbeingmarkt mit CBD- und Naturprodukten.

Unser Kerngeschäft ist die Erforschung und Entwicklung neuer Cannabinoid-basierter Lösungen für wichtige gesellschaftliche Probleme wie Schmerzen, Schlaf und Angstzustände. Die Sanity Group dient dabei als eine Art Plattform für unsere Business Units. Wir arbeiten mit agilen Arbeitsmethoden und bringen das Beste aus mehreren Welten zusammen: Pharma, Medizin und Forschung treffen auf Start-up-Kultur und Spezialisten für Consumer-Goods. Das macht wirklich viel Spaß! 

Sanity Group, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Fabien Friede: Unser Ziel ist es, das führende Pharma- und Lifescience-Unternehmen für medizinisches Cannabis und Consumer-Goods auf Cannabinoid-Basis in Europa aufzubauen. Bereits heute vertreiben wir unsere Wellbeingmarken direkt oder indirekt über B2B-Partner in mehreren Ländern in Europa. Dies werden wir weiter ausbauen, ebenso wie die Expansion der medizinischen Sparte in Europa.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Finn Hänsel: 1) Was man als Gründer:in braucht, ist eine gewisse Portion Größenwahn. Grundsätzlich würde ich Gründer:innen deshalb immer ermutigen, sich zu trauen und zu „machen“ – und vor allem keine Angst vorm Scheitern zu haben. Wenn man auf die Nase fällt – wieder aufstehen und aus den Fehlern lernen. Fabian Friede: 2) Ein weiteres entscheidendes Thema ist die Unternehmenskultur und Mitarbeiter:innensuche. Stellt nur Mitarbeiter:innen ein, die zu eurer Kultur passen. Die Chemie muss stimmen. Wichtig ist dabei auch, frühzeitig die Strukturen für HR und auch Finance zu legen, das sind zwei sehr entscheidende Departments. Finn Hänsel: Und 3) Geht in die Nische, schaut euch an, was es noch nicht gibt in einem bestimmten Bereich. Wenn man einen Trend oder ein neues Thema erkennt: Spring nicht zu spät auf den Zug auf, sondern gehört zu den Pionieren. Da schließt sich der Kreis wieder zum Anfang: mutig sein und „machen“! 

Wir bedanken uns bei Finn Age Hänsel und Fabian Friede für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Habt eure Nutzer und Kunden im Blick

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frischeszeug regionale lebensmittel plattform

FrischesZeug Plattform für regionale Lebensmittel

Stellen Sie sich und das Startup FrischesZeug doch kurz unseren Lesern vor!

Mit FrischesZeug machen wir Direktvermarkter:innen sichtbar und regionale Lebensmittel einfach erlebbar. Verbraucher:innen helfen wir dabei, alle Anbieter regionaler Produkte in ihrer Umgebung leicht und unkompliziert zu finden. Den Anbieter:innen möchten wir die Möglichkeit geben, die anspruchsvollen Herstellungsprozesse ihrer Produkte anschaulich zu machen, sodass Verbraucher:innen eine Verbindung zu den regionalen Produzent:innen und ihren Produkten aufbauen können. Dazu haben wir die digitale Interaktions- und Vermarktungsplattform ins Leben gerufen.

Mit unserer Lösung sprechen wir auf Kundenseite eine ökologisch bewusste, urbane und mobile Zielgruppe, die digital affin ist. Denn viele interessierte Menschen möchten zwar regionale Produkte kaufen, haben aber bisher keine digitale Plattform, auf die sie zugreifen können, um schnell die Möglichkeiten in ihrer Umgebung zu entdecken. Somit haben wir (Sophie von See und Gregor Friedrich-Baasner) FrischesZeug ins Leben gerufen. Sophie ist Geschäftsführerin und für alle technischen Belange und die Entwicklung zuständig. Gregor kümmert sich um die betriebswirtschaftlichen Aspekte und hat immer ein offenes Ohr für unsere Nutzer.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Wir wissen wovon wir sprechen und haben selbst das große Bedürfnis nach regionalen Lebensmitteln. Aufgewachsen auf dem Land sind wir für unser Studium quer durch Deutschland gezogen und mussten feststellen, dass sich die Suche nach regionalen Anbietern kompliziert gestaltet und mit hohem Rechercheaufwand verbunden ist. Lösungen, die wir dazu gefunden haben, überzeugten uns entweder technisch nicht oder waren nur auf eine Region begrenzt.

