Mittwoch, April 15, 2026
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Vom TV Pitch zur neuen Mission?

SCHARFENSTEIN entwickelt alltagstaugliche Lösungen im Bereich Longevity und Prävention, um Gesundheit verständlich, bezahlbar und nachhaltig zugänglich zu machen

Wie ist SCHARFENSTEIN ursprünglich entstanden und wer sind die Köpfe hinter dem Startup?

Was als mutige Idee zweier Gründer begann, entwickelt sich heute zu einer deutlich größeren Vision.
Hinter SCHARFENSTEIN stehen Tim Scharfenstein und Kai Brehmer-Scharfenstein – zwei Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Stärken, aber einem gemeinsamen Antrieb: ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Während Kai, Medizinstudent im 9. Semester, seine Leidenschaft für Wissenschaft einbringt, kommt Tim aus der Praxis – mit einer Ausbildung in einem Pharmaunternehmen, einem ausgeprägten Zahlenverständnis und einem Gespür für Trends in der Modewelt.

Die ursprüngliche Idee entstand genau aus dieser Kombination: Duft nicht nur als flüchtiges Erlebnis zu begreifen, sondern ihn dauerhaft in Textilien zu integrieren – und gleichzeitig wieder aufladbar zu machen. Was zunächst visionär klang, wurde Realität: SCHARFENSTEIN gehörte zu den ersten, denen es gelang, Duft technologisch langfristig in Kleidung zu verankern.
Doch das Unternehmen entwickelte sich weiter. Mit dem zunehmenden Verbot von Mikroplastik standen die Gründer vor einer strategischen Entscheidung – und nutzten den Moment für einen konsequenten Pivot. Statt an der ursprünglichen Produktidee festzuhalten, rückten sie ein Thema in den Fokus, das sie schon lange begleitet: Longevity.
Heute verfolgt SCHARFENSTEIN eine größere Mission: die Entwicklung von Lösungen, die Gesundheit, Nachhaltigkeit und Lebensqualität langfristig verbessern. Der Wandel vom Produkt hin zur Vision zeigt, wie aus einer ersten Innovation ein zukunftsorientiertes Unternehmen entstehen kann.

Sie waren mit einem völlig anderen Produkt in der Höhle der Löwen zu sehen. Wie kam es damals zu der Idee rund um Duft-T-Shirts?

Die Idee ist tatsächlich aus einer ganz einfachen Beobachtung entstanden: Duft begleitet uns im Alltag überall, ist aber immer nur temporär.
Wir haben uns gefragt, warum es keine Möglichkeit gibt, Duft langfristig in etwas so Alltägliches wie Kleidung zu integrieren – also genau dort, wo man ihn den ganzen Tag bei sich trägt. Daraus ist Schritt für Schritt die Vision entstanden, Duft nicht nur aufzutragen, sondern ihn in Textilien zu speichern und kontrolliert wieder abzugeben.

In der Umsetzung haben wir dann unsere Stärken kombiniert: Kai hat sich stark mit den wissenschaftlichen Grundlagen beschäftigt, während Tim das Ganze aus einer marktorientierten Perspektive gedacht und weiterentwickelt hat. So konnten wir relativ schnell aus einer Idee ein konkretes Produkt entwickeln.
Unser Ziel war es von Anfang an, etwas zu schaffen, das es so noch nicht gibt: Kleidung, die Duft nicht nur enthält, sondern auch wiederaufladbar macht.
Der Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ war für uns dann ein wichtiger Meilenstein, weil wir unsere Idee erstmals einem breiten Publikum präsentieren konnten – und gezeigt haben, was technologisch möglich ist.

Ihr Auftritt in der Höhle der Löwen gilt als besonders emotional. Wie haben Sie diese Erfahrung persönlich erlebt?

Unser Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ wurde im Vorfeld selbst von RTL und VOX als einer der emotionalsten der bisherigen Staffeln angekündigt – und genau so hat es sich für uns auch angefühlt.
Wir sind mit einer klaren Mission in die Höhle gegangen: Wir wollten unbedingt einen Deal und waren zu 100 Prozent von unserer Idee überzeugt. Entsprechend hart war der Moment, als eine Absage nach der anderen kam. In diesen Sekunden wird einem bewusst, wie viel auf dem Spiel steht – und gleichzeitig, dass man jetzt noch mehr kämpfen muss.
Genau das haben wir getan. Wir haben weiter für unsere Vision gekämpft – und am Ende tatsächlich einen Deal mit Janna Ensthaler bekommen.

