Wer Pressearbeit macht, sollte Journalisten das Leben so einfach wie möglich machen. Genau dafür ist ein gutes Media Kit da – also die digitale Pressemappe eines Startups. Es bündelt die wichtigsten Informationen kompakt, verständlich und journalistisch aufbereitet.
Ein Media Kit ersetzt keine gute Story. Aber wenn ein Journalist sich nach einem Pitch näher mit einem Startup beschäftigt oder selbst recherchiert, sollten die wichtigsten Fakten zum Unternehmen schnell auffindbar sein – ohne lange Suche und widersprüchliche Angaben.
Was in ein Media Kit gehört
Ein professionelles Media Kit muss nicht umfangreich sein. Entscheidend ist, dass die wichtigsten Informationen schnell erfassbar sind.
Dazu gehört zunächst ein kurzes Unternehmensprofil. Was macht das Startup? Welches Problem löst es? Für wen ist das Angebot relevant? Wichtig sind klare Aussagen statt Marketing-Slogans.
Ergänzt wird das Unternehmensprofil durch ein Fact Sheet. Darin stehen die wichtigsten Daten auf einen Blick. Dazu können Gründungsjahr, Sitz, Gründerteam, Mitarbeiterzahl, Auszeichnungen und Awards, Geschäftsmodell, Produkte oder relevante Unternehmenskennzahlen gehören.
Auch ein Gründerprofil sollte nicht fehlen. Journalisten interessieren sich häufig nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für die Menschen dahinter. Wer hat gegründet? Welche Expertise bringt die Person mit? Was ist der persönliche oder berufliche Hintergrund?
Ein Boilerplate fasst das Unternehmen zusätzlich in wenigen Sätzen zusammen. Diese Kurzbeschreibung lässt sich zum Beispiel am Ende einer Pressemitteilung verwenden und sorgt dafür, dass das Startup überall konsistent beschrieben wird.
Gute Pressefotos sind kein Nice-to-have
Zu einem Media Kit gehören auch professionelle Pressefotos. Mindestens ein bis zwei gute Bilder des Gründers oder der Gründerin sollten verfügbar sein. Je nach Geschäftsmodell können zusätzlich Team-, Produkt- oder Unternehmensfotos sinnvoll sein.
Wichtig ist, dass die Bilder für Printmedien in ausreichend hoher Auflösung vorliegen und klar angegeben ist, wer sie nutzen darf und wie der Bildnachweis lautet.
Gerade bei kurzfristigen Anfragen kann gutes Bildmaterial entscheidend sein. Wenn eine Redaktion einen Beitrag plant und passende Fotos fehlen, erhöht das unnötig den Abstimmungsaufwand.
Journalistische Informationen statt Werbesprache
Ein Media Kit ist kein Sales-Deck. Formulierungen wie „revolutionär“, „einzigartig“ oder „führend“ helfen Journalisten wenig, wenn sie nicht belegt werden können.
Redaktionen brauchen vor allem belastbare Informationen. Was unterscheidet das Geschäftsmodell tatsächlich? Welche Entwicklung im Markt ist relevant? Welche Zahlen lassen sich belegen? Und welche Expertise bringt das Gründerteam mit?
Das Ziel ist nicht, das Startup möglichst groß klingen zu lassen. Das Ziel ist, es schnell einordnen zu können.
Deshalb sollten alle Angaben aktuell und konsistent sein. Stehen auf der Website 15 Mitarbeitende, im Fact Sheet aber 22, wirkt das unprofessionell. Dasselbe gilt für Gründungsjahr, Finanzierungsrunden, Standorte oder Produktinformationen.
Ein Ansprechpartner muss erreichbar sein
Ein oft unterschätzter Bestandteil des Media Kits sind klare Kontaktdaten für Redaktionen.
Eine allgemeine Mailadresse allein reicht nicht immer aus. Besser ist ein konkreter Ansprechpartner mit Name, E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Journalisten arbeiten häufig unter Zeitdruck. Wenn eine Rückfrage schnell geklärt werden kann, erleichtert das die Zusammenarbeit deutlich.
Wer Pressearbeit macht, sollte sich deshalb auch als Dienstleister für Journalisten verstehen. Informationen sollten schnell verfügbar sein, Rückfragen zügig beantwortet werden und zugesagte Unterlagen zuverlässig kommen.
Das Media Kit gehört auf die Website
Am einfachsten ist ein Media Kit als Download auf der Website. Es kann beispielsweise im Bereich „Über uns“ eingebunden werden.
Noch besser ist eine eigene Presseseite. Dort können neben dem Media Kit auch Pressefotos, aktuelle Pressemitteilungen oder Unternehmensnews und bereits erschienene Medienberichte gebündelt werden.
Ein solcher Pressebereich hat zwei Vorteile: Journalisten finden bei einer eigenen Recherche schnell belastbare Informationen. Gleichzeitig können Gründer nach einem Pitch direkt auf eine zentrale Seite verweisen.
Ein „Bekannt aus“-Bereich mit bisherigen Medienberichten kann zusätzlich zeigen, welche Themen bereits aufgegriffen wurden und wie das Unternehmen öffentlich eingeordnet wird.
Das Media Kit ist Teil guter Pressearbeit
Ein professionelles Media Kit sorgt nicht automatisch für Berichterstattung. Dafür braucht es weiterhin relevante Themen, gute Pitches und die gezielte Ansprache passender Redaktionen.
Es schafft aber die Grundlage dafür, dass Journalisten ein Startup schnell verstehen und einordnen können. Genau das ist besonders dann wichtig, wenn ein Pitch Interesse geweckt hat oder eine Redaktion selbst recherchiert.
Für Startups bedeutet das: Je einfacher sie Journalisten den Zugang zu relevanten Informationen machen, desto professioneller wirkt die Zusammenarbeit. Ein gutes Media Kit spart Zeit, reduziert Rückfragen und sorgt dafür, dass die wichtigsten Fakten genau dort verfügbar sind, wo sie gebraucht werden.
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