Darum haben wir mit FrischesZeug unsere eigene Plattform ins Leben gerufen, die sowohl dem Stand der Technik entspricht, sich gleichzeitig aber eng an den Bedürfnissen der regionalen Anbieter:innen orientiert, als auch dem Kaufverhalten der Nutzer:innen entspricht.

Welche Vision steckt hinter FrischesZeug?

Wir wollen unseren Beitrag leisten, die tollen regionalen und saisonalen Produkte aus der nahe liegenden Umgebung sichtbar zu machen. Dabei schaffen wir es, Lebensmittel und deren Produktion transparent und ehrlich zu zeigen. Wir unterstützen damit den aktuellen Zeitgeist nach Informationen und bieten einen gelebten Austausch mit den Expert:innen in diesem Bereich; den Erzeuger:innen der Produkte. Zusätzlich ermöglichen wir, das begonnene Umdenken in der Ernährung weiter zu festigen und echte Regionalität wieder in den Vordergrund zu stellen.

Unsere Mission zur Vision:

  • Wir bieten Direktvermarkter:innen eine auf sie zugeschnittene Digitallösung,
  • schaffen echte Transparenz, Nähe und erlebbare Regionalität
  • und bieten ein modernes Einkaufserlebnis mit State of the Art Technologie und entwickeln uns mit den Bedürfnissen unserer Nutzer:innen weiter.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

FrischesZeug wurde bislang durch private Mittel finanziert. Um die Gemeinschaft weiter wachsen lassen zu können, haben wir eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Damit können wir mehr Aufmerksamkeit generieren und noch mehr Interaktion auf FrischesZeug schaffen. Außerdem sind wir auf der Suche nach Investoren, damit eine zukunftsfähige Finanzierung gewährleistet ist.

Inhaltlich hat sich die Arbeit während des letzten Jahres verändert. Während zu Beginn noch viel Konzeptions- und Aufklärungsarbeit geleistet werden musste, geht es heute darum, noch feiner an den Stellschrauben zu drehen, um noch mehr Menschen unterstützen zu können. Wir legen großen Wert auf die Rückmeldung und Wünsche unserer Nutzer:innen und richten unsere Plattform danach aus.

Wer ist die Zielgruppe von FrischesZeug?

FrischesZeug soll künftig DIE digitale Plattform sein, um ohne großen Aufwand frische Produkte von Erzeuger:innen in der Nähe zu finden. Wir wollen ernährungs- und umweltbewussten Menschen dabei helfen, die frischsten Lebensmittel in ihrer Umgebung zu finden. Zusammen wollen wir den Austausch zwischen Konsument:innen und Erzeuger:innen fördern. Sowie das Verständnis füreinander aufbauen.

Wir wollen die digitale Plattform zum einfachen und schnellen Direktvertrieb für Erzeuger:innen von regionalen Produkten sein. Wir wollen den Erzeuger:innen ohne hohe Kosten und Fachwissen Zugang zur digitalen Welt verschaffen. Und wir wollen die Welt ein kleines Stückchen besser machen.

Wie funktioniert FrischesZeug? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir bieten mit FrischesZeug die Möglichkeit, regionale Produkte und Spezialitäten einfach digital darzustellen. Dafür können Anbieter:innen schnell und unkompliziert ein Profil anlegen. Dazu gehören einige grundlegende Angaben über den Betrieb, die Öffnungszeiten und die angebotenen Produkte. Zusätzlich können Neuigkeiten und Veranstaltungen (zum Beispiel Hoffeste, Termine für Führungen oder besondere Angebote) erstellt und Bilder veröffentlicht werden.

