Mit der M365Con hat Mirko Peters eine kostenlose internationale Technologie-Konferenz geschaffen, die Experten und Interessierte rund um Microsoft 365, Copilot und Cloud-Technologien zusammenbringt und praxisnahes IT-Wissen für alle zugänglich macht.
Mirko, kannst du dich und die M365Con kurz vorstellen und erzählen, wie aus deiner persönlichen Situation während der Arbeitslosigkeit die Idee für eine internationale Technologie-Konferenz entstanden ist?
Ich bin Mirko Peters, IT-Consultant und seit Kurzem offizieller Microsoft MVP aus Stuttgart. Die M365Con ist eine rein digitale, kostenfreie Fachkonferenz für Microsoft 365, Copilot und Cloud-Technologien. Die Idee entstand 2024 aus der puren Notwendigkeit heraus: Nach einer Phase der Arbeitslosigkeit wollte ich nicht einfach nur Bewerbungen schreiben, sondern meine Expertise im Microsoft-Umfeld sichtbar machen. Statt auf Angebote zu warten, beschloss ich, selbst eine Plattform zu schaffen, die Experten zusammenbringt – ursprünglich als persönliches Schaufenster gedacht.
Du hast die M365Con ursprünglich ins Leben gerufen, um deine eigenen Fähigkeiten sichtbar zu machen. Wann hast du erkannt, dass daraus ein eigenständiges Projekt mit internationaler Reichweite entstehen könnte?
Das wurde mir bereits bei der ersten Ausgabe schlagartig klar, als sich innerhalb kürzester Zeit Hunderte von Teilnehmern anmeldeten und hochkarätige Sprecher aus der weltweiten Microsoft-Community zusagten. Das Feedback zeigte mir, dass der Bedarf an praxisnahem, unkompliziertem Wissen riesig ist. Aus dem Projekt zur Eigenvermarktung wurde innerhalb weniger Wochen eine echte Community-Bewegung, die weit über meine persönlichen Ziele hinauswuchs.
Mit der M365Con bringst du Experten und Interessierte rund um Microsoft 365, Copilot und Azure zusammen. Welche Vision verfolgst du mit der Konferenz und welche Lücke möchtest du in der bestehenden Weiterbildungs- und Eventlandschaft schließen?
Viele kommerzielle Tech-Konferenzen sind für Einzelkämpfer, KMUs oder Menschen in der beruflichen Neuorientierung schlicht zu teuer oder erfordern lange Reisen. Meine Vision ist die absolute Demokratisierung von High-End-Tech-Wissen. Die Lücke, die wir schließen, ist der direkte, barrierefreie Zugang zu den klügsten Köpfen der Branche. Bei uns gibt es kein Marketing-Blabla, sondern tiefen technischen Deep-Dive – und das für jeden absolut kostenlos.
Die nächste M365Con findet vom 11. bis 22. Januar 2027 statt und soll rund 120 Sessions umfassen. Wie gelingt es dir, eine Veranstaltung dieser Größenordnung von Stuttgart-Degerloch aus zu organisieren und internationale Referenten zu gewinnen?
Das Zauberwort heißt „Community-Trust“ und radikale digitale Effizienz. Durch meine tägliche Arbeit auf LinkedIn und YouTube habe ich über die Jahre ein Netzwerk aus über 100.000 Menschen aufgebaut. Die Microsoft-Community ist extrem hilfsbereit. Wenn die Experten sehen, dass ein Format ehrlich, professionell und rein auf Wissensvermittlung ausgelegt ist, kommen sie an Bord – egal, ob man aus Stuttgart-Degerloch oder dem Silicon Valley agiert. Die gesamte Organisation läuft vollautomatisiert über moderne Cloud-Tools.
Die Teilnahme an der M365Con ist kostenlos. Warum hast du dich bewusst für dieses Modell entschieden und wie finanzierst du die Organisation und Weiterentwicklung der Konferenz?
Wissen sollte keine finanzielle Hürde haben, besonders nicht in Zeiten des rasanten Wandels durch Künstliche Intelligenz. Da ich selbst aus einer schwierigen beruflichen Situation kam, weiß ich, wie wichtig kostenloser Zugang zu Weiterbildung ist. Die Konferenz finanziert sich rein über ausgewählte, technologieaffine Sponsoren und Partner aus der Wirtschaft, die diese Werte teilen und Sichtbarkeit in einer hochkarätigen IT-Zielgruppe suchen.
Mit Microsoft 365, Copilot und Azure greifst du Technologien auf, die den Arbeitsalltag vieler Unternehmen verändern. Welche Entwicklungen stehen bei der kommenden M365Con besonders im Mittelpunkt und welche Zielgruppen möchtest du damit erreichen?
Im absoluten Fokus steht im Januar 2027 die schubweise Evolution von rein assistierender KI hin zu autonomen KI-Agenten (Copilot Studio) sowie die Absicherung dieser Systeme (Cyber Security & Entra). Wir richten uns gezielt an IT-Administratoren, Cloud-Architekten, Entwickler, aber auch an Business-Entscheider, die KI-Technologien nicht nur theoretisch verstehen, sondern morgen im Unternehmen produktiv und sicher einsetzen wollen.
Als Microsoft MVP verfügst du über besondere Einblicke in das Microsoft-Ökosystem. Wie beeinflusst diese Auszeichnung deine Arbeit als Veranstalter und welche Bedeutung haben dein persönliches Netzwerk und die internationale Community für den Erfolg der M365Con?
