Donnerstag, September 24, 2026
StartInterviewsSchluss mit dem Duschkopf-Trick: So revolutioniert SchaumPo das Schaumbad

Schluss mit dem Duschkopf-Trick: So revolutioniert SchaumPo das Schaumbad

SchaumPo will das Schaumbad neu denken und wird am 28. September 2026 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist die Idee zu SchaumPo entstanden, wer steht hinter dem Startup und welcher Moment hat euch zur Gründung inspiriert?

Die Idee zu SchaumPo ist tatsächlich in der Badewanne entstanden. Beim Baden meiner drei Töchter wollte ich eigentlich nur eines: möglichst viel richtig guten Schaum. So, wie Kinder sich ein perfektes Schaumbad eben vorstellen, so wie ich es mir selber immer als Kind gewünscht habe: dieses richtige Schaumbad wie im Film oder Fernsehen, mit dichtem, langanhaltendem Schaum, der die ganze Badewanne bedeckt. Genau so, wie es auf den Produktbildern meistens versprochen wird – und in der Realität dann erstaunlich selten so aussieht.

In der eigenen Badewanne war das Ergebnis aber schwer bis unmöglich reproduzierbar.

Mal entstand viel Schaum, mal kaum welcher. Es hing davon ab, wie das Wasser einlief, wie viel Schaummittel man schlussendlich verwendete und wie kräftig u d motiviert man anschließend noch selbst nachhalf.

Irgendwann entstand daraus die ganz simple Frage: Warum gibt es eigentlich kein Gerät, das genau diesen Job übernimmt und zuverlässig richtig viel Schaum erzeugt – so wie die Feuerwehr eins hat?

Damit begann die Entwicklung von SchaumPo.

Je tiefer ich mich anschließend mit dem Thema beschäftigte, desto mehr fiel mir auf, dass das Problem noch größer ist als gedacht. Schon bei der Dosierung der Schaummittel gibt es kaum eine einheitliche Logik: Bei einem Produkt heißt es beispielsweise ein oder zwei Kappen, bei einem anderen zwei bis drei kräftige Spritzer. Aber was ist eigentlich ein „kräftiger Spritzer“ … und wie viel Produkt braucht man tatsächlich für ein bestimmtes Schaumergebnis?

Aus der ursprünglichen Frage nach maximalem Schaum wurde damit zunehmend eine technische Frage nach kontrollierter Dosierung, reproduzierbarer und kinderleichter Schaumerzeugung und effizientem Produkteinsatz.

Und spätestens an diesem Punkt meldete sich dann wohl auch mein schwäbisches Erbgut. Ich bin gebürtiger Schwabe aus Ulm und ein altschwäbisches Sprichwort besagt: „sparen ist keine Schande“.

Wenn ein Gerät sehr genau steuern kann, wie viel Schaummittel tatsächlich benötigt wird, stellt sich irgendwann zwangsläufig die nächste Frage: Warum transportieren, lagern und verpacken wir große Mengen fertiger Flüssigkeit, wenn das Wasser beim Kunden ohnehin aus dem Hahn kommt?

Daraus entstand die nächste Ebene unseres Konzepts: ein langlebiges, wasserdruckbetriebenes Gerät kombiniert mit kompakten, trockenen Refills, die erst beim Kunden mit Wasser zum eigentlichen Schaumbad werden.

Aus dem Versuch, meinen Kindern einfach das bestmögliche Schaumbad zu bauen, ist so Schritt für Schritt ein Consumer-Hardware-Projekt mit eigenem Refill-System, funktionierenden Prototypen, österreichischen Entwicklungspartnern und einer zum Patent angemeldeten Technologie entstanden.

In welcher Branche seid ihr mit SchaumPo tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell eures Startups aus?

Wir bewegen uns im Bereich Consumer Hardware an der Schnittstelle von Bath & Personal Care, Selfcare und Home & Lifestyle – und irgendwie auch Sanitärtechnik.

SchaumPo ist ein wasserdruckbetriebener Schaumbadgenerator, oder international gesprochen ein „Bubble Bath Maker“. Das Gerät wird an einen handelsüblichen Badewannenschlauch angeschlossen und nutzt den vorhandenen Wasserdruck, um Wasser, Luft und Schaummittel zu einem kontinuierlichen Schaumstrom zu verbinden. Es benötigt dafür weder Akku noch Strom noch Motor – lediglich Wasserdruck.