Die Anbieter:innen können von angemeldeten Verbraucher:innen abonniert werden, sodass diese stets im Bilde über etwaige Neuigkeiten und Veränderungen sind. Auch die Kommunikation kann über unsere Plattform abgewickelt werden; dafür bietet FrischesZeug eine integrierte Chatfunktion. Zusätzlich ist es den Anbietenden möglich, einen eigenen Onlineshop zu erstellen und in das Profil zu integrieren.

Wir ermöglichen auf diese Weise das einfache Finden, Interagieren und Einkaufen von regionalen Lebensmitteln direkt bei den Erzeuger:innen in der Umgebung.

FrischesZeug, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Da folgen wir ganz stark unserer Vision. Wir möchten, dass unsere Gemeinschaft weiter wächst, die Interaktion weiter steigt und es noch mehr Menschen möglich ist, die tollen regionalen Lebensmittel in der direkten Umgebung zu finden und sich aktiv mit deren Erzeuger:innen auszutauschen. In fünf Jahren haben wir hoffentlich maßgeblich zu einer nachhaltigeren und bewussteren Zukunft beigetragen, indem wir regionale Lebensmittel für jeden einfach erlebbar gemacht haben und werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Sein eigenes Unternehmen aufzubauen und seine eigenen Ideen umsetzen zu können, ist eine spannende und tolle Sache. Für uns war das Mindset sehr wichtig.

Seid von eurer Idee überzeugt und identifiziert euch mit eurem Unternehmen.

Probiert Dinge aus und sollten sie nicht klappen, verwerft sie wieder. Aber ihr habt jede Menge gelernt.

Habt eure Nutzer und Kunden im Blick. Versucht sie und ihren Antrieb zu verstehen.

Link zum Crowdfunding auf Startnext

Wir bedanken uns bei Sophie von See und Gregor Friedrich-Baasner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: FrischesZeug

Kontakt:

vonSundG UG
Echinger Straße 1a
DE-80805 München

https://frischeszeug.de
gregor@frischeszeug.de

Ansprechpartner: Gregor Friedrich-Baasner

Social Media:
Instagram: https://www.instagram.com/frischeszeug

Erlaubt Euch, Fehler zu machen

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QUARTIER

Gamification meets Kunst und Kultur: QUARTIER vereint Digitalisierung lokaler Kulturzenen mit Entertainment für Stadtentdecker

Stellen Sie sich und das Startup QUARTIER doch kurz unseren Lesern vor!

QUARTIER ist eine hyperlokale Plattform, die neuen Talenten und etablierten Künstler:innen die Möglichkeit bietet, mit ihrer Kunst einen persönlichen Fußabdruck im virtuellen Stadtbild zu hinterlassen. QUARTIER ist eine App, die Menschen einer Stadt – Einheimische und Touristen – mit der lokalen Kulturszene verbindet. Kunstschaffende (Creator) laden Snippets (kurze Beiträge) ihrer Werke hoch und pinnen diese an die digitale Stadtkarte. Kunstinteressierte (User) wiederum erkunden das Kulturangebot bei einem Streifzug durch ihre Umgebung. Sie rufen den künstlerischen Content standortgebunden ab und die App benachrichtigt über neue Snippets.
Diese neue Art des Stadtspaziergangs ist wie „Geocaching“ für Kunst und Kultur: Während man durch die Straßen läuft, öffnet sich hier und da virtuell ein Fenster und DJs, Musiker oder Performance-Artists fügen dem Stadtleben mit ihrer Kunst inspirierende Facetten hinzu.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Für uns waren zwei Faktoren für die Gründung von QUARTIER entscheidend. Zum einen haben wir ein Problem identifiziert, das uns allen sehr am Herzen liegt. Durch die Corona-Pandemie hat sich einmal mehr gezeigt, dass die Digitalisierung in allen Sektoren weiter vorangetrieben werden muss. So auch in der nach wie vor sehr analogen Kulturszene. Auch wenn Kunst und Kultur nicht durch digitale Medien ersetzt werden können – wir sollten digitale Technologien nutzen, um Kunstschaffenden eine digitale Bühne zu bieten und sie damit stärker sichtbar zu machen. Zum anderen haben wir in unserem direkten Umfeld erfahren, wie mit der Kulturszene verbundene Menschen unter den Auswirkungen der Pandemie-bedingten Beschränkungen leiden. Diesen Menschen haben uns dazu motiviert -und motivieren uns weiterhin – die Idee von QUARTIER in die Tat umzusetzen.

