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LIGARO und SOLISTIQ belegen die Plätze zwei und drei
Nürnberg, 22. Juli 2026 – Menschliche Hautmodelle für aussagekräftigere Forschung, fossilfreie Industrieklebstoffe und künstliche Intelligenz für eine effizientere Bestandsplanung: TigerShark Science aus Würzburg gewinnt den Businessplan Wettbewerb Nordbayern 2026. Den zweiten Platz belegt LIGARO aus Ornbau im Landkreis Ansbach, auf Platz drei folgt das Würzburger Startup SOLISTIQ. BayStartUP und die LfA Förderbank Bayern zeichneten die drei Siegerteams im Rahmen der Prämierung am 21. Juli in Nürnberg aus.
Der Businessplan Wettbewerb Nordbayern verzeichnete in diesem Jahr mit 188 Einreichungen einen neuen Höchststand. BayStartUP begleitet Gründerteams dabei, technologische und wissenschaftliche Ideen in markt- und finanzierungsfähige Geschäftsmodelle zu übersetzen.
Rekordbeteiligung zeigt Innovationskraft in Nordbayern
„Die Rekordzahl von 188 unterschiedlichen Geschäftskonzepten in 2026 zeigt, wie viel unternehmerische Energie und technologische Kompetenz in Nordbayern stecken. Die teilnehmenden Teams in Phase 3 verfolgen nicht mehr nur eine Idee, sondern haben die ernsthafte Absicht, tragfähige Unternehmen aufzubauen und tragen zur Wirtschaftskraft des Standortes Bayern bei. BayStartUP unterstützt die Gründerteams dabei“, sagt Barbara Dombay, Geschäftsführerin von BayStartUP.
Die Jury bewertete unter anderem die Marktchancen der Geschäftsideen, den Kundennutzen, die Umsetzungsstrategie sowie die Finanz- und Kapitalplanung der Teams. Die drei Sieger überzeugten mit technologisch anspruchsvollen Lösungen, klar definierten Anwendungsfeldern und schlüssigen Geschäftsmodellen.
Der Wettbewerb ermöglicht Gründerteams eine intensive Arbeitsphase für den Unternehmensaufbau. Die Teilnehmenden überprüfen Marktannahmen, schärfen ihr Geschäftsmodell und entwickeln ihre Finanzierungs- und Umsetzungsstrategie weiter. Das Feedback erfahrener Unternehmerinnen und Unternehmer, Branchenfachleute sowie Kapitalgeber hilft ihnen, Risiken frühzeitig zu erkennen und die nächsten Entwicklungsschritte fundiert vorzubereiten.
Thomas Langer, Vorstandsmitglied der LfA Förderbank Bayern, sagt: „Die Kreativität, das Talent und die Ambitionen der Siegerteams beeindrucken mich sehr. KI, Medizintechnik oder Hightech-Industrieanwendungen – überall wo in Zukunft die Musik spielt, gibt es in Nordbayern vielversprechende Hoffnungsträger. Mit ihren topmodernen Geschäftsideen zeigen die Nachwuchsunternehmerinnen und -unternehmer, dass die Gründerszene hier auf Spitzenniveau unterwegs ist. Gemeinsam mit unserer VC-Tochter Bayern Kapital unterstützt die LfA Gründerinnen und Gründer mit attraktiven Förderkrediten und Wagniskapital. Mit der VC4Start-ups Initiative Bayern bauen wir dieses Engagement weiter aus.“
Platz 1: TigerShark Science entwickelt menschliche Hautmodelle
TigerShark Science aus Würzburg züchtet menschliche Hautmodelle im Labor und stellt damit realitätsnahe Testsysteme für Pharma- und Kosmetikunternehmen bereit. Die Modelle bilden die Struktur menschlicher Haut besonders genau ab, enthalten zusätzliche Strukturen wie Haare und bleiben über mehrere Wochen stabil.
Unternehmen können neue Wirkstoffe und Produkte dadurch frühzeitig unter realistischen Bedingungen testen. Die Lösung soll Entwicklungszeiten und Kosten reduzieren, fundiertere Entscheidungen ermöglichen und zugleich dazu beitragen, Tierversuche zu vermeiden. Die Herstellung der Hautmodelle ist nach Angaben des Teams standardisiert, teilautomatisiert und skalierbar.
