Eight Sleep entwickelt intelligente Schlaftechnologie, die mithilfe von KI und personalisierter Temperatursteuerung den Schlaf verbessern und die Gesundheit nachhaltig unterstützen soll
Wie entstand die Idee zu Eight Sleep und warum habt ihr euch auf Sleep-Tech spezialisiert?
Wir haben darin die Chance gesehen, das Bett neu zu denken: als intelligentes System, das den Körper versteht, die Schlafumgebung personalisiert und den Schlaf Nacht für Nacht aktiv verbessert. Wir haben uns für Schlaf entschieden, weil er das universellste Gesundheitsbedürfnis überhaupt ist. Jeder Mensch schläft. Und wenn sich der Schlaf verbessert, profitieren davon nahezu alle Bereiche des Lebens: Energie, Regeneration, Stimmung, Konzentration und langfristige Gesundheit.
Welche Vision verfolgt Eight Sleep für die Zukunft des Schlafs?
Unsere Vision ist es, Schlaf zu einer echten Säule der Präventionsgesundheit zu machen. Wir glauben, dass es beim Schlaf der Zukunft nicht nur um Komfort geht, sondern um Intelligenz, Personalisierung und messbare Verbesserungen. Das Bett sollte kein passiver Gegenstand mehr sein. Es sollte den Körper verstehen, in Echtzeit auf individuelle Bedürfnisse reagieren und dabei helfen, erholter aufzuwachen, als man ins Bett gegangen ist.
Warum wird Schlaf aus eurer Sicht noch immer unterschätzt, obwohl er so wichtig für Gesundheit und Regeneration ist?
Lange Zeit wurde Schlaf als reine Auszeit betrachtet, als etwas, das man opfert, um mehr zu arbeiten, härter zu trainieren oder produktiver zu sein. Dieses Denken verändert sich gerade. Gleichzeitig war Schlaf lange schwer messbar und noch schwerer gezielt zu verbessern. Man wusste vielleicht, dass man schlecht geschlafen hat, aber nicht unbedingt warum oder was man konkret dagegen tun kann. Genau hier kann Technologie helfen: Sie macht aus etwas schwer Greifbarem etwas, das sich verstehen, messen und gezielt verbessern lässt.
Welche Zielgruppe möchte Eight Sleep besonders ansprechen?
Unsere Zielgruppe sind alle Menschen, die erholter aufwachen und proaktiver mit ihrer Gesundheit umgehen möchten. Dazu gehören High Performer, Athlet, Unternehmer, Eltern, Vielreisende und Menschen, die ihre tägliche Energie und Regeneration verbessern wollen. Das Besondere an Schlaf ist: Er ist universell, aber gleichzeitig sehr persönlich. Ein Profisportler denkt vielleicht an Regeneration, ein Gründer an mentale Klarheit, Eltern an möglichst erholsamen Schlaf in kürzerer Zeit. Frauen in der Schwangerschaft oder Menopause beschäftigen sich häufig stärker mit Temperaturregulation. Das grundlegende Bedürfnis bleibt: besserer Schlaf, angepasst an den eigenen Körper.
Wie funktioniert die Verbindung aus KI, Sensorik und Temperatursteuerung in euren Produkten?
Eight Sleep kombiniert integrierte Sensorik, KI und aktive Temperaturregulation, um eine personalisierte Schlafumgebung zu schaffen. Der sogenannte Pod erfasst wichtige biometrische Daten und Schlafmuster, ganz ohne Wearables: etwa Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Atemfrequenz und Schlafphasen. Temperatur ist einer der stärksten Hebel für guten Schlaf, weil sich die Körpertemperatur im Laufe der Nacht natürlicherweise verändert. Indem der Pod im richtigen Moment kühlt oder wärmt, unterstützt er tieferen und erholsameren Schlaf – ohne dass Nutzer darüber nachdenken müssen.
Was unterscheidet Eight Sleep von klassischen Matratzenherstellern?
Wir sind kein Matratzenunternehmen. Wir verkaufen keine Matratzen, sondern entwickeln etwas fundamental anderes: ein Schlaftechnologie-System. Es passt sich dem Körper, dem Partner oder der Partnerin, der Umgebung und den individuellen Schlafmustern über die Zeit hinweg an. Genau das ist der grundlegende Unterschied: Eine klassische Matratze ist statisch. Eight Sleep ist dynamisch und intelligent. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass wir den Menschen nicht nur Daten liefern. Wir nutzen diese Daten, um den Schlaf tatsächlich zu verbessern.

