Dienstag, März 24, 2026
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Wie entstehen intelligente Industriesysteme aus Zusammenarbeit statt Einzelinnovation?

Der de:hub Dresden – Smart Systems Hub vernetzt Industrie, Technologieanbieter und Startups, um Innovationen in Industrieautomatisierung und Robotik schneller in industrielle Anwendungen zu überführen

Wie positioniert sich der de:hub Dresden – Smart Systems Hub innerhalb des deutschen Digital Hub Netzwerks mit Blick auf Industrieautomatisierung?

Der Smart Systems Hub positioniert sich im deutschen Digital Hub Netzwerk als zentraler Ansprechpartner für intelligente Industrieautomatisierung und vernetzte industrielle Systeme. Im Unterschied zu klassischen Accelerator-Programmen liegt unser Schwerpunkt nicht auf der Skalierung einzelner Startups, sondern auf der strukturierten Zusammenarbeit zwischen etablierten Industrieunternehmen, Technologieanbietern und jungen innovativen Unternehmen. Unser Fokus liegt auf industriellen Anwendungen, bei denen Hardware, Software und Konnektivität zu robusten, marktfähigen Systemlösungen zusammengeführt werden. Damit leisten wir einen konkreten Beitrag zur technologischen Transformation der industriellen Wertschöpfung.

Dresden gilt als wichtiger Standort für Mikroelektronik und Industrie 4.0. Welche Standortvorteile machen die Region besonders relevant für intelligente industrielle Systeme?

Dresden verfügt über eine einzigartige Kombination aus industrieller Tiefe, Forschungsstärke und Clusterstruktur. Die starke Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie bildet die Grundlage für Embedded Systems und leistungsfähige Hardwarelösungen. Gleichzeitig sorgt die Nähe zur Technische Universität Dresden für wissenschaftliche Exzellenz in Bereichen wie KI, Automatisierungstechnik und Systemarchitektur. Netzwerke wie Silicon Saxony verbinden Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese Kombination ermöglicht es, nicht nur Softwarelösungen zu entwickeln, sondern vollständige intelligente Systeme, die in industriellen Produktionsumgebungen einsetzbar sind.

Welche technologischen Schwerpunkte stehen im Fokus des Smart Systems Hub Dresden? Warum sind diese für Industrieautomatisierung besonders entscheidend?

Unsere technologischen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Industrial AI, Manufacturing-X und Robotik. Industrial AI ermöglicht datenbasierte Optimierungen in Produktion und Instandhaltung und schafft die Grundlage für adaptive und lernfähige Systeme. Manufacturing-X adressiert die sichere, standardisierte und skalierbare Vernetzung von Unternehmen über Datenräume hinweg und fördert damit neue Formen der kollaborativen Wertschöpfung. Robotik steht für flexible, intelligente Automatisierungssysteme, die sich dynamisch an Produktionsanforderungen anpassen können. Diese drei Themen sind entscheidend, weil sie das Fundament für die nächste Generation industrieller Automatisierung bilden und das Zusammenspiel von IT und OT neu definieren.

Wie unterstützt der Hub Unternehmen und Startups bei der Entwicklung, Erprobung und Markteinführung innovativer Automatisierungslösungen?

Wir begleiten Unternehmen entlang eines strukturierten Innovationsprozesses – von der Problemdefinition über Konzeptentwicklung und Proof-of-Concept bis hin zur Validierung unter Realbedingungen und Pilotierung. Dabei bringen wir gezielt Partner mit komplementären Kompetenzen zusammen, beispielsweise Hardwarehersteller, KI-Spezialisten oder Connectivity-Experten. Unser agiles Projektmanagement stellt sicher, dass Projekte effizient gesteuert und technisch fundiert umgesetzt werden. Ziel ist es stets, Lösungen zu entwickeln, die nicht nur technologisch innovativ sind, sondern auch industriell betreibbar und wirtschaftlich tragfähig.

Welche Rolle spielen Hardware, Embedded Systems und Software im Zusammenspiel bei der Entwicklung intelligenter industrieller Systeme?

