Donnerstag, April 9, 2026
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Ein kleines Alltagsproblem mit größerer Wirkung?

frischluft Fensterbrett entwickelt ein innovatives Produkt für das Fenster im Alltag und wird am 13. April in der Sendung Die Höhle der Löwen pitchen

Wie ist das Startup entstanden und welche Personen stehen hinter dem frischluft Fensterbrett?

Das frischluft Fensterbrett ist tatsächlich aus einer ganz typischen Alltagssituation entstanden. Bene lebt im ersten Stock in einer technisch begeisterten WG, in der regelmäßig Pakete mit Material und Werkzeug ankommen. Wenn der Postbote klingelt, will er oft schnell das Fenster öffnen und nach unten rufen, dass die Pakete einfach abgestellt werden können. Gleichzeitig stehen bei mir viele Zimmerpflanzen auf dem Fensterbrett. In diesen Momenten wird es jedes Mal hektisch: Pflanzen zur Seite räumen, Fenster öffnen – und am Ende ist es dann doch oft schon zu spät. Dieses kleine, aber immer wiederkehrende Ärgernis ließ mich nicht los.

Als ich Lukas davon erzählte, wurde schnell klar, wie vertraut sich diese Situation anfühlt. Denn das kennt man aus dem Alltag nur zu gut: Auf dem Fensterbrett stehen Pflanzen oder andere Dinge – und sobald man das Fenster öffnen möchte, muss erst alles zur Seite geräumt werden. Aus dieser Idee heraus begann ein längerer Weg, auf dem das frischluft Fensterbrett Schritt für Schritt Gestalt annahm.

Über mehrere Monate hinweg haben wir ausprobiert, verändert und verbessert, bis die Lösung wirklich stimmig war. Die finale Version haben wir schließlich gemeinsam bei einem lokalen Metallproduzenten in Auftrag gegeben. Besonders wichtig war uns dabei, dass die Konstruktion ohne Kleben oder Bohren auskommt und trotzdem stabil und möglichst einfach bleibt. Genau dieser Anspruch hat den Entwicklungsprozess geprägt und macht das frischluft heute zu dem Produkt, auf das wir stolz sind.

In welcher Branche ist das Unternehmen tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell rund um das frischluft Fensterbrett aus?

Wir sind mit dem mobilen frischluft Fensterbrett im Bereich Home & Living tätig – genauer gesagt an der Schnittstelle zwischen Produktinnovation und praktischer Alltagslösung für den Wohnbereich. Mit dem frischluft Fensterbrett haben wir eine echte Neuerung auf den Markt gebracht, die es in dieser Form bislang nicht gab. Gleichzeitig ist es uns gelungen, viel Aufmerksamkeit für das Produkt zu schaffen und über unseren Onlineshop viele Kundinnen und Kunden zu erreichen. So haben wir früh wertvolle Rückmeldungen aus dem Markt bekommen und unser Produkt und unseren Auftritt gezielt weiterentwickelt. Genau diese Kombination aus innovativem Produkt, klarem Nutzen und direktem Kontakt zur Zielgruppe macht unser Geschäftsmodell aus.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung des frischluft Fensterbretts? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Am Anfang stand ein ganz konkretes Alltagsproblem: Fensterbänke sind oft mit Pflanzen, Dekoration oder anderen Dingen vollgestellt. Sobald man lüften möchte, muss man erst alles wegräumen. Das ist umständlich, kostet Zeit und nervt – vor allem, weil es im Alltag ständig passiert. Uns hat überrascht, dass es für dieses so naheliegende Problem noch keine einfache und überzeugende Lösung gab. Eine direkte Inspiration durch ein anderes Produkt oder eine Marke gab es deshalb nicht. Das frischluft Fensterbrett ist aus unserem eigenen Alltag heraus entstanden und hat die Idee des mobilen Fensterbretts überhaupt erst geschaffen. Im Nachhinein haben wir gemerkt, dass die eigentliche Herausforderung nicht nur darin lag, das Problem zu erkennen, sondern eine Lösung zu entwickeln, die auch wirklich funktioniert: stabil, einfach anzubringen und alltagstauglich. Gerade dieser Weg von der ersten Idee bis zum marktreifen Produkt hat uns gezeigt, wie viel Entwicklungsarbeit in einer scheinbar einfachen Lösung steckt.