Ein dritter Aspekt, der uns das Gründen von QUARTIER erleichtert hat, war das Glück, ein großartiges, interdisziplinäres Team zu sein. Wir nutzen unsere verschiedenen Hintergründe und Erfahrungen, um voneinander zu lernen und unsere Fähigkeiten bestmöglich einzusetzen. Was uns verbindet, ist unsere Leidenschaft für Social Entrepreneurship. Wir alle drei brennen dafür, nicht nur ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu realisieren, sondern zugleich sozial und ökologisch nachhaltig zu agieren, um einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft zu leisten. So ist es für uns das Schönste, unsere eigenen Ideen gemeinsam in die Tat umzusetzen.

Welche Vision steckt hinter Quartier?

Gamification meets Kunst und Kultur: QUARTIER vereint Digitalisierung lokaler Kulturzenen mit Entertainment für Stadtentdecker. Mit unserer Plattform sorgen wir für mehr Sichtbarkeit für lokale Kulturschaffende, in der Pandemie und darüber hinaus. QUARTIER wird, sobald es wieder sicher möglich ist, die Städte mit neuem Leben füllen. Wir verfolgen die Vision, Menschen miteinander zu verbinden und lokale Kulturszenen digitaler, nahbarer und damit zukunftsfähiger zu gestalten.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die Idee zu QUARTIER ist bei einem, während der Corona-Pandemie von Jägermeister durchgeführten, virtuellen Hackathon im Rahmen der “Safe The Night” Initiative zum Erhalt des Nachtlebens entstanden. QUARTIER hat dort den zweiten Platz belegt, und ist mit Jägermeister in Bezug auf die Realisierung der Lösung in Kontakt geblieben. So standen wir unmittelbar nach dem Hackathon vor der Herausforderung, aus unserer ersten Idee ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Dabei kommen uns unsere persönlichen Erfahrungen als Gründer:innen zu Gute wie auch die Unterstützung des digitalHUB Aachen. Dessen „Startup Coaches“ stehen uns mit ihrem Fachwissen und Erfahrungswerten rund um digitale Geschäftsmodelle zur Seite.

Außerdem bringen sie uns mit Experten aus der Kreativwirtschaft in ganz Nordrhein-Westfalen zusammen. Auch die Unterstützung, die wir von Jägermeister seit Anbeginn von QUARTIER bekommen haben, hilft uns auf unserem Weg. Als die Validierung unserer Geschäftsidee bevorstand, und wir uns parallel auf die Suche nach potentiellen Partnern begeben haben, konnten wir auf das breite Netzwerk von Jägermeister zurückgreifen. Daraus sind wertvolle Kontakte entstanden. Aktuell ist unsere größte Herausforderung die Suche nach einem oder mehreren Investoren.

Wer ist die Zielgruppe von Quartier?

QUARTIER richtet sich an mehrere Gruppen. Auf der einen Seite sind es die User. Das sind Menschen, die lokale Kultur entdecken und die Kunst einer bestimmten Region erleben wollen. Auf der anderen Seite sind die Creator. Das sind Kulturschaffende aller Art oder angeschlossene Institutionen -Musiker:innen, Schauspieler:innen, Theater, Museen – die mit ihren Darbietungen andere begeistern möchten, dafür aber eine digitale Bühne brauchen, um ihre Kunst einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren und ein lokales Netzwerk aufbauen zu können.

Wie funktioniert Quartier? Wo liegen die Vorteile?

