Freitag, Juni 19, 2026
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Was steckt hinter dem Erfolg von NOMOO?

NOMOO entwickelt pflanzliches Eis mit Fokus auf Geschmack und möchte den modernen Eisgenuss für eine neue Generation von Verbraucher prägen

Können Sie NOMOO kurz vorstellen und erzählen, wer das Unternehmen gegründet hat?

NOMOO wurde 2016 von meinem Mitgründer Jan Grabow und mir während unseres Studiums in Köln gegründet. Gestartet haben wir nachts in einer kleinen Gastroküche mit einer großen Vision: Eis neu zu denken. Heute ist NOMOO eine der bekanntesten Marken für modernes, kuhmilchfreies Eis im deutschsprachigen Raum. Unsere Produkte stehen für intensiven Geschmack, super cremige Textur, natürliche Zutaten und weniger Zucker – kurz gesagt: Eis mit All Wow.

Wie entstand die Idee, eine Marke für pflanzliches Bio-Eis aufzubauen?

Die Idee entstand durch die Netflix-Dokumentation „Cowspiracy“, die aufzeigte, welchen Einfluss Viehzucht und Agrarwirtschaft auf Klima und Umwelt haben. Mein Mitgründer Jan wollte daraufhin seine Ernährung umstellen. Schnell stellten wir jedoch fest: Viele pflanzliche Produkte waren damals zwar gut gemeint, geschmacklich aber nicht überzeugend.

Uns wurde klar, dass nachhaltiger Konsum nur dann funktioniert, wenn Genuss an erster Stelle steht. Also fragten wir uns: Warum nicht die Kuh aus dem Eis nehmen, aber den Geschmack behalten? Aus dieser Idee entstand NOMOO. Unser Anspruch war von Anfang an, Eis zu entwickeln, das nicht als Alternative wahrgenommen wird, sondern einfach als das bessere Eis.

Welche Vision verfolgen Sie mit NOMOO, und wie möchten Sie diese in den kommenden Jahren verwirklichen?

Unsere Vision ist es, die weltweit führende Marke für modernen Eisgenuss zu werden. Wir möchten dazu beitragen, dass künftig mehr Menschen zu kuhmilchfreiem Eis greifen als zu klassischem Milcheis – nicht aus Verzicht, sondern weil es einfach besser schmeckt.

Dabei sehen wir eine enorme Chance: Immer mehr Menschen möchten weniger Milch konsumieren oder vertragen sie nicht. Allein im deutschsprachigen Raum betrifft das rund 40 Millionen Menschen, weltweit sogar die Mehrheit der Bevölkerung. Diesen Wandel möchten wir aktiv mitgestalten und Eis für die nächste Generation von Konsument prägen.

An welche Zielgruppen richten sich Ihre Produkte hauptsächlich, und welche Erwartungen möchten Sie erfüllen?

Unsere Zielgruppe sind alle, die gutes Eis lieben. Dazu gehören Menschen mit Laktoseintoleranz genauso wie Flexitarier, Familien oder Konsument, die bewusster genießen möchten.

Uns ist wichtig, niemanden auszuschließen. Deshalb entwickeln wir Produkte, die geschmacklich überzeugen und für möglichst viele Menschen geeignet sind. Die Erwartung unserer Kund ist klar: außergewöhnlicher Geschmack, cremige Konsistenz, natürliche Zutaten und ein gutes Gefühl beim Genießen. Genau dafür steht NOMOO.

NOMOO setzt konsequent auf pflanzliche Zutaten. Welche Bedeutung hat dieser Ansatz für die Entwicklung neuer Produkte?

Pflanzliche Zutaten gehören seit dem ersten Tag zu unserer DNA.

Dafür haben wir eine eigene Rezepturbasis aus Kokosnuss und Cashew entwickelt, die für die besondere Cremigkeit sorgt. Gleichzeitig setzen wir auf einen außergewöhnlich hohen Anteil der jeweiligen Leitzutat – beispielsweise Mango, Kakao oder Beeren. Dadurch entstehen die intensive Geschmackswelt und die Natürlichkeit, für die NOMOO heute bekannt ist.

