Donnerstag, September 17, 2026
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Buzz Hive: Der Marktplatz für Stuhlmiete in der Beauty-Branche

Buzz Hive will die Stuhlmiete digitalisieren und damit in der Beauty-Branche freie Salonplätze einfacher mit selbstständigen Profis zusammenbringen.

Können Sie Buzz Hive kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für die Plattform entstanden ist?

Buzz Hive ist der Marktplatz für Stuhlmiete in der Beauty-Branche: Salons vermieten freie Stühle und Arbeitsplätze tageweise oder fest an selbstständige Beauty-Profis — mit Vertrag, Bezahlung und Beleg in einem. Die Idee entstand aus einer einfachen Beobachtung: In fast jedem Salon steht ein Stuhl leer und kostet Monat für Monat Geld, während gleichzeitig viele Friseurinnen, Kosmetikerinnen und Nageldesignerinnen händeringend einen bezahlbaren Platz suchen. Beide finden sich heute nur über Kleinanzeigen, Zuruf oder Zufall.

Der Anstoß kam beim Friseur bei uns auf dem Dorf — schon wieder einer, der aufgeben musste, und wie fast immer standen dort mehrere Stühle leer. Personal einstellen war für den Salon keine Lösung, das steht an ruhigen Tagen nur herum. Vermieten aber schon. Dazu kam eine eigene Erfahrung: Meine Hochzeitsfriseurin hat mir die Frisur in unserer Waschküche gemacht — schlechter Stuhl, schlechtes Licht, kein vernünftiger Spiegel. Sie hätte für den Tag einfach einen Platz im Salon mieten können, und der Salon hätte daran verdient. Als wir daraufhin recherchiert haben, war klar: Stuhlmiete gibt es längst, nur organisiert sie niemand.

Wer steht hinter Buzz Hive, und welche Erfahrungen bringen Sie in den Aufbau des Unternehmens ein?

Hinter Buzz Hive stehen wir als Familienunternehmen: mein Mitgründer Viktor Straile und ich.

Viktor hat Informatik studiert und arbeitet seit knapp sieben Jahren als Softwareentwickler. Plattform, Buchung und Zahlungsabwicklung hat er selbst gebaut — deshalb konnten wir überhaupt ohne fremdes Kapital anfangen.

Ich komme aus dem Einzelhandel: Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau, danach bei Triumph bis zur Filialleitung hochgearbeitet, zuletzt Storemanagerin bei einem internationalen Modeunternehmen. Fläche, Team, Umsatz, Kundschaft — ich weiß aus zehn Jahren Praxis, wie schnell aus einer ungenutzten Fläche ein Problem wird und wie viel Arbeit hinter einem Laden steckt, der läuft. Daneben stehe ich seit meiner Jugend als Musikerin auf der Bühne; bei Buzz Hive verantworte ich das Kreative, die Marke und die Kommunikation.

Wir bauen Buzz Hive bewusst ohne fremdes Kapital auf — das zwingt uns, vom ersten Tag an nah an den echten Problemen der Branche zu arbeiten statt an Pitchdecks.

Welche Vision verfolgen Sie mit Buzz Hive für die Beauty-Branche?

Wir wollen, dass Selbstständigkeit in der Beauty-Branche so einfach wird wie das Buchen eines Termins. Heute scheitern viele talentierte Profis nicht am Können, sondern an Startkapital, Jahresverträgen und rechtlicher Unsicherheit. Unsere Vision ist eine Branche, in der ein leerer Stuhl und ein motivierter Profi in Minuten zueinanderfinden — transparent, rechtssicher und ohne dass jemand dafür einen Kredit aufnehmen muss.

Sie bringen freie Salonplätze mit selbstständigen Beauty-Profis zusammen. Welches Problem möchten Sie damit auf beiden Seiten lösen?

Auf der Salonseite: Ein unbesetzter Stuhl verursacht laufende Kosten für Miete, Strom und Fläche, bringt aber nichts ein — und die Suche nach einem passenden Mieter ist mühsam, von der Kleinanzeige bis zur Vertragsfrage. Auf der Profiseite: Wer sich selbstständig machen will, steht vor hohen Hürden — Startkapital, lange Vertragsbindungen und die reale Gefahr, bei falsch aufgesetzter Stuhlmiete in die Scheinselbstständigkeit zu rutschen. Buzz Hive löst beides mit einem Standard: einheitliche Vertragsbasis, transparente Preise, abgesicherte Zahlung.

An welche Beauty-Profis richtet sich Ihr Angebot besonders, und welche Vorteile bietet ihnen die flexible Buchung gegenüber einem eigenen Salon?

An selbstständige Friseurinnen und Friseure — mit Meistertitel oder über Wege wie die Altgesellenregelung — sowie an Kosmetik, Nageldesign und Make-up, die zulassungsfrei arbeiten. Der Kernvorteil: Fixkosten, die mit der Auslastung wachsen statt vor ihr. Wer bei uns startet, mietet ein bis zwei Tage pro Woche statt eines ganzen Ladens, testet Standort und Zusammenarbeit und stockt auf, wenn der Kundenstamm wächst. Ein eigener Salon bedeutet Investitionen von oft 15.000 bis 80.000 Euro vor dem ersten Kunden — ein Stuhl bei uns bedeutet einen Tagessatz.

Salonbetreiber können ungenutzte Stühle oder Räume vermieten. Wie möchten Sie diese davon überzeugen, ihre freien Kapazitäten über Buzz Hive anzubieten?