Das Geschäftsmodell dahinter besteht aus zwei miteinander verbundenen Ebenen: Hardware und wiederkehrenden Verbrauchsprodukten.

Mit dem Gerät schaffen wir zunächst eine installierte Basis beim Kunden. Darauf bauen wir ein proprietäres Refill-System auf, das langfristig einen wesentlichen Teil unseres Geschäftsmodells bilden soll. Geplant sind unter anderem kompakte, trockene Nachfüllprodukte, die erst beim Kunden mit Wasser zum eigentlichen Schaumbad werden.

Das ist für uns aus mehreren Gründen spannend: Es schafft wiederkehrende Umsätze, ermöglicht unterschiedliche Düfte, Anwendungen und Markenkooperationen und kann gleichzeitig die Supply Chain effizienter machen. Anstatt große Mengen fertiger Flüssigkeit zu transportieren, zu lagern und zu verpacken, wollen wir perspektivisch vor allem das liefern, was der Kunde zuhause noch nicht hat – das Wasser samt Druck kommt schließlich bereits aus der Leitung.

Langfristig lässt sich daraus auch ein sehr einfaches Convenience-Modell entwickeln: beispielsweise ein Schaumbad-Abonnement, bei dem neue Refills, Düfte oder saisonale Editionen regelmäßig direkt in den Briefkasten kommen. Der einmalige Hardwarekauf wird damit zur Basis für eine dauerhafte Kundenbeziehung mit wiederkehrenden Umsätzen.

Für den Markteintritt setzen wir zunächst auf Direct-to-Consumer. Damit können wir Nachfrage, Conversion, Nutzung, Kundenfeedback und später auch Wiederkaufsraten sehr direkt messen. Anschließend sehen wir erhebliches Skalierungspotenzial über Retail, internationale Vertriebspartner sowie perspektivisch Hospitality, Licensing, Spielzeug und Brand Collaborations.

SchaumPo betrachten wir deshalb nicht nur als einzelnes Produkt: Unser Ziel ist eine skalierbare Produkt- und Markenplattform aus Consumer Hardware, proprietären Verbrauchsprodukten, Technologie und IP rund um das Thema Schaumerzeugung im Badezimmer.

Welches konkrete Problem löst SchaumPo und welche Marktlücke habt ihr damit geschlossen?

Wer Schaumbad kauft, kauft zunächst eine Flüssigkeit. Was der Kunde eigentlich haben möchte, ist aber etwas völlig anderes: eine Badewanne voller dichtem, langanhaltendem Schaum, eben dieses „Schaumbad wie im Film“.

Genau zwischen dem gekauften Produkt und dem gewünschten Ergebnis sehen wir die eigentliche Marktlücke.

Bislang hängt das Schaumergebnis von erstaunlich vielen Variablen ab: Wasserdruck und Durchfluss, Art des Wassereinlaufs, Dosierung, Viskosität des Schaummittels, Luftzufuhr und häufig auch davon, wie kräftig und motiviert der Nutzer anschließend selbst noch nachhilft.

Hinzu kommt ein Dosierungsproblem. Je nach Hersteller findet man Angaben wie eine oder zwei Kappen oder „zwei bis drei kräftige Spritzer“.

Solche Angaben helfen zwar bei einer groben Dosierung, sagen aber wenig darüber aus, wie viel Produkt tatsächlich nötig ist, um ein bestimmtes Schaumergebnis zu erzielen.

SchaumPo versucht deshalb nicht einfach, einen weiteren Badezusatz auf den Markt zu bringen. Wir verlagern die eigentliche Schaumerzeugung in ein dafür entwickeltes Gerät.

Der vorhandene Wasserdruck treibt den Prozess an, Luft und Schaummittel werden kontrolliert zusammengeführt und aus einem bislang stark variablen Vorgang soll ein möglichst reproduzierbares Ergebnis entstehen: viel dichter Schaum bei kontrolliertem Produkteinsatz.

Unternehmerisch ist genau das für uns besonders interessant. Wir konkurrieren damit nicht einfach um die nächste Rezeptur im Schaumbadregal, sondern versuchen, eine neue Hardware-Ebene in einem etablierten Markt zu schaffen.