„Für uns ist der Businessplan Wettbewerb eine wertvolle Plattform, um aus Forschung ein starkes Unternehmen zu entwickeln. Das konstruktive Feedback der Jury hilft uns, unser Marktverständnis weiter zu vertiefen und unser Geschäftsmodell zu präzisieren. Besonders schätzen wir den Austausch mit erfahrenen Unternehmerinnen, Investoren und Expertinnen im BayStartUP-Netzwerk“, sagt Amelie Reigl, Geschäftsführerin von TigerShark Science.
Platz 2: LIGARO ersetzt erdölbasierte Klebstoffe
Den zweiten Platz erreicht LIGARO aus Ornbau (Landkreis Ansbach). Das Team entwickelt fossilfreie und ungiftige Klebstoffe für die Holz- und Papierindustrie. Herkömmliche Industrieklebstoffe basieren häufig auf Erdöl und können gesundheitsschädliche Stoffe wie Formaldehyd enthalten. LIGARO arbeitet an einer nachhaltigen Alternative mit hoher mechanischer Leistungsfähigkeit.
Die Klebstoffe sollen unter anderem in Möbeln, Spanplatten, Parkett und Dämmstoffen eingesetzt werden. Ziel ist es, den Verbrauch fossiler Rohstoffe und die damit verbundenen CO₂-Emissionen zu reduzieren sowie gesundheitliche Risiken in der Verarbeitung zu vermeiden.
„Wir nehmen am Businessplan Wettbewerb teil, um unser Geschäftsmodell weiter zu schärfen und im Austausch mit erfahrenen Jury-Mitgliedern kritisch zu reflektieren. Besonders wertvoll sind für uns das strukturierte Feedback zu Finanzplanung und IP-Strategie sowie der Zugang zu einem starken Netzwerk aus Industrie- und Finanzierungspartnern“, sagt Joana Kappes, Co-Founderin von LIGARO.
Platz 3: SOLISTIQ automatisiert die Bestandsplanung
SOLISTIQ aus Würzburg belegt den dritten Platz. Das Startup entwickelt einen KI-basierten Disponenten, der Unternehmen bei der Planung ihrer Bestellungen unterstützt. Die Software analysiert kontinuierlich Absatz- und Bestandsdaten und ermittelt, wann welche Produkte in welcher Menge nachbestellt werden sollten.
Unternehmen sollen dadurch Überbestände, Lieferengpässe und manuellen Planungsaufwand reduzieren können. Gleichzeitig macht die Software ihre Vorschläge nachvollziehbar. Die Einführung soll ohne langwierige IT-Projekte möglich sein.
Rekordbeteiligung im Wettbewerbsjahr 2026
Insgesamt beteiligten sich 188 unterschiedliche Gründerteams mit ihren Geschäftskonzepten am Businessplan Wettbewerb Nordbayern 2026. Die hohe Beteiligung zeigt nicht nur die Breite und Dynamik der nordbayerischen Gründungsszene. Sie unterstreicht auch den Bedarf an qualifiziertem Feedback, Finanzierungskompetenz und belastbaren Kontakten zu erfahrenen Markt- und Netzwerkpartnern.
Mehr als die Hälfte der Einreichungen 2026 entfiel auf den Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie. Die Verteilung nach Branchen:
- Informations- und Kommunikationstechnologie: 53 Prozent
- Life Sciences: 20 Prozent
- Technologie: 11 Prozent
- Dienstleistungen und Sonstiges: 16 Prozent
Acht Teams im Finale
Neben den drei ausgezeichneten Startups hatten sich ailusive aus Erlangen, Calcutron aus Bamberg, Eberlein Health aus Forchheim, UroPro aus Erlangen und WerkUp aus Ansbach für das Finale qualifiziert. Ihre Lösungen reichen von der Erkennung fehlerhafter KI-Aussagen und der automatisierten Angebotserstellung im Handwerk bis zu neuen medizintechnischen Anwendungen und einer KI-basierten Unternehmenssoftware für Handwerksbetriebe.
Bild BPWN Finale 2026 – Gruppenfoto Sieger – Foto by Bert Willer
Quelle BayStartUp GmbH
















