SHIFT entwickelt nachhaltige Smartphones mit Fokus auf Reparierbarkeit und Nachhaltigkeit. Im Interview spricht das Unternehmen über neue Entwicklungen und Erfahrungen nach der Teilnahme an der The Green Deal Show
Wie entstand die Idee zu SHIFT und was hat euch damals an der Elektronikbranche besonders gestört?
Die Idee zu SHIFT entstand aus der Überzeugung, dass Technik den Menschen dienen sollte – und nicht umgekehrt. Gleichzeitig haben wir beobachtet, wie Smartphones immer geschlossener wurden. Akkus ließen sich nicht mehr so einfach wechseln, Displays waren verklebt und selbst kleine Reparaturen wurden teuer oder unmöglich.
Dabei waren Smartphones längst zu einem unverzichtbaren Alltagsbegleiter geworden. Gerade deshalb haben wir uns gefragt: Warum gibt es eigentlich keine nachhaltige Alternative? Warum sollten Geräte, die uns täglich begleiten, nicht langlebig, reparierbar und fair produziert sein?
Auch aus dieser Frage heraus entstand SHIFT.
Wann wurde euch klar, dass nachhaltige Smartphones für viele Menschen ein wichtiges Thema werden könnten?
Relativ früh. Smartphones sind heute eines der wichtigsten Alltagsprodukte überhaupt. Fast jede Person besitzt eines und nutzt es täglich. Gleichzeitig wächst bei vielen Menschen das Bewusstsein dafür, welche Auswirkungen unser Konsum auf Umwelt und Gesellschaft hat.
Uns war deshalb schnell klar: Wenn Nachhaltigkeit in unserem Alltag eine Rolle spielen soll, dann muss sie auch bei Smartphones ankommen. Die Herausforderung bestand nicht darin, Menschen von der Bedeutung des Themas zu überzeugen, sondern eine echte Alternative anzubieten.
SHIFT setzt auf reparierbare und langlebige Geräte. Warum ist dieser Ansatz aus eurer Sicht so entscheidend?
Der größte Teil der Umweltbelastung eines Smartphones entsteht nicht bei der Nutzung, sondern bereits bei seiner Herstellung. Rohstoffe müssen gewonnen, Komponenten produziert und Geräte um die halbe Welt transportiert werden.
Deshalb ist die nachhaltigste Technik oft die, die man bereits besitzt. Je länger ein Gerät genutzt wird, desto besser verteilt sich dieser ökologische Rucksack über die Jahre. Reparierbarkeit ist dafür der Schlüssel. Ein gesprungenes Display oder ein schwächer werdender Akku sollten nicht dazu führen, dass ein komplettes Smartphone ersetzt werden muss. Stattdessen sollten einzelne Komponenten einfach austauschbar sein.
Genau deshalb entwickeln wir unsere Geräte modular und reparierbar.
Welche Herausforderungen begegnen euch bei fairer und nachhaltiger Elektronikproduktion am häufigsten?
Viele Prozesse in der Elektronikindustrie sind auf riesige Stückzahlen und maximale Kosteneffizienz ausgelegt. Wer Nachhaltigkeit, Reparierbarkeit und faire Arbeitsbedingungen konsequent mitdenkt, schwimmt häufig gegen den Strom.
Ein gutes Beispiel ist der Wasserschutz. Lange galt in der Branche die Annahme, dass sich hohe Reparierbarkeit und guter Schutz gegen Wasser kaum miteinander vereinbaren lassen. Mit dem SHIFTphone 8 konnten wir zeigen, dass beides möglich ist. Das Gerät verfügt über die Schutzklasse IP66 und bleibt dennoch modular aufgebaut. Für diesen Ansatz wurden wir unter anderem mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis und dem Bundespreis Ecodesign ausgezeichnet.

Wie schafft es SHIFT, Nachhaltigkeit, Technik und Alltagstauglichkeit miteinander zu verbinden?
Unser Ziel war nie, Menschen zu erklären, dass sie auf etwas verzichten müssen. Nachhaltige Technik muss im Alltag überzeugen. Deshalb entwickeln wir Produkte, die die Funktionen bieten, die Menschen wirklich brauchen, und gleichzeitig fairer, langlebiger und reparierbarer sind.
Wir glauben, dass Nachhaltigkeit dann erfolgreich ist, wenn sie nicht komplizierter, sondern besser wird. Genau daran arbeiten wir jeden Tag.
Ihr wart am 29. Mai 2026 in der zweiten Folge von The Green Deal Show zu sehen. Wie habt ihr die Teilnahme erlebt?
Die Teilnahme hat uns viel Spaß gemacht. Besonders beeindruckt hat uns die Energie vor Ort und die gemeinsame Überzeugung, dass nachhaltige Ideen mehr Sichtbarkeit verdienen.
Oft scheitern gute Lösungen nicht daran, dass sie nicht funktionieren, sondern daran, dass zu wenige Menschen von ihnen erfahren. Genau hier setzt das Format an. Die Green Deal Show bringt nachhaltige Innovationen auf eine große Bühne und zeigt, was heute bereits alles möglich ist. Teil davon zu sein, war für uns eine tolle Erfahrung.
Mit welchen Erwartungen seid ihr damals in The Green Deal Show gegangen?
Unser wichtigstes Ziel war Reichweite und Sichtbarkeit für unsere Mission. Wir wollten zeigen, dass nachhaltige Elektronik nicht nur eine Nische sein muss und dass auch aus Deutschland heraus innovative Hardware entwickelt werden kann.