Und diese Hardware eröffnet wiederum eine zweite Ebene: Wenn Dosierung und Schaumerzeugung kontrolliert werden können, lässt sich auch der Badezusatz neu denken, etwa über hochkonzentrierte oder trockene Refills, die leichter zu transportieren, kompakter zu lagern und erst zuhause mit Wasser zu verwenden sind.

Aus einem zunächst sehr einfachen Consumer Problem entsteht damit potenziell eine neue Produktkategorie mit eigenem Gerät, proprietären Verbrauchsprodukten und einem wiederkehrenden Geschäftsmodell.

Warum habt ihr euch mit SchaumPo für die Teilnahme an Die Höhle der Löwen entschieden und welche Aspekte standen dabei im Vordergrund?

Für uns war Die Höhle der Löwen nie ausschließlich eine Frage des Kapitals.

Natürlich ist Finanzierung für ein Hardware-Startup wichtig. Aber mindestens genauso wertvoll ist in dieser Phase das, was man gerne als „Smart Money“ bezeichnet: Erfahrung, Netzwerk und Geschwindigkeit.

Zwischen einem funktionierenden Prototyp und einem Produkt, das irgendwann in größeren Stückzahlen zuverlässig produziert, ausgeliefert und im Handel verkauft werden kann, liegen sehr unterschiedliche Disziplinen: Industrialisierung, Werkzeugbau, Einkauf, Qualitätssicherung, Logistik, Markenaufbau, Vertrieb und Working Capital. Ein strategischer Investor, der diese Strecke bereits mehrfach gegangen ist, kann einem jungen Unternehmen Jahre an Trial-and-Error ersparen.

Genau deshalb ist Die Höhle der Löwen für uns spannend. Dort sitzen Unternehmerinnen und Unternehmer, die nicht nur Kapital investieren, sondern funktionierende Strukturen, Netzwerke und sehr konkrete operative Erfahrung mitbringen.

Dazu kommt, dass SchaumPo ein extrem visuelles Produkt ist. Man kann lange über Schaumerzeugung, Wasserdruck oder unsere Technologie sprechen, oder man dreht das Wasser auf und versteht innerhalb weniger Sekunden, worum es geht.

Die Reichweite der Sendung ist für uns deshalb gleichzeitig eine außergewöhnliche Möglichkeit zur Marktvalidierung.

Wie reagieren Menschen auf ein Produkt, das sie vorher noch nie gesehen haben?

Verstehen sie die Idee?

Bleibt die Marke hängen?

Besuchen sie anschließend unsere Website – und sind sie am Ende tatsächlich bereit, dafür zu bezahlen?

Damit ist Die Höhle der Löwen für uns weit mehr als eine reine Investorensuche: Investmentgespräch, Markttest, Brand-Awareness und Demand Validation auf einer einzigen Bühne.

Wer war von Anfang an euer absoluter Wunschlöwe in der Höhle der Löwen und warum passt dieser Investor perfekt zu eurer Vision?

Unser absoluter Wunschlöwe war Ralf Dümmel.

Der Grund dafür ist eigentlich ziemlich pragmatisch: Bei SchaumPo liegt ein großer Teil der kommenden Herausforderung nicht mehr darin, zu beweisen, dass das physikalische Prinzip funktioniert. Die entscheidende Aufgabe ist jetzt, daraus ein skalierbares Consumer Product zu machen.

Und genau dafür bringt Ralf Dümmel eine Kombination mit, die für uns ausgesprochen interessant ist: Erfahrung mit physischen Produkten, Produktion, Einkauf, Logistik und Distribution und vor allem auch ein enormes, über viele Jahre aufgebautes Netzwerk in den Einzelhandel.

Für ein Produkt wie SchaumPo ist dieser Zugang besonders wertvoll. Wir wollen langfristig nicht nur einen erfolgreichen Online-Shop betreiben, sondern eine neue Produktkategorie etablieren. Wenn Menschen irgendwann im Handel vor einem SchaumPo stehen und sofort verstehen: „Ah – das ist der Schaumbadgenerator“, dann beginnt aus unserer Sicht die wirklich spannende Skalierung.