Für mich, Kai, ist in diesem Moment alles abgefallen. Nach diesem intensiven Tag, dieser Anspannung und den ganzen Emotionen war ich einfach überwältigt und unendlich glücklich. Als dann auch noch Frank Thelen aufgestanden ist und mich einen der besten Pitcher genannt hat, die er je gesehen hat, war das ein Moment, der mich tief berührt hat.
In diesem Augenblick waren wir einfach wir selbst. Ungefiltert, nicht verstellt – und es war uns egal, dass Millionen Menschen zuschauen. Ich war einfach Kai, und Tim war einfach Tim.
Für uns war es einer der emotionalsten Tage unseres Lebens – nach unserer Hochzeit. Die Intensität dieser Situation kann man kaum beschreiben, wenn man nicht selbst einmal vor den Löwen gestanden hat.

Nach der Sendung haben Sie einen radikalen Pivot vollzogen. Was war der entscheidende Moment, der zu dieser Neuausrichtung geführt hat?

Der entscheidende Moment war kein einzelner Augenblick, sondern ein Prozess, der direkt nach der Aufzeichnung begonnen hat. Wir haben uns intensiv mit Janna Ensthaler ausgetauscht, viele Gespräche geführt und den Markt sehr ehrlich analysiert.
Dabei sind wir gemeinsam zu einer klaren Erkenntnis gekommen: Unsere Technologie war zwar innovativ und spannend, aber am Ende eher ein „Nice-to-have“ – ohne echte, langfristige Relevanz für den Massenmarkt. Parallel dazu kam die neue Regulierung hinzu, durch die unser Material als Mikroplastik eingestuft wurde. Das hat uns natürlich hart getroffen.

Man muss sich vorstellen:

Wir haben ein ganzes Jahr lang täglich mehrere Stunden an diesem Projekt gearbeitet. Es war unser kompletter Fokus. Und dann kommt dieser Moment, in dem man sich eingestehen muss: So geht es nicht weiter.
Das zu akzeptieren, hat ein paar Tage gedauert. Aber wir sind immer wieder aufgestanden und haben uns gesagt: Das kann noch nicht alles gewesen sein.

Was uns dabei geholfen hat, war etwas, das uns schon lange begleitet:

Longevity. Wir beschäftigen uns seit Jahren intensiv mit dem Thema, kennen den Markt für Nahrungsergänzungsmittel sehr genau – und auch die Probleme: unterdosierte Produkte, unnötige Zusatzstoffe, zu viele Kapseln im Alltag und oft überhöhte Preise.
Hinzu kam ein sehr persönlicher Einschnitt: der Verlust von Kais Vater. Dieses Ereignis hat uns noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie wertvoll Zeit – vor allem gesunde Zeit – mit der Familie ist.

All das zusammen hat zu einer klaren Entscheidung geführt:

Wir wollen unsere Energie in etwas stecken, das echten Impact hat. Unser Ziel ist es, Longevity und hochwertige Nahrungsergänzung für die breite Masse verständlich und zugänglich zu machen – unabhängig vom Geldbeutel. Prävention darf kein Luxus sein.
Der Pivot mag von außen radikal wirken, für uns war er die einzig logische Konsequenz. Und rückblickend haben wir erkannt, dass wir mit unserer Expertise in diesem Bereich deutlich mehr bewegen können, als wir es mit einem einzelnen Produkt je hätten tun können.

Viele Startups halten an ihrer ursprünglichen Idee fest. Warum haben Sie sich bewusst für diesen mutigen Schritt entschieden?