Gleichzeitig waren wir gespannt auf die Gespräche mit den Creator und den anderen Unternehmen. Die Kombination aus Unternehmertum, Nachhaltigkeit und Reichweite fanden wir von Anfang an sehr spannend.
Gab es nach der Ausstrahlung neue Chancen, Partnerschaften oder Reaktionen aus der Community?
Absolut. Wir haben viele positive Rückmeldungen aus der Community erhalten und gemerkt, dass das Thema nachhaltige Elektronik bei vielen Menschen einen Nerv trifft.
Darüber hinaus haben sich zahlreiche spannende Gespräche ergeben – sowohl mit Creator als auch mit anderen Unternehmen aus dem Nachhaltigkeitsbereich.
Konnte SHIFT durch The Green Deal Show einen Deal abschließen oder wichtige Gespräche führen?
Ja, wir konnten einen Deal abschließen und auch sehr gute und vielversprechende Gespräche führen. Dem möchten wir aktuell aber noch nicht vorweggreifen. Ihr dürft also weiterhin gespannt sein.
Besonders schön daran ist, dass daraus nicht nur einzelne Posts oder kurzfristige Werbemaßnahmen entstanden sind, sondern eine langfristig angelegte Zusammenarbeit. Genau solche Partnerschaften wünschen wir uns: Kooperationen, die auf gemeinsamen Werten basieren und nachhaltige Themen über einen längeren Zeitraum sichtbar machen.
Wie ging es für euch nach der Sendung weiter und welche Entwicklungen haben sich seitdem ergeben?
Während der GreenDealShow wurde erstmalig offiziell und vor laufender Kamera das SHIFTed-Projekt bekanntgegeben. Carsten erwähnte in einem Nebensatz, dass wir ab jetzt nicht mehr nur noch SHIFTphones auf den Markt bringen und somit die Android-Welt mit nachhaltigen Geräten bedienen, sondern darüber hinaus auch iPhones SHIFTen werden, also nachhaltige Lösungen für die iOS-Welt ermöglichen. Das ist ein wichtiger Meilenstein in der SHIFT-Geschichte, der eng mit der Veröffentlichung der GreenDealShow verknüpft war. Jetzt sind wir sehr gespannt darauf, wie gut das Produkt angenommen wird und welche Schritte wir in naher Zukfunt im SHIFTed-Kosmos gehen können.
Was unterscheidet SHIFT aus eurer Sicht von klassischen Smartphone-Herstellern?
Der größte Unterschied beginnt bei der Frage, wofür ein Unternehmen eigentlich existiert.
Viele Hersteller sind darauf ausgerichtet, möglichst viele neue Geräte zu verkaufen. Unser Ziel ist es dagegen, Geräte zu entwickeln, die möglichst lange genutzt werden können. Deshalb setzen wir auf Reparierbarkeit, modulare Bauweisen und eine konsequente Kreislaufwirtschaft.
Mit dem SHIFTphone 8 konnten wir außerdem zeigen, dass sich Reparierbarkeit und Wasserschutz nicht ausschließen müssen.
Darüber hinaus verstehen wir uns als sinnorientiertes Unternehmen. Wirtschaftlicher Erfolg ist wichtig, aber nicht unser Selbstzweck. Unser Ziel ist es, positiven Wandel in der Elektronikbranche voranzutreiben und zu zeigen, dass Technologie auch fairer, nachhaltiger und transparenter gestaltet werden kann.
Würdet ihr anderen nachhaltigen Startups empfehlen, bei The Green Deal Show mitzumachen?
Definitiv.
Nachhaltige Startups stehen oft vor der Herausforderung, dass ihre Lösungen zwar relevant sind, aber zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Die Green Deal Show bietet die Möglichkeit, genau das zu ändern.
Das Format bringt Reichweite, spannende Persönlichkeiten und nachhaltige Innovationen zusammen. Gleichzeitig entstehen wertvolle Kontakte und neue Perspektiven. Für uns war die Teilnahme deshalb eine rundum positive Erfahrung.
Welche drei Tipps würdet ihr Gründer geben, die heute ein nachhaltiges Tech-Startup aufbauen möchten?
- Testet eure Idee früh mit echten Menschen.
Crowdfunding kann dafür ein hervorragendes Werkzeug sein. Man erhält ehrliches Feedback, baut eine Community auf und reduziert gleichzeitig das Risiko, an den Bedürfnissen der Nutzer vorbeizuentwickeln.
- Denkt in Kooperationen statt in Konkurrenz.
Gerade im Nachhaltigkeitsbereich sitzen viele Unternehmen letztlich im selben Boot. Wer Verbündete sucht statt Wettbewerber zu bekämpfen, kann oft deutlich mehr Wirkung erzielen.
- Denkt früh über die langfristige Ausrichtung eures Unternehmens nach.
Fragt euch, wem das Unternehmen gehören soll und wie ihr sicherstellt, dass die ursprüngliche Mission auch in zehn oder zwanzig Jahren noch Bestand hat. Nachhaltigkeit sollte nicht nur im Produkt stecken, sondern auch in der Struktur des Unternehmens selbst.
Bildcredits: Jérome Gerull
Wir bedanken uns bei Carsten Samuel für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

