Wir bringen Technologie, IP, Produktvision und Marke mit. Ralf Dümmel bringt genau die Erfahrung und Infrastruktur mit, die dabei helfen kann, ein physisches Consumer Product möglichst schnell und professionell vom Produkt zur breiten Distribution zu entwickeln. Strategisch passt das ausgesprochen gut zusammen.

Sehr spannend ist für uns auch Andreas Herb. Bei ihm reizen uns vor allem seine Erfahrung mit Consumer Brands und sein Gespür für Markenkommunikation. SchaumPo soll langfristig eben nicht nur ein funktionales Badezimmergerät sein. Wir wollen eine Marke aufbauen, die Spaß macht, emotional funktioniert und international verstanden wird.

Denn am Ende verkaufen wir nicht einfach Kunststoff, Wasser und ein bisschen Physik.

Wir verkaufen das Schaumbad wie im Film – und wir verkaufen ein neues Ritual.

Welche Form der Unterstützung durch die Investoren in der Höhle der Löwen erhofft ihr euch neben dem Kapital am meisten?

Vor allem eines: Geschwindigkeit durch Erfahrung.

Kapital allein löst bei einem Hardware-Startup erstaunlich wenige Probleme. Man kann damit Werkzeuge bezahlen, Ware bestellen und Marketing finanzieren – aber Geld sagt einem nicht, welches Werkzeug man zu früh bestellt, welcher Produktionspartner wirklich skalieren kann oder welche Entscheidung sechs Monate später zum Problem wird.

Genau deshalb erhoffen wir uns von einem strategischen Investor vor allem operatives Know-how.

Zwischen unserem heutigen Prototypen und einem SchaumPo, der zunächst zehntausend-, später hunderttausendfach zuverlässig bei Kunden im Badezimmer hängt, liegt eine ganze Kette unterschiedlicher Disziplinen: Industrialisierung, Werkzeugbau, Materialauswahl, Einkauf, Qualitätssicherung, Verpackung, Logistik und Working Capital. Wenn das Produkt europaweit funktioniert, sprechen wir langfristig potenziell nicht mehr über Tausende – sondern über einen Markt für Millionen Geräte.

Und genau auf diese Größenordnung muss man Produktion und Supply Chain vorbereiten können, ohne dabei Qualität, Marge oder Lieferfähigkeit zu verlieren.

Ein erfahrener strategischer Investor kann diese Lernkurve enorm verkürzen. Besonders wertvoll sind für uns deshalb Kontakte zu Produktion und Handel, Erfahrung mit Consumer Hardware, Unterstützung beim Aufbau belastbarer Lieferketten sowie Zugang zu internationalen Distributions- und Retail-Strukturen.

Und dann gibt es noch etwas, das man schwer in Excel abbilden kann: gutes Sparring.

Als Gründer verbringt man viel Zeit damit, Entscheidungen unter Unsicherheit zu treffen. Ein erfahrener Unternehmer, der einem gelegentlich sagt „Das haben schon hundert andere versucht… mach es anders“ oder umgekehrt „Genau da musst du jetzt Gas geben“, kann manchmal wertvoller sein als der nächste Finanzierungsscheck.

Deshalb suchen wir nicht einfach Kapital.

Wir suchen Partner, die uns dabei helfen können, aus einer funktionierenden Erfindung ein skalierbares Consumer-Unternehmen und aus SchaumPo langfristig eine internationale Produktkategorie zu bauen.

Welche nächsten Schritte sind nach eurem Auftritt in der Höhle der Löwen mit SchaumPo geplant und gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Der nächste große Schritt ist sehr konkret: aus SchaumPo ein serienreifes und anschließend skalierbares Produkt machen.

Zum Marktstart bieten wir über schaumpo.at zunächst eine auf 3.333 Stück limitierte Founder Edition zum Preis von 29,90 Euro an. Die Auslieferung ist für das erste Quartal 2027 geplant.

Diese erste Serie ist für uns bewusst mehr als nur ein Verkaufsstart. Sie ist gleichzeitig der nächste große Validierungsschritt.

Bislang konnten wir Technologie, Prototypen und grundsätzliches Kundeninteresse testen.