Wir glauben, dass der größte Fehler in der frühen Phase eines Startups sein kann, zu lange an einer Idee festzuhalten, nur weil man emotional investiert ist. Genau deshalb haben wir uns bewusst anders entschieden.
Nach intensiven Gesprächen – unter anderem auch mit Janna Ensthaler – und einer ehrlichen Marktanalyse wurde uns klar, dass unsere ursprüngliche Lösung zwar technologisch spannend war, aber langfristig nicht die Wirkung entfalten würde, die wir eigentlich erreichen wollen.

Für uns war entscheidend, dass wir nicht einfach ein Produkt bauen wollen, sondern etwas, das wirklich relevant ist und echten Mehrwert im Alltag der Menschen schafft. Als wir das mit den äußeren Rahmenbedingungen – insbesondere der regulatorischen Entwicklung rund um Mikroplastik – zusammengebracht haben, wurde die Entscheidung immer klarer.
Am Ende war es kein impulsiver Bruch, sondern eine sehr bewusste unternehmerische Entscheidung: lieber früh konsequent neu ausrichten, als später in einer Sackgasse zu landen.
Hinzu kam, dass wir uns schon seit Jahren intensiv mit dem Thema Longevity beschäftigen und den Markt sehr gut kennen. Dadurch hatten wir nicht nur eine neue Richtung, sondern auch eine klare Vision, wohin wir wollen: Prävention und hochwertige Nahrungsergänzung zugänglich zu machen – für möglichst viele Menschen, nicht nur für wenige.
Der Schritt war mutig, aber für uns logisch. Weil er nicht weg von etwas führte, sondern hin zu dem, was wir wirklich langfristig aufbauen wollen.

Heute steht SCHARFENSTEIN für einen neuen Ansatz im Bereich Longevity. Was genau verstehen Sie unter „Longevity zugänglich gedacht“?

Für uns bedeutet „Longevity zugänglich gedacht“ vor allem, dass Gesundheit und Prävention nicht kompliziert, elitär oder teuer sein dürfen.
Wir haben im Bereich Nahrungsergänzung und Longevity über Jahre hinweg gesehen, dass viele Produkte zwar versprechen, lange und gesund zu leben zu unterstützen, in der Realität aber oft überladen, teuer oder im Alltag schwer umzusetzen sind – zu viele Kapseln, unklare Dosierungen und häufig eine starke Fokussierung auf Premium-Zielgruppen.
Genau dort wollen wir ansetzen. Unser Ansatz ist es, Longevity so zu denken, dass es im echten Leben funktioniert: verständlich, reduziert und alltagstauglich. Produkte sollen nicht überfordern, sondern sich nahtlos in Routinen integrieren lassen.

„Zugänglich“ bedeutet für uns aber auch eine gesellschaftliche Dimension: Prävention darf kein Luxus sein. Wir sind überzeugt, dass hochwertige, evidenzbasierte Unterstützung für Gesundheit nicht vom Geldbeutel abhängen sollte.
Gleichzeitig ist es für uns kein kurzfristiger Trend, sondern ein langfristiges Thema. Wir kommen selbst aus einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Bereich Longevity und wissen, wie groß der Bedarf ist – aber auch, wie viel Potenzial noch ungenutzt bleibt.
SCHARFENSTEIN steht deshalb für einen Ansatz, der wissenschaftliche Ansprüche mit Alltagstauglichkeit verbindet – und Longevity aus der Nische in die Mitte der Gesellschaft bringt.

Welche Vision verfolgen Sie mit SCHARFENSTEIN und wie möchten Sie das Thema Longevity für eine breite Zielgruppe greifbar machen?

Unsere Vision mit SCHARFENSTEIN ist es, Longevity aus einer sehr klinischen, oft schwer zugänglichen Nische herauszuholen und für die breite Gesellschaft verständlich und alltagstauglich zu machen.
Aktuell ist es so, dass sich viele hochwertige Lösungen im Bereich Gesundheit und Prävention vor allem Menschen mit höherem Einkommen leisten können. Gleichzeitig wirkt das Thema nach außen oft sehr medizinisch, komplex und teilweise sogar abschreckend – als müsste man wissenschaftliche Studien lesen oder ein tiefes Fachverständnis mitbringen, um überhaupt mitreden zu können.