Welche Rolle spielt die KI-Funktion „Autopilot“ bei der Optimierung des Schlafs?
Autopilot ist das Herz des Pod. Das System lernt und nimmt während der Nacht automatische Anpassungen vor. Unser Ziel ist es, den Aufwand für die Nutzer zu reduzieren. Niemand sollte nachts aufwachen müssen, um die Temperatur zu ändern oder zu überlegen, was der Körper gerade braucht. Autopilot arbeitet im Hintergrund und hilft dabei, die richtigen Bedingungen für leichteres Einschlafen, besseres Durchschlafen und erholtes Aufwachen zu schaffen.
Mit welchen Herausforderungen seid ihr im Bereich Sleep-Tech bislang konfrontiert worden?
Eine der größten Herausforderungen war es, Menschen zu zeigen, dass Schlaf tatsächlich verbessert werden kann. Viele haben schlechten Schlaf jahrelang als normal akzeptiert. Eine weitere Herausforderung bestand darin, Technologie zu entwickeln, die im Hintergrund arbeitet und sich mühelos in den Alltag einfügt – Nacht für Nacht, ohne dass Nutzer sich darum kümmern müssen. Und weil Schlaf so persönlich ist, muss die Technologie außerdem Wissenschaft, Personalisierung und Einfachheit miteinander verbinden. Das ist nicht leicht, macht diese Kategorie aber so spannend.
Wie wichtig sind Gesundheitsdaten und personalisierte Analysen für die Weiterentwicklung eurer Technologie?
Sie sind essenziell. Schlaf ist nicht „one size fits all“. Zwei Menschen können im selben Raum und im selben Bett schlafen und haben trotzdem völlig unterschiedliche Bedürfnisse, um gut zu schlafen. Gesundheitsdaten helfen uns, diese Unterschiede zu verstehen und das Schlaferlebnis individuell zu gestalten. Der eigentliche Wert liegt jedoch nicht im Sammeln der Daten, sondern darin, daraus konkrete Verbesserungen abzuleiten – möglichst einfach, automatisch und spürbar für die Nutzer.
Welche Entwicklungen oder neuen Funktionen plant Eight Sleep für die kommenden Jahre?
Wir sehen die Zukunft von Eight Sleep noch stärker im Bereich personalisierter Prävention. Besonders spannend sind für uns Themen wie Frauengesundheit, Longevity, Recovery und schlafbezogene Bedürfnisse. Wir haben bereits begonnen, Funktionen für unterschiedliche Lebensphasen zu entwickeln, und werden den Pod noch intelligenter, vorausschauender und personalisierbarer machen.
Welche Chancen seht ihr künftig im Bereich digitaler Gesundheitslösungen rund um Schlaf?
Schlaf gehört zu den vielversprechendsten Bereichen von Digital Health, weil er nahezu alle zentralen körperlichen und mentalen Prozesse beeinflusst – von Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System über mentale Balance und Immunsystem bis hin zu Regeneration und Longevity. Die große Chance besteht darin, von reaktiver Versorgung hin zu proaktiver Optimierung zu kommen. Statt erst einzugreifen, wenn etwas nicht stimmt, kann Schlaftechnologie Menschen dabei helfen, ihre körperliche und mentale Basis jeden Tag zu stärken. Ich glaube, die Zukunft wird eine stärkere Verbindung zwischen Schlafdaten, klinischen Erkenntnissen und personalisierten Empfehlungen bringen.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründern mit auf den Weg geben?
Erstens: Wählt ein Problem, das sowohl zutiefst persönlich als auch universell relevant ist. Die besten Unternehmen entstehen rund um Probleme, die Menschen in ihrem Alltag wirklich spüren.
Zweitens: Entwickelt etwas für reales Verhalten, nicht für ideales Verhalten. Die beste Technologie ist nicht jene, die Menschen mehr abverlangt. Es ist diejenige, die sich in ihren Alltag einfügt und das richtige Verhalten erleichtert.
Drittens: Bleibt nah an euren Nutzer. Gerade wenn man eine neue Kategorie aufbaut, muss man genau zuhören, kontinuierlich erklären und das Produkt immer weiter verbessern. Ein großartiges Produkt sollte nicht nur innovativ sein, es sollte Menschen dazu bringen, sich zu fragen, wie sie je ohne dieses Produkt gelebt haben.
Bildcredits Eight Sleep
Wir bedanken uns bei Alexandra Zatarain für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
Premium Start-up: Eight Sleep

Kontakt:
Eight Sleep
164 W 25th St Fl 9
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