Mit der Founder Edition können wir erstmals unter realen Marktbedingungen messen, was für den Aufbau eines skalierbaren Consumer-Unternehmens entscheidend wird:

Wie hoch ist die tatsächliche Zahlungsbereitschaft?

Welche Zielgruppen konvertieren?

Wie nutzen Kunden das Produkt?

Wie hoch ist die Zufriedenheit?

Welche Refills werden bevorzugt – und wie entwickelt sich später die Wiederkaufsrate?

Mit anderen Worten: Aus Aufmerksamkeit werden Daten.

Parallel läuft die Industrialisierung des Geräts.

Gemeinsam mit unseren Entwicklungspartnern optimieren wir Geometrien, Materialien, Fertigungsverfahren und die Reproduzierbarkeit der Schaumerzeugung.

Unser Anspruch ist nicht, möglichst schnell irgendeine Serienversion auf den Markt zu werfen, sondern eine technische Plattform zu schaffen, die sich von einigen Tausend Stück auf Zehntausende, Hunderttausende und – bei entsprechendem Markterfolg – perspektivisch auch auf europäische und internationale Stückzahlen im Millionenbereich skalieren lässt.

Dabei wollen wir möglichst viel relevantes Prozess-Know-how und IP im Unternehmen halten. Denn Skalierbarkeit bedeutet für uns nicht nur, mehr Kunststoffteile fertigen zu können. Entscheidend ist, dass Funktion, Schaumqualität, Dosierung und Nutzererlebnis auch bei sehr großen Stückzahlen reproduzierbar bleiben.

Gleichzeitig entwickeln wir unser proprietäres Refill-System weiter. Besonders spannend finden wir dabei kompakte, trockene Nachfüllprodukte, die erst beim Kunden mit Wasser zum eigentlichen Schaumbad werden.

Langfristig eröffnet das weit mehr als nur verschiedene Düfte.

Denkbar sind unterschiedliche Schaumeigenschaften, Selfcare-Varianten, saisonale Editionen, Kooperationen mit bestehenden Marken oder auch ein Schaumbad-Abonnement, bei dem regelmäßig neue Refills direkt im Briefkasten landen.

Dadurch entsteht aus einem einmaligen Hardwareverkauf perspektivisch ein wiederkehrendes Geschäftsmodell.

Beim Wachstum verfolgen wir bewusst eine gestufte Strategie: Die Founder Edition dient zunächst als kontrollierter Markteintritt und Demand Validation. Danach wollen wir Direct-to-Consumer im DACH-Raum skalieren, Produkt, Zielgruppen und Unit Economics möglichst nah am Kunden verstehen und darauf aufbauend Retail-Partnerschaften und weitere europäische Märkte erschließen.

Auch Hospitality ist langfristig interessant – etwa Hotelketten, Resorts und andere Orte, an denen ein außergewöhnliches markenbasiertes Badeerlebnis einen konkreten „neuen“ Mehrwert schafft.

International denken wir SchaumPo von Beginn an. Der deutsche Name darf dabei gerne seinen Charme behalten; technologisch und unternehmerisch ist unser Anspruch deutlich größer als ein einzelnes Produkt für den deutschsprachigen Markt.

Unser langfristiges Ziel ist deshalb nicht einfach, möglichst viele SchaumPos zu verkaufen.

Wir wollen rund um die Technologie eine neue Produktkategorie etablieren, mit Hardware, proprietären Refills, IP, Marke und wiederkehrenden Umsätzen und diese Kategorie perspektivisch europaweit und darüber hinaus skalieren.

Oder etwas weniger nach Businessplan formuliert:

Wir möchten, dass irgendwann niemand mehr mit dem Duschkopf in der Badewanne kunstvoll herumwedeln muss, um ein Schaumbad einfach hinzubekommen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf eurem bisherigen Gründerweg mit SchaumPo als besonders wertvoll erwiesen?

Eine der wichtigsten Erkenntnisse war für mich, dass man als Gründer permanent zwischen Vision und subjektiven Annahmen und Beweis am Markt unterscheiden muss.

Eine große Vision ist wichtig, aber sie ersetzt keine Validierung.

Deshalb versuchen wir inzwischen, möglichst viele Annahmen einzeln j d möglichst früh mit der Realität zu konfrontieren:

Funktioniert die Physik?