Genau da setzen wir an. Wir wollen Longevity „menschlich“ machen. Das bedeutet: verständlich, bezahlbar und so gestaltet, dass es in den Alltag passt – ohne Hürden.
Ein großes Problem im Markt ist aus unserer Sicht außerdem die sogenannte „Pillen-Fatigue“. Viele Menschen müssen heute eine Vielzahl an Kapseln einnehmen, um überhaupt auf sinnvolle Dosierungen zu kommen. Das ist im Alltag weder praktikabel noch nachhaltig. Dazu kommt, dass viele Präparate unterdosiert sind oder unnötige Zusatzstoffe enthalten.
Wir wollen genau diese Punkte lösen – durch durchdachte, reduzierte und sinnvoll kombinierte Lösungen, die sich einfach integrieren lassen.

Dabei arbeiten wir eng mit unseren Partnern und Händlern zusammen und achten sehr genau auf Qualität und Reinheit. Unsere Produkte werden unter anderem mit hochpräzisen Analyseverfahren wie der NMR-Methode geprüft, um eine Qualität auf einem sehr hohen Niveau sicherzustellen.
Unser Ziel ist klar: Longevity darf kein Luxuskonzept für wenige bleiben. Wir wollen es in die Mitte der Gesellschaft bringen – bezahlbar, verständlich und im echten Leben anwendbar.

Welche Rolle spielt Ihre persönliche Geschichte beim Aufbau der Marke und beim Vertrauen Ihrer Community?

Unsere persönliche Geschichte spielt eine zentrale Rolle – sie ist im Grunde der Ausgangspunkt für alles, was wir heute mit SCHARFENSTEIN tun.
Ein sehr prägender Moment war der Verlust von Kais Vater. Diese Erfahrung hat uns noch einmal sehr deutlich vor Augen geführt, wie zerbrechlich Gesundheit ist – und wie viel früher man eigentlich ansetzen müsste, bevor überhaupt Krankheiten entstehen. Gerade auch durch die Zeit im Krankenhaus haben wir gesehen, wie viele Menschen dort sind, bei denen sehr oft nicht nur Schicksal, sondern auch Lebensstil eine entscheidende Rolle spielt.
Diese Erkenntnis hat unser Verständnis von Gesundheit nachhaltig verändert. Für uns ist klar geworden: Ein großer Teil unserer Gesundheit – oft wird von bis zu 80 % gesprochen – wird durch unseren Lebensstil beeinflusst. Genau dort wollen wir ansetzen, bevor es überhaupt so weit kommt.

Auch unsere beruflichen Hintergründe prägen diesen Ansatz stark. Tim bringt seine Erfahrung aus der Pharmaindustrie mit, insbesondere aus der Herstellung und dem Verständnis für Qualität und Prozesse. Dieses Wissen hilft uns dabei, Produkte nicht nur zu denken, sondern auch auf einem hohen technischen und qualitativen Niveau umzusetzen.
Gleichzeitig sind wir als Gründer selbst sehr nahbar und bewusst sichtbar. Wir stehen mit unseren Namen hinter SCHARFENSTEIN und treten auch öffentlich dafür ein. Für uns ist das kein anonymes Produkt, sondern etwas sehr Persönliches.
Diese Offenheit schafft Vertrauen – weil Menschen sehen, wer dahintersteht, welche Erfahrungen uns geprägt haben und warum wir das tun. SCHARFENSTEIN ist deshalb nicht nur eine Marke, sondern auch ein persönliches Versprechen von uns beiden.

Sie kombinieren Ihr Angebot mit einem Podcast. Wie ergänzt dieses Format Ihr Geschäftsmodell und Ihre Mission?

Unser Podcast „SCHARFENSTEIN – zwischen 2,02 m und 1,65 m“ ist für uns weit mehr als nur ein Begleitformat – er ist ein zentraler Teil unserer Mission.
Darin sprechen wir nicht nur über Longevity und Gesundheit, sondern auch sehr offen über die Realität hinter dem Aufbau eines Startups. Es geht um unsere persönlichen Erfahrungen, unsere Zweifel, Ängste, aber auch um Konflikte, Streit und die Momente, in denen es nicht rund läuft. Genau diese Offenheit macht das Format für uns so wichtig.
Wir zeigen bewusst, dass Unternehmertum nicht nur aus Erfolgen besteht, sondern aus vielen Höhen und Tiefen – und dass auch hinter einer Marke echte Menschen stehen. Damit machen wir das Thema greifbarer und nahbarer für unsere Community.