Die Verleihung des MVP-Status durch Microsoft ist wie ein Ritterschlag. Sie öffnet Türen direkt zu den Produktteams in Redmond und verleiht der Konferenz eine immense offizielle Glaubwürdigkeit. Mein persönliches Netzwerk ist das Fundament der gesamten Konferenz. Ohne das Vertrauen der Community und der über 90 MVPs, die im Januar als Speaker auftreten, wäre ein Event dieser Größenordnung schlicht nicht realisierbar.
Digitale Konferenzen ermöglichen eine internationale Teilnahme ohne Reiseaufwand, stehen aber auch im Wettbewerb mit zahlreichen anderen Onlineformaten. Was unterscheidet die M365Con von vergleichbaren Veranstaltungen und wie schaffst du einen nachhaltigen Mehrwert für die Teilnehmer?
Unser Alleinstellungsmerkmal ist die Struktur: Wir machen kein unübersichtliches 3-Tage-Chaos mit parallel laufenden Streams. Die M365Con erstreckt sich über 10 Tage, und jeder einzelne Tag widmet sich fokussiert nur einem klaren Schwerpunktthema – von der Power Platform bis Azure AI. Zudem stellen wir alle Recaps und Unterlagen im Nachgang strukturiert zur Verfügung, sodass die Konferenz zu einem dauerhaften digitalen Nachschlagewerk für die tägliche Praxis wird.
Für die kommende Ausgabe haben sich bereits mehr als 600 Teilnehmer angemeldet. Wie entwickelten sich Reichweite und Resonanz seit den Anfängen und anhand welcher Kriterien misst du den Erfolg deiner Konferenz?
Die Resonanz wächst exponentiell. Was als kleines Experiment begann, zieht mittlerweile Tausende von IT-Profis an. Erfolg messe ich aber nicht primär an nackten Anmeldezahlen. Mein wichtigstes Kriterium ist das qualitative Feedback der Community: Wenn mir Teilnehmer schreiben, dass sie durch das auf der Konferenz gelernte Wissen ein akutes Problem im Unternehmen lösen konnten oder einen neuen Job gefunden haben, dann ist die Konferenz für mich erfolgreich.
Der Aufbau einer internationalen Veranstaltung erfordert neben fachlicher Kompetenz auch unternehmerisches Denken. Welche organisatorischen, technischen und persönlichen Herausforderungen musstest du bisher meistern und welche Erfahrungen haben dich dabei besonders geprägt?
Die größte technische Herausforderung war der Aufbau einer skalierbaren Infrastruktur für Tausende Video-Streaming-Teilnehmer ohne Budget im Hintergrund. Organisatorisch muss man lernen, das massive Pensum als Sologründer zu bewältigen. Persönlich hat mich geprägt, wie viel Respekt und Offenheit mir entgegengebracht wurde, als ich meine Geschichte der Arbeitslosigkeit öffentlich geteilt habe. Mut und Transparenz werden im Netz belohnt.
Deine Geschichte zeigt einen ungewöhnlichen Weg von der Arbeitslosigkeit zum Aufbau eines eigenen Projekts. Was hat sich durch die M365Con für dich persönlich und beruflich verändert und welchen Rat würdest du Menschen geben, die aus einer schwierigen beruflichen Situation heraus etwas Eigenes aufbauen möchten?
Beruflich hat sich mein Leben komplett gedreht: Vom Arbeitssuchenden zum gefragten Experten, Unternehmer und Microsoft MVP. Ich freue mich zudem riesig darauf, im November meine neue Position bei der ifakt GmbH hier in Stuttgart starten zu dürfen. Die ifakt GmbH ist ein Pionier im Bereich der Industrie 4.0 und digitaler Smart-Factory-Infrastrukturen. Mit ihrer spezialisierten Software „Polaris“ revolutionieren sie die datenbasierte Optimierung und Simulation komplexer Produktions- und Wertstromprozesse in der Industrie – für mich als Technologie-Enthusiasten ein absolut spannendes Arbeitsfeld. Mein Rat an Menschen in ähnlichen Situationen: Wartet nicht auf Erlaubnis. Nutzt eine schwierige Phase nicht als Lücke, sondern als Startrampe. Baut euer eigenes Projekt auf, macht eure Fähigkeiten im Netz sichtbar und schafft euch eure Relevanz selbst. Der Markt reagiert auf Macher.
Wenn du auf die kommenden Jahre blickst: Welche Ziele verfolgst du mit der M365Con, welche neuen Formate oder Kooperationen kannst du dir vorstellen und wo möchtest du mit deiner internationalen Konferenz in fünf Jahren stehen?
In fünf Jahren soll die M365Con die weltweit führende, komplett kostenfreie digitale Anlaufstelle für Microsoft- und AI-Weiterbildung im europäischen Raum sein. Mittlerweile sind mit der „M365 Show“ – einem Live-Stream-Format, das auf LinkedIn vor Kurzem die 100.000-Follower-Marke geknackt hat – sowie dem „M365.fm Podcast“ zwei starke, ganzjährige Formate hinzugekommen. Reich werden kann (und will) man von einem solchen Non-Profit-Projekt natürlich nicht, aber davon zu leben steht auch gar nicht im Fokus. Wissen teilen ist einfach geil! Wir wollen dem technologischen Fortschritt ein menschliches Gesicht geben.
Bildcredits privat
Wir bedanken uns bei Mirko Peters für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
