Funktioniert sie reproduzierbar?

Lässt sich das Produkt wirtschaftlich fertigen?

Verstehen Menschen innerhalb weniger Sekunden, was SchaumPo macht?

Sind sie bereit, dafür zu bezahlen?

Verwenden sie es tatsächlich regelmäßig?

Und entsteht daraus am Ende ein Geschäftsmodell, das sich skalieren und wiederholen lässt?

Gerade bei SchaumPo habe ich außerdem gelernt, wie viel technische Komplexität häufig nötig ist, damit etwas für den Kunden am Ende ganz einfach aussieht.

Der Nutzer soll später idealerweise nur Schaummittel beziehungsweise einen Refill einsetzen, das Wasser aufdrehen und bekommt ein Schaumbad – so wie er es noch nie hatte. Und das immer wieder.

Damit das zuverlässig funktioniert, beschäftigen wir uns im Hintergrund mit allerlei physikalischen Gesetzmäßigkeiten… Von Strömungslehre, Materialwissenschaften und Physik bis hin zur Chemie.

Einfachheit für den Kunden ist häufig das Ergebnis ziemlich krasser Komplexität auf der Entwicklerseite.

Und vielleicht die wertvollste Lektion: Präsentationen sind geduldig. Physik, Kunden und Märkte sind es nicht.

Man sollte eine Idee deshalb möglichst früh mit allen drei konfrontieren.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

So früh wie möglich herausfinden, welche subjektiven Annahmen das eigene Unternehmen überhaupt tragen.

Fast jedes Startup beginnt mit einer Reihe von Hypothesen: Gründer haben eine wage Idee, der Kunde hat dieses Problem – oder könnte es vielleicht haben.

Unsere Lösung ist vielleicht besser.

Er versteht sie. Tut er wirklich?

Er ist bereit, dafür zu bezahlen.

Wir können sie wirtschaftlich produzieren.

Wir können Kunden effizient erreichen.

Und im besten Fall kommen sie anschließend wieder.

Je früher man diese Annahmen einzeln testet, desto günstiger werden Fehler.

Ich würde deshalb immer möglichst früh etwas bauen, das echte Menschen mal benutzen können.

Ein funktionierender, hässlicher Prototyp kann zigfach wertvoller sein als ein wunderschönes fertiges Produkt, das noch nie jemand ausprobiert hat – oder vielleicht gar nicht braucht.

Gleichzeitig sollte man lernen, Kritik am aktuellen Produkt von Kritik an der eigentlichen Idee zu unterscheiden.

Ein schlechter erster Prototyp beweist nicht zwangsläufig, dass die Idee schlecht ist!

Er zeigt zunächst einmal sehr präzise, was funktioniert und was Version zwei dann besser machen muss.

Und man sollte Aufmerksamkeit, Show, echte Nachfrage und Geschäftsmodell nicht miteinander verwechseln.

Viele Menschen können etwas lustig finden. Viele können darüber sprechen. Und viele können auf eine Website klicken.

„Real“ wird es erst, wenn jemand seine Kreditkarte herausnimmt.

Und noch spannender wird es, wenn der Kunde später wiederkommt.

Was unterscheidet SchaumPo im Online-Shop optisch und inhaltlich von der Konkurrenz?

Der vielleicht größte Unterschied ist, dass wir uns gar nicht mit dem nächsten Schaumbad zwischen bestehende Schaumbäder stellen wollen.

SchaumPo ist Consumer Hardware.

Wir ergänzen einen Markt, der bislang fast ausschließlich aus Verbrauchsprodukten besteht, um ein eigenes Gerät zur Schaumerzeugung.

Das schafft schon visuell eine völlig andere Situation.

Man muss nicht lange erklären, warum unsere Flüssigkeit etwas anders formuliert ist als die Flasche daneben. Man sieht SchaumPo in Aktion – Wasser an, Schaum kommt heraus – und versteht innerhalb weniger Sekunden, was das Produkt macht.

Genau diese Demonstrierbarkeit ist für uns auch ein wichtiger Bestandteil der Marke und unseres Marketings.

Dazu kommt ein Name, den man vermutlich nicht so schnell vergisst. „SchaumPo“ darf ruhig ein bisschen frech sein.

