Mintos betreibt eine digitale Plattform für Investitionen und ermöglicht Anlegern Zugang zu verschiedenen Anlageklassen
Wie ist Mintos entstanden, und wer sind die zentralen Personen, die das Unternehmen aufgebaut und geprägt haben?
Mintos wurde 2015 von Martins Valters (COO) und mir gegründet. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete ich im Finanzbereich und erkannte eine deutliche Lücke im europäischen Markt: Privatanlegern war der Zugang zu Kreditinvestitionen, die typischerweise Institutionen vorbehalten waren, sehr eingeschränkt. Das wollten wir ändern.
Was war die ursprüngliche Idee hinter Mintos, und wie hat sich das Geschäftsmodell seit der Gründung weiterentwickelt?
Die ursprüngliche Idee war es, einen digitalen Marktplatz zu schaffen, der Investoren direkt mit Kreditunternehmen verbindet und Privatpersonen Zugang zu Kreditinvestitionen ermöglicht, die traditionell eher schwer zugänglich waren.
Seitdem hat sich Mintos erheblich weiterentwickelt. So wurden wir im Jahr 2021 zu einer lizenzierten Wertpapierfirma gemäß MiFID II und haben damit unsere regulatorische Grundlage in der gesamten EU gestärkt. Zudem haben wir unser Angebot über Kredite hinaus auf Teilanleihen, ETFs, Immobilieninvestitionen und Cash-Management-Produkte ausgeweitet.
Heute ist Mintos eine regulierte Multi-Asset-Investmentplattform, die sich auf einkommensgenerierende Vermögenswerte und den langfristigen Vermögensaufbau in ganz Europa konzentriert.
Mintos verbindet Anleger direkt mit Kreditvergaben – welche Vision verfolgen Sie mit diesem Ansatz langfristig?
Unsere langfristige Vision ist es, Investitionen – nicht nur in Kredite – für Privatanleger auf dem gesamten Kontinent zugänglicher und transparenter zu machen. Unser Ziel ist es außerdem, verschiedene Anlageklassen unter einem Dach zu vereinen und einen einfachen, sicheren und digitalen Zugang zu Investitionsmöglichkeiten zu bieten. Technologie, Risikomanagement und Regulierung bilden die Grundlage für transparente Produkte, die sich für langfristige Investitionen eignen.
An wen richtet sich Mintos konkret, und wie stellen Sie sicher, dass sowohl private als auch institutionelle Anleger die Plattform verstehen und nutzen können?
Mintos richtet sich in erster Linie an Privatanleger. Unternehmen haben jedoch ebenfalls die Möglichkeit, ein Konto zu erstellen.
Wir legen Wert darauf, Investitionen einfach und transparent zu gestalten. Unsere Plattform bietet automatisierte und manuelle Investitionsoptionen, intuitive Tools, klare Gebührenstrukturen sowie detaillierte Informationen zu Produkten und Risiken. Durch die Einhaltung der EU-Vorschriften wird zusätzlich sichergestellt, dass die Standards für Eignung und Anlegerschutz erfüllt werden.
Unser Ziel ist es, sowohl erfahrene Anleger als auch diejenigen, die sich zu selbstbewussten, diversifizierten Anlegern entwickeln möchten, zu unterstützen.
Was unterscheidet Mintos von klassischen Banken und anderen Investmentplattformen im Bereich Kredite und alternative Anlagen?
Traditionelle Banken bieten Privatkunden in der Regel nur eingeschränkten Zugang zu Privatkrediten oder alternativen einkommensgenerierenden Anlagen.
Mintos hingegen bringt mehrere Anlageklassen wie Kredite, Anleihen, ETFs und Immobilien auf einer regulierten digitalen Plattform zusammen. Im Hinblick auf unsere Vision erweitern wir unser Produktangebot kontinuierlich, sodass künftig noch mehr hinzukommen wird.
Wir legen großen Wert auf Diversifikation, Automatisierung, Flexibilität und Transparenz. Anleger können je nach Präferenz zwischen einem eher passiven und einem aktiveren Ansatz wählen. Diese Kombination aus Zugang, Einfachheit und regulatorischer Aufsicht ist es, die uns von anderen im europäischen Markt unterscheidet.
Das Thema Risiko spielt bei P2P Krediten eine große Rolle – wie begegnet Mintos möglichen Bedenken und schafft Vertrauen bei Anlegern?