Creator (Kulturschaffende), laden Snippets (kurze Beiträge) ihrer Werke in Form von Audios, Videos oder Fotos auf die QAURTIER-Plattform hoch und pinnen diese an die digitale Karte ihrer Stadt. Kulturinteressierte (App-User) rufen beim Streifzug durch ihre Stadt das lokale Kulturangebot automatisch an den Orten ab, wo es stattfindet. Denn Snippets können nur in der Nähe des Ortes abgerufen werden, wo sie gepinnt wurden. So wird jeder Spaziergang zur individuellen Erkundungstour mit einem Aha-Erlebnis, weil man als User plötzlich den kulturellen Facettenreichtum eines Ortes erkennt. Damit bieten wir Kulturschaffenden eine Bühne, um ihre Kunst und Kultur den Menschen in ihrer Umgebung zu präsentieren, ein lokales Netzwerk aufzubauen. Kulturinteressierte entdecken mit Hilfe von QUARTIER ihre Stadt und deren Kulturangebot und ihr Bedürfnis nach neuen Erlebnissen wird gestillt.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Anders als gängige Plattformen macht nur QUARTIER kulturelle Inhalte on-demand verfügbar. So ermöglicht unsere Plattform etablierten Künstler:innen und Newcomern der „Filter-Bubble“ etablierter Anbieter zu entkommen, eigenständig neue Zielgruppen zu erreichen und lokale Sichtbarkeit zu erlangen. QUARTIER priorisiert Content nicht nach Followern oder Likes. Jeder Beitrag ist gleichermaßen wichtig, weil er als Teil der lokalen Kunstszene das Stadtbild prägt.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ab August werden wir in ausgewählten Städten, mit denen wir aktuell in Gesprächen sind, mit unserem Prototypen starten. Bereits jetzt sammeln wir kontinuierlich Registrierungen und Feedback von Creators und Usern, die unsere Plattform erleben und testen. Ende des Jahres werden wir unser Konzept erstmals evaluieren, und Anfang 2022 soll QUARTIER in Deutschland flächendeckend angeboten werden. In fünf Jahren wollen wir den Schritt auf die europaweite Bühne machen und QUARTIER in ersten Städten außerhalb Deutschlands ausrollen. Zusätzlich wollen wir weitere Technologien, wie Augmented Reality, einsetzen, um die Kulturszene in der digitalen Welt noch nahbarer zu machen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Erlaubt Euch, Fehler zu machen. Viele Menschen haben Angst vor Fehlern, auch wir sind nicht ganz frei davon. Aber aus Fehlern lernt man und entwickelt sich weiter. Man wird immer besser und sammelt Erfahrungen. Das erleben wir Tag für Tag.

Seid mit dem Herzen dabei und habt Spaß. Wenn du das tust, woran du glaubst und was dir wichtig ist, gibst du automatisch dein Bestes. Mit dieser Haltung begeistert du eher andere Menschen von deinen Ideen.

Einfach mal machen. Oft tendieren wir Menschen dazu, Dinge zu „zerdenken“. Dann verpasst man den Moment, in dem Gedanken zu Taten werden müssen. Hier profitieren wir in unserem Team insbesondere von unseren unterschiedlichen Erfahrungen und Herangehensweisen. Wir wissen um die Stärken und Schwächen der anderen, setzen diese gezielt ein und können damit gemeinsam dafür sorgen,  den Moment des “Einfach mal Machens” für uns zu nutzen.

Foto: Fynn Mazurkiewicz, Annika Büschen und Sebastian Schilling

Fotograf/ Bildcredits: Peter Kerpen

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wenn nicht jetzt, wann dann?

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carbonauten-minus CO2 Fabrik industrie

carbonauten: Neue Materialien für die Industrie aus der minus CO2-Fabrik

Stellen Sie sich und das Startup carbonauten doch kurz unseren Lesern vor!

carbonauten ist die „minus CO2 Fabrik“. Wir haben uns 2017 im baden-württembergischen Giengen an der Brenz gegründet und ein System entwickelt, das Unternehmen und Kommunen dabei unterstützt, schneller ihre Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig Gewinne zu erwirtschaften.

Was ist die Idee der carbonauten?