Wir wollen technische Funktionalität nicht in eine sterile Engineering-Marke verpacken, sondern eine Consumer Brand schaffen, die Humor, Selfcare und dieses fast kindliche Vergnügen an einer komplett eingeschäumten Badewanne miteinander verbindet.

Denn das eigentliche Versprechen bleibt sehr einfach: Schaumbad wie im Film.

Inhaltlich geht die Differenzierung aber deutlich tiefer. Hinter dem Gerät steht eine zum Patent angemeldete Technologie, und auf der Hardware soll unser proprietäres Refill-System aufbauen.

Damit entsteht perspektivisch ein eigenes Ökosystem: Gerät, unterschiedliche Refills, Düfte, saisonale Editionen, mögliche Markenkooperationen und später vielleicht sogar das Schaumbad-Abo, das regelmäßig kompakte Nachfüllungen direkt in den Briefkasten bringt.

Das verändert auch die Rolle des Badezusatzes: Statt immer wieder große Flaschen fertiger Flüssigkeit zu kaufen, wollen wir langfristig möglichst konzentriert nur das liefern, was zuhause tatsächlich noch fehlt.

Das Wasser hat der Kunde schließlich schon.

Wie bereitet ihr SchaumPo und euren Online-Shop auf den enormen Nachfrage-Ansturm am Abend der Ausstrahlung von Die Höhle der Löwen vor?

Wir haben uns ganz bewusst gegen die Illusion entschieden, zum Zeitpunkt der Ausstrahlung bereits unbegrenzt serienreife, perfekte Ware auf Lager zu haben.

Stattdessen starten wir mit einer auf 3.333 Stück limitierten Founder Edition für 29,90 Euro, die über schaumpo.at vorbestellt werden kann. Die geplante Auslieferung erfolgt früh im ersten Quartal 2027.

Diese Begrenzung ist für uns nicht nur Marketing, sondern Teil unserer Skalierungsstrategie.

Aus einem theoretisch unbegrenzten Nachfragerisiko wird damit eine klar definierte erste Produktionsmenge. Wir können reale Nachfrage messen, ohne auf Verdacht riesige Stückzahlen zu produzieren, Kapital in Lagerbestände zu binden und anschließend zu hoffen, dass unsere Prognosen stimmen.

Gerade nach einer TV-Ausstrahlung können Reichweite und Nachfrage innerhalb kürzester Zeit extrem schwanken. Für uns ist es deshalb sinnvoller, die Aufmerksamkeit zunächst in belastbare Daten zu übersetzen.

Wie viele Menschen besuchen schaumpo.at?

Und wie viele verstehen das Produkt?

Wie viele bestellen tatsächlich?

Woher kommen sie?

Welche Zielgruppen reagieren besonders stark?

Aus Aufmerksamkeit werden Daten – und aus diesen Daten können wir die nächste Produktionsstufe planen.

Parallel arbeiten wir mit unseren Entwicklungspartnern an Industrialisierung, Fertigungsprozessen und einer Supply Chain, die nicht nur einige Tausend Geräte abbilden kann, sondern perspektivisch auf Zehntausende, Hunderttausende und bei entsprechender internationaler Nachfrage noch deutlich größere Stückzahlen skalierbar ist.

Dabei ist Transparenz für uns entscheidend. Wer die Founder Edition bestellt, soll wissen, dass es sich um eine Vorbestellung handelt und die Auslieferung für das erste Quartal 2027 vorgesehen ist.

Lieber kommunizieren wir heute klar, wo wir stehen, als kurzfristig Lieferfähigkeit zu suggerieren, die ein junges Hardware-Unternehmen in dieser Phase noch nicht seriös garantieren kann.

Und genau darin liegt für uns auch der Sinn der Founder Edition:

Nicht erst hunderttausend Geräte produzieren und danach hoffen, dass jemand sie möchte.

Sondern zuerst beweisen, dass Menschen SchaumPo wirklich haben wollen – und anschließend kontrolliert skalieren.

Sehen sie SchaumPo am 28. September 2026 in der Höhle der Löwen

Bild Sebastian Wild präsentiert Investorin Janna Ensthaler seinen Plug and Play Badespaß „SchaumPo“. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Sebastian Wild für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.

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