Donnerstag, Februar 29, 2024
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Es dauert immer länger und kostet mehr

Roamy Audioguide-App Geschichte, Kunst, Sehenswürdigkeiten und Kultur in der Umgebung vorlesen lassen

Stellen Sie sich und das Startup Roamy doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Jan Hichert und ich habe Roamy im Jahr 2020 gestartet. Roamy ist eine Audioguide-App, mit der sich neugierige Entdecker und Entdeckerinnen die Geschichte, Kunst und Kultur in ihrer Umgebung einfach und unmittelbar unterwegs vorlesen lassen. Die App greift auf Wikipedia zurück und bietet zu mehr als einer Million Orte weltweit wissenswerte Inhalte zum Hören. Roamy ist kostenlos im App Store für iOS erhältlich.

Warum haben Sie sich entschieden, dieses Startup zu gründen?

Roamy ist nicht mein erstes Startup, aber nachdem ich in den Jahren zuvor hauptsächlich als Angel Investor tätig war, hatte ich Lust, wieder selbst etwas aufzubauen. Ich bin damals viel Rad gefahren und habe mir oft gewünscht, Siri würde mir unterwegs etwas über meine Umgebung erzählen – hat sie aber nicht. Außerdem hat mich fasziniert, dass Wikipedia eine Milliarde Leser und Leserinnen hat, aber keine Hörer und Hörerinnen. Also haben wir angefangen Roamy zu bauen, quasi als Hobby während des ersten Corona-Lockdowns.

Welche Vision steckt hinter Roamy?

Wir wollen den Reiseführer der Zukunft bauen. Unser Ziel ist, eine weltumspannende Audio-App für Reisende zu schaffen, um ihnen ein besseres Reiseerlebnis zu ermöglichen. Dazu setzen wir auf Audio Augmented Reality. Bei Augmented Reality denken viele an Brillen, dabei eignet sich Hören oft besser, um zusätzliche Informationen aufzunehmen – so hat man auch den Blick frei, die Sehenswürdigkeiten direkt zu bewundern, anstatt aufs Handy zu schauen. 

Von der Idee bis zum Startup, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Roamy ist mein erstes B2C-Projekt und ich habe die Komplexität beim Erstellen einer App deutlich unterschätzt. Wir haben jetzt angefangen, Monetarisierungsmodelle zu testen, damit Roamy schon bald auf eigenen Beinen steht. Als erstes können User jetzt Eintrittskarten und „echte”, also menschliche Tourguides für über 5.000 Sehenswürdigkeiten in 60 Städten über die App buchen. 

Wer ist die Zielgruppe von Roamy?

Menschen jedes Alters und Geschlechts, die Interesse an Kultur und Reisen haben. Wir sehen aktuell, dass die App vorwiegend von Menschen ab 40 Jahren genutzt wird.

Wie funktioniert Roamy? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Roamy ist bereits heute der mit Abstand größte Audioguide der Welt, ermöglicht durch die Kombination von Wikipedia und Sprachsynthese. „Echte” Tourguides sind natürlich immer am besten und auch individuell produzierte Audiowalks können wundervoll sein, aber mit unserem generativen Ansatz erreichen wir mehr Menschen in mehr Sprachen für weitaus mehr Orte.

Zudem unterliegen die Inhalte durch die ständige Weiterentwicklung von Beiträgen auf Wikipedia auch einem beständigen Wandel – Themen kommen hinzu oder werden ausgearbeitet. So bleibt es unterwegs nie langweilig. Zudem können die Nutzer und Nutzerinnen Roamy indirekt mitgestalten – wenn ihnen Hintergrundinformationen fehlen, können sie diese direkt über Wikipedia anpassen lassen. Künstlich erstellte Stimmen sind heute schon sehr gut und werden in ein bis zwei Jahren nicht mehr von echten zu unterscheiden sein.

Roamy, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wollen so vielen Menschen wie möglich einen Zugang zu Geschichte, Kunst und Kultur bieten. Heute als Audioguide, bald mit Empfehlungen und Audiowalks, und irgendwann als stetige Audio-Augmented-Reality-Begleitung, die Reisende zu den schönsten Orten führt. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Es dauert immer länger und kostet mehr. Zweitens: Vorsicht, Gründer zu sein, ist eine emotionale Achterbahnfahrt. Und drittens: Macht doch etwas, was die Welt ein klein wenig besser macht.

Wir bedanken uns bei Jan Hichert für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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