Was macht NOMOO aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu anderen Anbietern von veganem Eis?

Wir vergleichen uns nicht mit anderen pflanzlichen Eismarken, sondern mit dem besten Eis überhaupt. Unser Anspruch ist es, das Erlebnis der besten Eisdiele der Stadt in den Supermarkt zu bringen.

Deshalb stehen bei uns Geschmack, Cremigkeit und hochwertige Zutaten immer an erster Stelle. Das Ergebnis ist ein Eis, das Menschen begeistert – unabhängig davon, ob sie Milch konsumieren oder nicht.

Wie gelingt es Ihnen, Verbraucher zu überzeugen, die bisher vor allem klassisches Milcheis bevorzugen?

Durch Probieren. Sobald Menschen NOMOO testen, ist die größte Hürde genommen. Viele schmecken keinen Unterschied zu klassischem Milcheis. Oft hören wir sogar, dass NOMOO intensiver und natürlicher schmeckt.

Deshalb positionieren wir uns nicht als Nischenprodukt, sondern als Eismarke für alle, die außergewöhnlichen Geschmack suchen.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung von pflanzlichem Eis mit cremiger Konsistenz und intensivem Geschmack?

Die größte Herausforderung besteht darin, mit rein pflanzlichen Zutaten dieselbe Cremigkeit und Genussintensität zu erreichen, die Verbraucher von Premium-Eis erwarten.

Jede Sorte muss geschmacklich überzeugen, eine perfekte Textur mitbringen und gleichzeitig unseren Anspruch an Natürlichkeit erfüllen. Genau diese Balance macht die Produktentwicklung so anspruchsvoll – und gleichzeitig so spannend.

Wie hat sich die Nachfrage nach veganen Eisprodukten in den vergangenen Jahren verändert?

Der Markt hat sich stark verändert. Vor einigen Jahren waren pflanzliche Eisprodukte noch ein Nischenthema. Heute erwarten viele Verbraucher ganz selbstverständlich Angebote ohne Kuhmilch.

Gleichzeitig steigen die Ansprüche. Es reicht nicht mehr, pflanzlich zu sein – Geschmack entscheidet. Genau von dieser Entwicklung profitiert NOMOO.

Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Bio-Zutaten für die strategische Ausrichtung von NOMOO?

Nachhaltigkeit ist unser Fundament. Wir richten unsere Entscheidungen konsequent nach ökologischen Maßstäben aus – von den Zutaten über die Verpackung bis hin zu unseren langfristigen Unternehmenszielen.

Bei Bio betrachten wir differenziert, wo es für Produktqualität, Lieferketten und Handelspartner einen echten Mehrwert schafft. Deshalb ist heute rund die Hälfte unseres Sortiments biozertifiziert.

Welche nächsten Produktentwicklungen oder Wachstumspläne stehen bei NOMOO aktuell im Fokus?

Wir wollen die DACH-Region weiter erobern und NOMOO danach Schritt für Schritt in Europa ausbauen. Produktseitig fokussieren wir uns weiter auf unsere Kernsegmente: Becher und Stieleis.

Gleichzeitig bleiben wir innovationsfreudig. Neue Trends prüfen wir sehr genau und übersetzen sie in unseren eigenen NOMOO-Stil. Aktuelle Beispiele sind Sorten wie Matcha und Matcha-Berry am Stiel. Auch Snackartikel im Eisbereich können künftig eine spannende Rolle spielen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit nachhaltigen Food-Innovationen neue Märkte erschließen möchten?

Erstens: Durchhalten. Gerade im Food-Bereich dauert vieles länger als geplant. Mein Motto lautet: Stay longer than others.

Zweitens: Fokus. Gründer gewinnen über Konzentration. Wer zu viele Dinge gleichzeitig macht, verliert Kraft. Wer fokussiert bleibt, schafft echte Differenzierung.

Drittens: Beharrlichkeit. Vor allem im Vertrieb siegt Ausdauer. Am Ende geht es oft um das Gesetz der großen Zahlen, Wahrscheinlichkeit und den Mut, immer wieder aufzustehen.

Bildcredits NRDS GmbH

Wir bedanken uns bei Rebecca Göckel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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