In der Industrieautomatisierung ist das Zusammenspiel dieser Komponenten entscheidend. Hardware bildet die physische Grundlage, Embedded Systems sorgen für Echtzeitfähigkeit und direkte Maschinenintegration, und Software – insbesondere KI-Algorithmen – ermöglicht datengetriebene Optimierung und intelligente Steuerung. Erst durch die enge Integration dieser Ebenen entstehen skalierbare, robuste Systeme. Wir achten daher darauf, Systemarchitekturen ganzheitlich zu denken und von Beginn an industrielle Anforderungen wie Zuverlässigkeit, Sicherheit und Wartbarkeit zu berücksichtigen.

Wie fördert der Smart Systems Hub Dresden die Zusammenarbeit zwischen Startups, etablierten Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen?

Der Hub fungiert als neutraler Orchestrator innerhalb des Innovationsökosystems. In unseren Co-Innovationsformaten arbeiten Startups, Industrieunternehmen und Forschungspartner gemeinsam an konkreten industriellen Herausforderungen. Diese Zusammenarbeit erfolgt strukturiert, zielorientiert und mit klar definierten Ergebnissen. Durch die Verbindung technologischer Kompetenzen mit industrieller Erfahrung entstehen Lösungen, die sowohl innovativ als auch anwendungsnah sind. Der branchenübergreifende Austausch ist dabei ein zentraler Erfolgsfaktor.

Welche Bedeutung haben Edge Computing, Datensouveränität und Skalierbarkeit für Industrieautomatisierung?

Edge Computing ist in industriellen Anwendungen essenziell, da es eine Echtzeitverarbeitung direkt an der Maschine ermöglicht und Latenzen minimiert. Datensouveränität gewinnt insbesondere im Kontext von vernetzten Wertschöpfungsketten an Bedeutung, da Unternehmen die Kontrolle über ihre sensiblen Produktionsdaten behalten müssen. Skalierbarkeit entscheidet darüber, ob eine Lösung vom Pilotprojekt in den produktiven Betrieb überführt werden kann. Nur wenn Architektur und Governance frühzeitig berücksichtigt werden, lassen sich Systeme nachhaltig in bestehende Produktionsumgebungen integrieren.

Wie begleitet der Hub Unternehmen bei der Integration intelligenter Systeme in bestehende Produktions- und Geschäftsprozesse?

Viele Unternehmen arbeiten mit gewachsenen Brownfield-Strukturen, die besondere Integrationsanforderungen mit sich bringen. Wir unterstützen bei der Analyse bestehender IT- und OT-Landschaften, entwickeln Integrationsarchitekturen und definieren klare Rollen- und Betriebsmodelle. Dabei verfolgen wir einen pragmatischen Ansatz: Lösungen werden zunächst unter realitätsnahen Bedingungen getestet und anschließend schrittweise industrialisiert. So stellen wir sicher, dass Innovation nicht isoliert bleibt, sondern nachhaltig in die Wertschöpfung integriert wird.

Wie messen Sie den Erfolg Ihrer Aktivitäten – sowohl für beteiligte Unternehmen als auch für den Standort?

Den Erfolg messen wir an konkreten Umsetzungsergebnissen. Dazu zählen erfolgreich realisierte Pilotprojekte, produktive Implementierungen sowie langfristige Kooperationen zwischen Partnern. Ebenso betrachten wir die Stärkung des regionalen Innovationsökosystems und die Weiterentwicklung industrieller Kompetenzen am Standort. Entscheidend ist für uns, ob aus einer Idee ein real eingesetztes industrielles System entsteht, das messbaren Mehrwert generiert.

Welche Ziele verfolgt der de:hub Dresden – Smart Systems Hub in den kommenden Jahren, um intelligente Industrieautomatisierung weiter voranzutreiben?

In den kommenden Jahren wollen wir unsere Rolle als Plattform für Co-Innovation im Bereich intelligenter Industrieautomatisierung weiter ausbauen. Wir werden unsere Kompetenzen in Industrial AI vertiefen, konkrete Anwendungsfälle im Umfeld von Manufacturing-X weiterentwickeln und die Integration intelligenter Robotiksysteme vorantreiben. Gleichzeitig möchten wir den branchenübergreifenden Austausch intensivieren und Unternehmen noch gezielter beim Zugang zu innovativen Technologien unterstützen. Unser Ziel ist es, industrielle Transformation nicht nur konzeptionell zu begleiten, sondern praktisch umsetzbar zu machen.

Bildcredits Timm Ziegenthaler

Wir bedanken uns bei Michael Kaiser für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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