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Innovativ ist unser Konzept vor allem deshalb, weil es für ein weit verbreitetes Alltagsproblem erstmals eine wirklich marktfähige Lösung bietet. Im Internet findet man zwar vereinzelt Ideen mit ähnlicher Zielrichtung, aber keine ausgereifte Lösung, die im Alltag wirklich funktioniert. Mit dem frischluft Fensterbrett haben wir genau das geschaffen. Uns war von Anfang an wichtig, dass das Produkt ohne Bohren oder Kleben auskommt. Stattdessen wird es über eine formschlüssige Verbindung am Fenster angebracht. Dadurch hält es sicher, bewegt sich beim Öffnen mit und hinterlässt keine Rückstände. Das macht es auch für Mietwohnungen besonders interessant.

Welche Vision verfolgt das Unternehmen? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Unsere Vision ist es, dass das frischluft Fensterbrett für möglichst viele Menschen zu einem ganz selbstverständlichen Begleiter im Alltag wird. Ein wichtiger Meilenstein ist deshalb die Verstellbarkeit des Produkts. Wir möchten das frischluft Fensterbrett so weiterentwickeln, dass es sich noch flexibler an unterschiedliche Fenster anpassen lässt und damit für noch mehr Menschen nutzbar wird. Für uns ist das der logische nächste Schritt, weil wir die Idee konsequent weiterdenken und einem noch größeren Kreis zugänglich machen wollen. Gleichzeitig sehen wir auch darüber hinaus viel Potenzial – besonders im Bereich der Mietwohnungen und in der Zusammenarbeit mit Hausverwaltungen. Denn dort geht es häufig nicht nur um mehr Komfort im Alltag, sondern auch um ein sehr praktisches Thema: regelmäßiges Lüften. Wenn das Lüften einfacher wird, kann das ebenfalls dazu beitragen, Schimmel vorzubeugen. Genau dieser zusätzliche Nutzen macht das Produkt für uns auch in diesem Bereich so spannend.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei „Die Höhle der Löwen“ zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Die Entscheidung, uns bei „Die Höhle der Löwen“ zu bewerben, ist tatsächlich ganz spontan entstanden. An einem Sonntagnachmittag saßen wir zusammen und haben darüber gesprochen, was für frischluft die nächsten sinnvollen Schritte sein könnten. In diesem Gespräch kam plötzlich die Idee auf, uns einfach bei der Show zu bewerben. Damals war das kein lange ausgearbeiteter Plan, sondern eher ein Gedanke, bei dem wir uns gesagt haben: Eigentlich können wir dabei nur etwas gewinnen. Also haben wir es einfach gemacht. Im Rückblick passt das auch gut zu unserer Geschichte, weil bei frischluft vieles aus dem Ausprobieren und einfach Loslegen entstanden ist. Umso besonderer ist es für uns jetzt, die Chance zu bekommen, unsere Idee vor so einem großen Publikum zu präsentieren. Im Vordergrund steht dabei für uns vor allem, zu zeigen, wie viel Potenzial in einer einfachen Alltagsidee stecken kann, wenn daraus ein echtes Produkt wird.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an der Show angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Bei der Bewerbung hatten wir tatsächlich noch keinen konkreten Plan, inwiefern uns die Show helfen kann oder welches Ziel wir damit genau erreichen wollen. Mit der Zusage zum Auftritt hat sich das natürlich verändert. Ab diesem Moment haben wir uns intensiv damit beschäftigt, was „Die Höhle der Löwen“ für frischluft wirklich bedeuten kann.

Wir sind dann mit dem klaren Ziel in die Show gegangen, einen strategischen Partner zu finden, der uns auf dem weiteren Weg unterstützt. Dabei ging es uns nicht nur um ein Investment, sondern vor allem um Erfahrung, Know-how und die richtigen Strukturen, um die nächsten Meilensteine zu erreichen. Dazu gehören für uns vor allem die Weiterentwicklung hin zu einer verstellbaren Version des frischluft Fensterbretts, der Zugang zu größeren Kunden wie Hausverwaltungen und die Möglichkeit, auch in Zukunft gemeinsam an neuen Produkten zu arbeiten. Gerade hier kann die Erfahrung eines Löwen und seines Teams einen enormen Unterschied machen. Für uns war deshalb schnell klar, dass die Sendung dann besonders wertvoll ist, wenn daraus nicht nur Aufmerksamkeit entsteht, sondern eine Partnerschaft, mit der wir frischluft gezielt weiterentwickeln können.