Die Rechnung überzeugt schneller als jedes Verkaufsargument: Jede Woche Leerstand ist verschenktes Geld. Was Salonbetreiber bisher abhält, ist der Aufwand — Anzeigen schalten, Anfragen sortieren, Verträge aufsetzen, Zahlungen hinterherlaufen. Genau diese Arbeit nimmt Buzz Hive ab. Zusätzlich setzen wir zum Start ein klares Zeichen: Die ersten 50 Salons bilden unser Hive Squad und zahlen im ersten Jahr nur die halbe Provision — Frühzugang und direkter Draht zum Gründerteam inklusive.

Ein Marktplatz funktioniert nur, wenn Angebot und Nachfrage gleichzeitig wachsen. Wie wollen Sie diese Herausforderung beim Start lösen?

Wir starten Stadt für Stadt statt überall gleichzeitig — Dichte schlägt Reichweite. Und wir haben bewusst mit Wissen statt mit Software begonnen: Unsere Ratgeber zu Stuhlmiete, Verträgen und Steuern und unser kostenloser Mustervertrag werden bereits täglich über Google gefunden und bauen auf beiden Marktseiten Vertrauen auf, bevor die erste Buchung stattfindet. Die Warteliste führen wir nach Rollen getrennt, sodass wir pro Stadt genau sehen, wann Angebot und Nachfrage zusammenpassen — erst dann schalten wir frei.

Was unterscheidet Buzz Hive von klassischen Stuhlmietmodellen oder der direkten Vermietung zwischen Salon und Selbstständigen?

Die klassische Stuhlmiete läuft per Handschlag oder Kleinanzeige — und genau da entstehen die Probleme: mündliche Absprachen, unklare Kosten, Verträge aus dem Internet, die im Ernstfall nicht halten, und das Dauerthema Scheinselbstständigkeit. Bei Buzz Hive sind Vertrag, Preis und Stornobedingungen fester Bestandteil jeder Buchung. Ein Beispiel, auf das wir stolz sind: Einmal vereinbarte Stornobedingungen kann der Salon nachträglich nicht mehr zulasten des Mieters verschlechtern — was gebucht ist, gilt.

Buchung und Bezahlung sollen über die Plattform abgewickelt werden. Welche Rolle spielen Einfachheit und Vertrauen für Ihr Geschäftsmodell?

Sie sind das Geschäftsmodell. Zwischen zwei Selbstständigen, die sich noch nicht kennen, ist die größte Hürde nicht der Preis, sondern das Risiko: Kommt das Geld? Gilt die Absprache? Wer haftet? Deshalb läuft die Zahlung abgesichert über die Plattform, der Beleg entsteht automatisch, und die Konditionen stehen vor der Buchung fest. Einfachheit heißt für uns: Ein Profi bucht einen Stuhl so unkompliziert, wie Kundinnen bei ihm einen Termin buchen.

Buzz Hive möchte Stadt für Stadt wachsen. Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, wo die Plattform als Nächstes startet?

Nach Daten statt Bauchgefühl: Wir messen pro Stadt die Nachfrage über Suchvolumen und unsere Warteliste und das Angebot über aktive Inserate und Salondichte. Berlin führt in unserer Auswertung deutlich und ist deshalb die erste Zelle, Leipzig die zweite. Danach geht es dort weiter, wo beide Seiten der Warteliste zuerst die kritische Masse erreichen — lieber wenige Städte, in denen es wirklich funktioniert, als viele, in denen niemand jemanden findet.

Welche langfristige Entwicklung sehen Sie für Buzz Hive, und könnte das Modell die Selbstständigkeit in der Beauty-Branche verändern?

Davon sind wir überzeugt. Die Branche erlebt gerade denselben Wandel wie viele andere: weg von der Festanstellung als einzigem Weg, hin zu flexibler, selbstbestimmter Arbeit. Was fehlt, ist die Infrastruktur dafür — und genau die bauen wir. Langfristig soll Buzz Hive der Ort sein, an dem jede Form von Beauty-Arbeitsplatz gehandelt wird: vom einzelnen Stuhl über den Behandlungsraum bis zur Salonübernahme, wenn eine Inhaberin in den Ruhestand geht und keine Nachfolge findet.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die einen digitalen Marktplatz von Grund auf aufbauen möchten?

Erstens: Baut Vertrauen vor dem Produkt. Ein Marktplatz ohne Nutzer ist wertlos, aber Wissen, das die Zielgruppe wirklich braucht, wird vom ersten Tag an gefunden — und macht euch zur Anlaufstelle, bevor es etwas zu buchen gibt. Zweitens: Behandelt beide Marktseiten als eigene Produkte mit eigener Ansprache und eigenen Anreizen — was Salons überzeugt, ist nicht das, was Profis überzeugt. Drittens: Macht rechtliche Klarheit zum Feature statt zum Kleingedruckten. In Branchen mit echten Rechtsrisiken ist „bei uns bist du auf der sicheren Seite“ das stärkste Verkaufsargument überhaupt.

Foto Jennifer und Viktor Straile Bildcredits: privat (Buzz Core Holding GmbH)

Wir bedanken uns bei Jennifer und Viktor Straile für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Buzz Hive

Kontakt:

Buzz Core Holding GmbH
Hallstedter Straße 8
27211 Bassum
Deutschland

buzz-hive.de
social@buzz-hive.de

Ansprechpartnerin: Jennifer Straile

Social Media:
Instagram
Facebook

Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.

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