Dienstag, März 10, 2026
StartInterviewsWie entsteht aus Forschung, Startups und Industrie ein echtes Innovationsökosystem?

Wie entsteht aus Forschung, Startups und Industrie ein echtes Innovationsökosystem?

Der de:hub Leipzig vernetzt Startups, Industrie und Wissenschaft, um Innovationen rund um Energie, Infrastruktur und digitale Technologien schneller in marktreife Anwendungen zu überführen

Können Sie unseren Leserinnen und Lesern den de:hub Leipzig kurz vorstellen und erläutern, welche Rolle dieser Hub innerhalb des deutschen Digital Hub Netzwerks sowie im regionalen Innovationsökosystem einnimmt?

Der Smart Infrastructure Hub Leipzig ist das Zentrum für die Digitalisierung und Automatisierung kritischer Infrastrukturen. Als Teil der bundesweiten Digital Hub Initiative (25 Standorte) agieren wir als nationaler Ankerpunkt für Energie, Smart City, E-Health und Bauwirtschaft. Wir fungieren als strategischer Matchmaker, der über 200 Startups mit Industrie und Wissenschaft vernetzt, um technologische Konzepte in marktreife, industrielle Anwendungen zu überführen.

Was macht Leipzig als Standort für einen Digital Hub besonders attraktiv und welche wirtschaftlichen, wissenschaftlichen oder strukturellen Stärken bringt die Region mit, die für Startups und digitale Innovation relevant sind?

Leipzig bietet die ideale Kombination aus akademischer Exzellenz (u.a. HHL Leipzig Graduate School of Management) und industrieller Anwendungsreife. Die Region ist ein historischer Knotenpunkt der Energie- und Logistikwirtschaft und entwickelt sich aktuell zum Zentrum für modernes Bauen. Dieses Umfeld dient als industrielles Reallabor, in dem Startups ihre Lösungen, insbesondere in der Robotik – unter Realbedingungen mit Partnern wie der VNG oder der Leipziger Gruppe validieren können.

Auf welche technologischen Schwerpunkte und Branchen fokussiert sich der de:hub Leipzig und warum sind diese Themen für die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft gerade hier von Bedeutung?

Unser Fokus liegt auf Sektoren mit dem größten Hebel für Effizienzgewinne: Energie, Smart City, E-Health und Bauwirtschaft. Angesichts von Fachkräftemangel und Kostendruck ist Effizienz hier die zentrale Währung. Wir setzen auf Technologien, die Prozesse nicht nur digitalisieren, sondern durch Automatisierung und Robotik physisch beschleunigen und Fehlerquoten drastisch senken.

Wie unterstützt der de:hub Leipzig Gründerinnen und Gründer konkret bei der Entwicklung, Validierung und Skalierung ihrer Geschäftsmodelle – etwa in Bezug auf Markteintritt, Kundenakquise und Finanzierung?

Mit SpinLab – The HHL Accelerator bieten wir ein 6-monatiges, Equity-Free Programm und Themenchallenges an. Der Fokus liegt auf zwei Säulen: Venture Clienting: Direkter Marktzugang durch Pilotprojekte mit Ökosystem Partnern wie Porsche, VNG AG, Leipziger Gruppe, oder AOK PLUS. Finanzierung: Zugang zum SI Ventures Fonds und einem Netzwerk aus über 200 Investoren für die Skalierung von Hard- und Software.

Welche Angebote, Programme oder Vernetzungsformate bieten Sie Startups, um echte Fortschritte zu erzielen, strategische Partnerschaften zu schließen und Wachstum zu beschleunigen?

Zentral ist unser Venture Clienting Modell, das Startups zu Lieferanten etablierter Unternehmen macht. International agieren wir als Brücke: Durch Softlanding-Programme, etwa mit Kanada (z. B. Hydrogen oder PropTech Challenge), forcieren wir den globalen Technologietransfer und bringen internationale Expertise in die regionale Bau- und Energiewirtschaft.

Wie arbeiten Sie mit etablierten Unternehmen, dem Mittelstand, Hochschulen und Forschungseinrichtungen in der Region zusammen und welche Synergien entstehen daraus für alle Beteiligten?

Wir transformieren Forschung in industrielle Produktivität. Wir moderieren den Austausch zwischen Hochschulen, Mittelstand und Startups. Ein Beispiel: Eine an der Hochschule entwickelte Lösung für autonome Baumaschinen wird im SpinLab geschäftlich skaliert und bei einem regionalen Bauunternehmen direkt im operativen Betrieb implementiert.

Wir beobachten den Durchbruch von Agentic AI in Verbindung mit Robotik. Es geht weg von reiner Datenanalyse hin zu autonomen Systemen, die Aufgaben selbstständig ausführen, ob bei der dynamischen Steuerung von Energienetzen oder durch Roboter auf der Baustelle. Diese „handelnde Intelligenz“ ist der Schlüssel, um bestehende Infrastrukturen ohne massiven Personalaufwand höher auszulasten.

Woran messen Sie den Erfolg Ihrer Aktivitäten – sowohl im Hinblick auf die unterstützten Startups als auch auf die Entwicklung des regionalen Innovationsökosystems?

Unser Erfolg misst sich an der Marktdurchdringung: Über 200 Startups, eine Survival-Rate von fast 90 % und mehr als 650 Millionen Euro eingeworbenes Kapital sprechen für sich. Der wahre Gradmesser ist jedoch der messbare ROI bei unseren Partnerunternehmen durch die implementierten Innovationen.

Wie profitieren Startups vom Austausch und der Vernetzung mit anderen de:hub Standorten und internationalen Partnern und welchen konkreten Mehrwert bringt dieses Netzwerk für die Akteure in Leipzig?

Das Netzwerk ist eine nationale Skalierungs-Plattform. Ein Startup findet über die 25 Hubs sofort Anschluss an Experten für zum Beispiel Fintech in Frankfurt oder Logistik in Hamburg. International wirkt die Marke „de:hub“ als deutsches Qualitätssiegel, das Vertrauen bei globalen Investoren und Kunden schafft.

Abschließend gefragt: Welche strategischen Ziele verfolgt der de:hub Leipzig für die kommenden Jahre und wie soll sich der Hub weiterentwickeln, um noch mehr Innovations- und Startup-Potenzial freizusetzen

Wir etablieren Leipzig als führenden europäischen Standort für Smart Infrastructure. Ziel ist es, das Venture Clienting Modell so weit zu skalieren, dass jede bauliche oder energetische Herausforderung in der Region durch eine automatisierte Technologielösung beantwortet werden kann. Wir bauen das Ökosystem für die hochproduktive Infrastruktur der Zukunft.

Bildcredits SpinLab/ Fabian Thürhoff

Wir bedanken uns bei Martin Richter für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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