Gleichzeitig ergänzt der Podcast unser Geschäftsmodell perfekt: Er schafft Vertrauen, baut eine direkte Verbindung zu den Menschen auf und ermöglicht es uns, unsere Vision von Longevity und Prävention nicht nur über Produkte, sondern auch über Geschichten zu vermitteln.
Am Ende geht es uns darum, Wissen, Gesundheit und Unternehmertum menschlich zu machen – und genau das passiert in unserem Podcast auf eine sehr ehrliche und ungefilterte Weise.

Welche Zielgruppe möchten Sie heute erreichen und welche konkreten Bedürfnisse stehen dabei im Fokus?

Unsere Zielgruppe ist bewusst breit gedacht – weil wir Longevity nicht als Nischenkonzept für wenige verstehen, sondern als Thema, das alle betrifft.
Im Kern sprechen wir Menschen an, die Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen wollen, aber sich im aktuellen Markt oft nicht richtig abgeholt fühlen. Viele sind interessiert an Gesundheit, Prävention und Leistungsfähigkeit, haben aber weder die Zeit noch die Lust, sich tief in wissenschaftliche Studien einzuarbeiten oder komplexe Systeme zu verstehen.
Gleichzeitig sehen wir, dass hochwertige Longevity-Produkte heute häufig sehr teuer sind und damit vor allem einer einkommensstärkeren Zielgruppe zugänglich bleiben. Genau diese Barriere wollen wir aufbrechen.

Im Fokus stehen deshalb konkrete Bedürfnisse aus dem Alltag: einfache Integration in Routinen, verständliche Produkte ohne Überforderung und eine spürbare Verbesserung der eigenen Gesundheit ohne komplizierte Anwendungen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Vertrauen. Menschen wollen wissen, wer hinter einem Produkt steht und ob es ehrlich entwickelt wurde. Deshalb spielen wir als Gründer selbst eine große Rolle – wir sind sichtbar, ansprechbar und stehen persönlich hinter dem, was wir tun.
Am Ende geht es uns darum, eine Lösung zu schaffen, die nicht exklusiv oder elitär wirkt, sondern praktisch, bezahlbar und menschlich ist – für alle, die ihre Gesundheit aktiv gestalten wollen, unabhängig von Hintergrund oder Einkommen.

Was unterscheidet SCHARFENSTEIN von anderen Anbietern im Bereich Gesundheit und Longevity?

Der größte Unterschied zu vielen anderen Anbietern im Bereich Gesundheit und Longevity ist für uns die Kombination aus radikaler Ehrlichkeit, wissenschaftlichem Anspruch und echter Alltagstauglichkeit.
Viele Produkte im Markt sind entweder sehr klinisch und schwer zugänglich oder stark marketinggetrieben, ohne wirklich konsequent auf Dosierung, Qualität und Anwendung im Alltag zu achten. Genau dort setzen wir an: Wir wollen nicht nur „Health-Produkte“ bauen, sondern Lösungen, die Menschen wirklich nutzen können – jeden Tag, ohne Hürden.
Ein zentrales Problem, das wir immer wieder sehen, ist die sogenannte „Pillen-Fatigue“: Menschen müssen viele verschiedene Kapseln einnehmen, oft mit fragwürdiger Dosierung oder unnötigen Zusatzstoffen. Wir denken deshalb stärker in integrierten, reduzierten und sinnvollen Lösungen, die einfacher funktionieren und gleichzeitig einen hohen Anspruch an Qualität erfüllen.