Ursprünglich haben wir Mintos als reinen Peer-to-Peer-Kreditmarktplatz gegründet, heute agieren wir jedoch als regulierte Multi-Asset-Investmentplattform. Kredite sind nach wie vor ein wichtiger Teil unseres Angebots, stellen jedoch nur noch eine von mehreren Anlageklassen innerhalb eines breiten, diversifizierten Investment-Umfelds dar.
Da das Investieren immer mit Risiken verbunden ist, sind wir der Überzeugung, dass Anleger unbedingt das von ihnen eingegangene Risikoniveau verstehen sollten. Deshalb legen wir großen Wert auf Transparenz über alle Anlageklassen hinweg. Wir führen Due-Diligence-Prüfungen und eine laufende Überwachung unserer Partner durch, stellen klare und detaillierte Produktinformationen bereit und bieten Tools, die Anlegern dabei helfen, genau zu diversifizieren – über verschiedene Anlageklassen und Risikostufen hinweg.
Welche Herausforderungen bringt es mit sich, eine digitale Investmentplattform in einem stark regulierten Finanzumfeld zu betreiben?
Die Tätigkeit im Finanzsektor der EU erfordert eine starke Unternehmensführung, die Einhaltung von Vorschriften, Berichterstattung sowie Produktaufsicht. Jedes neue Produkt muss mit den regulatorischen Standards und Anforderungen zum Anlegerschutz im Einklang stehen.
Die Herausforderung besteht darin, Innovation und Verantwortung bestmöglich zu vereinen. Wir betrachten Regulierung jedoch nicht als Einschränkung, sondern als Grundlage für Vertrauen und langfristige Nachhaltigkeit.
Mintos hat sein Angebot über reine Kredite hinaus erweitert – was steckt strategisch hinter diesem Multi Asset Ansatz?
Die Strategie basiert auf Diversifikation und langfristigen Vermögensaufbau. Anleger profitieren davon, dass sie Zugang zu verschiedenen einkommensgenerierenden Anlagen auf einer einzigen Plattform haben. Dadurch können sie Risiko und Rendite über unterschiedliche Anlageklassen hinweg ausbalancieren.
Im Februar 2026 haben wir außerdem öffentlich bekannt gegeben, dass wir den Prozess zur Beantragung einer Banklizenz bei der Europäischen Zentralbank (EZB) eingeleitet haben. Dieser Schritt spiegelt unser langfristiges Ziel wider, die europäische Finanzinfrastruktur und regulatorische Grundlage weiterhin zu stärken.
Sollte uns die Banklizenz erteilt werden, hätten wir die Chance, unsere Möglichkeiten zu erweitern und unser Dienstleistungsangebot noch weiter auszubauen.
Wie gelingt es Mintos, Renditechancen und Risikomanagement in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen?
Um Chancen und Risiken in Einklang zu bringen, kombinieren wir Partner-Screening, Diversifikation, strukturierte Produkte, Transparenz und regulatorische Sicherheit. So können Anleger fundierte Entscheidungen treffen, während die Risiken über verschiedene Länder, Kreditarten und Produkte hinweg gestreut werden.
Welche nächsten Entwicklungsschritte planen Sie für Mintos, um die Plattform weiter auszubauen und neue Zielgruppen zu erreichen?
Unser Fokus liegt darauf, die Plattform kontinuierlich zu stärken, unser Angebot an Anlageprodukten zu erweitern und zu optimieren und gleichzeitig die allgemeine Benutzererfahrung zu verbessern. Mit der geplanten EZB-Banklizenz möchten wir unser Produktangebot um traditionelle Bankprodukte erweitern und Mintos als führende digitale Multi-Asset- und Banking-Plattform in Europa etablieren.
Wenn Sie auf Ihre unternehmerische Reise mit Mintos zurückblicken, welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern im Fintech Bereich mitgeben?
Meiner Erfahrung nach ist es entscheidend, Technologie und Benutzerfreundlichkeit von Anfang an zu integrieren, sich auf eine sorgfältige Partnerauswahl zu konzentrieren und Regulierung sowie Compliance ernst zu nehmen. Nach diesem Grundsatz lässt sich Vertrauen aufbauen, Partnerschaften ermöglichen und der Grundstein für nachhaltigen Erfolg im Fintech-Sektor legen.
Bild Martins Sulte CEO Mintos Bildcredits: Mintos
Wir bedanken uns bei Martins Sulte für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

