Unser System umfasst ab 2022 ein Netz dezentraler Anlagen, die holzige Biomasseresten der Land- und Forstwirtschaft, Holz- und Lebensmittelindustrie in Biokohlenstoffe umwandeln. Biokohlenstoffe sind perfekte CO2-Senken: Jede Tonne davon speichert dauerhaft bis zu 3,3 Tonnen CO2, also das Dreifache des eigenen Gewichts. Die Biokohlenstoffe arbeiten wir anschließend auf und kombinieren sie mit verschiedenen Bindern wie Biokunststoffen, Kunststoffen, Silikaten, Mineralien, Komposten und anderen zu sogenannten NET Materials®. „NET“ steht dabei für „Negative Emission Technology“. Anwendungen dafür sind zum Beispiel Aktivkohle, Bodenhilfsstoffe, Futtermittel, Biogrillkohle, Biokoks für Hochöfen, aber auch Kunststoffe, Verpackungen, Baumaterialien. Bei Kunststoffen können wir bis zu 70% zumischen, verbesserte Eigenschaften erzielen und sie billiger machen.

Bei dem Karbonisierungsverfahren entsteht zudem 24/7 überschüssige Energie, die als Wärme oder Strom eingespeist werden kann und so den Energieverbrauch aus fossilen Quellen reduziert. 

Wir errichten die Anlagen überall auf der Welt an dezentralen Standorten, um eine lokale Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen. An einem Standort können sich auch Unternehmen und Kommunen beteiligen. So bringen wir Wachstum in der Produktion mit dem Erreichen immer strenger werdender Klimaziele in Einklang.

Welche Vision steckt hinter den carbonauten?

Der wachstumsgetriebene Klimawandel und die Zerstörung der Natur sind die dringendsten Menschheitsprobleme. Wenn wir unsere CO2-Emissionen und unseren Verbrauch natürlicher Ressourcen nicht umgehend einschränken, wird das für nachfolgende Generationen schwerwiegende Folgen haben. Zugleich sind wir überzeugt, dass sich diesen Krisen nicht durch Verbots- und Verzichtsforderungen bewältigen lasst, sondern vor allem durch technologische Innovation. Kurz gesagt: Wir wollen, dass zukünftige Generationen ein langes gesundes Leben führen, aber auch Wohlstand erwirtschaften können.

NET Materials® sind dafür ein zentraler Schlüssel: Je mehr wir produzieren und unsere wachsende Zahl von Industriepartnern davon in ihren Produkten einsetzen, desto mehr CO2 binden wir dadurch und desto mehr erdölbasierte Produkte werden ersetzt. Wir streben an, ab 2022 steigend bis dann ab 2030 die Klimagase jährlich um mindestens eine Gigatonne zu reduzieren.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Unsere größte Herausforderung war, dass die beiden Krisen (Klimawandel und Zerstörung der Natur) trotz alarmierender Fakten der Wissenschaft von der Industrie nicht ernst genommen wurden. Zudem klang unsere Idee für manche zu schön, um wahr zu sein. CO2 über die Verarbeitung von Reststoffen zu speichern und als Rohstoff für Produkte verwenden, und das in einem Verfahren, das mehr Energie produziert, als es benötigt – das hört sich für manche Mitmenschen erstmal nach dem Perpetuum Mobile an. „Das kann doch nicht so einfach sein. Wo ist der Haken?“ Zugegeben: Einfach ist es nicht, es steckt schon ein ganzes Stück Entwicklungsarbeit in unserem System. Aber es funktioniert. Das beweisen wir derzeit mit unserem Pilotstandort in Eberswalde.

Für die Finanzierung konnten wir als strategischen Gesellschafter die ForestFinance Capital GmbH gewinnen – ein Anbieter für nachhaltige Investments in Wald-, Umwelt-, Energie- sowie Klima- und Landwirtschaftsprojekte. Auch das Land Brandenburg fördert den Standort mit Mitteln aus der GRW-Förderung.

Was hat sich seit unserem letzten Interview 2018 konkret bei den carbonauten getan?