Dazu kommt unser Anspruch an Transparenz und Qualitätssicherung. Wir arbeiten eng mit unseren Partnern zusammen und setzen auf sehr präzise Analyseverfahren wie die NMR-Methode, um sicherzustellen, dass unsere Produkte auf einem hohen, nachvollziehbaren Niveau sind.
Ein weiterer Unterschied ist, dass wir selbst als Gründer extrem nah an der Marke stehen. SCHARFENSTEIN ist keine anonyme Marke – wir sind die Gesichter dahinter, wir sprechen offen über unsere Entscheidungen, unsere Fehler und unsere Entwicklung. Auch über Formate wie unseren Podcast machen wir die Marke bewusst menschlich und greifbar.
Am Ende geht es uns nicht nur darum, Produkte zu verkaufen, sondern Longevity verständlich, bezahlbar und wirklich alltagstauglich zu machen – und damit den Zugang zu Prävention deutlich zu erweitern.

Welche Herausforderungen bringt ein so grundlegender Neustart für ein Startup mit sich und wie sind Sie damit umgegangen?

Ein so grundlegender Neustart ist für ein Startup eine der größten Herausforderungen überhaupt, weil er nicht nur das Geschäftsmodell betrifft, sondern auch die eigene Identität infrage stellt.
Für uns war dieser Moment besonders intensiv, weil wir nach sehr viel Arbeit, Zeit und emotionaler Energie an einem Punkt standen, an dem wir ehrlich feststellen mussten: So wie wir gestartet sind, wird es langfristig nicht funktionieren. Das anzuerkennen, ist im ersten Schritt schmerzhaft – vor allem, wenn man bereits öffentlich sichtbar war und viel Herzblut in die ursprüngliche Idee gesteckt hat.
Eine der größten Herausforderungen war deshalb nicht nur die unternehmerische Entscheidung, sondern auch der mentale Prozess dahinter: loslassen zu müssen und gleichzeitig den Mut zu finden, neu zu denken.

Hinzu kam die Unsicherheit nach außen – die Frage, wie Partner, Community und auch wir selbst mit dieser Neuausrichtung umgehen. Gerade in solchen Phasen ist es entscheidend, ehrlich zu bleiben und nicht an einem Konzept festzuhalten, nur um Kontinuität zu zeigen.
Gleichzeitig hat uns der Neustart auch gezwungen, sehr klar zu werden: Was wollen wir wirklich langfristig bauen? Welche Probleme sind wirklich relevant? Und wo können wir mit unserer Erfahrung tatsächlich den größten Impact schaffen?
Ein wichtiger Anker in dieser Phase war unsere gemeinsame Überzeugung für das Thema Longevity. Wir haben uns schon lange intensiv mit Prävention, Gesundheit und Lebensstil beschäftigt und wussten deshalb relativ schnell, in welche Richtung es für uns gehen kann.
Rückblickend war der Neustart zwar herausfordernd, aber auch extrem wertvoll. Er hat uns gezwungen, fokussierter zu werden, ehrlicher mit uns selbst umzugehen und eine klarere Vision zu entwickeln, die heute die Grundlage von SCHARFENSTEIN ist.

Wie hat sich die Wahrnehmung Ihres Unternehmens seit dem Pivot verändert?

Direkt nach unserem Pivot war die Reaktion zunächst gemischt. Viele konnten nicht sofort nachvollziehen, wie der Schritt von Duft- und Textiltechnologie hin zu Nahrungsergänzung und Longevity zusammenpasst. Von außen wirkt dieser Wechsel im ersten Moment sehr groß.
Für uns war dieser Zusammenhang jedoch klar, weil sich unser übergeordnetes Thema nie verändert hat: Es geht immer um Gesundheit, Lebensqualität und einen modernen Zugang zu Prävention – nur der konkrete Ansatz hat sich weiterentwickelt.
Mit der Zeit hat sich die Wahrnehmung deshalb auch spürbar verändert. Je mehr wir unsere Beweggründe erklärt und unsere Vision transparent gemacht haben, desto besser wurde verstanden, dass es kein „Abbruch“ war, sondern eine bewusste Weiterentwicklung hin zu einem größeren, relevanteren Thema.

Besonders geholfen hat dabei, dass wir sehr offen über den Prozess sprechen – auch über Unsicherheiten und Entscheidungen im Hintergrund. Dadurch entsteht mehr Verständnis dafür, warum wir diesen Schritt gegangen sind.
Heute nehmen viele uns nicht mehr als klassisches „Produkt-Startup“ wahr, sondern als Unternehmen mit einer klaren Haltung zum Thema Longevity und Prävention. Der Pivot wird rückblickend oft nicht mehr als Bruch gesehen, sondern als konsequente Weiterentwicklung unserer ursprünglichen Idee.

