Furo sammelt 4 Millionen Dollar ein, um Batteriespeicher in der Industrie profitabel zu machen
US-Investoren um TQ Ventures und den Fonds von Sheryl Sandberg finanzieren das Münchner Software-Unternehmen. Furo ersetzt die starre Regelsteuerung von Speichern durch Prognose, Optimierung und Vermarktung in einer Plattform.
München, 11. September 2026 — Das Münchner Energie-Software-Unternehmen Furo (vormals Lumera Energy) hat eine Finanzierungsrunde über 4 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird sie vom US-Investor TQ Ventures. Beteiligt sind außerdem Neo, das VC von Sheryl Sandberg (Sandberg Bernthal Venture Partners) und CDTM Venture Capital. Das Kapital fließt in die Weiterentwicklung der Software, die Skalierung in weitere europäische Märkte und den Ausbau des Teams.
„Unsere Kunden haben keine Batterie gekauft, um eine Technologie zu besitzen, sondern um ihre Stromrechnung zu senken. In einem der volatilsten Strommärkte der Welt entscheidet darüber die Software, nicht die Hardware. Genau deshalb haben wir Furo gegründet”, sagt Lena Sophia Voß, Co-Founderin von Furo.
Steigende Strompreise treffen die Industrie zuerst
Der weltweite Energiebedarf von KI-Rechenzentren treibt die Nachfrage massiv: Der Stromverbrauch von Rechenzentren soll sich bis 2035 nahezu verdreifachen, die Großhandelspreise könnten in den nächsten fünf Jahren um bis zu 50 Prozent steigen. Am stärksten trifft das energieintensive Industrieunternehmen, vor allem in Deutschland, wo die Strompreise ohnehin zu den höchsten weltweit zählen.
Batteriespeicher schaffen genau hier Abhilfe, indem sie überschüssigen Solar- oder Windstrom speichern und bei Bedarf wieder abgeben. Das Problem ist, dass die meisten Anlagen bislang nach starren, vorprogrammierten Regeln laufen, unabhängig davon, wie sich das Wetter oder die Strompreise gerade entwickeln.
Was Furo anders macht
Furos Software funktioniert anders, denn sie prognostiziert Strompreise und Wetter bis zu 48 Stunden im Voraus und entscheidet in Echtzeit, wann ein Speicher lädt, wann er Strom abgibt oder verkauft. Das Ergebnis: Kunden können ihre Stromkosten um bis zu 40 Prozent senken. Vertrieben wird nicht direkt an Endkunden, sondern über Installateure, Projektentwickler, Speicherhersteller und Energieversorger. Über 800 Unternehmen nutzen die Plattform an mehr als 6.000 Standorten in Deutschland und Europa. Die Plattform passt sich der jeweiligen Rolle an, von der Systemauslegung über den Anlagenbetrieb bis zur Vermarktung freier Kapazität im Energiehandel.
„Unsere Industrie- und Gewerbekunden wollen keine Technologie kaufen, sie wollen ihre Stromkosten senken. Mit der Softwareplattform von Furo können wir genau dieses Versprechen halten: Von der Auslegung des Systems über die Betriebsoptimierung bis zur Vermarktung überschüssiger Kapazität liefert uns Furo einen entscheidenden Baustein für den Wettbewerbsvorteil unserer Gesamtlösung im Gewerbe- und Industriesegment. Wir und unsere Kunden gewinnen Transparenz darüber, was unsere Batterie tatsächlich tut und warum. Diesen Unterschied können wir schon im Vertrieb sehen. Wir haben heute deutlich mehr Speicherprojekte als noch vor einem Jahr”, sagt Ben Rohloff, Director Commercial & Industrial bei Enpal.
Bewusste Entscheidung für München
Gegründet wurde Furo von Lena Sophia Voß, Leonie Wagner und Simon Wittner, die sich im gemeinsamen Masterprogramm am Center for Digital Technology and Management (CDTM) der LMU München und der Technischen Universität München kennenlernten. Das Team bringt Erfahrung aus dem Silicon Valley mit, unter anderem von Apple, Google X, der Stanford University, der UC Berkeley und der Boston Consulting Group. 2025 wurde Furo als einziges europäisches Start-up in das US-Accelerator-Programm Neo aufgenommen.
Gerade der deutsche Strommarkt gilt aufgrund des schnellen Ausbaus von Wind- und Solarenergie als einer der volatilsten weltweit. Das Forecasting-Modul von Furo rechnet genau diese Schwankungen ein, während statische Systeme bislang blind bleiben. Unflexible Energienachfrage kostet Industrieunternehmen weltweit schätzungsweise 580 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Die Ursache liegt nicht im Ausbau erneuerbarer Energien selbst, sondern in Preisvolatilität, hohen Netzentgelten, Lastspitzen und fehlender Flexibilität im Verbrauch.
„Lena, Leonie und Simon verstehen den europäischen Energiemarkt in einer außergewöhnlichen Tiefe. Das ist ein bemerkenswertes Beispiel für Team-Market-Fit. Gemeinsam bringen sie herausragende technische Tiefe und operative Erfahrung im komplexesten Strommarkt Europas mit. Das zeigt sich bereits in der Zahl der Projekte und den Daten, die sie aufgebaut haben. In Verbindung mit einem globalen Markt für Speicherflexibilität, der sich in den kommenden Jahren vervielfachen dürfte, sehen wir hier eine der größten Chancen in Europa und darüber hinaus”, so Schuster Tanger, Co-Founding Partner bei TQ Ventures.
Bild Teambild Furo Credits Furo
Quelle Elevate2Impact

