Welche nächsten Schritte sind nach der Show geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Im Rahmen von „Die Höhle der Löwen“ gibt es für uns tatsächlich einen ziemlich klaren Plan für die Zeit danach: Ein zentraler Meilenstein ist die Entwicklung einer vollumfänglich verstellbaren Version des frischluft Fensterbretts. Das ist für uns ein wichtiger nächster Schritt, weil wir das Produkt damit an noch mehr gängige Fenster anpassen können. Außerdem beschäftigt uns die Frage, welche Möglichkeiten sich daraus künftig noch ergeben. Besonders spannend finden wir dabei ein mögliches B2B-Geschäft, zum Beispiel mit Hausverwaltungen oder auch für Bürokomplexe. Gerade dort könnte das frischluft Fensterbrett nicht nur den Alltag erleichtern, sondern auch helfen, das Lüften einfacher zu machen und so Schimmel vorzubeugen. Langfristig finden wir auch die Frage spannend, ob frischluft international funktionieren kann. Konkrete Pläne gibt es dazu aktuell noch nicht, aber als Perspektive für die Zukunft ist das Thema auf jeden Fall interessant.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Besonders wertvoll war für uns die Erfahrung, dass man ein Produkt nicht am Schreibtisch allein entwickelt, sondern im echten Alltag. Schon sehr früh haben wir angefangen, unsere Idee mit Menschen aus unserem Umfeld zu teilen und erste Versionen testen zu lassen. Später kamen dann natürlich auch die Rückmeldungen unserer Kundinnen und Kunden dazu. Genau dadurch haben wir verstanden, wie das frischluft Fensterbrett wirklich genutzt wird, was sofort gut ankommt und an welchen Stellen wir noch nachschärfen müssen. Diese direkte Nähe zum Nutzer war für uns wahrscheinlich die wichtigste Erkenntnis auf dem bisherigen Weg. Gleichzeitig haben wir gelernt, dass Produktentwicklung selten geradlinig verläuft.

Viele Dinge, die auf den ersten Blick einfach wirken, werden in der Umsetzung deutlich anspruchsvoller. Gerade das hat uns aber auch gezeigt, wie wichtig es ist, geduldig zu bleiben und Schritt für Schritt zu verbessern. Oft sind es die kleinen Anpassungen, die am Ende den größten Unterschied machen. Für uns war es deshalb unglaublich wertvoll, immer wieder offen auf Feedback zu schauen und daraus konkrete Verbesserungen abzuleiten. Eine weitere wichtige Erkenntnis war, dass man vieles lernen kann, wenn man sich wirklich darauf einlässt. Themen, die anfangs weit weg wirken, werden plötzlich greifbar, sobald man anfängt, sich damit zu beschäftigen. Genau dieses Lernen im Prozess war für uns ein großer Teil der Reise. Rückblickend war es vor allem die Mischung aus Neugier, Ausprobieren und engem Austausch mit anderen, die uns am meisten weitergebracht hat.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Unser wichtigster Rat wäre, mit einer Idee so früh wie möglich rauszugehen und mit den Menschen darüber zu sprechen. Man selbst ist oft schnell begeistert von einer Lösung, aber ob sie im Alltag wirklich funktioniert, zeigt sich erst dann, wenn andere sie sehen, testen und ehrlich darauf reagieren. Genau in diesem Austausch liegen oft die wertvollsten Hinweise. Deshalb würden wir jeder Gründerin und jedem Gründer empfehlen, nicht zu lange nur zu planen, sondern möglichst früh in die Praxis zu kommen. Außerdem würden wir raten, sich nicht zu sehr von Dingen einschüchtern zu lassen, die am Anfang kompliziert oder technisch wirken. Vieles erscheint größer, als es am Ende ist. Sobald man beginnt, sich einzuarbeiten, mit anderen spricht und die ersten Schritte macht, wird vieles plötzlich machbar.

Man muss nicht von Anfang an alles können oder jeden Schritt perfekt kennen.

Viel wichtiger ist die Bereitschaft, sich Stück für Stück hineinzudenken und dranzubleiben. Und vielleicht der schönste Rat aus unserer eigenen Erfahrung: Gute Ideen müssen nicht immer aus großen Masterplänen entstehen. Manchmal steckt in einem ganz alltäglichen Problem schon der Kern für ein starkes Produkt. Entscheidend ist dann, dass man diesen Gedanken ernst nimmt, ihn ausprobiert und den Mut hat, daraus etwas zu machen. Oft beginnt etwas Gutes eben nicht mit einem perfekten Plan, sondern einfach damit, dass man anfängt.

Sehen Sie frischluft Fensterbrett am 13. April 2026 um 20:15 in der Höhle der Löwen

Bild: Benedikt Hartmann (r.) und Lukas Benkhoff präsentieren frischluft Fensterbrett, das mobile Fensterbrett. Sie erhoffen sich ein Investment von 170.000 Euro für 10 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Benedikt Hartmann und Lukas Benkhoff für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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