Wenn Sie nach vorne blicken: Welche nächsten Schritte planen Sie für SCHARFENSTEIN?

Wenn wir nach vorne blicken, denken wir SCHARFENSTEIN bewusst nicht in einzelnen Produkten, sondern als langfristige Longevity-Marke mit einer klaren Mission: Gesundheit und Prävention aus der Nische heraus in den Alltag der Menschen zu bringen.
Ein erster wichtiger Schritt ist der konsequente Ausbau unserer Produktpalette. Wir wollen Lösungen entwickeln, die nicht isoliert funktionieren, sondern sich sinnvoll ergänzen und den Alltag der Menschen wirklich einfacher machen. Dabei steht immer im Fokus: weniger Komplexität, mehr Wirkung und eine klare, verständliche Anwendung.

Parallel dazu ist unser Ziel, SCHARFENSTEIN stärker im stationären Einzelhandel zu etablieren. Wir wollen dort präsent sein, wo Menschen täglich Entscheidungen für ihre Gesundheit treffen – und Longevity aus der reinen Online- oder Expertenwelt in die Mitte der Gesellschaft holen.
Langfristig sehen wir uns als Marke, die es schafft, das Thema Longevity neu zu definieren: weg vom klinischen, abstrakten Bild hin zu etwas Menschlichem, Zugänglichem und Selbstverständlichem im Alltag.
Unser Anspruch ist dabei sehr klar: Wir wollen nicht nur Teil eines wachsenden Marktes sein, sondern ihn aktiv mitgestalten und prägen. SCHARFENSTEIN soll eine Marke werden, die dafür steht, dass moderne Prävention verständlich, bezahlbar und selbstverständlich wird.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben, die vor schwierigen Entscheidungen stehen?

Unsere Geschichte zeigt sehr deutlich, dass schwierige Entscheidungen im Gründen unvermeidbar sind – und manchmal sogar der entscheidende Wendepunkt.
Erstens: Habt den Mut zur Ehrlichkeit mit euch selbst.
Wir mussten irgendwann akzeptieren, dass unsere ursprüngliche Idee zwar spannend war, aber langfristig nicht die Wirkung entfalten würde, die wir uns erhofft hatten. Das war kein einfacher Moment, aber ein notwendiger.

Zweitens: Seid bereit, euch komplett neu zu erfinden, wenn es die Situation erfordert.
In unserer gesamten „Die Höhle der Löwen“-Geschichte gibt es kaum ein Beispiel für einen so radikalen Pivot. Am Anfang wurden wir stark auf unser ursprüngliches Produkt reduziert – das war nicht immer leicht auszuhalten. Aber genau daraus ist für uns die Erkenntnis entstanden, dass man Chancen konsequent nutzen muss, wenn sie sich zeigen.
Und drittens: Aufgeben ist keine Option, wenn ihr wirklich an eure Vision glaubt.
Es geht nicht darum, stur an einer einzelnen Idee festzuhalten, sondern an dem größeren Ziel dahinter. Für uns war klar: Wir wollen etwas aufbauen, das langfristig Bedeutung hat – und dafür lohnt es sich, auch schwierige Wege zu gehen.
Am Ende zeigt unsere Reise vor allem eines: Die besten Entwicklungen entstehen oft genau dann, wenn man bereit ist, bekannte Pfade zu verlassen und neu zu denken.

Bildcredits Renty

Wir bedanken uns bei Tim Scharfenstein und Kai Brehmer-Scharfenstein für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: SCHARFENSTEIN

Kontakt:

SCHARFENSTEIN Innovation & Health GmbH
Pirmasenserstr. 35
66919 Obernheim-Kirchenarnbach

www.scharfenstein.eu
Kontakt@scharfenstein.eu

Ansprechpartner:
Tim Scharfenstein
Kai Brehmer-Scharfenstein

Social Media:
LinkedIn Tim Scharfenstein
LinkedIn Kai Brehmer-Scharfenstein
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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.
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