Parteiübergreifend interessiert sich die Bundespolitik für unsere „minus CO2 Fabrik“. Seit 2019 arbeiten wir außerdem mit dem Institut für Agrartechnik der Universität Hohenheim bei Forschung, Entwicklung und Anwendung von Biokohlenstoffen zusammen. Wir haben mittlerweile Kooperationsverträge mit großen Unternehmen. Und das carbonauten System hat diverse Preise erhalten, den German Innovation Award 2020, den Innovationspreis „Next Shed Innovators’ Challenge“ des Automobilzulieferers Eberspächer und den EnBW-Award 2020 „CO2 – from waste to value“.

Zugleich haben wir unser System technologisch weiterentwickelt. Im Herbst geht der bereits erwähnte Pilotstandort in Eberswalde in Betrieb, der die Möglichkeiten unserer Anlagen beweisen wird.

Wer ist die Zielgruppe der carbonauten?

Unser System ist für alle relevant, die viel Energie verbrauchen und CO2 produzieren – egal, ob Kommunen mit Entsorgungs- und Wärmebedarf oder privatwirtschaftliche, energieintensive Fertigungsunternehmen, die auf grundlastfähige Erneuerbare Energie umstellen wollen. Denn Wärme ist mit weltweit 60 % immer noch der größte Verursacher für CO2 und wird auch zukünftig vor allem über fossile Brennstoffe erzeugt.

Was ist Biokohlenstoff?

Biokohlenstoff ist Kohlenstoff (auch Karbon genannt), der durch die sauerstofffreie Erhitzung über 400° C biogener Rest- und Problemstoffen wie Schadholz, Sägewerksresten oder Lebensmittelpressresten gewonnen wird. Diese Form der Kohlenstoffe sind nicht nur exzellente CO2-Speicher, sondern können zudem Rohstoffe aus fossilen Quellen ersetzen, wodurch zusätzlich enorme Mengen an CO2 von vornherein gespart werden können.

Wofür kann man ihn nutzen?

Biokohlenstoffe sind wahre Supermaterialien, die viele Agrarprodukte, Kunststoffe und Baumaterialien ersetzen oder ergänzen können. Sie sind leichter, temperatur- und UV-beständig, ersetzen Industrieruß, speichern Wasser und Nährstoffe und stehen nicht im Wettbewerb zu Lebensmitteln. Je nach Auslegung sind sie dauerhaft beständig oder biologisch abbaubar, nach Gebrauch werden sie rezykliert oder rekarbonisiert – es entsteht also ein durchgängiger Carbon-to-Carbon-Kreislauf.

carbonauten, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Zu diesem Zeitpunkt sind zu unserem Pilotstandort in Eberswalde weltweit Dutzende weitere Standorte hinzugekommen, darunter die jetzt bereits geplanten Standorte in Panama und Kolumbien. Produkte aus NET Materials® sind bei Industrie und Endverbrauchern zunehmend gefragt, wegen ihrer CO2-speichernden Wirkung und ihrer positiven Produkteigenschaften,  ihre biologische Abbaubarkeit hat sich schnell herumgesprochen. Mehr und mehr Unternehmen profitieren von den CO2-neutralen Energien aus unseren Anlagen, weil sie den wirtschaftlichen Schmerz durch die steigende CO2-Bepreisung deutlich lindern.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Begeistere mit einer visionären Idee, einem leidenschaftlichen Team und einem großen Bild! Zeige im Kleinen, dass es prinzipiell funktioniert und bleibe hartnäckig dran. Gib dabei nicht zu schnell zu viele Anteile ab, denn jeder Tag macht das Startup wertvoller!

Zweitens: Zusammenarbeit ist alles. Suche Dir so schnell wie möglich Mitstreiter für Deine Sache, intern wie extern, bau Dein Netzwerk aus, begeistere Menschen für Deine Sache. Eine strategische Partnerschaft ist wichtiger als eine kurzfristige Finanzspritze. 

Drittens: Startups sind nicht nur was für „Newcomer“. Unsere Gründer Torsten und Christoph waren davor bereits erfahrene Geschäftsleute und profitieren heute noch davon. Aber wer mehr als nur Geld machen und eine neue Idee mit Leidenschaft verfolgen will, der soll das machen, egal wann im Leben. Denn: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Wir bedanken uns bei Tosten Becker und Christoph Hiemer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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